Literatur-Zeit

  • […] Weißt du immer, was Du schreibst? […]

    Ja. - Und wer lesen kann, würd's auch bei Lektüre meiner Beiträge nachzuvollziehen imstande sein, was ich geschrieben habe.
    Und wie lesenswert ein Buch ist, hängt weniger von seiner Auflagenhöhe ab, sondern mehr von seinem Inhalt - ein Buch ist so gesehen einer Flaschenpost vergleichbar: Mit dem Unterschied, dass sie mehr wie eine Postwurfendung in mehreren Exemplaren verschickt wird…

  • Nun, ich kann lesen, und ich kann auch nachvollziehen, was Du geschrieben hast, aber nicht immer, was Du gemeint hast, wobei ich zu Deinen Gunsten davon ausgehe, dass Du hier nicht gemeint hast, dem Massengeschmack werde mit der Verminderung der Verkaufsstätten (vulgo Buchhandlungen) geschmeichelt, auch wenn Du genau das geschrieben hast.


    Der zweite Absatz, beginnend mit "Und wie lesenswert..." hat überhaupt nichts mit der vorhergegangenen Diskussion zu tun, auch wenn Du mit "Und" beginnst. Er dient der Ablenkung.

  • […] Vielmehr müsste es zur Umsatzsteigerung mehr Bücher geben, die dem Massengeschmack entsprechen. […]

    Diesem Irrglauben gemäß handeln Verleger, Lektoren, Autoren und andere mit Produktion und Vertrieb von Büchern bzw. Gestaltung der Verlagsprogramme beschäftigte bzw. beauftrage Personenkreise ja längst - und der Erfolg dieser Anschauung zeichnet sich im Niedergang der kompletten Branche ab.
    Statt also neue Leser zu gewinnen oder die bisherigen Vielleser zu animieren, die Frequenz ihrer Käufe oder die Zahl der innerhalb eines Jahres erworbenen Bücher zu erhöhen, stellt sich eine Marktsättigung bei der massenkompatiblen Ware ein - und fatalerweise eine Ãœbersättigung bei den Lizenztiteln, deren Hype darauf beruht, in anderen Sprachräumen Bestseller gewesen zu sein… selbst der Literaturnobelpreis musste ausgesetzt werden, und es ist recht unwahrscheinlich, dass er sein ursprünglich Renommee je wieder erlangen wird.

  • … selbst der Literaturnobelpreis musste ausgesetzt werden, und es ist recht unwahrscheinlich, dass er sein ursprünglich Renommee je wieder erlangen wird.

    Mach Sachen ! Und warum musste er ausgesetzt werden :flööt:?

  • Mach Sachen ! Und warum musste er ausgesetzt werden :flööt:?

    Die Zerfallserscheinungen des von der Schwedischen Akademie eingesetzten Gremiums haben mehrere Ursachen - aber schon in den Vorjahren galt es als zumindest schwierig, sich auf einen Gegenwartsschriftsteller zu einigen, der des Literaturnobelpreises würdig sei, und da so langsam die regimekritischen Intellektuellen mit Wohnsitz in Schurkenstaaten gepriesen worden sind, hat man in den letzten Jahren ein paar relativ populäre Autoren der Alten Welt gekürt, was das Ansehen des Preises ein wenig getrübt hat, so dass man zuletzt einen Sänger und Songwriter - bekanntlich kriselt die Musikindustrie auch schon länger als ein Jahrzehnt - ausgezeichnet hat, dessen beste Zeit wohl auch schon 40 Jahre zurückliegt.
    Man könnte also die Behauptung aufstellen, dass es eigentlich gar keine Literatur mehr gäbe, wo doch Hashtags wie #metoo deren Breitenwirkung längst eingenommen haben, und so auch bis in die heiligen Hallen des Nobelpreiskomitees vorgedrungen sind.

  • ...eine Ãœbersättigung bei den Lizenztiteln, deren Hype darauf beruht, in anderen Sprachräumen Bestseller gewesen zu sein… selbst der Literaturnobelpreis musste ausgesetzt werden, und es ist recht unwahrscheinlich, dass er sein ursprünglich Renommee je wieder erlangen wird.


    Mach Sachen ! Und warum musste er ausgesetzt werden :flööt:?


    Die Zerfallserscheinungen des von der Schwedischen Akademie eingesetzten Gremiums haben mehrere Ursachen - aber schon in den Vorjahren galt es als zumindest schwierig, sich auf einen Gegenwartsschriftsteller zu einigen,...

    Die Aussetzung des Nobelpreises hat also nur am Rande mit den Lizenztiteln zu tun, wenn überhaupt.

  • Die Aussetzung des Nobelpreises hat also nur am Rande mit den Lizenztiteln zu tun, wenn überhaupt.

    Die Dominanz der Lizenztitel auf dem deutschsprachigen Buchmarkt hat die Lesegewohnheiten stark beeinflusst, und letztlich dazu beigetragen, dass sich kein Verleger mehr traut (oder trauen darf), in sein Sortiment aufzunehmen, was von den Erfolgsrezepten zum Bestseller auch nur vorsichtig oder in homöopathischer Größenordnung abweicht - und dies wiederum verringert die Wahrscheinlichkeit, dass unter den zahlreichen Titeln der "Gegenwartsliteratur" jemals wieder einer zu finden sei, der dem ursprünglichen Gedanken der Literaturnobelpreiswürdigkeit entspräche…
    Und das, obwohl schon unter den in früheren Zeiten "gekrönten" Autoren das Stigma der Mittelmäßigkeit auffallend oft vertreten war…

  • Und warum hast Du dann vorher

    Zitat

    selbst der Literaturnobelpreis musste ausgesetzt werden, und es ist recht unwahrscheinlich, dass er sein ursprünglich Renommee je wieder erlangen wird.

    geschrieben, wenn schon unter den früheren Gewinnern das

    Zitat

    "auffallend oft vertreten war"?

  • Auch das Statistische Bundesamt hat unlängst einen Blick auf den Buchmarkt und das Kaufverhalten von Lesern und Bürgern geworfen… erschreckend, gell? Naja, dafür vermehren sich gerade die Anstrengungen, den Laden in einen Showroom umzugestalten - dann nimmt der Kunde wenigstens ein paar Eindrücke mit heim, auch wenn er nichts kauft… hie und da nützt aber alles nichts - und aus dem gewohnten Ortsbild verschwindet dann eben die vertraute Buchhandlung - dann gibt es eben einen Grund weniger, die Straße aufzusuchen.

  • Jetzt wird's richtig brenzlig: Bislang war die Mayersche Buchhandlung mit immerhin 55 Standorten regional noch ein ernstzunehmender Konkurrent für Thalia, jetzt aber haben beider Unternehmen Geschäftsführer beschlossen, zu fusionieren. Damit ist dann wohl das Ende der inhabergeführten Buchhandlungen in mehreren Bundesländern besiegelt.
    Die Nachricht wird vor allem in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz für einige Unruhe sorgen. Begonnen hat dies offenbar bereits vor drei Jahren, als beschlossen wurde, zu "kooperieren".

  • […] lesenswert für wen? […]

    Das Lesen scheint ja nun mal überhaupt aus der Mode zu kommen - und der Buchmarkt engagiert sich stark darin, sich an diese rückläufige Nachfrage anzupasen… in weiteren zehn Jahren wird die Zahl der in Jahresfrist verkauften Bücher sich folglich nochmals halbiert haben. Trotz Kaffeeausschanks in den bis dahin verbliebenen Buchhandlungen.

  • Moin.


    Ich hab angefangen, mich durch dieses Werk zu wurschteln.
    https://www.christoph-links-ve….cfm?view=3&titel_nr=9023


    Kann ich nur jedem Interessierten empfehlen.
    Sollten auch jene lesen, die bisher dachten, dass sie keine Stasi hatten. :hehehe:


    Man merkt allerdings, dass es eine wissenschaftliche Aufarbeitung ist, denn es liest sich streckenweise recht trocken.....kann man aber ein Bier zu trinken oder ähnliches.


    mfg

  • Die in der letzten Nacht unter #230 hier verkündete Nachricht von der Fusion von Thalia und der Mayerschen Buchhandlung wirkt sich schon vor der Absegnung durch die zuständige Kartellbehörde auf den Buchmarkt aus - die in vierter Generation geführte Jülicher Buch- und Schreibwarenhandlung Jos. Fischer wird im 150. Jahr ihres Bestehens in die Thalia-Kette eingegliedert.
    Und mittlerweile muss man sich fragen, ob es wenigstens ein Trost ist, dass diese größte Buchhandelskette wieder in den Händen einer Verlegerfamilie liegt - Literatur und Lektüre sind traditionell ja recht individuelle Beschäftigungen, weswegen auch der Buchhandel stets eher kleinzellig betrieben wurde, so dass jeder Händler seinem Laden ein ganz persönliches Profil zu geben vermochte. Dies scheint längst ein Ende gefunden zu haben, und die wenigen Buchhändler, die derzeit überleben, unterwerfen ihr Geschäft dem Massenmarkt und der Uniformierung des Sortiments… auch die Buchhandlung Gottlieb in Bramsche sieht sich gezwungen, um den Betrieb weiterführen zu können, sich Thalia anzuschließen.