Das Konzept des Vertrauens - in Maß und Gerechtigkeit

  • Paul Kirchhof hat ein Buch geschrieben zu dessen Inhalt es ein Video gibt, in dem er interessante Aspekte - die wir alle kennen -, die in Vergessenheit geraten zu sein scheinen, anspricht.
    Es geht um Vertrauen.
    http://www.dctp.tv/filme/das-m…eit-newsstories-06122009/


    Das Vertrauen der Bürger in die Politik, aber auch das Vertrauen jedes Einzelnen in die Grundkonzepte des Gesellschaftsvertrages, die ungeschriebenen und geschriebenen Regeln, das Vertrauen von Kunden in die Konzerne, von Sparern in die Banken, der Menschen in die Justiz, in die grundsätzlich um Gerechtigkeit bestrebte Rechtsprechung ... - und was noch in diesen Themenkreis gehört.


    Kirchhof stellt implizit fest, dass an Stelle des Vertrauens in die Solidität dieses Grundkonsenses der Popanz der (aufgeblähten) Hoffnung auf zukünftige Verheißungen getreten ist, geschürt durch Spekulationskonzepte und falsche Versprechungen, Leben auf Kosten der Zukunft etc.
    Das spricht er in den Beitrag nicht explizit in genau dieser Wortwahl an, aber es ist erkennbar implementierte Grundlage seiner Analysen.


    Vertrauen in das richtige Maß und in die Gerechtigkeitsbestrebungen von Regierung und Justiz.
    Ist es verloren gegangen? War es jemals vorhanden?
    Kann es dieses Vertrauen in einer Welt, die auf dem Konzept der Ungleichheit faktisch aufgebaut ist, überhaupt geben? Oder ist das Konstrukt womöglich nur eine weitere Möhre vor der Nase der Regierten - überall?

  • Was ist die allein auf Vernunft basierende Skala, um Maß und Gerechtigkeit selbst zwischen sozial unterschiedlichen Positionen darzustellen, ohne dass dies bei den Vertretern der Positionen Widerspruch hervorruft?


    Die Vernunft entscheidet darüber, ob das unvernünftige Ãœberziehen der eigenen Position langfristig diese Position dadurch gefährdet, dass die andere Position ihrerseits überzieht.


    Die Instanz zur Selbstkontrolle ist der Rollenwechsel: Würde ich aus Sicht meines Gegenüber die Position und die daraus resultierenden Handlungen ebenfalls als vernünftig beurteilen?

    2 Mal editiert, zuletzt von Wieben Klas ()

  • Paul Kirchhof hat ein Buch geschrieben [...]


    Vertrauen in das richtige Maß und in die Gerechtigkeitsbestrebungen von Regierung und Justiz.
    Ist es verloren gegangen? War es jemals vorhanden?
    Kann es dieses Vertrauen in einer Welt, die auf dem Konzept der Ungleichheit faktisch aufgebaut ist, überhaupt geben? Oder ist das Konstrukt womöglich nur eine weitere Möhre vor der Nase der Regierten - überall?


    Für mich ist dieses Vertrauen eine Tomate auf's rechte Auge,
    ein Ei auf's linke und Möhren in Nasen- und Ohrlöcher.
    Weil den wenigsten Menschen die wesentliche Zielsetzung
    hinter jedem möglichst gerechten Geben und Nehmen bewusst ist.


    Die meisten setzen gerecht nur mit angemessen, fair gleich.
    Das ist hirnrissig, weil eine sehr elastische Interpretation ...!!


    Die kann ALLES und NICHTS bedeuten, auch MINUS,
    wenn Gemeinsamkeiten zwischen BeTEIigten,
    die oft erhebliche Machtunterschiede aufweisen
    aufgrund unterschiedlicher Abhängigkeiten,
    nach elenden Auseinandersetzung und Kämpfen
    um Gerechtigkeit und Abwehr von Unrecht, tödlich enden.


    [HR][/HR]

    Was ist die allein auf Vernunft basierende Skala, um Maß und Gerechtigkeit selbst zwischen sozial unterschiedlichen Positionen darzustellen, ohne dass dies bei den Vertretern der Positionen Widerspruch hervorruft?


    Die Vernunft entscheidet darüber, ob das unvernünftige Ãœberziehen der eigenen Position langfristig diese Position dadurch gefährdet, dass die andere Position ihrerseits überzieht.


    Die Instanz zur Selbstkontrolle ist der Rollenwechsel: Würde ich aus Sicht meines Gegenüber die Position und die daraus resultierenden Handlungen ebenfalls als vernünftig beurteilen?


    Selbst wenn wir uns vollkommen in die Partner
    unserer zahlreichen, vielfältigen privaten, beruflichen,
    geschäftlichen und administrativen Gemeinsamkeiten versetzen könnten,
    wäre sehr wahrscheinlich, dass wir uns so ungerecht verhalten,
    dass wir die wesentliche Zielsetzung aller BeTEILigten
    nur zufällig oder gar nicht erreichen.
    _____________________________ Weil uns nicht bewusst,
    worum es letztlich uns selbst und jenen geht,
    die mit uns und all den anderen sehr vielen Akteuren
    in der „Kohärenzfalle Welt“ verbunden sind
    für entsprechende Gemeinsamkeiten.