Miese Jobkultur

  • Diesen Thread sehe ich als sinnvolle Ergänzung zu dem "Löhne" Thread, in dem neben schlechten Löhnen auch die miesen Methoden zur Sprache kommen, mit denen Unternehmen allgemein vorgehen, die schlecht entlohnen.


    Die Respektlosigkeiten gegenüber den Arbeitnehmern, die inzwischen vielen Arbeitgebern eigen ist, gehört öffentlich an den Pranger gestellt. Ich halte es für sinnvoll im Fall von Beispielen für solche Respektlosigkeiten diese Problematik erst einmal mit den betreffenden Firmen besprechen zu wollen, aber wenn sich dann im weiteren Verlauf (meist schnell) zeigt, dass die betroffenen Unternehmen kein Interesse an einem solchen Dialog haben, dann gehört eine etwaige Kritik an diesen Unternehmen bzw. deren Verhalten öffentlich dargestellt, soweit einem das Möglich ist. Dieser Thread ist da ein erster kleiner Anfang. Vielleicht geht da noch mehr, nötig ist das leider, denn die Jobkultur in Deutschland war noch nie so toll, inzwischen ist sie oft vielfach unter aller Sau und das sollte sich niemand gefallen lassen. Die Verantwortlichen gehören an den Pranger und das kommt.


    Demnächst mehr.

  • […] Die Respektlosigkeiten gegenüber den Arbeitnehmern, die inzwischen vielen Arbeitgebern eigen ist, gehört öffentlich an den Pranger gestellt. […]

    Der direkte Vorgesetzte ist nur in den wenigsten Fällen der Arbeitgeber, sondern oftmals selbst nur ein Angestellter - und mit den Direktiven, deren Durchsetzung in seinem Arbeitsbereich bzw. seinem Team er zu verantworten hat auch nicht immer glücklich…

  • Der direkte Vorgesetzte ist nur in den wenigsten Fällen der Arbeitgeber, sondern oftmals selbst nur ein Angestellter - und mit den Direktiven, deren Durchsetzung in seinem Arbeitsbereich bzw. seinem Team er zu verantworten hat auch nicht immer glücklich…



    Da könntest du durchaus ein signifikantes Phänomen ansprechen, das aber die von mir angesprochene Problematik leider nur unterstützt. Wenn der direkte Vorgesetzte nur in den wenigsten Fällen nicht als der eigentliche Arbeitgeber, sondern oftmals selbst nur ein Angestellter des eigentlichen Arbeitgeber fungiert und dem zufolge mit den Direktiven und deren Durchsetzung in seinem Arbeitsbereich auch nicht immer glücklich wäre, wie könnte dann die Lösung des hier erkennbaren Problems aussehen?


    Hier werden m.E. viele (zu viele) verarscht bzw lassen sich viele (zu viele) verarschen.


    So what? :heureka:

    Einmal editiert, zuletzt von Kleinlok ()

  • […] wie könnte dann die Lösung des hier erkennbaren Problems aussehen? […]

    Schwer zu sagen - der Arbeitgeber stellt bekanntlich die Arbeitsmittel zur Verfügung und muss sich auf sein Personal verlassen, diese auch in seinem Interesse (dem Unternehmenszweck dienlich) einzusetzen… da auch die Geschäftsleitung in zumindest den größeren Betrieben nicht mit dem Arbeitgeber identisch ist, wohl aber renditeorientiert denkt, damit die Geschäftsleitung sich auch für sie persönlich lohnt, wirkt in der harten Konkurrenz schrumpfender Märkte manche Entscheidung auf den ersten Blick oftmals inhuman -
    was vielen Arbeitnehmerinteressenvertretern nicht klar zu sein scheint, ist die Tatsache, dass der Shareholder, der seine alljährliche Rendite erwartet, der Arbeitgeber ist, denn der Nennwert der ausgegebenen Aktien entspricht dem Stammkapital des Unternehmens, wenn's eine Aktiengesellschaft ist… und was passiert, wenn bei fallendem Börsenwert Kapitalerhöhungen durchsetzen zu wollen, um das Unternehmen und seine Zahlungsfähigkeit zu erhalten, hat beispielsweise die Arcandor-Insolvenz gezeigt… es liegt also durchaus auch im Interesse des gewöhnlichen Arbeitnehmers, dass das Unternehmen, für das er tätig ist, floriert.
    Die allgemeine Konsumzurückhaltung vieler Leute und mehr noch die Veränderung der Konsumgewohnheiten, lieber von Zeit zu Zeit ein Smartphone zu erwerben, und dafür bisherige Ausgabenposten zu streichen, hat manch traditionelleres Geschäftsmodell ins Wanken gebracht.

  • Der direkte Vorgesetzte ist nur in den wenigsten Fällen der Arbeitgeber, sondern oftmals selbst nur ein Angestellter - und mit den Direktiven, deren Durchsetzung in seinem Arbeitsbereich bzw. seinem Team er zu verantworten hat auch nicht immer glücklich…


    Nein Substi, ich glaube, er meint wohl eher "Der Ton macht die Musik"....

  • Ich kannte mal einen Disponenten, der die Ansicht vertrat, man müsse die Leute nur ordentlich anbrüllen und niedermachen, dann würden die schon spuren...


    Nachdem er dann an einem späten Freitag Abend von einem Unbekannten etwas auf's Freßbrett bekommen hatte, mit anschließenden 6 wöchigen Arztbesuchen, hat sich das wie durch ein Wunder erheblich gebessert....

  • Da könntest du durchaus ein signifikantes Phänomen ansprechen, das aber die von mir angesprochene Problematik leider nur unterstützt. Wenn der direkte Vorgesetzte nur in den wenigsten Fällen nicht als der eigentliche Arbeitgeber, sondern oftmals selbst nur ein Angestellter des eigentlichen Arbeitgeber fungiert und dem zufolge mit den Direktiven und deren Durchsetzung in seinem Arbeitsbereich auch nicht immer glücklich wäre, wie könnte dann die Lösung des hier erkennbaren Problems aussehen?


    Hier werden m.E. viele (zu viele) verarscht bzw lassen sich viele (zu viele) verarschen.


    So what? :heureka:


    Nein sagen. Kante zeigen. Und zwar die, die es können. Die Alten. Die, die rein arbeitsvertragstechnisch noch das Glück haben, nicht von heute auf morgen auf die Straße gesetzt werden zu können bzw. von heute auf morgen ohne Gehalt dazustehen. Etwas anderes ist von uns (Alten) versemmelt worden. In dem Unternehmen, in dem ich tätig bin, ist es so absurd geworden, dass die Geschäftsführer alle 5 Jahre innerhalb des Konzerns wechseln, versuchen eine Erfolgsleiter zu beklettern, die sich an Konzernstrukturen orientiert, die mit dem Ursprung, Dinge zu produzieren, zu beraten und an den Verbraucher zu verkaufen, gar nichts mehr zu tun haben. Marketingabteilung wird aufgebläht, es werden Filmchen produziert, Unternehmen werden geschluckt und die Mitarbeiter werden gegeneinander aufgehetzt, weil man braucht ja nur die besten. Ich denke, wir Alte sind in der Pflicht. Wir haben schließlich auch zu lange zugeschaut.


    Frdl. Grüße
    Christiane

  • Diesen Thread sehe ich als sinnvolle Ergänzung zu dem "Löhne" Thread, in dem neben schlechten Löhnen auch die miesen Methoden zur Sprache kommen, mit denen Unternehmen allgemein vorgehen, die schlecht entlohnen.


    Die Respektlosigkeiten gegenüber den Arbeitnehmern, die inzwischen vielen Arbeitgebern eigen ist, gehört öffentlich an den Pranger gestellt. Ich halte es für sinnvoll im Fall von Beispielen für solche Respektlosigkeiten diese Problematik erst einmal mit den betreffenden Firmen besprechen zu wollen, aber wenn sich dann im weiteren Verlauf (meist schnell) zeigt, dass die betroffenen Unternehmen kein Interesse an einem solchen Dialog haben, dann gehört eine etwaige Kritik an diesen Unternehmen bzw. deren Verhalten öffentlich dargestellt, soweit einem das möglich ist. (...)Die Verantwortlichen gehören an den Pranger und das kommt.


    Demnächst mehr.


    Hier eine Kopie des Beitrags, den ich zuerst im "Löhne"-Thread eingestellt habe, aber er passt gut hierhier:


    Ein weiterer Fall, wo ein Arbeitgeber sich in der Kommunikation als unehrlich und ignorant erweist.
    Beständig sucht eine Frankfurter HNO-Praxis studentische Mitarbeiter und zwar so beständig oft, dass man aufhorchen kann. Eine gute Mitarbeiterbindung scheint für diesen Laden nicht gerade zu seinen Stärken zu gehören. Mich stört schon an der Ausschreibung, dass Angaben zur Entlohnung verweigert werden, deshalb richte ich am 09. August 2018 eine Anfrage an das Unternehmen:



    Da ich bis zum 23. August 2018 keine Reaktion auf diese Anfrage erkennen kann,
    erinnere ich an diese.



    Nach nur 1 Stunde erhalte ich in einer kurz gehaltenen, minimalistisch unterzeichneten Antwort die Auskunft, dass die ausgeschrieben Stelle besetzt wäre. Selbst wenn diese Auskunft stimmen sollte (was ich nicht glaube), sie geht an der Intention meiner Anfrage vorbei und soll das vermutlich auch. Ich gebe mich mit diesem billigen Ausweichmanöver nicht zufrieden:



    Ab nun hüllt sich die Praxis in ein großes Schweigen, auch als ich am Montag, 03. September 2018 an mein oben stehendes Schreiben erinnere, bleiben Frau Doktor und ihr Team stumm, vielleicht haben sie sich leider in der sittsam versuchten Ausübung ihres Amtes einen Infekt im eigenen HNO-Bereich zugezogen, da kann einem schon die Stimme versagen. Ganz am Ende scheint das Team aber noch nicht, denn immerhin suchen sie schon wieder neue Aspiranten für den Job,...


    https://stellenmarkt.studenten…t-1/Advertisement/single/


    ... was vermuten lässt, dass dieser Job vielleicht so mies ist, dass in diesem so viele Studis verschlissen werden, das ständig neuer Nachschub geordert werden muss. So viele kränkelnde Nasen und Ohren haben wir in Ffm hoffentlich nicht, als dass so viele studentische Mitarbeiter für diese Praxis gesucht werden müssten. Da scheint etwas ganz anderes zu kränkeln.


    Diesem pathologischen Treiben möchte ich nicht zusehen,
    deshalb mal wieder ein paar Grüße an den Patienten:


  • […] Demnächst mehr.

    Aktuell schreibt das Blatt der neoklassischen Wirtschaftslehre, die WELT, dass eine europaweite Untersuchung der Unternehmensberater zu dem Schluss kommt, dass innerhalb der nächsten etwa 20 Jahre jeder fünfte Job der fortschreitenden Digitalisierung bzw. Robotik zum Opfer fallen wird - auch wenn in Fachkreisen vor überzogenen Erwartungen an diese Rasanz der Entwicklung künstlicher Intelligenz beschwichtigend gewarnt wird… vielleicht darf man ja hoffen, dass das Berufsfeld der Unternehmensberater als erstes die erzielten Fortschritte auf diesem Gebiet schmerzlich zu spüren bekommt.

  • Die Arbeitswelt befindet sich in einem dynamischen Wandel - und es wird seit Längerem innerhalb größerer Unternehmen ein Großteil vorhandener Liquidität verbrannt, um irgendwelche "Umstrukturierungen" vorzunehmen, deren Kosten-Nutzen-Verhältnis zweifelhaft ist, die Mitarbeiter oftmals mit unnötigem Mehraufwand belastet, was Kunden abwandern lässt, und folglich zusätzliche erneuten "Bedarf" an der Beauftragung von Unternehmensberatern schafft, die dann wieder alles umzukrempeln empfehlen… ich lese gerade, wie ING-DIBA jetzt die Arbeitsprozesse mit mehr Agilität durchzuführen plant…

  • Da das Marktumfeld für die meisten traditionellen Branchen nicht mehr erlaubt, rentabel am Geschäftsmodell festzuhalten, bleibt nicht aus, die in besseren Zeiten gewachsene Belegschaft ausdünnen zu müssen - diese unangenehme Prozedur wird in kern- bzw. westeuropäischen Unternehmen noch verhältnismäßig behutsam vorgenommen. Und der Mindestlohn legt nur die Latte für die Armutsgrenze ein wenig höher - bekanntlich verändert sich zudem das Verbraucherverhalten - selbst der Kaufvertrag ist zum Wegwerfprodukt modifiziert… und die Arbeitswelt ist zum notwendigen, aber lästigen Ãœbel abgewertet.

  • Zum letzten Satz hier im Thread fällt mir auch noch etwas ein: "private Arbeitsvermittler" - wem es etwas sagt, der weiß sicher noch mehr als ich. ;)
    Mit Zeitarbeitsfirmen komm ich noch klar, kann man mit Glück eine gute dauerhaft zur Hand haben. Aber wenn jemand knapp 1000-2000 Euro Geld bekommen will (AVGS), dafür dass er meine Unterlagen 1:1 weiterreicht und zwar so dumm, damit mir sofort auffällt - mit denen bin ich bereits in Kontakt, dann frag ich mich ernsthaft wer den Mistladen ins Leben gerufen hat. Falsche Behauptungen bei den Konditionen sind nur das i-Tüpfelchen dabei!


    Ernsthaft, die Prämie könnte man mir auch gleich in den Ar....

  • […] wenn jemand knapp 1000-2000 Euro Geld bekommen will (AVGS), dafür dass er meine Unterlagen 1:1 weiterreicht […]

    Du stellst Dir die Tätigkeit solcher per Gutschein bezahlten Jobvermittler ein wenig unrealistisch vor… solche Personen erden meist eingesetzt, um die Bewerberauswahl für den Personalbedarf eher kleiner Unternehmen ohne eigene Personalabteilung vorzunehmen. D.h. dort, wo für die Ausschreibung freier Stellen die Aufgabe einer Anzeige (in offiziellen "Jobportalen") Kosten und Arbeitsaufwand unangemessen erscheinen, und wo der Geschäftsführer sich eher um sein Kerngeschäft und um seiner Kunden kümmert, ist die Einschaltung so eines Jobvermittlers durchaus sinnvoll - und der Vermittler reicht nicht einfach nur die eingehenden Bewerbungen weiter, sondern trifft eine Vorauswahl und führt mit den ihm geeignet erscheinenden Bewerbern Vorstellungsgespräche, bevor er sie weiterempfiehllt. Das mit dem Gutschein verbundene Honorar erhält er zur Hälfte, wenn ein Arbeitsvertrag geschlossen wird, und natürlich erst etwa zwei, drei Wochen später, die zweite Hälfte, wenn die Probezeit überstanden ist.
    Daraus folgt, dass die Mehrzahl der ausgestellten Gutscheine verfällt, ohne dass zusätzliche Kosten (außer Papier und Toner) anfallen.

  • Du stellst Dir die Tätigkeit solcher per Gutschein bezahlten Jobvermittler ein wenig unrealistisch vor…


    Nope. Ich dachte mir nur schon, dass jemand noch wichtige Ergänzungen hinzuzufügen hat. ;)