Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung per WhatsApp

  • Kein persönlicher Arztkontakt, daher keine Wartezeit, kein Aufenthalt mit anderen Kranken im Wartezimmer, aber: Nur bei Erkältung und max. 2 mal jährlich. Und die AU kostet 9 Euro. Es hebelt unser Gesundheitssystem ein wenig schon mal aus. So freundlich es sich liest, aber es wäre doch gut, die Rechtmäßigkeit der Maßnahme vorher abgeklärt zu haben. Mit den Kassen und auch mit den Arbeitgebern. Warum zahlt man per WhatsApp 9 Euro, wenn der Beitragszahler an sich ein Sachleistungsprinzip bedienen muss? Warum darf nur der WhatsApper und nicht alle?
    Ich habe jetzt meine Kasse erst mal gefragt und warte auf Antwort und bin gespannt, wie weit sie sich aus dem Fenster lehnen darf.
    Weiß jemand von Euch schon mehr oder ist schlauer?


    Frdl. Grüße
    Christiane


    https://www.welt.de/kmpkt/arti…rankschreiben-lassen.html

  • Sehr interessant! Ich weiß leider nichts dazu. Für mich persönlich aber vollkommen uninteressant. Ich habe seit fast 10 Jahren den gleichen Hausarzt (in einer Großstadt), den nicht persönlich zu sprechen, würde mir nie in den Sinn kommen.
    WhatsApp dafür nutzen ist da nur das i-Tüpfelchen der Verblödung für mich.
    Und die schöne Atmosphäre mit den anderen leidenden Patienten im Wartezimmer möchte ich auf keinen Fall aufgeben. ;)

  • Sehr interessant! Ich weiß leider nichts dazu. Für mich persönlich aber vollkommen uninteressant. Ich habe seit fast 10 Jahren den gleichen Hausarzt (in einer Großstadt), den nicht persönlich zu sprechen, würde mir nie in den Sinn kommen.
    WhatsApp dafür nutzen ist da nur das i-Tüpfelchen der Verblödung für mich.
    Und die schöne Atmosphäre mit den anderen leidenden Patienten im Wartezimmer möchte ich auf keinen Fall aufgeben. ;)


    Ich würd es schon deshalb nicht machen, weil damit meine Gesundheitskarte ansich mit den neueren Daten über die frische Erkältung außer hiermit
    https://www.kbv.de/html/telematikinfrastruktur.php
    noch
    zugänglicher wird. Der Anbieter führt das auch ganz ehrlich unter den Nachteilen auf. https://au-schein.de/more
    Nachteile sind auch (und das wundert mich besonders), ...


    • Ihr Arbeitgeber und Krankenkasse können grundlos misstrauisch werden und sogar abwegige Rechtsansichten vertreten zu Ihrem Nachteil, nur weil der Arzt an einem anderen Ort sitzt und die Wahrscheinlichkeit von Blaumachen bei Telemedizin höher eingeschätzt wird.
    • Ihr Arbeitgeber könnte unseren Service recherchieren und wüsste, dass Sie sehr wahrscheinlich eine Erkältung haben ..."


    Das liest sich so nach "Machen, schauen, was geht und dann erst gesetzlich/rechtssicher festzurren". So geht das doch nicht in unserem Land bzw. wäre eine ziemlich neue Art, mit Beitragsgeldern / Steuergeldern umzugehen. :dududu:Entweder gibt das ganz schnell eine Bauchlandung oder wir müssen uns tatsächlich allmählich "umgewöhnen" an Spahn und Co. Ich warte jetzt erstmal die Anwort der Kasse ab. Dann frage ich unsere Personaler im Unternehmen. Und dann sehe ich weiter. Was sonst. :D


    Frdl. Grüße und eine schöne Woche für alle
    Christiane

  • Ich meine zu einer AU per WhatsApp ist folgendes zu bemerken:
    - ich halte es als Arbeitnehmer für gefährlich, eine AU per WhatsApp dem AG vorzulegen, da der AG mir das Vertrauen entziehen könnte.
    - Was ist, wenn mir das Original abhanden kommt? Mein Doc vor Ort kann einen Ersatz ausstellen.
    - es könnten sich daraus rechtliche oder andere berufliche Nachteile ergeben.
    - aus medizinischer Sicht ist das abzulehnen, bspw. sind Erkältungssymptome anfangs kaum von einer Grippe und Lungenentzündung zu unterscheiden.
    - das ganze hört sich für mich nach einer Art von Beutelschneiderei an.


    Nachtrag
    Ich halte den Datenschutz und das Arztgeheimnis für nicht mehr gegeben.
    Daher habe ich auch kein WhatsApp, sondern Telegram und nutze auch kein Facebook.

    2 Mal editiert, zuletzt von conscience () aus folgendem Grund: Nachtrag / Ergänzung

  • Ich habe eine Quelle gefunden, die die Argumente gegen den AU-Service zusammenfasst:

    Zitat

    Darüber hinaus stellen sich allgemeine Fragen wie: Wie sicher ist WhatsApp wirklich? Kann ich sicherstellen, dass die Daten nicht doch an den Facebook-Konzern weitergegeben werden? Wir als Datenschützer jedenfalls sind alarmiert, wenn wir lesen, dass hier solche Daten über einen amerikanischen Konzern übertragen werden.
    Alle diese Fragen könnten lediglich problematisch für das Start-Up selbst sein, nicht aber für die Kunden, die den Dienst nutzen. Sie könnten aber ganz andere Probleme bekommen: Es könne sein, dass ihr Arbeitgeber eine solche Krankschreibung nicht anerkennt. Dann wären entweder die 9 Euro verloren und das Vertrauensverhältnis im Arbeitsrecht angeknackst. Oder man müsste vor einem Arbeitsgericht klären, ob die Arbeitgeber verpflichtet sind, die AU zu akzeptieren. Am Ende ist der ganz normale Arztbesuch wahrscheinlich doch die bessere Idee.


    Quelle: RA Christian Solmecke wbs-law.de klick

    Einmal editiert, zuletzt von conscience () aus folgendem Grund: Rechtschreibung

  • Danke schön, das Start-Up macht jedenfalls seine Hausaufgaben. Wir werden noch viel mehr in dieser Richtung sehen. Deshalb bin ich auch gespannt, was die Kassen sagen werden und hier in diesem Fall natürlich auch die Arbeitgeber. Ich bin nur so erstaunt, dass bei unserer gewohnten Gründlichkeit solche Versuchsballons möglich sind. Wer hätte sich das vorgestellt, als das Fernbehandlungsverbot aufgeweicht wurde?
    https://www.aerztezeitung.de/k…dlungsverbot-gekippt.html


    Frdl. Grüße
    Christiane

  • Ich halte es für geradezu irrsinnig, AU- Bescheinigungen (und nur solche für Erkältung) per Smartphone über WhatsApp oder sonst einen seltsamen Dienst quer durchs Netz zu schicken und die Daten dann auch noch auf dem Handy zu speichern. Denn dort werden sie meist bleiben - siehe Bundestag. Oder in der einer Cloud landen. In meiner Behörde gibt es eine recht vernünftige Regelung: Eine Krankschreibung ist ab dem 3. Tag vorzulegen. Vorher reicht die mündliche Krankmeldung. Bei Missbrauchsverdacht kann der Leiter die Krankschreibung vom jeweiligen Mitarbeiter ab dem ersten Tag fordern. Ja, solche Missbrauchsfälle hat es auch tatsächlich gegeben, aber nicht im ursprünglich erwarteten Umfang. Dafür liegen die Vorteile auf der Hand.

  • Kein persönlicher Arztkontakt, daher keine Wartezeit, kein Aufenthalt mit anderen Kranken im Wartezimmer, aber: Nur bei Erkältung und max. 2 mal jährlich...


    Den Ansatz das leidige Wartezimmer vermeiden zu können finde ich grundsätzlich schon mal gut. Ich hasse es einen Termin zu vereinbaren und dann trotzdem warten zu müssen, weil es halt gerade voll ist. Ich hasse es sowieso mich in Warteschlangen zu stellen und beim Arzt kann ich dem nicht ausweichen.


    Das WhatsApp-Gedackels ist natürlich unzureichend und der Datenschutz schlecht. Besser wäre ein Mail-Kontakt zu dem Arzt bei dem man natürlich persönlich bekannt sein muss, gerne verschlüsselt. Der könnte dann auf Mailanfrage eine Krankschreibung über zwei Tage und ein Rezept für kleinere Hilfsmittel wie z.B. ein Nasenspray oder einen Schleimlöser oder Hustentropfen ausstellen und als Anhang mit der Mail verschicken. Natürlich sollte der Arzt dafür auch etwas bei der Krankenkasse abrechnen können. Ab dem dritten Tag würde der Arzt ein persönliches Erscheinen verlangen. Ich denke das würde die meisten Wartezimmer schon mal ziemlich leeren und den Ablauf angenehm vereinfachen.

  • Dem stimme ich grundsätzlich zu. Ich musste trotz Termins für eine Vorsorgeuntersuchung mit den Rüsselpestpatienten 30 Minuten zusammensitzen, dementsprechend hoch war mein Blutdruck bei der Messung.:smilewinkgrin: