Bürgernähe im Zeitalter grassierender Politikverdrossenheit

  • Die quasi unregierbar gewordenen Bürger erzwingen eine Entwicklung, die FR-Hauscartoonist Thomas Plaßmann recht treffend karikiert hat… lediglich die Frage, ob die zunehmende Infantilisierung der Gesellschaft hauptsächlich vom Bürger selbst initiiert wird, oder die Anbiederung ihrer Repräsentanten erste nach sich zieht, ist bislang nicht abschließend geklärt.

  • Die quasi unregierbar gewordenen Bürger ..............................

    Wo ist denn der Bürger unregierbar geworden??? Er funktioniert doch aus Sicht der Herrschenden optimal, wenn vereinzelter Protest durch die Medien den immer vorhandenen "Chaoten" angelastet werden kann, hat man als Regierung/Regime alle Argumente, die "innere Sicherheit" zu vervollkommnen und gegebenenfalls Notstandsgesetze zu erlassen, die die schon arg ramponierte Freiheit des Bürgers/des eigentlichen Souveräns zur Karikatur verkommen lassen. Besseres können sich die Mächtigen nicht wünschen.

  • Die doch recht instabile Wählerstimmung (ablesbar an den Erdrutsch-stimmenverlusten von Legislaturperiode zu Legislaturperiode) zeigt ein problematisches Verhältnis des Souveräns gegenüber seinem Staat… Tübingens Bürgermeister hat sich aktuell zu Umfragewerten, zur Rolle der AfD und zu den möglichen Gefahren für die Demokratie, die stärker zu werden drohen, geäußert, und egal, wie man zu ihm und zu seiner Partei steht: Einige dieser Äußerungen sind überaus bedenkenswert.

  • Die doch recht instabile Wählerstimmung (ablesbar an den Erdrutsch-stimmenverlusten von Legislaturperiode zu Legislaturperiode) zeigt ein problematisches Verhältnis des Souveräns gegenüber seinem Staat…

    Nicht das Verhältnis des Souveräns zum Staat ist problematisch. Wenn Parteien nicht mehr die Interessen der Mehrheit der Bürger vertreten, sich Regierungen als Vasallen Großmächten andienen, so ist deren Agieren problematisch.

  • Nicht das Verhältnis des Souveräns zum Staat ist problematisch.[ …]

    Oh doch. Insbesondere dann, wenn der Souverän Sinn und Wert parlamentarischer Demokratie nicht mehr zu würdigen weiß - und eine wachsende Teilmenge der Wahlberechtigten meint, es brächte ihm [dem Wähler] Vorteile, wenn er nur fleißig Aufrührer in Delegiertenpositionen bringt…

  • Es gibt da einen MIllionaer oder Milliadaer? ,Warren Buffett, der sagte, es wird ein Krieg gefuehrt, reich gegen arm und "SEINE" Kaste gewinnt.Das sehe ich inzwischen ebenso und damit eruebrigt sich das Gequatsche von rechts und links., oder Demokratie..Ich weiss nur soviel, jeder sollte zusehen moeglichst unbeschadet sein Leben zu leben

  • Entfremdung zwischen Individuum und Staat

    Zitat

    Und so wird denn allmählich das einzelne concrete Leben vertilgt, damit das Abstrakt des Ganzen sein dürftiges Dasein friste, und ewig bleibt der Staat seinen Bürgern fremd, weil ihn das Gefühl nirgends findet. Genöthigt, sich die Mannigfaltigkeit seiner Bürger durch Klassificierung zu erleichtern und die Menschheit nie anders als durch Repräsentation aus der zweiten Hand zu empfangen, verliert der regierende Theil sie zuletzt ganz und gar auf den Augen, indem er sie mit einem bloßen Machwerk des Verstandes vermengt; und der regierte kann nicht anders als mit Kaltsinn die Gesetze empfangen, die an ihn selbst so wenig gerichtet sind. Endlich überdrüssig, ein Band zu unterhalten, das ihr von dem Staate so wenig erleichtert wird, fällt die positive Gesellschaft (wie schon längst das Schicksal der meisten europäischen Staaten ist) in einen moralischen Naturstand auseinander, wo die öffentliche Macht nur eine Partei mehr ist, gehaßt und hintergangen von Dem, der sie nöthig macht, und nur von Dem, der sie entbehren kann, geachtet.




    Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen.

    http://gutenberg.spiegel.de/bu…-reihe-von-briefen-3355/1

    Das wird man doch wohl noch Fragen dürfen!!

  • Oh doch. Insbesondere dann, wenn der Souverän Sinn und Wert parlamentarischer Demokratie nicht mehr zu würdigen weiß - und eine wachsende Teilmenge der Wahlberechtigten meint, es brächte ihm [dem Wähler] Vorteile, wenn er nur fleißig Aufrührer in Delegiertenpositionen bringt…

    Wer sagt denn, dass der Souverän "Wert & Sinn" der repräsentatven parlamentarischen Demokratie nicht zu würdigen wüsste??? Wenn diese allerdings stetig weiter deformiert und eingegrenzt wird, Delegierte/Parlamentarier ihrem Mandat nicht gerecht werden und Regierungen gegen die interessen des Souveräns agieren, besteht eine Pflicht zur Gegenwehr. Der Bürger kann von seinen gewählten Vertretern erwarten, dass sie ihr Mandat in seinem Sinne wahrnehmen.

  • Geht es um "Politikverdrossenheit"? Oder ist es eher Politikerverdrossenheit?


    Ich kennen viele politisch denkende Menschen und bin auch der Meinung, recht viele interessieren sich auch für Politik. Also ich kann das so dramitsch jetzt nicht wahrnehmen.


    Selbst die etwas verstaubten Demos der XX-Gidas und AfD Followers sind politisch. Was auf solchen Veranstaltungen oder in irgendeiner Partei am Bodensatz statt findet, das ist Politik.


    Die Linke ist pauschal pfui, weil SED und Diktatur und überhaupt...

    Die FDP hat sich selbst überholt und findet sich von hinten so gar nicht sexy....

    Die SPD war immer der Klotz, auf dem vieles von der CDU geschlachtet wurde, nur recht machen, konnte sie es sich nie selbst...

    Und die C-Clique steckt so tief im Arxx der Industrie, dass man die eigentlich die "braunen" nennen müßte, es bezieht sich aber wohl eher farblich auf die Finsternis in einem solchen....


    Ist es so? Natürlich nicht. Grade auf lokaler Ebene haben wir Anpacker, die nicht immer "auf Line" mit ihrer Berliner Vertretung sind. Da werden sogar Koalitionen geschlossen, die man sich nicht mal im schlimmsten Alptraum vorstellen könnte. Und vieles funktioniert. Steine kommen immer von oben und die liegen natürlich massig im Weg. Auch an parteilichen Aufstiegen brauchen die keine Energie zu verschwenden, denn den wird es für solche Menschen nicht geben. Hatte da mal ein nettes Gespräch mit einem von der SPD (sitzt im Stadtdezernat Südost)....auch mit der Ex vom Herrn Matschie (SPD Thüringen) hatte ich einige aufschlußreiche Gespräche, was die "höhere" Politik angeht.


    Bei mir ist es jedenfalls Politikerverdrossenheit. Denn fast alle in der oberen Ebene sind für mich echte Luschen. Kein Schneit, oft Idiotisch, nicht mehr authentisch und vor allem sind es streckenweise echte Arschlöcher. Stegner brauch ich da wohl nicht nennen....ganz oben der Gutste!


    Egal, von solchen Schaumschlägern lasse ich mich doch nicht von meinem Interesse für Politik abbringen.

    Und vorbrüllen muß mir meine Argumente auch keiner von einer Bühne vor einem blauen Hintergrund.


    So, genug Politik fürs erste. 8)

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

    Einmal editiert, zuletzt von gun0815 ()

  • Die SPD war immer der Klotz, auf dem vieles von der CDU geschlachtet wurde, nur recht machen, konnte sie es sich nie selbst...

    Und die C-Clique steckt so tief im Arxx der Industrie, dass man die eigentlich die "braunen" nennen müßte, es bezieht sich aber wohl eher farblich auf die Finsternis in einem solchen....


    So, genug Politik fürs erste. 8)

    Das Blöde ist ja das man sich selbst auf diese Einteilung kaum verlassen kann. Die Spezis, bzw. Rot-Grün haben in Ihre Zeit ja soviele Lobby-freundliche Entscheidungen hintenrum durchgewunken das es der FDP ganz schwindelig wurde. Und damit meine ich nicht das Schrödersche Erbe, sondern die höchste Rate an "extern" vergebene Jobs zum Ausarbeiten irgendwelcher Gesetzesvorlagen , die Öffnung des dt. Wohnungsmarktes zugunsten intl. Heuschrecken etc.


    Und was ich meine zunehmend zu bemerken ist auch das einstige Hoffnungsträger, wie z.B. die Grünen oder auch die Linken sich zwecks populistischen Machtzuwachs verbiegen bis zur Unkenntlichkeit. Bzw. den ersteren praktisch den strahlend grünen Uranstab in die Schublade legen kann, Hauptsache sie können mit Ihren selbst auserkorenden Spielzeugen ( Gender/LGTB etc. ) spielen wie Sie lustig sind.....

  • Das Blöde ist ja das man sich selbst auf diese Einteilung kaum verlassen kann. Die Spezis, bzw. Rot-Grün haben in Ihre Zeit ja soviele Lobby-freundliche Entscheidungen hintenrum durchgewunken das es der FDP ganz schwindelig wurde. Und damit meine ich nicht das Schrödersche Erbe, sondern die höchste Rate an "extern" vergebene Jobs zum Ausarbeiten irgendwelcher Gesetzesvorlagen , die Öffnung des dt. Wohnungsmarktes zugunsten intl. Heuschrecken etc.


    Und was ich meine zunehmend zu bemerken ist auch das einstige Hoffnungsträger, wie z.B. die Grünen oder auch die Linken sich zwecks populistischen Machtzuwachs verbiegen bis zur Unkenntlichkeit. Bzw. den ersteren praktisch den strahlend grünen Uranstab in die Schublade legen kann, Hauptsache sie können mit Ihren selbst auserkorenden Spielzeugen ( Gender/LGTB etc. ) spielen wie Sie lustig sind.....

    Da sprichst du einiges kurz an, was zum Gesamtbild beiträgt und auch nicht vergessen werden sollte.

    Grad beim verkaufen des "Tafelsilbers" des Staates (oder der BLs) scheint man sich die Frage zu stellen: Ist der Staat nun Materiell oder ist er nur Ideologisch?


    Wenn es nach mir ginge, dann sollte der "Grundbesitzer des eingegrenzten Landes" auch immer "Der Staat" sein. Bedeutet: Das Land auf dem Häuser, Firmen etc stehen, gehört immer dem Staat und kann nicht verkauft werden (Pacht wär hier mein Vorschlag).


    MMn kann nur so noch ein Resteinfluß gewährt bleiben, der heute nicht existiert und den "Staat" zu einem Spielzeug der "Besitzer" macht.

    Dieser Umstand ist es auch, der viele Menschen resignieren läßt, die mit Demos und Aktionen Änderungen verlangen oder Mißstände anprangern.

    Wenn dann Politiker schlau und mitfühlend Reden halten, danach aber nichts weiter passiert, dann kann man sicherlich von Resignation sprechen und der Zulauf zu den Brüllern, von denen man sich nun mehr erhofft (denn deren politische Vertreter werfen argumentativ ja so um sich, als könnten und wollten sie etwas ändern können) Änderungen durchzusetzen.


    Viele haben bemerkt, dass Aufbegehren, sei es in "Bewegungen" oder in "Demonstrationen", so gut wie nichts an Veränderung bringen. Egal ob in Berlin 250 000 Menschen friedlich gegen oder für etwas demonstrieren.

    Wenn aber in einer Provinzstadt ein/zwei Tausend stehen und etwas wirres brüllen, dann scheint soetwas nachhaltiger zu sein, weil solche Veranstaltungen sofort durch Presse und Medien gejagt werden.


    Klar kommt da Resignation auf. Und schaut man sich die Liste der Demos und Forderungen an, dann muß man konstatieren, dass es durch solche Veranstaltungen fast nie zu den Veränderungen gekommen ist, die man anstrebte. Im besten Fall wurden Forderungen deformiert oder entschärft und kamen nur noch marginal erkennbar auf die Tagesordnung.


    Aber auch das hat für mich persönlich nichts mit "Politikverdrossenheit zu tun, sondern eben mit Resignation, weil der Michel auf der Straße zwar sagen darf, was erlaubt ist, aber eben nicht, was er will. ;)


    Es ändert sich nichts im Sinne der Menschen auf der Straße.

    Diese werden ignoriert und im schlimmsten Fall dämonisiert.

    Und geht dabei noch ein Auto kaputt, dann wird denunziert.


    Wenn wir hier einen Schuldigen für diese Misere suchen, dann nicht in der Bevölkerung, sondern eher bei dessen Führung. Was sie nach außen darstellt und was sie nach inner dann wirklich macht.


    Da schneiden unsere Volkstreter ganz schlecht ab. Und die Rechnung wollen die dann auch nicht bezahlen.


    Schön....und dann auf den Michel kloppen, weil der .... was? Verdrossen ist? ...lol....


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Ich bin täglich aufs Neue erschrocken, wenn von ausländischen Jugendlichen Straftaten begangen werden, die eigentlich dankbar sein sollten für die Aufnahme und Rundumversorgung, die der deutsche Staat ihnen angedeihen lässt. Selbst von der Justiz werden sie oft recht milde behandelt.


    Melte Lehming, Leitender Redakteur des Tagesspiegels ist da allerdings ganz anderer Ansichts, was unser Land braucht:


    51344493_1310546299084866_8718065243240005632_n.jpg?_nc_cat=107&_nc_ht=scontent-frt3-1.xx&oh=2a83cc43e0022b2ab403b977b089c702&oe=5CB6D608


    https://m.tagesspiegel.de/mein…LsZIbyoPirciLyK7QnGVuJYKc


    Dazu von heplev "Maltes Fehlgriffe":


    https://heplev.wordpress.com/2009/07/20/maltes-fehlgriffe/

  • Wenn es nach mir ginge, dann sollte der "Grundbesitzer des eingegrenzten Landes" auch immer "Der Staat" sein. Bedeutet: Das Land auf dem Häuser, Firmen etc stehen, gehört immer dem Staat und kann nicht verkauft werden (Pacht wär hier mein Vorschlag).

    Pah kommunistische linke Parolen.

    Es ändert sich nichts im Sinne der Menschen auf der Straße.

    Diese werden ignoriert und im schlimmsten Fall dämonisiert.

    Und geht dabei noch ein Auto kaputt, dann wird denunziert.

    Typische Verharmlosung linker Gewalt.


    Was ich bedauerlich finde, wohin diese Politik- und Politikerverdrossenheit führt.

    Viele wollen den Parteien einen Denkzettel verpassen. Die Quittung hockt jetzt mit 91 Sitzen als drittstärkste Fraktion im Bundestag.


    Warum die Meisten nicht links protest wählen ist leider klar, aber letztlich verwunderlich. Schaut man sich mal diese Talk-Shows ala Illner und Co. an, so hört man doch meist heftiges Klatschen, wenn die LINKE spricht. Immerhin werden die seit einigen Jahren überhaupt mal eingeladen. Vor noch geschätzten 5 Jahren war das nicht so.


    TM, die schon einigen Protestwählern die linke Positionen befürworteten nahelegte, dann doch lieber links zu wählen

  • Pah kommunistische linke Parolen.

    :biggrin: Ja :biggrin:


    Gegen Bodenspekulation im großen Stil mag das vielleicht helfen. Andererseits ist der Staat ja heute schon einer der Gewinner dieser Veranstaltung. Aber hat der Otto mit Garten oder Eigenheim tatsächlich so viel Vertrauen in Politik, dass er sich dem ausliefert? Würdest du dem Staat angesichts der Aktionen der letzten Jahre nicht zutrauen, dir das Fell über die Ohren zu ziehen? Eigentlich reicht als mahnendes Beispiel schon ein kurzer Blick auf die Kleingartenpolitik der letzten Jahre. Die, an Stelle derer jetzt ein Belegtebrötchen- Betonbau steht, waren auch gepachtet... Genau wie die Grundstücke mit Eigenheim im Brandenburgischen, die 1991 mal eben den Besitzer wechselten.

  • Das ist nur eine Frage, wie das rechtlich gestaltet wird. Den Staatsorganen müsste in der Verfassung die Verwaltung übertragen werden, die Eigentumsrechte dem gesamten Volk. Privater Besitz von Land ist im übrigen eine der Kernursachen für größere Finanzkrisen.


    Ich hatte das ja schon ein paar Mal in früheren Diskussionen angesprochen und bin voll dafür, allerdings ist das eine rein akademische Diskussion. Ohne ein einschneidendes, katastrophales Ereignis wie ein dritter Weltkrieg, ein Meteoreinschlag oder eine sonstige globale Katastrophe nicht denkbar und auch nicht realisierbar. Das wäre nur ein Projekt für einen Kaltstart.