Bürgernähe im Zeitalter grassierender Politikverdrossenheit

  • Zynisch ist die Entscheidung des Gemeinderates - zumal der Rentner sich bislang doch vielseitig für's Gemeinwohl engagiert haben soll. Das scheint also Neider oder Widersacher vorrangig motiviert zu haben, ausgerechnet die von ihm bewohnte Wohnung neu nutzen zu wollen…

    Zynisch ist beides- die Entscheidung des Gemeinderates, der hier quasi Alteingesessene gegen Flüchtlinge ausspielt und dann Kojos zynisch formulierte Schadensfreude darüber, dass es einen erwischt hat, der nicht ihre stramm gebügelte Fremdenfeindlichkeit bauchpinselt.


    Unsolidarisch, rücksichtslos, verbittert, einsam.

    Deutschland würde zur Insel der Unglückseligkeit mutieren,

    wenn es woanders nicht auch viel besser wäre.

  • Nun, auch bei denen gibt es Familien mit Kindern. Du willst die vermutlich lieber in irgendeinem Stall unterbringen.


    und dann Kojos zynisch formulierte Schadensfreude darüber, dass es einen erwischt hat, der nicht ihre stramm gebügelte Fremdenfeindlichkeit bauchpinselt.

    Ich muss immer wieder grinsen, wenn bei mir von Fremdenfeindlichkeit geredet wird. :P

    "Und kämpft gegen sie, bis nur noch Allah verehrt wird!"


    Sure 8, Vers 39

  • Es geht um eine Güterabwägung. Ist es dem Rentnerpaar zuzumuten, die für 2 Personen vollkommen überdimensionierte Mietwohnung verlassen zu müssen, um mehreren anderen Menschen eine Bleibe zu bieten.


    Das Argument "Nein, die wohnen da schon so lange, sind schon alt und ein Umzug ist nicht zumutbar" kann man so sehen.


    Ich sehe das etwas anders, denn es wird ja eine Kompensation angeboten, die (da müsste man jetzt mehr über die Mietkosten der 150m² im Vergleich zur neuen, halb so großen Wohnung zum gleichen Preis wissen) vermutlich akzeptabel ist. Rein spekulativ würde ich jetzt mal behaupten, dass die Mietkosten für die 150m² wegen dem sehr alten Mietvertrag vermutlich lächerlich günstig waren. Dass der Bewohner da selbst Hand angelegt und auf eigene Kosten renoviert und modernisiert hat wie im Artikel steht ist sein Pech, ist eben eine Mietwohnung.


    Wenn allerdings jetzt jemand ankommt und, wie hier im Verlauf geschehen, diese Wohnungsräumung nur deswegen nicht in Ordnung findet, weil da Flüchtlinge untergeracht werden sollen, schön nach dem Motte "deutsche Herrenmenschen first", Untermenschen ins Sammellager, der disqualifiziert sich selbst. Aber das sind wir von Omchen ja schon seit Jahren so gewohnt.

    Zumindest eines haben Linke und Rechte gemeinsam: Beide Seiten befürchten, dass Deutschland immer brauner wird.

  • Es geht um eine Güterabwägung. Ist es dem Rentnerpaar zuzumuten, die für 2 Personen vollkommen überdimensionierte Mietwohnung verlassen zu müssen, […]

    Na sicher doch, was sind schon 24 Jahre an derselben Adresse, wo doch heute häufigere Wohnortwechsel en vogue sind… und die großzügigerweise in Aussicht gestellte halb so große Wohnung wird immerhin zum selben Mietzins bereitgestellt - also halbe Fläche, gleichbleibende Miete! Na, wenn das keine Verbesserung ist!


    Bedenkt man dann noch, dass der Gemeinderat jene halb so große Wohnung anbietet, wird er sicher über genügend freien oder unvermieteten Wohnraum verfügen, auf die er die so dringend unterzubringenden Flüchtlinge ebensogut verteilen könnte. Aber die Deiner Ansicht nach zu große Wohnung hat der Rentner nach Einzug ja bereits renoviert, und zudem liegt sie ja anscheinend auch noch im Ortszentrum, wo sich der Gemeinderat mit seinen neuen Flüchtlingen viel besser fotographisch in Szene setzen kann!

  • Na sicher doch, was sind schon 24 Jahre an derselben Adresse...

    Schon klar, dass mein Text jemandem nicht gefällt, der, wenn er 1900 geboren wäre, noch heute mit Tränen in den Augen den Pferdekutschen hinterherweinen würde.


    Es gibt nur eine Sache, die beständig ist im Leben: Veränderung.


    Der Grund, warum wir (vermeintlich) so intelligent sind ist der, dass die ständige Veränderung dies regelrecht erzwungen hat. Stillstand ist Tod.


    Ach ja - ich bin bis heute 24 mal umgezogen. Und da geht noch was.

    Zumindest eines haben Linke und Rechte gemeinsam: Beide Seiten befürchten, dass Deutschland immer brauner wird.

  • Wirklich toll finde ich diese Regelung aber auch nicht.

    Und Verdoppelung der Miete ist auch happig. Selbst wenn die bisherige Miete günstig war und für die neue Whg. ist.


    TM, schon unzählige Male im Leben umgezogen


    EDIT: @Diogenes. Ja, die Menschen tun sich schwer mit Veränderung. Finde ich auch schlimm. Das Leben ist wie ein Fluss, er muss fließen

  • […] Es gibt nur eine Sache, die beständig ist im Leben: Veränderung. […]

    Für einen, der sich so viel darauf einbildet, alles als beliebig austauschbar anzusehen, bist Du erstaunlich fest auf Floskeln und Allgemeinplätze fixiert, Die Du mal von irgendwem aufgeschnappt hast… diese Wegwerfmentalität hat uns übrigens auch u.a. den doch derzeit so gern und lauthals beklagten Plastikmüll in den Weltmeeren beschert.

    Dieses "plug in/plug out"der Computertechnologie ist jedenfalls als Urmodell für eine funktionierende Gesellschaft denkbar ungeeignet.

  • Diese Aussage wirkt auf mich wenig überzeugend. Diese Woche erschienen mit rund 50% deiner Beiträge von immenser Frendemfeindlichkeit geprägt und das sehe ich alles andere als lustig.

    Inzwischen sehe ich das als Auszeichnung an! Ich weiß ja, aus welcher Ecke das kommt.

    "Und kämpft gegen sie, bis nur noch Allah verehrt wird!"


    Sure 8, Vers 39

  • Wenn man's genau betrachtet, bedenkst Du doch auch alles, was Dir fremd scheint, überaus feindlich… von Unternehmen bis hin zu caritativen Spendensammlerorganisationen.

    Du betrachtest rein gar nichts genau sondern plänkelst wie gehabt genüsslich dumm herum.

    Schade um den Webspace den du vollplänkelst.


    Ich bedenke gar nichts als fremd oder feindlich nur aus einem vor eingestellten Impetus heraus. Wen ich wen kritisiere, dann habe ich Gründe dafür, die ich auch konkret benenne. Nicht per se finde ich Unternehmen oder Spendensammlerorganisationen schlecht, wenn ich aber beständig erkennen muss, mit welch unfairen, unseriösen und unehrliche Methoden nicht wenige dieser Organisationen arbeiten, dann kritisiere ich das m.E. sehr zu recht.


    Einem Forumsauthist wie du einer nun mal bist, wird das wohl nie zugänglich werden.

  • Inzwischen sehe ich das als Auszeichnung an! Ich weiß ja, aus welcher Ecke das kommt.

    Das ist auch eines deiner Probleme: Auf einer eng bemessenen Insel der Unglüclseligkeit verortet empfindest du alles abseits dieses engen Fokus als fremd und bedrohlich. Dass Madame Kojo da auch einen vergammelten Lokschuppen für Kleinlok aufsperren will, passt zu diesem Prozedere. Richtig wird es dadurch aber auch nicht.

  • Diese Veränderung, die da dem Rentnerpaar angedacht wird, sehe ich als pure Willkür, der vielleicht niedere Beweggründe zu Grunde liegen. Es ist absurd, wenn alte Menschen aus einer Wohnung weichen sollen, in der sie seit langem wohnen, möglicherweise eine Menge Herzblut und Geld gesteckt haben. um diese für Menschen frei zu machen, die sicher auch an anderer Stelle unterkommen könnten und als Neuankömmlinge sich nicht schlecht täten, entsprechend bescheiden auf zu treten(was ja durchaus der Fall sein kann).


    Ich glaube hier wollen verkappte Biedermänner undiplomatisch und unsensibel Öl in ein schwelendes Feuer gießen und Neuankömmlinge gegen Eingesessene ausspielen. Sollte dieser Verdacht stimmen - auf solch eine Scheiß-Veränderung kann ich und können sicher noch einige andere gut verzichten. Die pseudo-philosophischen Sprüche, mit denen Veränderungen pauschal gut geheißen werden sollen taugen für die Tonne. Bei mancher Veränderung ging und geht der Schuss nach hinten los und gerade das westliche Abendland mit seinem zwangshaften Drang nach Veränderung und Wachstum hat da in der Welt oft genug Schaden angerichtet- bis heute.


    . Gestern standen wir am Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter.

  • Hier haben wir noch ein besonderes Beispiel für Bürgernähe, in Verbindung mit Geldverschwendung:


    Jobcenter geben 60 Millionen Euro aus, um 18 Millionen einzutreiben

    Zitat

    2018 wurden insgesamt 18 Millionen Euro an Kleinbeträgen bis 50 Euro zurückgefordert. Gekostet aber hat das rund 60 Millionen Euro. Das zeigen neue Zahlen, die der SZ vorliegen.

    Zu Rückforderungen kommt es, wenn Jobcenter feststellen, dass sie Hartz-IV-Empfängern zu viel überwiesen haben. Die Bundesagentur fordert schon lange eine Bagatellgrenze für kleinere Beträge.

    Zumindest eines haben Linke und Rechte gemeinsam: Beide Seiten befürchten, dass Deutschland immer brauner wird.

  • "Zu Rückforderungen kommt es, wenn Jobcenter feststellen, dass sie Hartz-IV-Empfängern zu viel überwiesen haben. Die Bundesagentur fordert schon lange eine Bagatellgrenze für kleinere Beträge."

    Das sollte aber nicht nur für die Arbeitsverwaltung gelten.

    Vor einigen Jahren verkaufte ich mein Haus,gelegen am östlichen Rande des Ruhrgebiets.Einige Zeit danach erhielt ich von unserer Stadtverwaltung einen Rückforderungsbescheid (1 Seite DIN A 4,damals noch Porto mit 70 ct),über den unglaublichen Betrag von drei Cent.Da ich selbst Jahrzehnte in der Verwaltung gearbeitet habe stellt ich die Anfrage,ob eine derart hohe Summe ggf.gestundet oder niedergeschlagen werden kann.Antwort:drei Seiten,DIN A 4,Porto ,so glaube ich 1,35€.Ich habe dann -grinsend-überwiesen.Gesamtkosten,um drei Cent beizutreiben,lagen -geschätzt -bei mehr als zehn €.

    Die Forderung,Bagatellbeträge niederzuschlagen,ist sowohl beim Bund,als auch bei Ländern und Kommunen,mehr als berechtigt