5G ...oder "Abhören geht nur unter "Freunden"!

  • Huawei soll nicht mitspielen dürfen.


    So der uneinige Konsens der Unwissenden Experten.

    Um was geht es? Es geht im groben darum, ob man einem Konzern wie Huawei über den Weg trauen kann. Wieviel Staat ist in Huawei drin und welchen Einfluß übt der aus? Ja, alles berechtigte Fragen und ich kann die Argumente auch in Teilen nachvollziehen. Nur gefällt mir die Art und Unvollständigkeit der Diskussion nicht.


    Status quo


    Bisher ist nichts bekannt, dass den Vorwürfen gerecht wird. Huawei ist ein Spitzenlieferant in Sachen Telekommunikationstechnik und Huawei ist in den heutigen 4G Netzen zu Hauf verbaut. Bisher ist das auch nicht problematisch. Nun aber wird scharf geschossen.

    Initiator ist natürlich die USA. Grad die! Waren es nicht unsere US Freunde, die sich via Geheimverträge mit den Telekommunikationsfirmen Zugänge sicherten, die ein Ausspähen unter Freunden erst möglich machten? Und die fordern nun was?

    Allein diese nachgewiesene Tatsache sollte skeptisch machen.


    Oder geht es womöglich um die schlichte Tatsache, dass die US Spitzel keine Chance haben, sich in diese Technik zu hacken?

    Denn das munkeln Spezialisten. Ich habe leider den Link dazu nicht gefunden aber ich habe ihn gelesen und da stand, dass nach Sichtung der Software der Technik Bedenken geäußert wurden, weil die Quellcodes nicht zu knacken waren. Ergo, keine Backdoor für Geheimdienste.


    Auch die kürzlich stattgefundene Transparenz-Offensive des Konzerns brachte nur dumme Skepsis. Gefunden wurde nichts verdächtiges aber man könne ja nicht ausschließen, dass bei einem Update nicht doch eventuell....vielleicht....womöglich...


    Da aber nach deutschem Recht einem Bewerber nicht auf Grund von schlichten Verdächtigungen die Teilnahme an der Bewerbung für den Ausbau verwert werden darf, dachte man sich, wir formulieren es mal so: Firmen, bei denen zu viel staatlicher Einfluß besteht, sollen ausgeschlossen werden.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass nach dieser Äußerung erstmal Stille im Saal war und danach so einigen Telekom-Typen die Worte im Halse stecken blieben. ;)

    Schnell war man sich einig, so kann man das nicht formulieren. Gründe dürften klar sein, denn einige Teilstaatliche Kommunikationskonzerne dürften gezuckt haben.


    Also, um was geht es hier wirklich?

    Kritik an einem Konzern, der Spitzentechnik liefert, die andere gern und viel verbauen? Ich habe G4 Baustellen mit Technik beliefert, über ein Jahr lang. Und was da von Huawei kam, war nicht wenig. Klar sollte man bei jeder Firma, die vorwiegend und monopolistisch sich in solch sensiblen

    Bereichen engagiert, vorsichtig sein. Nur das gilt für JEDE Firma! Und da wir nachgewiesen schon bei "Freunden" auf etwas hereingefallen sind, dass Abhören und Bespitzeln ermöglicht, können wir uns einseitige und nicht nachgewiesene Spekulationen über mögliche Möglichkeiten einfach sparen.

    Aber wenn wir uns weiterhin verblödet stellen, lieber einem NSA-Telefonanbieter bevorzugen, dann ist eh alles im Eimer. Denn mMn werden hier grad die Grund-Prinzipien des so oft verteidigten Kapitalismus auf autoritäre und diktatorische Art und Weise ausgehebelt.


    Was sagt ihr zum aktuellen Streit?


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Zur Ergänzung und zum besseren Verständnis, mal ein unverdächtiger Artikel aus der "ZEIT", der das Dilemma recht gut darstellt.


    Zitat


    Dabei setzten die amerikanischen Geheimdienste ähnliche Techniken ein, die sie eigentlich in Huawei-Produkten nachweisen wollten: unter anderem eine Hintertür in Routern, die den Internetverkehr abfangen konnte, und eine Software, die von Huawei verwendete Firewalls umgehen sollte. Auch die aktuelle Aussagen der Geheimdienstvertreter entbehren nicht einer gewissen Ironie: Sie warnen einerseits vor Hintertüren in Smartphones, forderten aber andererseits vor nicht allzu langer Zeit genau eine solche von Herstellern wie Apple.

    https://www.zeit.de/digital/mo…-spionage-risiken/seite-2


    Spitzelmonopolismus ist das für mich...und natürlich Angst vor einer Konkurrenz, die durch Qualität und gutes Management sich einen Marktvorteil gesichert hat. Stellt man dieses fest, dann haben die anderen einfach nur kapitalistisch versagt. ;)


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Wenn es danach geht, mit staatlich kontrollierten Firmen keine Geschäfte mehr zu machen, könnte man den Handel mit China gleich ganz einstellen. Es stimmt ja auch, dass chinesische Firmen mit Staatsknete und einer ordentlichen Portion Protektionismus Vorteile haben. Die Amis sichern sich ihre Vorteile etwas subtiler, haben da aber auch ihre Strategien. Ich weiß von einem guten Bekannten, der für einen Softwareentwickler gearbeitet hat, dass dessen Firma in den Neunzigern eine unknackbare e-mail-Verschlüsselung entwickelt hatte um Betriebsspionage zu unterbinden. Sie durften das nicht vermarkten. Verhindert hat das amerikanische Einflussnahme. Unsere "Freunde" haben da schon lange ein Auge drauf.
    Die Grund-Prinzipien des Kapitalismus sind eher was für das Merkel-Land.

  • Die Grund-Prinzipien des Kapitalismus sind eher was für das Merkel-Land.

    Absolut. Ausserdem machen das die betreffenden Firmen in der freien Welt... ganz freiwillig.


    Was meinst Du warum unsere Firma im Merkelland seit 2 Jahren keinen Zollprovider mehr bekommt. Ich sage nur IBM.


    Oder anders, warum uns ein großer deutscher Telekomuniktionsanbieter mit staatlicher Beteiligung mit einer Frist von 5 Tagen ( völlig unrechtmässig ) kündigt und alle Telefon/Internetverbindungen kappt. Übrigens mit voller Zustimmung der bestallten, staatlichen Funktionsträger in diesem Unternehmen.

  • Ich bin ja neutral, was das alles angeht. Wenn jemand Wirtschaftsspionage betreiben darf, dann nur der "Westen"! ;)


    Also wenn dann alle! Wir wollen doch niemanden diskriminieren.


    Zu mindest bin ich froh, dass schon mal zwei verstanden haben, was ich hier gern diskutieren möchte.


    :thumbup:

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Wenn es danach geht, mit staatlich kontrollierten Firmen keine Geschäfte mehr zu machen, könnte man den Handel mit China gleich ganz einstellen. Es stimmt ja auch, dass chinesische Firmen mit Staatsknete und einer ordentlichen Portion Protektionismus Vorteile haben.

    Nachtrag: Nochmal freie Welt und ein bisschen off-topic zum Thema Hintertür für Wirtschaftsspionage.


    Klar ist das beim Thema China Hein Blöd sofort das "Staatseigen" als Motto Gemeiner Wettbewerbsvorteil || raushaut.

    Das genau das gleiche hier in der EU - siehe Airbus etc. abläuft.. natürlich geschenkt.


    Oder für mich das beste Bsp. von Protektionismus und Verzerrung - Reach: http://www.wissenwiki.de/REACH

    (Also, diverse Konsortien aus europäischen Herstellern und Lieferanten und klasse äh.. informierten EU Beamten bestimmt über die Gefährlichkeit von chemischen Produkten auf den EU Markt und welche hier von ausländischen Unternehemen eingeführt werden dürfen. 8|...)

  • Nachtrag: Nochmal freie Welt ...

    Das genau das gleiche hier in der EU - siehe Airbus etc. abläuft.. natürlich geschenkt.


    ...

    Das ist doch was anderes Biky. In Europa saugen Konzerne Staatsknete ab die Hein Blöds einzahlen und genießen ihre Freiheit. In China denkt das Politbüro einfach so, dass wer bezahlt auch bestimmt wo es langfristig hin geht. :erol:

  • Schon Microsoft stand und steht im Verdacht kleine Hintertürchen eingebaut zu haben und wie viele von diesen Rechenknechten und Servern auf der Welt verteilt stehen braucht wohl nicht erwähnt zu werden.


    Mich interessiert nur ob ein Land wie D überhaupt (noch) befähigt ist das Telekommunikationsnetz zu schützen und die Kontrolle zu behaltent, wenn dieses Land einem ernsthaften großangelegten digitalen Angriff gegenübersteht.Wir haben in diesem Land keine konkurrenzfähige Hard- und Software mehr, die an den neuralgischen Stellen, innerhalb des Netzes, installiert werden könnte.


    Es spielt also keine Rolle, ob die Hard- und Software aus USA, Korea, Japan oder Rot-China/Schwarz-China kommt, wenn D nicht Herr der Lage ist.

  • Schon Microsoft stand und steht im Verdacht kleine Hintertürchen eingebaut zu haben und wie viele von diesen Rechenknechten und Servern auf der Welt verteilt stehen braucht wohl nicht erwähnt zu werden.


    Mich interessiert nur ob ein Land wie D überhaupt (noch) befähigt ist das Telekommunikationsnetz zu schützen und die Kontrolle zu behaltent, wenn dieses Land einem ernsthaften großangelegten digitalen Angriff gegenübersteht.Wir haben in diesem Land keine konkurrenzfähige Hard- und Software mehr, die an den neuralgischen Stellen, innerhalb des Netzes, installiert werden könnte.


    Es spielt also keine Rolle, ob die Hard- und Software aus USA, Korea, Japan oder Rot-China/Schwarz-China kommt, wenn D nicht Herr der Lage ist.

    Ging es irgendwann mal um "Schutz"?? ...oder war "Die Information" schon immer wichtiger als Gesetze und Bedürfnisse?


    Ich brauch da nur den WIKI Eintrag "Globale Überwachungs- und Spionageaffäre" zu verlinken, denn wer lesen kann ist eindeutig im Vorteil.

    https://de.wikipedia.org/wiki/…-_und_Spionageaff%C3%A4re


    Bleiben wir in Deutschland.

    OK, es erzeugt Unbehagen, wenn Chinesen jetzt die gleichen Maßstäben ansetzen könnten (Konjunktiv, weil ja noch nix bewiesen ist). Dass Briefe und Telefonate schon immer unbegründet und min. seit den 60ern von allen BRD Bürgern gelesen und gehört wurden, gespeichert und mit freundlicher Unterstützung des BNDs gesammelt wurden, scheinen einige immer noch nicht begriffen zu haben.

    Es gab nie ein "Postgeheimnis" es sei denn man bezeichnet die Abhöraktion der Post als deren Geheimnis. ;)


    Aber es gibt sie, die "Gefahr aus dem ...... (Himmelsrichtung darf jeder nach seiner politischen Gesinnung eintragen) " Das ist eben Globalisierung.


    Wenn nun einer der wenigen Herstellern von Hardware und Antennentechnik ausgeschlossen wird, dann sollten wir uns auch dahingehend sensibilisieren, dass die Verbauer dieser Technik oftmals nur den Firmennamen des eigentlichen Herstellers übertünchen und ihren eigenen eingravieren. Dann kann der Michel wieder aufatmen, der sich an Namen orientiert. Wissen was drin ist, ist nicht mehr In!


    Letztlich ist es eine Frage der Kontrolle. Aber wer kontrolliert die Kontrolleure?

    Ist es besser/schlechter, von einem Privatunternehmen abgehört zu werden oder doch von staatlich unkontrollierten Geheimdiensten? Sind unsere Daten Freiwild oder haben wir aufgegeben, Anspruch anzumelden?

    Die Antworten finden sie im Kleingedruckten....


    Eins könnte aber beruhigen, denn wenn wirklich jeder Hersteller seine "Produkte" erst bei einem Geheimdienst vorlegen und genehmigen lassen muß, dann hat Huawei wohl das Genehmigungsverfahren ordnungsgemäß eingehalten. Nur eben diese Prüfung nicht bestanden, weil es dem Dienst wohl nicht möglich war, frei auf das System zuzugreifen.


    Zynisch? Nö, realitätsnah!

    Huawei der Böse? Nö, jedenfalls nicht mehr als alle anderen. ....Ausnahmen bestätigen hier wohl nur marginal die Regel.


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.