Schülerstreiks für's Klima - Ministerium empfiehlt Geldbußen

  • (Da dreht sich die Argumentation im Kreis.)


    Jedenfalls empfinde auch ich das Verhalten vieler Kids als widersprüchlich, weil unüberlegt. Es stimmt, dass ebenso viele Erwachsene dumme Antworten geben, aber die haben in ihrem aufnahmefähigen Lebensalter nicht derart viele Informationen gehabt.

  • Ich sehe das eher entspannt. Klar gibt es Kids, die sich freuen, begründet "schwänzen" zu dürfen...


    Das ist immer ein Problem solcher Aktionen. Nur darf man die Intension der Initiatoren nicht gänzlich diesem Punkt unterordnen. Vorrangig geht es um einen berechtigten Anspruch. Nämlich dem, dass eben diese Generation die Fehler der vorherigen ausbaden muß. Ich würde da auch auf die Barrikaden steigen, wenn ich in dem Alter wäre.


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Schön und gut, aber deshalb steigen sie ja nicht! Hernach gehen sie zu McDonald.

    Ich sehe das differenzierter. Sie streiken sehr wohl für obiges.

    Die andere Sache ist die eigene Konsequenz des Handelns für das, was sie fordern.

    Der Vorteil der Jugend ist ja, dass sie im Grunde "ungestraft" Fehler machen darf. Zumindest sollte es so sein.


    Die stehen nach meinem Empfinden wesentlich stärker unter Erfolgsdruck, als meine "Null-Bock-Generation" der 70-er/80-er Jahre.

    So wirklich golden sieht ihre Zukunft ja nicht aus. Und das nicht nur bezüglich Umwelt.

    Auch bezüglich Rente, Arbeitsplätze, Einkommen, Wohnungsmarkt, Prestige und Ansehen.....

    Es wird mehr Mobilität und Flexibilität erwartet, die Zukunft ist weniger planbar. (Wegwerfgesellschaft?)


    Da nehmen Verdrängungsmchanismen - wie z. B. Konsumzwang, Spaßgesellschaft einen ganz anderen Platz ein.

    Nicht umsonst stehen laut oben verlinkter Studie Beziehungen, Familie, Zusammenhalt an erster Stelle.

    Denn das bedeutet eine secure base und Vertrauenspersonen, Geborgenheit und Sicherheit.

    Der Kapitalismus führt eben zu Vereinzelung und damit auch zu Vereinsamung.

    Interessanter Weise lässt sich hierüber soziologisch sogar die aktuelle Politikverdrossenheit erklären. (ab ca. Min. 13:20)

    Auch wenn sich das sehr weit her geholt anhört.


    Weiterführend und dringend empfehlenswert, mein Lieblings Jorunalist https://de.wikipedia.org/wiki/Gert_Scobel


    Mediathek: https://www.zdf.de/wissen/scob…demie-einsamkeit-102.html


    TM, mit Glauben an die Jugend, denn sie ist auch meine Zukunft

  • […] Es sollte begrüßenswert sein und vor allem nachdenklich machen, wenn Schüler Verantwortung für ihre Zukunft übernehmen […]

    Inwiefern die "aktionistische" Verweigerung der Unterrichtsteilnahme, um die latente Empörungsbereitschaft ("Wutbürgertum") bzw. den Drang, sich kollektiv hysterisch zu zeigen (gewissermaßen als real-life-Entsprechung des like-button-Anklickens in sozialen Netzwerken) zum medienwirksamen Ausdruck zu bringen, nun mit Verantwortung zu tun haben soll, müsste wohl erst festgestellt werden…

    Gut, Greta Thunberg ist jetzt ein Werbeikönchen der Weltverbesserer, wahrscheinlich wird bis zum Weihnachtsgeschäft ein Legofigürchen aufgelegt, das ihr Antlitz schon künftigen Schulanfänger/innen als moralischen Schutzgeist materialisiert… es ist einfach très chic, das gewohnt sorgenfreie Leben jetzt zum Anlass zu nehmen, eine neue Genügsamkeit einzufordern…

  • Inwiefern die "aktionistische" Verweigerung der Unterrichtsteilnahme, um die latente Empörungsbereitschaft ("Wutbürgertum") bzw. den Drang, sich kollektiv hysterisch zu zeigen (gewissermaßen als real-life-Entsprechung des like-button-Anklickens in sozialen Netzwerken) zum medienwirksamen Ausdruck zu bringen, nun mit Verantwortung zu tun haben soll, müsste wohl erst festgestellt werden…

    Gut, Greta Thunberg ist jetzt ein Werbeikönchen der Weltverbesserer, wahrscheinlich wird bis zum Weihnachtsgeschäft ein Legofigürchen aufgelegt, das ihr Antlitz schon künftigen Schulanfänger/innen als moralischen Schutzgeist materialisiert… es ist einfach très chic, das gewohnt sorgenfreie Leben jetzt zum Anlass zu nehmen, eine neue Genügsamkeit einzufordern…

    Du hättest auch virtuell von Berta v. Suttner ein Legofigürchen auflegen lassen (wenn es Lego zu deren Lebzeiten gegeben hätte) und hättest dich vermutlich über deren Pazifismus in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen ähnlich doof lustig gemacht ( (wenn es dich Forums-Schmalspurkomiker schon zu Frau v. Suttners Lebzeiten gegeben hätte) wie das der Herr Komiker aktuell über Greta T. und deren Geistesverwandten zu ruhen gedenkt. Wäre nur interessant zu wissen, was dann der Herr Schmalspurkomiker ab 1940 noch so an seinen Ergüssen im Luftschutzkeller raus gehauen hätte . Vielleicht hätte sich dein Output dann angesichts von Problemen, über die sich niemand mehr lustig macht, nicht mehr auf die Produktion von rein geistigen Dünnschiss beschränkt...


    Du hast entweder keine Ahnung von den Problemen, an deren Zustandekommen auch du munter beiträgst, die aber hauptsächlich aktuell andere Menschen ausbaden müssen (z.B. Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern) bzw. auf Grund ihres Alters künftig ausbaden werden müssen. Vor Vertretern deiner Generation kann ich nur noch kotzen.

  • Zitat

    es ist einfach très chic, das gewohnt sorgenfreie Leben jetzt zum Anlass zu nehmen, eine neue Genügsamkeit einzufordern…

    ??? Das widerspricht sich. Einerseits wirfst du doch den Kids vor, dass sie nicht verzichten würden und jetzt argumentierst du, sie würden eine neue Genügsamkeit einfordern?

    Die Kids verlangen kein Nullwachstum, oder sonstiges in dem von dir verlinkten Artikel, denn du hoffentlich auch gelesen hast?

    Sie fordern die Politik auf, mehr für den Klimaschutz zu tun.

    Dieses Recht haben sie! Und wenn die Politik bessere Rahmenbedingungen und schärfere Gesetze erlässt, reduziert sich auch für die Kids und uns alle das umweltschädliche Verhalten, dem wir uns ja teilweise gar nicht, kaum oder nur schwerlich entziehen können ( z. B. bezüglich Verpackungsmüll, Tierwohl, Monokulturen, Pestizide)


    Aus deinem Link:

    Zitat

    Eine umweltverträgliche Wirtschaft darf sich nicht gegen die Natur des Menschen richten, sondern muss sich diese Natur zunutze machen. Auszunützen gilt es etwa, dass Individuen auf Anreize reagieren, namentlich auf Preissignale. Sinkt der Preis eines Gutes, wird mehr konsumiert, verteuert es sich, nimmt der Verbrauch ab.


    Diese Marktmechanik muss auch in der Umweltpolitik wegleitend sein. Ökonomen sprechen von einer «Internalisierung externer Kosten».

    Das bedeutet: mehr Kostentransparenz und eine Durchsetzung des Verursacherprinzips. Wer die Umwelt schädigt, soll dafür zahlen, etwa über Lenkungsabgaben oder Umweltzertifikate. Das ist ökonomisch effizient, wahrt die individuelle Freiheit und stimuliert Innovationen bei Produkten und Prozessen, weil jedermann versucht, die mit einem Preisschild versehenen Emissionen zu verhindern. Und ja, Wachstum wird dadurch auch erzeugt.



    Daher bitte immer alles etwas breit gefächert und differenzierter sehen, nicht nur plakativ. So fair sollte jeder seriöse Diskutant sein ;)

    Und in Sachen Lehrstoff versäumen, habe ich wohl hoffentlich ausreichende Argumente geliefert:

    Schülerstreiks für's Klima - Ministerium empfiehlt Geldbußen


    TM, die im Grundansatz der Streiks nichts verwerfliches sieht.

  • Ich bin dagegen, dass die Jugendlichen im Namen des Klimas regelmäßig die Schule schwänzen, auch wenn mir die Sache selbst sehr am Herzen liegt. Wenn sie es ernst meinen, werden sie auch nach der Schule oder am Wochenende an Demos teilnehmen.

    Wenn auf dem Zeugnis zig unentschuldigte Stunden stehen, wird keiner danach fragen, warum. Es wird ihnen nur schaden. Wer das Tolerieren des Schwänzens für die Demos durch die Schulleitungen fordert, sollte sich mal vor Augen halten, dass das aufgrund von geltenden Gesetzen nicht geht. Und dass eine Schule, die dauerhaftes Schwänzen toleriert, keine gute Schule ist.


    Die Schulen sollten das Thema und das Schülerengagement aufgreifen und zum Beispiel Projekte starten. Von mir aus plastikfreie Schule oder so etwas. Workshops, Informationsveranstaltungen. Und nicht zuletzt kann das Thema "Klimawandel bzw. Klimaschutz" im Unterricht aufgegriffen werden.

  • Das ist aber so.... selbst bestätigt von einer Teilnehmerin (meiner Tochter)

    Deine Tochter hat Dir bestätigt, dass ich es gerne hätte, wenn sie nach der Demo zu McDonalds geht? Was es alles gibt :yikes:

    Ach nein, das war ja Kleinlok, der meinte, das hätte ich wohl gerne, dass die kids nach der Demo zu McDonalds gehen... Und FZ hat aus berufenem Mund, dass es so ist. Stimmet das so?

  • Die Kids verlangen kein Nullwachstum, oder sonstiges in dem von dir verlinkten Artikel, denn du hoffentlich auch gelesen hast?

    Sie fordern die Politik auf, mehr für den Klimaschutz zu tun.

    Dieses Recht haben sie!


    Aus deinem Link:

    Natürlich haben die Kids das Recht zu demonstrieren. Wie jeder andere auch. Ich glaube allerdings, wie einige Vorschreiber auch, dass sie nicht so genau wissen, was sie bekommen werden und ob ihnen das dann gefällt. Ich denke eher nicht, aber das ist ja später ihr Problem.


    Als absoluter Gegner der Theorie der sogenannten sozialen Kosten hat vor allem das oben noch einmal wiedergegebene Zitat aus dem Link für erhöhten Blutdruck gesorgt. Wirtschaftswachstum durch nahezu beliebig festgelegte Preise hat irgendwie noch nie funktioniert. Eine Form habe ich ja noch miterleben dürfen und habe die nicht gerade als Hort der individuellen Freiheit in Erinnerung. Darüber hinaus, und das ist wohl wesentlicher, muss ein solches Errechnen von sozialen Kosten dann nicht nur in ausgewählten Gebieten, die gerade mal so passen erfolgen, sondern jedes staatliche und persönliche Handeln beleuchten.

  • […] Die Schulen sollten das Thema und das Schülerengagement aufgreifen […] nicht zuletzt kann das Thema "Klimawandel bzw. Klimaschutz" im Unterricht aufgegriffen werden.

    Glaubst Du, das würde nicht längst quer durch so ziemlich alle Fächer im Unterricht der Fall sein? Medienpräsent sind Klimahysterie und das "Engagement" von Schülern ohnehin, es wird auch nicht mehr lang dauern, bis sich Kindergärten den Demonstrationsgruppen anschließen, schließlich müssen auch die Jüngsten instrumentalisiert werden, sollen sie doch auf's Leben vorbereitet werden… und weil die Vorfreude auf's so bedrohlich nahende Ende der uns bekannten Welt auch die Popkultur beflügelt - und das Infotainment - melden sich auch noch prominente Vertreter kreativer Berufe zu Worte, die uns jetzt versichern, seit ihrer Jugend große Besorgnis zu hegen. Was wäre die Umwelt ohne den menschlichen Nannyism hinsichtlich ihrer Rettung.

  • Ich habe nicht den Eindruck, dass die Schülerdemos einen regelrechten Flächenbrand darstellen. Alles in allem sind die freitäglichen Veranstaltungen gemessen an den gesamtdeutschen Schülerzahlen doch eher verhalten.