Zivile Schutzräume werden abgebaut und den Eigentümern zur unbeschränkten Nutzung übergeben

  • Dies nebenbei auch zum Thema Art. 14 und 15 GG, Eigentum, Enteignung in einem anderen Thread.

    Zitat

    Schutzräume mit Zivilschutzbindung

    Aktuell gibt es in Deutschland 931 öffentliche Schutzräume mit Zivilschutzbindung. Für diese Schutzräume fielen 2018 Bewirtschaftungskosten in Höhe von rund 187.000 Euro an. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung (19/7181) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/6821) hervor. Seit 2007 wurden den Angaben zufolge 1.035 öffentliche Schutzräume aus der Zivilschutzbindung entlassen. Laut Darstellung der Bundesregierung werden "die öffentlichen Schutzräume sukzessive aus der Zivilschutzbindung entlassen und den Eigentümern die unbeschränkte Nutzung ermöglicht".

    Sicher kann/konnte einerseits davon ausgegangen werden, dass die Gefahr eines Krieges gesunken ist.

    Andererseits arbeitet die Regierung mit den Ängsten vor Überfremdung, bzw. Terrorgefahr, um die Überwachung der Bürger und den Datenschutz aufzuweichen.

    Das widerspricht sich, wenn sie gleichzeitig den Zivilschutz abbaut.

    Gerade in Anbetracht von Cyber-Angriffen und den oftmals schlecht abgesicherten wichtigen Systemen in Wasser- Strom- und auch Atomkraftwerken, sowie Krankenhäusern etc..

    M. W. wird seit langem immer mal wieder mangelnder Bevölkerungsschutz/Katastrophenschut kritisiert.


    Die Pflege und Instandhaltung der Schutzräume ist der Regierung satte 187.000 € wert und baut sie weiter ab!!

    Danke Deutschland!


    TM, für mich ein weiteres Zeichen, dass sich die Politik immer weniger um die Bevölkerung schert.

  • Alle mir bekannten öffentlichen Schutzräume stammen aus der Zeit WK II. Sie boten selbst in Hochzeiten des Kalten Krieges nur einem Bruchteil der im Einzugsbereich wohnenden Menschen begrenzten Schutz. In Anbetracht heute denkbarer Bedrohungen sind sie annähernd wirkungslos und etwas aus der Zeit gefallen. Und in Anbetracht dessen, dass wir nicht mal mehr im Stande sind, die Bevölkerung rechtzeitig und umfassend zu warnen....

  • Alle mir bekannten öffentlichen Schutzräume stammen aus der Zeit WK II. Sie boten selbst in Hochzeiten des Kalten Krieges nur einem Bruchteil der im Einzugsbereich wohnenden Menschen begrenzten Schutz. In Anbetracht heute denkbarer Bedrohungen sind sie annähernd wirkungslos und etwas aus der Zeit gefallen. Und in Anbetracht dessen, dass wir nicht mal mehr im Stande sind, die Bevölkerung rechtzeitig und umfassend zu warnen....

    ..... wäre es an der Zeit diesen Zustand zu ändern?.......


    Offen gestanden wüsste ich nicht mal, wo man als Bürger überhaupt die Informationen des nächst gelegenen Schutzraumes bekommt.

    Klar kann ich das im Netz finden, aber im Grunde sollte es für jeden Haushalt per "frei Haus Lieferung" einen Flyer geben mit aktuellen Infos für den Katastrophenfall.


    TM, ohne Schutzbunker

  • Da wo du lebst wird es wohl kaum Schutzraeume geben. Da musst du in die Stadt ziehen. Zudem hat Dieter schon geschrieben, zivile Schutzraeume sind meist vom 2. WK und helfen im 21. Jh wenig.


    P.S.: bei uns sieht es da wesentlich besser aus, Schutzraeume ueberall. Meist unter Granit und die werden in Friedenszeiten zu anderen Zwecken genutzt.

  • Zudem hat Dieter schon geschrieben, zivile Schutzraeume sind meist vom 2. WK und helfen im 21. Jh wenig.

    Darum ja Zustand ändern!

    Es soll ja noch mehr gespart werden.


    https://www.welt.de/politik/de…eignungen-im-Notfall.html

    Zitat

    Neun Millionen Euro sollen gespart werden


    Mit der Zusammenlegung zweier alter Gesetze zu einem neuen sollen Staat und Wirtschaft entlastet werden, ohne die Versorgung der Bevölkerung zu gefährden. Der Bund will laut Gesetz so neun Millionen Euro einsparen, auch die Wirtschaft und Landesverwaltungen sollen geringfügig profitieren, berichtet die „Rheinische Post“.

  • Darum ja Zustand ändern!

    Schutzraeume gibt es auch unter Einkaufzentren, Tiefgaragen, ..... Tiefgaragen werden eh genutzt, in Einkaufzentren dienen sie in Friedenzeiten als Lager, der Rest dient als Proberaeume fuer Musiker, Trainingsraeume fuer Sportvereine, ........

    Gut belueftet und sanitaere Anlagen sind auch topp. So halten sich die Unterhaltskosten in Grenzen.

  • Ich kann noch immer nicht ganz nachvollziehen, was Schutzräume in der heutigen Zeit bringen sollen. Wovor sollte man sich dort in der heutigen Zeit sinnvoll in Sicherheit bringen können? Mir fällt jedenfalls kein Szenario ein.

  • Mir würde ein Industrieunfall in einem Chemiewerk einfallen. Da können durchaus giftige Gase entstehen.

    https://www.umweltbundesamt.de…ereignisse_2018-05-31.pdf


    https://www.umweltbundesamt.de…testelle-fuer-stoerfaelle

    Mal davon abgesehen ist ein atomarer Unfall nicht absolut unwarscheinlich!! Leider im Gegenteil. Zudem geht es ums Prinzip und ich finde es schlicht interessant, wie viel Geld dem Staat der Schutz der Bevölkerung wert ist.

    Wenn es nach mir ginge, ist es sogar Staatsaufgabe, die Bevölkerung mit Schutzausrüstung auszustatten.


    TM, der die Erinnerungen an Tschernobyl, unsere "Flucht" nach Portugal und die Ängste in den 80-ern noch gegenwärtig sind

  • Ich kann noch immer nicht ganz nachvollziehen, was Schutzräume in der heutigen Zeit bringen sollen. Wovor sollte man sich dort in der heutigen Zeit sinnvoll in Sicherheit bringen können? Mir fällt jedenfalls kein Szenario ein.

    So gesehen koennten wir uns den ganzen Verteidigungshaushalt sparen.

  • Den derzeitigen unter Uschi?? Könnten wir fast vollständig, würde fast niemand bemerken und hätte auch nur wenig Einfluss auf die Einsatzbereitschaft. :biggrin:


    Mal ernsthaft: Welches Szenario käme denn in Frage?


    Flächige konventionelle Bomben a'la WK II?

    Ja, bei genügend Vorlaufzeit. Aber wer macht denn heute so was?


    Lokale schmutzige Bombe, Giftgas, Chemieunfall, Terror?

    Fast wirkungslos. Die Menschen müssen dort erst mal hin. Und sind dann, wenn sie die Schwachstelle Dekontamination passiert haben, mit sehr begrenzten Vorräten eingeschlossen. Deshalb setzt man ja heute bei solchen lokalen Ereignissen auf schnellstmögliche Evakuierung. Mit viel geringeren Mitteln und wesentlich besseren Erfolgsaussichten zu bewerkstelligen. Natürlich nur, wenn die Warnsysteme auch funktionieren bzw. überhaupt vorhanden sind.


    Tornados, Flächenbrände

    Hier helfen kleine Schutzräume mit entsprechender Sauerstoffversorgung und Hermetisierung. In DE eher selten.


    Blackout

    So ein Schutzraum hilft nur sehr bedingt gegen den Zusammenbruch jeglicher staatlicher Ordnung. Und der kommt bei einem flächendeckenden Blackout.


    Atomkrieg

    Da ist es eh egal, ob es Schutzräume gibt oder nicht. Wir reden ja nicht von Bunkern für Superreiche. Und selbst die verlängern das Leben nur unwesentlich.


    Nein, ich kann mir immer noch kein Szenario vorstellen.

  • Ein paar Impressionen aus so einem Bauwerk:



    Vereinzelungsanlage und Absperrung am Eingang vor der Hauptschleuse



    Dusche vor der Hauptschleuse



    Blick in ein Lager



    Schlafsaal. Nur für 1/3 der Belegungsstärke stehen Schlafplätze zur Verfügung.


    Alle Bilder aus einer hier nicht zu nennenden norddeutschen Stadt.

  • Die Menschen müssen dort erst mal hin. Und sind dann, wenn sie die Schwachstelle Dekontamination passiert haben, mit sehr begrenzten Vorräten eingeschlossen. Deshalb setzt man ja heute bei solchen lokalen Ereignissen auf schnellstmögliche Evakuierung.

    Ok, deine Argumente sind nachvollziehbar.

    Dennoch kommt mir die Aufklärung der Bürger zu kurz.

    Und ja, dennoch sehe ich die Ausrüstung der Bevölkerung mit Schutzkleidung etc. als Staatsaufgabe an.

    Es werden so viele Steuermilliarden sinnlos verschwendet, also komme mir bitte keiner mit dem Scheinargument der Unbezahlbarkeit.

    Nicht in Anbetracht der Kosten für Bankenrettung und der damaligen Konjunkturpakete, oder der Subventionen der Niedriglohnarbeitsplätze in Form von aufstockendem AlG II.


    TM, ein völlig andere Vorstellung von primären Staatsaufgaben