Lebensmittelverschwendung

  • You can't have your cake and eat it.


    Da wird gejammert wegen langsamer Internetverbindung und Funklöchern - aber neue Sendemasten und Baustellen will keiner, jedenfalls "not in my backyard"

    Viele finden Massentierhaltung und die Zustände in den Ställen und auch den Schlachthofen Kacke - kaufen aber trotzdem das Hack für 3,99€/KG.

    Die schönsten Urlaubsziele saufen ab? Na schnell noch mal hin mit dem Flieger, bevor es zu spät ist.

    mmmh, ich brauche die 700 Gramm Packung gar nicht, aber die ist sooo schön billig, billiger als 3x200gr, was solls, schmeiß ich den Rest halt weg.


    das kann man beinahe endlos fortsetzen, auch im Bereich Mobilität.


    Sicher liegt einiges am Verbraucher, aber es liegt auch einiges dort im Argen, wo Regelungen getroffen werden könnten, um Änderungen im Verbraucherverhalten zu steuern. Es geht dabei gar nicht um Erziehung oder Umerziehung der Bürger, wird aber verschiedentlich so antizipiert. Wenn ich einer Ware, die umweltfeindlich oder tierquälerisch produziert wird, einen Preis anhefte, der die Auswirkungen der Erzeugung dieser Ware nicht der Allgemeinheit, sondern dem Einzelnen aufbrummt, ist das kein Umerziehungsversuch, sondern schlicht die Folge eines ganz einfachen Prinzips: Wer es verursacht, muss auch dafür bezahlen. Und dass der Nachfrager auch die Angebotsseite zu verantworten hat, darüber brauchen wir nicht wirklich streiten, oder?

    Zumindest eines haben Linke und Rechte gemeinsam: Beide Seiten befürchten, dass Deutschland immer brauner wird.

  • Und das ist doch für alle Beteiligten irgendwie eine angenehmere Situation, als wenn, wie noch vor etwa 72, 73 Jahren, die Angebotsbreite sich zu einem Steckrübenwinter verengt…

    Aber echt, Substi! Ich mußte als Kind immer Steckrueben essen. Heutzutage sehe ich sie als sehr lecker an. Na ja, Spargel schmeckte mir als Kind auch nicht.

    "Und kämpft gegen sie, bis nur noch Allah verehrt wird!"


    Sure 8, Vers 39

  • Es geht dabei gar nicht um Erziehung oder Umerziehung der Bürger, wird aber verschiedentlich so antizipiert. Wenn ich einer Ware, die umweltfeindlich oder tierquälerisch produziert wird, einen Preis anhefte, der die Auswirkungen der Erzeugung dieser Ware nicht der Allgemeinheit, sondern dem Einzelnen aufbrummt, ist das kein Umerziehungsversuch, sondern schlicht die Folge eines ganz einfachen Prinzips: Wer es verursacht, muss auch dafür bezahlen.

    Natürlich ist das Umerziehung. In dem Fall halt über eine künstliche Preisgestaltung. Das kann man so machen, sollte es aber auch so nennen. Ob es auf Dauer erfolgreich sein kann, sei dahingestellt. Es wird halt erst mal nur teurer. An der Produktion ändert sich derweil nichts. Die Mehrkosten verschwinden über Steuern und Abgaben im Staatssäckel und das wars. Wen wird das denn treffen? Die Agrarindustrie? Wohl kaum. Dich oder mich? Wohl kaum. Ich hole Fleisch nicht bei Aldi oder Netto, sondern beim Fleischer. Der verarbeitet Sachen aus dem Landkreis, sprich aus traditioneller bäuerlicher Haltung. Und Gemüse kommt bei uns zu mindestens 60% aus dem eigenen Anbau. Viel Spaß in der Stadt!

  • Wenn ich sage "Preis anheften" und Verursacherprinzip, dann heißt das in erster Linie


    - Kappung der Subventionen für Betriebe, die umweltschädigend oder tierquälerisch produzieren


    und in zweiter Linie Umschichtung dieser Subventionen auf Betriebe, die genau das nicht tun.


    Diese Subventionen werden nämlich von allen bezahlt, auch von Veganern, die gar kein Fleisch essen. Genau das meine ich damit, dass die Kosten derzeit durch die Allgemeinheit getragen werden.

    Zumindest eines haben Linke und Rechte gemeinsam: Beide Seiten befürchten, dass Deutschland immer brauner wird.

  • - Kappung der Subventionen für Betriebe, die umweltschädigend oder tierquälerisch produzieren

    Du kennst die Liste der größten "Agrar"subventionsempfänger Deutschlands? Dann erahnst du ja, dass der Steuerzahler sehr viele dieser Zahlungen eh leisten muss (Umweltschutz, Hochwasserschutz, Entwicklung ländlicher Raum). Die ansonsten profitierenden Großbetriebe werden den Verlust verkraften. Wird's halt ein bisschen teurer. Dann wird mehr produziert (Stillegungsprämie ist ja weg) oder sich profitableren Dingen zugewandt - Stichwort Energiepflanzen. Ob das verbleibende Volumen ausreichen wird, die Ziele zu erreichen, ist zumindest fraglich.

  • Also. Ich entscheide selbst, was in meinen Einkaufswagen und in meinen Kochtopf kommt. Und das sehr bewusst.

    Du nicht?

    Schon, nur hat das nix mit den Waren selbst zu tun und wie sie angeboten werden. Du wählst aus einem Angebot aus, deine Nachfrage bestimmt aber nicht die ausgelegten Waren. Das ist was ganz anderes.


    Ich war ja auch mal so drauf, bis ich dann mal verstanden habe, wie Werbung funktioniert und wie Konsumentenbeeinflussung funktioniert. Ich würde es eher als Konditionierung sehen, die sich im Kaufverhalten manifestiert.


    Frage: Wenn die Werbung für eine APP so lauten würde:


    Lieber Smartfon-Besitzer, wir haben hier ein wunderschönes Produkt für für dich, dass uns deine ganzen Aktivitäten zeigt, deine Bilder durchsucht, deine Kontakte kopiert und jeden Schritt mit GPS nachvollziehen kann. Natürlich ist die kostenlos und sieht supi aus....ach ja, so nebenbei kannst dich auch mit anderen unterhalten. Aber das ist eher sekundär.


    Würdest du dir das Produkt dann kaufen? :)


    Wenn man rational denkt und sich einiges aus unserem "Warenkorb" anschauen, dann kann ich nicht viel finden, wo der Nachfragende irgend ein Einfluß auf das Angebotene hat.


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • @Dio

    Das kann ich ja wohl kaum allein ändern. Nicht wahr. Ich für meinen Teil entziehe mich dem Diktat der Lebensmittelindustrie, wann immer es geht und entscheide selbst, was ich wo in welcher Menge kaufe.

    Ich koche selbst. Mit frischen Zutaten. Ich esse gern, aber es muss Qualität haben.

    Seit Jahrzehnten esse ich kein Fleisch. Obst und Gemüse werden nicht alt. MilchproduktE Bio. Will sagen, ich tue halt, was so machbar ist. Für mich.

    Ich finde nicht, dass du dich irgendwie rechtfertigen mußt, denn letztlich sitzen du und ich im selben Boot. Und die anderen ja auch. Natürlich ist dein Verhalten auch deinen Intensionen geschuldet, schön wenn es so ist, nur das ändert nichts und da hat Dio Recht, am Gesamtangebot und an der schlichten Tatsache, dass eben der Konsument am Ende immer nur das angebotene Warenangebot nutzen kann.


    Wo ich dir beipflichten kann, ist die "Bio-Welle", die sich dem Kaufverhalten angepasst hat. Nur gibt es auch da schon die ersten Blender, die nur mitschwimmen.


    Und es war ja von mir auch keine persönliche an dich gerichtete Kritik, es war lediglich der Hinweis, dass in sehr vielen Fällen das von dir erwähnte Prinzip nicht oder noch nie existent war.


    Auch ich versuche, was geht. Klappt nicht immer (Zeit/Umstände) aber so gut wie möglich. Für mich reicht das, für andere wird sich daran viel zu kritisieren finden. Ich selbst ärgere mich ja hin und wieder, wenn es mir an Alternativen fehlt oder wenn ich sehe, was im Müll landet.


    Nobody is perfect! ;)

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Sehe ich anders. Und das ein "Konsumentenboykott" oder "Sanktionen" funktionieren kann haben wir vor Jahren an "Brent-Spar" gesehen.

    Dort haben mittels Aufruf von Greenpeace etc. Abertausende von Autofahrern die Zapfsäulen von Shell boykottiert und den Konzern zum einlenken gebracht.

    Und weil dieser so erfolgreich war hat "man" daraus gelernt ( die Politik hat ja danach praktisch ein Copy + Paste im Großen betrieben ) und genau das auf Gesellschaftlicher Ebene von da an behindert bzw. verhindert. Man bedeutet A. die Hersteller/Konzerne, B. die Politik und die C. Umweltverbände.

    Also praktisch mit Zuckerbrot und Peitsche. Zuckerbrot, d.H. UmweltOrga's haben wesentlich mehr an "Zuwendungen" erhalten damit jene nicht vordergründig mehr einzelne Betriebe sondern, mal von einzelnen Abseilaktionen abgesehen nicht mehr "namentlich" angreifen. Die Politik bzw. Ihre Lobbyisten ziehen sofort die "Arbeitsplatzkarte" und schüchtern damit grundsätzlich jeden ein.

    Was natürlich bei genauerer Überlegung Blödsinn ist. Wenn z.B. mal Aktionen greifen die den Konsumenten verinnerlichen würden auf Substitutprodukte aus Afrika, Südamerika, Asien zu verzichten um die heimische Agrarindustrie und dadurch natürlich Arbeitsplätze hier zu sichern, oder lokale, natürliche

    hergekommende Frucht/Obstfolgen zu beachten, sprich z.B. auch auf die sowieso völlig geschmaklosen, importierten Mutantenerdbeeren im Winter zu verzichten, Kirschen oder Weintrauben z. T. aus Brasilien die dort wasserintesivst und katastrophenökologisch gezogen werden nicht zu erwerben... ...


    Aufzudecken was Nestle, Dole oder auch Läden wie Müller Milch etc. ökologisch oder auch politisch betreiben...und.. und...


    Solche Aufklärung im großen aufklärerischen Sinne inmitten der Gesellschaft seitens der Umweltgruppen fehlt. Ich kann da nur rätseln warum... :/.. Nochmal, für so ein Abhängen an einem Kohlekraftwerksschornstein gebe ich keine Sprende....denn für mich ist das mittlerweile nur zur Aussendarstellung und Daseinsberechtigung, die wirklich Arbeit hier auch kleinteilig vor Ort - davon sehe ich nix.


    Was aber nicht bedeutet das ich persönlich mich nicht an obiges halte und genau das auch in meinem Umfeld propagiere.

  • Konsumenten Boykott is ma was ganz anderes. Auch ich habe rote Tücher.

    Coca Cola, Amazon Facebook, Wiesenhof, 10 000 km Obst (das es zu bestimmten Zeiten auch hier gibt), Fleisch nur vom Fleischer des Vertrauens, etc.

    Das ist aber wieder was anderes.


    mfg :)

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Konsumenten Boykott is ma was ganz anderes. Auch ich habe rote Tücher.

    Coca Cola, Amazon Facebook, Wiesenhof, 10 000 km Obst (das es zu bestimmten Zeiten auch hier gibt), Fleisch nur vom Fleischer des Vertrauens, etc.

    Das ist aber wieder was anderes.


    mfg :)

    Eigentlich ist das doch, au contraire genau der Punkt. Konsumentenboykott ist halt das einzig probate Mittel seitens des Konsumenten Druck aus zu üben. Egal ob nun beim Thema Lebensmittelverschwendung, Ökologie, Tierwohl, Arbeitsplätze etc. Sorry, SXXXXX auf juristische Auseinandersetzungen um Containering erlaubnisfähig zu bekommen, würde eine Verweigerung mal konsequent durchgeführt werden hätten wir nach kurzer Zeit Aushänge bei den Discountern wie " Ja, wir haben verstanden..." und nicht nur "Joo, wir verzichten ab jetzt auf auf Plastiktüten.."

    Nur funktioniert das so lange nicht wie jemand von den Umweltverbänden (wieder) mit solchen Aktionen allgemein gesellschaftlich in den Ring steigt oder/und Konsumenten mehrheitlich den Allerwertesten hochkriegen und mittels Ihrer eigenen Kaufentscheidung damit Zeichen setzen.


    Jeder hat gesehen das nationale Handelsketten wie z.B. Edeka globale Multis wie Nestle in die Knie zwingen ( um bessere Preise durchzusetzen ) in dem sie deren Produkte mal kurzfristig aus Ihren Regalen entfernen und genauso kann das auch umgekehrt funktionieren.


    Aber da ist jeder in der Pflicht. Und das hat weder mit fehlender Allgemeinbildung zu tun noch mit möglichen, stundenlangen ( mühevollen ) Beschäftigen in seiner Freizeit mit diesen Thema. Das ist eben halt nicht sexy genug. Jeder klickt sich mühelos durchs Internet für seine Partikularinteressen, aber die eigentliche Macht wird durch Faulheit oder Desinteresse nicht genutzt. Lamentiert wird dagegen gern.

  • Also wenn ich mir die Freds hier so anschaue...Lebensmittel, Autos, Umwelt....

    Aus Polimöppel ist ja ein richtiges Umerziehungslager geworden...gulagähnliche Strukturen....

    Teampyromane....ich misch euch alle auf:rofl::lach-m:
    außerdem
    CHEF VOM POTT (Lebensraum für alle indifferenten, insuffizienten Argumentationsbasen)

  • Ich erinnere mich an eine Äußerung, die noch im alten Poli mal machte. Da erinnerte ich an die Macht der Konsumenten und wie diese, so wie jetzt von dir beschrieben, Druck ausüben können. Da wurden mir aber von einigen die Haare gewaschen, die ich auf den Zähnen hatte.


    Ob ich jetzt einigen vorschreiben will, gewisse Dinge nicht mehr zu kaufen? ....ich hätte mich kringeln können, was da an Schutt über mich kam.


    Aber gut, nun sind wir also so weit und können uns mal darüber unterhalten. sehr schön.


    :)

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Also wenn ich mir die Freds hier so anschaue...Lebensmittel, Autos, Umwelt....

    Aus Polimöppel ist ja ein richtiges Umerziehungslager geworden...gulagähnliche Strukturen....

    Ach Techi... in nicht allzu ferner Zeit bekommen die meisten hier von uns von einer examinierten Pflegekraft mind. 5 x in der Woche Sülze Florida serviert. Ohne das wir dagegen was tun können. Also....

  • Welcher bourgoiser Trotzkopf war das denn ? Also wenn der Staat mir vorschreibt in einer 30 KmH Zone 30 KmH zu fahren und dann kommst Du jetzt noch.... :D;(...


    Also analog zu diesem Spontispruch, alles was Du tust ist politisch (oder so) .. selbst das Sitzpinkeln....