Museen

  • Ich mag das Musée d'Orsay, einen ehemaligen Bahnhof in Paris, in dem berühmte französische Impressionisten ausgestellt sind. Zudem empfehle ich das Musée Rodin, gleich neben dem Invalidendom.

  • Auch das Technikmuseum Stade ist längst Geschichte - von privaten Sammlern für die Nachwelt bewahrt, von einem Verein präsentiert ist all dies Kulturgut vergangener Zeiten in alle Winde wieder verstreut, weil die Stadt auf dem Gelände, wo in alten Lagerhalle das Museum notdürftig überdauerte, unbedingt einen Supermarktneubau ansiedeln musste…


  • Ich Gratuliere Dir zu Deiner schnelle Gangart, " fast 2 Tage" halte ich für eine großartige Leistung. Als ich noch in Berlin lebte, haben wir immer 4-5 Tage geopfert. Aber Bayern ist ein einziges Museum. Egal, ob man das Germanische Museum in Nürnberg anschaut, oder Würzburg, der Spruch, Franken war schon Degeneriert, als die Bayern noch ein Bergvolk waren, was sich an vielen Schlössern ablesen lässt, ist Geschichte in Reinform.


    MfG. Rainer

  • Was aus heutiger Sicht leider zumeist verkannt wird, ist die Tatsache, dass der Begriff des Sammelns kulturhistorisch eine starke Wandlung erfahren hat; mit dem, was er in der Ära der Jäger und Sammler zu tun hatte, hat er nämlich gar nichts mehr gemein, denn in diesen prähistorischen Zeiten war lediglich das Auflesen mutmaßlich ess- oder nutzbarer Früchte und Dinge gemeint, seit dem Aufklärungszeitalter ist das Bewahren und das Systematisieren der gesammelten Gegenstände Schwerpunkt der Tätigkeit. Der Historiker Krzysztof Pomian schilderte die wesentliche Aufgabe des Museums (und seiner Vorstufen, etwa als "Wunderkammer") als Herauslösung des Gegenstands aus seiner Nutzung als Gebrauchsgegenstand oder als Ware - als Gegenstand kontemplativer Betrachtung kündet er von seiner früheren Bedeutung, er repräsentiert nunmehr die Mühe seiner Herstellung und den Zeitgeschmack der Ära seiner Verbreitung… die Museumslandschaft breitet vor uns ja eine Vielzahl der unterschiedlichsten Museen aus, und es sind gerade die kleinen, die unscheinbaren, in denen die Exponate oftmals mehr repräsentieren als nur den materiellen Wohlstand einer Region und den Repräsentationsaufwand des Großbürgertums…


    Gestern hatte ich Gelegenheit, mir wieder einmal solch ein kleines Museum anzuschauen - Kellinghusen, ein kleiner Ort in Schleswig-Holstein, zeigt dort einen kleinen Ãœberblick über die örtliche Fayence-Produktion, die oft von kleinen Sonderausstellungen mit privaten Leihgaben zur Ortsgeschichte flankiert wird. Gerade jene, als persönliches Erinnerungsstück des Leihgebers, als Dokument des längst veränderten Ortsbildes, der Wirtschafts- und Sozialgeschichte, bieten ein Höchstmaß an Anschaulichkeit.

  • Das Stadtmuseum Wedel habe ich ja schon mehrmals aufgesucht, aber die ein wenig versteckt gelegene Aussenstelle, wo die Techniksammlung gezeigt wird, habe ich heute erst besichtigt. Ein wenig ungeschickt ist, dass die Kommune (der Kreis Pinneberg) in jener zur Sackgasse umfunktionierten Straße werktags nur eine Stunde Parkdauer gestattet, wenn das Museum doch nur am ersten Samstag des Monats nachmittags geöffnet ist. Aber die Sammlung ist beeindruckend, und das Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter, die Begeisterung, mit der sie von ihrer früheren Berufstätigkeit und den Produkten ihrer einstigen Arbeitgeber erzählen, ist es nicht minder. Da die Parkzeit meine Besuchsdauer eingeschränkt hat, war ich nur imstande, etwa die Hälfte der ausgestellten Sammlungsteile zu betrachten. Der Eintritt ist übrigens frei, eine kleine Spende habe ich aber selbstverständlich gern gegeben.

  • Im Videothekensterben-Thread hatte ich schon stichwortartig auf den aktuellen Wandel auch der Museumskultur bzw. des Selbstverständnisses von Museen, die in ihrer Gründungszeit doch als Volksbildungsanstalten eröffnet wurden, hingewiesen. Das Museum - und damit das bürgerliche Interesse an der eigenen Geschichte - ist bekanntlich eine relativ junge Einrichtung. Als erstes seiner Art gilt das British Museum, das vor allem die Mitbringsel der Entdeckungsfahrten und aus den kolonialisierten Gebiete in Ãœbersee den Daheimgebliebenen präsentierte - und mit den ab Mitte des 19. Jahrhunderts populär gewordenen Weltausstellungen setzte ein regelrechter Wettbewerb um den Bau und die Einrichtung größerer und schönerer Dauerrepräsentanzen kultureller Schätze und Werte ein.
    Nicht zuletzt geriet folglich auch die regionale Wirtschaftsgeschichte ins Blickfeld kulturanthropologischer Forschung und Konservierung. Bloß sinkt im Zeitalter der "neuen Medien" das Interesse der ursprünglichen Zielgruppe dieser Schausammlungen, weswegen den Besucherzahlen mittlerweile größere Aufmerksamkeit gilt als der ursprünglichen Aufgabe. Museen mutieren zu Edutainment-Einrichtungen - und zahlreiche Einrichtungen dieser Art sind in den letzten Jahrzehnten bereits von der Bildfläche verschwunden.