Close
Login to Your Account
Politopia - Das Europa-Forum - Powered by vBulletin
Ergebnis 1 bis 6 von 6

Thema: Myanmar: Die Volksgruppe der Rohingya

  1. #1
    Politopia-Urgestein
    Registriert seit
    27.02.2009
    Beiträge
    10.014
    Danke
    3.819
    Thanked 9.322 Times in 4.028 Posts

    Standard Myanmar: Die Volksgruppe der Rohingya

    In den türkischen Nachrichten wird darüber in letzter Zeit häufig berichtet, in den deutschen Medien ist das eher ein Randthema, deshalb wollte ich das hier mal thematisieren.

    In Myanmar gibt es ethnische Säuberungen die die Volksgruppe der Rohingya betreffen.

    Hier ein Artikel der Zeit:
    Während sich Birma (offiziell Myanmar) langsam öffnet, fällt der Blick nicht nur auf die neuen Freiheiten dort, sondern mehr und mehr auf einen alten Konflikt: Die muslimischen Rohingya im Westen des Landes sind von Verfolgung und schwerer Gewalt bedroht(...)
    Die sueddeutsche:
    Der Konflikt habe gezeigt, dass es in Myanmar noch immer "staatlich gesteuerte Verfolgung und Diskriminierung" gebe, erklärte die Organisation. Die internationale Gemeinschaft müsse auf die "Gräueltaten" reagieren und dürfe sich nicht von der "romantischen Erzählung eines durchgreifenden Wandels" blenden lassen.(...)
    Nun ein paar allgemeine Infos:

    Myanmar:

    Völker und Sprachen

    Myanmar ist ein Vielvölkerstaat mit rund 54 Millionen Einwohnern, die 135 verschiedenen Ethnien angehören. Die größte Ethnie ist mit 70 % Bevölkerungsanteil die der Birmanen (Bamar). Die Shan sind die zweitgrößte Volksgruppe (8,5 %) und leben hauptsächlich im Shan-Staat des Landes, in Gebieten ab etwa 1000 Metern Höhe.

    6,2 % stellen die überwiegend christlichen Karen und 2,4 % gehören zu den Mon. Die Padaung gehören zur Sprachgruppe der Mon-Khmer und umfassen etwa 150.000 Personen. Sie leben im südlichen Kachin- und im Shanstaat. 2,2 % sind Chin (Tschin) und 1,4 % Kachin.
    Hauptsächlich im Rakhaing-Staat leben etwa 730.000 Arakanesen. Andere Quellen geben ihren Anteil an der Gesamtbevölkerung sogar mit 4 % an. Ebenfalls im Rakhaing-Staat leben die Rohingya, denen der Status als Volksgruppe verwehrt wird und die von der Regierung als bengalische Muslime bezeichnet werden.[11][12] Viele von ihnen sind nach Bangladesch geflohen. Ferner stellen die Chinesen 1–2 % und die Inder 1 % der Bevölkerung. Die einzelnen Völker sprechen ihre eigenen Sprachen, Englisch ist Handelssprache. Amtssprache ist die Birmanische Sprache.
    Religion

    Anteile der Religionen an der Bevölkerung:

    • Buddhismus (mit Lokalreligionen gemischt): nach offiziellen Angaben 87,2 %
    • Christentum: 5,6 % (zumeist Anhänger des Protestantismus und der katholischen Kirche: 1,04 %)
    • Islam: 3,6 %
    • Anhänger von indischen Religionen: 2,6 %.


    Der muslimischen Minderheit in Myanmar, den Rohingya, wird die Staatsangehörigkeit verwehrt und ihre Bürgerrechte werden stark eingeschränkt. Von den Vereinten Nationen werden die Rohingya als eine der am stärksten verfolgten Minderheiten der Welt bezeichnet.
    Quelle: Wikipedia-Artikel: Myanmar


    Zu den Rohingya:

    Die Rohingya werden von den Vereinten Nationen als die „am meisten verfolgte Minderheit der Welt“ eingestuft.Rohingya-Aktivisten werfen der myanmarischen Regierung vor, dass sie den muslimischen Rakhaing-Staat in eine buddhistische Region umwandeln und die Muslime zu einer bedeutungslosen oder überschaubaren Minderheit machen wollen. Deswegen seien mehr als ein Viertel des gesamten Ackerlandes dem Dschungel überlassen worden. Die Regierung habe damit begonnen, beschlagnahmtes Rohingyaland an Arakanesen innerhalb und außerhalb des Rakhaing-Staats zur Besiedlung zu übergeben. Es wird behauptet, dass Pagoden und buddhistische Klöster vor allem an Stellen errichtet werden, wo zuvor islamische Gebäude niedergerissen wurden, um Rakhaings Erscheinungsbild in ein buddhistisches umzuwandeln. Seit der Unabhängigkeit Birmas am 4. Januar 1948 sind die Rohingya – unter Druck des Regimes – bisher mit 19 groß angelegten Militäroperationen konfrontiert gewesen. Diese massiven Militäroperationen führten zum Tod vieler Rohingya, zur Verwüstung ihrer Siedlungsgebiete und Heiligtümer sowie der systematischen Zerstörung ihrer Infrastrukturen.

    Liste von schweren Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen des Militärregimes:

    1. Verweigerung der Staatsbürgerschaft und Ausstellung entsprechender persönlicher Dokumente mit dem Gesetz aus dem Jahre 1982
    2. Reisebeschränkungen innerhalb der Landesgrenzen, in die Stadt, in andere Dörfer
    3. Zwangsarbeit
    4. Konfiszierung privaten Bodens, Nötigung zum Exil und der Zerstörung Privateigentums
    5. Heiratsbeschränkungen für Rohingya
    6. Illegale Besteuerung und Diebstahl
    7. Illegale Machenschaften bei der Registrierung von Geburten und Todesfällen
    8. Beschränkungen der schulischen Erziehung
    9. Illegale İnhaftierungen, Folter und illegale Tötungen
    10. Vergewaltigung von Frauen und Misshandlungen älterer Menschen
    11. Systematische Dezimierung der Einwohnerzahl der Rohingya
    12. Schätzungsweise 1,5 Millionen Rohingya leben staatenlos im Exil.
    13. Illegale Inhaftierungen von Exil-Rohingya in den Nachbarstaaten (Bangladesch, Indien, Pakistan, Saudi Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Thailand, Malaysia)
    14. Die Rohingya werden offiziell nicht als eigenständige Bevölkerungsgruppe anerkannt.
    Quelle: Wikipediartikel: Rohingya

    ---------------------------------------------------

    Ich lese darüber ehrlich gesagt nur sehr wenig in den deutschsprachigen Medien. Vielleicht kennt sich ja jemand besser aus. Vielleicht sollte man wirklich alle Religionen abschaffen, aber der Mensch an sich findet immer einen Grund anderen Menschen so etwas anzutun.

  2. Folgender Benutzer sagt Danke zu Firtina für den nützlichen Beitrag:

    wudi (06.08.2012)

  3. #2
    Politopia-Urgestein Avatar von wudi
    Registriert seit
    27.11.2009
    Beiträge
    46.492
    Danke
    19.155
    Thanked 23.379 Times in 14.924 Posts

    Standard

    Ich sehe hier keinen Religionskonflikt, sondern einen Konflikt zwischen Ethnien.
    Ähnlich wie in vielen afrikanischen Ländern zwischen "Christen" und Muslimen".

    Vieleicht lassen sich böse Buddhisten in Deutschland schlecht vermarkten.







    "Alles was Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen!"
    ( Adenauer)



  4. #3
    User gelöscht, Account deaktiviert
    Registriert seit
    11.03.2009
    Beiträge
    28.324
    Danke
    41.216
    Thanked 9.001 Times in 6.335 Posts

    Standard

    Anstatt Atheistische Blogger zu verfolgen, die nach Meinung der Islamisten den Islam verunglimpfen, könnte doch Bangladesh seine muslimischen Brüder und Schwestern aus Myanmar in ihre ursprüngliche Heimat zurückholen.

    Prodded by Islamists, Bangladeshi Gov’t Targets ‘Atheist Bloggers’ | CNS News

  5. #4
    Politopia-Methusalem Avatar von komakino
    Registriert seit
    10.05.2012
    Ort
    Kyrzbekistan
    Beiträge
    7.517
    Danke
    4.276
    Thanked 5.817 Times in 3.264 Posts

    Standard

    Zitat Zitat von Kojo no Tsuki Beitrag anzeigen
    Anstatt Atheistische Blogger zu verfolgen, die nach Meinung der Islamisten den Islam verunglimpfen, könnte doch Bangladesh seine muslimischen Brüder und Schwestern aus Myanmar in ihre ursprüngliche Heimat zurückholen.

    Prodded by Islamists, Bangladeshi Gov’t Targets ‘Atheist Bloggers’ | CNS News
    Es würden reichen, wenn die Muslime in Burma nicht mehr verfolgt und ermordet werden.


  6. #5
    User gelöscht, Account deaktiviert
    Registriert seit
    11.03.2009
    Beiträge
    28.324
    Danke
    41.216
    Thanked 9.001 Times in 6.335 Posts

    Standard

    Die Aktivisten der radikal-islamistischen Gruppe Hefajat-e-Islam Bangladesh demonstrieren in Bangadesh dafür, dass die Regierung die Rohingyas aus Myanmar ins Land lässt.

    http://www.nationmultimedia.com/news...gnews/30300882

    Da stimme ich mit ihnen überein. Die Rohingyas stammen ursprünglich aus Bangladesh.

  7. #6
    User gelöscht, Account deaktiviert
    Registriert seit
    11.03.2009
    Beiträge
    28.324
    Danke
    41.216
    Thanked 9.001 Times in 6.335 Posts

    Standard

    Erdogan hat seine Holde, seine Ermine, zusammen mit seinem Außenminister nach Bangladesh geschickt, um die aus Myanmar in das Land ihrer Herkunft geflüchteten Rohinyas zu besuchen und mit ihnen gemeinsam ihr Schicksal zu beweinen.

    Dieser Besuch solle die Welt an ihre gemeinsame Verantwortung für das Schicksal der Rohinyas erinnern, und sie sei hier, um der Weltöffentlichkeit die Augen zu öffnen. Sie seien in Bangladesch um den Bedürftigen zu helfen und Trost zu spenden.

    Turkishpress ist eine unerwünschte Webseite, daher erfolgt keine Verlinkung von dort. Hier ist ein Link einer pakistanischen Quelle:

    http://www.pakistankakhudahafiz.com/...ide-rohingyas/
    Geändert von A0048 (11.10.2017 um 18:51 Uhr)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Über uns
Politopia.de - Das Diskussionsforum. Du interessierst dich für Politik oder ein anderes Themengebiet, wünschst dir gepflegte Umgangsformen aber eine durchaus harte inhaltliche Diskussion? Dann bist du hier bei uns genau richtig und unter Freunden.
Politopia Social