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Thema: Der Ölpreis liegt bei 60 Dollar pro barrel

  1. #1
    Firecreek
    Gast

    Standard Der Ölpreis liegt bei 60 Dollar pro barrel

    Im WDR wurde heute Rohani zitiert, der den Verfall des Rohölpreises nicht nur beklagt, sondern den Saudis in die Schuhe schiebt, da sie sich nicht zu einer Verknappung der Liefermenge entschließen konnten. Es sei nicht die schwächelnde Weltwirtschaft, die für den Preisverfall verantwortlich sei, sondern ein Verschwörung gegen den Iran, gegen die gesamte Region und auch gegen den Islam. Er sprach, ohne die Saudis direkt zu nennen, von einer von ihnen angezettelten Verschwörung, die zum Ziel habe, den Iran zu schwächen.
    Fakt ist, daß der iranische Haushalt unter Maßgabe eines Barrelpreises von 100 Dollar aufgestellt wurde und nun nur noch für den Papierkorb gut ist. Investitionen müssen gekürzt werden, die Arbeitslosigkeit wird ansteigen und damit sind soziale Unruhen programmiert.
    Den einen oder anderen wird es freuen.
    Die Flüchtlingsströme wird es beleben.
    Und der deutsche Michel? Es wird wieder Gas gegeben, bei einem Literpreis von 1,20 für Super.

  2. Folgende 3 Benutzer sagen Danke zu Firecreek für den nützlichen Beitrag:

    BudSpencer (11.12.2014), family (12.12.2014), wudi (10.12.2014)

  3. #2
    An allem schuld Avatar von PrometheusXL
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    Standard

    Zitat Zitat von Firecreek Beitrag anzeigen
    Im WDR wurde heute Rohani zitiert, der den Verfall des Rohölpreises nicht nur beklagt, sondern den Saudis in die Schuhe schiebt, da sie sich nicht zu einer Verknappung der Liefermenge entschließen konnten. Es sei nicht die schwächelnde Weltwirtschaft, die für den Preisverfall verantwortlich sei, sondern ein Verschwörung gegen den Iran, gegen die gesamte Region und auch gegen den Islam. Er sprach, ohne die Saudis direkt zu nennen, von einer von ihnen angezettelten Verschwörung, die zum Ziel habe, den Iran zu schwächen.
    Fakt ist, daß der iranische Haushalt unter Maßgabe eines Barrelpreises von 100 Dollar aufgestellt wurde und nun nur noch für den Papierkorb gut ist. Investitionen müssen gekürzt werden, die Arbeitslosigkeit wird ansteigen und damit sind soziale Unruhen programmiert.
    Den einen oder anderen wird es freuen.
    Die Flüchtlingsströme wird es beleben.
    Und der deutsche Michel? Es wird wieder Gas gegeben, bei einem Literpreis von 1,20 für Super.
    der ölpreis ist deshalb so tief gefallen, weil die usa ihren energiehunger mittlerweile, reziprok zu den vergangenen jahrzehnten, überwiegend aus eigenen quellen stillen können - aufgrund des exponenziell gewachsenen eigenen fordervolumens - also "dank" fracking.
    alles andere ist, soweit es den iran und seine anschuldigungen betrifft, vermutlich eher wahlweise propaganda oder alibi für grundsätzliche fehler im eigenen system, bez. suche nach schuldigen. dass ein haushalt vorgeblich alleine auf grundlage der volatilen rohstoffwertbemessung aufgestellt wird, ist bereits ein witz für sich.
    im übrigen sind das grundsätzliche risiken, die jeder betrieb auch im kleinen kennt. wesentliche kostenfaktoren wie energiekosten, und zuliefereraufwendungen müssen teil der gesamtkalkulation sein und wer das kennt, rechnet eine gewisse schwankungsbreite unter der position "risiko" in eine angebotsabgabe oder ertragsprognose ein. denn das leben ist voller risiken.
    dass der iran sich als opfer einer verschwörung sieht, steht auf einem ganz anderen blatt mit vollig anderen überschriften.
    Geändert von PrometheusXL (10.12.2014 um 20:40 Uhr)

  4. Folgender Benutzer sagt Danke zu PrometheusXL für den nützlichen Beitrag:

    BudSpencer (11.12.2014)

  5. #3
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    Hat man sich nicht auch einen gut funktionierenden Schwarzmarkt aufgebaut?
    Auch der drückt den Preis. Und es würde auch erklären, warum die Saudis die Fördermenge nicht verknappen. Die verdienen auch bei 60$ ganz gut.

  6. #4
    Firecreek
    Gast

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    Zitat Zitat von PrometheusXL Beitrag anzeigen
    der ölpreis ist deshalb so tief gefallen, weil die usa ihren energiehunger mittlerweile, reziprok zu den vergangenen jahrzehnten, überwiegend aus eigenen quellen stillen können - aufgrund des exponenziell gewachsenen eigenen fordervolumens - also "dank" fracking.
    alles andere ist, soweit es den iran und seine anschuldigungen betrifft, vermutlich eher wahlweise propagande oder alibi für grundsätzliche fehler im eigenen system, bez. suche nach schuldigen. dass ein haushalt vorgeblich alleine auf grundlage der volatilen rohstoffwertbemessung aufgestellt wird, ist bereits ein witz für sich.
    im übrigen sind das grundsätzliche risiken, die jeder betrieb auch im kleinen kennt. wesentliche kostenfaktoren wie energiekosten, und zuliefereraufwendungen müssen teil der gesamtkalkulation sein und wer das kennt, rechnet einen gewisse schwankungsbreite unter dnr position "risiko" in eine angebotsabgabe oder ertragskalkulation ein. denn das leben ist voller risiken.
    dass der iran sich als opfer einer verschwörung sieht, steht auf einem ganz anderen blatt mit vollig anderen überschriften.
    Soweit ich den WDR-Bericht noch im Kopf habe (lief ca. zwischen 18.30 und 1845, kann ihn aber nicht finden), wurde von Rohani auch Rußland ins Spiel gebracht, das auch nicht an einer Drosselung der Ölförderung interessiert sei aus Sorge, Absatzmärkte zu verlieren.
    Das Hauptproblem wird darin gesehen, daß Saudi eine um ein Vielfaches höhere Menge an Rohöl pro Tag fördern darf als der Iran (wenn ich es richtig im Kopf habe: zehnfache Fördermenge). Hat wohl mit dem OPEC-status der Saudis zu tun.

    Die iranische Wirtschaft beruht im Wesentlichen auf dem Öl-Export. Auf welcher Grundlage sonst sollten sie einen Haushalt machen? Zur Zeit der Haushaltsverabschiedung lag der barrel bei 110 Dollar.

  7. #5
    Politopia-Urgestein Avatar von wudi
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    Zitat Zitat von Firecreek Beitrag anzeigen
    Soweit ich den WDR-Bericht noch im Kopf habe (lief ca. zwischen 18.30 und 1845, kann ihn aber nicht finden), wurde von Rohani auch Rußland ins Spiel gebracht, das auch nicht an einer Drosselung der Ölförderung interessiert sei aus Sorge, Absatzmärkte zu verlieren.
    So ungefähr. Ich habe derletzt eine genauere Analyse gesehen, auf Norwegisch. Mit der USA und Fracking hat das weniger zu tun. Das drückt den Ölpreis nicht binnen 6 Monate um 40%.
    60 Dollar ist so die untere, gesunde Schmerzgrenze.







    "Alles was Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen!"
    ( Adenauer)



  8. #6
    Politopia-Urgestein Avatar von wudi
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    Zitat Zitat von gun0815 Beitrag anzeigen
    Hat man sich nicht auch einen gut funktionierenden Schwarzmarkt aufgebaut?
    Meinst du die IS? Das sind nur 150.000 Barell am Tag, kaum der Rede wert.







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    ( Adenauer)



  9. #7
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    Zitat Zitat von wudi Beitrag anzeigen
    Meinst du die IS? Das sind nur 150.000 Barell am Tag, kaum der Rede wert.
    Du scheinst wieder nur ein Teil des Bildes zu sehen. Ja, die IS ist AUCH ein Teil des Schwarzmarktes.

    Fassen wir die wichtigsten Ursachen zusammen: Während über die politischen und geostrategischen Hintergründe weiter spekuliert wird, kann man folgende direkte Ursachen anführen: der starke Kurs bzw. die Deflation des US-Dollars, die wachsende nordamerikanische Ölproduktion dank Fracking und Abbau von Ölsanden, hohe Förderquote in den reichen Golfstaaten, allen voran in Saudi-Arabien, weltweite Energiesparmaßnahmen, langsameres Wirtschaftswachstum in China sowie illegaler Ölverkauf auf dem Schwarzmarkt durch Terroristen wie denen von IS.
    http://www.freiewelt.net/reportage/g...doel-10048683/

  10. #8
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    china hat seine wirtschaftsprognosen reduziert und die usa nehmen nur noch ein drittel der früheren mengen ab. also, wenn das nicht zu verwerfungen führt, was dann?
    dass die betroffenen und unflexiblen wettbewerber auf der anbieterseite dann wie die kesselflicker miteinander ins streiten um den markt kommen, kennt jeder krämer im kleinen. das sind dann die rabattschlachten in den sterbenden und früher florierenden einkaufsstraßen. ist doch wirklich nicht so schwer zu verstehen.
    und crashartiger preisverfall kommt meist innerhalb einer sehr kurzen zeit. daher auch die bezeichnung: crash.
    so eine entwicklung zeigt meist eine durchschnittswertverlaufskurve, die einen langsamen beginn, einen steigerungsbereich, einen drastischen verfallsbereich und einen auffangbereich aufweist. 40% in sechs monaten? schau dir mal crashverläufe an der börse an, die sind in kürzerer zeit tiefer gefallen.
    Geändert von PrometheusXL (10.12.2014 um 21:12 Uhr)

  11. Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu PrometheusXL für den nützlichen Beitrag:

    BudSpencer (11.12.2014), gun0815 (10.12.2014)

  12. #9
    Firecreek
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    Zitat Zitat von wudi Beitrag anzeigen
    So ungefähr. Ich habe derletzt eine genauere Analyse gesehen, auf Norwegisch. Mit der USA und Fracking hat das weniger zu tun. Das drückt den Ölpreis nicht binnen 6 Monate um 40%.
    60 Dollar ist so die untere, gesunde Schmerzgrenze.
    Und dieser Preisverfall trifft nicht nur die Iraner, sondern wie Rohani ganz richtig sagt, die gesamte Region - bis auf die Saudis, die bei ihrer ungeheuren Fördermengenge immer noch saugut verdienen.

  13. #10
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    Zitat Zitat von PrometheusXL Beitrag anzeigen
    china hat seine wirtschaftsprognosen reduziert und die usa nehmen nur noch ein drittel der früheren mengen ab. also, wenn das nicht zu verwerfungen führt, was dann?
    dass die betroffenen und unflexiblen wettbewerber auf der anbieterseite dann wie die kesselflicker miteinander ins streiten um den markt kommen, kennt jeder krämer im kleinen. das sind dann die rabattschlachten in den sterbenden und früher florierenden einkaufsstraßen. ist doch wirklich nicht so schwer zu verstehen.
    und preisverfall kommt meist innerhalb einer sehr hurzen zeit. ist eine simple verlaufskurve, die einen langsamen beginn, einen steigerungsbereich, einen drastischen verfallsbereich und einen auffangbereich aufweist. 40% in sechs monaten? schau dir mal crashverläufe an der börse an, die sind schon wesendlich kürzer verlaufen.
    Die offensichtlichen Gründe sind ja offensichtlich. Ich hab ja nur ergänzt.
    In meinem verlinkten Artikel kommt das ja auch so rüber und die Hauptgründe sind gut und schlüssig analysiert.

    mfg

  14. #11
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    hier mal eine grafik über längere zeitabschnitte, es gab schon deutlich großere schwankungen in der jüngeren vergangenheit ...

    preis in dollar/barrel (wti)


    quelle

  15. #12
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    Zitat Zitat von PrometheusXL Beitrag anzeigen
    hier mal eine grafik über längere zeitabschnitte, es gab schon deutlich großere schwankungen in der jüngeren vergangenheit ...

    preis in dollar/barrel (wti)
    Hier eine Grafik über den Verbrauch.
    quelle
    Hier eine Grafik über den Verbrauch:

    Schirmfoto_2014-12-10_105044.jpg

    Stetiger Anstieg trotz Krisen und unabhängig vom Preis. Die Rechnungen hier haben einen grossen Haken, man vergisst den weltweiten Mehrverbrauch in Schwellenländern, ein wesentlicher Faktor. Ich nehme an einige Quellen dürften widerlegt sein.







    "Alles was Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen!"
    ( Adenauer)



  16. #13
    Firecreek
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    Zitat Zitat von wudi Beitrag anzeigen
    Hier eine Grafik über den Verbrauch:

    Schirmfoto_2014-12-10_105044.jpg

    Stetiger Anstieg trotz Krisen und unabhängig vom Preis. Die Rechnungen hier haben einen grossen Haken, man vergisst den weltweiten Mehrverbrauch in Schwellenländern, ein wesentlicher Faktor. Ich nehme an einige Quellen dürften widerlegt sein.
    Der Verbrauch sinkt jedenfalls nicht. Deshalb hat die OPEC ja auch nicht die Fördermenge herabgesetzt. Nur sitzt Iran nicht im Kartell und hat daher nur eine eingeschränkte Fördermenge. M. E. nicht der richtige Weg, den Iran auszubluten, wenn man ISIS als Bedrohung wahrnimmt. Für mich ist das falsche Politik. Aber vermutlich haben die Saudis zuviel Kapital in New York, London und Frankfurt liegen.

  17. #14
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    leute... der mit abstand größere verbraucher ist mittlerweile kein netto-importeur mehr, also als kunde weitgehend weggefallen, sondern, im gegenteil, netto-exporteur geworden, und somit von der nachfrageseite auf die anbieterseite gewechselt.
    ist das tatsächlich so schwer zu verstehen? wen juckt die verbrauchssteigerung, wenn das angebot noch schneller steigt?

  18. Folgender Benutzer sagt Danke zu PrometheusXL für den nützlichen Beitrag:

    BudSpencer (11.12.2014)

  19. #15
    Firecreek
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    Zitat Zitat von PrometheusXL Beitrag anzeigen
    leute... der mit abstand größere verbraucher ist mittlerweile kein netto-importeur mehr, also als kunde weitgehend weggefallen, sondern, im gegenteil, netto-exporteur geworden, und somit von der nachfrageseite auf die anbieterseite gewechselt.
    ist das tatsächlich so schwer zu verstehen? wen juckt die verbrauchssteigerung, wenn das angebot noch schneller steigt?
    Da spricht der Geschäftsmann.

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