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Thema: Technische Intelligenz = Künstliche Intelligenz?

  1. #166
    Politopia-Methusalem
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    Faszinierend: AlphaZero, ein selbstlernender Algorithmus, der Anfangs nichts weiter beherrschte als die Spielregeln, konnte sich durch Trainigspartien gegen sich selbst Schach, Go und Shogi beibringen und schon bald die besten auf diese Spiele spezialisierten Programme schlagen. Insbesondere im Schach hielt man die konventionellen, auf schnelles Eindringen in die Suchbäume getrimmten Schachprogramme für spielstärker als auf künstlicher Intelligenz basierende Systeme. AlphaZero schlug aber das bisher stärkste Schachprogramm, Stockfish, das ich selbst gut kenne, klar! Die Zeiten für auf einzelne Fähigkeiten spezialisierte Programme scheinen abgelaufen zu sein.

    Interessant übrigens die aus einem Schachcomputerforum stammenden Zahlen der berechneten Stellungen pro Sekunde:

    Pos/Sek Stockfish: 70.000.000
    Pos/Sek AlphaZero: 80.000 (Das ist schon fast 'menschlich' langsam. )

    Mehr Infos sind hier zu finden.
    Geändert von jaki01 (06.12.2017 um 19:06 Uhr)

  2. Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu jaki01 für den nützlichen Beitrag:

    Atue (06.12.2017), Konrad (06.12.2017)

  3. #167
    Politopia-Haudegen
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    Ja, faszinierend - spannend wäre nun eine Einschätzung deinerseits, ob du das schon als Intelligent bezeichnen würdest.

    Spannend wäre auch eine Einschätzung, ob wir es hier noch mit Ergebnissen zu tun haben, deren Zustandekommen ein Mensch prinzipiell noch verstehen kann, oder ob es sich um etwas handelt, was der Mensch zwar losgetreten hat, was aber ausserhalb menschlicher Wahrnehmung eine Entwicklung nimmt. Der Satz ist ein wenig spröde - ich hoffe es ist klar, was ich damit meine......

  4. #168
    Politopia-Haudegen
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    Für die, die das einrichten können, empfehle ich mal folgende Ausstellung: ZKM - Open Codes - Leben in digitalen Welten

    Gerne auch mal mit einer Führung........

  5. #169
    Endstation des Schwarzen Peters Avatar von Konrad
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    Gestern zeigte ZDFinfo aus der Reihe "Lesch Kosmos" die Folge

    Die neue Revolution - Die Welt von morgen
    Mikrochips im Kopf, Roboterbauteile im Körper, neue Organe per 3D-Drucker und Sex-Roboter als Partner. Harald Lesch zeigt, wo die Chancen und Risiken der rasanten Technologieentwicklung zur Optimierung des Menschen liegen.

    Kann in der ZDF Mediathek abgerufen werden https://www.zdf.de/wissen/leschs-kosmos/videos/die-neue-revolution-100.html

    Die Grenzen fangen an zu verschwimmen. KI-Baugruppen und operative Unterfunktionseinheiten sind in vielen Bereichen still und leise, nur von den unmittelbar damit Befassten im Fokus, auf dem Vormarsch, und mergen mit dem Menschen auf einer eher praktischen Ebene. Das führt, durch Vernetzung, zu einer unerschöpflichen Daten- und Informationsquelle für einen optionale Zugriff durch eine entsprechend intendierte Kontroll- und Lenkungsinstanz. Eine in einem dieser besondere evolutionären Momente entwickelte Bewusstseinsform - ein Geist in der Maschine - hätte damit mit einem Schlag beinahe unendliche Lernfortschrittsquellen, sogar Einblick bis in die tiefsten Abgründe der individuelle Bedürfnisse, wie sie in dieser Tiefe und dem Ausmaß kaum ein Mensch je erlangen könnte.

    Wenn Wissen und Information, und deren Verarbeitungskapazität, ein Hauptmerkmal von Intelligenz sind, habe wir echt schlechte Karten, wenn mal ein Algorithmus seine virtuellen Gene "schadhaft" vererbt und der "Schaden" nicht weniger als die Brücke zum virtuellen Missing Link der Ich-Bewusstseinsentstehung wäre....

    Wer alt genug ist und erlebt hat, wie es damals, vor Wiki und Smartphone, war, erinnert sich womöglich noch an die Experimente der Schulzeit... Wie war das damals, 1896, als die Radioaktivität entdeckt wurde?
    Von einem Franzosen, namens
    Antoine Henri Becquerel,
    an einem Tag, an dem die Sonne nicht schien - in einer geschlossenen Schublade, in der ein "misslungenes" Experiment zwischengelagert wurde...
    Die überraschende Erkenntnis im Rückblick auf die Jahrhundere der Forschung ist diese:
    erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt..
    .
    Geändert von Konrad (09.12.2017 um 10:33 Uhr) Grund: Zitatfensterbug

  6. Folgender Benutzer sagt Danke zu Konrad für den nützlichen Beitrag:

    Schopenhauer (09.12.2017)

  7. #170
    Politopia-Methusalem
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    Zitat Zitat von Atue Beitrag anzeigen
    Ja, faszinierend - spannend wäre nun eine Einschätzung deinerseits, ob du das schon als Intelligent bezeichnen würdest.
    Ich würde es als sehr kleinen Ausschnitt aus dem breiten Spektrum dessen bezeichnen, was wir Intelligenz nennen ...

    Zitat Zitat von Atue Beitrag anzeigen
    Spannend wäre auch eine Einschätzung, ob wir es hier noch mit Ergebnissen zu tun haben, deren Zustandekommen ein Mensch prinzipiell noch verstehen kann, oder ob es sich um etwas handelt, was der Mensch zwar losgetreten hat, was aber ausserhalb menschlicher Wahrnehmung eine Entwicklung nimmt.
    Schwierig zu beantworten: prinzipiell wissen wir, wie neuronale Netze arbeiten, trotzdem wissen wir nicht mehr, aus welchen konkreten Gründen bestimmte Entscheidungen getroffen werden. Das ist so ähnlich wie mit unserem eigenen Gehirn: wir wissen, wie Nervenzellen aufgebaut und miteinander verknüpft sind (und sich immer wieder neu verknüpfen können). Wir wissen auch wie die Reizweiterleitung über elektrische Potenziale und chemische Botenstoffe (Neurotransmitter) funktioniert. Trotzdem versteht kein Neurobiologe wirklich, wie genau es aufgrund des Zusammenwirkens vieler Neuronen zu sinnvollen, logischen Entscheidungen und Handlungsweisen kommt ... Man kann natürlich testen, welche Areale bei welchen Tätigkeiten und bei bestimmten Entscheidungsprozessen aktiv sind (so dass man mit einer gewissen Treffsicherheit sogar bestimmte Entscheidungen - z. B. jetzt gleich einen Arm zu heben - vorhersagen kann, bevor sie der entscheidenden Person selbst bewusst sind), aber das ist letztlich trotzdem ein Stochern im Dunkeln und kein wirklich umfassendes Verständnis der Entscheidungsfindung im Gehirn.

    Genauso wenig kann man voraussagen welchen schockierenden Zug AlphaZero als nächstes spielen wird.

  8. #171
    Politopia-Methusalem Avatar von Schopenhauer
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    Zitat Zitat von Konrad Beitrag anzeigen
    Gestern zeigte ZDFinfo aus der Reihe "Lesch Kosmos" die Folge
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    Der ist auch nicht schlecht.Allerdings nicht mehr brandaktuell.

    Mensch.Macht.Arbeit - Industrie 4.0


  9. #172
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    Schon älter, aber wirklich lustig, Kramnik gegen den Schachroboter:
    https://www.youtube.com/watch?v=51b10w3nTS4
    Vor allem als Kramnik seinen Bauern zwischen zwei Felder stellt, um die Maschine zu verwirren (Minute 2:19) ...

  10. #173
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    Zitat Zitat von jaki01 Beitrag anzeigen
    Schon älter, aber wirklich lustig, Kramnik gegen den Schachroboter:
    https://www.youtube.com/watch?v=51b10w3nTS4
    Vor allem als Kramnik seinen Bauern zwischen zwei Felder stellt, um die Maschine zu verwirren (Minute 2:19) ...
    Als ich 18 Jahre alt war, stand ich vor der Entscheidung Schachprofi zu werden. Ich habe damals erkannt, dass es schwer wird und wir gegen künstliche Intelligenz keine Chance haben werden.

    Ich habe daher die Seiten gewechselt und Mathematik mit Nebenfach Informatik studiert.

    Diese Wahl war weise.

    Kein Mensch heutzutage gewinnt gegen eine ausgeklügelte künstliche Intelligenz im Schachspiel, die Zugriff auf alle gespeicherten Schachpartien der Welt hat.

    Das ist leider so.

    Mathematik auf 64 Feldern ist zu begrenzt. Sie lässt zu wenig Spielraum für die menschliche Intuition. Im unbegrenzten Raum sind kluge menschliche Geister immer noch unschlagbar.

    Trotzdem liebe ich das Schachspiel mit menschlichen Partnern. Es trainiert den Geist für größere Dinge.

    Gruß aus Hamburg
    Geändert von SirPorthos (10.12.2017 um 21:17 Uhr)

  11. #174
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    Zitat Zitat von SirPorthos Beitrag anzeigen
    Als ich 18 Jahre alt war, stand ich vor der Entscheidung Schachprofi zu werden. Ich habe damals erkannt, dass es schwer wird und wir gegen künstliche Intelligenz keine Chance haben werden.
    Hm ... aber Leichtathleten treten auch nicht gegen Rennwagen an. Ich will damit sagen, dass Schachprofis immer noch genauso erfolgreich sein können wie früher ... Ich hatte übrigens denselben Gedanken (Schachprofi zu werden). Mich hielt nicht die künstliche Intelligenz davon ab, sondern die Erkenntnis, dass Kreativität und Begabung nur ein Mosaikstein des Erfolgs sind, und zusätzlich vor allem harte Arbeit gefragt ist. Die Wahrscheinlichkeit, wirklich erfolgreicher Schachprofi zu werden, der gut vom Schachspielen leben kann, stand in keiner guten Relation zum damit verbundenen Aufwand. Die Reaktionen von Schachprofis, die auf Opens nicht gegen mich gewinnen konnten, zeigten mir, wie hart es ist, aus finanziellen Gründen auf schachlichen Erfolg angewiesen zu sein - und ich fürchtete, die Freude am Spiel zu verlieren, wenn ich mich von ihm abhängig machen würde ...
    Ich spiele heute nur noch zum Spaß von Zeit zu Zeit im Internet Blitzschach (und jedes Jahr ca. eine Turnierpartie für die Mannschaft eines guten Freundes, immer dann, wenn es ihm gelingt, mich dazu zu überreden, weil das Team mal wieder vom Abstieg bedroht ist).

    Zitat Zitat von SirPorthos Beitrag anzeigen
    Kein Mensch heutzutage gewinnt gegen eine ausgeklügelte künstliche Intelligenz im Schachspiel, die Zugriff auf alle gespeicherten Schachpartien der Welt hat.
    ... die vor allem jedoch extrem schnell rechnet. Interessant ist, dass 'echte' KI (AlphaZero) im Schach nun die 'Schnellrechner' abzulösen scheint.

    Zitat Zitat von SirPorthos Beitrag anzeigen
    Trotzdem liebe ich das Schachspiel mit menschlichen Partnern. Es trainiert den Geist für größere Dinge.
    Auf dem lichess-Server bin ich auch jaki01 ...

  12. #175
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    Die Seite ist klasse. Ich kannte sie noch gar nicht. Ich habe mich unter SirPorthos angemeldet.

    Lieben Gruß aus Hamburg

  13. Folgender Benutzer sagt Danke zu SirPorthos für den nützlichen Beitrag:

    jaki01 (Gestern)

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