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Thema: Daten sind der Rohstoff der Zukunft (A. Merkel, Sept. 2015)

  1. #1
    Politopia-Haudegen Avatar von Meinungsbaum
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    Standard Daten sind der Rohstoff der Zukunft (A. Merkel, Sept. 2015)

    Kassenärztliche Bundesvereinigung: „Gesundheitsdaten für Versorgungsforschung nutzen“
    Haltet Eure Daten fest. Wenn diese Datenbank angelegt wird
    http://www.kbv.de/html/1150_21882.php
    wird ELENA
    https://de.wikipedia.org/wiki/ELENA-Verfahren
    mit Sicherheit auch wieder in Angriff genommen, weil sinnvoll verknüpfenswert (= erstmal nur meine persönliche Meinung).
    Der Traum unserer Volksvertreter, möglichst viele Bürger aus Glas, ohne Geheimnisse, ohne Privatsphäre rückt in greifbare Nähe. Weil es sich so gut anhört für uns: Forschung zu unser aller Nutzen.
    Wir müssen aufpassen, evtl. fragt man uns nur einmal:
    „Über eine einheitliche Plattform könnten aus den Daten relevante Schlüsse zur gesundheitlichen Versorgung gezogen werden, betonte Stausberg. Dazu sei eine Infrastruktur notwendig, die Wege zur Verzahnung der Daten bahnt. Ein positiver Nebeneffekt wäre, dass die Daten nur noch einmal eingegeben und nicht wie derzeit mehrfach für die verschiedenen Bereiche dokumentiert werden müssten.“

    Frdl. Grüße und ein schönes Wochenende
    Christiane

  2. Folgender Benutzer sagt Danke zu Meinungsbaum für den nützlichen Beitrag:

    Sonne (28.01.2017)

  3. #2
    Politopia-Haudegen Avatar von Meinungsbaum
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    Standard Die elektronische Gesundheitskarte

    Wieder ein Stück Selbstbestimmung weg. Unsere Sozialgerichte nehmen den gesetzlich Krankenversicherten das Recht auf eine ärztliche Behandlung, wenn sie nicht die elektronische Gesundheitskarte mit den darauf gespeicherten Daten verwenden bzw. zwingen sie ansonsten in den Selbstzahlermodus.

    Grundsatzurteil vom Landessozialgericht darüber, dass wir die elektronische Gsundheitskarte in der heutigen Form akzeptieren müssen, um ärztlich behandelt zu werden.
    Was von den Karteninhabern nicht akzeptiert werden muss (und das sollten wir unbedingt im Hinterkopf behalten) ist, dass die Krankenkassen ungefragt unsere Statusangaben zur Versicherung erweitern (z. B. falls jemand an Programmen bei Fachärzten, bestimmt durch die Kasse, teilnimmt).
    Insofern bremst das Gericht die Kassen denn doch ein wenig aus (oder der Schriftgrad des Kleingedruckten bei den Krankenversicherungen etc. wird noch kleiner).

    https://www.juris.de/jportal/portal/...enachricht.jsp

    Frdl. Grüße
    Christiane

  4. Folgender Benutzer sagt Danke zu Meinungsbaum für den nützlichen Beitrag:


  5. #3
    Politopia-Haudegen
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    Standard

    Selbstbestimmung und individuelle Freiheit stehen stets in Konkurrenz zu den Interessen der Gesellschaft insgesamt. In diesem Spannungsverhältnis kann nicht nur die individuelle Freiheit gewinnen!

    Ich bin aber stark dafür, dass man nicht immer nur den Bedenkenträger spielt, sondern auch, dass man klar die Chancen benennt und erkennt! Gerade im Bereich der Gesundheit können valide Daten helfen, dass preiswert ein massiver Fortschritt erzielt werden kann.

    Wer Angst vor einem abgleiten unserer Demokratie in Richtung eines totalitären Staates hat, der sollte sich klar machen, dass es dazu kaum der Daten bedarf. Ein solches Abgleiten ist jederzeit möglich - und hat mit der Existenz von solchen Daten wenig zu tun.
    Reden wir aber anstatt über eine ausgefeilte Demokratie über einen totalitären Staat, dann wird dieser wenig zaudern, um bei Bedarf auch Gesundheitsdaten personalisiert im großen Stil zu erheben und dann auch für jeglichen Zweck zu nutzen.

    Letzten Endes ist es mit Daten wie mit einem Messer. Man kann unglaublich viel gutes damit tun - und für lebensrettende OPs braucht es sogar besonders scharfe! Umgekehrt kann man mit nahezu jedem Messer auch unglaublich viel Unheilt anrichten. Nicht das Messer ist das Problem - sondern der, der das Messer führt.

    Nicht die Daten sind unser Problem, sondern der, der die Daten nutzt.

  6. Folgender Benutzer sagt Danke zu Atue für den nützlichen Beitrag:

    Sonne (28.01.2017)

  7. #4
    Politopia-Haudegen Avatar von Meinungsbaum
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    Standard Valide Daten

    Zitat Zitat von Atue Beitrag anzeigen
    Selbstbestimmung und individuelle Freiheit stehen stets in Konkurrenz zu den Interessen der Gesellschaft insgesamt. In diesem Spannungsverhältnis kann nicht nur die individuelle Freiheit gewinnen!

    Ich bin aber stark dafür, dass man nicht immer nur den Bedenkenträger spielt, sondern auch, dass man klar die Chancen benennt und erkennt! Gerade im Bereich der Gesundheit können valide Daten helfen, dass preiswert ein massiver Fortschritt erzielt werden kann.

    Wer Angst vor einem abgleiten unserer Demokratie in Richtung eines totalitären Staates hat, der sollte sich klar machen, dass es dazu kaum der Daten bedarf. Ein solches Abgleiten ist jederzeit möglich - und hat mit der Existenz von solchen Daten wenig zu tun.
    Reden wir aber anstatt über eine ausgefeilte Demokratie über einen totalitären Staat, dann wird dieser wenig zaudern, um bei Bedarf auch Gesundheitsdaten personalisiert im großen Stil zu erheben und dann auch für jeglichen Zweck zu nutzen.

    Letzten Endes ist es mit Daten wie mit einem Messer. Man kann unglaublich viel gutes damit tun - und für lebensrettende OPs braucht es sogar besonders scharfe! Umgekehrt kann man mit nahezu jedem Messer auch unglaublich viel Unheilt anrichten. Nicht das Messer ist das Problem - sondern der, der das Messer führt.

    Nicht die Daten sind unser Problem, sondern der, der die Daten nutzt.
    Die Karte kostet nur Geld, viel Geld, das wird dem Gesundheitssystem entzogen. Ich zahl Beiträge für die Solidarität mit anderen Krankenversicherten, das Geld dafür wird immer weniger, weil es in Funktionen und an Funktionäre geht, die nix für die Solidarität tun. Jetzt fließen seit Jahren auch noch große Summe für diese Plastikkarte mit sensiblen, weil unseren Daten ab. Wir zahlen Beiträge, damit wir ärztlich behandelt werden. Dafür sollen die Beiträge benutzt werden und für nix anderes. Nein, Atue, die Karte wird ausschließlich dafür benutzt, um eine große Datenautobahn aufzubauen, die IT- und Versicherungskonzernen nutzt. Nicht uns Patienten. Aber wir bezahlen sie mit dem Geld, das für unsere Heilung / Gesundheitserhaltung gedacht ist.

    Frdl. Grüße
    Christiane

  8. Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Meinungsbaum für den nützlichen Beitrag:

    Sonne (28.01.2017)

  9. #5
    Politopia-Haudegen
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    Standard

    Zitat Zitat von Meinungsbaum Beitrag anzeigen
    Die Karte kostet nur Geld, viel Geld, das wird dem Gesundheitssystem entzogen. Ich zahl Beiträge für die Solidarität mit anderen Krankenversicherten, das Geld dafür wird immer weniger, weil es in Funktionen und an Funktionäre geht, die nix für die Solidarität tun. Jetzt fließen seit Jahren auch noch große Summe für diese Plastikkarte mit sensiblen, weil unseren Daten ab. Wir zahlen Beiträge, damit wir ärztlich behandelt werden. Dafür sollen die Beiträge benutzt werden und für nix anderes. Nein, Atue, die Karte wird ausschließlich dafür benutzt, um eine große Datenautobahn aufzubauen, die IT- und Versicherungskonzernen nutzt. Nicht uns Patienten. Aber wir bezahlen sie mit dem Geld, das für unsere Heilung / Gesundheitserhaltung gedacht ist.

    Frdl. Grüße
    Christiane
    Das ist Schwarzseherei pur! Tatsächlich wird in Deutschland unglaublich viel Geld im Gesundheitswesen verschwendet, weil es Massen an unnötigen Doppeluntersuchungen gibt. Durch unnötige zweite Röntgenaufnahmen werden Patienten viel zu oft einem Strahlungsrisiko ausgesetzt, obwohl es schon gute Aufnahmen durch andere Ärzte gibt.

    Dass die Karte in Deutschland noch wenig nützt, und schon viel gekostet hat, liegt vor allem auch daran, dass viele Schwarzseher und Lobbyisten die Hürden unglaublich hoch legen und sogar klagen, bis dass endlich der erste Nutzen geschöpft werden kann.

    Andere Länder gehen da wesentlich pragmatischer ran! Da sind gemeinschaftliche Praxiszentren völlig normal - und in diesen Zentren werden Untersuchungen einmal gemacht, und allen Ärzten im Zentrum stehen die Daten zur Verfügung. Das ist Effizient, kostengünstig und für den Patienten eine Wohltat!

    In Deutschland machen Ärzte, Apotheker, und viele weitere Lobbyverbände aus eigennützigen Motiven heraus Stimmung gegen die Karte - weil beispielsweise die ach so integeren Ärzte skeptisch gegenüber solchen Ärztezentren sind. Denn in solchen Zentren werden viele der heutigen Doppeldiagnosen überflüssig - und damit fehlt den Ärzten auch eine Einnahmequelle. Und: Schlimmer noch - während heute Ärzte weitgehend als Götter in Weiß agieren können, wird in Ärztezentren eine hohe Transparenz hergestellt - wodurch Fehler frühzeitig entdeckt und vermieden werden können. Auch davor haben Ärzte durchaus Angst!

    Auch Apotheken sind dagegen - weil heutige attraktive Einnahmequellen potentiell entfallen, und mehr noch: Fehler leichter nachvollziehbar sind.

    Wir sollten bei der Betrachtung solcher Fragestellungen uns nicht von Ängsten und Sorgen solcher Lobbyisten leiten lassen, sondern mal ganz nüchtern als Kunde / Patient uns der Frage stellen, was wir eigentlich wollen!

    Ich wünsche mir als Patient, dass bei jeglichem Leiden der erste von mir erreichte Arzt sich äußerst schnell ein ganzheitliches Bild von meiner Gesundheit und meinem Zustand machen kann, so dass er mir äußerst zeitnah Hilfe leistet, die dann bitte auch noch nachhaltig sein soll!

    Das alles möchte ich zu einem möglichst attraktiven Preis, und mit möglichst wenig Aufwand meinerseits bekommen - Aufwand, der auch zeitlich gemeint ist.

    Wenn ich mich gesund fühle, und ich gesund bin, dann möchte ich möglichst nur minimalistisch vom Gesundheitswesen insgesamt überhaupt angesprochen werden - ich habe besseres zu tun, als mich täglich mit meiner Gesundheit auseinandersetzen zu müssen - ich will mich in der Regel einfach nur mit einem erfüllten Leben auseinandersetzen!

    Die Summe dieser meiner Wünsche ist besser zu erreichen, wenn mehr Daten erhoben, ausgewertet und genutzt werden. Es ist traurig, dass dies heute noch kein Standard ist, obwohl dies technisch schon seit Jahren kein Problem mehr darstellt.

  10. Folgender Benutzer sagt Danke zu Atue für den nützlichen Beitrag:

    Yves (30.07.2016)

  11. #6
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    Die Karte, Atue, hat doch nix damit zu tun, ob irgendwie irgendwo irgendwelche Doppeluntersuchungen in irgendwelchen medizinischen Zentren vorgenommen werden. Die Karte ist mir ein Ärgernis, weil sie meine Daten trägt und mich zwingt, mich damit mit Ärzten in Verbindung zu setzen, um ihren Beruf zu nutzen. Die Karte mit meinen Daten macht viele Leute satt, aber nicht die, die ich bezahle / erreichen will mit meinen monatlich eingezogenen Beiträgen: Die Ärzte. Also Atue, bitte schön. Was soll das? Die Karte erstellt auch keine Register, die dann Forschungen im Patientensinne forcieren könnten. Die Karte ist reines Plastikgeld. Ohne Wert für die, die sie finanzieren.
    Frdl. Grüße
    Christiane

  12. #7
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    Zitat Zitat von Meinungsbaum Beitrag anzeigen
    Die Karte, Atue, hat doch nix damit zu tun, ob irgendwie irgendwo irgendwelche Doppeluntersuchungen in irgendwelchen medizinischen Zentren vorgenommen werden. Die Karte ist mir ein Ärgernis, weil sie meine Daten trägt und mich zwingt, mich damit mit Ärzten in Verbindung zu setzen, um ihren Beruf zu nutzen. Die Karte mit meinen Daten macht viele Leute satt, aber nicht die, die ich bezahle / erreichen will mit meinen monatlich eingezogenen Beiträgen: Die Ärzte. Also Atue, bitte schön. Was soll das? Die Karte erstellt auch keine Register, die dann Forschungen im Patientensinne forcieren könnten. Die Karte ist reines Plastikgeld. Ohne Wert für die, die sie finanzieren.
    Frdl. Grüße
    Christiane
    Den voran stehenden Beitrag des Atue haben Sie offenbar inhaltlich ignoriert? Der wesentliche Grund zur Schaffung dieser "Karte" war immer und ist noch immer gedacht und liegt vor allem anderen im Sinne aller potentiellen Patienten: die Vermeidung von Doppel- und Dreifachuntersuchungen und -Behandlungen (incl. Röntgen etc.). Darum geht es, nicht immer nur ums Geld. Aus Kassensicht sogar im Gegenteil. :rolleyes:
    Geändert von Yves (30.07.2016 um 00:55 Uhr)

  13. #8
    Politopia-Haudegen Avatar von Meinungsbaum
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    Standard Ich habe nichts überlesen, schon gar nicht geflissentlich

    Diese Angaben über den Versicherten sind derzeitig auf der elektronischen Gesundheitskarte abgespeichert:
    Krankenkasse, Vor- und Familiennamen, Geb.-Datum, Geschlecht, Anschrift, Vers.-Nr. (jetzt lebenslang gültig, wie die Steuer-ID !), Versicherten- und Zuzahlungsstatus, Beginn der Versicherung.
    http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__291.html

    Das sollte reichen, meine ich. Und das Urteil sagt denn ja auch, wenn ich mehr gespeichert haben will (und künftig vorgesehen ist u. a.):
    „ … das Erheben, Verarbeiten und Nutzen von
    medizinischen Daten, soweit sie für die Notfallversorgung erforderlich sind,
    Befunden, Diagnosen, Therapieempfehlungen sowie Behandlungsberichten in elektronischer und maschinell verwertbarer Form für eine einrichtungsübergreifende, fallbezogene Kooperation (elektronischer Arztbrief),
    Daten des Medikationsplans nach § 31a einschließlich Daten zur Prüfung der Arzneimitteltherapiesicherheit,
    Daten über Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen, Behandlungsberichte sowie Impfungen für eine fall- und einrichtungsübergreifende Dokumentation über den Patienten (elektronische Patientenakte),
    durch von Versicherten selbst oder für sie zur Verfügung gestellte Daten,
    Daten über in Anspruch genommene Leistungen und deren vorläufige Kosten für die Versicherten (§ 305 Abs. 2),
    Erklärungen der Versicherten zur Organ- und Gewebespende,
    Hinweisen der Versicherten auf das Vorhandensein und den Aufbewahrungsort von Erklärungen zur Organ- und Gewebespende sowie
    Hinweisen der Versicherten auf das Vorhandensein und den Aufbewahrungsort von Vorsorgevollmachten oder Patientenverfügungen nach § 1901a des Bürgerlichen Gesetzbuchs..."
    https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__291a.html

    kann ich es tun, aber ich muss vorher gefragt werden bzw. meine Einwilligung geben. Darauf lege ich Wert.
    Mir geht der Wahn, alles und jedes in irgendein Netz zu stellen mit dem Hinweis: „Es hat einen Nutzen für den Einsteller“ viel zu weit. Uns wird die Herrschaft über unsere persönlichen Daten genommen.

    "Wir brauchen endlich Datenautobahnen, damit die elektronische Gesundheitskarte zeigen kann, was in ihr steckt." So unsere Gesundheitspolitik http://www.bmg.bund.de/themen/kranke...er-groehe.html
    Die Gesundheitsdaten von ca. 90 % der hiesigen Bevölkerung "sicher" zentral gespeichert.
    Um das sowieso schon ziemlich ausgelutschte Solidaritätsprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung „Jeder zahlt ein, wie er es finanziell kann“ vollends umzukehren in „jeder braucht nur das zu zahlen, was seine Versicherung grad vorgibt nach jeweils aktuellen Gesundheitsdaten und wenn er alt und/oder krank ist, zahlt er leider das zigfache? Und wer bestimmt dann das „zig“? Darauf läuft es hinaus m. E.
    Gesetzlich wird privat, aber es bleibt beim Zwangssolidaritätssystem. Das ist obendrein noch verlogen.
    Schwarzseherei? Glaub ich nicht.

    Frdl. Grüße
    Christiane

  14. Folgender Benutzer sagt Danke zu Meinungsbaum für den nützlichen Beitrag:


  15. #9
    Politopia-Haudegen
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    Standard

    Zitat Zitat von Meinungsbaum Beitrag anzeigen
    Diese Angaben über den Versicherten sind derzeitig auf der elektronischen Gesundheitskarte abgespeichert:
    Krankenkasse, Vor- und Familiennamen, Geb.-Datum, Geschlecht, Anschrift, Vers.-Nr. (jetzt lebenslang gültig, wie die Steuer-ID !), Versicherten- und Zuzahlungsstatus, Beginn der Versicherung.
    http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__291.html

    Das sollte reichen, meine ich. Und das Urteil sagt denn ja auch, wenn ich mehr gespeichert haben will (und künftig vorgesehen ist u. a.):
    „ … das Erheben, Verarbeiten und Nutzen von
    medizinischen Daten, soweit sie für die Notfallversorgung erforderlich sind,
    Befunden, Diagnosen, Therapieempfehlungen sowie Behandlungsberichten in elektronischer und maschinell verwertbarer Form für eine einrichtungsübergreifende, fallbezogene Kooperation (elektronischer Arztbrief),
    Daten des Medikationsplans nach § 31a einschließlich Daten zur Prüfung der Arzneimitteltherapiesicherheit,
    Daten über Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen, Behandlungsberichte sowie Impfungen für eine fall- und einrichtungsübergreifende Dokumentation über den Patienten (elektronische Patientenakte),
    durch von Versicherten selbst oder für sie zur Verfügung gestellte Daten,
    Daten über in Anspruch genommene Leistungen und deren vorläufige Kosten für die Versicherten (§ 305 Abs. 2),
    Erklärungen der Versicherten zur Organ- und Gewebespende,
    Hinweisen der Versicherten auf das Vorhandensein und den Aufbewahrungsort von Erklärungen zur Organ- und Gewebespende sowie
    Hinweisen der Versicherten auf das Vorhandensein und den Aufbewahrungsort von Vorsorgevollmachten oder Patientenverfügungen nach § 1901a des Bürgerlichen Gesetzbuchs..."
    https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__291a.html

    kann ich es tun, aber ich muss vorher gefragt werden bzw. meine Einwilligung geben. Darauf lege ich Wert.
    Mir geht der Wahn, alles und jedes in irgendein Netz zu stellen mit dem Hinweis: „Es hat einen Nutzen für den Einsteller“ viel zu weit. Uns wird die Herrschaft über unsere persönlichen Daten genommen.

    "Wir brauchen endlich Datenautobahnen, damit die elektronische Gesundheitskarte zeigen kann, was in ihr steckt." So unsere Gesundheitspolitik http://www.bmg.bund.de/themen/kranke...er-groehe.html
    Die Gesundheitsdaten von ca. 90 % der hiesigen Bevölkerung "sicher" zentral gespeichert.
    Um das sowieso schon ziemlich ausgelutschte Solidaritätsprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung „Jeder zahlt ein, wie er es finanziell kann“ vollends umzukehren in „jeder braucht nur das zu zahlen, was seine Versicherung grad vorgibt nach jeweils aktuellen Gesundheitsdaten und wenn er alt und/oder krank ist, zahlt er leider das zigfache? Und wer bestimmt dann das „zig“? Darauf läuft es hinaus m. E.
    Gesetzlich wird privat, aber es bleibt beim Zwangssolidaritätssystem. Das ist obendrein noch verlogen.
    Schwarzseherei? Glaub ich nicht.

    Frdl. Grüße
    Christiane
    Auf der Karte selbst braucht es auch gar nicht so arg viel Daten! Die Daten auf der Karte müssen ausreichend sein, um den Kartenbesitzer hinreichend als korrekten Besitzer zu identifizieren - alle anderen Daten zu dieser Karte können auch irgendwo in der Cloud möglichst anonymisiert liegen. Erst die Kombination der Kartendaten mit diesen Daten führt zu einem vollständigen Datensatz für den jeweiligen Arzt.

    Tatsächlich kann man in einem Ärztehaus auch die Daten über mehrere Ärzte hinweg zentralisiert speichern - ohne dass die Daten das Ärztehaus verlassen.


    "Gesetzlich wird privat...." schreiben sie - das halte ich für wenig wahrscheinlich. Denn derzeit kann man mit der privaten Krankenversicherung kaum mehr Geld verdienen! Gerne würden die Privaten entweder die Gesetze zurückdrehen, oder aber das Geschäftsfeld aufgeben. Nur - der Gesetzgeber spielt nicht mit.

    Meine These ist eher, dass in absehbarer Zeit die privaten Versicherungen sich auf Zusatzleistungen zurückziehen werden. Die gesetzlichen Kassen werden eher fusionieren, und eine gesetzliche Einheitskasse im Gesundheitswesen für die Grundversorgung entstehen.

  16. Folgender Benutzer sagt Danke zu Atue für den nützlichen Beitrag:

    Yves (31.07.2016)

  17. #10
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    Zitat Zitat von Meinungsbaum Beitrag anzeigen
    [..]kann ich es tun, aber ich muss vorher gefragt werden bzw. meine Einwilligung geben. Darauf lege ich Wert.
    Keine Einwände. Der mündige Mensch hat das zu entscheiden. Nur sie oder er.

  18. #11
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    Zitat Zitat von Atue Beitrag anzeigen
    Meine These ist eher, dass in absehbarer Zeit die privaten Versicherungen sich auf Zusatzleistungen zurückziehen werden. Die gesetzlichen Kassen werden eher fusionieren, und eine gesetzliche Einheitskasse im Gesundheitswesen für die Grundversorgung entstehen.
    Ihre These sehe ich nahe an der zukünftigen Realität.

  19. #12
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    Standard Die elektronische Gesundheitskarte

    „Fortschritte bei der ersten medizinischen Anwendung der elektronischen Gesundheitskarte“
    https://idw-online.de/de/news663162
    Gut 1 Milliarde haben Steuer- und Beitragszahler mittlerweile bezahlt
    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/032/1803235.pdf
    https://deutsche-wirtschafts-nachric...e-explodieren/
    um ein Plastikkärtchen in der Hand zu haben, das es erlaubt, neben den persönlichen Daten, wie Name, Adresse, als was Du in die Kasse grad einzahlst, nunmehr auch Deinen aktuellen Gesundheitsstatus einzupflegen.
    Heute würde man sagen, ich sprech noch mit meinen Ärzten und bring halt evtl. den Brief vom Facharzt mit oder der ist schon per Post zum Hausarzt gekommen,
    Es nutzt nix, wir haben gerade sowohl einen Gesundheitsminister als auch eine Kanzlerin, die gar nicht begreifen, dass sie uns 1. gesetzlich zwangskrankenversichern, damit 2. uns mit der elektronischen Gesundheitskarte zwangsvernetzen und 3. die Tür dadurch aufstoßen, dass, wer nicht mitmacht, nicht solidarversichert, sondern sich zusatzversichern muss, was den Solidargedanken wiederum ganz und gar auf den Kopf stellt.

    Frdl. Grüße
    Christiane

  20. #13
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    Standard Big Data

    http://www.stoppt-die-e-card.de/inde...eitskarte.html
    Am Mittwoch, d. 01. Febr. 2017 wird öffentlich verhandelt über die Klage gegen die elektronische Gesundheitskarte und die mit ihr aufgebaute Struktur. Wir müssen uns über eines im Klaren sein: Es sind unsere sensibelsten Daten, die hier gehandelt werden wie Payback pp.

    Frdl. Grüße
    Christiane

  21. #14
    Politopia-Methusalem Avatar von Peddargh
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    Standard


  22. #15
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    Standard Delete

    Nur mit dem Unterschied, dass wir uns auf Facebook und Co. einlassen. Bei der elektronischen Gesundheitskarte bedienen wir finanziell ein sogen. Solidarsystem, die Beiträge werden bei den Allermeisten von uns vom Gehalt o. ä. einbehalten, aber Du bekommst den Service dafür nur, wenn Du obendrein noch per Chipcard Deine Daten in den Äther schickst. Keine ärztliche Behandlung ohne Chipcard (mehr oder weniger, es gibt noch ein paar, die sich ohne Karte mühsam die Behandlung bei ihrer Kasse ertrotzen). Aber das ist doch m. E. ein Unding. Demnächst besuchen unsere Kinder die Unis und Schulen und Kindergärten und bekommen trotz der allgemeinen Steuerlast ebenso ein Zwangsplastikkärtchen mit ihren Daten drauf. Usw., usw. Im übrigen, wenn ich nicht ganz falsch liege, gilt diese Pflicht zur Datenkrake nicht für Privatversicherte. Das ist dann in meinen Augen auch nicht in Ordnung.

    Frdl. Grüße
    Christiane

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