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Umfrageergebnis anzeigen: Ist das Losverfahren eine gute Ergänzung zur bisher praktizierten Demokratie ?

Teilnehmer
21. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ja

    8 38,10%
  • Nein

    9 42,86%
  • Nur in Ausnahmefällen

    4 19,05%
  • Nur als ausgwählte Gruppe statt Volksabstimmung

    0 0%
  • Nur als kleine Gruppe von Parlamentariern

    0 0%
  • Nur als beratendes Gremium

    0 0%
  • Ja zu allen möglichen Varianten

    1 4,76%
Multiple-Choice-Umfrage.
Seite 1 von 15 12311 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 212

Thema: Update für die Demokratie

  1. #1
    Sofa-Stratege Avatar von BudSpencer
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    Standard Update für die Demokratie

    Die Demokratie bräuchte ein Update, denn sogar die Zeit befürchtet, dass ihre Zeit abgelaufen sein könnte.

    http://www.zeit.de/2016/24/demokrati...tisches-system

    Während die Zeit in dem gar nicht mal schlechten Artikel mit einem für mich eher WischiWaschi-Fazit endet,

    Die Demokratie braucht eine gewisse Betriebstemperatur, damit sie flüssig bleibt. Nicht jeder Zweifler verdient es, zum Ketzer stilisiert zu werden. Und nicht jeder Ketzer gehört verbrannt.

    finde ich dass es bessere Ansätze gibt, von denen schon Aristoteles schrieb (und hier klaue ich bei Wikipedia die Demarchie ) -

    Der griechische Philosoph Aristoteles schrieb in seinem Werk Politica: „Ich bin beispielsweise der Meinung, dass es als demokratisch anzusehen ist, wenn die Herrschenden durch das Los bestimmt werden, während Wahlen als oligarchisch betrachtet werden müssen.“[1]

    Es ist also mal wieder keine neue Idee und schon gar nicht von mir, aber warum sollte man nicht trotzdem in so einem ehrwürdigen Forum mal darüber nachdenken ? Da Anouk nicht da ist, wird mich auch niemand darauf aufmerksam machen, dass es so einen Thread schon gibt. Und wenn es ihn gibt, habe ich ihn total vergessen. Es ist ja auch nicht so, dass niemand darüber nachdenkt, sogar die Bundeszentrale für politische Bildung hat das schon getan,

    http://www.bpb.de/apuz/191195/losver...mokratie?p=all

    sogar unter dem Stichwort "Stärkung der Demokratie. Was wäre also dagegen zu sagen 100 Abgeordnete des Bundestages unter der Bevölkerung auszulosen oder bei so Aufregern wie der doppelten Staatsbürgerschaft oder Asylobergrenzen ein Gremium von 1000 Bürgern auszulosen, die dann nach einem Jahr und unter Zuhilfenahme von beliebigen Beratern eine Entscheidung fällen ? Würden sich die Bürger dann eher mitgenommen fühlen als jetzt ? Ich denke schon.

  2. Folgende 7 Benutzer sagen Danke zu BudSpencer für den nützlichen Beitrag:

    Asar (16.08.2016), Bicyclerepairmen (16.08.2016), ekillenfran (17.08.2016), Sonne (10.12.2016), systemrelevant (18.08.2016), wudi (10.12.2016), Yves (16.08.2016)

  3. #2
    Individuum Avatar von Diogenes2100
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    Wäre zumindest eine Auflockerung der derzeitigen Parteienoligarchie.
    Wenn Jesus zu Zeiten des Radikalenerlasses gewirkt hätte, hatte er nicht mal Postbote werden können - dieser linksradikale Sozialromantiker

  4. #3
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    Zitat Zitat von Diogenes2100 Beitrag anzeigen
    Wäre zumindest eine Auflockerung der derzeitigen Parteienoligarchie.
    Nicht nur das, es würde auch den Lobbyisten das Leben schwer machen. Natürlich könnten sie weiterhin bestrebt sein einem ausgelosten Bürgergremium ihre gekauften Berater unterzujubeln, aber das Gremium kann ja an Beratern hinzuziehen wen es will. Rechte oder Linke, Wirtschaftler oder Kommunisten, es müsste alles erlaubt sein.

  5. Folgender Benutzer sagt Danke zu BudSpencer für den nützlichen Beitrag:

    jaki01 (30.12.2016)

  6. #4
    die lebende Impertinenz
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    Zitat Zitat von BudSpencer Beitrag anzeigen
    ein Gremium von 1000 Bürgern auszulosen, die dann nach einem Jahr und unter Zuhilfenahme von beliebigen Beratern eine Entscheidung fällen ? Würden sich die Bürger dann eher mitgenommen fühlen als jetzt ? Ich denke schon.
    Hätten Sie das Gefettete nicht hinzugesetzt, würde ich dem nicht zustimmen können. Doch ich gehe dennoch einen Schritt weiter. 1. Ihnen müßte auferlegt sein, sich auch mit diesen Beratern ins Benehmen zu setzen. 2. Das Auslosverfahren dürfte mE nicht wahllos beliebig verlaufen, sondern auf verschiedene Bürgergruppen verteilt. Zudem würde mE auch ein psycholgischer Eignungstest für eine solche Verantwortung erforderlich werden. Dann, ja dann könnte das durchaus eine geeignete Maßnahme sein.
    Fehlbarkeit: Markenzeichen: Korrekturen.

  7. Folgender Benutzer sagt Danke zu Yves für den nützlichen Beitrag:

    BudSpencer (16.08.2016)

  8. #5
    Sofa-Stratege Avatar von BudSpencer
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    Zitat Zitat von Yves Beitrag anzeigen
    Hätten Sie das Gefettete nicht hinzugesetzt, würde ich dem nicht zustimmen können. Doch ich gehe dennoch einen Schritt weiter. 1. Ihnen müßte auferlegt sein, sich auch mit diesen Beratern ins Benehmen zu setzen. 2. Das Auslosverfahren dürfte mE nicht wahllos beliebig verlaufen, sondern auf verschiedene Bürgergruppen verteilt. Zudem würde mE auch ein psycholgischer Eignungstest für eine solche Verantwortung erforderlich werden. Dann, ja dann könnte das durchaus eine geeignete Maßnahme sein.
    Warum so ängstlich ? Ich würde die Berater noch nicht einmal zur Pflicht machen, nur als Angebot präsentieren und natürlich sollten die ausgelosten Bürger dafür nehmen können wen sie wollen. Bei der Verlosung mit einem Aufteilungsschlüssel zu arbeiten kann ich mir auch vorstellen, allerdings verkompliziert das wieder alles.

  9. #6
    die lebende Impertinenz
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    Zitat Zitat von BudSpencer Beitrag anzeigen
    Warum so ängstlich ? Ich würde die Berater noch nicht einmal zur Pflicht machen, nur als Angebot präsentieren und natürlich sollten die ausgelosten Bürger dafür nehmen können wen sie wollen. Bei der Verlosung mit einem Aufteilungsschlüssel zu arbeiten kann ich mir auch vorstellen, allerdings verkompliziert das wieder alles.

    Man kann doch nicht jedem x-beliebigen Zufallsmenschen ad hoque solche Teilverantwortung übertragen; nehmen Sie einen beratungsresistenten Alkoholiker oder einen potenziellen Kriminellen, der Beratung in der Sache schlichtweg ablehnt. Beispiele gäbe es zu Hauf.

    Ich bin schon der Ansicht, dass auch eine solche Lösung mit Vernunft und ausreichendem Bedacht realisiert werden müßte.

    ps: übrigens, der ZEIT-Kommentar ist in der Tat sehr lesenswert.
    Fehlbarkeit: Markenzeichen: Korrekturen.

  10. #7
    Sofa-Stratege Avatar von BudSpencer
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    Zitat Zitat von Yves Beitrag anzeigen
    Man kann doch nicht jedem x-beliebigen Zufallsmenschen ad hoque solche Teilverantwortung übertragen; nehmen Sie einen beratungsresistenten Alkoholiker oder einen potenziellen Kriminellen, der Beratung in der Sache schlichtweg ablehnt. Beispiele gäbe es zu Hauf.

    ...
    Alkoholiker und Kriminelle gibt es garantiert auch in den Parlamenten. Die, ich nenne sie mal Delegierte, sollten egal wer sie sind einen Vertrauensvorschuss genießen. Wenn sie abstimmen gilt die Einfache Mehrheit. Unter 1000 nivelliren sich die Auffälligen wieder. Der Ablauf mit den Beratern könnte ungefähr so ähnlich sein wie bei einem Geschworenengericht. Da besteht natürlich wieder die Gefahr, dass auch das zu einem Theater verkommt, wenn die Berater gute Schauspieler sind, aber wie gesagt - ein bisschen Vertrauen wäre nötig.

  11. Folgender Benutzer sagt Danke zu BudSpencer für den nützlichen Beitrag:

    ekillenfran (17.08.2016)

  12. #8
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    Zitat Zitat von Yves Beitrag anzeigen
    Man kann doch nicht jedem x-beliebigen Zufallsmenschen ad hoque solche Teilverantwortung übertragen; nehmen Sie einen beratungsresistenten Alkoholiker oder einen potenziellen Kriminellen, der Beratung in der Sache schlichtweg ablehnt. Beispiele gäbe es zu Hauf.
    Was wäre das denn für ein Problem? Ein gewisser Anteil sitzt doch auch im Parlament, Alkoholiker, Tablettenabhängige, Kriminelle. Paranoiker zu sein ist ja geradezu eine Voraussetzung dafür, Posten im Bereich innere Sicherheit zu bekleiden, im Bereich Wirtschaft schaffen es eher Soziopathen.
    Wenn Jesus zu Zeiten des Radikalenerlasses gewirkt hätte, hatte er nicht mal Postbote werden können - dieser linksradikale Sozialromantiker

  13. Folgende 4 Benutzer sagen Danke zu Diogenes2100 für den nützlichen Beitrag:

    Asar (16.08.2016), BudSpencer (16.08.2016), ekillenfran (17.08.2016), systemrelevant (18.08.2016)

  14. #9
    Politopia-Methusalem
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    Zitat Zitat von BudSpencer Beitrag anzeigen
    Die Demokratie bräuchte ein Update […]
    Erstens halte ich's für albern, bei Hinweis auf einen Deiner Ansicht nach lesenswerten Artikel, den Jochen Bittner als Redakteur der ZEIT in eben demselben Blatt hat unterbringen können/dürfen, nur etwa ein Drittel des Beitrags zu verlinken (der komplette Beitrag ist schließlich direkt verlinkbar), zweitens sollte man schon stutzig werden, wenn so einer, der ja bekanntlich nicht gerade unparteiisch agiert, wenn er seinem Beruf nachgeht, jetzt ein wenig Sophistik treibt, um den Vertretern rechtspopulistischer Strömungen gewissermaßen zuzubilligen, nur die konsequente Folge natürlicher Ermüdungserscheinungen damokratisch verfasster Gesellschaften zu sein… verräterisch ist schon die Einleitung seines Absatzes zum ersten "Symptom":
    Zitat Zitat von Jochen Bittner
    Europäer und Amerikaner waren es seit 1945 gewohnt, dass Demokratie und wachsender Lebensstandard zusammengehörten. Diese Gewissheit ist spätestens seit der globalen Finanzkrise dahin.
    Wenn seiner Ansicht nach Demokratie und wachsender Lebensstandard nicht mehr zusammengehören - könnte es nicht daran liegen, dass der Hauptcharakterzug der Demokratie ("Herrschaft des Staatsvolkes") längst dadurch unterhöhl wurde, indem Herrschaft bzw. Macht sukzessive mit der "Einkommensschere" in die Hände jener Wirtschaftselite verlagert wurden? Dieselbe "Einkommensschere" hat also die demokratische Teilhabe des gewöhnlichen Volkes gestutzt… wenn der gewöhnliche Bürger in paritätischer Weise nämlich seinen Anteil am "Volksvermögen" hielte, wären wohl die meisten jener Krisen, zu deren Bewältigung ihm geraten wurde und wird, seinen Gürtel enger zu schnallen, gar nicht erst zu Schreckgespenstern angewachsen…

    Diesem Jochen Bittner ist es völlig egal, wenn eine gewählte Regierung gewaltsam "abgesetzt" wird - und hierzulande sähe er wohl ebenfalls gern eine noch stärkere Verunsicherung der Lebensverhältnisse und ein Erstarken antidemokratischer Organisationen und der Massenbewegungen von Bauernfängern… Dein Vorschlag des "Auslosens" der parlamentarischen Sitzverteilung würde ihm sicher gefallen: Die "Politikverdrossenheit" von heute wiche dann der Gewissheit, stets nur Nieten gezogen zu haben…

  15. Folgende 3 Benutzer sagen Danke zu I'm a Substitute für den nützlichen Beitrag:

    Bicyclerepairmen (17.08.2016), BudSpencer (16.08.2016), Yves (17.08.2016)

  16. #10
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    Erstens halte ich's für albern, bei Hinweis auf einen Deiner Ansicht nach lesenswerten Artikel, den Jochen Bittner als Redakteur der ZEIT in eben demselben Blatt hat unterbringen können/dürfen, nur etwa ein Drittel des Beitrags zu verlinken (der komplette Beitrag ist schließlich direkt verlinkbar), zweitens sollte man schon stutzig werden, wenn so einer, der ja bekanntlich nicht gerade unparteiisch agiert, wenn er seinem Beruf nachgeht, ...
    Danke für die Verlinkung des kompletten Textes, mir erschien der Aufwand am Ende der Seite auf den Link mit der Seite 2 und 3 zu klicken vertretbar, aber ich habe nichts dagegen dass Du es den Lesern bequemer machst. Es sei Dir außerdem unbenommen den Herrn Bittner auseinanderzunehmen, aber ich mache mich nicht mit diesem gemein sondern benutze ihn nur als Aufhänger, wozu der Text sich eignet wie ich finde, weil er viele zur Zeit in den Mainstreammedien verwendete Bilder und Ansichten zu den Erfolgen von Populisten wiederholt. Das Fazit welches er zieht ist schwach, aber auch das ist im Grunde egal, es kam mir nur gerade Recht um ein besseres zu suchen, -

    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    Dein Vorschlag des "Auslosens" der parlamentarischen Sitzverteilung würde ihm sicher gefallen: Die "Politikverdrossenheit" von heute wiche dann der Gewissheit, stets nur Nieten gezogen zu haben…
    ... - welches Dir wie Du dann doch in einem letzten Satz gnädigerweise zu erkennen gibst für ziemlich schwachsinnig halten musst. Dabei liegt es doch auf der Hand, dass gerade die Einbindung von Otto-Normalos, Immigranten mit deutschem Pass und ja, auch Bürger vom rechten und linken Rand in die aktive Politik, mit plötzlicher Entscheidungsgewalt über Dinge von großer Bedeutung der Politikverdrossenheit entgegen wirken müsste. Auch ausgeloste Parlamentarier könnten einen ganz anderen frischen Wind in die Parlamente tragen, vielleicht auch Komik oder Peinlichkeiten oder Entsetzen. Aber es wäre um mehrere Klassen lebendiger.

  17. Folgender Benutzer sagt Danke zu BudSpencer für den nützlichen Beitrag:

    ekillenfran (17.08.2016)

  18. #11
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    Zitat Zitat von BudSpencer Beitrag anzeigen
    […] Auch ausgeloste Parlamentarier könnten einen ganz anderen frischen Wind in die Parlamente tragen, vielleicht auch Komik oder Peinlichkeiten oder Entsetzen. Aber es wäre um mehrere Klassen lebendiger.
    Tut mir ja leid, aber ich sähe solch eine Zufallsauswahl weniger optimistisch… die Entscheidungen, die so ein Parlament trifft, betreffen ja von einiger Tragweite die Rahmenbedingungen des Lebens "aller" - und beim Losverfahren (das übrigens verlangte, dass der jeweilige Arbeitsplatz Otto Normalbürgers nach Ablauf der Verpflichtungsdauer) wieder bereitgestellt werden müsste, was schon mal in vielen Kleinbetrieben gar nicht ginge - und bei Arbeitslosen ja ebenfalls recht problematische Folgen für die Wiedereinsetzung in die vormalige Lebenssituation mit sich brächte (Neuantrag? Weiterbewilligung?) wäre schon mal eines garantiert: Nämlich, dass man einen Anteil politisch völlig desinteressierter Personen plötzlich damit betraute, sich mit Fragen der Gesetzgebung auseinandersetzen zu müssen… beim bisherigen Wahlsystem mag ja ein gewisser Prozentsatz ebenfalls ungeeignet sein - und auch bestechlich oder um den eigenen Vorteil bedacht… - aber die parlamentarische Geschäftsordnung werden politisch interessierte Kandidaten wohl weitestgehend verstehen.

    Man könnte auch sagen, dass bei einem solchen "Schöffenparlament" mancher gar nicht wissen wird, worüber abzustimmen ist - und welche Konsequenzen welches Abstimmungsergebnis bedeuten wird. Dem Einfluss (schlechter!) Berater (ergo: Lobbyisten) wäre damit Tür und Tor weiter geöffnet als bisher schon…

  19. Folgender Benutzer sagt Danke zu I'm a Substitute für den nützlichen Beitrag:

    ekillenfran (17.08.2016)

  20. #12
    Sofa-Stratege Avatar von BudSpencer
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    ...

    Man könnte auch sagen, dass bei einem solchen "Schöffenparlament" mancher gar nicht wissen wird, worüber abzustimmen ist - und welche Konsequenzen welches Abstimmungsergebnis bedeuten wird. Dem Einfluss (schlechter!) Berater (ergo: Lobbyisten) wäre damit Tür und Tor weiter geöffnet als bisher schon…
    Geschworene bitte. Schöffen wären mir zu wenig. Der Text der Bundeszentrale für politische Bildung geht mir ebenfalls nicht weit genug, er zeigt nur auf was momentan möglich wäre. Um beim Update der Demokratie eine Versionsnummer weiterzukommen müsste es mehr sein, darum habe ich von 100 ausgelosten Abgeordneten im Parlament und Gremien von bis zu 1000 ausgelosten Bürgern zu wichtigen oder großen Entscheidungen geschrieben. Letzteres (und hier sehe ich eher die Geschworenen) ordne ich als qualifizierten Volksentscheid ein, praktisch ein Ersatz dafür.

    Deine Einwände sind berechtigt, aber keine unüberwindbaren Schwierigkeiten. Natürlich wäre die verloste Teilnahme am Parlament oder in einem Entscheidungsgremium freiwillig. Jemanden, den das nicht interessiert könnte einfach ablehnen und dann fällt das Los auf den Nächsten. Der Arbeitsplatz muss natürlich erhalten bleiben und der Arbeitgeber dafür vielleicht mehr als angemessen entschädigt beziehungsweise unterstützt werden, damit es auch für diesen attraktiv ist. Die Bezahlung der ausgelosten Abgeordneten könnte man von ihrem Engagement im Parlament abhängig machen (nehmen sie an Sitzungen, Ausschüssen, Abstimmungen teil, halten sie selbst eine Rede, veröffentlichen sie Texte, geben Interviews.), da kann einem sehr viel einfallen. Man kann sie auch umgehend ablösen und durch einen neuen "Glückspilz" ersetzen, wenn sie sich weigern sich einzubringen. An die formellen Verfahren bei der Gesetzgebung wird man sich schnell gewöhnen. Es wird auch jetzt schon Einführungsveranstaltungen für neue Parlamentarier geben. Manche würden sich Parteifraktionen anschließen, weil sie sich denen verbunden fühlten, andere würden sich ausschließlich ihrem Gewissen verpflichtet fühlen, was sich nur positiv auswirken kann und vor allem kämen Themen zur Sprache, die sonst vielleicht gar nicht auf den Tisch kommen würden und es käme vielleicht nicht mehr vor, dass das Parlament sich mit ablenkenden, nebensächlichen Fragen beschäftigt, während große Fragen ausgesessen oder klammheimlich irgendwie verwurstet werden. Es könnte auch sein, dass politische Talente entdeckt werden, die sonst niemals eine Chance gehabt hätten und nach ihrem Los-Mandat bei der nächsten Wahl für irgendeine Partei antreten. Eine Chance das politische Personal durcheinander zu wirbeln.

  21. Folgender Benutzer sagt Danke zu BudSpencer für den nützlichen Beitrag:

    ekillenfran (17.08.2016)

  22. #13
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    Tut mir ja leid, aber ich sähe solch eine Zufallsauswahl weniger optimistisch… die Entscheidungen, die so ein Parlament trifft, betreffen ja von einiger Tragweite die Rahmenbedingungen des Lebens "aller" …
    Na und? Angesichts dessen, was das Parlament in den letzten 20 Jahren abgeliefert hat, könnte man die Abstimmung über vorgelegte Gesetze auch dressierten Affen überlassen.
    Wenn Jesus zu Zeiten des Radikalenerlasses gewirkt hätte, hatte er nicht mal Postbote werden können - dieser linksradikale Sozialromantiker

  23. Folgender Benutzer sagt Danke zu Diogenes2100 für den nützlichen Beitrag:

    ekillenfran (17.08.2016)

  24. #14
    Moderator Avatar von Bicyclerepairmen
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    Zitat Zitat von BudSpencer Beitrag anzeigen
    Dabei liegt es doch auf der Hand, dass gerade die Einbindung von Otto-Normalos, Immigranten mit deutschem Pass und ja, auch Bürger vom rechten und linken Rand in die aktive Politik, mit plötzlicher Entscheidungsgewalt über Dinge von großer Bedeutung der Politikverdrossenheit entgegen wirken müsste.
    Gut, aber da hat doch Substitute recht. Seit wann gibt es denn zwischen den Gartenzwergen und sorgsam gestutzen Rasen die Politikverdrossenheit ( die Linken, Langhaarigen, Gammler, die Kernkraftgegner, Ostermarschierer und sonstige Arbeitscheuen der letzten 50 Jahre die die Strassen mit Parolen bevölkert haben zählen hier natürlich nicht..) ?

    Seit dem für die höhnische, satte Mitte der Gesellschaft das sorgfältige Gefüge der politischen Schubladen durcheinander gebracht, das plakative, medialpolitische um-den-Bart-schmieren aufgehört hat und die (gefühlte ) Angst um die eigene, zukünftige finanzielle Absicherung zum übergroßen Thema wurde. Sprich, man erwartete wie vorher Blödhafte, Seehofersche Allgemeinplätze, Bauchpinseleien aber bekam Sie nicht.

    Und erst ab da an setzte die ach so tolle Politikverdrossenheit an. Ob Ihr MdB vorher für H&K Lobbyarbeit, sich ne Nase gezogen oder seine 17 Jährigen Praktikantin schon rote Knie hatte, ja mei, Hauptsach a Pfundskerl, a Handwerker ( so Typ Bodenständiger Fleischermeister ) und ne direkte Ansprache, gääh ! Das war egal.

    Zitat Zitat von BudSpencer Beitrag anzeigen
    Auch ausgeloste Parlamentarier könnten einen ganz anderen frischen Wind in die Parlamente tragen, vielleicht auch Komik oder Peinlichkeiten oder Entsetzen. Aber es wäre um mehrere Klassen lebendiger.
    Stimmt, siehe den Brexit, der war für alle Beteiligten äusserst lebendig. Vor allen für die Bevölkerung die sich von Hanswürsten und politischen Tieffliegern hat einseifen lassen.
    AFD = Albtraum für Deutschland

  25. Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Bicyclerepairmen für den nützlichen Beitrag:

    BudSpencer (17.08.2016), I'm a Substitute (17.08.2016)

  26. #15
    die lebende Impertinenz
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    Zitat Zitat von Diogenes2100 Beitrag anzeigen
    Was wäre das denn für ein Problem? Ein gewisser Anteil sitzt doch auch im Parlament, Alkoholiker, Tablettenabhängige, Kriminelle. Paranoiker zu sein ist ja geradezu eine Voraussetzung dafür, Posten im Bereich innere Sicherheit zu bekleiden, im Bereich Wirtschaft schaffen es eher Soziopathen.
    Ja, weil die zunächst unerkannt bleiben, auch, weil solche meistens dennoch gut gebildet und oftmals auch für ihre jeweiligen Aufgaben entsprechende Kompetenz besitzen. Über solche Leute sprach ich nicht. Die meisten derer haben oftmals einen langen Weg zurücklegen müssen, um dort anzukommen, wo sie sind. Ich sprach von schlecht ausgebildeten prekären Leuten, habe nur Beispiele angeführt, jedenfalls über solche, die rein per Zufall "erwählt" werden könnten, aber völlig ungeeignet für den verantwortungsvollen Auftrag wären. Da können Sie ja ebensogut, statt den Zufall entscheiden zu lassen, auch glöeich wahllos jeden "x-beliebigen" z. B. Kleinkriminellen, von dem das zunächst auch nicht bekannt sein muß, von der Straße holen und ihm eine solche Funktion anvertrauen. Das wäre doch absurd.
    Über Wirtschaftstypen habe ich mich nicht ausgelassen. Hier ging es ja um Politik.
    Geändert von Yves (17.08.2016 um 10:07 Uhr)
    Fehlbarkeit: Markenzeichen: Korrekturen.

  27. Folgender Benutzer sagt Danke zu Yves für den nützlichen Beitrag:

    BudSpencer (17.08.2016)

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