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Umfrageergebnis anzeigen: Ist das Losverfahren eine gute Ergänzung zur bisher praktizierten Demokratie ?

Teilnehmer
21. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ja

    8 38,10%
  • Nein

    9 42,86%
  • Nur in Ausnahmefällen

    4 19,05%
  • Nur als ausgwählte Gruppe statt Volksabstimmung

    0 0%
  • Nur als kleine Gruppe von Parlamentariern

    0 0%
  • Nur als beratendes Gremium

    0 0%
  • Ja zu allen möglichen Varianten

    1 4,76%
Multiple-Choice-Umfrage.
Seite 13 von 16 ErsteErste ... 31112131415 ... LetzteLetzte
Ergebnis 181 bis 195 von 235

Thema: Update für die Demokratie

  1. #181
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    Standard Frankfurt: Blockupy

    Von insgesamt 675 eingeleiteten Strafverfahren bei den gewalttätigen Blockupy-Protesten in Frankfurt, hat die Staatsanwaltschaft 645 eingestellt.

    Das gibt mir mal wieder das Gefühl, dass Frankfurt von Links-Grün regiert wird, obwohl die Stadtregierung aus SPD-Leuten besteht, mit einem CDU-Bürgermeister.

    http://www.faz.net/aktuell/rhein-mai...-14979049.html

  2. #182
    Endstation des Schwarzen Peters Avatar von Konrad
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    Man könnte andererseits auch davon ausgehen, dass eine unabhängig Justiz nach Sachlage urteilt und sachgerecht handelt, also bei nicht nachweisbarer strafbarer Handlung die nach pauschalem Anfangsverdacht eröffneten Verfahren folgerichtig wieder einstellt.

  3. Folgender Benutzer sagt Danke zu Konrad für den nützlichen Beitrag:

    gun0815 (22.04.2017)

  4. #183
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    Zitat Zitat von Konrad Beitrag anzeigen
    Man könnte andererseits auch davon ausgehen, dass eine unabhängig Justiz nach Sachlage urteilt und sachgerecht handelt, also bei nicht nachweisbarer strafbarer Handlung die nach pauschalem Anfangsverdacht eröffneten Verfahren folgerichtig wieder einstellt.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Beweislage derart nichtig war, dass die Verbrecher nicht verurteilt werden konnten.

    Ein Kommentar aus der FAZ:

    http://www.faz.net/aktuell/rhein-mai...-14979045.html

  5. #184
    Endstation des Schwarzen Peters Avatar von Konrad
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    Ganz recht, das ist ein Kommentar, so wie auch Ihre Einlassungen eine Meinung wieder geben, keine Fakten.
    Wenn Täter zwar gesehen, aber nicht beweiskräftig überführt werden können, müssen die Verfahren eingestellt werden. So funktioniert ein Rechtsstaat.
    Was wäre Ihre Alternative?
    Rechtsprechung auf Zuruf?
    Verurteilung auf Verdacht?

  6. #185
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    Zitat Zitat von Konrad Beitrag anzeigen
    Verurteilung auf Verdacht?
    Wenn es sich um Linke oder Moslems handelt, dann wäre vermutlich "Verurteilung ohne Verdacht" nach Kojos Gusto.

  7. #186
    Politopia-Haudegen Avatar von ArgoNaut
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    Zitat Zitat von Valerio Beitrag anzeigen
    In deinem verfassungsentwurf muss dann aber auch genau stehen, was geschieht, wenn die wahl zu wenig stimmen hatte.

    Du weisst sicher, warum es in der BRD nur noch "konstruktive misstrauensvoten" gibt, und keine, die einfach nur die regierung stürzen, wie in der weimarer zeit.
    So einen fehler in deine verfassung einzubauen, solltest du vermeiden.
    Du verwechselst mich, ich hatte keinen Verfassungsentwurf vorgestellt, sondern für Wahlen nur ein Quorum und eine zusätzliche Funktion, die Präferenzstimme, angeregt. Über das Misstrauensvotum hab ich gar nichts geschrieben.

    Wenn, wie Du schreibst, die erforderliche Stimmenanzahl bei einer Wahl nicht erreicht wird, muss m. E. noch einmal gewählt werden, in einem Abstand von vier bis sechs Wochen, während die alte Regierung in der Pflicht bleibt. Übrigens stehe ich einer Wahlpflicht nicht so ablehnend gegenüber wie die meisten Leute. Wer keine der Parteien oder Kandidaten wählen eill, kann seinen Wahlzettel ungültig machen, aber hingehen sollten alle, damit diese satte Gleichgültigkeit und Faulheit nicht auch am Wahltag die Oberhand behält.

    Zitat Zitat von BudSpencer Beitrag anzeigen
    Eine Begleitung und/oder ausführliche Beratung - den Bedarf sehe ich auch. Ich hatte ja auch die Variante ins Spiel gebracht das Losverfahren nur zu bestimmten Sachentscheidungen zu verwenden, ähnlich wie bei einer Volksabstimmung, aber mit der Möglichkeit und eben da genau anders wie bei einer Volksabstimmung, sich vor der Entscheidung gut beraten zu lassen oder auch selbst zu recherchieren.
    Diese Möglichkeit gibt es auch bei jeder Volksabstimmung, bei der Pro- und Contraparteien für ihre Sache werben.

    Einzelkämpfer für vier Jahre auszulosen ist mit Sicherheit am wenigsten zu beherrschen. Trotzdem fände ich es interessant mal zu sehen was dabei herauskommt. Am einfachsten durchzuführen erscheint mir das Losverfahren, wenn man zum Beispiel eine Entscheidung herbeiführen will, die für die Bevölkerung einfach klar sein soll und innerhalb der Parteien im Parlament zu umstritten ist als dass etwas dabei herauskommen kann. Zum Beispiel eine Entscheidung zum Kopftuchverbot oder zum Doppelpass. Da wäre es mir einfach lieber es gäbe eine, egal wie, hauptsache es wäre entschieden und vom Tisch.
    Aber das gibt es doch schon. Bürger- und Volksbegehren. Im Übrigen halte ich es für gefährlich, mal was auszuprobieren, nur um zu sehen, was dabei herauskommt.
    Gelassenheit ist die Grundvoraussetzung für Höflichkeit

    (Moritz Freiherr Knigge)


    Everyone is entitled to their own opinion but not their own facts

    (Daniel Patrick Moynihan)

  8. #187
    Politopia-Haudegen Avatar von Verbalwalze
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    Zitat Zitat von BudSpencer Beitrag anzeigen
    Damit hier nicht nur der Dio elitären Machtphantasien nachhängt um die Demokratie zu gestalten, mache ich mal wieder ein Update für die zerzauste alte Tante Dem. Ein ganz vernünftiges natürlich.

    Und auf dieses Update kam ich beim Lesen über die Wahl in Frankreich. Da wünschen sich angeblich 44 % der Wähler eine "vote blanc". Nein, (ich glänze jetzt wieder mit meinem Schulfranzösisch) das ist keine carte blanche, also keine Blankovollmacht - sondern einfach nur der Wunsch nach der bewussten Nichtwahl. Man macht sein Kreuz also nicht hinter einem Kandidaten oder einer Partei, sondern hinter dem Nichts...

    Was sagt das aus ? Der Wähler kann sich aus dem Angebot nicht entscheiden. Es entspricht nicht seiner Linie, seinen Ansichten, seinen Wünschen. Er gibt damit bewusst seiner Enttäuschung Ausdruck. Ich schätze mal, dass sich so etwas nicht nur die Franzosen wünschen. Ich würde das bei uns selbst ganz gerne zur Verfügung haben.

    Ich gehe sogar noch einen gehässigen Schritt weiter. Ich hätte gerne noch eine Ankreuzmöglichkeit, welche Partei ich auf keinen Fall an der Regierung beteiligt sehen möchte. Das wären dann die Minuspunkte die eine Partei oder auch ein Kandidat bei einer Wahl aufgedrückt bekommen könnte. Was für ein Spass, die SPD mit einem negativen Ergebnis bei einer Bundestagswahl...

    Gegen das Los habt Ihr ja nur gemeckert, auch wenn die Abstimmung dafür gar nicht schlecht aussieht aber "die weiße Wahl" wäre doch mal ein sinnvolles Update für die Demokratie ?
    Das lassen wir aber nicht leer, das Feld, sondern da soll drin stehen: "Mir gefällt keine der zur Wahl stehenden Parteien, aber ich bin trotzdem zu DUMM und/oder zu FAUL, um es besser zu machen."

    Aber nur, weil wir heute so nett sind. Könnte auch drin stehen "Ich bin so eine negative Person, dass ich anstatt etwas Spaß zu haben, extra herkomme, um hier schriftlich zu maulen, obwohl ich es auch nicht besser kann."

    Gruß
    Verbalwalze
    Recht ist es, auch vom Feind zu lernen.

    P.S.
    Tipp: Lies Deine Antwort noch einmal durch und prüfe deren Gehalt, bevor Du postest.

  9. #188
    Politopia-Haudegen Avatar von Verbalwalze
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    Zitat Zitat von BudSpencer Beitrag anzeigen
    Am einfachsten durchzuführen erscheint mir das Losverfahren, wenn man zum Beispiel eine Entscheidung herbeiführen will, die für die Bevölkerung einfach klar sein soll und innerhalb der Parteien im Parlament zu umstritten ist als dass etwas dabei herauskommen kann. Zum Beispiel eine Entscheidung zum Kopftuchverbot oder zum Doppelpass. Da wäre es mir einfach lieber es gäbe eine, egal wie, hauptsache es wäre entschieden und vom Tisch.
    Das kannst Du doch sofort wieder vergessen, wenn es umstritten ist, ist es doch nicht dadurch vom Tisch, das es "entschieden" wird. Egal wie oft und wie man entscheidet, es bleibt auf dem Tisch. Vom Tisch bekommst Du nur was, wenn Konsens besteht.

    Ich möchte aber noch einmal daran erinnern, dass selbst bei den Tausend Befragten der Meinungsforschungsinstitute noch eine Fehlermarge von 3% angegeben wird. Damit ist das Losverfahren mit weniger Personen eben nicht demokratisch, sondern zufällig. D.h. es würde die Sache erheblich erleichtern sich den ganzen Zinnober zu sparen und gleich zu würfeln ohne Objektivitätssimulation mit "informieren".

    Wenn nur einmal ein Beispiel, jemand in so ein Entscheidungsgremium gelost wird, dessen Priorität darin besteht auf keinen Fall Russland zu verärgern (wie gesagt nur ein Beispiel), dann ist es scheißegal mit wieviel Informationen man diese (hypothetische) Person versorgt, sie wird ihre Meinung nicht ändern.

    Gruß
    Verbalwalze
    Recht ist es, auch vom Feind zu lernen.

    P.S.
    Tipp: Lies Deine Antwort noch einmal durch und prüfe deren Gehalt, bevor Du postest.

  10. #189
    Erfahrener Politopianer Avatar von Meinungsbaum
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    Zitat Zitat von Verbalwalze Beitrag anzeigen

    Wenn nur einmal ein Beispiel, jemand in so ein Entscheidungsgremium gelost wird, dessen Priorität darin besteht auf keinen Fall Russland zu verärgern (wie gesagt nur ein Beispiel), dann ist es scheißegal mit wieviel Informationen man diese (hypothetische) Person versorgt, sie wird ihre Meinung nicht ändern.

    Gruß
    Verbalwalze
    Aber es ist ein Unterschied, ob "eingeloste" Leute ihre Aufgabe überdenken oder die aus der althergebrachten Parteienschmiede, die sich soweit hinaufdienen, um überhaupt in die Gelegenheit zu kommen, gewählt zu werden. Die sind doch bereits "durchgedacht", wenn sie gewählt werden können.

    Frdl. Grüße
    Christiane

  11. #190
    Politopia-Haudegen Avatar von ArgoNaut
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    Hinaufdienen, Parteienschmiede...

    Meiner Meinung nach habt Ihr - oder viele von Euch - eine sehr seltsame Vorstellung von den Leuten, die in und durch die Parteien Politik machen. Nicht alle sind Korruptis, die von einem Parteiamt direkt in einen Dax-Vorstand wechseln, es gibt auch eine Menge von ehrenamtlich arbeitenden Bürgermeistern oder Gemeinderäten, und sehr wenige davon haben sich irgendwo hochgebuckelt.

    Immer wenn einer von diesen Leuten dabei erwischt wird, bei Grundstückskäufen oder Baugenehmigungen gemauschelt zu haben, sollte man bedenken, dass das nur wenige von sehr vielen sind, denen es Lohn genug ist - sagen wir mal - beim Schützenfest eine Rede halten zu dürfen.

    Wahrscheinlich war nie jemand der hiesigen Parteienverachter selbst mal in einer Partei. Ich war es, 15 Jahre lang. Das "gemeine Mitglied" hat im Unterschied zu sehr vielen eventuellen Los-Bürgern von politischen Sachfragen ziemlich viel Ahnung, weil die meisten irgendwann mal an einem Infostand stehen müssen und es andauernd Vorträge und Infomaterial gibt.

    Mir kommt dieses Parteienbashing immer vor wie die Parole: "Bio ist sowieso Betrug. In Hinterpfuideifi ist der Sepp Bichler aufgeflogen, weil er Heu zugekauft hat!"
    Gelassenheit ist die Grundvoraussetzung für Höflichkeit

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  12. Folgender Benutzer sagt Danke zu ArgoNaut für den nützlichen Beitrag:

    Atue (22.04.2017)

  13. #191
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    @argonaut:
    Das sehe ich genauso!

    Allerdings stellt sich mir dennoch die Frage, ob Parteien, wie wir sie heute noch kennen, in Zukunft noch eine so starke Rolle spielen werden. Parteien sind relativ träge. Das ist auch prinzipiell gut so - weil Parteien ja gerade Meinungen bilden sollen. Sie haben eine Filterfunktion - und das braucht auf dem klassischen Weg auch Zeit.

    Heute aber reden wir über moderne Medien - und wenn ich modern meine, dann gilt für dieses Forum bereits, dass es eigentlich alt ist.....

    Durch die Medienvielfalt, durch das Internet, durch die permanente Verfügbarkeit von nahezu Echtzeit-Information ist es heute kein Problem mehr, zu jedem kleineren und größeren Thema binnen 24 Stunden umfangreiche Dossiers zu erstellen und diese zur Meinungsbildung einzusetzen.

    Parallel dazu ist aber auch erkennbar, dass die Fakten immer weniger von Interesse sind. Meinungen werden mehr als früher aus dem Bauch heraus gebildet. Man hört von einem Thema, und anstatt zwischen Reiz und Reaktion eine angemessene Denkpause einzulegen, wird sofort entschieden und Meinung gebildet.

    In der Folge hat sich die Rolle der Parteien auch heute schon deutlich und dramatisch verändert. Während früher die Parteien die Meinungen gebildet haben, und die Wähler deren Positionen übernommen haben, laufen heute Parteien zunehmend mehr den sprunghaften Strömungen hinterher - sie kämpfen darum, ihre Wähler nicht zu verprellen.

    In einigen anderen Ländern erkennt man heute schon, welche Auswirkungen das hat. Sprunghafte Wahlergebnisse, beständig neue Parteienlandschaften, wechselnde Mehrheiten.......

    Auch im für solche Tendenzen eher weniger anfälligen Deutschland ist die Parteienlandschaft heute deutlich anders als noch 1990. Immer wieder schaffen es Strömungen zur Partei zu werden, kommen zu einem kurzfristigen Aufstieg, und fallen dann aber auch immer wieder ähnlich schnell in die Bedeutungslosigkeit.

    Die Volksparteien suchen verzweifelt, irgendwie den Mainstream mit halbwegs den eigenen Positionen in Einklang zu bringen, um wählbar zu bleiben. In der Folge zersplittert die SPD, und die CDU ist programmatisch nicht mehr relevant.

    Wozu aber braucht es dann noch diese Parteien? Als Kanzlerwahlverein?

    Gegen das Losverfahren spricht, dass damit regelmäßig Menschen mit Politik in Berührung kämen, die faktisch kaum eine Ahnung davon haben. Die Parteien stellen irgendwie noch halbwegs sicher, dass die Qualität in der politischen Führungsklasse nicht zu dramatisch unterirdisch ist. Trotzdem ist es eine Herausforderung, die entstandene Schnelllebigkeit und Sprunghaftigkeit des politischen Geschehens besser mit den Prozessen in Parteien zu vernetzen. Die Piraten hatten da mal gute Ansätze - sind aber auch schnell an der Realität gescheitert......es bleibt spannend, wie es hier weitergeht.

  14. #192
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    Zitat Zitat von Atue Beitrag anzeigen
    Gegen das Losverfahren spricht, dass damit regelmäßig Menschen mit Politik in Berührung kämen, die faktisch kaum eine Ahnung davon haben. Die Parteien stellen irgendwie noch halbwegs sicher, dass die Qualität in der politischen Führungsklasse nicht zu dramatisch unterirdisch ist. Trotzdem ist es eine Herausforderung, die entstandene Schnelllebigkeit und Sprunghaftigkeit des politischen Geschehens besser mit den Prozessen in Parteien zu vernetzen.
    Wir haben ein Grundgesetz. Das Grundgesetz ist beständig und nicht dem Mainstream unterworfen und auch nicht den verschiedenen Arten der Medien.
    Nach wie vor braucht der Mensch eine ordentliche Basis, um sein Leben zu gestalten. Sein eigenes und das seiner Kinder. Konstante Nr. 1.
    Konstante Nr. 2 ist, dass der Staat höchst ungern (festgezurrte Schuldenbremse, die m. E. gegen das Grundgesetz ist) Extra Geld zur Verfügung stellt, sondern lediglich eine Umverteilung vornehmen möchte.
    Konstante Nr. 3, der Staatsapparat für sich selbst genommen ist merkwürdigerweise keiner Schuldenbremse unterworfen.
    Was ich sagen will ist, dass die Parteien sehr gerne als Vehikel betrachtet werden, ein auskömmliches Leben zu haben. Zu diesem auskömmlichen Leben kommt man aber nur, wenn man durch eine gewisse Mühle geht, die nicht nur, aber eben auch aus Abnicken, sich Beziehungen suchen, immer wieder Kompromisse schließen, auch wenn sie gegen die eigene Überzeugung gehen … allein deshalb, um die Chance auf einen erforderlichen Platz zu bekommen. Und diese Parteisoldaten sitzen dann irgendwann im Bundestag und sind meist verbogen durch ständiges Überlegen, wen man besser wann und warum nicht verprellt (ich rede nicht von Korruption).

    Das Losverfahren positiv überlegt bei bestimmten Themen ähnlich dem Einsatz von Schöffen.

    Frdl. Grüße
    Christiane

  15. #193
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    Zitat Zitat von ArgoNaut Beitrag anzeigen
    Hinaufdienen, Parteienschmiede...

    Meiner Meinung nach habt Ihr - oder viele von Euch - eine sehr seltsame Vorstellung von den Leuten, die in und durch die Parteien Politik machen. Nicht alle sind Korruptis, die von einem Parteiamt direkt in einen Dax-Vorstand wechseln, es gibt auch eine Menge von ehrenamtlich arbeitenden Bürgermeistern oder Gemeinderäten, und sehr wenige davon haben sich irgendwo hochgebuckelt.
    Ja, aber in den medien steht halt nur was von promis und skandalen... Natürlich gibt es im bundestag viel mehr! Z.B. auch echtes fachwissen.

    Ich empfehle von roger willemssen: "Hohes Haus", Berlin 2014


    Immer wenn einer von diesen Leuten dabei erwischt wird, bei Grundstückskäufen oder Baugenehmigungen gemauschelt zu haben, sollte man bedenken, dass das nur wenige von sehr vielen sind, denen es Lohn genug ist - sagen wir mal - beim Schützenfest eine Rede halten zu dürfen.
    Die diäten gibts schon auch noch, und mit denen kann man durchaus ein einigermaßen bürgerliches leben führen, die renten der parlamentariere sind auch nicht so knapp. Aber, wer glaubt, die quasselnden schmarotzer beuten uns aus, sollte bedenken, dass jeder fussballtrainer in der zweiten liga, ein vielfaches einer abgeordnetendiät verdient.


    Wahrscheinlich war nie jemand der hiesigen Parteienverachter selbst mal in einer Partei. Ich war es, 15 Jahre lang. Das "gemeine Mitglied" hat im Unterschied zu sehr vielen eventuellen Los-Bürgern von politischen Sachfragen ziemlich viel Ahnung, weil die meisten irgendwann mal an einem Infostand stehen müssen und es andauernd Vorträge und Infomaterial gibt.

    Mir kommt dieses Parteienbashing immer vor wie die Parole: "Bio ist sowieso Betrug. In Hinterpfuideifi ist der Sepp Bichler aufgeflogen, weil er Heu zugekauft hat!"
    Richtig. Es kommt meist von leuten, die fehlendes wissen durch leidenschaft ersetzen.

  16. #194
    Politopia-Haudegen Avatar von Verbalwalze
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    Zitat Zitat von Meinungsbaum Beitrag anzeigen
    Aber es ist ein Unterschied, ob "eingeloste" Leute ihre Aufgabe überdenken oder die aus der althergebrachten Parteienschmiede, die sich soweit hinaufdienen, um überhaupt in die Gelegenheit zu kommen, gewählt zu werden. Die sind doch bereits "durchgedacht", wenn sie gewählt werden können.
    Es macht überhaupt gar keinen Unterschied ob 400 eingeloste oder 400 gewählte Ihre vorgefasste Meinung stur verfolgen.

    Wenn man die "Volksmeinung" möglichst unverfälscht haben will, soll man ein richtiges Referendum machen und alle beteiligen. Wer soll denn die Fragestellung bestimmen und die Experten die da anzuhören sind? Und 400 geloste bedeuten wahrscheinlich +- 5% der Meinung der Gesamtbevölkerung.

    Gruß
    Verbalwalze
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    P.S.
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  17. #195
    Politopia-Haudegen Avatar von ArgoNaut
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    Zitat Zitat von Meinungsbaum Beitrag anzeigen
    Konstante Nr. 3, der Staatsapparat für sich selbst genommen ist merkwürdigerweise keiner Schuldenbremse unterworfen.
    Natürlich ist er das, oder was verstehst Du unter "Staat"?
    Was ich sagen will ist, dass die Parteien sehr gerne als Vehikel betrachtet werden, ein auskömmliches Leben zu haben. Zu diesem auskömmlichen Leben kommt man aber nur, wenn man durch eine gewisse Mühle geht, die nicht nur, aber eben auch aus Abnicken, sich Beziehungen suchen, immer wieder Kompromisse schließen, auch wenn sie gegen die eigene Überzeugung gehen … allein deshalb, um die Chance auf einen erforderlichen Platz zu bekommen. Und diese Parteisoldaten sitzen dann irgendwann im Bundestag und sind meist verbogen durch ständiges Überlegen, wen man besser wann und warum nicht verprellt (ich rede nicht von Korruption).
    Du überschätzt anscheinend gewaltig erstens den Anteil der Parteimitglieder, die überhaupt irgendwann mal in ein Parlament kommen (oder das auch nur anstreben), und zweitens ihr Einkommen, das nur dann als auskömmlich zu bezeichnen ist, wenn man keinen Beruf hatte, der ebenfalls ein auskömmliches Leben ermöglichte.
    Zudem ist jeder Abgeordnete von den Unwägbarkeiten der Zeitströmungen abhängig, die entscheiden, ob jemand gewählt wird oder nicht. Dir wird doch sicher bekannt sein, dass vom Wahlergebnis einer Partei abhängt, wie viele Abgeordnete in ein Parlament einziehen? Da sind immer welche dabei, die in ihrem eigentlichen Beruf lange zurückgesteckt haben und bei schlechtem Wahlergebnis ziemlich mies dastehen.
    In nahezu JEDEM Beruf kann man bei vergleichbarem jahrelangen Einsatz mehr erreichen als in der Politik.

    Diese Mühle, von der Du sprichst, gibt es in jedem Beruf, sogar ich als Selbständiger bin da drin und nicke gelegentlich Forderungen oder Behauptungen der Leute ab, mit denen ich tagtäglich zu tun habe. Würde ich mich nicht "verbiegen", sondern zu irgendeiner Idiotin sagen, sie habe erkennbar und bekanntermaßen keine Ahnung und solle erstmal versuchen, einen vergleichbaren Job ohne Beziehungen zum Verleger zu finden (oder nicht mal das, sondern nur ständigen Widerspruch anbringen, wie berechtigt auch immer), wäre das sehr schlecht für meine Kunden und damit auch für mich. Das kann man natürlich "verbiegen" nennen.... Kompromisse muss man im Leben immer schließen, es ist über die Maßen naiv, sie immer als "Abnicken" zu diffamieren.

    Und: Lieber schließe ich einen Kompromiss, als in der Sache überhaupt nichts zu erreichen! Ganz oder gar nicht ist zwar sehr tapfer und edelmütig, aber oft auch nur eitel und dünkelhaft.

    Versuch mal, nur zwei Jahre lang in einer Partei mitzuarbeiten. Und dann erzähl uns, was für Kompromisse Du gegen Deine eigenen Überzeugungen schließen musstest.
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