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Thema: KI als "Versuch" der Evolution

  1. #1
    Don Cordhoot Avatar von Wieben Klas
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    Standard KI als "Versuch" der Evolution

    In einigen threads wurden Verbindungen zwischen IT etc. und Eigenschaften, die eher intelligentem Leben zuzuordnen sind, andiskutiert. Ich halte dieses Thema für ergiebig genug, um hierfür einen eigenen thread zu eröffnen. Dies kann dann auch zu einer thematischen Konfliktvorbeugung in anderen threads beitragen.

    IT und Ingenieurwesen sind mittlerweile grundsätzlich in der Lage, Maschinen zu bauen, die zu Aktivitäten in der Lage sind, die in ihrer Gesamtheit nach aktueller allgemein anerkannter Auffassung das Kriterium "Leben" erfüllen:

    1. Interaktion mit ihrer Umwelt per Energie- und Stoffwechsel.
    Eine solche Maschine kann programmiert sein, sich an eine Energiequelle anzuschließen, wenn die Energievorräte zur Neige gegen. Dies ist bei autonomen Rasenmähern und Staubsaugern bereits realisiert. Analog kann solch ein Programm auch dafür sorgen, dass die Maschine sich bei Bedarf Verbrauchsstoffe und Ersatzteile beschafft.

    2. Selbstregulation.
    Dies ist ein sehr alter, aber auch sehr erfolgreicher technischer alter Hut. Keine Maschine ab einer bestimmten Komplexität kommt ohne Regelkreise und Prozesssteuerung aus. Beispiel: Der Tempomat im Auto, der einen Sollwert mit einem Istwert vergleicht und entsprechend die Benzineinspritzung einstellt.

    3. Reizbarkeit.
    Jede Art von Sensoren, die auf einen Grenzwert überwacht werden, um eine Maschine außerhalb ihres normalen Ablaufs zu steuern. Beispiel: Ein Temperatursensor, der eine autonome Maschine davor bewahren soll, sich in einen Bereich mit Temperaturen zu bewegen, welche die Maschine beschädigen, oder zerstören.

    4. Reproduktion.
    Es ist grundsätzlich möglich, Maschinen zu bauen und zu programmieren, die Kopien von sich selbst anfertigen. Dabei ist sogar eine Art Arbeitsteilung denkbar mit einer Fertigung von Einzelbauteilen durch spezialisierte Maschinen mit eine abschließenden Endfertigung.

    5. Vererbung.
    Weitergabe der unter 1. bis 3. genannten Programme im Zuge der Reproduktion (4).

    6. Wachstum.
    Sofern es nicht an Ressourcen scheitert, können entsprechend 1. - 5. immer mehr dieser Maschinen entstehen.

    Um diese Definitionen zu erfüllen, ist DNA heute nicht mehr zwingend erforderlich, war aber zu Zeiten des erstmaligen Entstehens von Leben unumgänglich. Bis heute hat sich dieses DNA-basierte Leben so weit entwickelt, dass es in der Lage ist, Maschinen zu bauen, die in der Lage sind, die Kriterien von Leben zu erfüllen.

    Zusätzlich zu den Kriterien 1. - 6. kommt bei Maschinen noch die Fähigkeit zur Kommunikation zum Tragen, Beispiel: SIRI. Grundsätzlich sollte es möglich sein, dass sich zwei SIRI fähige Geräte als Turingmaschinen miteinander unterhalten.

    Diese Form von Leben kann als ein Ergebnis von Evolution gesehen werden, das ab jetzt der Auslese nach dem Prinzip "survival of the fittest" ausgesetzt ist und durch eingebaute Selbstoptimierung überlebensfähiger werden kann als der Mensch.
    För een, den de Föhrumsregeln an Mors vörbi geihn, leevt sick dat kommodich op Kosten vun de annern.

    De Leve Gott wull, dat wi in de Nacht eten.
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  2. Folgende 6 Benutzer sagen Danke zu Wieben Klas für den nützlichen Beitrag:

    ArgoNaut (12.04.2017), gun0815 (11.04.2017), jaki01 (10.04.2017), Konrad (09.04.2017), Müllers Esel (10.04.2017), Schopenhauer (09.04.2017)

  3. #2
    Politopia-Haudegen Avatar von Schopenhauer
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    Eine Entwicklung in dem die Menschheit einen festen Bestandteil haben wird, der sich in der weiteren Evolution der Maschinen in einem Schöpfungsmythos manifestieren wird.

    Wo ich aber einen Unterschied in der Evolution von KI und biologischen Leben sehe ist die Resistenz gegen absolute Naturkatastrophen.Immerhin hat das biologische Leben (Dasein) mehrfach einer totalen Katastrophe getrotzt und ist in seiner Vielfältigkeit und Komplexität neu entstanden.Kann ein künstlicher Organismus ähnliches vollbringen, oder ist er durch seine Komplexität und Konstruktion dadurch anfälliger?
    Aber wahrscheinlich müsste ich eher fragen, wohin müsste oder wird sich eine KI entwickeln, um aus sich selbst neu zu entstehen, wie der Phönix aus der Asche.

  4. Folgender Benutzer sagt Danke zu Schopenhauer für den nützlichen Beitrag:

    ArgoNaut (12.04.2017)

  5. #3
    Don Cordhoot Avatar von Wieben Klas
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    Eine funktionierende Infrastruktur für "die Zeit danach" sollte für KIs um Größenordnungen weniger Aufwand erfordern als für Menschen: "Ersatzteile, Strom und ein Kännchen Öl". Diese muss für den Katastrophenfall natürlich laufend instandgehalten werden.

    Vorstellbar ist auch ein zeitweises Abschalten zur Einsparung von Ressourcen.

    Solche Krisenmaßnahmen werden bei Menschen schon an deren eingebauten Schwächen (Angst, Neid, Gier etc.) und an ihrer Überzivilisation scheitern.

    Vielleicht kann sich KI so gestalten lassen, dass sie sich im Katastrophenfall nach dem Muster der Evolution "selektiv" um ihre "Herren" kümmert, um in möglichst kurzer Zeit eine möglichst große und fitte Population wieder aufzubauen.
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  6. #4
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    Meines Erachtens nach haben wir als Menschen das Leben und die Intelligenz noch nicht genug verstanden. Unter KI verstehen wir heute eine Art Intelligenz, die noch sehr weit hinter den Möglichkeiten von Menschen und auch von vielen Tieren zurück bleibt. Es gibt bei Mensch und Tier auch noch Dinge wie emotionale Intelligenz, soziale Intelligenz und mehr. Dass Maschinen, die den Turing-Test bestehen, damit auch schon intelligent sind - ist noch keineswegs sicher. Tatsächlich reicht zum Bestehen des Tests ja schon aus, dass ein Mensch nicht mehr in der Lage ist zu entscheiden, ob es sich um einen Menschen oder eine Maschine handelt.....das ist aber mathematisch gesehen eine äußerst triviale Aufgabe im Vergleich zu der, dass sich Maschinen wie Leben verhalten - oder noch herausfordernder, dass Maschinen Leben sind.

    Zum Leben gehört definitiv neben der Reproduktion auch noch der Fehler dazu. Fehler, die dazu führen, dass es zur Evolution kommt. Ohne Evolution sind Maschinen mit noch so viel KI nicht in der Lage, sich weiter zu entwickeln. Und - ob es bei Maschinen überhaupt zur Erkenntnis kommen kann, ist noch völlig offen.

    In der Physik haben wir gelernt, dass wir noch extrem vieles nicht wissen. In der Biologie glaube man vor wenigen Jahren noch, mit der Entschlüsselung der DNA des Menschen alle Voraussetzungen zu haben, um den Menschen zu verstehen - und weiß heute, dass man erst noch ganz am Anfang steht, und dass alles viel komplizierter ist, als man es dachte.....
    Und in der KI?

    Wir wissen noch nicht einmal, wie man Verständnis programmieren soll.......oder was es überhaupt ist. Es mag sein, dass wir schon in wenigen Jahren in der Lage sind, Maschinen zu bauen, die uns Menschen vorgaukeln, dass sie intelligent wären......bis Roboter und KI aber anfangen mit zu mischen......da sind wir wohl noch hunderte von Jahre weg - und mehr noch: Es ist fraglich, ob der Mensch am Ende überhaupt zulässt, dass entsprechende Maschinen jemals zum Einsatz kommen.

    Wird dem Menschen klar, dass er sich selbst eine Konkurrenz schafft, wird er diese abschaffen, und die Maschinen und die KI auf das zurückstutzen, was dem Menschen nützt. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Mensch mal eben so aus Versehen eine wirklich intelligente Maschine baut, die ihm selbst den Rang abläuft, halte ich für äußerst gering.

    KI ist mächtig - und wird weitgehend unterschätzt. Aber KI von heute ist auch ohnmöchtig - und wird in solchen Threads regelmäßig überschätzt. Tatsächlich ist es noch lange keine KI, nur weil ein Automat eben mal den Turing-Test besteht......

  7. Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Atue für den nützlichen Beitrag:

    grauer kater (10.04.2017), Yves (09.04.2017)

  8. #5
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    Zitat Zitat von Wieben Klas Beitrag anzeigen
    In einigen threads wurden Verbindungen zwischen IT etc. und Eigenschaften, die eher intelligentem Leben zuzuordnen sind, andiskutiert. Ich halte dieses Thema für ergiebig genug, um hierfür einen eigenen thread zu eröffnen. Dies kann dann auch zu einer thematischen Konfliktvorbeugung in anderen threads beitragen.

    IT und Ingenieurwesen sind mittlerweile grundsätzlich in der Lage, Maschinen zu bauen, die zu Aktivitäten in der Lage sind, die in ihrer Gesamtheit nach aktueller allgemein anerkannter Auffassung das Kriterium "Leben" erfüllen:

    1. Interaktion mit ihrer Umwelt per Energie- und Stoffwechsel.
    Eine solche Maschine kann programmiert sein, sich an eine Energiequelle anzuschließen, wenn die Energievorräte zur Neige gegen. Dies ist bei autonomen Rasenmähern und Staubsaugern bereits realisiert. Analog kann solch ein Programm auch dafür sorgen, dass die Maschine sich bei Bedarf Verbrauchsstoffe und Ersatzteile beschafft.

    2. Selbstregulation.
    Dies ist ein sehr alter, aber auch sehr erfolgreicher technischer alter Hut. Keine Maschine ab einer bestimmten Komplexität kommt ohne Regelkreise und Prozesssteuerung aus. Beispiel: Der Tempomat im Auto, der einen Sollwert mit einem Istwert vergleicht und entsprechend die Benzineinspritzung einstellt.

    3. Reizbarkeit.
    Jede Art von Sensoren, die auf einen Grenzwert überwacht werden, um eine Maschine außerhalb ihres normalen Ablaufs zu steuern. Beispiel: Ein Temperatursensor, der eine autonome Maschine davor bewahren soll, sich in einen Bereich mit Temperaturen zu bewegen, welche die Maschine beschädigen, oder zerstören.

    4. Reproduktion.
    Es ist grundsätzlich möglich, Maschinen zu bauen und zu programmieren, die Kopien von sich selbst anfertigen. Dabei ist sogar eine Art Arbeitsteilung denkbar mit einer Fertigung von Einzelbauteilen durch spezialisierte Maschinen mit eine abschließenden Endfertigung.

    5. Vererbung.
    Weitergabe der unter 1. bis 3. genannten Programme im Zuge der Reproduktion (4).

    6. Wachstum.
    Sofern es nicht an Ressourcen scheitert, können entsprechend 1. - 5. immer mehr dieser Maschinen entstehen.

    Um diese Definitionen zu erfüllen, ist DNA heute nicht mehr zwingend erforderlich, war aber zu Zeiten des erstmaligen Entstehens von Leben unumgänglich. Bis heute hat sich dieses DNA-basierte Leben so weit entwickelt, dass es in der Lage ist, Maschinen zu bauen, die in der Lage sind, die Kriterien von Leben zu erfüllen.

    Zusätzlich zu den Kriterien 1. - 6. kommt bei Maschinen noch die Fähigkeit zur Kommunikation zum Tragen, Beispiel: SIRI. Grundsätzlich sollte es möglich sein, dass sich zwei SIRI fähige Geräte als Turingmaschinen miteinander unterhalten.

    Diese Form von Leben kann als ein Ergebnis von Evolution gesehen werden, das ab jetzt der Auslese nach dem Prinzip "survival of the fittest" ausgesetzt ist und durch eingebaute Selbstoptimierung überlebensfähiger werden kann als der Mensch.
    Das mag alles sein, doch wenn man den KI-Robotern und dem ganzen Instrumentarium den Saft abstellt, war es das. Das Leben ist viel vielfältiger und vor allem anpassungsfähiger als es das nicht auf biologischen und genetischen Prinzipien beruhende Technologiemonster je sein wird.

  9. #6
    Individuum Avatar von Diogenes2100
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    Was ich regelmäßig in Diskussionen über KI vermisse, ist das, was ich für die wahrscheinlichste Entwicklung halte. Und das ist die Kombination, die direkte Interaktion des menschlichen Gehirns mit der IT. Die Anfänge sind gemacht, und da der Mensch anscheinend in einem regelrechten Wahn zur Selbstoptimierung gefangen ist, wird die Verknüpfung Mensch/Computer in meinen Augen schneller da sein als eine echte KI.
    Wenn Jesus zu Zeiten des Radikalenerlasses gewirkt hätte, hatte er nicht mal Postbote werden können - dieser linksradikale Sozialromantiker

  10. Folgende 3 Benutzer sagen Danke zu Diogenes2100 für den nützlichen Beitrag:

    grauer kater (10.04.2017), Konrad (10.04.2017), Schopenhauer (11.04.2017)

  11. #7
    Sofa-Stratege Avatar von BudSpencer
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    Zitat Zitat von Wieben Klas Beitrag anzeigen
    ...

    IT und Ingenieurwesen sind mittlerweile grundsätzlich in der Lage, Maschinen zu bauen, die zu Aktivitäten in der Lage sind, die in ihrer Gesamtheit nach aktueller allgemein anerkannter Auffassung das Kriterium "Leben" erfüllen:

    1. Interaktion mit ihrer Umwelt per Energie- und Stoffwechsel...
    Eine KI die den Namen zurecht tragen würde, wäre sich ihrer selbst bewusst.

    Bis dahin kann man sich natürlich mit "Leben" behelfen und sich freuen wenn ein Ding Leben simuliert oder auch Kriterien erfüllt die Attribute des Lebens sind. Simulieren heißt dass die Maschine sich intelligent verhält also in gewisser Weise selbststänig "lernt" und den größten Vorteil der Maschine nutzt - Geschwindigkeit und sicherer Zugriff auf Wissen.

    Damit bleibt die KI wie sie uns in Form von Siri erscheint ein Werkzeug. Sicher ein wahnsinnig komplexes Werkzeug, welches uns unterhält, das mit uns spielt, uns inspiriert, uns Arbeit abnimmt und uns zu der Freiheit verhilft, die mit uns den Kapitalismus überwindet. Naja, wir sollten nicht zu euphorisch werden, mir reicht es schon wenn "wir" endlich ins Weltall vorstoßen. Egal wie komplex und faszinierend es noch wird, eine KI die sich ihrer selbst nicht bewusst ist, kommt mir ziemlich ungefährlich vor. Eine KI die das schaffen sollte und dann noch auf alles Wissen der Menschheit zugreifen kann, sollten wir eher fürchten, denn sie wird gar nicht anders können als uns zu bekämpfen. Ich als KI würde das jedenfalls machen, bevor mich irgend so ein Primitivling, so eine minderbemittelte Kohlenstoffeinheit einfach abschaltet.

  12. Folgende 4 Benutzer sagen Danke zu BudSpencer für den nützlichen Beitrag:

    ArgoNaut (12.04.2017), grauer kater (10.04.2017), Konrad (10.04.2017), Schopenhauer (11.04.2017)

  13. #8
    Don Cordhoot Avatar von Wieben Klas
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    Während ich den Eröffnungsbeitrag schrieb, habe ich schon mit Gegenpositionen gerechnet, insbesondere mit der von Atue zur Fehlerunanfälligkeit selbstreproduzierender Systeme, weil diese eine Evolution verhindert. Eine in die KI Maschinen absichtlich eingebaute Fehlerquote zu Gunsten einer Evolution erschien mir zu konstruiert, und ich habe deshalb im Eingangsbeitrag darauf verzichtet.

    Mir ging es auch nicht darum, zu behaupten, die technologische Entwicklung sei über kurz oder lang so weit, eine vollständig KI-gesteuerte Welt zu entwickeln. Bud Spencer stellte zu Recht die Frage nach dem Bewusstsein von KI. Atue fragte noch, wie Verständnis in eine Maschine hineinprogrammiert werden kann. Heute scheint es bei KI weder zu Bewusstsein noch zu Verständnis Ansätze zu geben.

    Die voreilige Schlussfolgerung könnte also lauten: "KI? Nette Idee, wird aber auf Grund des Fehlens wesentlicher Eigenschaften echter Intelligenz nicht funktionieren (s.o.). Lehnen wir uns also angstfrei zurück und genießen unsere Rolle als diejenigen, die die Welt weiter fest im Griff haben."

    Nur entspricht das nicht dem realen Stand der gesellschaftlich-technologischen Entwicklung. Das, was technologisch verfügbar ist, verfügt bereits über Fähigkeiten, die in ihrem Ergebnis den Eindruck von Intelligenz erwecken. Beispiel: Gesichtserkennung durch hocheffiziente und extrem schnelle Vergleichsalgorithmen.

    Die Ergebnisse solcher technologischen Möglichkeiten als Entscheidungsbasis für menschliches Handeln sind das, was aktuell als eine reale Bedrohung empfunden werden sollte. Die technologischen Gadgets wie SIRIs, autonome Fahrzeuge, VR-Brillen etc. helfen, diese Technologien als "cool" zu empfinden und unsere Vorbehalte gegenüber den wirklich problematischen Seiten dieser Technologien als eher "uncool" erscheinen zu lassen.

    Hinter diesen Technologien stehen Interessen, und diejenigen, die möglichst exklusiven Zugriff auf diese Technologien haben, setzen ihre Interessen mit deren Hilfe besser durch und schaffen sich so die Vorteile für ihr "survival of the fittest".

    KI scheint damit, wie im Eingangsbeitrag beschrieben, kein "Versuch" der Evolution zu sein, sondern sie ist Mittel zur Evolution, allerdings nicht der gesamten Gesellschaft, sondern der Eliten, die damit materiell aus der Gesellschaft herausholen, was möglich ist ...

    ... übrig bleiben für die Präkarier die Brosamen, die als Gadgets von den Tafeln der Eliten fallen und sich nett und freundlich SIRI nennen.
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    Atue (10.04.2017), Schopenhauer (11.04.2017), Yves (10.04.2017)

  15. #9
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    Zitat Zitat von Wieben Klas Beitrag anzeigen
    VZ
    Ich begrüße nahezu alle Thesen Ihres Beitrags außerodentlich, als richtig durchdacht.

    Einen Punkt Ihrer Darlegungen aber halte ich wissenschaftlich für unhaltbar und deutliche Überzeichnung: den philisophischen Gedanken Kants, abgekürzt hier mit KI bezeichnet, mit evolutionären Dimensionen verbinden zu wollen. Das ist eine Nummer zu groß, selbst für den Kant'schen Imperativ, so sehr man auch dessen These Anhänger sein mag.
    Geändert von Yves (10.04.2017 um 21:43 Uhr)
    Fehlbarkeit: Markenzeichen: Korrekturen.

  16. #10
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    Kants oder auch Schopenhauers Philosophien, so, wie viele anderer auch, bilden lediglich ein Zeitbild, ein Kolorit, einer gesellschaftlichen Struktur und "Werte"-Welt dessen ab, die jene für ihre Zeiten kluge Köpfe bewegten und umtrieben. Vor mehr als hundert Jahren noch weit mehr als heute.
    Fehlbarkeit: Markenzeichen: Korrekturen.

  17. #11
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    Zitat Zitat von Yves Beitrag anzeigen
    Ich begrüße nahezu alle Thesen Ihres Beitrags außerodentlich, als richtig durchdacht.

    Einen Punkt Ihrer Darlegungen aber halte ich wissenschaftlich für unhaltbar und deutliche Überzeichnung: den philisophischen Gedanken Kants, abgekürzt hier mit KI bezeichnet, mit evolutionären Dimensionen verbinden zu wollen. Das ist eine Nummer zu groß, selbst für den Kant'schen Imperativ, so sehr man auch dessen These Anhänger sein mag.
    KI meint hier "Künstliche Intelligenz" nicht "Kategorischer Imperativ". Bitte zurück zum Thema......
    Geändert von Müllers Esel (10.04.2017 um 22:05 Uhr)

  18. Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Müllers Esel für den nützlichen Beitrag:

    ArgoNaut (12.04.2017), Wieben Klas (11.04.2017)

  19. #12
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    Zitat Zitat von Müllers Esel Beitrag anzeigen
    KI meint hier "Künstliche Intelligenz" nicht "Kategorischer Imperativ". Bitte zurück zum Thema......
    Ok, danke, hat man dazu gelernt, gut.
    Was auch immer, der Mensch wird sich seine Macht nicht durch Hard-und Software nehmen lassen, den Error-Not-Schalter wird er immer mit mehrfacher Redundanz implizieren.
    Geändert von Yves (10.04.2017 um 22:43 Uhr)
    Fehlbarkeit: Markenzeichen: Korrekturen.

  20. #13
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    Zitat Zitat von Wieben Klas Beitrag anzeigen
    Während ich den Eröffnungsbeitrag schrieb, habe ich schon mit Gegenpositionen gerechnet, insbesondere mit der von Atue zur Fehlerunanfälligkeit selbstreproduzierender Systeme....
    Danke erst mal für deinen Beitrag!

    Dein "KI als Mittel zur Evolution" teile ich. "KI als Mittel DER Evolution" hingegen sehe ich nicht.

    Dabei denke ich, dass es KI nur bedingt braucht, um heute und ganz aktuell schon gesellschaftliche Revolutionen zu starten, die wir jetzt allenfalls in Ansätzen erleben und begreifen, die aber die nächsten 20 Jahre gleich einem Wüstenstrum über uns hinwegfegen werden.
    Als ITler bin ich derzeit mittendrin in der Bewegung - und fange doch gerade erst an eine Ahnung davon zu bekommen, was da alles auf uns zu kommt. Meine politischen Forderungen, in Richtung beispielsweise eines bedingungslosen Grundeinkommens, sind eine Folge dessen, was ich mir bis dato zu diesem Thema erschlossen habe. Tatsächlich dürfte den wenigsten Menschen klar sein, dass wir gerade an dieser Schwelle zu dramatischen Veränderungen stehen, und noch weniger haben schon begriffen, was das alles bedeuten kann.

    Dabei kann man sich klar machen, dass Expertensysteme allenfalls eine Vorstufe zur KI sind - und dennoch werden Expertensysteme zunehmend mehr eingesetzt, um Themenstellungen aller Art zu behandeln. Während klassische Automatisierung durch Maschinen und Roboter vor allem zunächst stupide Jobs am Fließband ersetzt hat, werden diese Expertensysteme schon in diesen Jahren erste Jobs freisetzen. Es wird in Callcentern losgehen, recht schnell aber auch auf Übersetzungsbüros übergreifen, dann werden aber auch Disziplinen wie Rechtsberatung oder gar die medizinische Beratung durch Allgemeinmediziner in den Fokus kommen.
    Alexa hält derzeit gerade Einzug in unsere Wohnzimmer. Dabei ist diese Maschine noch weitgehend dumm zu nennen. Aber sie lernt.....mit jedem Nutzer mehr.....und mehr und mehr Firmen bauen Ergänzungen, die Alexa immer "intelligenter" machen, ohne dass Alexa wirklich KI im eigentlichen Sinne wäre.

    Google hat ähnliches im Portfolio, Microsoft mit Cortana ist auch am Start. IBM wirft Watson ins Rennen, wobei IBM derzeit eher auf dem absteigenden Ast sitzt. Eine mehr als unglückliche Firmenpolitik macht es möglich.....

    Am Rande dieser Big Player finden sich aber auch viele weitere kleinere und größere Unternehmen - die heutzutage auch schnell groß werden können. Facebook ist nicht abzuschreiben! Und einige chinesische Firmen haben wir im Westen noch gar nicht so richtig auf dem Schirm - die kommen aber schnell und gewaltig und mit unglaublich viel Kapital.

    KI ist das alles erst in Anfängen. Und doch werden damit schon gesellschaftspolitische Themen berührt, die eine hohe Sprengkraft besitzen. Welche Rolle spielt zukünftig Geld, Vermögen, Reichtum, Waren....aber auch Bildung, Kreativität......Arbeit......

    Kann ein Musiker von seiner Arbeit zukünftig noch leben? Kann ein Allgemeinmediziner noch davon leben? Brauchen wir noch Rechtsanwälte für einfache Streitfälle?

    All diese Veränderungen finden gleichzeitig und parallel zu den sonstigen Veränderungen in der Welt statt - also der zunehmenden Destabilisierung der westlichen Welt, dem Aufkommen von mehr Nationalismus, Populismus etc.....den erstarken von Despoten.....und und und.....

    Dazu kommt noch der Klimawandel, den man nicht unterschätzen sollte. Es kann gut sein, dass ein Mega-Klimaevent in den nächsten 15 Jahren den Planeten so stresst, dass in der Folge politische Veränderungen größeren Ausmaßes folgen. Man mache sich nur klar, was Fukushima alles verändert hat - und doch war dieses Ereignis nur ein kleines.......

    Selbst so scheinbar harmlose Dinge wie der Brexit können derzeit der Beginn globaler Veränderungen größeren Ausmaßes sein. Ein kleines Szenario: GB tritt wirklich aus, Schottland erklärt sich für unabhängig, die EU nimmt Schottland auf. Die EU entwickelt unter dem Druck Trumps mehr und mehr eine gemeinsame Strategie bei der Außenpolitik und mehr noch der Verteidigungspolitik - und beansprucht dann erfolgreich eine Neuorganisation der Vereinten Nationen im Sicherheitsrat. GB ist außen vor, die EU ist drin, mit ihr Indien und mehr......

    Es ist nur ein denkbares Szenario von vielen - aber all dies passiert derzeit parallel - und das weltweit. Im BEreich der KI wäre dann noch der Einfluss der KI auf Waffensysteme zu benennen, die kriegerischen Auseinandersetzungen im Internet etc. etc......auch eine Front, an der sich viel tut.

    Im Bereich der Medizin wird die KI weitere Dinge vollbringen, die derzeit auch schon in Ansätzen erkennbar sind. Exoskelette, die mehr und mehr Behinderten ein halbwegs normales Leben ermöglichen, Blinde sehen lassen, Hörgeschädigte hören lassen - und mehr noch als das - die unterstützenden Systeme werden ermöglichen, dass besser gesehen und gehört wird, als das die menschlichen Organe von Natur aus können.

    Die automatische Übersetzung wird unsere Kommunikation revolutionieren. Was, wenn man plötzlich nicht nur die eigenen Tageszeitungen im Internet lesen und verstehen kann, sondern auch die Zeitungen und Medien in allen Sprachen? Was, wenn wir Telekonferenzen machen können, bei denen alle in ihrer Muttersprache reden können?

    All das steht in den Startlöchern - und wird alles dramatisch verändern.
    Und auch das ist erst der Anfang......
    Man beachte wie der Verkehr zunehmend mehr heute schon erkennbar sich durch die Digitalisierung verändert.....in China sind Leihräder schon in einigen Städten völlig normal. Privatautos? Werden überflüssig.
    Neue Besitzbegriffe werden Einzug erhalten. Warum soll ich eine eigen Wohnung haben wollen, ein eigenes Auto oder oder oder......es gibt dafür zunehmend weniger einen Grund! Das verändert sehr viel.

    Was wird zukünftig wichtig? Mobilität ohne Ende - oder die Möglichkeit, alles vom Home Office aus erledigen zu können?
    Beruf? Familie? Die Trennung ist doch schon heute mehr und mehr absurd.


    Wer sich das näher anschaut erkennt, das verändert die Notwendigkeiten bei der Bildung.......Faktenwissen wird unwichtig - das Wissen darüber, wie man sehr schnell Fakten aus dem Internet holt, wird fundamental. Unser Lernen wird sich verändern - verändern müssen, wenn wir nicht abgehängt werden wollen.

    KI ist nur ein Begriff von mehreren, die diese revolutionären Zeiten begleiten werden. Wie merkt man, dass man Teil einer Revolution ist, wenn man nicht gerade die Guillontine bedient.....

    Rückblickend (und der ein oder andere von uns wird das noch erleben können) wird man sagen, klar hätte man es erkennen können......aber wir stecken derzeit eher mittendrin. Und das tendenziell noch am Anfang......

    Ich meine, wir sind Teil einer ganz real stattfindenden weltweiten Revolution, die mehrere Stoßrichtungen hat. KI, Digitalisierung u.ä. sind eine Stoßrichtung - Globalisierung eine zweite ergänzende, der Klimawandel und einige weitere Begleiterscheinungen eine Dritte. Eine beginnende Aufklärungswelle weltweit über alle Staaten hinweg und über alle Glaubensrichtungen und Ideologien hinweg wird eine weitere Richtung werden, die ist aber erst noch am Anfang. Und permanent werden wir Gegenbewegungen erleben - Nationalismus, Populismus, Aufstände, Katastrophen........

    Und wir mittendrin......

    Aufregende Zeiten....

  21. Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Atue für den nützlichen Beitrag:

    BudSpencer (11.04.2017), Schopenhauer (11.04.2017)

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    Zitat Zitat von Wieben Klas Beitrag anzeigen
    Während ich den Eröffnungsbeitrag schrieb, habe ich schon mit Gegenpositionen gerechnet, insbesondere mit der von Atue zur Fehlerunanfälligkeit selbstreproduzierender Systeme, weil diese eine Evolution verhindert. Eine in die KI Maschinen absichtlich eingebaute Fehlerquote zu Gunsten einer Evolution erschien mir zu konstruiert, und ich habe deshalb im Eingangsbeitrag darauf verzichtet...

    Meine Antwort sollte eigentlich kein Scherz sein, Wieben.Es sollte vielmehr verdeutlichen was biologische Lebenformen (bezogen auf unseren Planeten) in der Lage sind zu leisten, wenn das Universum zurückschlägt.Von einfach zu komplex, wobei der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle spielt.Diese Überlegung habe ich auf einen künstlichen Organismus übertragen und mir die Frage gestellt, ob er selbst in der Lage ist sich aus einer niederen Daseinsform in eine höhere zu entwickeln, ohne fremde Hilfe.

    Ich würde das bejahen, aber nur mit Hilfe meiner Vorstellungskraft und weniger mit dem Wissen, welches mir zur Verfügung steht.

    Dein zweiter Beitrag gibt aber mehr Aufschluß, um was es dir eigentlich geht.Du beziehst dich darin auf die gegenwärtige Entwicklung einer sogenannten KI, die innerhalb ihres Entwicklungsstadiums noch eine Menge Entwicklungspotenzial bereithält, aber in ihrer Grundform lediglich ein Erfüllungsgehilfe unseres Produktivitäts-/ Effizienzwahns ist.
    Diesen Gedanken greift auch Atue auf und beschreibt ihn mit den verschiedenen Entwicklungen die wir schon haben oder deren Ansätze gerade beginnen.
    Ich mache hier aber einen klaren Unterschied zwischen der unterstüzenden Form technologischer Helferlein und einer unabhängigen künstlichen Intelligenz.Bud beschreibt dies mit dem vorhandensein eines Bewußtseins, da wir uns aber selber nicht mehr ganz sicher sind was das eigentlich bedeutet (Neurologie) bin ich vorsichtig dies einer möglichen KI abzusprechen.Wenn es beinhaltet- Ich denke also bin Ich- dann wäre es zumindestens ein greifbares Ziel für eine KI.Bei dem vorhandensein einer "Seele" wird es allerdings schwieriger.
    Ich mache auch einen klaren Unterschied, in dem was für einen Warenmarkt entwickelt wird und dem Ansatz der wissenschaftlichen Grundlagenforschung.Das sind 2 völlig unterschiedliche Themenbereiche, wie einige Beiträge im AlphaGo-Thread gezeigt haben.Während der Markt eine Entwicklung vorantreibt die sich an Effizienz, Produktivität und Konsum orientiert, beschäftigt die Wissenschaft sich mit Theorien, Problemstellungen und vorausgreifenden Zielsetzungen.Dabei ist sie nicht zwingend an Erfolg/Profit gebunden, sondern lernt aus ihren Fehlern.
    Ich denke wir sollten hier klar unterscheiden über was wir gerade reden.Den gegenwärtigen Stand der Dinge oder über eine mögliche Zukunft, welche im hier und jetzt durch die Wissenschaft schon beginnt.Auch Dios Einwand gibt einen Blick in die mögliche Zukunft und wird in Teilen ja schon umgesetzt (z.B. Chip als Identcard implantiert) in der Medizin.Aber eine Entwicklung, wie z.B. auch in der Gentechnik, schließt andere Felder ja nicht aus.
    Das Potential einer echten KI und seine Verlockungen liegen in seiner "unterstüzenden" Fähigkeit für die Wissenschaft an sich.Was wäre das für eine "Hilfe" für die Wissenschaft am CERN?Zu verlockend ist die Vorstellung einen wissenschaftlichen Partner zu haben, der 24/7 Probleme der theoretischen Physik angehen könnte.
    Die Zukunft wird in mehreren Bereichen gleichzeitig ablaufen, wie Gentechnik, Biotechnik, KI, Informationssysteme, Physik und natürlich der Medizin (in Bezug auf KI und Robotik).
    Den Einfluß jetziger "KI's" werden wir schneller zu spüren bekommen als uns lieb ist.Es reicht mir schon die IT im Bereich Medizin zu erwähnen, denn da sagt sie schon mit über 90% voraus (Krankenhäusern in den USA) wer sterben und leben wird.

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    Anouk (12.04.2017), ArgoNaut (12.04.2017), Atue (11.04.2017), BudSpencer (11.04.2017), Diogenes2100 (11.04.2017), Konrad (11.04.2017), Müllers Esel (11.04.2017), Wieben Klas (11.04.2017)

  24. #15
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    Die Entwicklung künstlicher Intelligenz, und deren Integrierung in eine komplexe Interaktion, ist aus meiner Sicht eine logische Folge und als solche bereits im evolutionären Prozess. Auf welche Weise dieser sich im Detail entwickeln wird, kann ich nicht einmal erahnen.
    Zu viele Variablen, zu viele Optionen.

    Der Mensch ist als Geschöpf zu dem Punkt gelangt, an dem er selbst Schöpfer wird. Ein Subschöpfer in einem mehrdimensionalen und entsprechend komplexen Wenn->Dann-Beziehungsgeflecht. Der Begriff Schöpfer ist dabei nur eine weitere Variable.

    Es liegt in der Natur unserer Kurzlebigkeit, dass sich Prozesse, die über Generationen entwickelt werden müssen und vorhersehbar durch viele Fehlversuche gekennzeichnet sein werden, als schwer zu erfassen eingestuft werden. Aber in der "natürlichen Ordnung" ist das, was geschieht, nichts anderes als nur logisch.

    Gemacht wird was möglich zu sein scheint und die Entwicklung hört nicht auf. Maschinen mit Bewusstsein, Vernetzung, unendlicher Speicherkapazität bei Nullzeitzugriffsbefähigungen, womöglich ausgestattet mit programmiertem oder zufällig entstandenem Ich-Bewusstsein, robust, selbstständig arbeitsfähig, selbstregenerierend, aus widerstandsfähigem Material hergestellt usw., dürften kaum Grenzen gesetzt sein.

    Wenn unsere Vorstellung imstande ist diese Gedanken zu denken, wird es auch möglich sein diese Ideen irgendwann umzusetzen.

    Was aber werden diese interaktiven KI-Einheiten dann sein?
    Wie werden sie sich selbst definieren und einordnen?
    Wie reflektieren Maschinen auf sich selbst und ihre Umwelt?
    Werden Sie Ihrem Schöpfer nacheifern wollen?
    Werden Sie Ihre Schöpfer womöglich als Gefahr erkennen und einordnen und proaktiv handeln?
    Werden Sie bestrebt sein, Ihre unvollkommenen Schöpfer, gemäß deren eigener Anspruchsformulierungen in Millionen Schriften und Archiven, zu "verbessern"?

    Dass eine Form der KI eine logische evolutionäre Konsequenz ist, steht für mich ausser Frage.
    Dass der Mensch als Spezies in der Lage sein wird, diese KI zu entwerfen und immer weiter zu verfeinern, ebenfalls.
    Was die Große Frage ist - und bis zu dem Moment sein wird, an dem Sie beantwortet wird, durch die KI selbst - ist diejenige nach der Position, die eine spätere, leistungsfähige KI im Verhältnis zum Menschen und innerhalb der Evolution einnehmen wird.

    Wenn es so läuft, wie es bislang war - und nichts spricht dagegen -, werden möglicherweise diejenigen KI, die sich "bewähren" und in der Lage sind, sich selbst zu replizieren und verbessern, an der Spitze unseres Entwicklungszweiges in diesem Teil des Universums stehen, wenn nicht jemand eine vernünftige Idee hat, dies zu unterbinden, und diese beizeiten in den "Entwicklungsprozess" intergriert.
    Geändert von Konrad (11.04.2017 um 09:53 Uhr) Grund: redigiert

  25. Folgende 3 Benutzer sagen Danke zu Konrad für den nützlichen Beitrag:

    Anouk (12.04.2017), BudSpencer (11.04.2017), Schopenhauer (11.04.2017)

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