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Thema: Welchen persönlichen und gesellschaftlichen Wert hat Kultur?

  1. #481
    Politopia-Methusalem Avatar von ArgoNaut
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    Vernissagen - ähnlich wie Filmpremieren, Theaterfestspiele etc. - sind vor allem ein Stelldichein der gehobenen Gesellschaft; in deren Rahmenprogramm wird dann auf den (anwesenden) Künstler eine Laudation gehalten - während die Besucher untereinander über's Tagesgeschäft plaudern.
    Die ursprüngliche Absicht solcher Veranstaltungen mag ja gewesen sein, dem Künstler ein solventes Publikum zuzuführen - solange das Publikum sich selbst jedoch für die Hauptsache hält, ist das künstlerische Werk in den Hintergrund gerückt, wird zum Nebenzweck, und der Künstler wird darauf reduziert, dass sein Name (seine Signatur) ggf. zur lukrativen Geldanlage wird.

    Der kulturaffine Mensch (eine vom Aussterben akut bedrohte Art) meidet derartige Personenaufläufe, so nett es bisweilen sein mag, Sekt und Häppchen mit Kaviar kredenzt zu bekommen - vor allem, wenn dergleichen nicht sowieso auf dem täglichen Speiseplan steht…
    Das ist eine niedliche Beschreibung, wie Vernissagen in Deiner Phantasie ablaufen. Ich erzähl´s Dir, wie es ist, damit Du aktualisieren kannst: Die Gesellschaft ist weit weniger gehoben, als Du vermutlich meinst, was Du ja schon daran siehst, dass sogar ich gelegentlich eingeladen werde. Klar plaudern die Gäste miteinander, denn die jeweilige Laudatio auf den oder die Künstler kannst du nicht von der Laudatio vor 14 Tagen oder zwei Monaten wegkennen, es ist dasselbe tiegründige Geschwätz wie die Persiflage auf die Lobpreisung des Dunghaufens, remember? Natürlich wird der Künstler, wird sein Werk auf einen "Wert" reduziert, genau das ist doch der Sinn einer Vernissage - er will bekannt werden und gut verkaufen. Ich war noch nie bei einer Vernissage, bei der der Künstler gesagt hat "Ich zeig´s Euch mal, aber ich verkauf nix!" Dass es Sekt und Häppchen gibt, hab ich schon lang nicht mehr erlebt, dazu bin ich nicht gehoben genug. Es gibt aber Vernissagen - das mögen die mit Sekt und Häppchen sein - deren Ausstellungsgegenstände vor der Vernissage eventuellen Käufern, Sammlern, Agenten gezeigt werden.

    Der kulturaffine Mensch, der nicht zu Vernissagen zu den Kulturklotzköpfen geht, ist meist älteren Datums und steht nicht mehr in Lohn und Brot, da kann er tagsüber die Galerie besuchen.
    Gelassenheit ist die Grundvoraussetzung für Höflichkeit

    (Moritz Freiherr Knigge)


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  2. #482
    An allem schuld Avatar von PrometheusXL
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    Zitat Zitat von ArgoNaut Beitrag anzeigen
    Lassen doch. Vielleicht ist der erhobene Zeigefinger die einzige Gymnastik, nach der ihm der Sinn steht. Wir können solche "Dies zu tun stände Dir doch..." und tiefergründelnde Erläuterungen doch einordnen.
    "Kluge lernen aus allem und von jedem, der Durchschnitt aus Erfahrungen und die Dummen brauchen nichts zu lernen, denn die wissen bereits alles, vor allem besser."
    (sinngemäß nach Sokrates, 470 - 399 v. Chr.)

  3. #483
    Don Cordhoot Avatar von Wieben Klas
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    Auf Vernissagen entscheiden gelangweilte Lebenspartnerinnen gut besattelter Mastercarddaddies, ob "das Kunst ist oder weg kann".

    Meistens hängt, steht oder liegt dann später das, was wirklich weg könnte, in den Designlofts der B-Promi Upper Class und Mastercarddaddy's Konto für die Gespielin ist mal wieder für Dummtüüch gelenzt.

    Mastercarddaddy ist begeistert, aber nicht über das, was weg gekonnt hätte sondern darüber, dass er bei seiner Gespielin wieder mal einen gut hat …

    … was für einen, darüber schweigt des Sängers Höflichkeit.
    De Leve Gott wull, dat wi in de Nacht eten.
    Sünst harr he nich dat Lücht in Köhlschapp mookt.

  4. #484
    Politopia-Methusalem Avatar von ArgoNaut
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    Muhaha, so einen Fall, dass die Gespielin über Ankauf eines Werkes zugunsten des Künstlers und zu Lasten des Mastercarddaddys entscheiden durfte, hab ich mal von ferne erlebt. Die Gespielin war doppelt gesellig und gesellte sich vorübergehend auch zum Künstler. Mastercarddaddy ist ihr später abhanden gekommen, aber ich weiß nicht, ob deswegen.
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  5. #485
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    Zitat Zitat von ArgoNaut Beitrag anzeigen
    […] genau das ist doch der Sinn einer Vernissage […]
    Künstler, die Einzelausstellungen mit den Werken ihrer jüngsten oder gegenwärtigen Schaffensperiode zu beschicken Gelegenheit haben, sind längst auf dem Kunstmarkt etabliert, und der Galerist weiß, dass der Künstlername ihm einige Verkäufe garantiert.
    Junge, sich auf dem Kunstmarkt erst vortastende Talente, werden bestenfalls Gelegenheit zu einer Ausstellungsbeteiligung erhalten, und für die ein oder zwei Werke wird sich vorerst kein Laudator finden, es sei denn, der Hochschulprofessor, dessen Abschlussklasse gerade eine Ausstellung veranstaltet, hält eine kleine Rede.

    Das Thema ist ein wenig komplexer, als Du Dir vorzustellen scheinst, und selbstverständlich sind Kunst und Kunstbetrieb Verschiedenerlei, ebenso wie Literatur und Literaturbetrieb nicht identisch sind… in der heutigen Zeit, und gerade auf gesellschaftlicher Ebene, mag der Kunstbetrieb also den wichtigeren Stellenwert einnehmen, vom Publikumsgeschmack ganz zu schweigen, denn jener hält sich ja ebenfalls für besonders wichtig, weswegen Du dem Objekt, der jener zu bewerten sich anmaßt, auch ganz ungeniert den Terminus Dunghaufen reserviert hast…

  6. #486
    An allem schuld Avatar von PrometheusXL
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    Ich muss angesichts der hochtrabenden Sprache bei gleichzeitiger Indifferenz in der Sache, des eingenommenen Habitus, bei geringstmöglicher Themennähe, eigentlich gar nicht mehr wissen, um zu urteilen, dass Du im Grunde von dieser Materie faktisch auch keinerlei wirklich Ahnung hast, die über das Zusammengoogeln von ein paar Happen hier und einem Schlückchen da hinaus geht.

    Irgendwie ist dieses bemühte betteln um Anerkennung einer Kenntnistiefe, die nicht da ist, bereits jenseits von traurig. Andererseits wirk es beinahe schon performant, fast künstlerisch stylisch, wie eine pseudoblebendige Skulptur eines aus dem vorletzten Jahrhundert transformierten erhobenen Zeigerfingers, der sich ganz besonders linkisch um Aufmerksamkeit bemüht.

    Womöglich sollten wir einmal eine kleine Vernissage veranstalten.
    Hilde macht und reicht die Häppchen, Uschi bringt Beer und Köhm...
    Und ich suche dafür die besten Exponate aus den 15ern, 16ern und 17ern heraus, und die besten Hits von "heute" ...
    "Kluge lernen aus allem und von jedem, der Durchschnitt aus Erfahrungen und die Dummen brauchen nichts zu lernen, denn die wissen bereits alles, vor allem besser."
    (sinngemäß nach Sokrates, 470 - 399 v. Chr.)

  7. #487
    Don Cordhoot Avatar von Wieben Klas
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    Das erste Exponat für unsere Vernissage, eine Statuette: "Der Überpädagoge" …



    Uschi, Runde Schampus und Knallkööm, …

    … und den kleinen Finger schön vernissagenkompatibel abspreizen.
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  8. #488
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    Zitat Zitat von Wieben Klas Beitrag anzeigen

    … und den kleinen Finger schön vernissagenkompatibel abspreizen.

    Over bidde formvollendigd.

    Ischa opteletzd kulturich, sowatt vunn...
    Geändert von PrometheusXL (09.08.2018 um 18:18 Uhr)
    "Kluge lernen aus allem und von jedem, der Durchschnitt aus Erfahrungen und die Dummen brauchen nichts zu lernen, denn die wissen bereits alles, vor allem besser."
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  9. #489
    Don Cordhoot Avatar von Wieben Klas
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    … un wann Du dat nu mit Pommes rood-witt un Körriwuss mookst, denn treck ik mien Cordhoot.
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  10. #490
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    Meine Güte. Das muss man richtig laut lesen, um es zu verstehen.
    Immerhin, der kulturaffine Mensch, als der ich mich vergeblich darzustellen versuche, sollte ja mehrere Sprachen einigermaßen beherrschen. Von beherrschen kann ja nun keine Rede sein, aber langsam und laut gelesen, entfaltet sich der Sinn des Gedichts. Was ist aber "rood-witt"? Teils Ketchup, teils nicht?
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  11. #491
    Don Cordhoot Avatar von Wieben Klas
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    Pommes rood-witt, biddescheun:

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  12. #492
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    Igitt, was ist denn das Weiße? Etwa Mayo? Ja, mir gangst, das ist ja fuschbaa.
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  13. #493
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    Ja, das ist natürlich schon arg grenzwertig, sozusagen kulturell randständig.
    Over watt shalls dohr moken? Leven un leven looten. Isso.
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  14. #494
    Don Cordhoot Avatar von Wieben Klas
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    Nun stellt Euch mal nicht so an:

    Mei - ne Ma - yo ist aus Frei - land - hal - tung!

    Sie hat noch nie einen Käfig von innen gesehen, und das Ketchup auch nicht.
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  15. #495
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    Wie zu erwarten war, wird jetzt der Kulturthread mit dem Wurstthread thematisch vermatscht…

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