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Ergebnis 166 bis 180 von 187

Thema: Medien - Medienkritik - Medienkompetenz

  1. #166
    Politopia-Urgestein Avatar von wudi
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    Zitat Zitat von grauer kater Beitrag anzeigen
    ........... gelegentlich zu nationalen oder europäischen Themen.
    ....... selbstverstaendlich mit Ausfluegen in Richtung "Zionismus" und Israel. Natuerlich mit einem Toyota.







    "Alles was Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen!"
    ( Adenauer)



  2. #167
    Märzkämpfer Avatar von grimmstone
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    Zitat Zitat von wudi Beitrag anzeigen
    ....... selbstverstaendlich mit Ausfluegen in Richtung "Zionismus" und Israel. Natuerlich mit einem Toyota.
    o.k. - Du bist einfach nur ein Quatschkopf, also ein Troll.
    Es gibt wohl nur wenige Tiere, die uns für Menschen halten.
    Alfred Brehm

  3. Folgender Benutzer sagt Danke zu grimmstone für den nützlichen Beitrag:

    gun0815 (24.12.2016)

  4. #168
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    Zitat Zitat von wudi Beitrag anzeigen
    Der Kater ist wieder bei seinem politischen Lieblingsthema.
    Welches ist das denn deiner Meinung nach?

  5. #169
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    Zitat Zitat von theinsider Beitrag anzeigen
    gewesen!
    Ah...du weißt es? Toyota?

  6. #170
    Politopia-Urgestein Avatar von grauer kater
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    Zitat Zitat von Miriam Beitrag anzeigen
    Er hat in der Vergangenheit sicher schon die eine oder andere Schwäche gezeigt.
    In diesem Fall war unsere Diskussion aber tatsächlich off topic, insofern war sein Eingreifen ok.
    Da muss ich Dir sogar zustimmen, ich habe den Herrn auch nicht kritisiert, wer sich zum gelöschten Thema eine realistische Meinung bilden will, es gibt umfassende Literatur dazu, zudem kann sich jeder Deutsche ziemlich problemlos vor Ort informieren, zumindest in Israel selbst, wenn er sich den üblichen Bedingungen dort anpassen möchte, schwerer ist es in die besetzten Gebiete zu reisen. Aber der Libanon und Jordanien erlauben auch eine Erkenntnisfindung zur Lage in Nahost.

  7. #171
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    Es wird in solchen Diskussionen wie im hiesigen Forum gern mit dem Zeigefinder auf die höheren Ansprüchen nicht genügende Qualität der Berichterstattung in einigen der populäreren Medienerzeugnisse gezeigt… was dabei gern übersehen wird, ist die Tatsache, dass Otto Normalbürger bzw. eine sehr große Zahl von Zeitungskäufern und Fernsehzuschauern in ihrer Lektüre bzw. dem Blick auf die TV-Nachrichten nur eine rasche Übersicht über's Weltgeschehen erwarten. Eine dänische Boulevardzeitung, gewissermaßen das dortige Pendant zur BILD-Zeitung, hat ihren Lesern jetzt eine Ausgabe mit einer gleich vollkommen gefaketen Titelseite ausgeliefert, was nun als Panne deklariert wird. Lese ich den Nachhall der Geschichte, erscheint es mir wahrscheinlicher, dass es sich jedoch um eine Werbeaktion handelt, welche für Rekord-Einschaltquoten der Folge jener (mir nicht bekannten) Krimiserie im dänischen Fernsehen sorgen soll - möglicherweise ist der "Fauxpas" aber auch eine Mitarbeiterreaktion auf den im Nachsatz des SHZ-Artikels genannten angekündigten Stellenabbau beim Berlingske-Konzern.

  8. #172
    Politopia-Methusalem Avatar von Kleinlok
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    Eine dänische Boulevardzeitung, gewissermaßen das dortige Pendant zur BILD-Zeitung, hat ihren Lesern jetzt eine Ausgabe mit einer gleich vollkommen gefaketen Titelseite ausgeliefert, was nun als Panne deklariert wird. Lese ich den Nachhall der Geschichte, erscheint es mir wahrscheinlicher, dass es sich jedoch um eine Werbeaktion handelt, welche für Rekord-Einschaltquoten der Folge jener (mir nicht bekannten) Krimiserie im dänischen Fernsehen sorgen soll - möglicherweise ist der "Fauxpas" aber auch eine Mitarbeiterreaktion auf den im Nachsatz des SHZ-Artikels genannten angekündigten Stellenabbau beim Berlingske-Konzern.
    Da könntest du richtig liegen. Ständig liegen neoliberal verstrahlte Kleingeister den Mitarbeitern vieler Unternehmern mit ihrem dummen Geschrei nach Kosteneffizienz- und minimierung in den Ohren. Gute Arbeit soll weniger kosten, sonst ginge das Abendland unter. Gleichzeitig steigen Mieten und Energiekosten und von Steuererleichterungen merkt der Normalmensch wenig. Reiche Scheißer jammern auf hohem Niveau während Hundertausende zumindest mental still absaufen. Es ist zum Kotzen.

    Zu allem Überfluss wollen dann noch Eliten, Verleger und dekadente Bussigesellschaft die Medien dazu missbrauchen, dass sie mit diesen ihre kranken Weltanschauungen (wir sind toll, ihr seid bubu) und eitlen Selbstdarstellungen dem Normalvolk aufdrücken können. Und infam wie der ganze Bonzenclub daherkommt erwartet der dann allen Ernstes, dass der Normalbürger für diese ihm angedachte Verlade Abo- oder Rundfunkgebühren bezahlt.

    Es gibt zwar auch kostenlose Blätter, aber so wirklich kostenlos sind die auch nicht, weil die meist von A - Z mit Werbung sowie Scheichwerbung zugemüllt sind. Einem geschenkten Gaul schaut man in der Regel nicht ins Maul, aber allzu unterirdisch sollte die Qualität nicht daher kommen. Kommt sie aber, z.B. bei der kostenlosen Kundenzeitschrift "Dein Bahnhof", welche der für Bahnhöfe, Haltepunkte und Serviceeinrichtungen unternehmerische Teilbereich der DB "DB Station & Service" vierteljährlich herausgibt. "Dein Bahnhof" wird in Ständern an größeren Bahnhöfen kostenlos zum Mitnehmen angeboten, die jeweils im Umlauf befindliche Ausgabe kann auch im Internet abgerufen werden, aktuell ist noch die Ausgabe Winter 2017 online:

    https://www.bahnhof.de/resource/blob...tuell-data.pdf

    Diese Ausgabe hat es schwer in sich. Neben dem üblichen Lifestyle-Geblubber und Bahn-Beweihräucherung findet sich auf S. 39 in der online Ausgabe (Printausgabe S.21) eine für Kinder gemachte Seite auf der soviel Schwachsinn auf die Kleinen losgelassen wird, dass es weh tut.





    https://www.bahnhof.de/resource/blob...tuell-data.pdf (S.39)


    Einmal abgesehen davon, dass ohne erkennbaren vernünftigen Zusammenhang einfach eine Werbung für ein Kindermuseuum in Duisburg eingeblendet wird, schafft es die Redaktion dieser Seite in nur 4 Sätzen den Kindern (und deren möglicherweise wenig erfahrenen oder denkfaulen Eltern) satten Stuss aufzubinden, der bar jeglicher naturwissenschaftlicher Evidenz ist. Der deutsche Bildungsnotstand scheint auch die DB bzw. deren Partner erreicht zu haben.

    Eigentlich hatte ich genügend anderes zu tun, aber nachdem ich 5 Wochen 32 mal die Woche an dem Ständer vorbei gelaufen war und mir insgesamt 3 Exemplare von "Dein Bahnhof" mitgenommen hatte
    und das alleinige Entsorgen als Altpapier mich nicht befriedigte, habe ich am 19.02.2018 an DB Station & Service, den beteiligten Axel Springer Verlag sowie das Kindermuseum Explora geschrieben:

    Thomas Schüller
    63303 Dreieich

    Werbegemeinschaften der bundesweiten Einkaufsbahnhöfe
    c/o DB Station&Service AG
    D-10557 Berlin

    AxelSpringer SE Corporate Solutions
    D-10888 Berlin

    planp. corporate publishing GmbH
    D-20357 Hamburg

    Betreff:
    Kritik an grob fahrlässig falscher Darstellung in „Mein Bahnhof“

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    in der aktuellen Winterausgabe von „Dein Bahnhof“ sind Sachfehler enthalten, die ich für unverständlich, vermeidbar und im angewendeten Zusammenhang (Kindern soll ein naturwissenschaftlicher Sachverhalt erläutern werden) aus pädagogischer Sicht als grob fahrlässig empfinde, ich zitiere von Seite 21:

    "Brrr,ist das kalt! Aber das ist um diese Zeit normal, denn der Winter ist die kälteste Jahreszeit.
    Aber warum ist es im Winter so kalt?


    DieWärme auf der Erde stammt von den Sonnenstrahlen. In einem Jahr kreist die Erde genau einmal um die Sonne. Dabei ist Deutschland im Sommer ganz nah und im Winter weit entfernt. Also können die Sonnenstrahlen im Januar nicht so stark strahlen wie im August."

    http://www.bahnhof.de/file/bahnhof-d...of_aktuell.pdf (Seite 21)

    Ich möchte die im Zitat enthaltenen Aussagen auf deren Wahrheitsgehalt prüfen:

    a)"Der Winter ist die kälteste Jahreszeit."

    Diese Aussage ist bezogen auf die Lebenswelt der Adressaten
    (Kinder, die in Deutschland bzw. Europa wohnen) richtig.

    b)"In einem Jahr kreist die Erde genau einmal um die Sonne."

    Diese Aussage ist fast richtig, da aber in der gewählten Darstellung ein genauer Wert behauptet wird, ist diese Aussage insgesamt leider falsch.

    Die Erde kreist in etwa 365,25 Tagen einmal um die Sonne. Das heißt ein Umlauf der Erde um die Sonne dauert etwa einen Vierteltag länger als ein normales Jahr, das 365 Tage umfasst. Die benannte Differenz von einem Vierteltag pro Jahr summiert sich in 4 Jahren auf eine Differenz von einem Tag, welche alle 4 Jahre durch den zusätzlichen Tag eines dann geschalteten Schaltjahres (das 366 Tage umfasst) ausgeglichen wird. Auch der Wert 365,25 Tage für die Dauer eines Erdumlaufs um die Sonne ist nur fast genau richtig, so dass wegen der minimalen Abweichung von Sekundenbruchteilen pro Umlauf alle paar Jahre eine Schaltsekunde eingefügt wird, deswegen habe ich „etwa 365,25 Tage“ als Umlaufdauer angenommen. Die Behauptung, dass ein solcher Umlauf „genau“ ein Jahr, also 365 Tage dauern würde, ist somit definitiv falsch.

    c)"Dabei ist Deutschland im Sommer ganz nah und im Winter weit entfernt. Also können die Sonnenstrahlen im Januar nicht so stark strahlen wie im August."

    Diese beiden Sätze enthalten mehrere falsche Behauptungen und die sprachliche Ausdrucksweise ist ungenügend. Es wird erst einmal nicht deutlich ausgesagt, von wem oder was Deutschland im Sommer ganz nah und im Winter weit entfernt sein soll. Im Zusammenhang der hier versuchten Erläuterung des Phänomens kalter Winter lässt sich vermuten, dass die Entfernung zwischen Deutschland und der Sonne gemeint ist. Diese Erläuterung kann aus kindlicher Sicht einleuchten,
    wenn Kinder auf die Erfahrung zurückgreifen können,dass die Entfernung eines Objektes von einer Wärmequelle mit entscheidend ist, wie viel von dieser Quelle ausgesendeten Wärme bei dem benannten Objekt ankommt. Diese Erläuterung kann aber nicht erklären, warum die Tage im Winter auf der nördlichen Halbkugel (teils deutlich) kürzer sind,als im Sommer und erklärt auch nicht. warum die Sonne im Winter auf der nördlichen Halbkugel von einem dortigen Standpunkt aus betrachtet nicht so hoch am Mittag steht wie im Sommer. Die oben benannte Erklärung und die daraus gezogene Schlussfolgerung beruhen zudem auf einem falschen Fakt, denn Deutschland ist zur Sommerzeit weiter von der Sonne als im Dezember entfernt und die Entfernung spielt für die Erklärung von Sommer und Winter keine eigentliche Rolle, Zitat:

    "Entfernung zur Sonneunwichtig

    Der Orbit der Erde um die Sonne ist nicht kreisrund sondern elliptisch (oval). Zudem ist die Sonne nicht genau im Mittelpunkt der Umlaufbahn, sie befindet sich ein wenig näher an einem Ende der Ellipse als am anderen. Deswegen verändert sich die Entfernung zwischen Erde und Sonne im Jahresverlauf.
    Dies hat jedoch fast keinen Einfluss auf die Jahreszeiten. Tatsächlich ist die Erde im Juni weiter von der Sonne entfernt als im Dezember."

    https://www.timeanddate.de/astronomi...ten-erklaerung

    Ein weiteres Zitat aus öffentlich leicht zugänglichen Quellen:

    Die Jahreszeiten gibt es, weil sich die Erde innerhalb eines Jahres einmal um die Sonne bewegt. Dabei beschreibt die Erde keine Kreisbahn, sondern eine Ellipse, also einen ovalen, flachen Kreis.Wer aber glaubt, dass wir einen Sommer haben, weil sich die Erde auf ihrer elliptischen Umlaufbahn auch einmal mehr der Sonne nähert, der irrt sich. Die Form der Bahn hat mit den Jahreszeiten nichts zu tun. Es ist sogar so, dass Anfang Januar die Erde den sonnennächsten Punkt erreicht. Wir sind dann ungefähr 147 Millionen Kilometer von ihr entfernt. Die größte Entfernung besteht Anfang Juli mit rund 152 Millionen Kilometern.“

    https://www.wasistwas.de/details-nat...iten-6723.html

    Der erste Satz verkennt zwar auch, dass die Erde etwas länger für einen Umlauf um die Sonne braucht als ein Jahr, aber die zentral wichtigen weiteren Infos stützen und erweitern die Aussage des ersten von mir erbrachten Zitats und weisen sinnvoll darauf, dass die Entfernung hier keine Rolle spielt. Die drei Millionen Kilometer Differenz zwischen der kürzesten und der größten Entfernung der Erde zur Sonne innerhalb eines Jahres( 147 Millionen versus 152 Kilometer) mögen uns aus menschlicher Sicht als sehr beachtlich erscheinen (ein flotter ICE braucht für diese 3 Mio. Km ca.6 Jahre Regeleinsatz), doch dieser Unterschied macht gerade mal 2% Differenz der durchschnittlichen Entfernung zwischen Erde und Sinne aus und in astronomischer Hinsicht sind solche Entfernungen „peanuts“. Das richtig flotte Licht braucht für das Zurücklegen dieser 3 Mio. km popelige 10 Sekunden. Wäre toll, die Deutsche Bahn käme im Schnitt nur so kurz verspätet….

    Die Erklärung derJahreszeiten beruht auf der Schrägstellung der Erdachse bezogen zur Richtung der auf die Erde einfallenden Sonnen stahlen (bzw. bezogen auf die gedachte Verbindungsstrecke Mittelpunkt Sonne -Mittelpunkt Erde. Diese Schrägstellung bleibt in ihrer Grundausrichtung das ganze Jahr über erhalten, da aber die Erde sich um die Sonne bewegt, bedeutet dieser Umstand, dass die Schrägstellung je nach Position der Erde zur Sonne unterschiedliche Effekte zeigt. Im Sommer ist die Nordhalbkugel der Erde der Sonne zugeneigt, im Winter dagegen ist es anders herum, dann ist sie der Sonne abgeneigt. Das kann die folgende Grafik verdeutlichen.



    https://images.gutefrage.net/media/f...=1483140914000

    Orte auf der nördlichen Halbkugel haben abhängig von ihrer Entfernung zum Äquator im Sommer eine längere Sonnenscheindauer als im Winter, diese längere Dauer sowie der im Mittel steilere Winkel, unter dem der Sonnenschein auf diese Ort trifft, tragen zu einem größeren Energieeintrag seitens der Sonne auf der Nordhalbkugel und somit zu mehr Licht und Wärme bei.

    Fazit: Ich habe jetzt relativ ausführlich in unbezahlter Arbeit erklärt,was die bezahlten Redakteure, welche die oben benannte schlechte handwerkliche journalistische Arbeit geleistet haben, in Anbetracht ihrer erwiesenen Ahnungslosigkeit in kurzer Zeit selber bei Tante Google oder sonstigen Suchformaten hätten recherchieren können. Ich sehe es als peinlich, wenn unter der Überschrift „So schlau macht Spaß“ in wenigen Sätzen relativ viel Falschwissen an Kinder(+ deren Eltern + weiterer Erwachsenen) vermittelt wird, weil scheinbar das Fachwissen der Verantwortlichen auf den betreffenden Inhalt schwer defizitär veranlagt ist. Außer den netten bunten Bildchen vom Hasen Felix zuzüglich diskret platzierter Schleichwerbung für das Explorado Kindermuseum ist auf Seite 21 verdammt wenig zu finden, was einer didaktisch und pädagogisch gut gemachten Information entsprechen würde. Den von diesem Produkt betroffenen Kindern werden falsche Konzepte vermittelt, die erst dann wieder gelöscht und durch richtige Konzepte ersetzt werden müssen.Hier kann nicht einmal von dem üblichen Halbwissen, sondern muss von klar erkennbaren Falschwissen gesprochen werden.

    Es ärgert mich gewaltig, wenn ich als Lehramtsstudent für die Grundschule unbezahlt ein kleines Planetarium erstellt habe, mit dem sich anschaulich die Entstehung der Jahreszeiten erfahren lässt, hier bezahlte Profis ein fehlerhaftes Produkt abliefern, dass beim kleinen Hasen Felix die Ohren hängen lassen sollte. Es tut mir zwar gleichzeitig ein klein wenig leid, dass ich jetzt so relativ hart ins Gericht gehe, pädagogisch ist das alles nicht, aber angesichts der Umstände kann ich hier keine mildernden Umstände erkennen, die eine softere Kritik rechtfertigen könnten „Mein Bahnhof“ kostet zwar nichts, aber für solch eine schlampige Produktion müsste es eigentlich Schmerzensgeld geben. Scheinbar soll hier billig produziert werden, aber die dabei gezeigte Qualität ist in jeder Hinsicht dem Produkt und dem Image der hier Beteiligten m.E. schwer abträglich. Für gar nicht mal viel Geld hätten Sie von mir oder meinen Studienkolleg(innen) eine deutlich bessere Qualität bekommen.

    Mit freundlichen Grüßen-Thomas Schüller
    Auf diese Kritik erhielt ich von dem Verantwortlichen der betreffenden Redaktion
    am 21.02.2018 folgende Antwort:

    Sehr geehrter Herr Schüller,

    herzlichen Dank für Ihren aufmerksamen und ausführlichen Hinweis zu dem kleinen Textbeitrag auf der Kinderseite von „Dein Bahnhof“ Ausgabe Winter 2017 auf der Seite 39. In Zusammenarbeit mit der DB Station&Service AG, dem Kindermuseum Explorado in Duisburg und der Firma Cloppenburg war es unser erklärtes Ziel zum Ende des Magazins eine unterhaltsame und kurzweilige Seite auch für Kinder anzubieten. Diese Seite besteht bekanntlich aus mehreren Elementen, u.a. aus einem Bilderrätsel, einem Experiment und einem Quizz. Ihre Kritik haben wir uns selbstverständlich angesehen. In Auswertung dieser, wäre es sicher an der ein oder anderen Stelle richtig gewesen den fünfzeiligen Eingangstext noch einmal auf dessen naturwissenschaftlichen Sachverhalt hin genauer zu prüfen. Dieses werden wir gern zukünftig stärker berücksichtigen.

    In diesem Sinne haben Sie noch einmal vielen Dank für Ihre offene Kritik und Meinung, die uns in jedem Fall hilft besser zu werden und Fehler wie hier zukünftig zu vermeiden.

    Herzlichen Dank und beste Grüße aus Berlin,(...)

    Geschäftsleiter Corporate Solutions

    Axel Springer SE
    Ich empfand diese Antwort als zu weich gespült, deshalb habe ich am gleichen Tag (21.02.1018)
    der Axel Springer SE folgendes rück gemeldet:

    Betreff: Aw: AW: Korrektur Kritik
    an grob fahrlässig falscher Darstellung in „Dein Bahnhof“


    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich danke Ihnen Herr (...) für Ihre Rückmeldung (s. Anlage 2), mit der Sie auf meine Kritik reagieren, welche ich an einer m.E. grob fahrlässig ausgeführten Darstellung übe, welche die Kinderseite der aktuellen Ausgabe von "Dein Bahnhof" - Ausgabe Winter 2017 auf Seite 39 erkennen lässt. (s. Anlage 1).

    Leider kann mich Ihre Rückmeldung nicht davon überzeugen, dass Ihnen die von mir wahrgenommenen Defizite in Ihrer redaktionellen Arbeit wirklich bewusst sind. Ich finde Sie verniedlichen die von mir angesprochene Problematik und lassen mich nicht erkennen, dass Ihnen bewusst ist, welche miserable Qualität Ihre Redaktion hier bietet.

    Per se geht es in Ordnung, wenn Ihr Unternehmen in Zusammenarbeit mit DB Station & Service, dem Kindermuseum Explorado in Duisburg und der Firma Cloppenburg eine unterhaltsame Seite für Kinder anbieten möchte. Das muss aber, wenn neben der Unterhaltung auch naturwissenschaftliche Sachverhalte erläutert werden sollen, auf sachlich fundierter Basis erfolgen. Unterhaltung und solide Information schließen sich nicht aus, der Begriff "Infotainement" hat jedoch nicht ganz zu Unrecht das Wort "Info" am Anfang. Unterhaltung und Kurzweil für Kinder hat dem zur Folge mehr als bunte Bildchen und ein flottes Häschen Felix in Kombination mit einer naturwissenschaftlich falschen Märchenerzählung zu bieten.

    Auf gefährliches Halbwissen und erst recht eine satte Falschinformation können die Leser/innen von "Dein Bahnhof" dankend verzichten, egal welchen Alters die sind. Und ich habe kein Interesse daran falsche Konzepte in der Schule oder im Nachhilfeunterricht aufarbeiten zu müssen, die durch schludrig arbeitende Redakteure in einem Magazin verursacht werden, das in vermutlich in nicht ganz kleiner Auflage in den Großstadtbahnhöfen Deutschlands ausliegt und somit mit den benannten Defitziten einen Beitrag zur Verdummung der bahnfahrenden Bevölkerung leisten könnte.

    Niemand zwingt die oben benannten Akteure dazu in "Dein Bahnhof" naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu erläutern, erst recht nicht solche, die in der Tat etwas komplexer veranlagt sind, wie z.B. das Entstehen der Jahreszeiten. Wenn die benannten Beteiligten aber eine solches Unterfangen betreiben wollen, dann hat das Mindeststandards einer gut gemachten Information zu erfüllen. Davon ist in dem benannten Textbeitrag nichts, aber wirklich nichts zu bemerken.

    In den nur 7 Sätzen sind 1 mittelprächtiger und 2 ganz dicke sachliche Fehler zu entdecken, wobei die 2 Hauptfehler einen völlig falschen Erklärungsansatz bieten, mit dem das hier behandelte Phänomen erläutert werden soll. Wenn sich dann eine so massiv erwiesene Ahnungslosigkeit zudem als Pädagoge aufspielen und großspurig behaupten will "So schlau macht Spaß", dann sehe ich das als hochpeinlich. Vielleicht erklären Sie den Kindern demnächst, dass in einem ICE in Wirklichkeit eine Danpflok versteckt ist, in deren Damofkessel ein Tauchsieder mit Hilfe vom elektrischen Strom aus der Fahrleitung den Dampf erzeugt, mit dem der ICE dann mit Volldampf durch den Thüringer Wald schnellt?

    Dieses Märchen wäre ja zumindest lustig und theoretisch gesehen zumindest technisch machbar, also näher an der Realität dran als die naturwissenschaftliche falsche Darstellung, die aktuell auf S. 39 als schlau verkauft werden soll.

    Sollte bezogen auf die Kinderseiten in "Dein Bahnhof" die von Ihnen genannte Zusammenarbeit zwischen den benannten Akteuren wirklich bestehen, effizient organisiert sein und es allen dabei wirklich um Unterhaltung und lehrreiche Infos gehen (und nicht nur um direktes oder indirektes Produktplacement), dann sollte die mangelnde Qualität auf der benannten Seite 39 in benannter Ausgabe von "Dein Bahnhof" für all diese Akteure ein Anlass sein, da satt nachzubessern.

    Aktuell kann Seite 39 als ein Armutszeugnis und Imageschaden für alle genannten Beteiligten gewertet werden. Das gilt m.E. besonders für ein Kindermuseum, dass laut Auskunft seiner Homepage als das größte Kindermuseum Deutschlands Kindern ermöglichen will, spielerisch faszinierende Phänomene unseres Alltags erforschen zu können. Ich hoffe, dass das in Duisburg solider läuft als wie in "Dein Bahnhof" auf Seite 39 - denn auf letzterer Seite werden Kinder für dumm verkauft von Journalisten, die scheinbar zu faul sind sich das offensichtlich fehlende Fachwissen wenigstens in 10 Minuten im Internet anzueignen. Das "Motto "So doof tut weh!" wäre da geeigneter.

    Wenn Ihre Redaktion oder wer auch immer diesen Mist verbockt hat es nicht besser kann oder will, dann gilt da die simple Regel "Finger weg" und erst mal selber lernen, bevor man falsches lehren will. Oder einfach zur Abwechslung mal Leute ranlassen, die das besser können. Fehler machen wir alle, aber wenn eine halbwegs gelingende Zusammenarbeit besteht, dann hätten diese benannten Fehler nicht entstehen brauchen oder wären beim ersten Korrekturlesen entdeckt worden.
    Beides scheint hier als Fehlanzeige.

    Ihr Unternehmen Corporate Solution Axel Springer SE sollte sich etwas besseres einfallen lassen, als mir gegenüber verniedlichend erklären zu wollen, es wäre an "der einen oder anderen Stelle richtig gewesen, den fünfzeiligen Eingansgtext noch einmal auf dessen naturwissenschaftlichen Sachverhalt zu prüfen". Im Journalismus gilt es grundsätzlich als wichtig Texte auf sachliche Richtigkeit und stilsichere Ausdrucksweise zu prüfen, diese Selbstverständlichkeit scheint bei benannter Passage komplett ausgefallen zu sein, den so viel Falschwissen in nur 5 Zeilen - das macht Ihrem Haus so schnell niemand nach.

    Sollten die benannten Defizite auf die Arbeit von unerfahrenen und evtl. noch in Ausbildung befindlichem Personal (z.B. in aller regel mies entlohnten Praktikanten) zurückführen zu sein, dann würde ich die betreffenden Personen gerne aus der Schußlinie genommen sehen, dann würde sich meine Kritik eher auf die beteiligten Unternehmen beziehen. Das "gößte Kindermuseum Deutschlands" + das nicht gerade am Hungertuch darbende Verlagshaus Axel Springer + die Deutsche Bahn AG als größter Konzern im Transportgeschäft + die Firma Cloppenburg sollten prüfen, ob hier vielleicht zu billig produziert werden soll, ohne dass ausreichend auf Qualität geachtet wird?

    "Dein Bahnhof" kostet zwar nichts und einem geschenkten Gaul schaut man nicht inbedingt ins Maul, aber es gibt im Journalismus Anstandgrenzen und wenn die derart unterschritten werden wie im vorliegenden Fall, dann sollte es für´s Lesen von "Dein Bahnhof" Schmerzensgeld geben oder DB Station & Service soll in Kooperation mit dem Mutterkonzern DB AG Freifahrscheine oder Verzehrgutscheine für den "Markt im Bahnhof" diesem Magazin beilegen. Dann macht die Verdummung vielleicht wieder etwas Spaß.

    Wie Sie an meiner wütenden Reaktion merken, fühle ich mich und meine Kritik durch Ihre Rückmeldung überhaupt nicht ernst genommen. Ich mache mir die Mühe um ihnen als bezahltem Journalismus in einer umfangreichen naturwissenschaftlichen Erläuterung die massiven Defitizite in der Arbeit Ihrer Reaktion zu erläutern, muss aber in Ihrem Schreiben eine m.E. belanglose Diplomatie erkennen, die mir etwas zusagen will, dass eigentlich für jeden Journalismus und für Ihre Redaktion schon vor Erscheinen von "Dein Bahnhof" Winter 2017 hätte selbstverständlich sein sollen.

    Ich erwarte von Ihrer Redaktion in der nächsten Ausgabe von "Dein Bahnhof" (also Ausgabe Frühjahr 2018) eine solide Richtigstellung der oben benannten Falschmeldungen und bitte mir in den nächsten Tagen mit zuteilen, ob Ihre Redaktion bzw. Ihr Unternehmen dazu bereit ist. Amsonsten behalte ich mir weitere Schritte vor um eine Richtigstellung zu erwirken.
    Das könnte um ihr solides Image bedachten Unternehmen sehr unlieb werden.

    Mit freundlichen Grüßen, Thomas Schüller
    Bis dato habe ich von der Axel Springer SE nichts neues mehr gehört und aktuell dümpelt zumindest noch die Winter-Ausgabe von "Dein Bahnhof" im Netz. Mal sehen, ob die da noch was produktives zustande bekommen.
    Geändert von Kleinlok (11.04.2018 um 13:34 Uhr)
    152 Jahre waren erst der Anfang...

    .... die Spessartrampe soll weiterleben!



    http://politopia.de/threads/18109-(K...-Spessarttampe

    https://www.facebook.com/Fans-und-Fr...99282/?fref=nf


    In Memoriam: Chrash, Ziu, Schwaborigine(?), Fladdy, Roger Willemsen, meine Mutter

  9. #173
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    Zitat Zitat von Kleinlok Beitrag anzeigen
    […] Es gibt zwar auch kostenlose Blätter, aber so wirklich kostenlos sind die auch nicht, weil die meist von A - Z mit Werbung sowie Scheichwerbung zugemüllt sind. […]
    Reine Kundenmagazine sind, und das weiss wohl auch der größte Teil ihrer Leser, ohnehin eine PR-Maßnahme, welche die Kundenbindung stärken soll und das Unternehmen hinsichtlich unterschiedlichster Facetten präsentiert und gewissermaßen menschlich erscheinen lässt: Als Arbeitgeber der stets ein gewinnendes Lächeln zeigenden Mitarbeiter, die von ihrem Aufgabenbereich berichten, als Verantwortungsträger hinsichtlich des praktizierten Umweltschutzes, als Nachbar, für die Leser, die in Hörweite von Bahnhöfen oder Strecken wohnen… das Unternehmen, in Deinem Beispiel also die Bahn, deren Züge man nutzt, und deren Bahnhofsbewirtschaftung zahllose Menschen gedankenlos nutzen (beim Kauf ihres Croissants oder Coffee-to-go, der Zeitung oder eines Päckchen Kaugummi) die es wiederum in ihrer heutigen Form gar nicht gäbe ohne diese Tochtergesellschaft DB Station & Service soll auf diese Weise aus der Anonymität gehoben und zum Freund des Verbrauchers transformiert werden. Die Kundenzeitschrift ist die papierne Entsprechung des "Like"-Buttons bei Facebook - und erhält der Bahnnutzer sein Like selbst, wenn er gar keinen Computer oder Internetanschluss nutzt…

    In der Tat ist verwunderlich, was die Redaktion dem Nachwuchs ihrer Kunden dort präsentiert - zumal wohl bereits in der Grundschule beiläufig erklärt wird, dass der Abstand zwischen Erde und Sonne im Winter geringer ist als im Sommer.
    Andererseits wurde die sachlich unrichtige "Erklärung" sicher als kindgerecht empfunden - deckt sie sich nicht mit der dem Kind bereits vertrauten Erfahrung, dass die Nähe zum Ofen eher wärmt als eine größere Distanz? Um zu erklären, in welch flacherem Winkel die Einstrahlung des Sonnenlichts auf die Erdoberfläche im Winter erfolgt, wäre wohl eine weitere halbe Seite mit Zeichnungen, die am Ende selbst die Eltern verwirrten, nötig gewesen.

  10. #174
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    Zitat Zitat von Kleinlok Beitrag anzeigen
    […] Bis dato habe ich von der Axel Springer SE nichts neues mehr […]
    Das wundert mich nicht.
    Auch muss ich gestehen, dass schon das DB-Kundenmagazin, das früher in den Intercity-Zügen (in den 80er Jahren) auslag, meist nicht einmal ein rasches Durchblättern lohnte. Als in Bahnhöfen noch "Rad und Schiene" auslag, ein Blatt, das später in "Blickpunkt" umgetauft wurde, war das noch anders.

  11. #175
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    Dein Appetizer für die […]
    Zitat Zitat von Kleinlok Beitrag anzeigen
    […] kostenlose Kundenzeitschrift "Dein Bahnhof" […]
    […] war wirksam: Ich habe mir jetzt am Abend mal die "Winterausgabe" mit Katja Riemann auf dem Titelbild besorgt. Gleich auf der inneren Umschlagseite müsste die ganzseitige Anzeige für Yorma's mit dem Versprechen, dass jede Filiale eine Spendenpatenschaft für ein nepalesisches Kind übernommen hat, doch eigentlich Deinen Ehrgeiz, eine Reihe erboster Briefe an das Unternehmen zu schicken, geweckt haben. Schließlich erfährt man nicht einmal, welcherlei Waren Yorma's verhökert - man sieht lediglich die Dreistigkeit, mit den 57 Kinderbildchen um Spendenbereitschaft zu buhlen und zugleich der geleisteten Hilfe ein Gesicht des Begünstigten zu geben…
    Neben der Werbung, der Eigenwerbung (für die Bahn und saisonale Reiseziele) bietet das Magazin allerdings auch Information:
    Die Doppelseite in der Heftmitte präsentiert die Geschichte des Bahnhofs Erfurt, Thüringens Landeshauptstadt. Auf diesen Beitrag folgt ein doppelseitiger Hinweis auf die Geschichte des auf Bahnhöfen so häufig anzutreffenden Passfotoautomaten - und das ist doch nun wirklich passend im Kontext mit der Zielgruppe, nämlich der Laufkundschaft jener auf der Titelseite genannten Bezugsquelle für "Dein Bahnhof": Den Einkaufsbahnhöfen. Getoppt wird dies noch mit einer Story über den am Düsseldorfer Hbf eingerichteten Treffpunkt für hörgeschädigte Jugendliche (dezenter Hinweis auf soziales Engagement) und die kurze Fotoreportage über Milano Centrale.

  12. #176
    Politopia-Methusalem Avatar von Kleinlok
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    Das wundert mich nicht.
    Auch muss ich gestehen, dass schon das DB-Kundenmagazin, das früher in den Intercity-Zügen (in den 80er Jahren) auslag, meist nicht einmal ein rasches Durchblättern lohnte. Als in Bahnhöfen noch "Rad und Schiene" auslag, ein Blatt, das später in "Blickpunkt" umgetauft wurde, war das noch anders.
    Tja, die gute alte Blickpinkt im urigen Schwarz-Weiß (nur das Titelblatt hatte noch etwas rote Farbe für das Logo).
    Die kenne ich noch aus den späten 1970er Jahren und als Bahnfan habe ich die schon gerne mitgenommen.
    Die Redaktion betrieb zwar eine ziemliche Beweihräucherung der ollen Bundesbahn, um deren Image es zu dem damaligen Zeitpunkt nicht zum Allerbesten bestellt war. Aber im Gegensatz zu dem dummen PR-Geschnuller heutiger Tage war das noch eine vergleichsweise verbeamtete Bebauchpinselung, nicht gerade kreativ aber noch halbwegs anständig. Ich erinnere mich noch über Bilder an den Steuerwagen mit Karlsruher Kopf, die 1978 noch relativ modern war, aber leider letztes Jahr die letzten Exemplare ausgemustert wurden. Und vom Redactor Verlag habe ich mir ein Schwarzweiß-Foto der Baureihe DB 064 bestellt, das in den damailgen Ausgaben angeboten wurde.

    Die heutigen Magazine kommen mir viel bunter Farbe auf Kundstdruckpapier ausgewalzter Lifestyle daher, der wenn einem schon das das Geld für bescheidenere Dinge fehlt, nur noch obszön und schwer bekloppt vorkommen kann. Das real life findet woanders statt und wer in so einer Welt lebt, die da angepriesen und verhökert werden soll, der soll seine Depression deswegen alleine pflegen.

    Aber was will man schon von einer Bahn erwarten, die im Westen seit 50 Jahren und seit der Wiedervereinigung auch im Osten nie eine Bahn für alle war und sein will?
    152 Jahre waren erst der Anfang...

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  13. #177
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    Zitat Zitat von Kleinlok Beitrag anzeigen
    […] Die Redaktion betrieb zwar eine ziemliche Beweihräucherung der ollen Bundesbahn[…]
    Der "Blickpunkt" war schon seinerzeit ein reines PR-Magazin, welches allerdings überwiegend über die Modernisierungsbestrebungen der Bundesbahn informierte. Nun war die Bahn damals noch ein Sondervermögen des Bundes und deswegen eher einer Behörde gleich. Insofern waren Bahnbetrieb und Investitionen ein Politikum, weswegen der Bürger eines demokratischen Staatswesens das unbedingte Recht hatte, darüber informiert zu werden - die Tatsache, dass die Publikation des "Blickpunkt" irgendwann eingestellt worden ist, deutet darauf hin, dass der größte Teil der Auflage dieser Gratiszeitung unbeachtet an den Bahnhöfen liegen blieb, weil immer weniger Leser Interesse zeigten.
    Zitat Zitat von Kleinlok Beitrag anzeigen
    […] im Gegensatz zu dem dummen PR-Geschnuller heutiger Tage […]
    Ganz im Gegenteil: Der "Blickpunkt" war ein reines PR-Magazin, "Dein Bahnhof" bietet eine wohlfeile Mischung aus Boulevard und Infotainment - und unterstützt zudem die Mieter oder Pächter der innerhalb der Bahnhofsgebäude vorhandenen Verkaufsflächen.
    Und mit welchem Raffinement! Beachte allein schon den auf der ersten Seite nach dem Aufschlagen - und somit noch vor Erreichen des Inhaltsverzeichnisses - platzierten Hinweis auf den glücklichen Gewinner des Einkaufsgutscheins, der sich Bremer Hauptbahnhof dann auch gleich hat ablichten lassen, um zu präsentieren, welche Warenvielfalt die Shoppingmöglichkeit innerhalb des Bahnhofs so bietet…
    Zitat Zitat von Kleinlok Beitrag anzeigen
    […] Die heutigen Magazine kommen mir viel bunter Farbe auf Kundstdruckpapier […]
    Nun, farblose Druckerzeugnisse würden heutzutage wohl kaum noch jemandes Aufmerksamkeit erheischen. Zumal in einem Umfeld, das von eher rascher Bewegung der durchstörmenden Menschenmengen geprägt ist. Selbst wenn das Magazin neben dem Informationsschalter, wo es auch die gedruckten Fahrpläne stark frequentierter Streckenverbindungen gibt, und wo also doch immer jemand mal stehen bleibt, stets griffbereit ausliegt. Die Bahnnutzung ist für Otto Normalfahrgast schließlich nicht mehr ein Ereignis, dem er mit wochenlanger Vorfreude entgegenfieberte, sondern Teil des Alltags, in dem seine Gedanken mit den üblichen Alltagssorgen beschäftigt sind, so dass die Bahnhofsatmosphäre ihm nicht Urlaubsfreude bedeutet, sondern Hast und Hektik. und die ihn erreichenden Sinnesreize (wer lauscht heutzutage noch den Lautsprecherdurchsagen?) bestenfalls von den Schlagzeilen und den Bäckereisnacks dominiert werden. Und vielleicht noch von den Displays, auf denen die Anpreisungen unterschiedlicher Werbekunden alle paar Sekunden wechseln.

  14. #178
    Politopia-Methusalem Avatar von Kleinlok
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    Der "Blickpunkt" war schon seinerzeit ein reines PR-Magazin, welches allerdings überwiegend über die Modernisierungsbestrebungen der Bundesbahn informierte.
    PR ist nicht gleich PR.

    Ich stand der "Blickpunkt" zwar relativ kritisch gegenüber, weil sie aus meiner Perspektive die (massiven) Probleme der Bundesbahn unterschlug und wie du sagst überwiegend die Modernisierungsbestrebungen der Bundesbahn darstellte. Diese Bestrebungen waren zwar teils notwendig, wurden aber m.E. zu einseitig formuliert, betrieben und dargestellt. Vollkommen missachtet wurde der tragische Umstand, dass die viele teure Modernisierung nicht immer betriebswirtschaftlich sinnvoll und teils schwer zu Lasten der Kundenfreundlichkeit ging, z.B. wenn der Umstieg auf die moderne Stellwerkstechnik mit der Aufgabe von Fahrdienstleiterstellen verbunden war, welche den Service und die soziale Kontrolle besetzter Bahnhöfe gegen den sterilen Charme von mit Automaten versorgten Haltepunkte ersetzte.
    Da sich an dieser kundenfeindlichen Bahnpolitik bis heute nichts geändert hat, kann das traurige Ergebnis einer wenig kundenfreundlichen Modernisierung bis heute bestaunt werden: Die Marktanteile des ursprünglichen Massenverkehrsmittel Bahn dümpeln im unter 20% Ghetto beim Personenverkehr und im Güterverkehr auch noch unter der 30% Marke. Da die gute alte Blickpunkt auch nur ein Hofberichterstatter-Format der damaligen Bahn-und Verkehrspolitik war bzw. sein durfte, schrieben die damaligen Redakteure m.E. teils an den Interessen der Kunden bzw. der mobil sein wollenden Teilen der Bevölkerung vorbei.

    Die Tatsache, dass die Publikation des "Blickpunkt" irgendwann eingestellt worden ist, deutet darauf hin, dass der größte Teil der Auflage dieser Gratiszeitung unbeachtet an den Bahnhöfen liegen blieb, weil immer weniger Leser Interesse zeigten.
    Das ist Spekulation. Die Blickpunkt kam irgendwann Anfang der 1980er etwas moderner gestylt herüber, die Machart hatte sich laut meiner Erinnerung nicht groß geändert. Irgendwann war sie verschwunden, ohne dass ihr Verschwinden vermutlich groß bemerkt worden wäre. Irgendwann kam dann "DB-Mobil" und in ähnlicher Machart "Dein Bahnhof) als versuchte Kundenmagazine auf den Plan.

    Der "Blickpunkt" war ein reines PR-Magazin, "Dein Bahnhof" bietet eine wohlfeile Mischung aus Boulevard und Infotainment - und unterstützt zudem die Mieter oder Pächter der innerhalb der Bahnhofsgebäude vorhandenen Verkaufsflächen.
    Und mit welchem Raffinement! Beachte allein schon den auf der ersten Seite nach dem Aufschlagen - und somit noch vor Erreichen des Inhaltsverzeichnisses - platzierten Hinweis auf den glücklichen Gewinner des Einkaufsgutscheins, der sich Bremer Hauptbahnhof dann auch gleich hat ablichten lassen, um zu präsentieren, welche Warenvielfalt die Shoppingmöglichkeit innerhalb des Bahnhofs so bietet…
    Deine wohlfeile süffisante Beschreibung des PR-Geblubbers von "Dein Bahnhof" spricht für sich und stellt deine Aussage, dass "Dein Bahnhof" eine wohlfeile Mischung aus Boulevard und Infotainmen böte in Frage.

    "DB-Mobil" und "Dein Bahnhof" strotzen m.E. vor einer auf mich peinlich und devot wirkenden Schaumschlägerei, wo die bahnfahrende Bussigesellschaft sich gegenseitig Bonbons in den Popo schiebt. Durchgeknallter Lifestyle, den iniemand braucht und sich nur Menschen leisten können, die nicht so hart für ihren Wohlstand arbeiten müssen, wie diejenigen die bei der Bahn dafür sorgen dass Züge fahren, Fahrkarten verkauft werden und dass die Geschäfte im Bahnhof nicht komplett verwaisen. "DB-Mobil" und "Dein Bahnhof" bebauchpinseln Besserverdiener und können als Ausdruck der deutschen Klassengesellschaft verstanden werden, wo Millionen Menschen für den Luxus der Oberklassen bluten und schaffen müssen.

    Nun, farblose Druckerzeugnisse würden heutzutage wohl kaum noch jemandes Aufmerksamkeit erheischen. Zumal in einem Umfeld, das von eher rascher Bewegung der durchstörmenden Menschenmengen geprägt ist. Selbst wenn das Magazin neben dem Informationsschalter, wo es auch die gedruckten Fahrpläne stark frequentierter Streckenverbindungen gibt, und wo also doch immer jemand mal stehen bleibt, stets griffbereit ausliegt.
    Die Reichweite von "Dein Bahnhof" dürfte trotz Millionenauflage denkbar gering sein, was daran liegen könnte, dass der Anteil von Werbung und Schleichwerbung grausam hoch gegenüber dem Anteil redaktionell ertragbarer Bestandteile des Magazins ist. "Dein Bahnhof" ist eine Mischung aus Reisekatalog, "Gala", "Freundin" und all so einem Mist. Irgendein paar Touristikagenturen schieben noch ein paar bunte Bildchen bei, 2 Kochtezepte und das wär´s.

    Wie ich in meiner Beschwerde gegenüber dem hier für die Redaktionsarbeit verantwortlichem Springer Verlag schrieb - für´s Lesen von "Dein Bahnhof" müsste es eigentlich Schmerzensgeld oder Fahrt- bzw. Verzehrgutscheine für Dienste der DB bzw. ihrer Partner geben.

    Die DB und Axel Springer müssten in eine echte Redaktionsarbeit investieren, damit es Sinn macht
    das Magazin mit zu nehmen und erst mal wieder einen Blick rein zu werfen. In den lieblos organisierten Zeiten des Spätkapitalismus vermutlich zu viel von den beiden Unternehmen verlangt.
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  15. #179
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    Dieser Thread nennt das Stichwort Medienkompetenz, und die wird durch Deine generelle Ablehnung marktgängiger Printerzeugnisse nun nicht gerade zum Ausdruck gebracht. Im Übrigen würde ohne mit der sukzessiven Modernisierung des Bahnbetriebs vom 50er Jahre Neubauprogramm bis hin zum vollzogenen Traktionswechsel, was sich bis in die zweite Hälfte der 1970er Jahre hingezogen hat, und damit verbundene Personaleinsparung gerade die von Dir bevorzugte Klientel, die ständig knapp bei Kasse ist, Bahnfahrten gar nicht mehr geleistet haben können.
    Zitat Zitat von Kleinlok Beitrag anzeigen
    […] Lifestyle, den iniemand braucht […]
    Auch da wäre ich nicht so sicher. Für die Pächter der Laden- und Gastronomieflächen, die "Dein Bahnhof" beworben und deren Probuktvielfalt an mehreren Stellen nochmals hervorgehoben wird, ist der Verkauf existenziell notwendig - und auch das dort beschäftigte Personal ist schließlich aufs jeweilige Gehalt angewiesen.
    Zitat Zitat von Kleinlok Beitrag anzeigen
    […] Wie ich in meiner Beschwerde gegenüber dem hier für die Redaktionsarbeit verantwortlichem Springer Verlag schrieb […]
    Die Redaktion obliegt, wie Du dem Impressum hättest entnehmen können, gar nicht der Axel Springer SE, die verlegt das Magazin bloß.
    "Dein Bahnhof" liegt aktuell übrigens lediglich an 33 Bahnhöfen aus - beachtlicherweise sogar in 13 unterschiedlichen regionalen Ausgaben! Dass die Gesamtauflabe über eine Million Exemplare beträgt, überrascht, schließlich sieht man nur selten jemanden das Magazin mitnehmen… andererseits liegt das einzelne Heft wegen der vierteljährlichen Erscheinungsweise ja monatelang aus.

  16. #180
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    A propos Medienkompetenz: Mit seinen Satiren ist dem "Postillon" schon öfters gelungen, manche Person öffentlichen Interesses aufs Glatteis zu führen; kein Wunder, dass man dort jetzt den Versuch unternimmt, mal zu schauen, ob bestimmte Personenkreise mittlerweile sogar auf die in Form einer Nachricht präsentierte Darstellung eines alten Kinder- und Hausmärchens hereinfallen…
    Im Vergleich dazu ist die Ankündigung der Sonntagsausgabe hinsichtlich der politischen Realsatire, die bei unseren Realpolitikern längst den Alltag bestimmt, eher schon geeignet, am Ende kein Scherz mehr zu sein.

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