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Thema: Die Krise um Katalonien lässt die Spannung in Spanien steigen.

  1. #1
    Geselle* Avatar von PrometheusXL
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    Standard Die Krise um Katalonien lässt die Spannung in Spanien steigen.

    Offenbar macht die Zentralregierung nun ernst und geht gegen die Bestrebungen eines Referendums in Katalonien für dessen Unabhängigkeit vor. Ist schwer vorstellbar, dass sich einfach ein großer Teil aus dem spanischen Staatsgebilde heraus löst, ein vergleichsweise bedeutender noch dazu. Was wäre wohl in Deutschland los, wenn sich ein Bundesland von entsprechender Bedeutung aufmachte, sich aus der Gesamtheit heraus zu lösen, etwa Bayer, oder NRW?

    Vor Unabhängigkeitsreferendum
    Spanische Polizei durchsucht Kataloniens Regierungssitz


    Die spanische Polizei hat mehrere Büros der katalanischen Regionalregierung in Barcelona durchsucht - es gab Festnahmen. Die Region will in zwei Wochen über eine Loslösung von Madrid abstimmen.
    Die Militärpolizei hat nach Angaben der regionalen Behörden die Büros der katalanischen Abteilungen für Wirtschaft und Außenpolitik sowie des Regierungschefs durchkämmt. [...]
    Die spanische Zentralregierung in Madrid versuche auf allen Wegen, das für den 1. Oktober geplante Unabhängigkeitsreferendum zu verhindern, sagte ein Sprecher der Regionalregierung.
    Spaniens Regierung betrachtet die Volksabstimmung als illegal.
    Die Generalstaatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen mehr als 700 katalanische Bürgermeister eingeleitet, die das geplante Unabhängigkeitsreferendum unterstützen.

    Die Regionalregierung unter Carles Puigdemont hatte im September beschlossen, das Referendum abzuhalten, und den Termin auf den 1. Oktober festgesetzt. Das spanische Verfassungsgericht erklärte das in Barcelona beschlossene Referendumsgesetz für ungültig.[...]

    Streit über Referendum in Spanien
    Die Wut auf den Straßen Kataloniens


    Spanien schlittert in die Staatskrise: Auf das angekündigte Referendum zur katalanischen Unabhängigkeit reagiert Madrid mit Härte. Die Stimmung scheint zu kippen.

    Katalonien
    Auf gefährlichem Weg

    Katalonien ist reich - und will in zwei Wochen über die Unabhängigkeit von Spanien abstimmen. Wirtschaftsbosse sind entsetzt, EU-Juristen sehen große Probleme. Sogar Gewalt scheint nicht mehr ausgeschlossen.
    Sollten wir uns Sorgen machen?
    In jedem Ende liegt ein neuer Anfang.
    Miguel de Unamuno y Yugo (1864 - 1936)

  2. #2
    Politopia-Methusalem Avatar von Schopenhauer
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    Zitat Zitat von PrometheusXL Beitrag anzeigen
    Offenbar macht die Zentralregierung nun ernst und geht gegen die Bestrebungen eines Referendums in Katalonien für dessen Unabhängigkeit vor. Ist schwer vorstellbar, dass sich einfach ein großer Teil aus dem spanischen Staatsgebilde heraus löst, ein vergleichsweise bedeutender noch dazu. Was wäre wohl in Deutschland los, wenn sich ein Bundesland von entsprechender Bedeutung aufmachte, sich aus der Gesamtheit heraus zu lösen, etwa Bayer, oder NRW?





    Sollten wir uns Sorgen machen?
    Welchen Nutzen soll das haben?

    Während die Welt versucht näher zusammenzurücken, um den zivilisatorischen, technischen und den umweltbedingten Durchbruch zu erreichen versuchen immer mehr den Einzelkämpfer zu mimen.

    Aber dann um Hilfe bitten, wenn es in die Hose geht.

    Blood and soil, jaja...

  3. #3
    Endstation des Schwarzen Peters Avatar von Konrad
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    Hat nur den "Nutzen" des Durchsetzens der eigenen Dickköpfigkeit und auch nicht selten Geltungsdrang.
    Siehe auch Trump und der kleine Dicke mit seinen neuen Spielzeugen.
    Welche Nutzen hat denn das? Und doch, ... sind es nicht immer solche Sinnlosigkeiten, die die größten Sorgen bereiten können?

  4. #4
    Individuum Avatar von Diogenes2100
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    Das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist eines der Grundrechte des Völkerrechts. Es besagt, dass ein Volk das Recht hat, frei über seinen politischen Status, seine Staats- und Regierungsform und seine wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung zu entscheiden. Dies schließt seine Freiheit von Fremdherrschaft ein. Dieses Selbstbestimmungsrecht ermöglicht es einem Volk, eine Nation bzw. einen eigenen nationalen Staat zu bilden oder sich in freier Willensentscheidung einem anderen Staat anzuschließen.
    Geht man von diesem anerkannten Völkerrechtsgrundsatz aus, haben die Katalanen ohne weiteres das Recht dazu, sich von Spanien zu lösen. Völkerrecht bricht nationales Recht.
    Das Gleiche gilt für Flamen, Wallonen, aber natürlich auch für Bayern und Westfalen.
    Wenn Jesus zu Zeiten des Radikalenerlasses gewirkt hätte, hatte er nicht mal Postbote werden können - dieser linksradikale Sozialromantiker

  5. #5
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    Zitat Zitat von Diogenes2100 Beitrag anzeigen
    Geht man von diesem anerkannten Völkerrechtsgrundsatz aus, haben die Katalanen ohne weiteres das Recht dazu, sich von Spanien zu lösen. Völkerrecht bricht nationales Recht.
    Das Gleiche gilt für Flamen, Wallonen, aber natürlich auch für Bayern und Westfalen.
    Du sprichst es schon an.
    Andere waren und sind da erfolgreicher.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsc...e_Gemeinschaft

    In der Föderalismusforschung wird die DG mit eigener Regierung und einem Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft dem Typus des Kleingliedstaates zugerechnet.

    Dieses Vorhaben hier war gar nicht so chancenlos.

    Im Rahmen der schweren Regierungskrise Belgiens aufgrund des flämisch-wallonischen Konfliktes nach den Parlamentswahlen im Juni 2010 theoretisierte der damalige Ministerpräsident der DG, Karl-Heinz Lambertz, für den Fall eines Scheiterns des belgischen Staates u. a. über einen eigenständigen Staat Wallonie unter Einbeziehung der DG, eine völlige Unabhängigkeit der Gemeinschaft, eine Rückkehr zu Deutschland oder ein Zusammenschluss mit Luxemburg.
    Zu Katalonien

    Bekannte kamen letzte Woche aus Gerona zurück.
    Sie berichteten das an jedem, wirklich jedem ( Originalton) Balkon die katalanische Flagge hängt. Das sieht nach deutlich mehr als 45 % von denen berichtet wird.

    (tja, das kursiv meines Textes über Katalonien lässt sich leider nicht ändern. Weiss auch nicht warum.)

    Geändert von PrometheusXL (21.09.2017 um 18:12 Uhr) Grund: geht doch... ;-)
    Der Holzweg ist die Lieblingsstrecke aller, die ein Brett vor dem Kopf haben.

  6. #6
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    Zitat Zitat von PrometheusXL Beitrag anzeigen
    […] Sollten wir uns Sorgen machen?
    Wegen der geographischen Nähe wäre sicher interessant, was Userin "Rapunzel" hierzu beizutragen hätte.

  7. #7
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    Wegen der geographischen Nähe wäre sicher interessant, was Userin "Rapunzel" hierzu beizutragen hätte.
    Rapunzel ist in Andalusien.
    Der Holzweg ist die Lieblingsstrecke aller, die ein Brett vor dem Kopf haben.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Diogenes2100 Beitrag anzeigen
    Geht man von diesem anerkannten Völkerrechtsgrundsatz aus, haben die Katalanen ohne weiteres das Recht dazu, sich von Spanien zu lösen. Völkerrecht bricht nationales Recht. Das Gleiche gilt für Flamen, Wallonen, aber natürlich auch für Bayern und Westfalen.
    Prima. Kleinstaaterei für alle! Vielleicht gewinnt dann wenigstens das Hobby des Briefmarkensammelns wieder mehr Zuwachs.

  9. #9
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    Zitat Zitat von Bongo Beitrag anzeigen
    Rapunzel ist in Andalusien.
    Ich dachte, das gehöre auch zu Spanien.

  10. #10
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    Wegen der geographischen Nähe wäre sicher interessant, was Userin "Rapunzel" hierzu beizutragen hätte.
    Tatsächlich? Inwiefern?
    In jedem Ende liegt ein neuer Anfang.
    Miguel de Unamuno y Yugo (1864 - 1936)

  11. #11
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    Ich dachte, das gehöre auch zu Spanien.
    Und was macht die "geografische Nähe" aus?
    Genf ist etwa so weit entfernt von Barcelona wie Andalusien.
    In jedem Ende liegt ein neuer Anfang.
    Miguel de Unamuno y Yugo (1864 - 1936)

  12. #12
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    Ich dachte, das gehöre auch zu Spanien.
    Aber nicht zu Katalonien.
    Zwei Gegensätze wie sie grösser in Spanien nicht sein können.
    Was Spanien dazu sagt das sehen wir ja schon.
    Der Holzweg ist die Lieblingsstrecke aller, die ein Brett vor dem Kopf haben.

  13. #13
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    Prima. Kleinstaaterei für alle! Vielleicht gewinnt dann wenigstens das Hobby des Briefmarkensammelns wieder mehr Zuwachs.
    Habe ich ja schon des öfteren geschrieben: Wir haben eine Bürokratieebene zu viel in Europa, und zwar die Nationalstaaten.

    Wir brauchen mittelfristig ein europäisches, frei gewähltes Parlament und eine zweite Kammer mit Vertretern der Regionen, als da wären Flamen, Wallonen, Bayern, Franken (ja, weg von Bayern), Friesen, Westfalen, Rheinländer, Andalusier, Katalanen, Normannen, Aquitanier, Okzitanier, Tiroler, Kärntner, Steirer, Sizilianer, Sardinier, Venezianer, Umbrier, Kreter, Thraker, Makedonen ..... usw. usw.

    Damit haben automatisch bestimmte Nationalstaaten nicht mehr ein derartiges Übergewicht wie heute. Und das ganze unter strikter Wahrung des Subsidiaritätsprinzips.
    Europa regelt äußere Sicherheit, transeuropäische Verkehrswege und gibt grobe Rahmenrichtlinien vor. Alles, was regional besser und einfacher entschieden werden kann, bleibt der Region überlassen.
    Wenn Jesus zu Zeiten des Radikalenerlasses gewirkt hätte, hatte er nicht mal Postbote werden können - dieser linksradikale Sozialromantiker

  14. #14
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    Zitat Zitat von Diogenes2100 Beitrag anzeigen
    […] Wir brauchen mittelfristig ein europäisches, frei gewähltes Parlament […]
    Welch hübsche Idee… bedenkt man, dass Otto Normalwähler kaum einen der zur Wahl stehenden Kandidaten aus seiner Nachbarschaft kennt, und statt dessen sein Kreuzchen dort macht, welche Partei ihm aus dem Schlagzeilengewitter und dem Schlagwort-Gewölk des medialen Echos am ehesten erinnerlich oder gar wesensähnlich erscheint, wird das in einem Multistaatenmoloch von mehr als 30 Völkern und einer halben Milliarde Einwohnern natürlich von einer Wahlperiode zur nächsten Minute umschlagen…
    abgesehen davon, dass dieser Thread ja nun Separationsbestrebungen einer spanischen Provinz zum Thema hat - aber das Problem ist bekannt, dass direkte Demokratie eher in überschaubaren Lebensumfeldern funktioniert - und die Verwaltungshierarchien größerer Räume eher vertragsrechtlich/auf diplomatischer Ebene einen Konsens zu finden imstande sind…

    Bedenkt man zudem, dass ein jedes Staatswesen sich als teuer, schwerfällig und beim Bürger letztlich eher unbeliebt erweist, ist es noch weniger verständlich, wenn der Einwohnerschaft mancher Regionen meint, mit einem eigenen Staat würde man glücklicher werden…

  15. #15
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    ........Bedenkt man zudem, dass ein jedes Staatswesen sich als teuer, schwerfällig und beim Bürger letztlich eher unbeliebt erweist, ist es noch weniger verständlich, wenn der Einwohnerschaft mancher Regionen meint, mit einem eigenen Staat würde man glücklicher werden…
    Diese Ebene existiert längst. Ob sie sich Regionalverwaltung, Landesregierung, Departement oder wie auch immer nennen - sie existieren schon. Überflüssig ist die Ebene dazwischen.
    Wenn Jesus zu Zeiten des Radikalenerlasses gewirkt hätte, hatte er nicht mal Postbote werden können - dieser linksradikale Sozialromantiker

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