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Thema: Game of Thrones in Saudi Arabien?

  1. #46
    Letzter Mohikaner Avatar von Uncas
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    Zitat Zitat von gun0815 Beitrag anzeigen
    Aufgrund nicht vorhandener Notwendigkeiten. Warum sollten sie mehr bezahlen, wenn die Arbeiter auch für dieses Geld arbeiten. Nach deiner Logik dürfte es diese Ausbeutung nicht geben, weil den Arbeitern der Lohn nicht genug ist.

    Warum engagieren deutsche Frachtführer rumänische, bulgarische oder ähnliche Speditionen zum Transport innerdeutscher Fracht? Schau mal, was die in ihren Ländern für einen Lohn haben, dann könntest du die Antwort finden

    Wir haben hier in der EU überhaupt keinen Grund die Araber zu kritisieren, denn wir machen es selbst und wir gehen sogar weiter. Denn wir haben unseren Billiglohnsektor einfach bei der EU Osterweiterung einverleibt.

    Stell dir nur mal vor, keiner würde eine Arbeit annehmen, die er für schlecht bezahlt hält oder die er für unangemessen entlohnt hält. Machen aber die wenigsten. Denn eben diese können sich das einfach nicht leisten. Also gehen sie Arbeitsverhältnisse ein, die ihnen das "überleben" sichern.

    Nichts anderes machen die Gastarbeiter in den GCC. Und die können davon sogar ihre Familie überleben lassen. Verhältnismäßigkeit darf hier nicht vergessen werden. Klar sind aus unserer Perspektive solch prekären Arbeitsverhältnisse zu kritisieren. Nur im Verhältnis gesehen verdienen die ein Traumgehalt.
    Es geht ja dabei nicht nur ums Geld oder geringe Löhne. Sondern darum das den Menschen auch Grundrechte verwehrt werden.
    Da gibt es das sogenannte Kafala-System, bei dem der Arbeitnehmer, seinem Bürgen praktisch auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist (Qatar hat das glaube ich letztes Jahr abgeschafft). https://de.wikipedia.org/wiki/Kafala
    Ich kenne das Problem mit den rumänischen und bulgarischen Arbeitnehmern, die die Preise drücken und für wenig Geld hart arbeiten.
    Ich lehne mich jedoch weit genug aus dem Fenster und sage, dass es den Gastarbeitern am Golf erheblich dreckiger geht.
    Und ich bin mir sicher, dass viele eben nicht damit glücklich sind und so leben wollen, wie Kater es andeutete.
    Nichts wahrhaft Wertvolles erwächst aus Ehrgeiz oder bloßem Pflichtgefühl, sondern vielmehr aus Liebe und Treue zu Menschen und Dingen. (Albert Einstein)


  2. #47
    Politopia-Methusalem Avatar von gun0815
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    Ja, es ging um die Veränderungen und wie man sie beurteilt. Und aus unserer Sicht kann man zu besseren Bedingungen für in Teilen rechtlose Frauen nur "Weiter so!" sagen. Zu kritisieren gibt es aus unserer Sicht auch noch viel. Vor allem, wie solche Staaten und explizit dieser, nach außen agieren. Das ist im weltpolitischen Miteinander Gang und Gäbe.

    Und genau hier zeigt sich für mich dieses "zweierlei Maß"....denn während wir das eine Land mit Sanktionen und/oder Krieg überschütten, machen wir mit einem prinzipiell gleich agierenden Staat beste Geschäfte. Das ist Positionierung und dadurch Beeinflussung innerer Vorgänge.

    Wir fördern sogenannte Gottesstaaten die via Sharia regiert werden aber warnen vor Länder oder Organisationen, die das gleiche wollen/anstreben/machen.

    Was dort grad passiert, ist eine Notwendigkeit, um mit den Geschäftspartnern mitzuhalten. Gemixt mit lokalen Machtverhältnissen/ansprüchen. Sie müssen, ob sie wollen oder nicht. Und sind wir ehrlich, es gibt Kreise, die können mit denen sehr gut, bringen ihnen Respekt entgegen und würden niemals gewisse Mißstände als unterhaltendes Gesprächsthema wählen, wenn die sich mit den Sheichs treffen.

    Feiern wir also die Winzigkeiten, die Zugeständnisse. Es geht voran!

    ...aber wie wäre es mal mit einem Vergleich, der auch angemessen ist. Wie sieht es zB. mit Frauenrechten im Iran aus, im Vergleich zu Saudi Arabien? Hier mal schnell die WIKI...kann sich jeder ein Bild machen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Frauenrechte_im_Iran

    https://de.wikipedia.org/wiki/Mensch...ation_der_Frau

    Auch mit Syrien würde sich ein Vergleich anbieten. Und wenn die Türken weiter auf dem Relitripp bleiben, dann können die in 5 Jahren auch ein passender Vergleich sein.

    mfg
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  3. #48
    Politopia-Methusalem Avatar von gun0815
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    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    Es geht ja dabei nicht nur ums Geld oder geringe Löhne. Sondern darum das den Menschen auch Grundrechte verwehrt werden.
    Da gibt es das sogenannte Kafala-System, bei dem der Arbeitnehmer, seinem Bürgen praktisch auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist (Qatar hat das glaube ich letztes Jahr abgeschafft). https://de.wikipedia.org/wiki/Kafala
    Ich kenne das Problem mit den rumänischen und bulgarischen Arbeitnehmern, die die Preise drücken und für wenig Geld hart arbeiten.
    Ich lehne mich jedoch weit genug aus dem Fenster und sage, dass es den Gastarbeitern am Golf erheblich dreckiger geht.
    Und ich bin mir sicher, dass viele eben nicht damit glücklich sind und so leben wollen, wie Kater es andeutete.
    Sie leben aber so. Und für mich sieht es so aus, als würden die nur etwas nutzen und dafür etwas in Kauf nehmen. Keine Armee oder irgendein Headhunter hat die in ihrem Land gefangen, gefesselt, verfrachtet und im Bestimmungsland an ihren Arbeitsplatz gekettet.

    Klar sind das für uns miese Verhältnisse, unmenschlich und verachtend. Aber nur andere Staaten, denen Menschenrechte wirklich etwas bedeuten und die sich für eben solche Grundrechte auch einsetzen, können an diesen Verhältnissen etwas ändern. Einfach in dem wir sie wirtschaftlich ignoriert. Kein Produkt aus solchen Ländern dürfte in unseren Regalen liegen, wenn es durch solch Arbeitsverhältnisse und die damit verbundene Entrechtung von Menschen zu Stande gekommen ist.


    ....findet es jemand irgendwie bedenklich oder angsteinflößend, wenn SA Atomkraftwerke bauen will?

    ....will der Iran auch.... ...sind sunnitische Terroristen weniger gefährlich? Für mich nicht.
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  4. Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu gun0815 für den nützlichen Beitrag:

    grauer kater (15.11.2017), Uncas (14.11.2017)

  5. #49
    Politopia-Haudegen Avatar von Schopenhauer
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    Zitat Zitat von grauer kater Beitrag anzeigen
    Was ist daran absurd? Wer in seiner Heimat Chancen hat, muss sich nicht international zu Bedingungen verpflichten, die anständigen Arbeitsverhältnissen Hohn sprechen! Zum anderen beschäftigen die GCC Fachkräfte aus Europa, Nordamerika u.a. zu durchaus lukrativen Konditionen. Wenn also auf dem internationalen Arbeitsmark keine Arbeitssklaven vorhanden wären, müssten auch die Golfstaaten und generell die Staaten menschenwürdige Kontrakte anbieten.
    Es wäre aber auch nicht schlecht, wenn die Araber mal selber ihre Arbeit erledigen würden.Allein die Bemühungen, die der omanische Staat unternimmt, um seine Bürger auch für körperlich anstrengende Berufe zu gewinnen oder für Unternehmungsgründungen spricht Bände.Der öffentliche Dienst und der Handel sind das eigentliche Mekka in den Golfstaaten.

  6. Folgender Benutzer sagt Danke zu Schopenhauer für den nützlichen Beitrag:

    grauer kater (15.11.2017)

  7. #50
    Politopia-Methusalem Avatar von grauer kater
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    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    ..................Aufgehängt hatte ich mich an Katers Äußerungen entlang der Linien "die Menschen wollen so leben", "Schuld daran ist der Westen/die USA/ der Kapitalismus" und "ohne Einmischung von außen wäre es dort in der Region friedlich und fortschrittlich".
    Dergleichen habe ich nirgends geschrieben. Zudem sind die Verhältnisse in den einzelnen Golfstaaten stark unterschiedlich. In den UAE und im Oman gibt es sogar Mindestlöhne, die eingehalten werden müssen, wenn ausländische Arbeiter beschäftigt werden. Zudem würde ich sogar lieber in Saudi Arabien leben wollen, als in Pakistan, Bangla Desh, Ägypten oder auf den Philippinen, wo die meisten Kontraktarbeiter in den GCC Staaten herkommen.

  8. #51
    Politopia-Methusalem Avatar von grauer kater
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    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    Die Golfstaaten haben also keine Möglichkeit diese Leibeigenen wie Menschen zu behandeln, aufgrund des Kapitalismus?
    Wo Maximalprofit das Handeln bestimmt, ist der Menschenfreund in einer schlechten Position. Ein Unternehmer, der sich nicht an die Gesetze der jeweiligen Gesellschaftsformation hält, ist schnell vom sozialen Abstieg bedroht und landet dann in der Sozialhilfe, falls es diese überhaupt gibt.

    Zudem gibt es wesentlich schlimmere Verhältnisse in Indien, Pakistan, Afghanistan, Palästina, Syrien, Yemen, Äthiopien, Tschad, Somalia, Sudan/Südsudan und vielen anderen Staaten als in Saudi Arabien, die uns jedoch meist völlig am Bewußtsein vorbei gehen.
    Geändert von grauer kater (15.11.2017 um 10:24 Uhr)

  9. #52
    Politopia-Methusalem Avatar von gun0815
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    Zitat Zitat von grauer kater Beitrag anzeigen
    Wo Maximalprofit das Handeln bestimmt, ist der Menschenfreund in einer schlechten Position...
    ...
    Zudem gibt es wesentlich schlimmere Verhältnisse in Indien, Pakistan, Afghanistan, Palästina, Syrien, Yemen, Äthiopien, Tschad, Somalia, Sudan/Südsudan und vielen anderen Staaten als in Saudi Arabien, die uns jedoch meist völlig am Bewußtsein vorbei gehen.
    Brauchen wir nur die heutigen Meldungen hernehmen....

    Amnesty: Deutsche Autokonzerne profitieren von Kinderarbeit im Kongo
    https://www.welt.de/newsticker/news1...-im-Kongo.html

    ...Die Skala der Ungerechtigkeiten ist sicherlich lang.
    Weltweit wird, so lange die Profite sprudel, auf Menschenrechte geschixxen. Mir geht das Moralin geschwängerte Gelaber langsam aber sicher auf den Keks.

    Wichtig scheint nur, dass der Finger jemanden findet, auf dem man zeigen kann. Noch dazu und Interessen gesteuert, sucht man sich diesen aus. Gerechtfertigt oder nicht.

    Und wenn man sich den arabischen Raum betrachtet, dann wird diese Doppelmoral erst richtig deutlich. Man kann hier wirklich sehen, wie Öl über Politik und Menschenrechte regiert. Bodenschätze sind der Indikator für "Freund" und "Feind".

    mfg
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  10. Folgender Benutzer sagt Danke zu gun0815 für den nützlichen Beitrag:

    grauer kater (16.11.2017)

  11. #53
    Letzter Mohikaner Avatar von Uncas
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    Zitat Zitat von grauer kater Beitrag anzeigen
    Wo Maximalprofit das Handeln bestimmt, ist der Menschenfreund in einer schlechten Position. Ein Unternehmer, der sich nicht an die Gesetze der jeweiligen Gesellschaftsformation hält, ist schnell vom sozialen Abstieg bedroht und landet dann in der Sozialhilfe, falls es diese überhaupt gibt.

    Zudem gibt es wesentlich schlimmere Verhältnisse in Indien, Pakistan, Afghanistan, Palästina, Syrien, Yemen, Äthiopien, Tschad, Somalia, Sudan/Südsudan und vielen anderen Staaten als in Saudi Arabien, die uns jedoch meist völlig am Bewußtsein vorbei gehen.
    Du windest dich. Das es irgendwo noch schlimmer ist, ist kein Argument. Zumal in Südsudan oder dem Yemen auch die Mittel fehlen. In den Golfstaaten nicht. Und es geht auch nicht nur um die Bezahlung. Es geht um völlige Entrechtung, eine feudalistische Gesellschaft, Todesstrafen für geringste Abweichungen, völlige Einschränkung von Grundrechten und individuellen Freiheiten.
    Das hat alles nichts mit Profitgier oder Kapitalismus zu tun. Saudi Arabien ist in punkto Frauenrechte nur deshalb nicht Schlusslicht, weil in Indien die medizinische Versorgung für Frauen noch wesentlich schlechter ist.
    Glaubst du wirklich die wollen alle so leben, finden das gut? Wohl eher nicht.
    Da sind Reformen dringend notwendig, wenn das Land die nächsten Jahrzehnte überstehen will.
    Nichts wahrhaft Wertvolles erwächst aus Ehrgeiz oder bloßem Pflichtgefühl, sondern vielmehr aus Liebe und Treue zu Menschen und Dingen. (Albert Einstein)


  12. #54
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    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    ..............Saudi Arabien ist in punkto Frauenrechte nur deshalb nicht Schlusslicht, weil in Indien die medizinische Versorgung für Frauen noch wesentlich schlechter ist..............................................
    Du scheinst die Lage der Frauen in Indien nicht zu kennen. Selbst reiche Witwen sind dort unter Lebensgefahr völlig rechtlos und die Vergewaltigungen und Morde an Frauen, die letztlich kurz für Aufsehen sorgten, waren natürlich nur kurz Gegenstand der Berichterstattung in den Medien. Dagegen ist Saudi Arabien ein Paradies für die Damen und die Golfstaaten insgesamt sowieso!

  13. #55
    Politopia-Methusalem Avatar von grauer kater
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    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    ................ Zumal in Südsudan oder dem Yemen auch die Mittel fehlen. .........................
    Vielleicht fragst Du mal die Briten, weshalb der Yemen oder der Sudan arm sind! Der Sudan in Nord- und Südsudan sich aufgeteilt haben und dennoch seit Jahren der Bürgerkrieg weitergeht? Der Yemen hat Ressourcen, aber er wird destabilisiert, weil eben strategisch extrem wichtig. Der Sudan könnte ganz Afrika ernähren, der Südsudan hat erhebliche Öl- und Rohstoffvorkommen, ist alles andere als arm. Es ist die weltpolitische Lage, die diese Staaten auf einem Level hält, der keine Entwicklung zulässt.

  14. Folgender Benutzer sagt Danke zu grauer kater für den nützlichen Beitrag:

    gun0815 (16.11.2017)

  15. #56
    Politopia-Haudegen Avatar von ArgoNaut
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    Zitat Zitat von Uncas
    Aufgehängt hatte ich mich an Katers Äußerungen entlang der Linien "die Menschen wollen so leben", "Schuld daran ist der Westen/die USA/ der Kapitalismus" und "ohne Einmischung von außen wäre es dort in der Region friedlich und fortschrittlich"


    Zitat Zitat von grauer kater Beitrag anzeigen
    Dergleichen habe ich nirgends geschrieben.
    Hast Du nicht?

    Zitat Zitat von grauer kater
    Wenn der Westen sich nicht so massiv in die Politik der GCC einmischen würde, man die Differenzen zum Iran nicht derart überbetonen würde, wäre es eine friedliche, auf Entwicklung orientierte Region.
    Gelassenheit ist die Grundvoraussetzung für Höflichkeit

    (Moritz Freiherr Knigge)


    Everyone is entitled to their own opinion but not their own facts

    (Daniel Patrick Moynihan)

  16. #57
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    Zitat Zitat von grauer kater Beitrag anzeigen
    Vielleicht fragst Du mal die Briten, weshalb der Yemen oder der Sudan arm sind! Der Sudan in Nord- und Südsudan sich aufgeteilt haben und dennoch seit Jahren der Bürgerkrieg weitergeht?
    Stammeskriege. Vor allem um Wasser und Vieh. Das ist eine teilweise recht unwirtliche Region und dort gibt es Stämme, die seit Ewigkeiten bis aufs Blut verfeindet sind. (Nuer, Dinka und andere, habe die Namen vergessen)
    Nein, daran sind nicht die Engländer schuld. So sind die Menschen eben, überall. Man kämpft ums Überleben und um Clanzugehörigkeit.

    Zitat Zitat von grauer kater Beitrag anzeigen
    Der Yemen hat Ressourcen, aber er wird destabilisiert, weil eben strategisch extrem wichtig.
    Ja, vor allem weil Saudi-Arabien Angst vor den Schiiten im Jemen hat (und dem damit verbundenen Einfluss des Iran).
    Die sogenannten "Huthis" sind Zaiditen, Fünfer-Schiiten (d.h. sie glauben an fünf Imame), die vor etlichen hundert Jahren aus dem Gebiet des Iran nach Jemen migriert sind. Sie sind im Jemen so zahlreich, dass sie die Vormacht Saudi-Arabiens und der Sunniten in Frage stellen. Das kann Saudi-Arabien nicht dulden.
    Mit Hilfe Saudi-Arabiens wurden die Zaiditen übrigens in den 60er Jahren gestürzt, sie hatten vorher lange Zeit den Jemen regiert. Die kochen da ihr eigenes Süppchen.

    Zitat Zitat von grauer kater Beitrag anzeigen
    Der Sudan könnte ganz Afrika ernähren, der Südsudan hat erhebliche Öl- und Rohstoffvorkommen, ist alles andere als arm. Es ist die weltpolitische Lage, die diese Staaten auf einem Level hält, der keine Entwicklung zulässt.
    Es liegt daran, dass der Südsudan zwar ein Staat ist, aber nichtmal auf niedrigstem Level ein Konsens darüber herrscht wie dieser Staat aussehen soll, wer den Ton angibt und wer nicht.
    Die meisten Ethnien im Sudan bekriegen sich. Das liegt daran, dass es eben ein Staatsgebilde ist, das nicht historisch gewachsen ist. Es wäre bei uns in Europa nicht anders, aber wir haben diese ganzen Clankriege und Streitigkeiten bereits hinter uns gelassen, da wir auf viel engerem Raum leben als die Menschen anderswo. Daher ist diese Entwicklung bei uns früher eingetreten.
    Es ist halt nicht so, als ob da (im Südsudan oder in Saudi-Arabien) Völker leben die eigentlich pazfistisch wären, aber Krieg führen, weil der Westen sie irgendwie dazu gezwungen hat.
    Sie verfolgen alle ihre eigenen Interessen und kämpfen um ihr eigenes Überleben, wie überall auf der Welt.

    Wen es interessiert, hier: https://www.youtube.com/watch?v=Mqcj4Djs9dw
    Geändert von Uncas (16.11.2017 um 16:11 Uhr)
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  17. Folgender Benutzer sagt Danke zu Uncas für den nützlichen Beitrag:

    Konrad (16.11.2017)

  18. #58
    Politopia-Methusalem Avatar von grauer kater
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    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    Stammeskriege. Vor allem um Wasser und Vieh. ...................................
    Die natürliche Entwicklung der Stämme, Ethnien und Völker Afrikas und des Orients wurde durch den Kolonialismus unterbrochen und zudem war es Ziel der Kolonialisten, die Differenzen zwischen den einzelnen Stämmen zu schüren, auch zwischen den Religionen, um ihre Macht zu begründen. Und heute sind es neokolonialistische Formen der Benachteiligung und Unterdrückung, die der Westen anwendet. An Krieg, Waffenhandel, Drogen etc. kann man gut verdienen, Menschen oder menschliches Leid interessieren da nicht.

  19. #59
    Letzter Mohikaner Avatar von Uncas
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    Zitat Zitat von grauer kater Beitrag anzeigen
    Die natürliche Entwicklung der Stämme, Ethnien und Völker Afrikas und des Orients wurde durch den Kolonialismus unterbrochen und zudem war es Ziel der Kolonialisten, die Differenzen zwischen den einzelnen Stämmen zu schüren, auch zwischen den Religionen, um ihre Macht zu begründen. Und heute sind es neokolonialistische Formen der Benachteiligung und Unterdrückung, die der Westen anwendet. An Krieg, Waffenhandel, Drogen etc. kann man gut verdienen, Menschen oder menschliches Leid interessieren da nicht.
    Wie gehabt, das ist mir alles viel zu simplifiziert.
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