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Thema: George Soros

  1. #1
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    Standard George Soros

    Es ranken sich ja viele Verschwörungstheorien um George Soros und er ist eine Hassfigur der anti-globalistischen Rechten von Ungarn, über Russland, bis in die USA, sogar bei der israelischen Rechten. Nicht zuletzt auch, weil er Jude ist (ausserhalb Israels wird er dafür gehasst). Und Milliardär.
    Aber was ist dran an den Verschwörungstheorien? Ist überhaupt etwas dran?

    Für den milliardenschweren Investor und Philanthropen George Soros war es ein arbeitsreiches Jahr. Seit Anfang 2017 hat er in Syrien einen chemischen Angriff vorgetäuscht, Trump-Protestmärsche in Washington finanziert, den „Soros-Plan“ zur Überschwemmung Ungarns mit Flüchtlingen ersonnen, in Mazedonien einen Regierungswechsel erzwungen, Israels Premierminister unterminiert und mehrere wichtige Berater im Weißen Haus feuern lassen. Nicht schlecht für einen Mann von 87 Jahren.
    All die genannten Aktionen sind natürlich Verschwörungstheorien. Doch die Tatsache, dass sie im Laufe dieses Jahres aufgekommen sind — und allesamt den Namen Soros aufweisen, — ist mehr als ein Kuriosum. Es bringt etwas Entscheidendes und Besorgniserregendes über die Weltpolitik zum Ausdruck.
    http://www.businessinsider.de/der-ha...olitik-2017-10

    Was wir wissen ist (ich lasse mal Wikipedia sprechen, unbedingt den ganzen Absatz auf der Orginalseite lesen, wer über Soros nicht im Bilde ist):

    Seit den 1970er Jahren tritt Soros als Philanthrop in Erscheinung. Als Gründer, Förderer und Vorsitzender der Open Society Foundations und der Soros Foundation half Soros schwarzen südafrikanischen Studenten, die University of Cape Town zu besuchen, und unterstützte die Central European University finanziell. Mit seiner Förderung der Idee der „offenen Gesellschaft“ nimmt Soros Bezug auf ein Konzept von Karl Popper. Die Gesamtsumme seiner Spenden wurde 2007 von Time auf 6 Milliarden US-Dollar geschätzt
    https://de.wikipedia.org/wiki/George...hes_Engagement

    Meine Meinung:

    Soros dient heutzutage als Ersatzprojektion für die jüdische Weltverschwörung. Er setzt sich für Demokratie, Chancengleichheit, gegen Rassismus und für liberale Gesellschaften ein. Und er hat als Milliardär auch die Mittel um spürbar etwas zu bewegen. Er bezieht sich dabei auf die Lehren, die er aus dem Holocaust gezogen hat.
    Die Tatsache, das er sowohl bei der israelischen Rechten, aber auch der amerikanischen Rechten verhasst ist, sowie eigentlich allen nationalistischen Gruppen weltweit, spricht Bände.
    Er setzt sich für all das ein, was diese verachten. Er verkörpert das Bild des gierigen,reichen, kosmopolitischen Juden, das diese Gruppen so abgrundtief hassen.
    Was denkt ihr?
    Geändert von Uncas (09.02.2018 um 16:18 Uhr)
    Nichts wahrhaft Wertvolles erwächst aus Ehrgeiz oder bloßem Pflichtgefühl, sondern vielmehr aus Liebe und Treue zu Menschen und Dingen. (Albert Einstein)


  2. #2
    Sofa-Stratege Avatar von BudSpencer
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    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    Es ranken sich ja viele Verschwörungstheorien um George Soros ...
    Was denkt ihr?
    Ich denke, dass er in der Ukraine über seine Stiftungen kräftig mitgemischt hat und auch Einfluss auf die Regierungsbildung (der Antirussischen) genommen hat. Ich denke außerdem, dass er aus familiärem Hintergrund das Sowjetreich und Russland hasst. Ich denke auch noch, dass er die "offene Gesellschaft", die er über seine Stiftungen verkauft strategisch absichtlich gegen die "geschlossenen Gesellschaften" platziert und agieren lässt. Ich denke auch noch, dass ihm dabei Sozialpolitik und Sicherheit am Arsch vorbei gehen und er dabei genau die "Freiheit" meint, die alle Neolibs meinen.

    Aus diesem Grund würde ich lieber darauf verzichten, dass sich solche Leute wie Soros aus ihrer privaten Ecke und aus ihrer privaten Macht und Weltanschuung heraus in die Politik und das Schicksal von millionen Menschen einmischen, wobei mir durchaus klar ist dass genau das dauernd passiert. Soros macht das nur mit offenem Visier, was ihn schon wieder besser macht als die meisten anderen von der Sorte.

  3. Folgende 3 Benutzer sagen Danke zu BudSpencer für den nützlichen Beitrag:

    gun0815 (11.02.2018), Konrad (10.02.2018), Zippo (08.03.2018)

  4. #3
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    Zitat Zitat von BudSpencer Beitrag anzeigen
    Ich denke, dass er in der Ukraine über seine Stiftungen kräftig mitgemischt hat und auch Einfluss auf die Regierungsbildung (der Antirussischen) genommen hat. Ich denke außerdem, dass er aus familiärem Hintergrund das Sowjetreich und Russland hasst. Ich denke auch noch, dass er die "offene Gesellschaft", die er über seine Stiftungen verkauft strategisch absichtlich gegen die "geschlossenen Gesellschaften" platziert und agieren lässt. Ich denke auch noch, dass ihm dabei Sozialpolitik und Sicherheit am Arsch vorbei gehen und er dabei genau die "Freiheit" meint, die alle Neolibs meinen.

    Aus diesem Grund würde ich lieber darauf verzichten, dass sich solche Leute wie Soros aus ihrer privaten Ecke und aus ihrer privaten Macht und Weltanschuung heraus in die Politik und das Schicksal von millionen Menschen einmischen, wobei mir durchaus klar ist dass genau das dauernd passiert. Soros macht das nur mit offenem Visier, was ihn schon wieder besser macht als die meisten anderen von der Sorte.
    Wenn er neoliberal ist, warum hat er sich dann gegen die Bushs und Trump positioniert?

    Ich meine ja, er fördert Stiftungen, die die Demokratie und offene Gesellschaft fördern. Daran sehe ich erstmal nichts schlimmes. In den USA ist er unter den üblichen Verdächtigen dafür ebenso verhasst, wie unter russischen Nationalisten oder israelischen.
    Ich erkenne nicht, das er Russland gezielt angreift. Er macht dort das, was er überall tut.
    Seine Stiftungen wurden dort des Landes verwiesen, weil sie sich mit den Verbrechen der Sowjets befasst haben.
    Nichts wahrhaft Wertvolles erwächst aus Ehrgeiz oder bloßem Pflichtgefühl, sondern vielmehr aus Liebe und Treue zu Menschen und Dingen. (Albert Einstein)


  5. #4
    Individuum Avatar von Diogenes2100
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    Ist er wirklich nur ein Philantroph?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Open_S...ations#Ukraine
    Teil des OSF-Netzwerks ist die International Renaissance Foundation, welche sich nach eigener Aussage für eine demokratische und pluralistische Gesellschaft in der Ukraine einsetzt.[4] Sie wird aber auch von der Mir & Co Foundation als Geldgeberin genannt, die laut Selbstdarstellung militärische Unterstützung leistet: „Helping Armed Forces of Ukraine, National Guard of Ukraine, Special Operation Forces and volunteers.“ Dabei wird auch die Versorgung mit Ausrüstung und Munition genannt.
    Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.


    André Gide

  6. Folgender Benutzer sagt Danke zu Diogenes2100 für den nützlichen Beitrag:

    Uncas (10.02.2018)

  7. #5
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    Nicht auszuschliessen, das er auch andere Wege beschreitet. Was allerdings auszuschliessen ist, ist das er im Auftrag der US-Regierung handelt.
    Oder irgendwelcher Zionisten, für den Kater.
    Er unterstützt die Palästinenser mit viel Geld. Was ihn in Israel ebenfalls zum Hassobjekt macht.
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  8. #6
    Individuum Avatar von Diogenes2100
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    André Gide

  9. #7
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    Beispiel:


    Milliardär Soros will Bush los werden
    Soros sagte der "Washington Post", dass die Bush Regierung von einer "rassistischen Ideologie" geleitet sei, die zu einem Missbrauch der US-Macht im Umgang mit anderen Völkern führe. Den amerikanischen Präsidenten bezeichnete der 74-jährige Milliardär als "Gefahr für die Welt". Um ihn los zu werden, spendete Soros fünf Millionen Dollar an die linksgerichtete Organisation MoveOn.org.
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/ant...-a-273699.html
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  10. #8
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    Zitat Zitat von Diogenes2100 Beitrag anzeigen
    Da steht, das Hillary Clinton ihn um Rat gefragt hat. Nicht umgekehrt.
    Spricht erstmal nicht dafür, das er in deren Dienst steht.
    Er hat auch eine Pro-Snowden Petition gestartet und an Obama gerichtet. Sich gegen Trump und Bush betätigt. Das klingt nicht nach einem US-Schergen.

    Heise haut hier genau in die Kerbe der internationalen Rechten, die Demokratisierung und Öffnung der Gesellschaft, als Verschwörung der Finanzeliten gegen die Identität und Souveränität der Nationalstaaten brandmarken.
    Sein Engagement für die Demokratie und Bürgerrechte, sei nur ein Vehikel um die Nationalstaaten zu schwächen und ihm und den anderen Eliten weitgehend ungehindert zu ermöglichen spekulativen Geschäften nachzugehen. Ihm, der mit 87 den Großteil seines Vermögens gespendet hat.
    Ab dem Punkt wird das Argument etwas fragwürdig, in meinen Augen.
    Er hat sich gegen das Apartheids-Regime engagiert, für die Rechte der Palästinenser, für eine humane Behandlung der Flüchtlinge 2016 (weshalb Orban ihm vorwirft, er wolle Ungarn islamisieren, absurd), für Whistleblower, für den Schutz des demokratischen Votums in der Ukraine vor russischen Aggressionen etc.(wobei ich den Teil Munition zu liefern auch fragwürdig finde, Versorgung von Kriegswaisen und Verwundeten dagegen nicht).
    Weder macht das aus neoliberaler Sicht Sinn, noch hinsichtlich der Vertretung von US-Interessen, denen seine Taten ja auch oft genug zu widerlaufen.. Er hat mit seiner Tätigkeit schon so ziemlich jedem vor den Kopf gestossen.
    Das das sicher nicht alles perfekt ist und sich die Frage stellt, warum jemand überhaupt mit Spekulation so reich werden kann (grundsätzlich), ändert nichts daran, dass es gut ist dieses Geld für die Förderung offener Gesellschaften und der Demokratie auszugeben. Aus meiner Sicht jedenfalls. Ein Nationalist wird das natürlich als Bedrohung ansehen und das tun sie ja auch.
    Grundsätzlich sehe ich die Tatsache, das die nationalistische Fraktion keines Landes der Welt ihn mag, ihn teils sogar fanatisch hasst und unzählige Verschwörungstheorien andichtet (siehe Eingangsbeitrag), erstmal als Punkt für ihn an. Er muss etwas richtig machen und einen wunden Punkt bei denen treffen.
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  11. Folgender Benutzer sagt Danke zu Uncas für den nützlichen Beitrag:

    Konrad (10.02.2018)

  12. #9
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    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    ...
    Ich erkenne nicht, das er Russland gezielt angreift. Er macht dort das, was er überall tut.
    Seine Stiftungen wurden dort des Landes verwiesen, weil sie sich mit den Verbrechen der Sowjets befasst haben.
    Ich brauche keine Milliardäre, die mir einen neuen kalten Krieg vor die Haustür herbeidirigieren. Ich will das nicht noch einmal.

    Die Freiheit des Einzelnen auf Kosten der Schwächung des Staates. Deregulierung, Privatisierung (der zweite Link von Diogenes). Er erweckt den Eindruck, er wäre ein Guter, aber er ist ein Feind staatlicher Eingriffe. Und das bedeutet dann nichts anderes als Oligarchie, denn der Kapitalismus mündet losgelassen automatisch dort. Es ist egal, ob er selbst tatsächlich etwas Gutes will. Er hilft mit, die Demokratie in eine Oligarchie zu verwandeln. Die offene gesellschaft ist nur ein Hebel dafür. Wenn es hier knallt, weil der kalte Krieg heiß wird, dann sitzen Leute wie George Soros schon längst dort wo es friedlich geblieben ist. Egal in welcher Nation. Hauptsache sie ist offen für alle und natürlich für Weltbürger wie ihn. Er kann sich mit seinen Bodyguards sowieso Alle vom Leib halten, egal welcher Fraktion.

  13. #10
    Pallbearer
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    Zitat Zitat von BudSpencer Beitrag anzeigen
    Ich brauche keine Milliardäre, die mir einen neuen kalten Krieg vor die Haustür herbeidirigieren. Ich will das nicht noch einmal.

    Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein kalter oder heisser Krieg durch die Demokratisierung oder Liberalisierung der Länder entsteht. Verantwortlich dafür ist traditionell eher nationalistische Großmannssucht. Rohstoffmangel ist ebenfalls ein häufiger Grund oder Mafiosis die sich an ihren Thron klammern.
    Das zwei Demokratien noch nie miteinander Krieg geführt haben, ist ja auch bekannt.
    Darüber gibt es auch Statistiken. Je weiter die Vernetzung der Staaten voranschreitet, desto weniger Kriege gibt es, das ist seit Jahrzehnten eine kontinuierliche Entwicklung (vor allem auch in der EU). Liberale Demokratien haben die Welt friedlicher gemacht.

    Zitat Zitat von BudSpencer Beitrag anzeigen
    Die Freiheit des Einzelnen auf Kosten der Schwächung des Staates. Deregulierung, Privatisierung (der zweite Link von Diogenes). Er erweckt den Eindruck, er wäre ein Guter, aber er ist ein Feind staatlicher Eingriffe. Und das bedeutet dann nichts anderes als Oligarchie.
    Es ist egal, ob er selbst tatsächlich etwas gutes will. Er hilft mit, die Demokratie in eine Oligarchie zu verwandeln. Die offene gesellschaft ist nur ein Hebel dafür. Wenn es hier knallt, weil der kalte Krieg heiß wird, dann sitzen Leute wie George Soros schon längst dort wo es friedlich geblieben ist. Egal in welcher Nation. Hauptsache sie ist offen für alle und natürlich für Weltbürger wie ihn. Er kann sich mit seinen Bodyguards sowieso Alle vom Leib halten, egal welcher Fraktion.
    Ich lese da folgendes heraus: Das Problem sind nicht die Oligarchen oder Warlords, die bereit sind für ihren Machterhalt gegen Demokratisierung und Liberalisierung in den Krieg zu ziehen, sondern jene, die sich im Sinne dessen mit ihnen anlegen und sie in Frage stellen (das ist die einzige Schlussfolgerung, die ich dem entnehmen kann). Im Moment ist es ja eher so, dass die Oligarchen Soros am meisten hassen. Das ist deiner Logik folgend ein Oxymoron. Als Verfechter des Recht des Stärkeren, wäre er deren natürlicher Verbündeter. Aber das ist nicht das wofür er sein Vermögen ausgegeben hat.
    Geändert von Uncas (10.02.2018 um 19:06 Uhr)
    Nichts wahrhaft Wertvolles erwächst aus Ehrgeiz oder bloßem Pflichtgefühl, sondern vielmehr aus Liebe und Treue zu Menschen und Dingen. (Albert Einstein)


  14. #11
    Sofa-Stratege Avatar von BudSpencer
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    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein kalter oder heisser Krieg durch die Demokratisierung oder Liberalisierung der Länder entsteht. ...
    Theoretisch. De facto steuern wir darauf zu. Das müsste so nicht ablaufen.

    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    Ich lese da folgendes heraus: Das Problem sind nicht die Oligarchen oder Warlords, die bereit sind für ihren Machterhalt gegen Demokratisierung und Liberalisierung in den Krieg zu ziehen, sondern jene, die sich im Sinne dessen mit ihnen anlegen und sie in Frage stellen (da ist die einzige Schlussfolgerung, die ich dem entnehmen kann). Im Moment ist es ja eher so, dass die Oligarchen Soros am meisten hassen. Das ist deiner Logik folgend ein Oxymoron. Als Verfechter des Recht des Stärkeren, wäre er deren natürlicher Verbündeter. Aber das ist nicht das wofür er sein Vermögen ausgegeben hat.
    Er hat ja sogar ausgesprochen, dass seine Klasse am gewinnen ist. Frag Georg Schramm.

    Er verhält sich nicht so, als wäre er ein Ritter der Oligarchie. So ähnlich habe ich es ja gesagt, bevor Du mir das Wort im Munde herumgedreht hast. Er tut so als wäre er ein Guter, ich schätze aber es kommt etwas Schlechtes dabei heraus. Das ist ganz unabhängig davon was echte Kämpfer der Oligarchie so treiben.

  15. #12
    Endstation des Schwarzen Peters Avatar von Konrad
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    Generell ist man wohl gut beraten, allen, die mit besonderem Sendungsbewusstsein einer Mission zu folgen den Anschein machen, mit Skepsis und einer ordentlichen Portion Misstrauen zu begegnen. Denn Sendungsbewusste sind meistens gegenüber ihren Kritikern intolerant und bereit, über die Rechte der anderen einfach mit dem Stiefel hinweg zu marschieren. Das gilt für alle Feldpostnummern. Und je mächtiger und einflussreicher die Einzelnen sind, desto mehr tendieren sie zum Absolutismus.

    Andererseits bedeutet das nicht, dass ich Soros alle guten Absichten absprechen, oder alles was er tut und unterstützt in Bausch und Bogen pauschal verdammen würde.
    Sein Geld würden vermutlich alle nehmen, die es gut brauchen können. Also ist es im Einzelfall für die bedachten Partikularinteressen ein Gewinn, dass es Soros und Co. gibt. Und wenn in Ländern, in denen die Freiheit eher als Lippenbekenntnis und in propagandischtischen Sonntagsreden vor kommt, die Gruppen, die sich darum bemühen, für mehr Demokratie und Freiheit die Basis zu legen und ein Bewusstsein in der Bevölkerung überhaupt erst einmal zu wecken und zu verankern, Soros' Geld das erst möglich macht, bin ich dafür, es zu nehmen. Das ist allemal besser, als keine Mittel zu haben um diese Prozesse in Gang zu setzen und die Unfreiheit totalitärer Regimes zu überwinden. Gleiches Recht für alle.
    Geändert von Konrad (10.02.2018 um 21:15 Uhr) Grund: Form

  16. #13
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    Zitat Zitat von BudSpencer Beitrag anzeigen
    Theoretisch. De facto steuern wir darauf zu. Das müsste so nicht ablaufen.
    Weiss nicht genau was du meinst. Wo läuft die Liberalisierung und Demokratisierung von Ländern auf Krieg hinaus und warum?
    Und was müsste anders sein?


    Zitat Zitat von BudSpencer Beitrag anzeigen
    Er hat ja sogar ausgesprochen, dass seine Klasse am gewinnen ist. Frag Georg Schramm.

    Er verhält sich nicht so, als wäre er ein Ritter der Oligarchie. So ähnlich habe ich es ja gesagt, bevor Du mir das Wort im Munde herumgedreht hast. Er tut so als wäre er ein Guter, ich schätze aber es kommt etwas Schlechtes dabei heraus. Das ist ganz unabhängig davon was echte Kämpfer der Oligarchie so treiben.
    Wo habe ich was verdreht, ich habe die einzig mir logische Schlussfolgerung daraus gezogen.
    Demokratische Bewegungen zu fördern, verursacht Krieg, weil die betroffenen Warlords und Oligarchien darauf eben keine andere Antwort haben als Krieg. Also sollte man eben lieber einknicken um Krieg zu vermeiden.
    Wenn sie bei Wahlen gewinnen würden, dann würden sie ja offene Wahlen zulassen.
    Es macht in meinen Augen keinen Sinn, dass seine Grasswurzel-Arbeit vor allem in Gebieten, die nicht demokratisch sind, die Demokratie in eine Oligarchie verwandeln sollen. Im Gegenteil, die Oligarchien wehren sich mit Händen und Füssen gegen seine Aktivitäten und dichten ihm so ziemlich jedes noch so absurde Teufelszeug an (er ist Sozialist, Kapitalist, will die Islamisierung, ist ein Feind des Islam etc. alles und das Gegenteil auch). Das besagt auch schon etwas.
    Und die Aktivitäten von Soros sind nun nicht hauptsächlich im wirtschaftlichen Bereich vorzufinden, so das man vermuten könnte, das er irgendeiner Finanzmafia zur Macht verhelfen will.
    Er steht eher für das Konzept des freien kosmopolitischen Individuums mit denselben Grundrechten weltweit, gegenüber dem nationalen Volkskörper (soll keine Naziassoziation sein, auch wenn es so klingt), der sich vor allem als Abgrenzung aller anderen begreift. Mir persönlich sagt ersteres zu jedem Zeitpunkt eher zu (in Maßen, man kann nämlich nicht alles gleich machen, ich bin kein Sozialist). Die besonders Paranoiden vermuten halt, dass eine Welt, die nicht von Stacheldraht, Selbstschussanlagen und Säbelrasseln geprägt ist, direkt eine Welt mit einer Weltregierung ist, die von einer dunklen Finanzelite regiert wird und das Soros dafür kämpft.
    Als ob sowas machbar wäre und als ob es nur Extreme gibt.
    Wenn, dann würde ich Soros eher vorwerfen, das er zu naiv ist, in so einem Unterfangen. Ich sehe jedoch nicht wie er davon profitiert, sich mit jedem anzulegen. Auch über den IWF hat Soros in den letzten Jahrzehnten nicht viel Gutes zu berichten und ihn für den Ruin vieler Länder, inklusive Russland, verantwortlich gemacht.
    Geändert von Uncas (10.02.2018 um 22:27 Uhr)
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  17. #14
    Pallbearer
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    Zitat Zitat von Konrad Beitrag anzeigen
    Generell ist man wohl gut beraten, allen, die mit besonderem Sendungsbewusstsein einer Mission zu folgen den Anschein machen, mit Skepsis und einer ordentlichen Portion Misstrauen zu begegnen.
    Naja sicher. Ich habe mich bis vor ein paar Tagen gar nicht so ausführlich mit ihm befasst gehabt.
    Mir fiel dann vor allem auf, mit welcher Intensität der überall gehasst wird. Überall, von bestimmten Gruppen.
    Es gibt kein Land, das ihm zugeneigt ist oder für das er arbeitet. Sondern exakt immer dieselbe Gruppe, die national/religiösen/rechten/Konservativen inklusive der Querfront, die Angst vor der Weltherrschaft der Finanzelite hat, aber ihren Sozialismus mit Verschwörungstheorien und/oder Antisemitismus vermischen. Ein Jude mit viel Geld aus dem Finanzgeschäft, da klingelt bei manchen direkt der Pawlow.
    Und die Intensität des Hasses hat mich aufhorchen lassen. Dies und die Absurdität einer Vielzahl der Vorwürfe.
    Er mischt im Syrienkrieg mit, sabotiert Trump, zettelt mit links überall Revolutionen an (arabischer Frühling, Ukraine), will Ungarn islamisieren, ist Feind Israels, ist in den Putsch in der Türkei verwickelt etc. Ist der Superman oder wie? Nur die Allernaivsten glauben, das ein Mann alleine das Weltgeschehen kontrollieren kann.
    Er muss bei den Menschen, die diesen Gruppen angehören, etwas triggern. Was die Absicht seiner Aktivitäten betrifft, so ist bei mir die Jury noch nicht durch. Aber es gibt einige, an denen ich keinen Gewinn für ihn, ausser für das Allgemeinwohl erkennen kann (bspw. Kampf gegen die Apartheid in Südafrika).
    Wenn er für Stiftungen die Flüchtlingen helfen, Rassismus gegen Roma bekämpfen, den Palästinensern helfen, Schwarzen in Südafrika zu Bildung verhalfen, Verbrechen der Sowjetunion aufklären, das imperialistische Vorgehen der Neocons in den USA kritisieren angefeindet und gehasst wird, dann hat dieser Gegenwind schon einen üblen Beigeruch. Es ist kein Beweis, aber schon sehr auffällig.
    Geändert von Uncas (10.02.2018 um 22:28 Uhr)
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  18. Folgender Benutzer sagt Danke zu Uncas für den nützlichen Beitrag:

    Konrad (10.02.2018)

  19. #15
    Endstation des Schwarzen Peters Avatar von Konrad
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    Soros ist natürlich der perfekte Sündenbock und ein ideales Ziel für alle möglichen Vorurteile, den Hass auf Reiche, die sich mit ihrem Geld Einfluss erkaufen können, und es auch noch tun, für die politische Kaste weil er ein Nonkonformist und nicht-steuerbarer Eigenbrötler ist, für die Autoritären, weil er liberal und freiheitlich ist, für die Muslime, weil er Jude ist, für die Sozialisten, weil er Kapitalist ist und für die Liberalen, weil er selbst zwar den Kapitalismus nutzt, um seinen Reichtum zu mehren, diesen aber verwendet, um gegen das eigene Lager zu wettern und seine Kaste anzuklagen, die Welt gegen die Wand zu fahren und den ökonomischen Liberalismus, der in Wahrheit nur Egoismus und Gier verkörpert, verurteilt.
    Wenn alle gegen einen wettern, und zwar aus unterschiedlichen Gründen und immer in den Bereichen, wo die Wetterer ihre Blinden Flecken haben, kann nicht alles falsch sein, was derjenige macht, gegen den das allseitige Gezeter geht.
    Geändert von Konrad (11.02.2018 um 00:08 Uhr) Grund: n

  20. Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Konrad für den nützlichen Beitrag:

    ArgoNaut (11.02.2018), Uncas (10.02.2018)

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