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Thema: Tabuthema Armut

  1. #1
    Politopia-Methusalem Avatar von Kleinlok
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    Standard Tabuthema Armut

    Mit der Armut haben in erster Linie diejenigen ein Problem, die arm sind.
    Das ist eine simple Erkenntnis.
    Aber auch diejenigen, die von di8eser Armut nicht betroffen sind,
    können ein Problem mit dieser haben, ein dann meist eher mentales Problem.

    Deutschland hat nun fast 73 Jahre keinen Krieg mehr erlebt,
    dem Land geht es im internationalen Vergleich gut bis sehr gut,
    aber Armut ist auch hier und zwar zunehmend vorhanden.

    Armut in einem reichen Land ist eigentlich absurd,
    aber für dieses absurde Deutschland scheinbar "normal".
    Und wenn über Aemut geredet wird, dann eher nutzlos von denen, die nicht davon betroffen sind.
    Und dabei bleibet es dann leider auch....

    ... denn sonst hätten wir das (zunehmende) Armutsproblem nicht.

    Aber am liebsten wird darüber geschwiegen, die Armens sollen ihre Fresse halten
    und von besseren Zeiten träumen, die nicht kommen werden.

    Armut ist ein Tabu und die haben selten zu Veränderungen getaugt.
    Geändert von Kleinlok (22.02.2018 um 16:09 Uhr)
    152 Jahre waren erst der Anfang...

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  2. #2
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    Zitat Zitat von Kleinlok Beitrag anzeigen
    Armut ist ein Tabu und die haben selten zu Veränderungen getaugt.
    Ein erstes Beispiel für den oben stehenden Verdacht:

    Im September 2017 fand im Dietzenbacher Kreishaus das 9. Sozialpolitische Forum zum Thema „Armut und Reichtum im Kreis Offenbach“ statt, zu dem die Evangelischen und Katholischen Dekanate Rodgau und Dreieich, der DGB Südosthessen und der Kreis eingeladen hatten.

    http://www.dekanat-rodgau.ekhn.de/startseite/einzelansicht/news/krach-machen-gegen-die-armut.html

    M.E. war dieses Forum ein Rohrkrepierer, weil es dort undemokratisch zuging und nicht wirklich offen über das (Tabu)thema Armut gesprochen werden konnte. Deswegen habe ich eine Kritik geschrieben, die nur sehr schwer als Leserbrief zu veröffentlichen war (= Tabu).

    Leserbrief zu ""Relativ absurde“ Mietpreise“ (OP vom 28. September 2017)


    Schon dem Eingangssatz „Das Sozialpolitische Forum hat im Kreishaus über Armut und Reichtum diskutiert“ muss ich deutlich widersprechen, denn das, was da im wahrsten Sinn der Rede „über die Bühne“ ging, hat nichts mit dem gemein was ich unter einem Forum und einer gelingenden demokratischen Diskussion verstehe. Diskutiert und lange geredet haben nur wenige Akteure auf dem Podium, während das Publikum in die langweilige Rolle des rein passiven Zuhörens gedrängt wurde und nur schriftlich formulierte Fragen für den Block nach der Pause stellen durfte (der dann vor merklich gelichteten Reihen stattfand). Auch die Intention von Impulsreferaten scheint weder den Veranstaltern noch einem Teil der Referenten wirklich klar gewesen zu sein, da dem Publikum bis zur Pause 2 Stunden gnadenlos verbaler Input zugemutet wurde. Den Vogel in dieser Hinsicht schoss Frau Boehle von der Uni Mainz ab, die mit ihrer Datenflut ihre Redezeit überschritt und didaktische Fehler machte, die Erstsemestern, nicht aber einer studierten Soziologin nachgesehen werden können. Ihre interpretatorischen Aussagen erschienen mir oft als weichgezeichnete Rede oder waren teils schlichtweg falsch, z.B. die Behauptung, dass es aktuell keine Altersarmut gäbe und in dieser erst ein kommendes Problem erkannt werden könnte. Scheinbar bilde ich mir die in Frankfurt Flaschen sammelnden Senioren nur ein und scheinbar ist an der Uni Mainz noch nicht angekommen, dass knapp über eine Million Senioren in Deutschland einen Minijob ausüben und dabei laut Erhebung des Statistischen Bundesamtes rund 36% auf einen Zuverdienst unbedingt angewiesen sind. Ein Lichtblick war Prof. Segbers, der nicht die politische Analyse scheute und den soliden Klartext redete, der an diesem Abend leider oft auf der Strecke blieb. Zu allem Überfluss bat der Moderator am Ende in typisch kirchlicher Harmoniesucht um einige optimistisch stimmende Ansichten, die dann ehrlicherweise ausfielen, da bis auf Prof. Segbers der Rest des Podiums nur seine Hilflosigkeit proklamierte. Eine Hilflosigkeit, die mich angesichts der vielen Eiertänze um die massiven Probleme unserer Zeit nicht wundert und die den Untertitel der Veranstaltung „Von wegen nichts zu machen“ ad absurdum führt. Wer wirklich etwas gegen Armut machen will, darf die Demokratie nicht so scheuen wie in diesem Forum, das keines war.

    Geändert von Kleinlok (22.02.2018 um 20:23 Uhr)
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  3. #3
    Politopia-Methusalem Avatar von Kleinlok
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    Zitat Zitat von Kleinlok Beitrag anzeigen

    Im September 2017 fand im Dietzenbacher Kreishaus das 9. Sozialpolitische Forum zum Thema „Armut und Reichtum im Kreis Offenbach“ statt, zu dem die Evangelischen und Katholischen Dekanate Rodgau und Dreieich, der DGB Südosthessen und der Kreis eingeladen hatten.

    http://www.dekanat-rodgau.ekhn.de/startseite/einzelansicht/news/krach-machen-gegen-die-armut.html

    M.E. war dieses Forum ein Rohrkrepierer, weil es dort undemokratisch zuging und nicht wirklich offen über das (Tabu)thema Armut gesprochen werden konnte. Deswegen habe ich eine Kritik geschrieben, die nur sehr schwer als Leserbrief zu veröffentlichen war (= Tabu).
    Eigenlich wollte ich auch den Veranstaltern zeitnah eine direkte Kritik zukommen lassen, aber private Gründe haben mich da leider ausgebremst. Inzwischen geht es mir weider etwas besser und ich arbeite das auf, was mich immer noch stört, dazu gehört auch dieses weichgespülte Forum. Zitat aus meinem heutifen Schreiben an die Veranstalter:

    An die katholischen und ev. Dekanate Dreieich und Rodgau

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    inzwischen sind zwar gut 5 Monate vergangen, seit im Dietzenbacher Kreishaus das 9. Sozialpolitische Forum zum Thema „Armut und Reichtum im Kreis Offenbach“ tagte, zu dem die Evangelischen und Katholischen Dekanate Rodgau und Dreieich, der DGB Südosthessen und der Kreis eingeladen hatten.

    http://www.dekanat-rodgau.ekhn.de/startseite/einzelansicht/news/krach-machen-gegen-die-armut.html

    Ich habe als Privatperson an diesem Forum teilgenommen, da mich das behandelte Thema sehr interessiert. Ich werte aber dieses Forum als eine Veranstaltung, die aus meiner Sicht kein wirkliches Forum war und die ich aus diesem Grund mit eher negativen Reaktionen werte. Es gab zwar zumindest in Teilen auf dem Podium interessante Beiträge, aber zu einem guten Forum gehört für mich die zumindest glaubwürdig versuchte Teilhabe aller Anwesenden. Dafür gehört für mich, dass Menschen, denen die Natur bzw. der liebe Gott (sollte es den geben) in aller Regel 2 Augen, 2 Ohren, 1 Mund und auch einen Verstand mitgegeben haben nicht nur zuhören, soncdern auch etwas sagen können, so denn ihnen danach ist.

    Mir wäre sehr danach gewesen nach gut 70 Minuten Zuhören auch einmal etwas sagen zu können, hätte m.E. auch etwas zu sagen gehabt (wie vielleicht so manche/r andere auch), aber eine solche Teilhabe war von Seiten der für diese Veranstaltung verantwortlichen Personen bzw. Institutionen nicht vorgesehen und das hat (vielleicht nicht nur) mich sehr gestört.

    Sie werden sich nun vielleicht fragen warum ich mich erst heute nach gut 5 Monaten mit dieser Kritik melde?

    Wenn ja, diese Frage wäre berechtigt, mein Verhalten ist es aber auch. Ich habe zeitnah auf diese Veranstaltung erst einmal einen kritischen Leserbrief an die Offenbach-Post geschrieben, der nur mit sehr viel Mühen und einigem Hin und Her 12 Tage nach seinem Versand und dann auch nur in der Stadtausgabe Dietzenbach berücksichtigt wurde, obwohl dieses Forum eine kreisweite Veranstaltung war und auch bundespolitische Problematiken ansprach.

    Ich muss mit meiner Kritik mal wieder neu ein Tabuthema ansprochen haben und bin da scheinbar auf weiter Flur auf mich alleine gestellt. Ganz so dumm und frech können meine Ansichten eigentlich nicht formuleirt sein, als dass meine Wenigkeit es verdient hätte, dass auf meine Anischten immer wieder neu beständi mit einem feigen Schweigen reagiert wird. Und wenn jemand etwas an meinen Ansichten auszusetgzen hätte, dann soll er oder sie das bitte tun, von mir aus auch gerne vertraulich. So etwas sollte in einer angeblichen Demokratie möglich sein und ist mit mir möglich, wenn sich aber real existierende Menschen angesichts dieser Thematik fast immer als genauso kommunikativ wie eine Lärmschutzmauer erweisen, dann ist das schade und so etwas geht auch an mir nicht spurlos vorbei, wo ich solch deprimierende Erfahrungen dauernd in meiner recht aktiven politischen Arbeit machen muss.

    Herbst und Winter waren aus verschiedenen Gründen keine leichte Zeit für mich, der zähe politische Stiillstand in unserem Land in Kombination mit der zumindest nach außen hin gezeigten öffentlichen Gleichgültigkeit und vielfach verbreiteten Duckmäuserei (insbeondere bei Kirchens) haben ihr übriges getan, dass ich erst mal mental zusehen musste irgendwie durch diesen Winter zu kommen. Dieser ist zwar noch nicht ganz vorbei, aber ich lebe noch, bin inzwischen wieder etwas vitaler zugange und will nun verspätet meine Kritik an der Form dieser Veranstaltung loswerden. Mich soll das viele mutlose Schweigen allerorten nicht auch noch mundtot machen.

    Zu dem benannten 9. sozialpolitischen Forum - dieses kam für mich quasi als verkappten Gottesdienst daher (wir hören artig zu und sagen maximal "Amen"), denn kein einziger/ Normalbürger/in kam in den gut 120 Minuten meiner Anwesenheit dazu etwas im Rahmen des Forums öffentlich sagen zu können. Dies scheint offensichtlich war von Seiten der Veranstalter ausdrücklich nicht vorgesehen gewesen zu sein. Vielleicht waren die anderen anwesenden Mitmenschen mit dieser Rollenverteilung zufrieden, ich war es definitiv nicht, aber wer sich hier als simple/r Teilnehmer/in hätte Gehör verschaffen wollen, hätte schon dem Moderator dreist das Mikrofon entreißen müssen und leider hatte ich an diesem lauen Spätsommertag nicht meine radikalen 5 Minuten im Handgepäck. Wie angesichts dieses Demokratiedefizits die Veranstalter dieses Forums auf die nachfolgende Aussage kommen wollen, ist mir ein Rätsel, Zitat:

    "80 Gäste waren gekommen, um neben Carsten Müller die Sozialwissenschaftlerin Dr. Mara Böhle sowie den Sozialethiker Professor Dr. Franz Segbers zu hören - und anschließend über Lösungsansätze miteinander ins Gespräch zu kommen. "

    http://www.dekanat-rodgau.ekhn.de/startseite/einzelansicht/news/krach-machen-gegen-die-armut.html

    Ok, gut 80 Gäste mnögen gekommen sein, mag auch sein, dass die gerne über Lösungsansätze unter- und miteinander ins Gespräch gekommen wäre, aber zu einem solchen kam es nicht. Wer wollte durftig artig in der Pasue einen Impuls oder Frage auf einen Zettel schreiben, damit die Moderation diesen wie auf einem Kicrehntag antiseptisch kaputt langweilen konnte. Dem zur Folge sah die 2 Häfte dieses Forums aus: Gut die Häfte der ursprünglich 80 Anwesenden war gegangen und das Gespräch fand in der eigentümlicher Auslegung kirchlichen Demokratieverständnisses nur zwischen den 4 Podiumsteilnehmer statt. 4 versus ehemals 80 Personen, Demokratie sieht anders aus!

    Die oben benannte Behauptung des ev. Dekanats Rodgau verstößt also m.E. satt gehen das 8.Gebot ("Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.",) ein Gebot, dass Theologen eigentlich kennen sollten.

    Nun ist es für Kicrhe typisch, dass sie lieber schweigt oder sogar notlügt, wenn ihr eine Thematik zur brisant wird. Und spätestens wenn es um Armut, besser gesat um die Ursachen von Armut geht, dann wird bei Kirche und vielen Teilen der Politik die Sendepause geschaltet. Pech für alldiejenigen, die sich eine solide Bearbeitung des auf diesem Forums brisanten Themas Armuts geünscht hätten, denn die fiel m.E. weitgehend aus. Bestenfalls wurden ernste Probleme beschrieben, zu deren Lösung den wenigen, die dort reden durften, nicht wirklich etwas einfiell. Auch dann nicht als der softe Moderator in typisch kirchlicher Harmoniesucht am Ende dieser Nichtssagendheit darum bitten wolle, doch auch positive Ansätze zu benennen. Wahrscheinlich sollten alle wie nach dem Sonntagsgottesdienst zufrieden eingelullt nach Hause gehen, aber dafür hätte dann eine Kirchenälteste vielleicht ein paar Fürbitten murmeln soiwe ein kirchlicher Hauptamtlicher die Arme ausbreiten und den Schlussegen verteilen müssen um die entpolitisierte Farce komplett zu machen.

    Der einzige Lichtblick dieses Spätsommerabends war Referent Franz Segbers, der auf Grund seiner fähigen politischen Analyse m.E. zu seinen Aufruf berechtigt war, auf allen Ebenen für die Rechte bedürftiger Menschen „Krach zu machen“. Seine Hoffnung, dass in diesem Land vor allem der Widerstand gegen die Armut wächs, t dürfte sich allerdings kaum erfüllen, das bewiesen schon ausdrücklich allein dieses Forum bzw. dessen Veranstalter, die m.E. das Thema gemäß dem Motto behandeln wollten "Bitte wasch mir meinen Pelz, aber mach mich nicht nass!"
    So gingen wir trocken, aber m.E. weitgehend genauso schlau bzw. wenig schlau nach Hause, wie wir gekommen waren.

    Kirche mag vielleicht für Kollektesammeln, eine warme Suppenküche und Fürbitten taugen, aber außer Kirchengeläut oder dem gelentlichen Anwerfen der richtig lauten Register einer Domorgel ist von diesen leider immer noch nichts zu erwarten, was auch annähernd auf "Krach machen" zugunsten der Schwachen und Armen schließen lassen könnten. Der christliche Religionsstifter hat das versucht, aber das hat diesem unter anderem frühzeitig sein junges Leben gekostet und seine selbst ernannten Nachfolger sind leider oft in den entspannteren Verhältnisse unserer Weichspül-Demokratie nicht bereit, öffentlich verbal für die meist unschuldigen Armen unserer Zeit beherzt das Wort zu ergeifen.

    Wir hätten diese erbärmliche globale und zunehmend auch nationale Armutsbildung nicht, wenn Christe, Medien, Politik Wirtschaft und Gesellschaft nicht so erbärmlich armselig vorgehen würden, wenn es darum geht sich sinnvoll mit den Gründen dieser miesen und meist unnötigen Armut auseinanderzusetzen und effiziente Lösungen zur Bekämpfung derselben zu finden und umzusetzen. Wir sind also in Mitverantwortung für das unnötige Leiden von Millionen Menschen in Deutschland und dem Leiden uns Sterben von hunderten Millionen Menschen in der Welt, um eine Verantwortung für das Beenden dieser Armut wahrzunehmen brauchen wir mehr Mut zur Demokratie, als wie das auf diesem Forum der Fall war.

    Mit freundlichen Grüßen, Thomas Schüller
    Geändert von Kleinlok (22.02.2018 um 20:22 Uhr)
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  4. #4
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    Die miese korrupte Politik sehe ich als verantwortlich, dass es so etwas wie die Tafeln in Deutschland gibt bzw. geben muss. Immer mehr arme Menschen (die mit durch diese Scheißpolitik arm gemacht werden) stellen sich bei den Tafeln an, um mit den dort gespendeten Lebensmitteln ein wenig das wenige Geld zusammenhalten zu können, das ihnen dieser überreiche aber asoziale deutsche Staat zuweist. Miese Jobs, miese Löhne und erzwungene Joblosigkeit machen viele arm. Inzwischen drängen auch immer mehr Flüchtlinge an die Tafeln (und das teils in unguter Manier), so dass es Ärger gibt.

    Aber Armut gilt in diesem überreichen Land als Tabu und etwas, das nicht bekämpft werden muss,

    In Essen hat nun wegen Überlastung und einem teils unsozialen Verhaltens von Migranten die dortige Tafel beschlossen, einstweilen Migranten nicht mehr zu bedienen. Das klingt sehr unschön, ist das auch, aber die Ursachen sind es nicht minder.

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/essener-tafel-nrw-minister-r...

    Dann kommen diese Superarschlöcher von korrupten Politiekern daher, die für das sozuiale Elend mitverantwortlich sind und lassen ihren Gutemenschen raus. Das wäre schlimm, was da in Essen liefe. Warum das so schlimm ist und was das mit ihrer Scheißpolitik zu tun haben könnte, interesseirt diese Idioten nicht, die noch öffentlich ihre blinden Flecken anbeten. Deren Heuchelei gehört entlarvt, z.B.:

    Guten Tag Herr Laschet,

    Zitat Spiegel-online:

    Die nordrhein-westfälische Landesregierung kritisiert die Entscheidung der Essener Tafel, vorübergehend nur Neukunden mit deutschem Personalausweis anzunehmen. Der Verein, der wöchentlich rund 6000 Menschen mit Lebensmittelspenden und gelegentlich Haushaltsgeräten versorgt, begründete die neue Regel damit, dass "der Anteil ausländischer Mitbürger bei unseren Kunden auf 75 Prozent angestiegen" sei. NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) hält den Ausschluss Nichtdeutscher für falsch: "Entscheidend kann nur die Bedürftigkeit, nicht die Herkunft sein", sagte Stamp dem SPIEGEL." (...)Jörg Sartor, Vorsitzender der Essener Tafel, ficht die Kritik nicht an: "Die deutsche Oma oder die alleinerziehende deutsche Mutter haben sich bei uns zuletzt nicht mehr wohlgefühlt."

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/essener-tafel-nrw-minister-r...

    Frage 1:

    Teilen Sie die oben benannte Kritik?

    Frage 2:

    Wenn ja, haben Sie mit den Verantwortlichen der Essener Tafel betreffs deren Beweggründe für deren Verhalten gesprochen oder werden Sie das noch tun?

    Frage 3
    Ist es nicht eigentlich erbärmlich, dass es so etwas wie die Tafeln gibt/geben muss?

    Frage 4:

    Was sind Ihre Vorschläge zur Lösung der Probleme bei der Essener (und anderen) Tafelnl?

    Viele Grüße-Thomas Schüller
    https://www.abgeordnetenwatch.de/pro...8-02-24/297244

    https://www.abgeordnetenwatch.de/pro...8-02-24/297243
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  5. Folgender Benutzer sagt Danke zu Kleinlok für den nützlichen Beitrag:

    Meinungsbaum (24.02.2018)

  6. #5
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    Die sogen. "Sozialkaufhäuser" sprießen aus dem Boden. So arg tabu ist das Thema nicht (mehr). Irgendwer lebt sogar davon noch.

    Frdl. Grüße
    Christiane

  7. #6
    Politopia-Methusalem Avatar von ArgoNaut
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    Zitat Zitat von Meinungsbaum Beitrag anzeigen
    Die sogen. "Sozialkaufhäuser" sprießen aus dem Boden. So arg tabu ist das Thema nicht (mehr). Irgendwer lebt sogar davon noch.
    Es leben viele davon. An den Annahmestellen werden die Kartons mit den gespendeten Sachen von Männern angenommen, die woanders wahrscheinlich keinen Job bekommen würden, dann werden die Sachen sortiert und gegebenenfalls aussortiert, das machen in manchen Annahmestellen sogar (leicht) geistig behinderte Menschen. Dann werden die brauchbaren Sachen gereinigt und in den Verkauf gegeben. Davon lebt nicht irgendwer, davon leben viele, die sonst keinen Job und kein Selbstwertgefühl hätten. Im Übrigen können am Ende Leute mit kleinem Geldbeutel second hand gut Brauchbares kaufen. Eine sehr gute Sache, die Sozialkaufhäuser.
    Gelassenheit ist die Grundvoraussetzung für Höflichkeit

    (Moritz Freiherr Knigge)


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  8. #7
    Individuum Avatar von Diogenes2100
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    Zitat Zitat von ArgoNaut Beitrag anzeigen
    Es leben viele davon. An den Annahmestellen werden die Kartons mit den gespendeten Sachen von Männern angenommen, die woanders wahrscheinlich keinen Job bekommen würden, dann werden die Sachen sortiert und gegebenenfalls aussortiert, das machen in manchen Annahmestellen sogar (leicht) geistig behinderte Menschen. Dann werden die brauchbaren Sachen gereinigt und in den Verkauf gegeben. Davon lebt nicht irgendwer, davon leben viele, die sonst keinen Job und kein Selbstwertgefühl hätten. Im Übrigen können am Ende Leute mit kleinem Geldbeutel second hand gut Brauchbares kaufen. Eine sehr gute Sache, die Sozialkaufhäuser.
    Rührend - wenn es Realität wäre. Sicherlich gibt es auch solche, wie du sie beschreibst, aber auch sehr viele ehrenamtlich ohne Bezahlung betriebene Sozialkaufhäuser. Dass derartige Kaufhäuser überhaupt existieren in diesem schweinereichen Land ist eine Verhöhnung des Begriffes Sozialstaat.
    Demokratie, das ist die Kunst, sich an die Stelle des Volkes zu setzen und ihm feierlich in seinem Namen, aber zum Vorteil einiger guter Hirten, die Wolle abzuscheren.


    Romain Rolland

  9. Folgender Benutzer sagt Danke zu Diogenes2100 für den nützlichen Beitrag:

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  10. #8
    Politopia-Methusalem Avatar von ArgoNaut
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    Woher willst Du wissen, dass die Leute dort ohne Bezahlung arbeiten? Ich weiß, dass in den zwei Häusern, die ich kenne, die Leute für wenig Geld arbeiten, aber NUR DA überhaupt Arbeit haben, weil nahezu keiner ohne Handikap ist. Was soll man jemandem bezahlen, der nur Bettwäsche sortieren kann, die dann für 6 Euro verkauft wird? Im Rahmen meiner Flüchtlingshilfe hab ich auch die Häuser kennengelernt.
    Wäre es Dir lieber, die "schweinereichen" Deutschen würden die Sachen, die sie aussortieren, nicht dorthin fahren, sondern auf den Müll werfen? Und wär es besser, die Leute, die da arbeiten, säßen in den Heimen herum? Man kann immer sozialpolitische Parolen rufen, wenn man die Realität nicht kennt.
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  11. #9
    Individuum Avatar von Diogenes2100
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    Zitat Zitat von ArgoNaut Beitrag anzeigen
    Woher willst Du wissen, dass die Leute dort ohne Bezahlung arbeiten? ....
    Weil das kein Einzelfall ist:

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/b.../12434222.html

    All das bewältigen mehr als 40 Mitarbeiter unentgeltlich in ihrer Freizeit.
    Die in unserer Gemeinde betriebene Kleiderkammer, in der für wirtschaftlich schwache Einwohner Bekleidung, aber auch Spielzeug und Kinderwägen erhältlich sind, wird ebenfalls ehrenamtlich betrieben.

    Aber wie in diesem Land mit armen Menschen seitens des "Sozialstaats" umgegangen wird, zeigt sich deutlich zum Beispiel daran:
    http://www.spiegel.de/panorama/gesel...a-1194644.html
    Geändert von Diogenes2100 (24.02.2018 um 20:16 Uhr)
    Demokratie, das ist die Kunst, sich an die Stelle des Volkes zu setzen und ihm feierlich in seinem Namen, aber zum Vorteil einiger guter Hirten, die Wolle abzuscheren.


    Romain Rolland

  12. #10
    Politopia-Methusalem Avatar von Kleinlok
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    Zitat Zitat von ArgoNaut Beitrag anzeigen
    Woher willst Du wissen, dass die Leute dort ohne Bezahlung arbeiten? Ich weiß, dass in den zwei Häusern, die ich kenne, die Leute für wenig Geld arbeiten, aber NUR DA überhaupt Arbeit haben, weil nahezu keiner ohne Handikap ist. Was soll man jemandem bezahlen, der nur Bettwäsche sortieren kann, die dann für 6 Euro verkauft wird? Im Rahmen meiner Flüchtlingshilfe hab ich auch die Häuser kennengelernt.
    Wäre es Dir lieber, die "schweinereichen" Deutschen würden die Sachen, die sie aussortieren, nicht dorthin fahren, sondern auf den Müll werfen? Und wär es besser, die Leute, die da arbeiten, säßen in den Heimen herum? Man kann immer sozialpolitische Parolen rufen, wenn man die Realität nicht kennt.
    Was macht Armut eigentlich aus?

    Armut bedeutet für mich, dass Menschen nicht ausreichend über wichtige Ressourcen verfügen, die für ein menschenwürdiges Leben nötig sind. Sprich, Armut kann ein menschenunwürdiges Leben bedeuten und das ist beschämend, besonders dann, wenn gleichzeitig Menschen stinkendreich sind oder Armut in einém eigentlich schweinereichen Land zu erfolgt. Das ist in Deutschland zunehmend der Fall.

    Armut macht den betroffenen Menschen deren Leben meist doppelt schwer, neben dem Mangel an Ressourcen kommt oft die damit verbundene soziale Ausgrenzung hin zu. Arme Menschen köönnen nur schwer oder gar nicht mehr alm sozialen Leben teilnehmen, Armut kann einsam machen. Die damit verbundene mangelnde Wertschätung (real oder von den Betroffenen gefühlt) kann das Selbstwertgefühl beschädigen, die Menschen werden isoliert bzw. isolieren sich selber. Arme Menschen sterben früher als wohlhabende, dafür dürften neben dem materiellen Mangel auch psychosoziale Gründe relevante sein, denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

    Dieser Umstand wird oft von denjenigen übersehen, die nicht selber von Armut betroffen sind. Insofern erfolgt oft von dieser Seite der Trugschluss, dass eine Versorgung mit materiellen Gütern den armen helfen könnte. Das letztere ist zwar nicht ausgeschlossen, aber hier besteht das Risiko einer Almosenpolitik, die letztendlich den Gegensatz von arm und Reich nicht aufhebt, bestenfalls ein wenig mildert (und oft nicht einmal das schafft). Der arme Mensch droht in Folge einer solchen Politik der Rolle des Bittstellers und des zu einem eigenständigen Lebens unfähigen Menschens verhaftet, das ist entwürdigend für alle Seiten, besonders für die Armen und ändert an den Grundproblem der Armut meist herzlich wenig.

    Unter diesem Aspekt sehe ich auch die caritative Arbeit der Tafeln und dieser Sozialkaufhäuser kritisch, beides versucht die Symptome der Armut zu mildern, bekämpft aber die Armut bzw. deren Ursachen nicht so wirklich. Deswegen kotzt mich die bogotte Kritik der NRW-Landesregierung an der Politik der Essener Tafel so sehr an. Ich sehe die beschissene neoliberale Politik der letzten 25 Jahre als eine Hauptursache für die gewachsene und wachsende Armut in Deutschland. Die Tafeln verdanken ihre Existenz dieser miesen Politik, die immer mehr Menschen arm und dafür wenige Reiche superreich werden lässt. Ehrenamtlich tätige gutwillige Bürger versuchen dann dem von der Politik und einer zunehmend asozialen Marktwirtschaft (steigende Mieten, sinkende Reallöhne etc.) angerichetem Scherbenhaufen hinterher zu räumen, was nur die Problematik nicht wirkklich auflöst, weil Politik, Wirtschaft und Gesellschaft immer wieder neue (und noch mehr) Scherben produzieren.

    Zugleich befeuern Politik und marktradikale Wirtschaftsformen die Armut im globalen Maßstab, die Fluchtkrise hat damit zu tun. So überlagern sich an den Tafeln aktuell die Problematiken der hausgemachten wie global veranlagten Armut, ine Verschärfung des Armutsproblems das dann auch die gutweilligsten Bürger überfordern kann. Wenn dann die Politik in dem aktuellen Ausschluß von Migranten seitens der Essener Tafel ein Problem erkennen will (was zunächst naheliegend erscheint), aber dabei wie üblich übersieht, was hier die eigentlichen Probleme und deren Ursachen sind und was das alles mit ihrer eigenen Arbeits zu tun hat, dann ist das verlogen selbetgerecht unbd pseudo-verantwortlich bis zum geht nicht mehr. Verlogene Gutmensch-Kacke, die so gerne von etablierten Weicheiern produziert wird, um von den Defiziten der eigenen Mistpolitik bzw. Lebensweise abzulenken, die als eine Hauptursache der Armutsproblematik gelten kann.

    Da wären wird beim Thema: Nicht nur Armut ist ein Tabu, sondern erst recht alles, was als Ursache dieser Armut identifiziert werden könnte. Reiche wollen niccht an die möglichen Folgen ihres Reichtums erinnert werden. Deswegen wird Armut und deren Ursachen tabuisiert und mit meist uneffizienten Strategien nur gemildert, aber nicht bekämpft. In einem Land, wo faire Löhne gezahlt bzw. ein solides Grundeinkommen gewährleistet würden, braucht es keine Suppenküchen, Tafeln oder Sozialkaufhäuser mehr.
    Geändert von Kleinlok (25.02.2018 um 09:34 Uhr)
    152 Jahre waren erst der Anfang...

    .... die Spessartrampe soll weiterleben!



    http://politopia.de/threads/18109-(K...-Spessarttampe

    https://www.facebook.com/Fans-und-Fr...99282/?fref=nf


    In Memoriam: Chrash, Ziu, Schwaborigine(?), Fladdy, Roger Willemsen, meine Mutter

  13. Folgender Benutzer sagt Danke zu Kleinlok für den nützlichen Beitrag:

    Meinungsbaum (25.02.2018)

  14. #11
    Politopia-Methusalem Avatar von ArgoNaut
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    Zitat Zitat von Diogenes2100 Beitrag anzeigen
    Ich lese da nur Positives, u. a. dass sich zum Beispiel eine 71jährige Pensionärin in diesem Sozialkaufhaus sehr wohlfühlt. Sie wäre da wohl nicht, wenn sie daheim genügend "Ansprache" oder eine große Familie zu versorgen hätte. Da sie das anscheinend nicht hat, verbringt sie ihre Freizeit eben damit, etwas sozial ausgesprochen Wichtiges zu tun, und zwar ehrenamtlich. NA UND? Ich arbeite auch viel ehrenamtlich, zuletzt hauptsächlich an Sammelstellen für Kleidung und jetzt viel Wohntextilien für Flüchtlinge. Meine Mutter ist 70 Jahre alt und arbeitet seit Jahren völlig ehrenamtlich in einem Frauenhaus!

    Ich finde es ausgesprochen merkwürdig, dass jemand, der ständig über den asozialen Staat motzt, unbezahltes ehrenamtliches Engagement so schrecklich findet. Niemand wird dazu gezwungen. Kannst du Dir nicht vorstellen, dass ehrenamtliche Helfer auch Befriedigung und nette Kontakte bei ihrer Tätigkeit finden, die sie sonst nicht hätten? Die 71jährige Pensionärin aus dem Berliner Sozialkaufhaus wäre ohne ihr Engagement möglicherweise ziemlich einsam und würde sich nicht mehr gebraucht fühlen (mal ehrlich: Dir würde ich es auch raten, dann wärest du vielleicht nicht so verbiestert.)

    Die in unserer Gemeinde betriebene Kleiderkammer, in der für wirtschaftlich schwache Einwohner Bekleidung, aber auch Spielzeug und Kinderwägen erhältlich sind, wird ebenfalls ehrenamtlich betrieben.
    Sehr gut. Nochmal: Niemand wird gezwungen, dort zu arbeiten. Aber zum Glück gibt es immer noch Leute, die nicht meinen, dass man sie bestiehlt, wenn sie etwas gratis tun. Auch wenn Deutschland "schweinereich" ist, gibt es genügend Tätigkeiten, die Menschen gerne ehrenamtlich machen, Schulweghelfer, Chorleiter, Sprachlehrer, Fußballtrainer, Hundegassiführer, Altenhelfer und vieles mehr. Und so auch im Sozialkaufhaus Sachen sortieren, die für wenig Geld weitergegeben werden, statt auf dem Müll zu landen. Ich kann an einem Ehrenamt nichts Verwerfliches finden und freue mich, dass nicht alle Leute ihren Hintern nur gegen Geld hochkriegen und immer meinen, ohne Kohle sei kein Handstrich was wert.

    Aber wie in diesem Land mit armen Menschen seitens des "Sozialstaats" umgegangen wird, zeigt sich deutlich zum Beispiel daran:
    http://www.spiegel.de/panorama/gesel...a-1194644.html
    "Seitens des Sozialstaats"? Da hat eine Behörde Knöllchen an Obdachlose verteilt, blöd genug, aber nicht nur blöd, sondern auch albern, weil jeder weiß, dass ein Obdachloser nicht zahlen kann. Es ist nicht "der Sozialstaat", sondern eine Behörde, und nicht mal "die Behörde", sondern ein paar Bescheuerte da, und wenn Du ohne Hassbalken vor den Augen lesen kannst, dann hast du auch gelesen, dass manche Obdachlose die Unterkunfts-Angebote des Sozialstaates gar nicht annehmen, aus den unterschiedlichsten Gründen.

    Es ist doch nett vom Sozialstaat, dass seine Ausführenden gelegentlich einen Vogel haben - auf wenn könntest Du denn dann schimpfen, wenn alles in Ordnung wäre?
    Gelassenheit ist die Grundvoraussetzung für Höflichkeit

    (Moritz Freiherr Knigge)


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    (Daniel Patrick Moynihan)

  15. #12
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    Standard Ehrenamt verdrängt reguläre Arbeitsplätze

    "... Zu einem funktionierenden Sozialstaat gehören gute Arbeit, gute öffentliche Dienstleistungen, ausreichend Steuer- und Beitragseinnahmen – und für das Extra auch das Ehrenamt..."
    http://www.dgb.de/presse/++co++31cbb...6-00188b4dc422

    Für das Extra. Hier im Ort in den Sozialkaufhäusern stehen Menschen, die weder körperlich noch geistig krank sind, sondern allein, weil das sozial im Kaufhausnamen steht angestellt wurden und vom Arbeitsamt bezahlt werden, also von der Steuerzahlersolidarität. Die zu verkaufenden Sachen werden von derselben Solidarität kostenfrei angeliefert, vorher gesäubert natürlich, repariert wenn defekt. Mir wachsen dabei Pickel. Wir müssen auch obacht geben, dass bei den Ehrenämtlern, wenn sie diese Tätigkeit deshalb tun, weil sonst zuhause nicht geliebt oder es fällt ihnen die Decke auf den Kopf oder sie sind einsam, die Krankenkassen (wir haben jetzt höchstwahrscheinlich einen jungen, ehrgeizigen, gut gesundheitswirtschaftlich vernetzten Gesundheitsminister, nicht noch hergehen und nehmen unsere Beiträge dafür, weil das Ehrenamt als Therapie betrachtet werden könnte. Wer weiß? Armut macht krank - Ehrenamt macht gesund. Nix für ungut. Ich weiß, dass dies nur eine Seite der Medaille ist. Aber diese Seite wird m. E. immer dicker.

    Frdl. Grüße
    Christiane

  16. #13
    Politopia-Methusalem Avatar von ArgoNaut
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    Zitat Zitat von Meinungsbaum Beitrag anzeigen
    "... Zu einem funktionierenden Sozialstaat gehören gute Arbeit, gute öffentliche Dienstleistungen, ausreichend Steuer- und Beitragseinnahmen – und für das Extra auch das Ehrenamt..."
    http://www.dgb.de/presse/++co++31cbb...6-00188b4dc422

    Für das Extra. Hier im Ort in den Sozialkaufhäusern stehen Menschen, die weder körperlich noch geistig krank sind, sondern allein, weil das sozial im Kaufhausnamen steht angestellt wurden und vom Arbeitsamt bezahlt werden, also von der Steuerzahlersolidarität.
    Die werden doch nicht angestellt, weil das sozial im Kaufhausnamen steht, sondern weil sie keine andere Arbeit haben, oder? Was wäre die Alternative?

    Die zu verkaufenden Sachen werden von derselben Solidarität kostenfrei angeliefert, vorher gesäubert
    natürlich, repariert wenn defekt. Mir wachsen dabei Pickel.
    Warum? Ich sehe schon: Lieber wegschmeißen. Und danach lieber auf den Sozialstaat schimpfen, weil sich manche Leute das, was sie im Sozialkaufhaus gefunden hätten, neu nicht leisten können.

    Wir müssen auch obacht geben, dass bei den Ehrenämtlern, wenn sie diese Tätigkeit deshalb tun, weil sonst zuhause nicht geliebt oder es fällt ihnen die Decke auf den Kopf oder sie sind einsam, die Krankenkassen (wir haben jetzt höchstwahrscheinlich einen jungen, ehrgeizigen, gut gesundheitswirtschaftlich vernetzten Gesundheitsminister), nicht noch hergehen und nehmen unsere Beiträge dafür, weil das Ehrenamt als Therapie betrachtet werden könnte.
    Ja genau, das ist sehr, sehr wahrscheinlich. Man sollte Ehrenämter verbieten. Dann kann der Sozialstaat mal sehen, was er davon hat.

    Wer weiß? Armut macht krank - Ehrenamt macht gesund. Nix für ungut. Ich weiß, dass dies nur eine Seite der Medaille ist. Aber diese Seite wird m. E. immer dicker.
    Es gibt sicherlich viel am Sozialstaat auszusetzen, wobei vieles Unvermögen ist und nicht Unwillen. Aber den Sozialstaat zu beschimpfen, weil es Sozialkaufhäuser gibt, in denen Menschen teils ehrenamtlich und teils vom Arbeitsamt bezahlt arbeiten, ohne auch nur einen Augenblick zu bedenken, was gut an ihnen ist (und das ist vieles, was man vom Sessel aus vielleicht nicht so sieht), halte ich für außergewöhnlich - also, mir fällt gerade kein passendes, höfliches Wort dafür ein, wie ich das finde.
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  17. #14
    Politopia-Haudegen Avatar von Meinungsbaum
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    Also eine Alternative wäre, Leute zu nehmen über den regulären Arbeitsmarkt. Reguläre sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze anzubieten und nicht wie im Fall, den ich kenne, zu warten mit der Anstellung, bis das Arbeitsamt eine soziale Maßnahme für 2 Jahre als Bezahlung anbietet. Träger ist die Caritas. Das nenne ich Ausnutzen eines Systems. So herum wird ein Schuh daraus. Und ich motze über die Aushöhlung durch Wohlfühlehrenämtler, die sich immer breiter machen, weil ihnen langweilig ist. Und die Aufgaben des Staates werden zurückgefahren, weil es sind ja genug da, die in die Bresche springen. Ob sie etwas können oder nicht. Sie nehmen die Arbeitsplätze weg, die der Staat vorhalten müsste.

    Frdl. Grüße
    Christiane

  18. #15
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    Zitat Zitat von Meinungsbaum Beitrag anzeigen
    .... Sie nehmen die Arbeitsplätze weg, die der Staat vorhalten müsste....
    Nicht nur das. Es hat nämlich auch Auswirkungen auf den regulären Handel, die Preise und dessen Beschäftigte. Aber so weit denkt ohnehin in diesem Staat niemand. Da reicht der Tellerrand als Horizontersatz.
    Demokratie, das ist die Kunst, sich an die Stelle des Volkes zu setzen und ihm feierlich in seinem Namen, aber zum Vorteil einiger guter Hirten, die Wolle abzuscheren.


    Romain Rolland

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