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Thema: Weltverbesserer verarschen sich selber

  1. #1
    Politopia-Methusalem Avatar von Kleinlok
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    Standard Weltverbesserer verarschen sich selber

    Die Welt verbessern kann schon anstrengend sein. Besonders dann, wenn Egoisten aller möglichen Sorten irrsinnig viel Geld dadurch gewinnen können und wollen, indem sie eine Politik betreiben, welche der Welt bzw. den Menschen nicht gut tut. Das letztere erleben wir aktuell im weltweit agierenden Turbokapitalismus auf mannigfaltige Art. Gerade deswegen tut Weltverbesserung not, aber sie hat oft schlechte Karten, weil diejenigen, welche ihre enormen Gewinne auf Kosten dieser Welt produzieren auf Grund ihrer Kapitalmacht leider oft am längeren Hebel sitzen.

    Dieser wichtige Umstand hat schon oft zu Niederlagen und Rückschritten in der Arbeit derjenigen geführt, die sich für eine Verbesserung der Lebensbedingungen auf diesem Globus sowie der nachhaltigen Entwicklung der dafür wichtigen Rahmenbedingungen einsetzen. Die Gefahr von Niederlagen und Rückschritten dürfte ein Grund dafür sein, warum die Versuche von Weltverbesserung nicht selten in der Öffentlichkeit als wenig sexy empfunden werden. Die hier tätigen Akteure werden schnell als realitätsfremde Traumtänzer diffamiert, auch wenn deren Konzepte nachhaltig und damit auf Dauer allein Bestand haben können. Der größte Scheiß von Umweltversauung, Rüstungsexporten, Ausbeutung von Menschen und Tieren und vieles mehr kann teils ungehindert betrieben werden, obwohl die Negativfolgen dieses Tuns klar auf der Hand liegen. Das beweist m.E. wie absurd die Welt sein kann.

    Weltverbesserung kann also schwer fallen, so schwer dass m.E. so manche in diesem Bereich aktiven Akteure sich dummerweise selber zum Deppen machen bzw. zum Deppen machen lassen, um sich die eigene Wirkungslosigkeit schön reden zu können. Beispiele für ein solch deppertes Spiel sollen in diesem Thread vorgestellt werden.
    152 Jahre waren erst der Anfang...

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  2. #2
    Politopia-Methusalem Avatar von Kleinlok
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    Zitat Zitat von Kleinlok Beitrag anzeigen
    Weltverbesserung kann also schwer fallen, so schwer dass m.E. so manche in diesem Bereich aktiven Akteure sich dummerweise selber zum Deppen machen bzw. zum Deppen machen lassen, um sich die eigene Wirkungslosigkeit schön reden zu können. Beispiele für ein solch deppertes Spiel sollen in diesem Thread vorgestellt werden.
    Ein Beispiel dafür, wie man sich z.B. als Weltverbesserer von übel agierenden Konzernen veraschen lässt und dann bekloppterweise diese Verarschung als Erfolg feiern will, erkenne ich in dieser Rundmail, welche am 10.02.2018 von der Organisation SumOfUs versendet wird:

    Thomas,

    wir haben gewonnen! SumOfUs-US-Mitglieder und unsere Partnerorganisationen auf der ganzen Welt haben letzten Monat Starbucks aufgefordert: Halten Sie endlich das vor zehn Jahren gegebene Versprechen und führen Sie Becher ein, die zu 100% recyclebar sind. Jetzt hat Starbucks reagiert.

    Hier die ganze Geschichte: Unsere Partnerorganisation “As You Sow” stellte einen Antrag auf der Starbucks-Hauptversammlung: Der Konzern sollte sich endlich mit dem riesigen Plastikproblem beschäftigen. Als Starbucks davon erfuhr, setzte das Unternehmen alles in Bewegung, damit die Aktionär/innen diesen Antrag ablehnen.

    Dann kamen SumOfUs-Mitglieder wie Sie ins Spiel und setzten Starbucks unter Druck.

    Mehr als 300.000 Unterschriften, tausende E-Mails und Tweets -- die SumOfUs-Mitglieder ließen dem Konzern keine Atempause. Und dann kam unser Moment: Einen Tag vor der Hauptversammlung kündigte Starbucks an, 10 Millionen US-Dollar in die Entwicklung eines zu 100% recycle- und kompostierbaren Bechers zu investieren, der in drei Jahren marktreif sein soll!

    Zwar hat Starbucks vor zehn Jahren schon einmal so ein Versprechen gegeben -- doch dieses Mal ist es anders: Heute weiß Starbucks, dass engagierte SumOfUs-Mitglieder wie Sie bereitstehen und den Konzern in die Pflicht nehmen.

    Die fantastische Gemeinschaft der SumOfUs-Mitglieder hat es mal wieder geschafft, einem der größten Konzerne dieser Welt die Stirn zu bieten. Dieser Erfolg für unseren Planeten gibt uns Hoffnung und wir sind gespannt, welche Kampagne wir als nächstes gemeinsam gewinnen.


    Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
    Christian und das Team von SumOfUs

    PS: Damit wir große Konzerne wie Starbucks zur Verantwortung ziehen können, sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen: Wenn es Ihnen möglich ist, unterstützen Sie unsere Arbeit bitte mit einer regelmäßigen Spende. Das Einrichten dauert nur zwei Minuten, und Ihre Spende ermöglicht es uns, unsere Kampagnen langfristig zu planen.
    Mich hat dieser Schwachsinn zu folgender Replik angestachelt:

    Hallo Christian und das Team von SumOfUs

    Das ist ein enormer Schwachsiinn den ihr bzw. SumOfUs da verkündet!

    Recyclebare Becher gitbt es längst, da muss Starbucks nicht noch mal 3 Jahre herumdoktern um so einen Bechertyp zu entwickeln. Die Weltmeere warten nicht und für jeden noch nicht ganz verblödeten Menschen ist schnell erkennbar:

    SumOfUs hat sich von Starbucks verarschen lassen.

    Genauso wie diese Scheiß-Firma Starbucks ihre Angestellten mit Niedriglöhnen verascht und den deutschen Staat und damit dessen Bürger/innen durch das Hintergehen von Steuerzahlungen verarscht.

    Starbucks hält sich scheinbar für so groß und mächtig, so dass diese Idioten sich scheinbar einbilden, sie können sich und den Rest der Welt mit nutzlosen Selbstverpflichtungen verarschen, während dieser Dreckskonzern Starbucks weiter ungehindert satte Profite auf Kosten von Mensch, Umwelt und Sozialgemeinschaften scheffeln kann.

    Wenn die "fantastische Gemeinschaft der SumOfUs-Mitglieder" wirklich auf diesen dumm angelegten Betrug hereinfallen sollte (?)- bitte, aber dann ohne mich!

    Frage am Rande:

    Hat euch Starbucks wenigstens etwas dafür bezahlt,
    dass Starbucks SumOfUs so satt verarschen kann?

    Ich finde, dass wenn Starbucks 10 Mio US-Dollar für eine Entwicklung übrig hat, wo es eigentlich längst nichts mehr zu entwickeln gibt, dann könnte Starbucks auch weitere 10 Millionen US-Dollar
    in die Kassen von SumOfUs stecken, das hätte dann wenigstens den Vorteil, dass SumOfUs dann nicht die Empfänger seines Rundbriefes um Geld anbetteln müsste. Geld zu spenden, damit sich SumOfUs von Starbucks schön weiter verarschen lassen kann - sagt mal geht´s noch?

    Eine gewisse Gutmütigkeit bringe ich mit, aber ich bin deswegen noch lange nicht doof. Sprich: Wenn SumOfUs mich und andere so billig für dumm verkaufen will, wie das heute geschehen ist, dann spiele ich nicht mehr mit. Verarscht euch künftig selber bzw. diejenigen Nasen aus der "fantastischen Gemeinschaft der SumOfUs-Mitglieder", die sich eine solche Verdummung gefallen lassen, ich bin bei so einem dummen Spiel nicht mehr dabei.

    Und tschüss!

    Thomas Schüller

    P.S. Und glaubt mal ja nicht, dass eure Volksverdummung unter sich bleibt!

    http://politopia.de/threads/18986-We...l=1#post983692
    Geändert von Kleinlok (10.04.2018 um 10:15 Uhr)
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  3. Folgender Benutzer sagt Danke zu Kleinlok für den nützlichen Beitrag:

    PrometheusXL (10.04.2018)

  4. #3
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    Abgesehen davon, dass ich den Thementitel nicht glücklich gewählt und dem Thema abträglich einordne, habe ich auch immer wieder ganz ähnliche Gedanken.
    Es ist hip und trendy, sich im plakativen Weltverbesserertum zu betätigen, und es ist kein schlechtes, sondern ein lukratives Geschäft geworden, dem Drang nach Betätigung, Gestaltung und Beförderung der Wünsche nach einer besseren Welt Plattformen anzubieten.
    Die verschiedensten Modelle sind mir inzwischen begegnet, darunter auch ganz ähnlich funktionierende, wie die Adblocker, die gegen Bezahlung der Werbenden deren Werbung durchlassen.
    Auch anscheinende Non-Profit-NGOs entpuppensich im Kern als durchaus monetär sortiert. Schließlich geht es dort um eine Organisation mit ganz üblichen Gehältern und Ansprüchen, die bedient sein wollen. Dass eine eigene Agentur angeflanscht oder intergriert ist, um die Operationen und Maßnahmen, die Erfolge und Kampagnen zu promoten, versteht sich. All das will bezahlt sein.

    Es ist ein wirtschaftliches Betätgungsfeld. Die einen Verkaufen Autos, die anderen Marketing, weitere erzielen ihre Einkommen mit Werbung, Nachrichten, Consulting...
    Und NGOs beziehen ihre Umsätze aus der jeweiligen Kernkompetenz - und bekommen mitunter sogar Spenden von denjenigen, gegen die sie nativ aufgestellt sein sollten, damit sie ihre Kampagnen nicht zu intensiv gegen die "falschen" Ziele richten...

    So funktionieren die Menschen. Leben und leben lassen.
    Manipulation und Lüge gehört zum Repertoire der Überlebenskunst.
    Da stecken sogar unsere Gene mit drin...
    Geändert von PrometheusXL (10.04.2018 um 12:16 Uhr) Grund: s,n
    "Kluge lernen aus allem und von jedem, der Durchschnitt aus Erfahrungen und die Dummen brauchen nichts zu lernen, denn die wissen bereits alles, vor allem besser."
    (sinngemäß nach Sokrates, 470 - 399 v. Chr.)

  5. #4
    Politopia-Methusalem Avatar von Kleinlok
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    Zitat Zitat von PrometheusXL Beitrag anzeigen
    Es ist ein wirtschaftliches Betätgungsfeld. Die einen Verkaufen Autos, die anderen Marketing, weitere erzielen ihre Einkommen mit Werbung, Nachrichten, Consulting... (...).

    So funktionieren die Menschen. Leben und leben lassen.
    Manipulation und Lüge gehört zum Repertoire der Überlebenskunst.
    Da stecken sogar unsere Gene mit drin...
    So läuft die Welt vielleicht vielerorts und erst recht im Kapitalismus,
    mich widert das aber schwer an.

    Wer de facto sich auf Methoden des Kapitalismus einlässt,
    um Negativfolgen bearbeiten zu wollen, die durch selbiges System verursacht werden,
    lässt mich eine ganz üble Glaubwürdigkeitslücke erkennen.

    Außerdem sollte klar sein, dass die Solidarität der Helfenden somit belastet werden kann.
    Ich versuche meinen Teil zur Weltverbesserung bei zu tragen,
    darin erkenne ich einen Sinn und das mache ich im Großen und Ganzen gerne.
    Ich erwarte aber in meinem Tun Respekt
    und genau diesen lässt mich das heute versendete Schreiben von SumOfUs vermissen,
    wenn die Verfasser dieses Schreibens wegen eines lächerlichen Pseduoerfolgs
    (eigentlich kann nicht mal das in der Absichtserklärung seitens Starbucks erkannt werden)
    SumOfUs einen auf nassen Hose machen will.


    Wenn sich selbige Organisation dann tatsächlich noch einbilden will,
    sie könnte angesichts einer solchen Verlade noch auf meine Bereitschaft zählen,
    ich würde deren Selbstverarschung einschließlich versuchter Verarschung der so angeschriebenen Menschen
    mit einer Spende unterstützen, wo ich selber kein Geld habe und meine Weltverbesserung
    unbezahlt erledige, dann schlägt das dem Fass den Boden aus.

    Dieser (und weiterer) Schwachsinn wird nur leider im Bereich der versuchten Weltverbesserung oft erbracht,
    m.E. von all den Organisationen, welche die Kritik an den Auswüchsen eines unmenschlich agierenden Kapitalismus scheuen. Diese Organisationen sehe ich inzwischen alle eher als Teil des Problems als denn ich deren Arbeit als wirklich nachhaltigen Beitrag zu Überwindung desselben empfinden könnte.

    Für diese Scharlatanerie ist mit jede Sekunde Zeit und jeder Euro-Cent zu schade.
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  6. #5
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    Wenn man die Mechnismen erkannt hat und richtig einordnen kann, ist es ein Leichtes, sich selbst davor zu bewahren, an den falschen Stellen Zeit- oder Geldwerte falsch zu "investieren".

    Meine Zeit ist jedenfalls eindeutig zu wertvoll, um sie im unsinnigen Kampf gegen den üblichen allgegenwärtigen Unfug zu verschleudern. Zeit und Kapazitäten an den richtigen Stellen konzentriert einzusetzen, ist meines Erachtens nach effiktiver und in jeden Fall effizienter, als mit der Gießkanne über alle möglichen Nebensächlichkeiten zu gehen und dabei die Schlagkraft einzubüßen, letzlich nur vergeblichen, selbstbezüglichen und oberflächlichen Aktionismus zu betreiben.

    Geld, das verschwendet wird, kann ich wiederbeschaffen.
    Zeit, die verplemert wurde, ist unwiederbringlich dahin.
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  7. #6
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    Zitat Zitat von PrometheusXL Beitrag anzeigen
    Wenn man die Mechnismen erkannt hat und richtig einordnen kann, ist es ein Leichtes, sich selbst davor zu bewahren, an den falschen Stellen Zeit- oder Geldwerte falsch zu "investieren".

    Meine Zeit ist jedenfalls eindeutig zu wertvoll, um sie im unsinnigen Kampf gegen den üblichen allgegenwärtigen Unfug zu verschleudern. Zeit und Kapazitäten an den richtigen Stellen konzentriert einzusetzen, ist meines Erachtens nach effiktiver und in jeden Fall effizienter, als mit der Gießkanne über alle möglichen Nebensächlichkeiten zu gehen und dabei die Schlagkraft einzubüßen, letzlich nur vergeblichen, selbstbezüglichen und oberflächlichen Aktionismus zu betreiben.

    Geld, das verschwendet wird, kann ich wiederbeschaffen.
    Zeit, die verplemert wurde, ist unwiederbringlich dahin.
    Das sehe ich genauso.

    Mir kommt die Spendenbettelei von Hilfsorganisationen oftmals wie ein moderner Ablasshandel vor,
    der nicht nachdenkenden und wenig nachhaltig agierenden Zeitgenossen
    ein bisserl gutes Gewissen gegen Geldzahlung anbietet, m.E. eine blöde Mogelpackungen.

    Mit vielen Tricks wird auf dem Spendenmarkt um einen Anteil am nun einmal begrenzten Spendenaufkommen gekämpft, teils in echt absurder und schwer verlogener Manier,
    um ein vorwiegend älteres noch halbwegs wohlhabendes Publikum abzuzocken,
    das vielleicht in seinem Leben nichts anderes als das hilflose Agieren der Politik
    bezogen auf Entwicklung und Frieden erlebt und dem zur Folge vielleicht leider längst resigniert hat.

    Der "Mitleidsindustrie"-Thread ist voll von Beispielen dafür.
    Geändert von Kleinlok (10.04.2018 um 16:10 Uhr)
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  8. #7
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    Zitat Zitat von Kleinlok Beitrag anzeigen
    Die Welt verbessern kann schon anstrengend sein. Besonders dann, wenn Egoisten aller möglichen Sorten irrsinnig viel Geld dadurch gewinnen können und wollen, indem sie eine Politik betreiben, welche der Welt bzw. den Menschen nicht gut tut. Das letztere erleben wir aktuell im weltweit agierenden Turbokapitalismus auf mannigfaltige Art. Gerade deswegen tut Weltverbesserung not, aber sie hat oft schlechte Karten, weil diejenigen, welche ihre enormen Gewinne auf Kosten dieser Welt produzieren auf Grund ihrer Kapitalmacht leider oft am längeren Hebel sitzen.

    Dieser wichtige Umstand hat schon oft zu Niederlagen und Rückschritten in der Arbeit derjenigen geführt, die sich für eine Verbesserung der Lebensbedingungen auf diesem Globus sowie der nachhaltigen Entwicklung der dafür wichtigen Rahmenbedingungen einsetzen. Die Gefahr von Niederlagen und Rückschritten dürfte ein Grund dafür sein, warum die Versuche von Weltverbesserung nicht selten in der Öffentlichkeit als wenig sexy empfunden werden.
    Wie oft bekommt man, wenn man den Bemühungen für eine bessere Politik nicht gleich die Türe vor der Nase zuschlägt, Angebote um sich arm zu arbeiten, arm zu zuhören, sich arm zu spenden?

    Ich finde so oft, dass einem schnell die Galle überlaufen kann, selbst dann, wenn die Angebote noch ehrbar unterbreitet werden. Das letztere ist heute bei mir der Fall, als ich von den Betreibern einer Petition gegen 2 neue in Tschechien geplante Atomkraft gebeten werden, am 13. Juni 2018 nach München zu kommen, um dort einer sicher nicht unwichtigen Anhörung zum benannten Thema bei zu wohnen.

    Neuigkeit zur Petition

    Einladung nach München - 13. Juni 2018

    4. Juni 2018 — Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    vielen Dank für über 40.000 Unterschriften. Jetzt müssen wir alle gemeinsam am Ball bleiben!
    Bitte kommen Sie am 13. Juni 2018 zur Erörterung nach München!
    Öffentliche Erörterungsveranstaltung anlässlich des Verfahrens zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) betreffend die Errichtung einer neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany in der Tschechischen Republik Die tschechische Regierung (Umweltministerium) hat angeboten, in Deutschland eine öffentliche Erörterungsveranstaltung zu diesem Projekt durchzuführen. Bayern hat dieses Angebot angenommen. Der Eintritt ist frei.

    Veranstaltungsort- und Termin:
    Gasteig München GmbH Black Box
    Rosenheimer Straße 5
    81667 München

    13. Juni 2018 ab 10:00 Uhr
    Einlass ist ab 9:45 Uhr

    Je mehr wir werden, desto größer wird der Druck, die beiden neuen Reaktorblöcke in Dukovany nicht zu bauen.

    Herzliche Grüße (...)
    https://www.change.org/p/13229513/u/...=7259882&jb=34


    Ich habe heute für meine Begriff genug politisch gemacht, während unfähige überbezahlte Politiker wieder nichts hinbekommen haben dürften, um endlich etwas mehr für Gerechtigkeit, Umweltschutz und Friedenspolitik bewegen zu können. Dass da meine Wenigkeit am "Ball bleiben muss" um den ganzen Scheiß verhindern oder lindern zu können, den überbezahlte Politik-Vollidioten weltweit anrichten, stößt mir mal wider ungemein sauer auf- auch in diesem Fall- wo die Petentin es sicher gut meint und meinen Frust will ich natürlich auch nicht für mich behalten, da spare ich mir wenigstens meine Zeit und die nicht vorhandene Knete für einen Therapeuten :

    Liebe Petenten, ich muss gar nichts! Am allerwenigsten nach München kommen. Mag sein, dass andere da das Geld haben, um mit der Bahn nach München fahren zu können, ich habe es definitiv nicht, zudem ist der 13 Juni, wenn ich das richtig sehe, ein Mittwoch. Manch eine Nase muss da arbeiten und kann nicht das Fußvolk bei einer Petitionsübergabe spielen!

    Ich muss/will hier meinem Ärger freien Lauf lassen: In was für einem Land leben wir bzw. denken die Petenten, in was für einem wir leben? Sind wir alle wohlhabende Rentner oder Studenten mir reichen Eltern, die sich mal so eben an einem Werktag nach München begeben können/wollen, um ein wenig Politik zu machen?

    Die Veranstaltung geht ok und ist eigentlich interessant, aber dass von den 40 000 Unterschreibenden vielleicht nur 1-3 % nach München kommen werden, sehe ich als realistisch. Und ich muss gar nichts. Ich mache genug Politik, für mich und andere und das alles unbezahlt Ergo habe keinen Euro übrig für überteure Bahntickets und einen Politiktourismus, den ich mir seit Jahren nicht leisten kann und auch nicht leisten muss. Ich mache genug, als dass ich Zwangshaft am Ball bleiben müsste und mich dabei verschulde, was außer mir kein Schwein interessiert.

    Viel Spaß und Erfolg in München.

    Thomas Schüller
    Geändert von Kleinlok (04.06.2018 um 18:13 Uhr)
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  9. #8
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    Wenn du schon selbst nichts richtig gut hin bekommst, kannst du wenigstens und immerhin anderen deren Elan kaputt machen.

    Du bist schon ein ganz besonders heterogenes ichbezogenes [hier Bezeichnungen nach Wahl einsetzen]...

    Mein lieber Herr Gesangsverein...
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  10. Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu PrometheusXL für den nützlichen Beitrag:

    ArgoNaut (05.06.2018), Wieben Klas (06.06.2018)

  11. #9
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    Zitat Zitat von PrometheusXL Beitrag anzeigen
    Wenn du schon selbst nichts richtig gut hin bekommst, kannst du wenigstens und immerhin anderen deren Elan kaputt machen.

    Du bist schon ein ganz besonders heterogenes ichbezogenes [hier Bezeichnungen nach Wahl einsetzen]...

    Mein lieber Herr Gesangsverein...
    Glaub was du willst. Ich nehme mir nur in der Demokratie das Recht heraus meine Meinung zu sagen und denke mir vorher was dazu. Und diese Billiganimation, die mir einreden will, ich müsste was tun verbitte ich mir. 81 Mio Menschen leben allein in diesem verstrahlten Land, da sind 40 000 die eine Petition online unterzeichnen nicht gerade die Wolke und das weiß die Politik auch.

    Also bleib mal auf dem Teppich. Ich fange auch nicht an zu flennen, wenn die hiesigen Sauertöpfe mir gegenüber ahnungslos (und eventl. neidisch) rum maulen, meine Beschwerden wären nur was für den Papierkorb. Dein Gejodel, dass ich nichts richtig gut könnte, geht ja mal wieder in diese Ecke. Viel Spaß beim jaulen.
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  12. #10
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    Zitat Zitat von PrometheusXL Beitrag anzeigen
    Wenn du schon selbst nichts richtig gut hin bekommst, kannst du wenigstens und immerhin anderen deren Elan kaputt machen.

    Du bist schon ein ganz besonders heterogenes ichbezogenes [hier Bezeichnungen nach Wahl einsetzen]...

    Mein lieber Herr Gesangsverein...
    Genau das ist es.

    Ich hab eben die beiden letzten Kleinlok-Ergüsse aufgemacht und stelle fest, dass er anscheinend glaubt, explizit gemeint zu sein bei der Mitteilung, man möge nach München kommen. Und das ist anscheinend überhaupt der Kern seines gesamten Tuns: Die Gier nach Bedeutung, nach Wichtigsein. Er will wichtig sein, wahrgenommen werden, irgendwie, auch um den Preis, dass man ihn nicht mag und sich genervt fühlt.

    Deshalb schickt er auch seinen Klarnamen durch´s Netz und reagiert auf jeden Pups. Denn dass Einsatz und Ergebnis in keinem Verhältnis stehen, muss ihm ja auch schon aufgefallen sein, blöd ist er ja nicht.

    Und deshalb tut er mir auch ein bisschen leid, was aber nicht so weit geht, dass ich seine Episteln alle lesen. Er ist, glaube ich, der einzige, der sich in seinen Beiträgen selbst zitiert, und das finde ich nun wieder sehr lustig.
    Gelassenheit ist die Grundvoraussetzung für Höflichkeit

    (Moritz Freiherr Knigge)


    Everyone is entitled to their own opinion but not their own facts

    (Daniel Patrick Moynihan)

  13. Folgender Benutzer sagt Danke zu ArgoNaut für den nützlichen Beitrag:

    PrometheusXL (05.06.2018)

  14. #11
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    Zitat Zitat von ArgoNaut Beitrag anzeigen
    ...
    Er ist, glaube ich, der einzige, der sich in seinen Beiträgen selbst zitiert, und das finde ich nun wieder sehr lustig.

    Nein, nein, selbst dieses anscheinende Alleinstellungsmerkmal ist in Wahrheit gar keins, denn wenn ich mir meiner Bedeutung bewusst werde und von meinem Schaffen so beeindruckt bin, dass ich es noch einmal hervorheben muss oder will, dann zitiere ich mich auch gelegentlich ganz ungeniert selbst, um noch einmal würdevoll darauf eingehen zu können, mir selbst zu huldigen und damit dem Erguss der Erkenntnis auch vollauf gerecht zu werden...
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  15. #12
    Individuum Avatar von Diogenes2100
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    Apropos - manchmal werden Weltverbesserer auch von anderen verarscht:

    „Nazis brauchen keinen Badespaß!“
    Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.


    André Gide

  16. #13
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    Zitat Zitat von ArgoNaut Beitrag anzeigen
    Genau das ist es.

    Ich hab eben die beiden letzten Kleinlok-Ergüsse aufgemacht und stelle fest, dass er anscheinend glaubt, explizit gemeint zu sein bei der Mitteilung, man möge nach München kommen. Und das ist anscheinend überhaupt der Kern seines gesamten Tuns: Die Gier nach Bedeutung, nach Wichtigsein. Er will wichtig sein, wahrgenommen werden, irgendwie, auch um den Preis, dass man ihn nicht mag und sich genervt fühlt.

    Deshalb schickt er auch seinen Klarnamen durch´s Netz und reagiert auf jeden Pups. Denn dass Einsatz und Ergebnis in keinem Verhältnis stehen, muss ihm ja auch schon aufgefallen sein, blöd ist er ja nicht.

    Und deshalb tut er mir auch ein bisschen leid, was aber nicht so weit geht, dass ich seine Episteln alle lesen. Er ist, glaube ich, der einzige, der sich in seinen Beiträgen selbst zitiert, und das finde ich nun wieder sehr lustig.
    Ich erwarte von anderen Menschen wie von mir, dass man die Mitmenschen, deren Situation, Gedanken und Möglichkeiten mit in den Blick nimmt. Die Dame handelt sicher uneigennützig, aber sie scheint Zeit, Geld und Interesse zu haben, um zu dieser Veranstaltung nach München fahren zu wollen/können. Dagegen sage ich nichts, aber nun hat Madame bei aller Uneigennützigkeit zuwenig bedacht, dass es da anderen Menschen anders ergehen könnte als ihr.

    Ich muss bei der Angelegenheit überhaupt nicht "am Ball" bleiben, das muss Madame kapieren. Wünschenswert wäre das sicher schon, dass möglichst viele Menschen sich sinnvoll politisch engagieren, aber wie läuft es denn bitte schön?

    40 000 Nasen hatten mal schnell so eben online diese Petition unterzeichnet, und wie viele von denen mögen da nun am 13.Juni nach München kommen?

    Ich wage mal zu sagen, dass es keine 100, eher deutlich weniger Nasen werden sein, die da kommen werden. Nicht alle können in der Woche, nicht alle können sich eine Bahnfahrt über 20 Kilometer hin und zurück leisten, daran sollte eine vielleicht schon pensionierte und vermutlich nicht ganz arme Politrentnerin denken. Und wenn sie das scheinbar nicht kann oder will, dann helfe ich da mal ein bisschen dieser ihrer Realitätsferne nach- Madame wird´s überleben- hoffentlich.

    Was das leid tun angeht, kannst du dir das auf mich bezogen sparen. Ich finde mein Art wie ich Politik machen geil und lass da lasse ich mir da von euch Saueetöpfen, die sich scheinbar kaum was trauen, meinen Einsatz nicht kleinreden. Auf keinen Fall, wenn ihr mir nur immer reichlich primitiv Selbstherrlichkeit oder sonstige narzisstische Störungen unterstellen könnt/müsst, nur weil eben nicht jeder Mensch sich so kleinmütig anstellt, wie das scheinbar bei der Mehrheit des deutschen Gartenzwergentums der Fall zu sein scheint. Das ist nämlich nicht mein Ding und das ist gut so.

    Tue dir von mir aus selber leid, aber glaube mir- Selbstmitleid ist für den Popo.
    Lass lieber selber die Sau raus, so arg viel kannst du da nicht verkehrt machen und
    selbst wenn, die Welt geht davon nicht unter.
    Geändert von Kleinlok (05.06.2018 um 20:12 Uhr)
    152 Jahre waren erst der Anfang...

    .... die Spessartrampe soll weiterleben!



    http://politopia.de/threads/18109-(K...-Spessarttampe

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  17. #14
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    Ein neuer Fall von Selbstverarschung:

    Am 31.Mai 2018 schreibt mir die Organisation Global Citizen:

    Hallo Thomas,

    es gibt gute Neuigkeiten!

    Gestern hat der Haushaltsausschuss des Bundestages beschlossen, die Mittel für die Globale Bildungspartnerschaft (GPE) für dieses Jahr zu verdoppeln - und zwar von 9 auf 18 Millionen Euro.Immer noch wird 264 Millionen Kinder weltweit das Recht auf Bildung verwehrt. Die GPE hat es sich zum Ziel gesetzt, das zu ändern und jedem Kind, egal wo es geboren ist, Zugang zu Bildung zu ermöglichen.

    Deshalb haben sich Global Citizens, wie du, in den letzten 9 Monaten dafür eingesetzt, dass Deutschland seinen Beitrag an die GPE erhöht und Bildung weltweit stärkt. Der Einsatz hat sich gelohnt und nun sind wir einen entscheidenden Schritt weiter.




    Nächste Woche beim G7-Gipfel in Kanada, muss die Bundesregierung zeigen, dass sie das Thema ernst nimmt und alles tut, damit jedes Kind zur Schule gehen kann.

    Premierminister Justin Trudeau hat insbesondere die Bildung von Mädchen in Krisen- und Konfliktregionen auf die Agenda des Gipfels gesetzt, bei dem die 7 mächtigsten Länder der Welt zusammenkommen.

    Sende jetzt einen Tweet an Kanzlerin Merkel und fordere Sie auf, dass Deutschland die Bildung von Mädchen in Krisen stärker unterstützt.

    Danke für deinen Einsatz! Gemeinsam können wir eine gerechtere Welt für alle schaffen.

    Kira und das Global Citizen Team
    http://link.globalcitizen.org/e/evib...ZPQpqVwTcvk%3D

    Ich antworte am 06. Juni 2018 mit Kopien an Politik, Medien und Kirchen:


    Thomas Schüller
    63303 Dreieich


    Global Citizen,
    New York, NY 10012





    Betreff: Kritik an Höhe deutscher Anteil für die Globale Bildungspartnerschaft

    Hallo Kira und das Global Citizen Team,

    es gibt einen wenig netten Spruch,
    der aber leider nicht selten laut meiner Erfahrung seine Berechtigung hat:

    "Verarschen kann ich mich selber!"

    Diesen Spruch kann man laut meiner Beobachtung sehr oft auf das anwenden, was in der Politik läuft,
    leider auch gerade bei dem, was in der Politik bezogen auf eine gerechte Entwicklung der Welt läuft bzw. besser gesagt nicht läuft. Und leider könnte ich mich auch verarscht fühlen, wenn ihr von Global Citizen das als eine gute Neuigkeit sehen wollt, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages beschlossen hat, die Mittel für die "Globale Bildungspartnerschaft" (GPE) in diesem
    Jahr von 9 auf 18 Millionen Euro zu verdoppeln (s. Anlage 1).

    Ok, eine Vedroppelung bzw. eine Steigerung um 100% hört sich erst einmal gut bzw. sogar außergewöhnlich an, aber ist euch da bei Global Citizen überhaupt klar geworden, in welcher Relation diese Verdoppelung zu betrachten ist?

    Ihr schreibt selber, dass immer noch 264 Millionen Kinder weltweit das Recht auf Bildung verwehrt wird. So gesehen ist es gut und notwendig, dass die benannte "Globale Bildungspartnerschaft" es sich zum Ziel gesetzt haben, diesem Misstand fehlender Bildung zu begegnen. Grundsätzlich ist es nötig und wichtig, dass jedem Kind, egal wo es geboren ist, Zugang zu Bildung ermöglicht werden wird.

    ich bin da aber seit sehr langer Zeit skeptisch, was solche Programme bzw. Absichtserklärungen angeht. Die reichen Länder, darunter auch Deutschland, haben schon viele solcher Absichtserklärungen geleistet, wenn sie diese Absichtserklärungen auch nur halbwegs ernst genommen und einen halbwegs anständigen Teil davon umgesetzt hätten, dann gäbe es die Probleme wie Hunger, Elend, mangelnde Bildung und defizitäre medizinische Grundversorgung weltweit nicht mehr.

    Genau das war und ist bis dato nie der Fall gewesen, weil die reichen Länder de facto sich so gut wie nie an ihre Zusagen gehalten haben. Schon 1970 wurde von diesen Ländern zugesagt, dass sie 0,7% von ihrem Bruttoinlandsprodukt (BIP) für die Entwicklung ärmerer Länder abgeben würden. Jahrzehntelang haben die meisten reichen Länder sich nicht an dieser Zusage gehalten- auch Deutschland nicht. Während die nordeuropäischen Länder über dem Sollwert von 0,7% liegen (z.b. Schweden mit ca. 1 % des BIP) dümpelt Deutschland seit Jahrzehnten bei müden Werten zwischen 0,34 und 4% seines Bruttoinlandsproduktes. Erst wenn man die in Deutschland zu hiesigen Preisen geleistete vergleichsweise teure Fluchthilfe den Kosten für Entwicklung hinzurechnet kommt man auf über 0,7 % BIP.

    Dieser Hinweis soll zeigen wie bekloppt die deutsche Politik seit Jahrzehnten bezogen auf Entwicklungspolitik vorgeht. Die deutsche Entwicklungshilfe schwächelte m.E. schon immer in der Quantität sowie in Teilen leider auch in der Qualität. Und vor diesem Hintergrund betrachte ich die zugesagte Erhöhung der finanziellen Zuwendungen seitens des deutschen Staates für die "Globale Bildungspartnerschaft" sehr kritisch.

    Wenn 264 Millionen Kinder weltweit das Recht auf Bildung verwehrt wird, wie soll dann verdammt noch einmal ein deutscher Anteil von 18 Millionen Euro für diese Bildungspartnerschaft ausreichend etwas nützen können?

    Mag sein dass deutsche Politiker nicht so gut rechnen können, bei der Wärme kann ich das jetzt auch nicht so gut, aber kurz einmal den online-Rechner bemüht, stellt sich für mich heraus dass 18 Millionen Euro durch 264 Millionen geteilt gerade mal popelige 0.0681818181818182 Euro ergibt. Gerundet wären das also 0,069 Euro, sprich knapp 7 Eurocent, die dass stinkend reiche Deutschland pro Kind für die Bildung der 264 Millionen Kinder übrig hat, denen da weltweit das Recht auf Bildung verwehrt wird.

    Mal Hand auf´s Herz: Glaubt ihr wirklich von Global Citizen,
    dass diese popeligen 7 Eurocent pro Kind eine wirklich gute Nachricht sind?

    Man kann die Rechnung auch noch etwas anders anstellen:

    In Deutschland leben aktuell ca. 81,4 Millionen Menschen, die 18 Millionen Eiro die da Deutschland an die GPE zahlen will auf diese 81,4 Millionen Nasen umgelegt macht pro in Deutschland lebender Nase ca.22,1 Eurocent. Dafür gibt es in Deutschland 2 Hustenbonbons und dieses Geld verfährt ein Autofahrer/in auf ca. 300 Meter Autofahrt.

    Nehmt es mir nicht übel, aber das was da Deutschland bezogen auf die Bildung von armen Kindern weltweit leistet, das sehe ich als einen absolut lächerlichen Anteil, über den ich lachen würde, wenn es nicht so gotterbärmlich traurig wäre, wie sich die Politik dieses reichen Landes mit all ihrem dummen Geit entblödet, wenn es um die Bekämpfung der Nöte in dieser Welt geht.

    Es ist gut, dass ihr von Global Citizens euch in den letzten 9 Monaten dafür eingesetzt habt, dass Deutschland seinen Beitrag an die GPE erhöht und damit Bildung weltweit stärkt. Dieser Einsatz geht ok, hat sich aber noch lange nicht ausreichend gelohnt und kann allenfalls einen Anfang zu einer verbesserten Hilfe bedeuten, entscheidende Schritt sehen anders aus.

    Zurück zu dem oben benannten Ausspruch:

    "Verarschen kann ich mich selber!"

    Das können ich und viele, aber so sehr habe ich es nicht mit dem mich selber verarschen. Es reicht mir völlig, dass die Politik, viele Arbeitgeber, die Medien, die Wirtschaft, die Kirchen und viele andere sich selber und andere verarschen. Das scheint irgend so ein Volkssport in diesem kranken Land geworden zu sein, liegt vielleicht auch in der Natur des Menschen bzw. an weitreichenden Umständen, aber mir gefällt das nicht, genauso wenig wie es mir gefällt, dass Deutschland bezogen auf die Entwicklung der Welt schwächelt.

    Und deshalb sollten wir aufhören damit uns und anderen etwas vorzumachen. Diese 18 Millionen Euro für die GPE sind viel zu wenig, trotz der Verdoppelung der bisherigen Mittel. Dass diese Verdoppelung nicht reicht ist eigentlich doppelt traurig, denn dieser Umstand beweist, dass die vorherige Höhe dieser Zuwendungen (9 Millionen Euro) noch weniger ausreichend war,

    Deutschland muss hier bezogen auf die GPE, aber auch in vielen anderen Feldern der globalen Entwicklungspolitik nachbessern und zwar schwer. Solange das nicht erfolgt gibt es m.E. keine wirklichen Fortschritte zu berichten.

    Liebe Grüße- Thomas Schüller

    Diese Rückmeldung ist auch online veröffentlicht (ich denke die Sache ist es wert):

    http://politopia.de/threads/18986-We...l=1#post987244
    Geändert von Kleinlok (06.06.2018 um 15:31 Uhr)
    152 Jahre waren erst der Anfang...

    .... die Spessartrampe soll weiterleben!



    http://politopia.de/threads/18109-(K...-Spessarttampe

    https://www.facebook.com/Fans-und-Fr...99282/?fref=nf


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  18. #15
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    Zitat Zitat von Kleinlok Beitrag anzeigen
    […] Ich muss bei der Angelegenheit überhaupt nicht "am Ball" bleiben, das muss Madame kapieren […]
    Na, dann kann sich die parlamentarische Hinterbänklerin über wenigstens einen Interessenten an ihrem Aktionismus freuen.
    Zitat Zitat von Kleinlok Beitrag anzeigen
    […] Ich wage mal zu sagen, dass es keine 100, eher deutlich weniger Nasen werden sein, die da kommen werden […]
    Gestern hattest Du noch auf 1-3% der 40.000 Unterzeichner getippt - das wären schon mal 400 bis 1:200. Und erfahrungsgemäß ziehen Demonstrationsaufrufe - zumal in Großstädten - Mitläufer und Schaulustige an.

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