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Thema: Das "Bedingungslose Grundeinkommen"

  1. #1
    An allem schuld Avatar von PrometheusXL
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    Standard Das "Bedingungslose Grundeinkommen"

    Kommt das "Bedingungslose Grundeinkommen"?
    Wann und wie wird es kommen - und was dann?

    Als Einstieg ein Stück aus SPON.

    Sozialstaat der Zukunft
    Was ein bedingungsloses Grundeinkommen bringt


    Jobverluste durch Digitalisierung, ungerechtes Hartz IV: Viele bezweifeln, dass der Sozialstaat die großen Probleme noch lösen kann - und fordern ein bedingungsloses Grundeinkommen. Kann es diesem Anspruch gerecht werden?
    Hinsichtlich der Vor- und Nachteile gibt es naturgemäß verschiedene Ansichten und Erwartungen.
    Eine Initiative, https://www.mein-grundeinkommen.de/, die ich seit geraumer Zeit unterstütze, befasst sich mit dem Thema auf der Ebene der praktischen wissenschaftlichen Untersuchung durch die Durchführung von realen Feldversuchen. Es werden Grundeinkommen - in Höhe von 1000€/Monat, für ein Jahr - verlost und die Auswirkungen auf die Menschen untersucht, auch um dem Vorurteil entgegen zu wirken, dass das BGE die Faulheit fördert und die Menschen träge macht.

    Das BGE - bis vor nicht allzu langer Zeit eine Forderung von "Spinnern" und Phantasten, nun bereits offen in der Diskussion, von namhaften Stimmen gefordert und als Forderung für die Wappnung der Gesellschaft hinsichtlich der Veränderungen der Arbeit von vielen unterstützt.

    Ist das BGE realistisch?
    Wie wird es sich auswirken?
    Wie wird es finanziert werden?
    Und wie sollte es gestaltet werden?
    Geändert von PrometheusXL (01.05.2018 um 18:26 Uhr)
    "Kluge lernen aus allem und von jedem, der Durchschnitt aus Erfahrungen und die Dummen brauchen nichts zu lernen, denn die wissen bereits alles, vor allem besser."
    (sinngemäß nach Sokrates, 470 - 399 v. Chr.)

  2. Folgende 6 Benutzer sagen Danke zu PrometheusXL für den nützlichen Beitrag:

    ArgoNaut (04.07.2018), BudSpencer (02.05.2018), jaki01 (01.05.2018), Kleinlok (01.05.2018), Schopenhauer (02.05.2018), Wieben Klas (03.07.2018)

  3. #2
    An allem schuld Avatar von PrometheusXL
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    Für bezeichnend halte ich in der gegenwärtigen Diskussion die Standpunkte einiger Gewerkschaften und deren Institutionen.
    Die haben sich gegen das BGE aufgestellt. Ein Schelm, der sich dabei etwas denkt.
    Da frage ich mich, ob es dabei tatsächlich um die Befürchtung geht, dass die Menschen ohne die "Strukturierung" der Lebens durch eine abhängige Beschäftigung aus dem Tritt geraten würden?

    Womöglich geht es dabei aber auch um etwas völlig anderes.
    Ich kann den Anlass zur Sorge durchaus nachvollziehen. Denn die Existenz von Gewerkschaften resultiert und basiert zu einem nicht unbeträchtlichen Teil auf den systemimmanenten Nachteilen der anhängigen Beschäftigung.
    Es ist nachvollziehbar, dass eine Organisation, die ihre eigene Daseinsberechtigung über die Interessenvertretung der abhängig Beschäftigten definiert, daraus ihre Mitglieder rekrutiert und ihre eigene Finanzierung speist, mit gewissem Unbehagen über die Implikationen nachdenkt, die sich durch den Wegfall der existenziellen Bedrohungslage, Drangsalierung von und durch prekäre Beschäftigung und Jobcenter, und damit das Entfallen des Drucks der Konsequenz einer Arbeitslosigkeit, ergeben könnten...
    Geändert von PrometheusXL (01.05.2018 um 19:00 Uhr)
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  4. Folgender Benutzer sagt Danke zu PrometheusXL für den nützlichen Beitrag:

    jaki01 (01.05.2018)

  5. #3
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    Zitat Zitat von PrometheusXL Beitrag anzeigen
    Das BGE - bis vor nicht allzu langer Zeit eine Forderung von "Spinnern" und Phantasten ...
    Irgendwie bin ich immer mittendrin, wenn es um Spinner und Fantasten geht (oder ging), sei es beim bedingungslosen Grundeinkommen, meinem Glauben an die Weiterentwicklung von KI oder auch der Elektromobilität bzw. von selbstfahrenden Autos oder wenn es um die Zukunft von Kryoptowährungen geht. Alles wird nicht, darf nicht und kann auf gar keinen Fall - alles völlig politopisch.
    Glücklicherweise stelle ich des Öfteren nach einiger Zeit fest, dass einige meiner Einschätzungen doch nicht immer ganz so abwegig waren, wie mir mein Umfeld immer wieder einreden wollte und will.

    Bezüglich des BGE bleibe ich dabei: früher oder später wird es kommen müssen! Es wird zu dramatischen Änderungen der Arbeitswelt kommen, deren negative Folgen nur durch diese oder ähnliche Maßnahmen wenigstens teilweise abgefedert werden können.

    Ich hatte vor einiger Zeit auf Englich einen Artikel über die sich verändernde Arbeitswelt</a> und die damit verbundenen Chancen geschrieben, dessen letzter Abschnitt dem BGE gewidmet ist. Eine der Ideen, ein BGE zu finanzieren, die ich darin aufgreife, ist die Erhebung einer 'Maschinensteuer' auf von menschliche Arbeitskräfte ersetzenden Robotern verrictete Arbeit.

  6. Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu jaki01 für den nützlichen Beitrag:

    PrometheusXL (01.05.2018), Schopenhauer (02.05.2018)

  7. #4
    Politopia-Methusalem Avatar von Dieter59
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    Hatten wir das Thema hier nicht schon mal ausführlich? Naja, egal.

    Bevor man sich über das Thema austauscht, wäre es doch erst einmal erforderlich, sich über den Begriff selbst zu verständigen. So wie ich das sehe, redet und schreibt man jetzt davon, "jedem" (?? - allen, altersgestaffelt, Einwohner, Staatsbürger -??) gegenleistungslos einen bestimmten Betrag zu überweisen (irgendwas um 1100, 1200 pro Monat). Jedenfalls deuten alle Veröffentlichungen im Rahmen der erneuten Pressekampagne darauf hin (SPON, SZ....). Zusätzliche Leistungen sollen gestrichen werden (Vereinfachung!?) und das alles solle ein Leben in Würde und Freiheit garantieren. Was man den Menschen natürlich noch begreiflich machen müsse (SZ - http://www.sueddeutsche.de/kultur/ge...edet-1.3946149 ). Kommt das so ungefähr hin?
    Geändert von Dieter59 (01.05.2018 um 20:59 Uhr) Grund: Link eingefügt
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    (in Gedenken an Phil Harris)

  8. #5
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    Ich frage mich, was dann mit den Jobs passiert, in denen die Menschen dieselbe Menge an Geld verdienen? Ich habe einen Freund, der arbeitet als Lagerist und verdient 1300 netto. Warum sollte der dann noch arbeiten gehen? Der arbeitet sich dort den Rücken krumm und wird mies behandelt.
    Wenn er 1200 einfach so bekommt, warum sollte er dann noch arbeiten?
    Nichts wahrhaft Wertvolles erwächst aus Ehrgeiz oder bloßem Pflichtgefühl, sondern vielmehr aus Liebe und Treue zu Menschen und Dingen. (Albert Einstein)


  9. #6
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    Vermutlich geht er dann mit mehr Durchsetzungsvermögen an die Einstellungsgespräche heran. Dazuverdienst ist ja nicht verboten, sondern sogar erwünscht.
    Nur kann dann nicht jeder Ausbeuter mit Hilfe des Jobcenters die Leute für mieses Gehalt miese Jobs machen lassen, die dann das Jobcenter auf das Minimum aufstockt. So ist es ja heute und in der Reinigungsbranche ist das sogar die Grundlage des Geschäftsmodells. Das heißt, dass die meisten Arbeitsverhältnisse in diesen Betrieben nur durch Subventionen auf den Mindestlohn kommen. Das hätte dann ein Ende. Das BGE würde die Ausgangslage grundsätzlich verändern - und zwar zugunsten der AN.
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    jaki01 (01.05.2018), Uncas (01.05.2018)

  11. #7
    Individuum Avatar von Diogenes2100
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    Das ganze wird ein harter Kampf werden. Ich befürchte, dass wir erst in eine Phase der Massenarbeitslosigkeit hineinrutschen werden, bevor sich da wirklich etwas bewegt. Nicht nur die Gewerkschaften, auch große Teile der Politik, speziell im Bereich Arbeit und Soziales würden massiv an Bedeutung verlieren, und wer gibt schon gern Macht und Einfluss auf.
    Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.


    André Gide

  12. Folgende 4 Benutzer sagen Danke zu Diogenes2100 für den nützlichen Beitrag:

    jaki01 (01.05.2018), Meinungsbaum (01.05.2018), PrometheusXL (01.05.2018), Uncas (01.05.2018)

  13. #8
    Politopia-Methusalem
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    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    Ich frage mich, was dann mit den Jobs passiert, in denen die Menschen dieselbe Menge an Geld verdienen?
    Die werden vermehrt von Maschinen übernommen. Die Menschen, die sie verlieren, haben dann aber viel mehr Zeit als jetzt noch, sich in den Phasen der Arbeitslosigkeit* in Ruhe, ohne Druck vom Arbeitsamt, weiterzubilden, bis sie irgendwann Tätigkeiten durchführen können, die besser bezahlt sind. Phasen ohne Arbeit werden in Lebensläufen als völlig normal gelten. Positiv ist auch, dass Eltern mehr Zeit für Erziehung und Bildung ihrer Kinder haben werden, da sieht es heutzutage teilweise sehr düster aus.

    Wie Diogenes richtig schreibt, wird jedoch im Land des Arbeitsethos (selbst nutzlose Arbeit als Selbstzweck gilt immer noch als erstrebenswerter als einfach sein Leben zu genießen) noch ein langer Weg zurückzulegen sein, bis obige Visionen wahr werden könnten.

    Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf meine bald beginnende, mindestens einjährige (Erwerbs)Arbeits freie Zeit.


    * Ich bin mir gar nicht sicher, ob man in Phasen ohne Arbeit dann nocht von Arbeitslosigkeit sprechen wird oder vielmahr in Phasen mit Arbeit von relativer Freizeitlosigkeit. :-)

  14. Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu jaki01 für den nützlichen Beitrag:

    PrometheusXL (01.05.2018), Uncas (01.05.2018)

  15. #9
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    Zitat Zitat von jaki01 Beitrag anzeigen
    Die werden vermehrt von Maschinen übernommen. Die Menschen, die sie verlieren, haben dann aber viel mehr Zeit als jetzt noch, sich in den Phasen der Arbeitslosigkeit* in Ruhe, ohne Druck vom Arbeitsamt, weiterzubilden, bis sie irgendwann Tätigkeiten durchführen können, die besser bezahlt sind.
    Schwierig, denke ich, wenn auch nicht unmöglich. Er ist Ausländer (Senegalese mit französischer Staatsbürgerschaft und deutscher Ex-Frau). Aber in der Firma arbeiten viele verkrachte Existenzen, Migranten und andere Menschen die hier Probleme auf dem Arbeitsmarkt haben.
    Viele Menschen mit Sprachdefiziten, mit Vorstrafenregistern, so lang wie eine Klorolle oder mit Lebensläufen, mit ziemlich vielen Brüchen, obwohl gebildet (mein Freund dort war früher Fallschirmjäger, ein anderer dort war mal Journalist).
    Und die Logistikbranche ist hart umkämpft. Da gibt es keine Lohnerhöhungen, weder nach 5, noch nach 10 Jahren.
    Da wird die Fortbildung zu einer Frage von (Re-)Integration, Resozialisierung. Die grundsätzliche Frage ist, was macht man mit den Benachteiligten in unserer Gesellschaft, deren größtes Problem nicht in Weiterbildung, sondern grundsätzlicheren Dingen besteht?
    Die meisten Angestellten in dieser Firma, würden bei einem bedingungslosen Grundgehalt von 1200 Euro morgen kündigen. Denn sie verdienen kaum mehr, für Drecksarbeit.
    Geändert von Uncas (01.05.2018 um 23:19 Uhr)
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  16. Folgender Benutzer sagt Danke zu Uncas für den nützlichen Beitrag:

    PrometheusXL (02.05.2018)

  17. #10
    Politopia-Haudegen Avatar von Meinungsbaum
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    Ich glaube auch zu dem bereits Gesagten, es wird sich zeigen, wie wertvoll uns der so oft beschworene soziale Frieden bleiben wird. Ich bin ebenso der Ansicht, wir werden ein Basiseinkommen ohne Wenn und Aber haben müssen, aber auch sollen.
    War nicht schon die Rede von einer Digitalsteuer? Als Komponente zur Maschinensteuer?

    Frdl. Grüße
    Christiane

  18. Folgender Benutzer sagt Danke zu Meinungsbaum für den nützlichen Beitrag:

    PrometheusXL (02.05.2018)

  19. #11
    Politopia-Methusalem Avatar von Dieter59
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    Zitat Zitat von Diogenes2100 Beitrag anzeigen
    Ich befürchte, dass wir erst in eine Phase der Massenarbeitslosigkeit hineinrutschen werden, bevor sich da wirklich etwas bewegt.
    Die nächste richtige Phase der Massenarbeitslosigkeit wird das Bankensystem weitgehend einstampfen und die Globalisierung auf Normalmaß zurückstutzen, u.a.. Ganz sicher aber kein BGE hervorbringen.

    Ein BGE in der postulierten Form ist sicher erstrebenswert. Fast wie im Kommunismus - jeder nach seinen Bedürfnissen hieß es dazu wohl mal. Nur wird das ja schon im angedachten Ansatz nicht erreicht. 1100 Euro ohne weitere Leistungen? Das reicht, um in Freiheit und Würde zu leben? Interessanter Ansatz, wo diesen Betrag in Summe schon heute etliche H4- Empfänger in einer deutschen Großstadt erreichen bzw. überschreiten. Ohne krank zu sein, ohne sonstigen höheren Bedarf zu haben. Das wird sicher ein tolles Leben in Freiheit und Würde. Der finanzielle Ansatz - und damit meine ich Ziel und Quelle - ist jedenfalls schon mal extrem diskussionswürdig.

    Was mich an der Sache noch stört, ist der generelle Denkansatz dahinter. Wir benutzen doch noch Geld als universelles Tauschmittel, oder? Sonst bräuchten wir es ja nicht als BGE verteilen. Wir produzieren doch auch noch Waren und Dienstleistungen und das recht arbeitsteilig und spezialisiert? Es mag die Zeit kommen, in der KI Maschinen entwickelt und baut. Oder selbstfahrende Autos auch einen querenden LKW oder Fußgänger erkennen. Aber noch ist diese Zeit nicht absehbar und scheint doch in einer eher ferneren Zukunft zu liegen. In dieser Zukunft braucht es dann allerdings weder Geld noch BGE. Bis es soweit ist, müssen Menschen früh aufstehen und sich um diese Güter und Dienstleistungen kümmern. Ohne wenn und aber. Das mögen weniger sein als bisher, vielleicht. Oder sie machen einfach etwas anderes als bisher, die Studien sind sich ja keinesfalls einig. Was haben wir dann erreicht? Doch immer noch mindestens zwei Gruppen. Die einen, die erwirtschaften und die anderen, die auf deren Kosten und zu deren Lasten leben. Das haben wir heute auch schon, aber es gibt ja keinen Grund, es auf die Spitze zu treiben. Wird die Empfängerseite tatsächlich mit dem zufrieden sein - unabhängig von der BGE- Höhe und deren letztlicher Kaufkraft - was sie bekommt? Wohl eher nicht, oder? Außerdem hat sie viel Zeit. Und die wird wohl darauf verwendet werden, das System persönlich zu optimieren. Menschlich verständlich, aber eben an der solidarischen Finanzierung der Gesellschaft völlig vorbei. Meiner Meinung nach das Grundproblem des BGE. Auch darüber wäre zu sprechen.
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  20. #12
    Politopia-Methusalem Avatar von Dieter59
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    Zitat Zitat von Meinungsbaum Beitrag anzeigen
    War nicht schon die Rede von einer Digitalsteuer? Als Komponente zur Maschinensteuer?
    Christiane, wer bezahlt denn diese Steuern am Ende des Tages? Die fallen nicht aus den Wolken und es wird kein Sparschwein einer Kapitalistentochter dafür geschlachtet. Man spricht da ja nicht von ein paar mickrigen Milliarden, die selbst in der Grundvariante notwendig wären. Die zu erwartende Produktivitätsentwicklung deckt das auch nicht im geringsten ab. Bezahlen wird das der Endverbraucher über den Preis, vom gerade erhaltenem BGE- Geld. Die erweiterte Form von rechte Tasche - linke Tasche.
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  21. #13
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    Zitat Zitat von Dieter59 Beitrag anzeigen
    Die nächste richtige Phase der Massenarbeitslosigkeit wird das Bankensystem weitgehend einstampfen und die Globalisierung auf Normalmaß zurückstutzen, u.a.. Ganz sicher aber kein BGE hervorbringen.
    Wie soll das gehen? Globale Mobilität und Internet zurückschrauben? Das geht bestimmt. In einem totalitären Staat. Egal ob links oder rechts. Hauptsache keine Technisierung, die die Globalisierung bedingt. Mehr Nordkorea wagen.

    Zitat Zitat von Dieter59 Beitrag anzeigen
    Ein BGE in der postulierten Form ist sicher erstrebenswert. Fast wie im Kommunismus - jeder nach seinen Bedürfnissen hieß es dazu wohl mal. Nur wird das ja schon im angedachten Ansatz nicht erreicht. 1100 Euro ohne weitere Leistungen? Das reicht, um in Freiheit und Würde zu leben? Interessanter Ansatz, wo diesen Betrag in Summe schon heute etliche H4- Empfänger in einer deutschen Großstadt erreichen bzw. überschreiten. Ohne krank zu sein, ohne sonstigen höheren Bedarf zu haben. Das wird sicher ein tolles Leben in Freiheit und Würde. Der finanzielle Ansatz - und damit meine ich Ziel und Quelle - ist jedenfalls schon mal extrem diskussionswürdig.
    Das halte ich für Quatsch. Welcher einzelne Hartz4 Empfänger erreicht 1100 Euro im Monat (ohne Familie, ohne Mehrbedarf?) Belege bitte. Und wo soll es das massenhaft geben? Das ist Quark. Typisches Gerede unter sozialdarwinistischen "Schmarotzer-Befürchtern". Menschen, die glauben, das diejenigen die wenig verdienen oder arbeits- oder obdachlos sind, mehrheitlich faul sind, sind weltfremd. Von der Realität entfernt. Quark. Es gibt dafür vielfältige Gründe.

    Zitat Zitat von Dieter59 Beitrag anzeigen
    Die einen, die erwirtschaften und die anderen, die auf deren Kosten und zu deren Lasten leben. Das haben wir heute auch schon, aber es gibt ja keinen Grund, es auf die Spitze zu treiben.
    Das stimmt. Aber du als Beamter, bist niemand, der etwas erwirtschaftet. Du lebst davon, was andere erwirtschaften und leistet uns einen Dienst.
    Ironisch finde ich, dass du dich darüber beschwerst. Und so tust, als würden alle anderen, die nichts erwirtschaften, das auf Kosten des Gemeinwesens tun (übrigens ist es ein preussischer Mythos, das früh aufstehen und Produktivität zusammenhängen, von den Preussen erschaffen, aber einer ihrer Irrtümer).

    Zitat Zitat von Dieter59 Beitrag anzeigen
    Wird die Empfängerseite tatsächlich mit dem zufrieden sein - unabhängig von der BGE- Höhe und deren letztlicher Kaufkraft - was sie bekommt? Wohl eher nicht, oder? Außerdem hat sie viel Zeit. Und die wird wohl darauf verwendet werden, das System persönlich zu optimieren. Menschlich verständlich, aber eben an der solidarischen Finanzierung der Gesellschaft völlig vorbei. Meiner Meinung nach das Grundproblem des BGE. Auch darüber wäre zu sprechen.
    "Werden sie zufrieden sein", das klingt als ob die Arbeitslosen oder Benachteiligten Gierschlünder sind, die nicht mit dem Geld zufrieden sind, dass sie bekommen. Einfach weil sie faul und gierig sind, daher arbeiten sie auch nicht. Fast wie die gute alte Parole. Auch, das sie das System dann optimieren würden, klingt so. Mag sein, dass es solche Menschen gibt. Verallgemeinert ist das aber Quark. Nicht am Puls der Realität.
    Geändert von Uncas (02.05.2018 um 01:35 Uhr)
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  22. #14
    Politopia-Methusalem
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    Zitat Zitat von Dieter59 Beitrag anzeigen
    Es mag die Zeit kommen, in der KI Maschinen entwickelt und baut. Oder selbstfahrende Autos auch einen querenden LKW oder Fußgänger erkennen. Aber noch ist diese Zeit nicht absehbar und scheint doch in einer eher ferneren Zukunft zu liegen.
    Glaub' ich nicht. Software schreibt z. B. schon Software ... Solche technologischen Entwicklungen gleichen meist Exponentialfunktionen, die flach starten, also eine gewisse Anlaufszeit benötigen, aber dann immer schneller ansteigen ... Ich bin mir ziemlich sicher, dass das auch für Elektroautos und - vielleicht etwas zeitversetzt - selbstfahrende Autos zutreffen wird.

    Ich hätte noch eine Finanzierungsidee für das BGE: Wäre es denkbar mit dem BGE auch die Rente zu ersetzen? Für Menschen, die eine niedrige Rente erhalten, wäre das ein Gewinn, viele andere würden jedoch signifikant weniger Rente erhalten, egal wie viel sie vorher verdient hätten (ich meine damit z. B. auch Spitzenmanager und Politiker ...): Gleiche Rente für alle ... Wer gut verdient, könnte früh genug anfangen zu sparen, wenn er später mehr haben will. Ich könnte damit leben ...
    Natürlich könnte man auch die Arbeitsagenturen auflösen (ein ordentlich gemachtes Jobportal im Internet wäre auch jetzt schon völlig ausreichend) und dadurch viel Verwaltungsaufwand und Geld sparen.

  23. Folgender Benutzer sagt Danke zu jaki01 für den nützlichen Beitrag:

    PrometheusXL (02.05.2018)

  24. #15
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    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    ... Die grundsätzliche Frage ist, was macht man mit den Benachteiligten in unserer Gesellschaft, deren größtes Problem nicht in Weiterbildung, sondern grundsätzlicheren Dingen besteht?
    Die meisten Angestellten in dieser Firma, würden bei einem bedingungslosen Grundgehalt von 1200 Euro morgen kündigen. Denn sie verdienen kaum mehr, für Drecksarbeit.
    Es wird sie immer geben, diejenigen, die Probleme haben. Das ist unabhängig von der Art des Umfeldes, in dem sie hinterher leben müssen. Heute heißt deren BGE Hartz oder Aufstockung. Klar wird es einige geben, die dann die Füße hoch legen. Doch eine andere Gruppe aus diesem Teich wird das als die Chance begreifen, die sie brauchten, um sich anders zu orientieren und dann womöglich Kreativität und Engagement entwickeln und frei setzen zu können, die bis dahin im Zwang erstickt wurden, und so eigenen Schub entwickeln, der auch andere mitreissen kann. Ich denke, dass der Effekt unter dem Strich positiv sein dürfte.

    Es ist andererseits bemerkensewert, wenn man sich die Diskussionen in anderen Zusammenhängen vor Augen führt. Wie oft wird von "Eigenverantwortung" lamentiert? Vor allem dann, wenn die Leute sich beispielsweise um die Abwendung der Altersarmut gefälligst selbst kümmern sollen. Gerne gebracht von "Leistungsträgern"...
    Es ist immer wieder erstaunlich, dass diese vielzitierte Eigenverantwortung der Menschen im Fall der Drangsalierungen und Wegnahme von Erungenschaften eine Rolle spielt und als Mantra vorgetragen wird, aber wenn es um die Realität solcher Umstände geht, in denen die Eigenverantwortung tatsächlich zum Tragen positiver Früchte führen könnte, und meiner Einschätzung nach bei den meisten auch würde, keine Rolle spielen soll, sondern sogar negiert wird.

    Besonders die gewerkschaftlichen Standpunkte enttäuschen mich in diesem Punkt immer wieder. Die können sich selbst verwaltende Menschen, die ihren Tag, völlig ohne ein Gerüst aus regelmäßigen, aufoktroyierten Arbeitszeiten, selbst gestalten, offenbar überhaupt nicht vorstellen. Da ich seit über dreissig Jahren völlig in eigener Regie meine Arbeit und meine Selbstausbeutung organisiere und strukturiere, komme ich mit so einer Einstellung nur unter größeren Schwierigkeiten zurecht. Dabei muss die Arbeit ja nicht einmal regelmäßig sein, um als "gut" zu gelten. Selbst mieseste Schicht- oder Gelegenheitsarbeit gilt als "gut" (im Sinne von "besser" als nicht zu arbeiten), so lange sie nur in Abhängigkeit und unter Regeln und Zwang, die andere aufoktroyieren, erbracht wird. Das ist doch krank und unstrukturiert gedacht...
    Geändert von PrometheusXL (02.05.2018 um 05:57 Uhr)
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  25. Folgender Benutzer sagt Danke zu PrometheusXL für den nützlichen Beitrag:

    Schopenhauer (02.05.2018)

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