Close
Login to Your Account
Politopia - Das Europa-Forum - Powered by vBulletin
Seite 17 von 18 ErsteErste ... 715161718 LetzteLetzte
Ergebnis 241 bis 255 von 264

Thema: Rechtsautoritäres selbsternanntes Rassismusopfer - der Özil

  1. #241
    Politopia-Urgestein Avatar von grauer kater
    Registriert seit
    03.05.2010
    Ort
    Nahe Nordküste Deutschlands
    Beiträge
    30.261
    Danke
    41.300
    Thanked 11.812 Times in 7.782 Posts

    Standard

    Es gibt zum Thema ein sehr gutes Buch von Doug SAUNDERS: "Mythos Überfremdung" - Eine Abrechnung, Karl Blessig Verlag, München 2012, ISBN: 978-3-89667-486-9, in dem mit all den Unsinnigkeiten aufgeräumt wird. Jedem zum Lesen empfohlen.

  2. #242
    Politopia-Methusalem Avatar von ArgoNaut
    Registriert seit
    05.10.2013
    Ort
    Mit Blick auf den Würmsee
    Beiträge
    7.500
    Danke
    4.559
    Thanked 5.000 Times in 2.884 Posts

    Standard

    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    Niemand muss sich optisch integrieren. Optik hat absolut nichts mit Integration zu tun. Du reitest mir darauf etwas zuviel herum. Integration bedeutet sich nicht destruktiv zu verhalten, sein Bestes zu versuchen und der Zielgesellschaft nicht zu schaden. Ob du nun Voodoo-Priester bist oder Satanist, ist wurst.
    Errungenschaften der Aufklärung.

    "und wenTürken und Heiden kähmen und wolten das Land Pöpliren...."
    Ganz so ist es nicht. Jede Gesellschaft funktioniert auch dank einer gewissen Homogenität.
    Wenn Menschen es darauf absehen, sich optisch von der Mehrheitsgesellschaft zu unterscheiden, oder sich nur selbst nicht daran stören, von der Mehrheitsgesellschaft als fremdartig wahrgenommen zu werden, wird die Mehrheitsgesellschaft darin immer ein bestimmtes Maß an Abgrenzungswillen erkennen und, nicht ganz falsch, als Kritik interpretieren. Wäre es anders, würden wir nicht so empfindlich auf die Träger von Lonsdale- oder Fred Perry-Klamotten, oder inzwischen die Bärte und Hemden der Salafisten reagieren.
    Jeder Mensch zeigt mit der Wahl seiner äußeren Hülle auch eine bestimmte Gesinnung, die nicht immer politisch sein muss, aber doch im weitesten Sinne weltanschaulich ist.
    Gelassenheit ist die Grundvoraussetzung für Höflichkeit

    (Moritz Freiherr Knigge)


    Everyone is entitled to their own opinion but not their own facts

    (Daniel Patrick Moynihan)

  3. #243
    Politopia-Urgestein
    Registriert seit
    07.10.2011
    Beiträge
    17.909
    Danke
    280
    Thanked 5.421 Times in 3.839 Posts

    Standard

    Zitat Zitat von ArgoNaut Beitrag anzeigen
    […] Wenn Menschen es darauf absehen, sich optisch von der Mehrheitsgesellschaft zu unterscheiden, oder sich nur selbst nicht daran stören, von der Mehrheitsgesellschaft als fremdartig wahrgenommen zu werden, […]
    […] dann wiederholt sich, nur unter reaktionärem Vorzeichen, doch eigentlich der von den späten 1950er Jahren an ausgetragene Generationenkonflikt, in dessen Folge ab den 70er Jahren auch die politische Mitte begann, die Sitten zu lockern…

    Was den threadauslösenden Özil betrifft, dessen Stern scheint auch in der englischen Premier League zu sinken. Anscheinend darf er sich die Spiele seines Vereins derzeit eher von der Ersatzbank aus auschauen. Immerhin hat die Causa Özil jetzt sogar 'ne Buchveröffentlichung nach sich gezogen.

  4. #244
    Politopia-Urgestein Avatar von Verbalwalze
    Registriert seit
    28.12.2009
    Beiträge
    10.500
    Danke
    825
    Thanked 5.283 Times in 3.388 Posts

    Standard

    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    Europäer haben sich auch unter Europäern nie mit Lichtgeschwindigkeit assimiliert.
    Und ob, kommen wir noch einmal auf die Ruhrpolen zurück. Eine Regierung, die da äußerst sensibel gewesen ist hat da keine 70 Jahre nach der Hauptwelle jedenfalls keine große Welle gemacht.

    Und ich bitte jetzt mal dieses schwarz/weiß abzustellen.

    Die Integrationsbandbreite spannt sich auf zwischen ...
    • Der Migrant passt sich gar nicht an, und macht weiter wie aus der Heimatregion gewohnt, dazu macht er Welle, weil er dann aneckt.
    • Der Migrant geht "all in" und ist überhaupt gar nicht mehr von der Mehrheitsgesellschaft unterscheidbar, selbst wenn man 24h mit einer Drohne hinterherfliegt.

    Vor allem aber alles was dazwischen ist, die Ränder sind nicht typisch.
    Einzelpersonen sind also irgendwo auf dieser Bandbreite verteilt. Und Gruppen bilden dann Schwerpunkte.

    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    Ich weiss das aus nächster Nähe. Einer meiner besten Freunde ist Grieche, auch in Berlin geboren. Integriert waren sie sehr gut. Assimiliert nie. Sie haben griechische Feiertage gefeiert, griechisch gekocht, griechische Traditionen gepflegt, die griechische Sprache, er ging auf ein griechisches Lyzeum in Berlin in dem auf griechisch unterrichtet wurde (man stelle sich vor, ein türkisches Gymnasium, in dem auf türkisch unterrichtet und türkische Kultur gelehrt wird, OMG - gibt es für Griechen schon lange)
    Etwa so?
    https://www.morgenpost.de/politik/ar...che-Elite.html
    Und die Türkei steigt ihren Auslandsbürgern (oder wie auch immer man das nennen soll) auch schon seit ziemlich langer Zeit organisatorisch nach. Wenn Du ein ganz klein wenig nachdenkst, dann kommst Du schon drauf.
    Das eigentlich wichtige ist aber, dass abgesehen von Hauptstädten/Wirtschaftszentren, wo größere Länder oft Auslandsschulen haben, genau Griechenland und die Türkei hier eine Besonderheit aufweisen und kaum andere Länder derartig ausgedehnte Organisationsstrukturen unterhalten.



    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    Wir können jetzt über die Glaubwürdigkeit der Quelle streiten, die Quantität des Problems zur genannten Zeit und müssten extensive Recherchen in wissenschaftlichen Quellen betreiben, um irgendwas herauszufinden.
    Haben wir aber beide keine Zeit für und keinen Bock drauf. Nichtsdestotrotz habe ich eine Quelle und du berufst dich auf dein eigenes "Sack zu machen". Der Quelle messe ich mehr Bedeutung bei, weil bei dir sehr viel "Wille das es so ist" dahintersteckt.
    Darf ich Dir das nochmal zusammenfassen. Du bringst eine "Quelle", die ein äußerst diffuses Dekret erwähnt (ohne Zeit, Ort, Namen oder ausgebende Stelle und mit lachhaft niedriger Trefferquote bei GOOGLE), nun meinst Du dass Du das nur mit extensiver Recherche verifizieren kannst. Sieht mir jetzt nicht sonderlich relevant aus.
    Zusammenfassend stelle ich Dir sowas auf NULL.

    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    Du ruderst jetzt also zurück und beziehst das nur noch auf Europäer und nicht mehr auf Chinesen oder Inder, da dir ja offensichtlich damit zusammenhängende "Probleme" doch bekannt sind (Kriminalität, Kastenwesen, Integrationsverweigerung). Gut.
    Schade, das gut muss ich erden. Ich halte Inder und Chinesen immer noch für bessere Einwanderer.
    Differenziert sortiert kannst Du ungefähr folgendes Ranking kultureller Kompatibilität von mir bekommen
    * Nordwesteuropäer (Skandinavier, Beneluxer, Engländer, Österreicher)
    * Westeuropäer (Franzosen, Spanier, Portugiesen, Italiener)
    * "nahe" Osteuropäer (Polen, Tschechen, Slowaken, Ungarn)
    * ferne Europäer (Amis, Australier, Neuseeländer)
    * ferne Osteuropäer (Rumänen, Bulgaren)
    * Japaner, Koreaner, Chinesen, Inder
    wir sind immer noch im grünen Bereich, der Pool ist jetzt aber groß genug. Ich bin mir darüber im Klaren, das viele von denen nicht daran denken, in das doofe Deutschland zu ziehen, wo Internetnutzer solche Rankings aufziehen und dann noch beleidigenderweise irgendwelche Typen vor der Gruppe einzusortieren, aus der die Person, die sowieso nicht kommen will, stammt.

    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    Die Toleranz und Permeabilität gegenbüer "fremden" Kulturen (also denen aus anderen Nation in Westeuropa), ist in den letzten 100 Jahren erheblich gestiegen, vor allem durch die Globalisierung und später auch durch die EU (Erasmus etc.). Davor galten sogar Menschen aus den Nachbarländern noch fast als sowas wie Aliens.
    Die EU soll sich nicht soviel einbilden. Der Treiber ist die Verkehrs- und Kommunikationstechnik, sowie der Fortschritt in der Landwirtschaft. Wenn Dein größtes Verkehrserlebnis die wöchentliche Fahrt mit einer Bimmelbahn in die nächste 30k Einwohnerstadt ist und Du dann möglicherweise noch privilegiert bist (so ca. 1920), dann kennst Du eben nicht viel und es ist ein ganz großer Knaller, wenn jemand mit lustigem Akzent neu ins Dorf zieht, selbst wenn Du den noch verstehst.


    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    Damit sind wir bei einem interessanten Thema: Kennst du afrikanerspezifische Kriminalität? Es wird ja immer gemunkelt, die neigen dazu.
    Aber sind Drogenhandel und Internetbetrug wirklich spezifisch afrikanisch?
    Da kannst Du ruhig ein wenig genauer werden, und einzelne Nationalitäten nennen und dann JA! Unter Drogenhändlern und Internetkriminellen sind bestimmte Nationalitäten viel stärker vertreten als andere. Das Gegenteil zu behaupten ist Doofstellerei.

    Zitat Zitat von Uncas Beitrag anzeigen
    Hat Kriminalität überhaupt etwas mit der Ursprungskultur zu tun?
    JAWOHL!

    Zitat Zitat von Uncas
    Sind Clans wirklich nur von den Arabern bekannt
    Nein

    Zitat Zitat von Uncas
    und nicht auch von der Ndrangheta oder der Cosa Nostra? Was haben die gemein? Die Kultur jedenfalls nicht.
    Sie haben gemein, dass das Kulturen sind, in denen organisiertes Verbrechen mit Clanstrukturen verbreitet ist, jedenfalls mehr als in anderen Kulturen. In Konsequenz ist es dämlich unter eingewanderten Schweden intensiv nach solchen Verbrecherstrukturen zu suchen. Doofstellerei.



    Zitat Zitat von Uncas
    Es ist egal wo jemand herkommt.
    Nein, das ist Quatsch

    Zitat Zitat von Uncas
    Es gibt gute und schlechte Äpfel.
    Es gibt Apfelkisten, da sind mehr und Apfelkisten da sind weniger schlechte Äpfel drin.
    Wenn man intensiv auswählen kann/darf und nur die guten Äpfel nimmt, die schlechten aber liegen lassen kann/darf, bekommt man ein akzeptables Sortiment.

    Zitat Zitat von Uncas
    Die USA beweisen das.
    Weil sie zwei scheißtiefe Ozeane auf beiden Seiten haben. Allerdings bekommen auch die USA unsortierte Äpfel, die dann auch bisweilen für Unzufriedenheit sorgen.

    Zitat Zitat von Uncas
    Warum wollen eigentlich pakistanische Gehirnchirurgen und nigerianische Anwälte nicht zu uns kommen, sondern gehen lieber in die USA?
    Anwälte sind nicht auf meiner persönlichen Wunschliste und schon gar nicht solche, die in die USA wollen. Pakistan ist auch nicht als Gehirnchirurgschleuder bekannt.

    Zitat Zitat von Uncas
    Könnte das mit unserer Vorstellung von Einwanderung und Integration zu tun haben? Wirkt das vielleicht abschreckend?
    Ich würde jetzt noch mal kurz darüber nachdenken, ob D ein Problem mit der Abschreckung von Einwanderern hat. Und könnte das möglicherweise auch mit denen zu tun haben, die wir ungesiebt reinlassen.

    Zitat Zitat von Uncas
    Ja und ein Boateng entgeht dir dann. Ein Kunde der Millionär ist. Nicht klug.
    Nein, scheißegal, eine Wohnung wird ja zum einem bestimmten Preis unabhängig vom Mieter vermietet. Oder willst Du jetzt auf irgendeiner Basis andeuten, dass man Boateng besonders abzocken kann? Eher nicht, der hat wahrscheinlich einen stressmachenden Anwalt. Wichtig ist es die Stressmaker auszusieben, welcher Nichtstressmaker dann den Zuschlag erhält ist egal.


    Zitat Zitat von Uncas
    Du stimmst also zu, dass es diese Vorurteile im Alltag gibt.
    Ich stimme zu, dass es gruppenbezogene Annahmen über Verhalten im Alltag gibt. Ich stimme NICHT zu, das das alles Vorurteile sind. Die auf solchen Gruppenbasis individualisierte Annahme sagen wir mal "gespaltener Loyalität" ist bei gewissen Fußballspielern offensichtlich vollzutreffend.

    Zitat Zitat von Uncas
    Damit ist doch unsere Diskussion hier obsolet. Denn genau darüber klagen Özil und Co. Und du bestätigst jetzt auch noch, dass sie Recht haben.
    Die werden aussortiert.
    Offensichtlich wurden sie NICHT aussortiert. Sie haben die Hauptladung durch ihr eigenes Verhalten ausgelöst. Wer als Nigerianer mit Kokain erwischt wird, soll hinterher nicht rumplärren, dass er "diskriminiert" wurde. Diese Argumentationsweise führt bei mir automatisch zur Abgabe von Bonus-Minuspunkten auf Einzelperson und alle assoziierten Gruppen.

    Zitat Zitat von Uncas
    Die Gesellschaft soll gar nichts machen. Ich mag keine Kollektivmaßnahmen, ausser in Ausnahmefällen.
    Man sollte sich einfach nur klar machen, das auch ein Äthioper oder Türke intelligent und produktiv sein oder ein guter Mieter sein kann und man schauen muss, mit wem man es zu tun hat. Als Individuum.
    Das klingt absurd, aber auf diesen fast schon atavistischen Ansichten, beruht dein "Aussiebsystem".
    Es gibt viele Situationen, da macht man NICHT auf Individuum, weil es zu aufwändig ist. Es ist bekloppt nach dem Zufallsprinzip religiöse Stätten auf Hass- und Destruktionsprediger zu kontrollieren, weil es bestimmte Religionen gibt, bei denen das viel häufiger vorkommt und andere bei denen das praktisch gar nicht vorkommt. Auf proportional zu machen ist dann Ressourcenverschwendung. Das gilt auch bei der Fahndung nach Kriminellen. Und das gilt ebenfalls bei der Bonität von Mietern.

    Zitat Zitat von Uncas
    Niemand muss sich optisch integrieren.
    Nein, das muss man nicht, man kann beliebig auffällig herumlaufen. Man soll dann nur nicht rumplärren, man werde nicht akzeptiert. Sonst kann man sich auch in blau im Fußballstadion unter die Gelben setzen und dann rumjammern man wäre angepöbelt worden.

    Zitat Zitat von Uncas
    Optik hat absolut nichts mit Integration zu tun.
    Echt jetzt?
    Ist ja nur das Merkmal was zuerst bemerkt wird. Die Aussage, das sei irrelevant ist nachgerade absurd. Um das mal auszuprobieren, setze Dich einfach mal, angetan mit Thor Steinar Klamotten in das Cafe der Roten Flora.


    Zitat Zitat von Uncas
    Ob du nun Voodoo-Priester bist oder Satanist, ist wurst.
    Voodoo-Priester hat vielleicht einen übertrieben schlechten Ruf, aber Satanist ist mir nicht wurst, da muss man schon einige Register ziehen, um aus dem Destruktionssumpf rauszukommen.

    Gruß
    Verbalwalze
    Recht ist es, auch vom Feind zu lernen.

    P.S.
    Tipp: Lies Deine Antwort noch einmal durch und prüfe deren Gehalt, bevor Du postest.

  5. #245
    Politopia-Urgestein Avatar von Verbalwalze
    Registriert seit
    28.12.2009
    Beiträge
    10.500
    Danke
    825
    Thanked 5.283 Times in 3.388 Posts

    Standard Gruppenassoziationen und Diskriminierung

    @Uncas
    Das möchte ich noch einmal getrennt aufziehen, um es zu versachlichen.

    Am Bahnhof
    In der erkennbaren Gruppe X sind 5% Drogenhändler, es laufen davon 100 Personen/h herum.
    In der erkennbaren Gruppe Y sind 1% Drogenhändler, es laufen davon 400 Personen/h herum.

    Du kannst 100 Personen/h kontrollieren, mit welchem Schlüssel machst Du das und warum.

    Ohne mathematisch herumzuoptimieren, würde ich 20 Personen/h nach dem Zufallsprinzip kontrollieren und 80 Personen/h der Personengruppe X.

    Unter den zufällig kontrollierten Personen sind dann durchschnittlich 16 Y und 4 X und ich erwische 16/100 Drogenhändler (0,16/h) der Gruppe Y und 4/20 (0,2/h) Drogenhändler von X.
    Bei den gezielt kontrollierten X erwische ich 4 Drogenhändler pro Stunde. Mit einem Gesamtergebnis von 4,36/h entkommen mir 3,84 Drogenhändler von Y und 0,8 Drogenhändler von X, insgesamt 4,64/h.

    Gruß
    Verbalwalze
    Recht ist es, auch vom Feind zu lernen.

    P.S.
    Tipp: Lies Deine Antwort noch einmal durch und prüfe deren Gehalt, bevor Du postest.

  6. #246
    Politopia-Urgestein
    Registriert seit
    07.10.2011
    Beiträge
    17.909
    Danke
    280
    Thanked 5.421 Times in 3.839 Posts

    Standard

    Zitat Zitat von Verbalwalze Beitrag anzeigen
    […] Du bringst eine "Quelle", die ein äußerst diffuses Dekret erwähnt […]
    Du spielst auf den DLF-Beitrag zum Hugenottentag an? Die Zuwanderung der französischen Religionsflüchtlinge hat im 18. Jahrhundert erhebliche gesellschaftliche Veränderungen (auch Verbesserungen!) mit sich gebracht - und deren Geschichte (bzw. die an den schwerpunktmäßigen Ansiedlungen der französisch sprechenden Neubürger) ist gut dokumentiert - eine gestraffte Übersicht findet sich auch online. Das gesuchte "diffuse" Dekret müsste im Abschnitt "Carlsdorf" erwähnt sein.
    Daraufhin beauftragte die Regierung in Kassel die hugenottische Gemeinde, einen geeigneten Kandidaten, der zur Übernahme der Stelle bereit wäre, zu präsentieren. Da die Louisendörfer keinen passenden Bewerber fanden, setzte die Regierung in Kassel durch ein am 08.06.1871 verabschiedetes Dekret fest, dass der Gottesdienst von nun an in deutscher Sprache abgehalten werden sollte.
    Nachzulesen auch bei Lothar Zögner: Hugenottendörfer in Nordhessen. Planung, Aufbau und Entwicklung von siebzehn französischen Emigrantenkolonien. Eine Studie zur historisch-geographischen Landeskunde, Marburg

  7. #247
    Don Cordhoot Avatar von Wieben Klas
    Registriert seit
    22.09.2010
    Ort
    Heinrich-Lübke-Koog, Bi'n Karkhoff söss
    Beiträge
    12.376
    Danke
    2.998
    Thanked 5.998 Times in 3.133 Posts

    Standard

    Zitat Zitat von Verbalwalze Beitrag anzeigen

    […]
    Der Bock wird zum Gärtner und Walzi versucht's mit Statistik, …

    … wieder mal.
    De Leve Gott wull, dat wi in de Nacht eten.
    Sünst harr he nich dat Lücht in Köhlschapp mookt.

  8. #248
    Individuum Avatar von Diogenes2100
    Registriert seit
    08.02.2011
    Beiträge
    23.015
    Danke
    7.050
    Thanked 21.772 Times in 11.729 Posts

    Standard

    Zitat Zitat von Verbalwalze Beitrag anzeigen
    @Uncas
    Das möchte ich noch einmal getrennt aufziehen, um es zu versachlichen.

    Am Bahnhof
    In der erkennbaren Gruppe X sind 5% Drogenhändler, es laufen davon 100 Personen/h herum.
    In der erkennbaren Gruppe Y sind 1% Drogenhändler, es laufen davon 400 Personen/h herum.

    Du kannst 100 Personen/h kontrollieren, mit welchem Schlüssel machst Du das und warum.

    Ohne mathematisch herumzuoptimieren, würde ich 20 Personen/h nach dem Zufallsprinzip kontrollieren und 80 Personen/h der Personengruppe X.

    Unter den zufällig kontrollierten Personen sind dann durchschnittlich 16 Y und 4 X und ich erwische 16/100 Drogenhändler (0,16/h) der Gruppe Y und 4/20 (0,2/h) Drogenhändler von X.
    Bei den gezielt kontrollierten X erwische ich 4 Drogenhändler pro Stunde. Mit einem Gesamtergebnis von 4,36/h entkommen mir 3,84 Drogenhändler von Y und 0,8 Drogenhändler von X, insgesamt 4,64/h.

    Gruß
    Verbalwalze
    Self fulfilling prophecy - sagt dir der Begriff etwas?
    Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.


    André Gide

  9. #249
    Politopia-Methusalem
    Registriert seit
    05.01.2010
    Beiträge
    6.111
    Danke
    6.189
    Thanked 6.738 Times in 3.154 Posts

    Standard

    Zitat Zitat von ArgoNaut Beitrag anzeigen
    Wenn Menschen es darauf absehen, sich optisch von der Mehrheitsgesellschaft zu unterscheiden, oder sich nur selbst nicht daran stören, von der Mehrheitsgesellschaft als fremdartig wahrgenommen zu werden, wird die Mehrheitsgesellschaft darin immer ein bestimmtes Maß an Abgrenzungswillen erkennen und, nicht ganz falsch, als Kritik interpretieren.
    Selbst schuld, wer sich daran stört ...

    Wenn ich also ein grünes Haus habe, grenze ich mich bewusst von Menschen mit weißen Häusern ab, kritisiere sie gar?
    Wenn ich gerne Strandurlaub mache, kritisiere ich Bergsteiger?
    Wenn ich gerne Schach spiele, kritisiere ich Damespieler?
    Wenn ich keinen Anzug trage, heißt das automatisch, Anzugträger zu verachten?

    Manche Menschen scheinen sich ziemlich schnell kritisiert zu fühlen - nun, damit müssen sie irgendnwie fertig werden, ist nicht mein Problem.

    Es ist vielmehr so, dass ich ein grünes Haus habe, weil mir die Farbe gefällt, aber nicht weil ich mich bewusst von Weißhäuslern unterscheiden will. Ich fände es gar langweilig, wenn alle Häuser grün wären. Ich fände es eintönig, wenn jeder Schach spielte und alle Menschen Strandurlaub bevorzugten, und ja, wer will, soll gerne Anzug (und auch Kopftuch tragen).

  10. Folgender Benutzer sagt Danke zu jaki01 für den nützlichen Beitrag:

    Uncas (20.09.2018)

  11. #250
    Politopia-Urgestein Avatar von Verbalwalze
    Registriert seit
    28.12.2009
    Beiträge
    10.500
    Danke
    825
    Thanked 5.283 Times in 3.388 Posts

    Standard

    Zitat Zitat von jaki01 Beitrag anzeigen
    Wenn ich also ein grünes Haus habe, grenze ich mich bewusst von Menschen mit weißen Häusern ab, kritisiere sie gar?
    Denk mal darüber nach, eine Straße 10 weiße Häuser, ein grünes ...
    Wenn Du dann behauptest, Du wolltest nicht auffallen ...

    Zitat Zitat von jaki01
    Wenn ich gerne Strandurlaub mache, kritisiere ich Bergsteiger?
    Das ist ein Klischee, Berg oder Strand, soll ggf. ehegefährdend sein.

    Zitat Zitat von jaki01
    Wenn ich gerne Schach spiele, kritisiere ich Damespieler?
    Aber gehe dann in einen Schachklub, nicht in einen Dameklub.

    Zitat Zitat von jaki01
    Wenn ich keinen Anzug trage, heißt das automatisch, Anzugträger zu verachten?
    10 Anzugträger, einer in Jeans und T-Shirt.
    Das ist die gleiche Frage wie bei den Häusern.

    Und dann wieder dieses dämliche aufrüsten, warum gleich verachten, kritisieren ...
    Aber abgrenzen ist das ganz offensichtlich. "Ich mache hier nicht mit".

    Danke für die Beispiele.

    Gruß
    Verbalwalze
    Recht ist es, auch vom Feind zu lernen.

    P.S.
    Tipp: Lies Deine Antwort noch einmal durch und prüfe deren Gehalt, bevor Du postest.

  12. #251
    Politopia-Urgestein Avatar von Verbalwalze
    Registriert seit
    28.12.2009
    Beiträge
    10.500
    Danke
    825
    Thanked 5.283 Times in 3.388 Posts

    Standard

    Zitat Zitat von Diogenes2100 Beitrag anzeigen
    Self fulfilling prophecy - sagt dir der Begriff etwas?
    Ja und deshalb gibt es das hier nicht.

    Eigentlich hätten Dir ja die zwei Komponenten des Konzepts auffallen sollen. Aber ich erkläre ja gerne. Für die Prophetie ist die Zufallsprobe heranzuziehen. Könnte ja sein, dass eine neue Gruppe Z auftritt oder die Xe wirklich mal gesäubert werden.
    Das Konzept ist wasserdicht.

    Gruß
    Verbalwalze
    Recht ist es, auch vom Feind zu lernen.

    P.S.
    Tipp: Lies Deine Antwort noch einmal durch und prüfe deren Gehalt, bevor Du postest.

  13. #252
    Politopia-Urgestein Avatar von Verbalwalze
    Registriert seit
    28.12.2009
    Beiträge
    10.500
    Danke
    825
    Thanked 5.283 Times in 3.388 Posts

    Standard

    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    Du spielst auf den DLF-Beitrag zum Hugenottentag an? Die Zuwanderung der französischen Religionsflüchtlinge hat im 18. Jahrhundert erhebliche gesellschaftliche Veränderungen (auch Verbesserungen!) mit sich gebracht - und deren Geschichte (bzw. die an den schwerpunktmäßigen Ansiedlungen der französisch sprechenden Neubürger) ist gut dokumentiert - eine gestraffte Übersicht findet sich auch online. Das gesuchte "diffuse" Dekret müsste im Abschnitt "Carlsdorf" erwähnt sein. Nachzulesen auch bei Lothar Zögner: Hugenottendörfer in Nordhessen. Planung, Aufbau und Entwicklung von siebzehn französischen Emigrantenkolonien. Eine Studie zur historisch-geographischen Landeskunde, Marburg
    Vielen Dank für die Recherche.
    Sollte das der Ursprung dieses DLF Beitrages sein stelle ich das auch auf Null.
    Keinen Französischsprecher für die Predigt mehr gefunden und deshalb das Privileg aufgehoben, damit überhaupt ein Prediger eingesetzt werden kann. So habe ich das verstanden.
    Sollte das das sein, war die Uncas Interpretation aber etwas weit hergeholt.

    Gruß
    Verbalwalze
    Recht ist es, auch vom Feind zu lernen.

    P.S.
    Tipp: Lies Deine Antwort noch einmal durch und prüfe deren Gehalt, bevor Du postest.

  14. #253
    Politopia-Urgestein
    Registriert seit
    07.10.2011
    Beiträge
    17.909
    Danke
    280
    Thanked 5.421 Times in 3.839 Posts

    Standard

    Zitat Zitat von Verbalwalze Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für die Recherche. […] Sollte das das sein, war die Uncas Interpretation aber etwas weit hergeholt. […]
    Uncas Interpretation basierte auf dem Beitrag des Deutschlandfunks ohne weitere Suche nach dem Dekret, das darin ja in eben dem Sinne, in dem Uncas es verstanden hatte, erwähnt wurde.

    Bedenkt man, dass an den Höfen des Adels Französisch die Verkehrssprache war, ist ein Verbot von in französischer Sprache abgehaltenen Gottesdiensten des Bürgertums, und sei es noch so fleißig und wirtschaftsfördernd, wie es die Hugenotten gewesen sind, zugleich ein Distinktionsmerkmal und erhält damit eine politische Dimension oder Bedeutung, die der Redakteur oder Autor des Rundfunkbeitrags wohl ebenfalls im Sinn gehabt haben mag.

  15. #254
    Politopia-Methusalem
    Registriert seit
    05.01.2010
    Beiträge
    6.111
    Danke
    6.189
    Thanked 6.738 Times in 3.154 Posts

    Standard

    Zitat Zitat von Verbalwalze Beitrag anzeigen
    Denk mal darüber nach, eine Straße 10 weiße Häuser, ein grünes ...
    Wenn Du dann behauptest, Du wolltest nicht auffallen ...
    Ich finde es überhaupt nicht schlimm, aufzufallen. Manchmal ist es eben so. Ich bin ich, und mein Haus ist grün, weil mir das gefällt, so what?
    Das heißt aber noch lange nicht, dass es mein Ziel ist, aufzufallen, nein, es mag sich aber des Öfteren zufällig aus der Situation heraus ergeben ...
    Man muss nicht in allem ein 'Statement' sehen.

    Zitat Zitat von Verbalwalze Beitrag anzeigen
    Das ist ein Klischee, Berg oder Strand, soll ggf. ehegefährdend sein.
    Das mag durchaus sein.
    Trotzdem fasse ich meine Urlaubsvorlieben nicht als Statements oder Kampfansagen an Menschen auf, die ihre Urlaube eben gerne anders verbringen als ich - sollen sie doch?
    (Ich selbst mag übrigens Strand UND Berge.)

    Zitat Zitat von Verbalwalze Beitrag anzeigen
    Aber gehe dann in einen Schachklub, nicht in einen Dameklub.
    Gerne Schach zu spielen ist zunächst mal eine Eigenschaft, die mir immer zu eigen ist, egal, wo ich mich gerade aufhalte. Wenn mich diese Vorliebe zur konkreten Aktion (Schach spielen) veranlasst, findet diese mittlerweile zumeist im Internet statt (lichess.org) oder indem ich damit Geld verdiene.
    Mich stört es überhaupt nicht, wenn unter zehn Menschen neun Schachspieler sind, aber einer sagt, er bevorzuge Dame ...

    Zitat Zitat von Verbalwalze Beitrag anzeigen
    10 Anzugträger, einer in Jeans und T-Shirt.
    Das ist die gleiche Frage wie bei den Häusern.
    Der öffentliche Raum (da, wo z. B. das Kopftuch angeblich so stört) ist für alle da - da kann es natürlich auch mal vorkommen, in einen Pulk von Anzugträgern hineinzugeraten. Das ist dann kein Statement.

    Zitat Zitat von Verbalwalze Beitrag anzeigen
    Und dann wieder dieses dämliche aufrüsten, warum gleich verachten, kritisieren ...
    Aber abgrenzen ist das ganz offensichtlich. "Ich mache hier nicht mit".
    "Aufrüsten" tust ausschließlich du - und zwar nicht nur hier - indem du mittels unnötiger Attribute ("dämlich") den Ton verschärfst.
    Die 'Kritik' an der Mehrheitsgesellschaft wurde vom Argonauten ins Spiel gebracht, ich habe sie nur aufgegriffen.

    Im Kern geht es mir darum, dass 'seltenere' Verhaltensweisen keineswegs automatisch als Statement, Protest oder Kritik zu verstehen sind. Oft tut derjenige das, was er tut, weil es ihm so behagt (positive Interpretation, halbvolles Glas) und nicht, weill er sich von anderen abgrenzen will (negative Interpretation, halbleeres Glas).

  16. Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu jaki01 für den nützlichen Beitrag:

    Uncas (20.09.2018), Wieben Klas (21.09.2018)

  17. #255
    Pallbearer
    Registriert seit
    12.04.2010
    Beiträge
    20.050
    Danke
    14.138
    Thanked 20.031 Times in 9.224 Posts

    Standard

    Zitat Zitat von Verbalwalze Beitrag anzeigen
    @Uncas
    Das möchte ich noch einmal getrennt aufziehen, um es zu versachlichen.

    Am Bahnhof
    In der erkennbaren Gruppe X sind 5% Drogenhändler, es laufen davon 100 Personen/h herum.
    In der erkennbaren Gruppe Y sind 1% Drogenhändler, es laufen davon 400 Personen/h herum.

    Du kannst 100 Personen/h kontrollieren, mit welchem Schlüssel machst Du das und warum.

    Ohne mathematisch herumzuoptimieren, würde ich 20 Personen/h nach dem Zufallsprinzip kontrollieren und 80 Personen/h der Personengruppe X.

    Unter den zufällig kontrollierten Personen sind dann durchschnittlich 16 Y und 4 X und ich erwische 16/100 Drogenhändler (0,16/h) der Gruppe Y und 4/20 (0,2/h) Drogenhändler von X.
    Bei den gezielt kontrollierten X erwische ich 4 Drogenhändler pro Stunde. Mit einem Gesamtergebnis von 4,36/h entkommen mir 3,84 Drogenhändler von Y und 0,8 Drogenhändler von X, insgesamt 4,64/h.

    Gruß
    Verbalwalze
    Und jeder gewiefte Drogenhändler weiss, dass die Polizei nach solch oberflächlichen Kriterien handelt und mimt entweder den Heisenberg (aus Breaking Bad) oder schickt Kuriere, die durch das Beuteschema der Polizei fallen. Erwischt werden die kleinen Fische, die "irgendwie auffallen und anders aussehen." Die armen Teufel, die überhaupt kein Gewicht im Drogenhandel haben. Die unterste Stufe in der Rangordnung.
    Was meinst du warum der Großteil der Drogen ihr Ziel erreicht? Weil das Beuteschema, das nach Aussehen geht erfolgreich ist?
    Nichts wahrhaft Wertvolles erwächst aus Ehrgeiz oder bloßem Pflichtgefühl, sondern vielmehr aus Liebe und Treue zu Menschen und Dingen. (Albert Einstein)


Seite 17 von 18 ErsteErste ... 715161718 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Über uns
Politopia.de - Das Diskussionsforum. Du interessierst dich für Politik oder ein anderes Themengebiet, wünschst dir gepflegte Umgangsformen aber eine durchaus harte inhaltliche Diskussion? Dann bist du hier bei uns genau richtig und unter Freunden.