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Thema: Krebs - Aktuelles zu Forschung und Therapie

  1. #91
    Erfahrener Politopianer Avatar von Rainer Helmbrech
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    Zitat Zitat von zizou Beitrag anzeigen
    Warum findest Du das eklig? Es ist doch nun wirklich nichts Neues, dass Frauen aus Ihrem Haupthaar irgendetwas für sich selbst herstellen lassen. Mir fällt da z.B. meine Mutter ein, die sich irgendwann ihr langes Haar abschneiden ließ, um sich daraus so ein aufsteckbares Haarteil fertigen zu lassen. Oder eine Kollegin, die an Krebs erkrankte und sich aus ihren Haaren eine Perücke für die Chemozeiten machen ließ. Überhaupt Echthaarperücken und so ...
    Wir hatten holländische Nachbarn, die die Nazizeit in D verbrachten. Sie waren sehr nett und ihr Dialekt führte dazu, dass wir Kinder sie auch in der Wohnung besuchten. Eine ihrer Besonderheiten bestand darin, dass sie uns mit selbstgebackenen Keksen erfreuten. Außerdem hatten sie auch mehrere Katzen, die ihnen weggestorben waren ausstopfen lassen und sie als Dekoration in der Wohnung verteilten.

    Die meisten Erwachsenen fanden das abartig, aber wir Kinder waren davon angetan. Wir haben das im Laufe der Zeit von verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet. Besonders hat uns (meine Frau und mich) beeindruckt, dass das was zu unserer Geschichte gehörte, das Verurteilen von dem was "man" versteht, oder nicht versteht.

    Dieses holländische Ehepaar wurde in der Nazizeit, je nach dem wie man das als guter Deutscher sah, mal geschnitten, oder bei der Entnazifizierung als Beweis "geliebt" je nach den Umständen.

    Das geht mir durch den Kopf, wenn ich so Urteile von Eklig, oder nicht lese. Das kann man als Außenstehender gar nicht abschließend be/ver Urteilen. Auf jeden Fall kann man das unter dem Gesichtspunkt von Toleranz betrachten.

    MfG. Rainer

  2. Folgender Benutzer sagt Danke zu Rainer Helmbrech für den nützlichen Beitrag:

    zizou (01.12.2015)

  3. #92
    . Avatar von Anouk
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    Als Therapie kann man wohl kaum bezeichnen, was schwerkranken Patienten im "Biologischen Krebszentrum Bracht" verabreicht wurde. Mindestens drei Menschen sind jetzt gestorben; die Polizei und die Staatsanwaltschaft ermitteln.

    Nach Angaben des Kreises Viersen wurde die von einem Heilpraktiker betriebene Praxis bereits Mitte der Woche behördlich geschlossen. Dem Mann wurde untersagt, weiterhin als Heilpraktiker im Kreis Viersen tätig zu sein. Die Praxis betreibt er demnach seit August 2014.
    (...)
    Verschiedenen Berichten zufolge sollen die Patienten unter anderem die Substanz 3-Bromopyruvat erhalten haben. Sie ist in Deutschland nicht als Krebsmedikament zugelassen und noch nicht hinreichend erforscht. (..)
    http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...a-1106287.html

    Nun ist Geschäftemacherei mit den Hoffnungen Sterbenskranker leider nichts Neues. Habt Ihr zufällig mitbekommen, was vergangene Woche in Hamburg los war? Kurzfassung: der AOK-Bundesverband hatte die Lieferung von zytologischen Präparaten europaweit ausgeschrieben. Den Zuschlag für das Versorgungsgebiet Hamburg Nord/Wandsbek erhielt ausgerechnet ein Großapotheker, der wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz und Abrechnungsbetrugs schon vor längerem u.a. zu sieben Monaten auf Bewährung verurteilt worden war und gegen den aktuell wieder zwei einschlägige Ermittlungsverfahren laufen. Losgehen sollte es am 1. August. Laufzeit: ein Jahr mit Option auf Verlängerung. Das ARD-Politmagazin Panorama konfrontierte die AOK mit den Vorwürfen - und die wimmelte ab. Seht selbst:



    In diesem Fall ging es für die von dem Zwangsvertrag mit dem Großapotheker betroffenen Patienten gut aus: Tags darauf, am 29. Juli, kündigte die AOK den Vertrag. Die Veröffentlichung dieses skandalösen Vorgangs war wohl zu blamabel für sie. Ein Glück, denn auch Ärzte hatten davor erfolglos gegen den bemerkenswerten Exklusiv-Auftrag für den betrügerischen Großapotheker protestiert, zumal dessen Vorgeschichte in Hamburg und Umgebung bekannt war.

    https://daserste.ndr.de/panorama/arc...tatika100.html

    Die zuständige Apothekerkammer hat übrigens noch immer nichts gegen Günter Z. unternommen. Honi soit qui mal y pense .. ?
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  4. Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Anouk für den nützlichen Beitrag:

    ArgoNaut (06.08.2016), grauer kater (06.08.2016)

  5. #93
    Politopia-Haudegen Avatar von ArgoNaut
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    Das ganze Medizin- und Pharmawesen gehört ausgemistet, ich glaub, dass da noch mehr geschmiert wird als im Baugewerbe. Es ist ja auch ein Unding, dass die Pharmaindustrie die einschlägigen Gesetze (mit)formuliert. Verwunderlich, dass nicht noch mehr passiert.
    Gelassenheit ist die Grundvoraussetzung für Höflichkeit

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    (Daniel Patrick Moynihan)

  6. Folgende 4 Benutzer sagen Danke zu ArgoNaut für den nützlichen Beitrag:

    Anouk (06.08.2016), grauer kater (06.08.2016), Konrad (13.11.2017), Meinungsbaum (06.08.2016)

  7. #94
    Erfahrener Politopianer Avatar von Meinungsbaum
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    Dann braucht es auch keine Kontrollbehörden etc. mehr. Das Bundesversicherungsamt z. B. Aber die AOKen haben glaube ich Sonderstatus, die sind Ländersache, meine ich (muss ich nachschauen, irgendetwas war da). Wenn wir als (potenzielle) Patienten bald nur noch über öffentliche Medien Druck machen können, hat das bisherige Modell der Solidarität wenig Sinn für uns. Die Rabattverträge sind pervers (m. E.) geworden, wenn niemand guckt, ob die Konditionen überhaupt noch realisierbar sind, ohne dass eine der Parteien betrügt.

    Frdl. Grüße
    Christiane

  8. Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Meinungsbaum für den nützlichen Beitrag:

    Anouk (13.11.2017), Konrad (13.11.2017)

  9. #95
    . Avatar von Anouk
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    Zitat Zitat von Meinungsbaum Beitrag anzeigen
    (...) Die Rabattverträge sind pervers (m. E.) geworden, wenn niemand guckt, ob die Konditionen überhaupt noch realisierbar sind, ohne dass eine der Parteien betrügt.

    Frdl. Grüße
    Christiane
    Einmal das - und dann ist es auch so, dass sog. Zyto-Apotheker, die Chemotherapeutika für Krebstherapien herstellen und abgeben, nur vorangekündigt kontrolliert werden.
    Dabei wäre gerade unangekündigte Kontrollen ein Mittel, schwarzen Schafen unter ihnen das Handwerk zu legen.

    Auch in diesem Fall. Vorm Essener Landgericht begann heute der Prozess gegen einen 47-jährigen Apotheker aus Bottrop, der im großen Stil Krebsmedikamente gepanscht hat (beziehungsweise haben soll, muss man trotz erdrückender Beweislage bis zur rechtskräftigen Verurteilung schreiben). Bisweilen lieferte er nur wirkungslose Kochsalzlösungen aus, zum Teil aber wurden die von onkologischen Fachärzten verordneten Rezepturen krass unterdosiert.

    Die Anklage wirft ihm u.a. Betrug und Körperverletzung vor, einige Anwälte von Nebenklägern wollen den Apotheker aber wegen Todes oder sogar Mordes verurteilt sehen und stellten entsprechende Anträge. Sein Zyto-Labor ist inzwischen geschlossen. Hier ein Bericht dazu aus der Süddeutschen:

    Skrupellose Geschäfte mit gepanschten Krebsmedikamenten
    (...)
    Die "Alte Apotheke", seit vier Generationen im Familienbesitz, belieferte von Januar 2012 bis November 2016 mindestens 38 verschiedene Praxen und Kliniken. Die gepanschten Präparate aus Bottrop, so die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft, gingen an 4600 Patienten in sechs Bundesländern. Den Gesamtschaden schätzt die Anklage auf 56 Millionen Euro, von Peter S. penibel saldiert in 59Monatsabrechnungen gegenüber 128 Krankenkassen und Berufsgenossenschaften. Mutmaßlicher Reingewinn des Apothekers: 2,5 Millionen Euro.

    Quelle und mehr:
    http://www.sueddeutsche.de/panorama/...erte-1.3747601

    Vergangene Woche lief eine 30minütige TV-Reportage über diesen Skandal im NDR, die noch in der ARD-Mediathek abrufbar ist (hatte ich schon in einem anderen Thread zum Pflegeskandal verlinkt, aber da passte es nicht ganz so gut hin).

    http://www.ardmediathek.de/tv/Panora...entId=47410796

    Oder auch hier: https://www.youtube.com/watch?v=4B99omjLRxQ
    "Es ist ein Jammer, daß die Dummköpfe so selbstsicher sind und die Klugen so voller Zweifel." (Bertrand Russel)



  10. Folgender Benutzer sagt Danke zu Anouk für den nützlichen Beitrag:

    Konrad (13.11.2017)

  11. #96
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    Zitat Zitat von ArgoNaut Beitrag anzeigen
    Das ganze Medizin- und Pharmawesen gehört ausgemistet, ich glaub, dass da noch mehr geschmiert wird als im Baugewerbe. Es ist ja auch ein Unding, dass die Pharmaindustrie die einschlägigen Gesetze (mit)formuliert. Verwunderlich, dass nicht noch mehr passiert.
    Solange derjenige, der sich (gerne) schmieren lässt, nicht am öffentlichen Pranger steht, wird sich nichts ändern.


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