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Thema: Aktuelle Analysen zur wirtschaftlichen Lage Deutschlands

  1. #1381
    Individuum Avatar von Diogenes2100
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    […] auf einen (mutmaßlich falschen) Vergleich, den die Huffington Post gezogen hat, .....
    Um diese Meldung zu verifizieren reicht ein Blick in die Statistiken. Im übrigen war es nicht allein die Huffington Post, welche diese statistischen Fakten verbreitet hat.

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaf...hren-1.3791457
    Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.


    André Gide

  2. #1382
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    Alles neu macht der Mai - und so bleiben auch die Jubelmeldungen zum Ausschlagen der Frühjahrsbelebung nicht aus… mit der Air-Berlin-Insolvenz sind ja tausende Mitarbeiter zu Jobsuchenden geworden - und schon "berichtet" die Presse, dass beinahe 40% von ihnen bereits einen neuen Job hätten und hunderte durch ein Einstellungsprogramm bei Easyjet und über Transfergesellschaften hoffen dürfen, eine neue Stelle zu finden… die Arbeitsagenturen sind zuversichtlich… und damit dem "florierenden" Arbeitsmarkt die Fachkräfte nicht ausgehen, baut auch der ADAC Personal ab.

  3. #1383
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    Standard Hurra - Mai Rekord nur noch 6.575.141 Personen im Leistungsbezug

    „Ein Land, in dem wir gut und gerne leben“


    Wer ist wir ?


    Lisa Fitz - ich sehe was was du nicht siehst!


    Die Ungleichheit in Deutschland ist so groß wie zuletzt vor dem 1. Weltkrieg - Die Reichen werden reicher, der Rest schaut dabei zu.


    STUDIE - Soziale Spaltung in deutschen Städten nimmt zu


    Quelle: Handelsblatt online 23.05.2018 - 16:27 Uhr


    Ein Land in dem im Gleichklang vieler Medien und der Nomenklatur der Herrschenden ein robuste Konjunktur auf dem Weg zur „Fast-Vollbeschäftigung“ gibt.


    Aber eben auch eine Quote der Personen die in Armut leben oder von Armut gefährdet sind, die den Nachkriegsrekord von rund 16 % erreicht. Es gibt 934 Tafeln mit mehr als 2.100 Tafel-Läden und Ausgabestellen in denen der Grundbedarf an Lebensmittel abgedeckt werden muss. Unter Ihnen 23 Prozent Kinder und Jugendliche, 53 Prozent Erwachsene im erwerbsfähigen Alter (vor allem ALG-II- bzw. Sozialgeld-Empfänger, Spätaussiedler und Migranten), 23 Prozent Rentner und 19 Prozent Alleinerziehende.


    Trotz alledem wird die allmonatliche Jubelmeldung vom Arbeitsmarkt und der niedrigsten Arbeitslosigkeit in einem Mai seit xx Jahren verkündet. In den 1970ern und 1980ern wurde diese Zahl der Arbeitslosen nicht als „ Fast-Vollbeschäftigung“ gepriesen sondern als „Massenarbeitslosigkeit“ als Problem erkannt. Alleine die Zahl der Unterbeschäftigung zeigt das, dass Problem der „Massenarbeitslosigkeit“ auch für die Gesellschaft des Jahres 2018 präsent ist alles andere ist eine nebulöse Verschleierung des Problems durch Teilzeitbeschäftigung durch Zersplitterung von Vollzeitstellen.


    Das es nach wie vor alleine mehr als vier Millionen Menschen gibt, die ihre Grundsicherung mit ALG II (Hartz IV) Transferleistungen absichern müssen findet kaum Beachtung, immerhin verkünden viele Medien und Talk Shows „ Fast-Vollbeschäftigung“


    Arbeitsmarkt im Mai 2018:


    Im Mai 2018 wird die Zahl der Personen Leistungsempfänger von Leistungen im Bereich SGBII/SGBIII (ohne Asylleistungen und Altersgrundsicherung) im BA Monatsbericht auf 6.575.141Personen beziffert die Hilfequote der erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Bleibt wie seit Monaten unverändert bei 7,8 % erwerbsfähige Leistungsberechtigte.
    Darunter im ALG I 668.217 Personen in ALG II 4.225.308 Personen und in Sozialgeld 1.681.616 Personen Die Zahl der Unterbeschäftigten, für Mai 2018 beträgt laut BA Bericht 3.285.966 Personen 7,1 %
    . Die Zahl der Arbeitslosen im Sinne des § 16 SGB III für Mai 2018 ist in de Statistik des BA Pressedienst auf ein „Mai Rekordtief “ von 2.315.487 arbeitslosen Personen gesunken.[/B] Der Rückgang hauptsächlich im Bereich des ALG I hingegen die Empfänger von ALG II/Sozialgeld nur marginal gesunken sind. Allerdings gibt es auch (vorläufig und hochgerechnet) 855.918 Personen in der Teilnehme an Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik. Der Bestand gemeldeter Arbeitsstelle wird im April BA Bericht mit 792.637 Stellen BA-X 253 erfasst.


    1.1 Eckwerte des Arbeitsmarktes BA Bericht Mai
    Tabellenanhang zum Monatsbericht Mai 2018 (Tabelle 1)


    Quelle der Zahlen:
    https://statistik.arbeitsagentur.de/...201805-pdf.pdf




    1.4.6 Unterbeschäftigung Zur Erklärung ….


    In der Unterbeschäftigungsrechnung nach dem Konzept der BA sind neben den Arbeitslosen die Personen enthalten, die an entlastenden Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder zeitweise arbeitsunfähig erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden. Damit wird ein umfassenderes Bild über die Zahl derjenigen Menschen gezeichnet, die ihren Wunsch nach einer Beschäftigung nicht realisieren können.


    Quelle: Seite 17 BA Bericht Mai 2018


    2.3.4 Bedarfsgemeinschaften und Regelleistungsberechtigte


    Im Mai 2018 lebten in 3.152.000 Bedarfsgemeinschaften 5.907.000 Personen die einen Anspruch auf Regelleistungen nach dem SGB II hatten. Knapp drei Viertel von ihnen waren erwerbsfähig (4.225.000) und 1.682.000 zählten als nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte sind vor allem Kinder unter 15 Jahren, ihr Anteil an dieser Gruppe belief sich zuletzt auf 97 Prozent.


    Quelle: Seite 24 BA Bericht Mai 2018


    2.3.7 Hilfequoten


    Im Mai 2018 hat fast jeder zehnte Haushalt in Deutschland Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende bezogen (9,5 Prozent).32 9,1 Prozent der in Deutschland lebenden Personen bis zur Regelaltersgrenze waren hilfebedürftig – und 7,8 Prozent der Personen im erwerbsfähigen Alter. Damit waren im Vergleich zum Vorjahresmonat anteilig etwas weniger Haushalte (-0,5 Prozentpunkte) und Personen (-0,4 Prozentpunkte) auf SGB II-Leistungen angewiesen.


    *32 Vgl. zur Ermittlung der Hilfequoten


    Quelle: Seite 25 BA Bericht Mai 2018


    Den Schwerpunkt der Diskussion möchte ich im Monat Mai auf die daraus resultierende Gefahr der Altersarmut lenken.


    Drohende Altersarmut in Deutschland: Beängstigende Studie! So extrem stürzen deutsche Renten ab - Die aktuelle Studie "Pensions - The next leg of the crisis" (auf Deutsch: "Die Rentenversicherung – Die nächste Etappe der Krise") der Privatbank Berenberg


    Welche Hausaufgaben muss unsere Regierung in Berlin erledigen, dass nicht Millionen Menschen die jeden Tag früh aufgestanden sind und den ganzen Tag schwer gearbeitet haben, nach eintritt in den schwer verdienten Ruhesand, von Altersarmut bedroht werden?


    Mein Vorschlag zur Diskussion gestellt.


    Ich denke eine deutliche Anhebung des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn ist zur Altersgrundsicherung ohne staatliche Hilfen zwingend geboten. Ebenso eine moderate Anhebung der Rentenbeiträge wobei die „Sandwichgeneration“ also Personen die zum einem ihre Kinder versorgen und zum anderen für ihre pflegebedürftigen Eltern betreuen , nicht überfordert werden dürfen. Hinzu kommt die allgemeine ToDo-Liste an die regierenden die Pflege neu und besser zu organisieren, kostenfreie Kita Plätze..., und die Schaffung von bezahlbaren Wohnraum, ….


    Diese Analyse des Arbeitsmarktbericht der BA wurde mit Quellzahlen des BA Bericht Mai 2018 von Sybilla am 30.05.18 --- 10 Uhr 30 erstellt.

  4. #1384
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    Zitat Zitat von Sybilla Beitrag anzeigen
    […] Den Schwerpunkt der Diskussion möchte ich im Monat Mai auf die daraus resultierende Gefahr der Altersarmut lenken. […]
    Das Zahlenmaterial spricht für sich selbst, und, um ehrlich zu sein, ich habe es noch nicht erlebt, dass sich in Nutzerkreis dieses Forums eine Diskussion ergibt - in früher mal beschäftigungsintensiven Branchen fällt der Wegfall von Arbeitskräften naturgemäß stärker auf. Andererseits ist es mittlerweile ein alter Hut, dass die gesteigerte Produktivität auch Arbeitsplätze in großer Zahl entbehrlich macht.

  5. #1385
    deutsche Reaktion Avatar von Acaloth
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    Das große Problem Deutschlands sind die Schuldverschreibungen von zweifelhafter Einbringlichkeit mit denen man sich hat zahlen lassen. Es bringt einem nichts extrem viel Geld zu haben das nur als Schuldverschreibung existiert und zwar bei Leuten deren Kreditwürdigkeit endenwollend ist.
    Ich versteh bis heute nicht warum man z.B. bei Italien nicht schon vor ewigen Zeiten auf direkte Bezahlung bestanden hat statt irgendwelcher Salden.

    Non sibi sed patriae
    Si vis pacem para bellum

    gladius ultor noster



  6. #1386
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    Zitat Zitat von Sybilla Beitrag anzeigen
    „Ein Land, in dem wir gut und gerne leben“ […]
    Manchenorts ist der in den Medien so oft prognostizierte Fachkräftemangel schon heute akut.

  7. #1387
    Mittelmeerallergiker Avatar von techniker1
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    Manchenorts ist der in den Medien so oft prognostizierte Fachkräftemangel schon heute akut.
    Das gönne ich der Geldsackbonzeninsel aus ganzem Herzen...Da wird sich das reiche Gesocks, was sich da niedergelassen hat, was einfallen lassen müssen...vielleicht demnächst selber kochen, waschen reinigen, Auto's selber reparieren und selbst den Tankwart stellen...am amüsantesten wäre es, denen dabei zu zusehen, wie sie eine Tamponverstopfte Leitung reinigen und dabei knietief in der Scheiße stehen...
    Und das ganze dann noch weltweit im Tv und Internet präsentieren...was für ein Spaß....
    Schlagfertig ist jede Antwort, die so klug ist, dass der Leser wünscht, er hätte sie gegeben.

    Allemagne? C'est un grand Bordel néolibéralement conservateur Merkel'scher l'empreinte

    Les McCann / Invitations to Opening
    WHITE NOISE / An Electric Storm
    Simple Minds

    Ignore: Jegliches Sperr-Geschrei und
    philosophisch angehauchtes Geschwätz

    AMERIKA......oder..... Alles was die Welt nicht braucht....oder....Spiel nicht mit den Schmuddelkindern....

  8. #1388
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    Zitat Zitat von techniker1 Beitrag anzeigen
    Das gönne ich der Geldsackbonzeninsel aus ganzem Herzen […]
    Die größte der Inseln im nordfriesischen Wattenmeer mag ja, seit der Tourismus aufgekommen ist, bevorzugtes Urlaubsziel der bessergestellten Gesellschaft geworden sein - von denen einzelne Personen auch einen Zweitwohnsitz dort angelegt haben.
    Nicht vergessen sollte allerdings, dass das Reizklima an der Seeluft kurz vor der dänischen Südgrenze auch Normalverdiener anlockt - und die Einheimischen leiden gewiss schon heute am saisonalen Besucherstrom - und am örtlichen Preisgefüge. Um also die Kosten für den Erhalt des Sandstrandes und das eigene Gebäude auch künftig aufzubringen, wird man weiter auf den Tourismus als Haupterwerbszweig setzen . und der verlangt eine gute Ausstattung mit Gastronomie- und Beherberungsbetrieben. Auch die Dinge des täglichen Bedarfs und die öfters verlangten Handreichungen des Handwerks sollten nicht bei Bedarf grundsätzlich vom Festland aus angefordert werden müssen - zumal, wenn die Bahnverbindung nicht reibungslos funktioniert, deren Fertigstellung vor 90 Jahren (am Freitag sind's 91 Jahre!) doch eine Verbesserung der Lebensqualität darstellte.

    Von Fischfang, Seilknüpferei und Strandgutsammeln kann eine Volkswirtschaft heutzutage nicht mehr leben.

  9. #1389
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    Standard Lösungsansätze Altersarmut

    Seit Einführung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns, wird allmonatlich ein neuer "historischer" Beschäftigungsrekord im Viertelstundentakt in den "Qualitätsmedien und Qualitätsonlinemedien" verkündet.


    Die Vorhersage das ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn Millionen von Arbeitsplätze vernichtet, ist nicht eingetreten. Der Wirtschaftsstandort Deutschland ist wieder einmal nicht untergegangen.


    Eine deutliche Anhebung des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn ist ein unverzichtbarer Pfeiler zur Sicherung vor Altersarmut, weitere müssen folgen, wie zum Beispiel das alle, also wirklich alle einen Rentenbeitrag leisten müssen.


    Die jetzt favorisierte Idee das Renteneintrittsalter weiter auf 69 zu erhöhen, ist zynisch gegenüber der Bürger, die 50 Jahre lang früh aufstehen den ganzen Tag in der Pflege oder im Handwerk oder an der Werkbank schwer arbeiten. Und verschiebt das Problem um 2 Jahre in die Zukunft denn das Rentenniveau als die Höhe der Rentenauszahlung wird dadurch höchstens stabilisiert.

  10. #1390
    Individuum Avatar von Diogenes2100
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    Ich würde ja die 45 Jahre Arbeitsleben ab Eintritt in den Beruf zählen .....

    Wer bis 30 studiert muss dann eben bis 75 für die volle Rente
    Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.


    André Gide

  11. #1391
    An allem schuld Avatar von PrometheusXL
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    Und dein Bypass wird von einem 77-jährigen Chirurgen angetackert...
    Auf dem Weg ins Krankenhaus chauffiert dich ein 69-jähriger Zugführer, der ein paar Jahre Arbeitslosigkeit und ein, zwei Umschulungen in seinem Leben zu verbuchen hat.
    Dein Zahnarzt zittert seinen Bohrer noch bis Achtzig in deinen Mund, weil er seine Wartezeit auf den Studienplatz nur mit ein paar Jahren als Minijobber überbrücken konnte...
    Geändert von PrometheusXL (06.06.2018 um 11:04 Uhr) Grund: m
    "Kluge lernen aus allem und von jedem, der Durchschnitt aus Erfahrungen und die Dummen brauchen nichts zu lernen, denn die wissen bereits alles, vor allem besser."
    (sinngemäß nach Sokrates, 470 - 399 v. Chr.)

  12. Folgender Benutzer sagt Danke zu PrometheusXL für den nützlichen Beitrag:

    Kleinlok (07.06.2018)

  13. #1392
    Individuum Avatar von Diogenes2100
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    Zitat Zitat von PrometheusXL Beitrag anzeigen
    Und dein Bypass wird von einem 77-jährigen Chirurgen angetackert...
    Ach, der Arzt, der das Gutachten wegen meiner Erwerbsminderungsrente geschrieben hat war erst 82, da geht noch was. Der hat da drin zwar nicht mal meinen Namen richtig geschrieben und auch sonst etliche Kinken eingebaut, aber es hat trotzdem geklappt.

    Zitat Zitat von PrometheusXL Beitrag anzeigen
    Auf dem Weg ins Krankenhaus chauffiert dich ein 69-jähriger Zugführer, der ein paar Jahre Arbeitslosigkeit und ein, zwei Umschulungen in seinem Leben zu verbuchen hat.
    Diese Zeiten zählen auch heute schon zu Rentenanwartszeiten dazu.

    Zitat Zitat von PrometheusXL Beitrag anzeigen
    Dein Zahnarzt zittert seinen Bohrer noch bis Achtzig in deinen Mund, weil er seine Wartezeit auf den Studienplatz nur mit ein paar Jahren als Minijobber überbrücken konnte...
    Kaum. Zu meinem letzten gehe ich nicht mehr, der hatte mit knapp über 50 einen Schlaganfall und stand 3 Monate später wieder in der Praxis.

    Die meisten beenden mit 18/19 die Schule, und sollten sie 11 oder 12 Jahre für ihr Studium brauchen - Karma is a bitch.
    Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.


    André Gide

  14. #1393
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    Die Steigerung der Arbeitsplätze geht nicht auf den Mindestlohnsektor zurück. Leider habe ich keine sehr aktuellen Zahlen, doch das Schrumpfen ist hier für das Jahr 2016 nachgehalten:
    https://www.destatis.de/DE/ZahlenFak....InternetLive1

    Eine Erhöhung des Mindestlohns würde dazu führen, dass der Sektor für niedrigqualifizierte Arbeitnehmer schrumpft. Zwar kann durchaus die Situation mancher verbessert werden, jedoch zu Lasten schwach aufgestellter Menschen. Vielmehr noch wird der Status der von sozialer Unterstützung Abhängiger zementiert.

    Des Weiteren ist die Argumentation bzgl. Altersarmut mit Vorsicht zu genießen. Wird das durchschnittliche Einkommen (bzw. Vermögen) angehoben, hebt sich auch die Schwelle zur Armut. Durch die Verschiebung des Medians können somit weitere Menschen in die Kategorie fallen und statistisch die Armut wachsen.

  15. #1394
    An allem schuld Avatar von PrometheusXL
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    Da steht doch aber genau das Gegenteil.
    Die Arbeitszeit der Beschäftigten wird um den Teil reduziert, den der Mindestlohn an Mehrkosten ausmacht. Genauer: die Stundenzahl wird der Bruttolohnsumme angepasst. Das führt dazu, wenn unterstellt wird, dass die Arbeit nicht weniger wird, dass der Teil der Arbeit, die nicht in der verbleibenden Arbeitszeit je Beschäftigten erledigt werden kann, von anderen Beschäftigten zu Ende gebracht werden muss. Also werden neue Arbeitskräfte benötigt.
    Das hängt im Übrigen vor allem mit der Obergrenze für die geringfügige Beschäftigung im Rahmen der Minijobs zusammen, die der Minijobzentrale für die Abwicklung der Sozialversicherungebeiträge gemeldet werden müssen. Die ist nämlich gleichgeblieben. Das bedeutet, dass, um innerhalb der Brutto-Netto-Lohngrenze (Entgeltgrenze) zu bleiben, die Stundenzahl gesenkt werden muss. Die Leute verdienen also das gleiche bei weniger Arbeit.
    Zumindest bei uns wird die Arbeit nicht weniger - oder ist weniger geworden - weil Beschäftigte mehr Geld bekommen haben, oder die Arbeitszeiten reduziert haben. Tatsache ist, dass etwas effizienter gearbeitet werden muss, damit sich der Betrieb rentiert und nicht zum Hobby wird.

    Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, dass anständige Bezahlung auch Motivation bedeutet. Motivierte Arbeitnehmer sind bessere Arbeitnehmer, sie arbeiten sorgfältiger, verursachen weniger Ausfälle und Ausschuss, machen bessere Arbeit und sind freundlicher zu den Kunden. Am Ende zahlt sich anständige Bezahlung durch bessere Qualität und höhere Leistungsbereitschaft aus. Dann macht auch die Abrechnung mehr Spaß, denn da bleibt für alle genug übrig.
    Geändert von PrometheusXL (13.06.2018 um 19:56 Uhr)
    "Kluge lernen aus allem und von jedem, der Durchschnitt aus Erfahrungen und die Dummen brauchen nichts zu lernen, denn die wissen bereits alles, vor allem besser."
    (sinngemäß nach Sokrates, 470 - 399 v. Chr.)

  16. #1395
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    Im Bereich Mindestlohn gibt es ohnehin noch etliche Baustellen:

    Demnach wurden im ersten Halbjahr 2016 rund 1,8 Millionen Arbeitnehmer mit weniger als dem Mindestlohn abgespeist, auf den sie einen Anspruch hatten.
    Quelle: https://www.mz-web.de/29029966
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    André Gide

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