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Ergebnis 991 bis 1.005 von 1006

Thema: Aktuelle Analysen zur wirtschaftlichen Lage Deutschlands

  1. #991
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    Rätsel des Tages

    Hinter dem Pseudonym @Sybilla verbirgt sich ein, uns allen bekanntes, langjähriges,
    männliches Mitglied der Bundestagsfraktion der Linken. Ratet mal, wer!


  2. #992
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    Zitat Zitat von Atue Beitrag anzeigen
    Meiner Ansicht nach ist die Realität die, dass mehrere gesellschaftliche Wahrheiten parallel existieren - und das leider auch schon seit vielen Jahren. […]
    Den Einnahmenerwartungen des Einzelhandels für's diesjährige Weihnachtsgeschäft nach zu urteilen muss die wirtschaftliche Lage wohl prächtig sein… leider verteilt sich dieser Optimismus nicht so recht gleichmäßig auf die Schultern des lebenden Inventars unserer Volkswirtschaft…

  3. Folgende 3 Benutzer sagen Danke zu I'm a Substitute für den nützlichen Beitrag:

    Diogenes2100 (05.12.2017), Konrad (05.12.2017), techniker1 (05.12.2017)

  4. #993
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    … leider verteilt sich dieser Optimismus nicht so recht gleichmäßig auf die Schultern des lebenden Inventars unserer Volkswirtschaft…
    Das mag durchaus stimmen! Allerdings zeigen gerade solche Zahlen wie die vom Einzelhandel auf, dass es keine breite und auch keine wachsende Menge an Verlierern gibt. Wer an noch detailliertere Zahlen rankommt sieht dann nämlcih auch, dass die 3% mehr an Umsatz nicht nur von Jaguars und Teslas unterm Weihnachtsbaum geprägt sind, sondern quer über alle Branchen und Sortimente erwirtschaftet werden.

    3% Steigerung sind eine ganze Menge! Hier mal eine Statistik dazu. 2,7 Millarden Euro mehr auf 41 Millionen Haushalte bedeutet immerhin im Mittel über alle Haushalte 65€ MEHR.
    Nimmt man an, dass 1/3 alles Haushalte prekär wären, und aus finanziellen Gründen nicht an diesem Zuwachs teilnehmen können, müssten die verbleibenden Haushalte schon 100€ mehr im Weihnachtsgeschäft ausgeben.....und das ist dann doch schon eine ganze Menge! Selbst wenn dem so wäre würde dies bereits ausdrücken, dass offensichtlich doch eine gewisse Breite in der Bevölkerung deutlich mehr Geld ausgibt, als im Vorjahr - es ist kaum anzunehmen, dass dies eine Mehrheit der Haushalte auf Pump macht, sondern es ist davon auszugehen, dass dies eine Folge des höheren Nettoeinkommens und der gestiegenen positiven Zukunftserwartung ist.

    Die Inflation erklärt den Anstieg im Weihnachtsgeschäft nicht - schaut man auf die Inflation, dann ist diese insgesamt niedrig - aber der Treiber dort sind mehr die Kosten für das Wohnen, als die Kosten für den täglichen Bedarf oder für Weihnachtsgeschenke.

    Unterm Strich sehe ich dann doch eher die These belegt, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung Anteil hat an der gut laufenden Wirtschaft, an den gestiegenen Nettoeinkommen, an der niedrigen Inflationsrate und auch an der zunehmenden Menge an Beschäftigungsverhältnissen.

    Trotzdem gibt es die parallele Wirklichkeit, dass ein Teil der Bevölkerung eben nicht profitiert!

  5. #994
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    Zitat Zitat von Atue Beitrag anzeigen
    […] Wer an noch detailliertere Zahlen rankommt sieht dann nämlcih auch, dass die 3% mehr an Umsatz nicht nur von Jaguars und Teslas unterm Weihnachtsbaum geprägt sind, sondern quer über alle Branchen und Sortimente erwirtschaftet werden. […]
    Wenn der gesamte Einzelhandel als Durchschnittswert sein Umsatzwachstum beziffert, heißt dies keineswegs, dass jene Steigerungsrate gleichmäßig auf alle Warengruppen verteilt wäre… aktuell liest man übrigens, dass beispielsweise auch Fischgeschäfte von der Bildfläche zunehmend verschwinden, und dass der Karpfen als typisches Weihnachtsessen offenbar höchstens bei Hobbyanglern noch auf den Tisch kommt.

  6. #995
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    Wenn der gesamte Einzelhandel als Durchschnittswert sein Umsatzwachstum beziffert, heißt dies keineswegs, dass jene Steigerungsrate gleichmäßig auf alle Warengruppen verteilt wäre… aktuell liest man übrigens, dass beispielsweise auch Fischgeschäfte von der Bildfläche zunehmend verschwinden, und dass der Karpfen als typisches Weihnachtsessen offenbar höchstens bei Hobbyanglern noch auf den Tisch kommt.
    Das habe ich auch nicht ausgesagt. Klar ist aber, wer die negativen Zuwächse bei Karpfen einbringt, bringt umgekehrt mit ein, dass andere Artikel deutllicher gestiegen sein müssen.

    Mir persönlich liegt einiges an Zahlenmaterial vor - aber nicht alles. Aus dem mir vorliegenden Zahlenmaterial kann ich nicht erkennen, dass es bestimmte Personengruppen, Warensortimente o.ä. gibt, die besonders profitieren oder aussen Vor bleiben. Vielmehr sieht es für mich so aus, als ob die Steigerung im Weihnachtsgeschäft quer durch alle Artikel oder besser durch die Sortimente halbwegs gleichmäßig gemessen werden kann. Sicher - einige Aussreißer gibt es - nach oben wie nach unten - die aber haben mehr mit Modeerscheinungen zu tun, als mit sozialen Faktoren.

    Unterm Strich messe ich mit dem mir verfügbaren Material, dass die 3% Steigerung wohl erreicht werden - und zwar quer über die Einkaufsgruppen. Für das, was für mich erkennbar ist, gibt es kein einziges Indiz dafür, dass bestimmte Haushalte weniger Steigerung generieren als andere - vielmehr sieht es für mich so aus, als ob die gesteigerte Ausgabenmentalität sich ziemlich gleich verteilt.

    Ich habe insofern meinen letzten Beitrag noch sehr vorsichtig formuliert......gerade weil ich auch die Grenzen dessen sehr gut kenne, was ich mit dem mir vorliegenden Zahlenmaterial messen kann, und was halt auch nicht. Dennoch wage ich hier auch mal eine These:
    Der Aufschwung ist durchaus in der Breite angekommen - allenfalls wissen es nicht alle, dass es so ist......

    Die, die nicht oder nur wenig profitieren, sind eine eher verschwindend geringe Minderheit. Allerdings ist es durchaus vielen, die dieses Jahr mehr ausgeben und ausgeben können als in den letzten Jahren, unterm Strich einfach nicht bewußt.

    Wem es schlecht geht, auch heute noch, der empfindet das genau so - auch wenn es ihm objektiv betrachtet heute leichter als vor einem Jahr möglich ist, 3% mehr im Weihnachtsgeschäft auszugeben. 3% von 100€ sind halt auch nur 3€ - und wenn es um 3% von 50€ geht, dann liegen die 1,50€ Steigerung unterhalb der Wahrnehmungsoberfläche.....

  7. #996
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    Zitat Zitat von Atue Beitrag anzeigen
    […] Der Aufschwung ist durchaus in der Breite angekommen - allenfalls wissen es nicht alle, dass es so ist […]
    Nur, weil auch bei den Discountern kräftig eingekauft wird, heißt das keinesfalls, dass die Käuferstruktur dieselbe ist, wie in der Frühzeit des Aldi-Prinzips… und gerade diese Verlagerung des Kundenzustroms hat sowohl den inhabergeführten Einzelhandel als auch das klassische Kaufhaus nachhaltig unrentabel werden lassen…
    Zitat Zitat von Atue Beitrag anzeigen
    […] 3% von 100€ sind halt auch nur 3€ - und wenn es um 3% von 50€ geht, dann liegen die 1,50€ Steigerung unterhalb der Wahrnehmungsoberfläche.
    Es scheint prinzipiell so zu sein, dass Du übersehen willst, in welcher Weise dies eingeplante Budget für anlassbedingte Einkäufe und die kleinen Aufmerksamkeiten, die Otto Normalbürger seinem engeren Bekanntenkreis (vor allem Familie, Freunde, Bezugspersonen) zuweilen zukommen zu lassen wünscht, auf breiter Basis geschrumpft ist und weiter geschmälert wird - schon weil die Preissteigerungsrate für die unaufschiebbaren monatlichen Fixkosten (Stromversorgung, Wasser, Müllabfuhr, Heizkosten etc.) weit höher liegt als die "offizielle" Inflationsrate - geschweige denn die Anpassung des verfügbaren Einkommens.
    Ein Rentner etwa, der in den Vorjahren vielleicht 50,- für Geschenke an seine Enkel beiseite gelegt haben mag, wird keine 3% (1,50) mehr zusammengekratzt haben, sondern eher 12% (6,-) weniger… was vielleicht nicht einmal so problematisch wäre, würde ein degressives Beschenken nicht insgeheim als Zurücksetzung in der Wertschätzung angesehen werden… zumal schließlich jahrzehntelang (seit dem Wirtschaftswunder und der Ära des "Konsumterrors") die Ansprüche (sowohl des Schenkenden als auch des Beschenkten) an das ausgewählte Geschenk (und seinen Anschaffungspreis) gewachsen sind…

    Es mag ja eine Weile gedauert haben, bis die Bevölkerung zu spüren bekommen hat, wie sich das Lambsdorff-Papier und die Reaganomics auf ihren Alltag auswirken mussten.

  8. #997
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    … Es scheint prinzipiell so zu sein, dass Du übersehen willst, in welcher Weise dies eingeplante Budget für anlassbedingte Einkäufe und die kleinen Aufmerksamkeiten, die Otto Normalbürger seinem engeren Bekanntenkreis (vor allem Familie, Freunde, Bezugspersonen) zuweilen zukommen zu lassen wünscht, auf breiter Basis geschrumpft ist und weiter geschmälert wird - schon weil die Preissteigerungsrate für die unaufschiebbaren monatlichen Fixkosten (Stromversorgung, Wasser, Müllabfuhr, Heizkosten etc.) weit höher liegt als die "offizielle" Inflationsrate - geschweige denn die Anpassung des verfügbaren Einkommens.
    Ein Rentner etwa, der in den Vorjahren vielleicht 50,- für Geschenke an seine Enkel beiseite gelegt haben mag, wird keine 3% (1,50) mehr zusammengekratzt haben, sondern eher 12% (6,-) weniger… was vielleicht nicht einmal so problematisch wäre, würde ein degressives Beschenken nicht insgeheim als Zurücksetzung in der Wertschätzung angesehen werden… zumal schließlich jahrzehntelang (seit dem Wirtschaftswunder und der Ära des "Konsumterrors") die Ansprüche (sowohl des Schenkenden als auch des Beschenkten) an das ausgewählte Geschenk (und seinen Anschaffungspreis) gewachsen sind…
    Natürlich war klar, dass du einen solchen Fehler wie immer machst. Du verwechselst wieder mal konkrete Einzelschicksale mit statistischen Durchschnittszahlen, die sich auf große Mengen beziehen.

    Klar - deine Darstellung ist korrekt. Die individuelle Inflationsrate weicht bei nahezu jedem (!) Menschen in Deutschland von der offiziellen Statistik ab - allerdings nicht bei allen so, wie du es darstellst. Wenn einige Menschen (duchaus eine relevante Zahl - das bestreite ich nicht!) also mit einer höheren Inflationsrate kämpfen - dann bedeutet das umgekehrt halt auch (und das ignorierst du immer wieder), dass andere Menschen schlicht und einfach eine niedrigere individuelle Inflationsrate haben müssen, damit im Mittel über alle Menschen die statistisch ermittelte Inflationsrate herauskommt. Es gibt also gegenüber der offiziell ermittelten Inflationsrate Gewinner und Verlierer.

    Je mehr Verlierer du geltend machen willst, desto mehr muss der dann automatisch kleiner werdende Kreis der potentiellen Gewinner aber mehr investieren, damit die 100€ mehr im Weihnachtsgeschäft verargumentierbar sind.

    Deine abstruse These ist nun wohl, dass es richtig viele Verlierer gibt - und die wenigen Gewinner im Discounter unglaublich viel mehr ausgeben als im letzten Jahr!

    Verschwörungstheoretiker verbreiten so was! Nur - das müsste in den Bons messbar sein. Ist es aber nicht.

    Tatsächlich bildet sich das Wachstum im Weihnachtsgeschäft einfach quer über alle Einkaufenden ab - und zwar ziemlich gleichverteilt über alle Kundengruppen.

    Tja - das passt nun nicht so recht zu deinen Thesen - also wirst du heftigst widersprechen und Erklärungsversuche anstellen, warum die Zahlen gefaked sein müssen, und warum irgendwer Statistiken so manipuliert, dass diese nicht das wiederspiegeln, was deiner Realität entspricht und vieles mehr.

    Die Wirklichkeit ist aber deutlich einfacher:

    In der Breite geben nahezu alle Bevölkerungsgruppen im Weihnachtsgeschäft deutlich mehr aus als im Vorjahr - weil schlicht und einfach in der Breite mehr Geld da ist, was ausgegeben werden kann.

    Der, der auf Einstiegsniveau herumkrebst, leistet sich vielleicht nur eine Currywurst mehr......am anderen Ende wird sich ein Jaguar zusätzlich geleistet. Fair ist das vielleicht nicht - aber auch der, der eine Currywurst mehr in den Topf einschmeist, muss objektiv gemessen feststellen, dass es ihm besser geht, als vor einem Jahr.

    Es ist halt modern, dass man mit nichts und niemandem zufrieden ist - diese permanente Unzufriedenheit ist im Übrigen auch über alle Bevölkerungsgruppen messbar - auch bis zum Millionär. Die "gefühlte" Ungerechtigkeit hat aber mit den harten Fakten wieder einmal mehr wenig zu tun.

    Man fällt halt doch leicht auf Fake-News herein.

  9. #998
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    Zitat Zitat von Atue Beitrag anzeigen
    […] auch der, der eine Currywurst mehr in den Topf einschmeist, muss objektiv gemessen feststellen, dass es ihm besser geht, als vor einem Jahr. […]
    Dass nun das Weihnachtsgeschäft ausgerechnet beim Verkauf von Currywürsten sein diesjähriges Wachstum generiert, ist nun allerdings eine recht gewagte These… zumal die Currywurst weder ein Saisonartikel ist noch als weihnachtlicher Baumschmuck taugt.

    Immerhin zeigt sich, dass die Preissteigerung für den Einzelwurstverkauf (in Freiburg 14% lt. Badischer Zeitung) garantiert, dass man mit weniger verkauften Würsten die dreiprozentige Umsatzsteigerung durchaus realisieren könnte.

  10. #999
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    Dass nun das Weihnachtsgeschäft ausgerechnet beim Verkauf von Currywürsten sein diesjähriges Wachstum generiert, ist nun allerdings eine recht gewagte These… zumal die Currywurst weder ein Saisonartikel ist noch als weihnachtlicher Baumschmuck taugt.

    Immerhin zeigt sich, dass die Preissteigerung für den Einzelwurstverkauf (in Freiburg 14% lt. Badischer Zeitung) garantiert, dass man mit weniger verkauften Würsten die dreiprozentige Umsatzsteigerung durchaus realisieren könnte.
    Dass das Weihnachtsgeschäft seine Steigerungsrate von 3% NUR über Currywürste finanziert, habe ich nicht behauptet - aber ich danke schonmal dafür, dass du nach eigener Recherche nun selbst festgestellt hast, dass beispielsweise bei ärmeren Bevölkerungsgruppen die Steigerungsrate von 3% bereits mit dem zusätzlichen Verzehr einer Currywurst erklärt werden kann - und du ergänzend noch das Zahlenmaterial lieferst, dass dieser Zuwachs an Currywürsten auch noch gemessen werden kann.

    Soviel Einsicht in Statistik hätte ich gar nicht erwartet - aber danke dafür, dass du mir insofern zustimmst, und du nun meine Argumentation übernimmst, dass der zunehmende Wohlstand dann doch in der Breite angekommen ist.

    Vielleicht ist es nur eine Currywurst.....bei ausreichend vielen wird das so sein. Aber auch die Currywurst extra sollte man nicht kleinreden - besonders bei Gruppen, die über wenig Kapital verfügen, ist eine Currywurst extra schon ein messbarer Zuwachs an Lebensqualität.

    Wer nur 100€ im Weihnachtsgeschäft ausgeben kann und im Vorjahr ausgegeben hat - für den sind 103€ in diesem Jahr mit der zusätzlichen Currywurst auch das Wachstum um 3%! Wer nun erwartet, dass ein gesamter Staat all denen, die nur 100€ für Weihnachten ausgeben zukünftig die Mittel in die Hand zu geben hat, dass 200€ ausgegeben werden können, ist ein wenig weltfreimd neben der Spur.

    Aber du hast es ja inzwischen verstanden - das ist schon ziemlich viel wert.

  11. #1000
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    Zitat Zitat von Atue Beitrag anzeigen
    […] Wer nur 100€ im Weihnachtsgeschäft ausgeben kann und im Vorjahr ausgegeben hat […]
    Wer im Vorjahr 100,-- für Festtagsaufwendungen aufgebracht hat und auch dieses Jahr einen Betrag von 100,-- für Festtagsbraten, Süßigkeiten und Geschenke nicht überschreiten will, kann oder darf, der wird sogar auf den Verzehr eines heißen Würstchens beim Einkaufsbummel verzichten müssen… aber wo es um die Wurst geht, ist der Rechtsbruch nicht fern.

    Und das zeigt wieder einmal, dass diese hier das Diskussionsthema stellende wirtschaftliche Lage Deutschlands zum großen Teil (es gibt da ja höchstens eine schwer abschätzbare Dunkelziffer) auf Schwarzgeschäften beruht - das ist Geld, das ja irgendwie im Umlauf ist, und somit seinem eigentlichen Zweck (als Zahlungs- und Tauschmittel) gemäß verwendet wird…

    Wie gut, dass die Vorweihnachtszeit auch anregt, Charity-Aktionen zu organisieren und durchzuführen, und da kann ein Wurstspezialitätenproduzent schon mal wohltätig erscheinen - und seine Kundschaft guten Gewissens schlemmen.

  12. #1001
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    Zitat Zitat von Atue Beitrag anzeigen
    […] Tatsächlich bildet sich das Wachstum im Weihnachtsgeschäft einfach quer über alle Einkaufenden ab - und zwar ziemlich gleichverteilt über alle Kundengruppen. […]
    Diese Einstellung ist nicht einmal mehr als Naivität erklärbar… wie kommt's wohl, dass über mehrere Generationen betriebene Traditionsgeschäfte mangels Nachfolgers schließen? Wie kommt's, dass in den verbleibenden Shoppingarealen der ansonsten von Verkaufsflächenleerständen geprägten Städte bloß noch die ewig selben Schilder der marktbeherrschenden Filialketten anzutreffen sind? In einer vielgelesenen Lokalzeitung der Wirtschaftsmetropole Hamburg findet sich, höchst aktuell in der besinnlichen Adventszeit, ein recht emotional geschriebener Artikel als nachgeschobener Kommentar zu einem Tweet, dessen Inhalt bestens in diesen Thread passt…

  13. #1002
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    Irgendwann wird hier auch noch angezweifelt, das die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht....

    Dem neoliberalen Gesocks sei dank....
    Schlagfertig ist jede Antwort, die so klug ist, dass der Leser wünscht, er hätte sie gegeben.

    Allemagne? C'est un grand Bordel néolibéralement conservateur Merkel'scher l'empreinte

    Les McCann / Invitations to Opening
    WHITE NOISE / An Electric Storm
    Simple Minds

    Ignore: Jegliches Sperr-Geschrei und
    philosophisch angehauchtes Geschwätz

    AMERIKA......oder..... Alles was die Welt nicht braucht....oder....Spiel nicht mit den Schmuddelkindern....

  14. Folgender Benutzer sagt Danke zu techniker1 für den nützlichen Beitrag:

    grauer kater (Gestern)

  15. #1003
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    Zitat Zitat von techniker1 Beitrag anzeigen
    Irgendwann wird hier auch noch angezweifelt, das die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht […]
    Das Problem ist teilweise evolutionsgeschichtlich verankert - bis vor wenigen Generationen waren arme von wohlhabenderen Personenkreisen oft schon anhand ihres jeweiligen Leibesumfangs auf den ersten Blick zu unterscheiden… unsere sogenannten Zivilisationskrankheiten betrafen vormals praktisch ausschließlich die upper class. Mittlerweile gilt das BMI als Distinktionsmerkmal, und der hochgewachsene, sportlich schlanke Typus mit dem höheren Einkommen als quasi metaphorische Verkörperung des erfolgreichen, disziplinierten Leistungsträgers, während, wer überwichtig ist, als faul, träge, selbstsüchtig gilt… zwar ist die genetische Prädestination für den jeweiligen Körperbau längst bekannt, aber die Fixierung auf den oftmals falschen "ersten Eindruck" wird heutzutage forciert - und so gewinnt diese gesellschaftliche Trennlinie an Gewicht: Wer als den pauperisierten Bevölkerungsgruppen zugehörig erst stigmatisiert ist, dem geht's anscheinend ja zu gut.

    Zudem ist bis tief in den Mittelstand hinein die Angst davor, die dünne Trennlinien zwischen relativem Wohlstand und Armutsrisiko in der allgemeinen Abwärtsbewegung zu durchstoßen, groß genug, dass jene latente Gefahr ignoriert werden muss, um zuversichtlich zu erscheinen, so lang es sich durchhalten lässt… unser Thread trägt in seiner Betitelung das Begriffspaar "Gesellschaft" und "wirtschaftliche Lage"… de facto rutsch jedoch, wessen wirtschaftliche Lage ihren Halt verliert, längst aus "Gesellschaft" und sozialer Teilhabe heraus…

  16. #1004
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    Zitat Zitat von I'm a Substitute Beitrag anzeigen
    Diese Einstellung ist nicht einmal mehr als Naivität erklärbar… wie kommt's wohl, dass über mehrere Generationen betriebene Traditionsgeschäfte mangels Nachfolgers schließen? Wie kommt's, dass in den verbleibenden Shoppingarealen der ansonsten von Verkaufsflächenleerständen geprägten Städte bloß noch die ewig selben Schilder der marktbeherrschenden Filialketten anzutreffen sind? In einer vielgelesenen Lokalzeitung der Wirtschaftsmetropole Hamburg findet sich, höchst aktuell in der besinnlichen Adventszeit, ein recht emotional geschriebener Artikel als nachgeschobener Kommentar zu einem Tweet, dessen Inhalt bestens in diesen Thread passt…
    Ein ziemlich flacher Beitrag! Erklär doch mal, was das eine mit dem anderen zu tun hat?

    Es ist FAKT dass die Umsätze im Weihnachtsgeschäft steigen. Bestreitest du das ernsthaft?

    Die Probleme verschiedener Einzelhändler durchzuhalten liegen in ganz anderen Bereichen - und haben mit der Vermögensverteilung und mit der Konsumfähigkeit unterschiedlicher Konsumgruppen wenig zu tun.

    Im Einzelhandel gibt es deutlich mehr Anbieter, als dies durch das Wachstum an Konsumfähigkeit gerechtfertigt wäre. DESHALB gehen einzelne Marktteilnehmer pleite. Und zwar in aller Regel die schwächeren.
    Der Wettbewerb im Einzelhandel ist in Deutschland extrem hart - weltweit dürften nur die Märkte von China und vielleicht noch Indien ähnlich harte Wettbewerbssituationen vorweisen. Dass hier solvente Große oft bessere Karten haben, ist nicht so ganz überraschend. Viele dieser Großen waren aber vor 50 Jahren noch gar nicht so arg groß......sondern vor 50 Jahren waren es andere, die die heute oft genug pleite sind. Weil sie nicht mehr schnell genug wettbewerbsfähig genug waren......die Marktwirtschaft funktioniert gerade im Handel ziemlich gut!

    Im deutschen Einzelhandel kommt dazu noch mehr und mehr das Phänomen hinzu, dass sich Umsätze langsam aber sicher in Richtung Online verlagern. In anderen Ländern geht das teilweise schneller, oder sie sind uns schon ein paar Jahre voraus......aber auch das erklärt so oder so das Innenstadtphänomen.

    Dass die Großfilialisten erfolgreich sind ist auch dem anzukreiden, dass die Verlierer weniger erfolgreich sich darum bemüht haben, ihre Kunden zu halten.
    Wenn man also irgendjemandem etwas vorwerfen will - dann bitteschön den Kunden, die sich so verhalten, wie sie das tun. Anstatt jahrelang geförderte Lokalisten weiter zu protegieren, nutzt der gemeine Kunde doch lieber bessere, billigere und qualitativ hochwertigere Angebote der Großfilialisten - zumal er sich dort auch häufiger als bei so mancher kleiner Kette als wertiger Kunde empfangen fühlt. Dass nun die Erfolgreichen kritisiert werden.....ist ziemlicher Nonsens.

    Dass Kleine Aufgeben ist Folge dessen, dass die Kunden sich lieber besseren Angeboten von anderne zuwenden, als aus Idealismus die Kleinen weiter zu unterstützen, die bei weniger Service, einem kleineren angebot und gleichzeitig noch höheren Preise nicht besonders attraktiv sind.


    Schuld sind also die großen Ketten?

    Wohl kaum!

  17. #1005
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    Zitat Zitat von Atue Beitrag anzeigen
    […] Die Probleme verschiedener Einzelhändler durchzuhalten liegen in ganz anderen Bereichen - und haben mit der Vermögensverteilung und mit der Konsumfähigkeit unterschiedlicher Konsumgruppen wenig zu tun. […]
    Grob betrachtet sind es ganze drei Problemfelder, die dem stationären Einzelhandel das Geschäft verderben: Es sind die hohen Kosten für die Anmietung einer geeigneten Verkaufsfläche, die offenbar über die Gewinnmarge auf die Produkte kaum mehr zu erwirtschaften ist, es sind die Veränderungen der Konsumgewohnheiten Otto Normalverbrauchers, der wiederum wegen sinkender Realeinkommen seine Anschaffungen zunehmend auf's Lebensnotwendige beschränkt.
    Jene Warenvielfalt, die ab 1800 ungefähr (sichtbar am Aufkommen der ersten Passagen und der Kaufhäuser) das großstädtische Leben farbiger gestalteten und die Erreichbarkeit besseren Lebens buchstäblich greifbar werden ließ, hat sich mittlerweile ins Virtuelle verschoben - in die Kulissen von Film- und Fernsehbildern, in die Nostalgie, die bestenfalls noch im Rahmen eines Hobby, dessen Pflege der Nachwuchs übrigens ebenfalls ausgeht. Es ist bezeichnend, dass ganze Marktsegmente wegbrechen - die Krise des Musikmarktes sollte bekannt sein, in dessen Sogwelle stirbt auch der Hifi-Fachhandel. Die Philatelie zählt, wie auch der Spielwarenhandel, zu den bedrohten Gattungen, im Thread über's Videothekensterben ist diese Thematik durchaus ebenfalls angesprochen worden.
    Zitat Zitat von Atue Beitrag anzeigen
    […] Im deutschen Einzelhandel kommt dazu noch mehr und mehr das Phänomen hinzu, dass sich Umsätze langsam aber sicher in Richtung Online verlagern. In anderen Ländern geht das teilweise schneller, oder sie sind uns schon ein paar Jahre voraus […]
    Dem Fachhändler ist lange vor Aufkommen des Internet und der Online-Shoppingportale die Kundschaft abhanden gekommen. Wie oft hörte man schon in den 70er Jahren die Klage, Laufkundschaft ließe sich beraten und kaufte dann im Kaufhaus oder bestellte bei Neckermann…

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