Scheidung und ihre Wirkung

  • Liebe Foristen,


    kürzlich unterhielt ich mich mit Freunden über das Thema "Scheidung", ihre Folgen und Wirkungen auf die betroffenen innerhalb der Familie. Hierbei entstanden Fragen wie:


    1. ist der Schmerz bei Scheidungskindern abhängig von deren Alter
    (Bsp.: erwachsene Kinder leiden weniger als jüngere)


    2. kann die Scheidungsursache den Grad der psychischen Belastung auf dem Kind beeinflußen
    (Bsp.: Trennungsgrund = häufige Streitigkeiten zwischen den Eltern = Kind leidet mehr unter der Trennung oder
    nicht)


    3. Was muss geschehen damit Kinder, wenn sie einen Elternteil für die Trennung verantwortlich sehen, sich von
    diesem distanzieren, wieder vertrauen und sich nähern können.


    Solche und weitere Fragen haben uns beschäftigt. An dieser Stelle würde mich Eure Meinung zu diesem Thema interessieren. Vielleicht habt ihr selber solche oder ähnliche Erfahrungen gemacht und könnt uns diese mitteilen.

  • Ich würde ja meinen man sollte erst mal heiraten, bevor man sich um die Scheidungsfolgen gedanken macht ;) :weg:


    Später mehr zum Thema


    TM, mit "glücklicher" Scheidung nach glücklicher Ehe

  • In meinem Familien und Bekanntenkreis hab ich feststellen können, dass Kinder mit der Trennung ihrer Eltern viel besser klar kommen als erwartet.
    Im Gegenteil, viele nutzen die Situation zu ihrem Vorteil aus, indem sie die Elternteile gegeneinander ausspielen.

  • Ich würde ja meinen man sollte erst mal heiraten, bevor man sich um die Scheidungsfolgen gedanken macht ;) :weg:


    Später mehr zum Thema


    TM, mit "glücklicher" Scheidung nach glücklicher Ehe


    Ich bin doch auch keine Politikerin und rede über Politik. Du doch auch oder?! ;)

  • In meinem Familien und Bekanntenkreis hab ich feststellen können, dass Kinder mit der Trennung ihrer Eltern viel besser klar kommen als erwartet.
    Im Gegenteil, viele nutzen die Situation zu ihrem Vorteil aus, indem sie die Elternteile gegeneinander ausspielen.


    Daran kannst Du schon die ersten negativen Auswirkungen und Beeinflussungen von Scheidungen feststellen. Das Kind, wird durch eine Scheidung so manipuliert, dass man noch nicht mal sagen kann, was Ursache und was Wirkung ist.


    MfG. Rainer

  • Einer Scheidung gehen ja meist unüberbrückbare Probleme voraus , wenn Kinder mit im Spiel sind ist es ja noch um so schlimmer .


    Es kommt auf die Hauptkontrahenten an in wie weit sie in der Lage sind aus der Desaströsen Situation , eine Situation zu schaffen womit alle leben können .


    Mein Credo war immer , was gut anfängt kann auch gut enden . Nicht gerade das Ende einer Beziehung gewünscht , nun , wenn es dann passiert , habe ich versucht das beide noch stehen können und jeder einen anderen Start versuchen kann .


    Vom Mentalen , über das Finanzielle usw und jede Beziehung ist ja nun sehr individuell . Da gibt es keine Gleichung .

  • "Gut enden", das ist in aller Regel ein Märchen. Einer Scheidung gehen "unüberbrückbare Gegensätze" voraus. Und die wirken auch nach einer Scheidung noch nach. Das muß nicht in einem Rosenkrieg enden aber wenn mir einer erzählen will, er trete seinem/r früheren Partner/in völlig unbefangen gegenüber, dem sage ich auf den Kopf zu, daß er lügt. Was die Kinder betrifft, die verkraften das erstaunlich gut, jedenfalls so lange, wie nicht von einer Seite versucht wird, sie zu instrumentalisieren. Dann kommen sie unweigerlich in einen Loyalitätskonflikt, der ihnen nicht guttut. Auseinandersetzungen gehören nicht unter "Nutzung" der Kinder geführt, ebensowenig ein Wettbewerb des Verwöhnens. Auch, wenn man selbst nicht mehr wirklich die Neigung hat, miteinander zu sprechen, zum Wohl der Kinder muß man zusammenarbeiten. Und wenn man seine Kinder liebt, dann klappt das auch. Sie werden es danken.

  • In meinem Familien und Bekanntenkreis hab ich feststellen können, dass Kinder mit der Trennung ihrer Eltern viel besser klar kommen als erwartet.
    Im Gegenteil, viele nutzen die Situation zu ihrem Vorteil aus, indem sie die Elternteile gegeneinander ausspielen.


    Das nennst Du "gut verkraften" ? Wenn ein vormals möglicherweise charakterlich stabiles Kind erlernt (zwangsläufig), wie man sich mehr Liebe und Zuwendung "erbettelt"? Sich zu seinem Vorteil die passende Situation zu suchen ( hier der Streit der Eltern) ist nicht gerade positiv charakterbildend.

  • "Gut enden", das ist in aller Regel ein Märchen


    Ist es nicht . Nach 10 Jährige Beziehung sind meine Ex und ich heute die besten Freunde und sie meine engste Vertraute .


    Und das finde ich sehr gut . Besser als früher .

  • Das nennst Du "gut verkraften" ? Wenn ein vormals möglicherweise charakterlich stabiles Kind erlernt (zwangsläufig), wie man sich mehr Liebe und Zuwendung "erbettelt"? Sich zu seinem Vorteil die passende Situation zu suchen ( hier der Streit der Eltern) ist nicht gerade positiv charakterbildend.


    Es erbettelt sich ja nicht mehr Liebe und Zuwendung.
    Die sind in der Regel bei beiden Expartnern überreich vorhanden.
    Es spielt die Elternteile gegeneinander aus. Läßt sich beispielsweise von dem einem etwas erlauben, was der andere verboten hat, oder bekommt von dem einem etwas, was ihm der andere aus gutem Grund nicht zukommen ließ.
    Dass das "positiv" ist, habe ich nicht behauptet.
    Bereitet aber sehr gut auf das Leben in unserer "Gesellschaftsform" vor.:reddevil:

  • Was für ein trauriges Thema.
    TheBrain, wie kommst du auf sowas ?
    Willst du dich scheiden lassen ?


    Ansonsten bekomme ich über meine Tochter mit, die Scheidungskinder in der
    Schule kennt bzw. mit welchen befreundet ist.
    Ist teilweise frustrierend mitzubekommen, wie schlecht die Kinder drauf
    sind nach einer Scheidung. Kein Wunder, der ganze Streit und Ärger wirkt
    sich unmittelbar auf die Kinder aus, gerade wenn sie noch klein sind.
    Die kriegen das ja alles mit und je kleiner desto verstörender.


    Viele können sich in der Schule nicht mehr konzentrieren, sind extrem sensibel, usw.


    Mir tun die Kinder sehr leid.

  • "Gut enden", das ist in aller Regel ein Märchen. Einer Scheidung gehen "unüberbrückbare Gegensätze" voraus. Und die wirken auch nach einer Scheidung noch nach. Das muß nicht in einem Rosenkrieg enden aber wenn mir einer erzählen will, er trete seinem/r früheren Partner/in völlig unbefangen gegenüber, dem sage ich auf den Kopf zu, daß er lügt. Was die Kinder betrifft, die verkraften das erstaunlich gut, jedenfalls so lange, wie nicht von einer Seite versucht wird, sie zu instrumentalisieren. Dann kommen sie unweigerlich in einen Loyalitätskonflikt, der ihnen nicht guttut. Auseinandersetzungen gehören nicht unter "Nutzung" der Kinder geführt, ebensowenig ein Wettbewerb des Verwöhnens. Auch, wenn man selbst nicht mehr wirklich die Neigung hat, miteinander zu sprechen, zum Wohl der Kinder muß man zusammenarbeiten. Und wenn man seine Kinder liebt, dann klappt das auch. Sie werden es danken.


    Meine Eltern haben vor uns Kindern nie gestritten, uns da völlig aus persönlichen Schwierigkeiten heraus gehalten. Viel später haben wir erfahren, dass sie eine Absprache hatten, die sie auch ein hielten. Mein Vater lernte "die Neue" kurz vor meiner Geburt kennen. Da es noch Krieg war, wollte mein Vater, wenn etwas passierte, dass meine Mutter und wir Kinder versorgt wären. Scheidung war vorgesehen, für nach dem Krieg.


    Das Außereheliche spielte sich abends (wenn wir schon im Bett waren) ab und mein Vater kam erst Sonntag gegen 8°° und 9°° Heim. Meine Mutter tat so, als wäre das ganz normal, darum haben wird das gar nicht so mitbekommen. 1946 ließen sie sich dann scheiden, aber Vatern wohnte wie immer noch zu Hause. Irgendwann 49 zog der Vater aus und da erst wurden wir aufgeklärt. Vati und Mutti verstehen sich nicht mehr so gut...... zack, das war's. Kein beschönigen, kein drumherum Gerede.


    Mein Bruder, der 5 Jahre älter war, der kam in ein Heim, er war behindert und so wurde uns beiden Eingeredet, dass es das Beste für Alle sei. Wenn ich heute so darüber nachdenke, war es vielleicht eine gute Lösung, sicherlich besser als im Streit benutzt zu werden. Ich hatte aber immer das Gefühl, der Vater hat uns verraten. Ich wohnte dann bei meinem Vater, weil meine Mutter wieder geheiratet hatte und da sie mit ihrem "Neuen" viel auf Reisen war.


    So mit 17/18 hatten wir Vater und Sohn mal eine Meinungsverschiedenheit die in einem Streit endete, das führte zu einem Bruch mit meinem Vater, der nie wieder heilte, für mich war das, der Beweis, dass er mich wieder Verraten hatte. Wahrscheinlich eine späte Rache meinerseits.


    MfG. Rainer

  • Ich kenne Elternhäuser da hat man sich nicht scheiden lassen, es war für alle Beteiligten die Hölle....................

  • Was für ein trauriges Thema.
    TheBrain, wie kommst du auf sowas ?
    Willst du dich scheiden lassen ?


    Ich bin nicht verheiratet :) Es ist ein trauriges Thema, aber das sind Krieg und Krebs usw auch. Viele, ja fast alle meiner Freunde sind SCheidungskinder und haben alle auf ihre Art darunter gelitten, ob 18 oder 30, in jedem Fall waren alle beteiligten unglücklich. Ãœber das Thema haben wir uns in der Clique unterhalten, weil eine aktuell wieder mit diesem Thema konfrontiert wird. So kam ich auf die Idee hier zu schreiben...

  • Ich wurde in meiner Jugend so gut wie nie mit Scheidung konfrontiert. Komme allerdings auch
    aus einer eher traditionellen Familie, wo Scheidung undenkbar war. Der Scheidungsvorgang
    wurde als unmoralisch angesehen, Familie war und ist das wichtigste. Persönliche Probleme wurden
    intern geregelt, ohne dass wir Kinder was mitbekommen haben (oder nur sehr wenig).
    Aber natürlich gab es die, kein Frage.


    Auch bei unserem heutigen recht großen Freundeskreis (alles deutsche Paare) kommen
    Scheidungen relativ selten vor, warum auch immer.
    Nur über die Freunde meiner Kinder bekommen wir einiges mit...meine Tochter ist immer
    sehr frustriert über sowas und hat eine Zeitlang Panikanfälle bekommen, wenn meine Frau und
    ich uns mal gekabbelt haben (was in der besten Ehe vorkommen kann).


    Sie hat doch tatsächlich Angst bekommen, dass ihre Eltern (also wir) sich scheiden lassen,
    nur weil wir uns mal gestritten haben...wir mussten den Kindern erklären, dass Streit ansich
    erstmal nichts böses ist, und dass man Konflikte ausdiskutieren und sich eben manchmal
    streiten muss. Ohne dass dies Scheidung bedeutet.

  • .......Familie war und ist das wichtigste. Persönliche Probleme wurden
    intern geregelt, ohne dass wir Kinder was mitbekommen haben (oder nur sehr wenig).
    Aber natürlich gab es die, kein Frage........


    Ich habe das Gefühl, dass die Kinder heute nicht mehr geschützt werden. Ich kann mich erinnern, wenn Besuch da war und ein Thema wurde Kitzlig, dann wurden die Stimmen gesenkt, oder wir wurden aus dem Zimmer geschickt. Wenn man an einem Unfall vorbei fuhr, egal ob mit der Straßenbahn, oder mit dem Auto. Wenn über Krankheiten gesprochen wurde.... das Selbe.


    Neulich wurde im TV über einen Vater berichtet der Seine Kinder Umgebracht hat, das wurde von Nachbarn berichtet. Die Nachbarin hatte ihr kl Kind auf dem Arm und die Nachbarin und der Reporter erörterten die Tat. Das Kind schaute mit großen Augen in die Kamera. Vielleicht sind Kinder heute härter im Nehmen, aber ich fand das total daneben.


    Da werden Verwandte durchgehechelt, mit erwachsenen Sprache, die ich Kindern nicht zumuten würde. Wenn ich da was sage, dann ist die Antwort "ach, das macht doch nichts, da hören sie in den TV Serien mehr, das können die schon ab:eek:


    MfG. Rainer

  • Ich wurde in meiner Jugend so gut wie nie mit Scheidung konfrontiert. Komme allerdings auch
    aus einer eher traditionellen Familie, wo Scheidung undenkbar war. Der Scheidungsvorgang
    wurde als unmoralisch angesehen, Familie war und ist das wichtigste. Persönliche Probleme wurden
    intern geregelt, ohne dass wir Kinder was mitbekommen haben (oder nur sehr wenig).
    Aber natürlich gab es die, kein Frage.


    Das ist ohne Frage der beste Weg. Meine Eltern haben ihre Konflikte zumeist offen ausgetragen, mit fliegenden Lebensmitteln, auch mal einem gezückten Küchenmesser oder Möbelstücken und üblen Beschimpfungen.
    Als Kind verliert man dadurch den Respekt. Eltern sollten vor den Augen der Kinder Konflikte gesittet diskutieren oder es woanders austragen.


    Scheidungen hinterlassen oft Schäden, mindestens grosse Ängste bei den Kindern. Zerrissenheit zu wem man gehört, im schlimmsten Fall noch ein grösserer Respektverlust durch einen Scheidungskrieg zwischen Partnern mit verletzten Gefühlen.
    Wenn ich durch meine Eltern etwas gelernt habe, dann das es sich trotzdem lohnt zusammenzuhalten, auch wenn es richtig schwer ist....
    Scheidungskinder beneide ich nicht.

  • Wie siehts eigentlich bei Kinder im Erwachsenenalter aus? Spielt das Alter eine Rolle oder ist sie nur eine zwar mildernde, aber dennoch zu vernachlässigende Komponente?

  • Wie siehts eigentlich bei Kinder im Erwachsenenalter aus? Spielt das Alter eine Rolle oder ist sie nur eine zwar mildernde, aber dennoch zu vernachlässigende Komponente?


    Wie meinst du das? In Bezug auf was?