Glaube = Wissen?

  • Religion sollte ein Deutungsmodell für Sinn und Ethik in der Welt sein und kein Verhaltenskodex gebunden an menschliche Tabus und Gebote.


    Dazu braucht man aber keinen Gott...

  • Das ist Ansichtssache. Ich glaube zum Beispiel an Gott. Aber bin garantiert in jeder Religion ein Ketzer.


    Ich wollte damit sagen, dass ein Gott nicht Voraussetzung ist für moralisches Handeln. Das hat Kant sehr ausführlich behandelt. Das schließt ja nicht aus, dass der Glaube an einen Gott einen moralischen Kompass geben kann.


  • Das ist Ansichtssache. Ich glaube zum Beispiel an Gott. Aber bin garantiert in jeder Religion ein Ketzer.


    Mit den Vorstellungen der verschiedenen Religionen kann ich nicht wirklich etwas anfangen - es gibt für mich einfach keinen nachvollziehbaren Grund, den Aussagen der Religionen Glauben zu schenken...


    Die Frage, ob es Gott gibt, muss ich unbeantwortet weiterreichen, weil ich in dieser Hinsicht erschreckend unwissend bin und wohl immer bleiben werde. :)


    Du glaubst an Gott. Hast du auch eine konkrete Vorstellung davon, wer er/sie/es ist und was er will, wie sein Alltag aussieht und was seine Hobbys sind (den ganzen Tag Menschen beobachten und zu versuchen, dabei nicht einzuschlafen? ;) ) Vielleicht hast du dir ja ein paar interessante Gedanken darüber gemacht...? Lass wissen!

    3 Mal editiert, zuletzt von jaki01 ()

  • Mit den Vorstellungen der verschiedenen Religionen kann ich nicht wirklich etwas anfangen - es gibt für mich einfach keinen nachvollziehbaren Grund, den Aussagen der Religionen Glauben zu schenken...


    Die Frage, ob es Gott gibt, muss ich unbeantwortet weiterreichen, weil ich in dieser Hinsicht erschreckend unwissend bin und wohl immer bleiben werde. :)


    Du glaubst an Gott. Hast du auch eine konkrete Vorstellung davon, wer er/sie/es ist und was er will, wie sein Alltag aussieht und was seine Hobbys sind (den ganzen Tag Menschen beobachten und zu versuchen, dabei nicht einzuschlafen? ;) ) Vielleicht hast du ja dir ein paar interessante Gedanken darüber gemacht...? Lass wissen!


    Du bist Agnostiker?


  • Du glaubst an Gott. Hast du auch eine konkrete Vorstellung davon, wer er/sie/es ist und was er will, wie sein Alltag aussieht und was seine Hobbys sind (den ganzen Tag Menschen beobachten und zu versuchen, dabei nicht einzuschlafen? ;) ) Vielleicht hast du ja dir ein paar interessante Gedanken darüber gemacht...? Lass wissen!


    Nein. Woher auch? Der Gott den ich meine ist natürlich kein Mensch mit Hobbys und Alltag. Es geht mir mehr um ein philosophisches Prinzip.

  • Es ist schon fragwürdig, ob man überhaupt etwas (Fakten außerhalb, der eigenen Vorstellungen) wissen kann. Streng genommen kann man nur begründet etwas glauben.


    Dieses Problem wird in den Gettier-Fällen dargestellt.
    Gettier-Problem – Wikipedia


    Das ist ein alter Hut. Wenn ich etwas meine zu wissen, dann glaube ich das auch. Das nennt man Ãœberzeugung. Wenn ich etwas glaube, kann ich davon mehr oder weniger überzeugt sein. Dabei kann die Quantität und Qualität etwas zu glauben oder es meinen zu wissen verschiede Qualitäten haben, der letztendliche Grad an Ãœberzeugung variiert natürlich individuell.

    2 Mal editiert, zuletzt von bartelina ()


  • Nein. Woher auch?


    Ach, mir macht es manchmal einfach Spaß, darüber zu spekulieren, wer Gott sein könnte...


    Ich finde den Beitrag nicht mehr hier im Forum (wohl weil er zu alt ist), so dass ich ihn leider nicht verlinken kann, aber es gab mal eine Diskussion, wo Easy bezüglich der Atheisten/Agnostiker fragte "Was wollen sie? Woran glauben sie? Was bewegt sie?" Ich antwortete:


    Ich bin nicht Atheist (oder präziser: Agnostiker), weil ich damit etwas Bestimmtes (erreichen) will, sondern einfach, weil es für mich keinen Grund gibt, an einen Gott zu glauben, so wie er in den verschiedenen Religionen dargestellt wird.
    Es gibt viele verschiedene Vorstellungen davon, wer oder was "Gott" sein könnte, die alle gleichberechtigt nebeneinander stehen, weil ohnehin niemand WEIß, welche dieser Vorstellungen der Wahrheit am nächsten kommt - warum sollten also die religiösen Vorstellungen von Gott den nichtreligösen überlegen sein? Man könnte sich Gott doch beispielsweise auch so vorstellen:


    - als ein Naturwissenschaftler, der die Erde (bzw. das ganze Universum) genauso betrachtet, wie z.B. ein Ameisenforscher die Ameisen in seinem Formicarium: Er braucht die Lebewesen auf der Erde zu Forschungszwecken und sorgt deshalb dafür, dass die Umweltbedingungen auf der Erde (Klima, Sauerstoffangebot, Sonneneinstrahlung etc.) so bleiben, dass seine Forschungsobjekte überleben können - insofern ist er/sie ein "guter Gott". Aber fragt mal eine Ameise, ob der Forscher ihr persönlich hilft, wenn sie zu ihm betet. :-)


    - als Programmierer, der zu faul zum Programmieren geworden ist und aus diesem Grund die geniale Idee hatte, die Evolution zu erfinden, die automatisch von selbst immer neue "Programme" (also neue Genkombinationen) entwickelt, ohne dass der Programmierer noch selbst etwas tun müsste.


    - Vielleicht hat Gott auch einfach nur einen gelangweilten kleinen Sohn, der ihn nervt - deshalb hat er für ihn das Computerspiel "Erde" entwickelt; der Sohn kann die Lebewesen in diesem Computerspiel interessiert beobachten und sich, je nach kindlicher Laune, auch ab und zu selbst ins Geschehen einmischen, also z.B. einen Kometen werfen, um die Saurier zu entfernen oder ein Erdbeben entfachen...
    Gott selbst hat seit dieser Erfindung endlich mehr Zeit, in Ruhe Fußball zu gucken bzw. sich anderen Hobbies zu widmen...


    Diese und andere mögliche "alternative Gottesvorstellungen" mögen absurd erscheinen, aber da niemand weiß ob, es Gott tatsächlich gibt und falls "ja", wer oder was er ist, lässt sich trefflich spekulieren, weil für uns Unwissende jede dieser Vorstellungen (auch die Vorstellungen der Religionen über Gott) gleich (un)wahrscheinlich ist.


    Was mich aber wundert, ist, dass ausgerechnet wegen eines Themas, von dem niemand sagen kann, er wisse Genaueres, die erbittertsten Kriege der Menschheit geführt wurden und werden.


    Easydogi fragte: Ist Atheismus ein Segen oder ein Fluch für den Atheisten?

    Ich vermute, dass religiöse Menschen im Schnitt glücklicher sind als Atheisten, weil sie glauben, alles habe einen auf sie zugeschnittenen Sinn, und es gebe einen mächtigen, guten Gott, der persönlich für sie da sei und sie beschütze. Zugegebenermaßen ist das eine sehr schöne und beruhigende Vorstellung, allein mir fehlt der Glaube daran - es riecht verdächtig nach Wunschdenken, um nicht ganz alleine und ohne tieferen Sinn auf der kleinen Erde durchs riesige Weltall fliegen zu müssen...


    Was mich auch stets wundert: Wenn es tatsächlich einen Gott gibt, wieso sind die "kleinen Menschen" diesem erhabenen Gott dermaßen wichtig, dass er nichts anderes zu tun hat als sich um sie zu kümmern, sie zu beschützen und noch dazu ständig darüber nachzudenken, wer von ihnen in der Hölle schmoren soll und wer genug betet und Gutes tut, um den Himmel zu verdienen? Ist es nicht mal wieder typisch menschlich egozentrisch, zu glauben, Gott würde sich mehr mit den Menschen und ihren Taten als z.B. mit seinen Hobbies oder seiner Frau beschäftigen?


    Schade, dass man diese alten Diskussionen nicht mehr als Ganzes hervorholen kann, da sie gut zum Thema passen. Jedenfalls finde ich sie nicht mehr.

    11 Mal editiert, zuletzt von jaki01 () aus folgendem Grund: Wörter im Text nach Kopiervorgang teilweise nicht mehr korrekt voneinander getrennt.

  • Das ist ein alter Hut. Wenn ich etwas meine zu wissen, dann glaube ich das auch. Das nennt man Ãœberzeugung. Wenn ich etwas glaube, kann ich davon mehr oder weniger überzeugt sein. Dabei kann die Quantität und Qualität etwas zu glauben oder es meinen zu wissen verschiede Qualitäten haben, der letztendliche Grad an Ãœberzeugung variiert natürlich individuell.


    So alt sind die Gettier-Fälle noch nicht.


    Wissen ist die stärkste Form der Ãœberzeugung und Glauben vielleicht die schwächste. Wer ernsthaft zweifelt, ist nicht mehr überzeugt, sondern hält für gleich wahrscheinlich, dass etwas so ist oder nicht so ist.

  • Ich zähle mich zu den Agnostikern mit dem Gefühl da ist was. Also eigentlich ein "Gläubiger". Dazu fällt mir ein buddhistischer Mönch ein
    der auf die Frage "zu welchem Gott" betest du?" antwortete , "ich weiss es nicht!" Christen wiederum übersetzen Glaube oft mit Hoffnung. Daher bin ich eigentlich fast allen Religionen gegenüber offen. Was ich ablehne, Gottesbilder die man anbetet. Es können nur Symbole sein über die man zu einem Gott betet.


    P.S.: Buddha wird auch nicht angebetet. Die Statuen sind nur Symbole einer Lehre die man versucht zu befolgen. Verschiedene Indianer haben auch nicht die Sonne angebetet, sie haben über die Sonne zu Gott gebetet.

  • Falsch. Man forscht weil man glaubt und hofft der Glaube wird bestätigt.


    Und jede Forschung setzt Glauben (Prämissen, die selbst nicht mehr bewiesen werden können) voraus, auf die man die Forschung aufbaut.


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    Ich weiß, dass ich nichts weiß â€“ Wikipedia


    Zitat

    Darauf nun versuchte ich ihm zu zeigen, er glaubte zwar weise zu sein, wäre es aber nicht; wodurch ich dann ihm selbst verhaßt ward und vielen der Anwesenden. Indem ich also fortging, gedachte ich bei mir selbst, als dieser Mann bin ich nun freilich weiser. Denn es mag wohl eben keiner von uns beiden etwas tüchtiges oder sonderliches wissen; allein dieser doch meint zu wissen, da er nicht weiß, ich aber, wie ich eben nicht weiß, so meine ich es auch nicht. Ich scheine also um dieses wenige doch weiser zu sein als er, daß ich, was ich nicht weiß, auch nicht glaube zu wissen.

  • Als erstes ist für mich der Glaube eine zu tiefst persönliche und individuelle Sache.
    Ich persönlich unterscheide in 'instinktiver Glaube' und 'erlernter Glaube'. Letzteres ist das, was andere Religion nennen.
    Wenn zB. ein Wissenschaftler die Vorgehensweise eines Experimentes im Kopf ausarbeitet, weiß er um Zusammenhänge aber da er es noch nicht durchgeführt hat, vermutet er das kommende Ergebnis, er glaubt also das es funktioniert. Und zwar genau so lange, bis das Ergebnis vor ihm liegt. Dann wird aus Vermutung und Glaube WISSEN!


    Bei Religion ist das ein wenig anders. Niemand wird mit einer Konfession und mit religiösen Gedanken geboren. Das sind Dinge, die wir erst mit dem wachsen unseres Verständnis aufschnappen. Es muß uns sozusagen der Glaube erklärt werden und vor allem gelehrt werden. Jeder muß also lernen, woran er glaubt.
    Dieser Umstand ist für mich ein wenig irrational. Da ich der Meinung bin, dass Glaube nun mal individuell und etwas zu tiefst persönliches ist.
    Glaube in der Wissenschaft sehe ich eher als Motivation. In der Religion ist dieser Glaube für mich nur das organisieren persönlicher Hoffnungen, die sich aus dem erlernten ergeben. Deshalb bin ich der Meinung, das Religionen den persönlich individuellen Glauben eher hemmen, als das sie ihn fördern.
    Wenn dieses System nicht richtig funktioniert, entstehen Mythen und persönliche Einflüssen, die sich Individuen aus ihren Wissen über den Glauben und ihrer Fantasie zusammensetzen. Gerade die Anfänge unserer Konfessionen zeigen in dieser Richtung Auswüchse, die mit der eigentlichen Linie der Konfession nichts zu tun haben.


    Mir ist der Gedanke fremd, mich mit dem woran ich glaube, in einer Gruppe zu organisieren und Regeln und Vorschriften zu definieren, die andere, die an ähnliche Dinge glauben aber nicht zu 100% darin übereinstimmen, unter dem Schirm einer zentralen Organisation zu beschränken. Ein Beispiel: Was soll ein Moslem machen, der für sein Leben gern Schweinefleisch isst? oder aktuell: Was sollen jüdische Eltern machen, die ihr Kind nicht Beschneiden wollen?
    Nagelt mich jetzt bitte nicht auf die Beispiele fest! Das ist kein Kreuz und ich bin nicht Jesus! ;)


    mfg

  • Nagelt mich jetzt bitte nicht auf die Beispiele fest! Das ist kein Kreuz und ich bin nicht Jesus! ;) von gun.....


    Ich hoffe das niemand mehr genagelt wird an irgend einem Kreuz . Und auch keine Frauen auf offener Straße erschossenen werden von ihren Brüdern , weil die Frau sich ein anderes Leben gesucht und gefunden hatte .


    PS: Solche Menschen , die nichts kapieren , haben hier nichts zu suchen , sofort raus hier .

    2 Mal editiert, zuletzt von BON BOX ()

  • Nagelt mich jetzt bitte nicht auf die Beispiele fest! Das ist kein Kreuz und ich bin nicht Jesus! ;) von gun.....


    Ich hoffe das niemand mehr genagelt wird an irgend einem Kreuz . Und auch keine Frauen auf offener Straße erschossenen werden von ihren Brüdern , weil die Frau sich ein anderes Leben gesucht und gefunden hatte .


    PS: Solche Menschen , die nichts kapieren haben hier nichts zu suchen , sofort raus hier .


    Ne, wir nageln Dich nicht fest. Nur, Glaube muss nicht in eine Religion eingebunden sein. Zu glauben kann durchaus ein Ansporn sein.
    Auch viele Atheisten glauben nur und halten daran fest. Bestes Beispiel ist die Evolution. Religionen haben ihre Theorie, Wissenschaftler eine andere. Aber wissen? Versuche Religionen zu widerlegen ist den Naturwissenschaftlern bisher nicht gelungen.
    Bei mir ist Atheismus auch glauben, nur haben sie keine feste, allgemeinen Grundsätze. Es gibt keinen Gott als Wahrheit hinzustellen ist genauso vermessen wie Gott als Wahrheit zu verkaufen.

  • [quote='wudi','http://politopia.de.w018f524.kasserver.com/forum/index.php?thread/&postID=497430#post497430']Bei mir ist Atheismus auch glauben, nur haben sie keine feste, allgemeinen Grundsätze. Es gibt keinen Gott als Wahrheit hinzustellen ist genauso vermessen wie Gott als Wahrheit zu verkaufen. [/QUOTE


    Wudi , versuche mal einen Delphin zu erzählen was Gott ist , der lacht sich eins . Obwohl die Spezies sehr freundlich ist .


    Und im Norden Norwegen sollte man besser die Bäume zählen . Was noch da ist .