Glaube = Wissen?

  • Religionen haben ihre Theorie, Wissenschaftler eine andere. Aber wissen? Versuche Religionen zu widerlegen ist den Naturwissenschaftlern bisher nicht gelungen.


    Der Unterschied ist aber der:
    Jede Aussage, die ein Naturwissenschaftler über die Wirklichkeit macht, ist immer nur vorläufig, und er muss damit rechnen, durch andere Aussagen, durch bessere Theorien widerlegt zu werden, während Religionen ihre Annahmen als endgültige Wahrheit verkaufen.


    Bei mir ist Atheismus auch glauben, nur haben sie keine feste, allgemeinen Grundsätze. Es gibt keinen Gott als Wahrheit hinzustellen ist genauso vermessen wie Gott als Wahrheit zu verkaufen.


    Ich habe sehr wohl feste Grundsätze. Vermutlich sogar wesentlich festere, als 90% der scheinheilig Gläubigen dieser Erde. Und dass es keinen Gott gibt ist meine feste Ãœberzeugung, meine eigene persönliche Auffassung.

  • Der Unterschied ist aber der:
    Jede Aussage, die ein Naturwissenschaftler über die Wirklichkeit macht, ist immer nur vorläufig, und er muss damit rechnen, durch andere Aussagen, durch bessere Theorien widerlegt zu werden, während Religionen ihre Annahmen als endgültige Wahrheit verkaufen.


    Hier liegt oft der Unterschied. Aber, auch Religionsgemeinschaften können sich anpassen. Ab und zu dauert es nur einige Generationen. Das die Schöpfung älter als 4.000 Jahre + X ist, ist bei vielen immer noch nicht angekommen.

  • Und jede Forschung setzt Glauben (Prämissen, die selbst nicht mehr bewiesen werden können) voraus, auf die man die Forschung aufbaut.


    Und jede Forschung setzt Glauben Fantasie, Kreativität, Neugier voraus

  • Und jede Forschung setzt Glauben Fantasie, Kreativität, Neugier voraus


    Warum hast du denn jetzt Glauben durchgestrichen? Zur Klarheit - Glauben meine ich natürlich nicht in einem religiösem Sinne, sondern in einem grundsätzlicheren.


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    Passend zum Thema Glauben und Wissen, sei auf diese philosophische Fachzeitschrift verwiesen.


    http://www.sagw.ch/dms/philoso…_Philosophica_67_2008.pdf
    [PDF]http://www.sagw.ch/dms/philoso…_Philosophica_67_2008.pdf[/PDF]

  • Warum hast du denn jetzt Glauben durchgestrichen? Zur Klarheit - Glauben meine ich natürlich nicht in einem religiösem Sinne, sondern in einem grundsätzlicheren.


    Auch der ist bei naturwissenschaftlicher Forschung nicht zwingend erforderlich.

  • Auch der ist bei naturwissenschaftlicher Forschung nicht zwingend erforderlich.


    Jede naturwissenschaftliche Forschung geht von Prämissen aus, die sie selbst nicht überprüfen kann, aber dennoch als wahr Voraussetzung muss, um überhaupt naturwissenschaftliche Forschung betreiben zu können.

  • Jede naturwissenschaftliche Forschung geht von Prämissen aus, die sie selbst nicht überprüfen kann, aber dennoch als wahr Voraussetzung muss, um überhaupt naturwissenschaftliche Forschung betreiben zu können.


    nö, das muss nicht sein, in der Feldforschuing setze ich keine Prämissen (z.B. lege ich im Kopf nicht vorher fest: dort ist Troja zu finden und so muss es in der 9. Schicht aussehen).

  • nö, das muss nicht sein, in der Feldforschuing setze ich keine Prämissen (z.B. lege ich im Kopf nicht vorher fest: dort ist Troja zu finden und so muss es in der 9. Schicht aussehen).


    Du verwechselst, so scheint es, die Prämissen mit der Konklusion. In den Forschungsmethoden sind übrigens auch schon Prämissen enthalten.

  • Wie Gollancz bemerkte die Wissenschaft lebt von Vorraussetzungen, die es nicht beweisen kann aber für wahr haltend damit operiert. Somit ist die Sockel der Wissenschaft selbst ein Terrain, welches jenseits empirischer Wissenschaft liegt und nicht frei ist vom Für-wahr-halten bzw. einem "Glauben".
    Die Begriffe "wissen" und "glauben" werden vielerlei benutzt. "Wissen" wird verstanden sowohl als "begründeter Erkenntnis" als auch ein blosses wissen ob nun bewiesen oder nicht. Auch "glauben" wird wie "vermuten" benutzt als auch für "für-wahr-halten" aber auch "überzeugtsein an die Wahrheit von einem Wissen", welches letztere auch mit Beweis ausgezeichnet sei.


    Ein jeder nimmt aus diesen oder weiteren Möglichkeit und definiert "sein" Wissen und Glauben entsprechend seiner Weltsicht. Doch so kommt man nicht weit.

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    Ich habe sehr wohl feste Grundsätze. Vermutlich sogar wesentlich festere, als 90% der scheinheilig Gläubigen dieser Erde. Und dass es keinen Gott gibt ist meine feste Ãœberzeugung, meine eigene persönliche Auffassung.


    Wenn es einen allmächtigen Gott gäbe, würde dieser nicht zulassen, dass die drei monotheistischen Religionen, die IHN verehren und anbeten, sich bis aufs Messer bekriegen und in mehr als 2000 Jahren noch immer nicht begriffen haben, was er will, nämlich allumfassenden Frieden! Mit einem Gott sähe die Welt besser aus und vor allem hätte er sich seiner Schöpfung gleich zu Beginn zu erkennen gegeben und nicht erst nach über 2,5 Millionen Jahren menschlicher Evolution! Zudem sind die Universen viel zu gewaltig, als das einen Gott interessieren könnte, was jedes einzelne Menschlein so veranstaltet! Das wäre ähnlich, als ob wir jeden einzelnen Keim auf und in unserem Körper unter stetiger Beobachtung hätten!


  • Wenn es einen allmächtigen Gott gäbe, würde dieser nicht zulassen...


    Du gehst also davon aus, dass Gott (angenommen er existiert) so wäre, wie ihn sich die Religionen vorstellen? Woher weißt du denn, dass es Gott im Geringsten tangiert, ob Menschen ihn verehren oder ob es auf der Erde friedlich zugeht oder nicht - vielleicht ist ihm das völlig egal... und überhaupt, die Erde ein völlig marginales Nebenprodukt, das eben zufällig auch bei der Konstruktion des Universums entstanden ist? Woher sollten wir denn wissen, was seine Ziele sind, und aus welchem Grund er das Universum (oder viele Milliarden Universen) geschaffen hat?


    Vielleicht ist Gott in seiner Welt unter seinesgleichen nur ein einfacher Handwerker, der gerade Ärger mit seinem Chef hat, weil das Universum Murks geworden ist. :)

  • Wie Gollancz bemerkte die Wissenschaft lebt von Vorraussetzungen, die es nicht beweisen kann aber für wahr haltend damit operiert. Somit ist die Sockel der Wissenschaft selbst ein Terrain, welches jenseits empirischer Wissenschaft liegt und nicht frei ist vom Für-wahr-halten bzw. einem "Glauben".
    Die Begriffe "wissen" und "glauben" werden vielerlei benutzt. "Wissen" wird verstanden sowohl als "begründeter Erkenntnis" als auch ein blosses wissen ob nun bewiesen oder nicht. Auch "glauben" wird wie "vermuten" benutzt als auch für "für-wahr-halten" aber auch "überzeugtsein an die Wahrheit von einem Wissen", welches letztere auch mit Beweis ausgezeichnet sei.


    Ein jeder nimmt aus diesen oder weiteren Möglichkeit und definiert "sein" Wissen und Glauben entsprechend seiner Weltsicht. Doch so kommt man nicht weit.


    Allerdings ist die Wissenschaft bereit, ihre eigenen Voraussetzung umzustoßen, wenn sich andere Voraussetzungen als tauglicher herausstellen. Religion klebt bis zum Untergang an ihren textlichen Quellen.

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    Ich habe sehr wohl feste Grundsätze. Vermutlich sogar wesentlich festere, als 90% der scheinheilig Gläubigen dieser Erde. Und dass es keinen Gott gibt ist meine feste Ãœberzeugung, meine eigene persönliche Auffassung.


    Da stellt sich als erstes die Frage, was Gott überhaupt ist.
    Diese Auffassung wirst du genauso wenig begründen können wie dein Gegenpart. Du zeigst da also in einem gewissen Sinne ebenfalls religiöse Züge.:mad5:

  • Da stellt sich als erstes die Frage, was Gott überhaupt ist.
    Diese Auffassung wirst du genauso wenig begründen können wie dein Gegenpart. Du zeigst da also in einem gewissen Sinne ebenfalls religiöse Züge.:mad5:


    Man kann eben einen moralischen Kompass besitzen, ohne einen Gott zu haben. Das ist für einen, der glaubt, vielleicht schwer zu verstehen.
    Religion bedeutet nichts anderes als "Rückbindung". Das geht auch ohne Gott. Insofern hast du sogar recht.

  • Man kann eben einen moralischen Kompass besitzen, ohne einen Gott zu haben. Das ist für einen, der glaubt, vielleicht schwer zu verstehen.
    Religion bedeutet nichts anderes als "Rückbindung". Das geht auch ohne Gott. Insofern hast du sogar recht.


    Bei der Moral ist ein Glaube an Gott eher hinderlich. Denn - wenn man meint, Gott würde behaupten etwas sei gut, ist es deswegen lange noch nicht gut. Man kann sogar eins drauflegen. Mal angenommen Gott würde tatsächlich behaupten, etwas sei gut, dann ist es deswegen lange noch nicht gut.

  • Bei der Moral ist ein Glaube an Gott eher hinderlich. Denn - wenn man meint, Gott würde behaupten etwas sei gut, ist es deswegen lange noch nicht gut. Man kann sogar eins drauflegen. Mal angenommen Gott würde tatsächlich behaupten, etwas sei gut, dann ist es deswegen lange noch nicht gut.


    Nichts anders habe ich gemeint.

  • Da stellt sich als erstes die Frage, was Gott überhaupt ist.
    Diese Auffassung wirst du genauso wenig begründen können wie dein Gegenpart. Du zeigst da also in einem gewissen Sinne ebenfalls religiöse Züge.:mad5:


    Spielen wir das Spielchen ruhig.
    Angenommen, man findet also heraus, dass es den "großen Konstrukteur" wirklich gibt - ich wäre dennoch nicht bereit, ihn "Gott" zu nennen.

    Einmal editiert, zuletzt von Diogenes2100 ()

  • Der Weltraum. Unendliche Weiten. Irgendwo da draußen im dichten Staub des Virgon Superhaufen, gleich links neben der kleinen Ansammlung von mehreren Hunderten Galaxien liegt eine kleine lokale Gruppe mit einer wirklich wunderschönen Spiralgalaxie. Ziemlich weit außen, in einem Arm dieser Spirale soll es einen kleinen, relativ nassen Planeten geben.
    Seit ein paar Jahren hat sich auf diesem Planeten etwas entwickelt, dass man auf diesem Planeten "Evolution" nennt, das geht natürlich nur, weil diese Evolution das Benennen von Dingen durch die Entwicklung einer Sprache erst möglich gemacht hat. Stellt euch mal vor, es hätte sich keine Sprache entwickelt! Dann wüßten diese Wesen noch nicht einmal das es so etwas wie eine Evolution überhaupt gibt, weil sie nämlich kein Wort dafür hätten.
    Weil sie aber Wörter erfinden können, erfinden sie gleich mal einen ganzen Haufen davon und fügen sie so zusammen, dass sogenannte Sätze daraus gebastelt werden können.
    Da diese Wesen auch gelernt haben zu denken, machen sie natürlich regen Gebrauch davon. Irgendwann aber hat man so viel gedacht, dass man nicht mehr wußte über was man noch nachdenken sollte. Plötzlich stand man vor einem Problem. Vor lauter Denken, hatte man vergessen woher man eigentlich kam. Also dachte ein Exemplar dieser Spezies mal ganz doll nach und erfand ein Wesen, dass natürlich viel besser und größer als er selbst war. Dieses Wesen machten dann alle für die Existenz der Bewohner dieser kleinen Kugel verantwortlich.
    Statt sich aber des Lebens zu freuen und diese Erfindung der Worte dafür zu nutzen, sich besser kennen zu lernen, werden diese Worte sehr häufig dafür mißbraucht andere schlecht zu machen. Damit das gut funktioniert, stellt man sich selbst natürlich als gut dar. Und weil man selbst einen direkten Draht zu dem Höheren Wesen hatte, schließlich hat man es ja entdeckt und war sich seiner Existenz sicher, war nur logisch, das es nur eine "Gute Gruppe" gab. Die anderen glaubten ja sowieso nicht an das höhere Wesen und deshalb waren sie dumm. Denn nur wenn man sich des höheren Wesens bewußt war, zählte man zu den Guten.
    Als ich diese Wesen eine Weile beobachtete, fiel mir auf, dass sie mit der Erfindung dieses Wesens aufgehört hatten über sich selbst nachzudenken. Sie überließen alle Entscheidungen dem höheren Wesen und bemerkten dabei nicht, dass sie sich einzig und allein auf eine Erfindung beriefen, die sie selbst mal vor langer Zeit gemacht hatten.
    So langsam begriff ich die Komik dieser kausalen argumentations- Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt, und mußte herzhaft lachen.
    Aber als mir dann wenig später klar wurde, dass sie die ganze Zeit mich gemeint hatten und mich dann auch noch für Mord und Gewalt verantwortlich machten, wurde es mir dann zu bunt! Was bilden sich diese Mikroben des Kosmos eigentlich ein? Sicherlich, ich war schon echt beeindruckt, dass eine so schwache Spezies in so kurzer Zeit solche Fortschritte macht. Und beinahe hätte ich auch das erste mal mit ihnen Kontakt aufgenommen aber wer mir solche Dinge nachsagt obwohl ich noch nicht mal die Gelegenheit hatte mich persönlich vorzustellen, den lass ich einfach links liegen! Gibt schließlich noch genug Leben im Universum, dem ich mich offenbaren kann!


    mfg
    Euer Gott(so heiß ich zu mindest bei euch!)


    :joker:

    2 Mal editiert, zuletzt von gun0815 ()

  • Du gehst also davon aus, dass Gott (angenommen er existiert) so wäre, wie ihn sich die Religionen vorstellen? Woher weißt du denn, dass es Gott im Geringsten tangiert, ob Menschen ihn verehren oder ob es auf der Erde friedlich zugeht oder nicht - vielleicht ist ihm das völlig egal... und überhaupt, die Erde ein völlig marginales Nebenprodukt, das eben zufällig auch bei der Konstruktion des Universums entstanden ist? Woher sollten wir denn wissen, was seine Ziele sind, und aus welchem Grund er das Universum (oder viele Milliarden Universen) geschaffen hat?


    Vielleicht ist Gott in seiner Welt unter seinesgleichen nur ein einfacher Handwerker, der gerade Ärger mit seinem Chef hat, weil das Universum Murks geworden ist. :)


    Wodurch Du allerdings den Beweis geführt hast, dass der Gott, der in unseren Vorstellungen existiert, nicht weiter ist als eine Erfindung unserer Vorfahren, einzig geschaffen, um bestimmten Leuten Macht und Pfründen zu sichern und die anderen zu disziplinieren! Also, wenn Gott eben nicht unseren Vorstellungen entspricht und sich unserem Denken entzieht, können wir sowohl glauben oder nicht glauben, wir können ohne Angst vor dem Jenseits Menschen sein, müssen kein Haupt beugen und auch keine Kasten von diversen Priestern ernähren!