Schwere Ausschreitungen wegen Mohammed-Film

  • Demonstranten stürmen US-Konsulate in Bengasi und Kairo - ein Toter - SPIEGEL ONLINE


    Ein Film über den Propheten Mohammed hat heftige anti-amerikanische Ausschreitungen in Ägypten und Libyen ausgelöst: Demonstranten halten ihn für islamfeindlich, in der Nacht attackierten sie die US-Botschaft in Kairo und das Konsulat in Bengasi. Ein Amerikaner wurde dabei erschossen.


    das kann so nicht weitergehen ...
    wenn jedesmal wenn irgendwo in der westlichen welt etwas geschieht dass streng gläubige muslime empört es zu solchen auschreitungen kommt sogar mit toten diplomaten und US bürgern, dann wird das auf lange sicht dazu führen dass sich die westliche welt aus diesen ländern zurückzieht, zurückziehen muß.


    mag sein dass es "nur" ein paar tausend demonstranten sind und nicht das gesamte ägyptische oder libysche volk, aber an der konsequenz ändert das nichts wenn es den dortigen sicherheitsorganen nicht gelingt die diplomatischen einrichtungen oder handelsvertretungen zu schützen.
    eigentlich jeden westlichen bürger der sich in den muslimischen ländern aufhält.


    mir fällt auch nichts ein wie man diesen mob davon überzeugen kann dass wir in den westlichen ländern eine völlig andere auffassung zu meinungsfreiheit, künstlerischer freiheit und religionskritik haben.


    was denkt ihr dazu ?


    gruß @ all ... bakunicus

  • Vor allem muß deutlich gemacht werden, daß es weder ein Formulierungsgebot noch ein Mitspracherecht Dritter in Fällen der freien Meinungsäußerung geben darf. Verfassungsmäßig garantierte Freiheiten sind nicht verhandelbar!

  • Vor allem muß deutlich gemacht werden, daß es weder ein Formulierungsgebot noch ein Mitspracherecht Dritter in Fällen der freien Meinungsäußerung geben darf. Verfassungsmäßig garantierte Freiheiten sind nicht verhandelbar!


    und wie soll das gelingen ?

  • Wäre da überhaupt was zu gelingen? Derartige Ansinnen sind schlicht zurückzuweisen. Da ist auch nichts zu verhandeln! Punkt!


    dann ist die konsequenz dass sich der westen aus ländern wie ägypten, lybien oder pakistan zurückzieht.
    und auch z.b. die chinesen oder russen gesetzt den fall dass die gegen muslimische minderheiten in ihren ländern vorgehen und damit proteststürme auslösen.


    wenn man das weiterdenkt haben wir eine art neuen "eisernen vorhang" mit erheblichen verwerfungen für die weltwirtschaft aber auch die betroffenen länder ...
    so kann ägypten nicht ohne die touristen leben oder lybien nicht ohne int. unternehmen die ihr öl fördern und raffinieren ...


    dann haben wir wirklich einen "clash of cultures" ....

    2 Mal editiert, zuletzt von bakunicus ()

  • das kann so nicht weitergehen ...
    wenn jedesmal wenn irgendwo in der westlichen welt etwas geschieht dass streng gläubige muslime empört es zu solchen auschreitungen kommt sogar mit toten diplomaten und US bürgern, dann wird das auf lange sicht dazu führen dass sich die westliche welt aus diesen ländern zurückzieht, zurückziehen muß.


    Ich denke nicht, dass sich die westliche Welt aus ihren "Kolonien" (nicht historisch gemeint) zurückziehen kann.
    Nicht nur wegen der Ressourcen, auch wegen anderer Wirtschaftsbeziehungen (Im- und Export) und in Ägypten vor allem wegen des Tourismus: Knapp 1 Millionen Deutsche pro Jahr besuchen Ägypten. Dann leben ja auch noch Deutsche in Ägypten, und man will auch Einfluss auf die Politik des Landes nehmen (z.B. indem man besseren Schutz für (christliche) Minderheiten fordert).


  • wenn jedesmal wenn irgendwo in der westlichen welt etwas geschieht dass streng gläubige muslime empört es zu solchen auschreitungen kommt sogar mit toten diplomaten und US bürgern, dann wird das auf lange sicht dazu führen dass sich die westliche welt aus diesen ländern zurückzieht, zurückziehen muß.


    man wird die Sicherheit verstärken, besser befestigen besser bewaffnen mehr Wachen aufstellen usw. zurückziehen aber nicht.

  • Entscheidend sind ja immer die Strukturen die hinter solchen Aktionen stehen.
    Weil das sind ja keine spontanen Ausbrüche der Volkswut sondern dahinter stehen im Falle von Ägypten politische Gruppen, vermutlich sogar Parteien, welche sich durch solche zielgerichteten Aktionen einen politischen Zugewinn erhoffen.
    Auch sollte erwähnt werden, dass in Ägypten niemand verletzt wurde. Man ist lediglich auf die Mauer geklettert und hat die Flagge verbrannt. Die Proteste blieben alles in allem friedlich. Das war keineswegs ein alles vernichtender Mob, der mit Heugabeln und Fackeln die Botschft gestürmt hat.
    http://www.welt.de/img/ausland…h600/Mideast-Egypt-US.jpg
    Update: Thousands protest at US embassy | Egypt Independent


    Ganz anders in Bengazi. Dort war es offenbar so, dass eine ganze Milliz einen militärischen Angriff auf die Botschaft durchgeführt hat. Und man hatte insofern Erfolg, dass der US-Botschafter in Lybien zusammen mit drei Mitarbeitern durch Raketenbeschuss getötet wurde.
    Unruhen wegen Films: Wütende Muslime töten US-Diplomaten in Bengasi - Nachrichten Politik - Ausland - DIE WELT



    Der Film selbst ist übrigens ein Amateur-Film aus den USA mit dem Titel "Innocence of Muslims" in dem das übliche anti-islamische Geblubber reproduziert wird. Der Film ist also kein "Kinofilm" im eigentlichen Sinne sondern ein politisch motiviertes Machwerk, welches dazu weitgehend unbeachtet blieb, bis es über eine arabische Ãœbersetzung eines Ausschnitts und einen ägyptischen Blogger den Weg in die arabische Welt fand.
    Innocence of Muslims Trailer 2 "Egypt Protest Movie" - YouTube
    Muhammad Movie Trailer - YouTube

  • man wird die Sicherheit verstärken, besser befestigen besser bewaffnen mehr Wachen aufstellen usw. zurückziehen aber nicht.

    Die Sicherheit ist Sache derjenigen Staaten, in denen die Botschaft steht.
    In Ägypten scheint (?) es noch insoweit zu funktionieren, dass kein Botschaftspersonal umgebracht wird.
    Libyen ist offenbar in genau dem Zustand, indem es weniger verträumte Beobachter schon lange wähnen.

  • dann ist die konsequenz dass sich der westen aus ländern wie ägypten, lybien oder pakistan zurückzieht.
    und auch z.b. die chinesen oder russen gesetzt den fall dass die gegen muslimische minderheiten in ihren ländern vorgehen und damit protesstürme auslösen.


    wenn man das weiterdenkt haben wir eine art neuen "eisernen vorhang" mit erheblichen verwerfungen für die weltwirtschaft aber auch die betroffenen länder ...
    so kann ägypten nicht ohne die touristen leben oder lybien nicht ohne int. unternehmen die ihr öl fördern und raffinieren ...


    dann haben wir wirklich einen "clash of cultures" ....


    Gleichmut wäre vielleicht eine Antwort.


    Der erste Schritt wäre nach meiner Meinung der Abzug aller westlichen Truppen aus muslimischen Ländern.Das Mittel um an Rohstoffe zu kommen muß der Handel sein, welcher von Privatpersonen praktiziert wird.Der diplomatische Weg muß auf Augenhöhe ablaufen, damit die arabische Welt sieht das sie gleichberechtigt behandelt wird.
    Die Verantwortung liegt dann bei den Regierungen der jeweiligen arabischen Länder.Danach bestimmen sie wie die Handelsabkommen aussehen und somit entfällt auch der Vorwurf das der Westen die arabischen Länder ausplündert.Es muß der Agression die Munition genommen werden, allerdings nicht auf der Basis das wir unsere Verhandlungsposition und Werte aufgeben müssen.


    Gleichzeitig kann man die Studienangebote für Studenten aus arabischen Ländern verbessern, mit der Einschränkung, dass sie erstmal nach dem Studium im Westen, einige Jahre im Heimatland arbeiten müssen.So kann auch ein Ideen- und Wertetransfer stattfinden, damit die Kulturräume sich besser verstehen können.
    Die arabische Welt muß erstmal selbst definieren was sie eigentlich möchte und wie sie sich ihr Gesellschaftssystem vorstellt.Da hat der Westen auch nicht mitzureden.
    Allerdings weiß ich nicht wie man die USA davon überzeugen könnte, die aktive Einmischungspolitik zurückzufahren.


    Es hat sich ja auch gezeigt, dass wußten wir alle auch vorher, dass ein Sonderkomando mehr Erfolg hat Terroristen zu ergreifen als eine ganze Armee.Völkerrechtlich ist dies natürlich grenzwertig aber immer noch besser als tausende von zivilen Opfern.Die Geheimdienste der ganzen Welt operieren jetzt ja auch neben den militärischen Aktionen.


    Wie man nun Diplomaten und private Personen vor solchen Ausschreitungen schützen kann ist mir auch noch nicht klar.Man könnte allerdings einen direkten Dialog mit den geistlichen Führern der arabischen Welt aufnehmen, damit diese mehr Einfluss auf diese Entgleisungen nehmen und sich klar dagegen positionieren.Es müsste eine klare Aufklärung von dieser Seite kommen, dass man nicht Menschen für etwas bestraft/beschuldigt die nicht für diese Handlung verantwortlich sind.
    Da müssen sie klar und deutlich sein in ihren Formulierungen und dies am besten noch mit dem Koran begründen, was ja kein Problem sein sollte.

  • Der erste Schritt wäre nach meiner Meinung der Abzug aller westlichen Truppen aus muslimischen Ländern.Das Mittel um an Rohstoffe zu kommen muß der Handel sein, welcher von Privatpersonen praktiziert wird.

    Der Handel erfolgt privat. Natürlich muss jeder Staat seine Leute und gegebenenfalls auch die internationalen Handelswege schützen.
    An welche westlichen Truppen in muslimischen Ländern hast Du gedacht (Afghanistan ausgenommen)?


    Der diplomatische Weg muß auf Augenhöhe ablaufen,

    Der läuft immer auf Augenhöhe, sonst ist es kein diplomatischer Weg.


    Die Verantwortung liegt dann bei den Regierungen der jeweiligen arabischen Länder.

    Ja, für die Sicherheit der ausländischen Botschaften und Partner (und eigentlich auch für Touristen).


    Danach bestimmen sie wie die Handelsabkommen aussehen und somit entfällt auch der Vorwurf das der Westen die arabischen Länder ausplündert.

    Handelsabkommen sind zweiseitig.


    Gleichzeitig kann man die Studienangebote für Studenten aus arabischen Ländern verbessern,

    Das passiert seit Jahrzehnten. Manche zetteln dann von hier aus Revolten in ihren Heimatländern an, oder ziehen das Gastland durch entsprechende Aktivitäten in solche hinein.


    Die arabische Welt muß erstmal selbst definieren was sie eigentlich möchte und wie sie sich ihr Gesellschaftssystem vorstellt.Da hat der Westen auch nicht mitzureden.

    Nur zu.


    Allerdings weiß ich nicht wie man die USA davon überzeugen könnte, die aktive Einmischungspolitik zurückzufahren.

    Regelmässig werden die USA oder ganz generell "der Westen" für irgendwelche Partikularinteressen zu Hilfe gerufen. Auch NGOs aller Couleur machen viel Druck. Das Problem ist also eher umgekehrt.


    Wie man nun Diplomaten und private Personen vor solchen Ausschreitungen schützen kann ist mir auch noch nicht klar.Man könnte allerdings einen direkten Dialog mit den geistlichen Führern der arabischen Welt aufnehmen, ...

    Diesen Dialog sollen die mal schön unter sich führen. Der Schutz funktioniert durch Polizei und/oder Militär, oder die Botschaft wird eben geschlossen.

  • Der Handel erfolgt privat. Natürlich muss jeder Staat seine Leute und gegebenenfalls auch die internationalen Handelswege schützen.
    An welche westlichen Truppen in muslimischen Ländern hast Du gedacht (Afghanistan ausgenommen)?


    Afghanistan eben nicht ausnehmen.Im Irak lungern jetzt private Söldnertrupprn rum (geht gar nicht).


    Der läuft immer auf Augenhöhe, sonst ist es kein diplomatischer Weg.


    Das zweifle ich an.Siehe EU.



    Ja, für die Sicherheit der ausländischen Botschaften und Partner (und eigentlich auch für Touristen).


    Das muß gewährleistet sein.



    Handelsabkommen sind zweiseitig.


    Das zweifle ich an.Siehe Geschichte der Erdölförderung, insbesondere Naher Osten.



    Das passiert seit Jahrzehnten. Manche zetteln dann von hier aus Revolten in ihren Heimatländern an, oder ziehen das Gastland durch entsprechende Aktivitäten in solche hinein.


    Und viele bleiben auch hier.Trotzdem ist es der einzige Weg den Dialog auszubauen.Man könnte allerdings auch internationale Universitäten in den entsprechenden Ländern fördern.



    Nur zu.


    Gilt übrigens auch für uns.



    Regelmässig werden die USA oder ganz generell "der Westen" für irgendwelche Partikularinteressen zu Hilfe gerufen. Auch NGOs aller Couleur machen viel Druck. Das Problem ist also eher umgekehrt.


    Dann unterläßt man das jetzt.Und die Uno-Truppen bekommen ein anderes Gesicht.



    Diesen Dialog sollen die mal schön unter sich führen. Der Schutz funktioniert durch Polizei und/oder Militär, oder die Botschaft wird eben geschlossen.


    Und du willst gar keinen Dialog.Da passte gestern der Kommentar (zum 11.09) eines Wissenschaftlers perfekt hinein.Gesellschaften brauchen scheinbar ein Feindbild, um richtig zu funktionieren.Dies könnte man auch empirisch belegen.Es scheint wohl etwas dran zu sein.

    Einmal editiert, zuletzt von Schopenhauer ()

  • Entscheidend sind ja immer die Strukturen die hinter solchen Aktionen stehen.
    Weil das sind ja keine spontanen Ausbrüche der Volkswut sondern dahinter stehen im Falle von Ägypten politische Gruppen, vermutlich sogar Parteien, welche sich durch solche zielgerichteten Aktionen einen politischen Zugewinn erhoffen.


    Dabei war die U.S. Botschaft doch so nett, entschuldigte sich für diesen pösen Amerikaner und twitterte:


    Islam ist eine wunderbare Religion!


    [h=1]PICKET: U.S. Embassy in Cairo tweets - 'Islam is a wonderful religion'[/h]http://www.washingtontimes.com…ndemns-religious-incitem/

  • Dann schreibe doch wie dein Dialog aussehen würde.

    Was solche (teils tödlichen) Ausschreitungen anbelangt: Die Gastländer der Botschaften (aber auch der Handelspartner und nicht zuletzt Touristen) mögen bitte dafür Sorge tragen, dass die Gäste geschützt sind. Anderenfalls muss man die Botschaft mit Rücksicht auf das Leben des Personals schliessen und allen Privatleuten von Handels- und Vergnügungsreisen dorthin dringend abraten.
    Das muss kommuniziert werden.


  • Das zweifle ich an.Siehe Geschichte der Erdölförderung, insbesondere Naher Osten.


    Auf was genau spielst du an ?
    Im Regelfall kriegen die einen Geld oder sonstige Leistungen die anderen Öl.


  • Gleichzeitig kann man die Studienangebote für Studenten aus arabischen Ländern verbessern, mit der Einschränkung, dass sie erstmal nach dem Studium im Westen, einige Jahre im Heimatland arbeiten müssen.So kann auch ein Ideen- und Wertetransfer stattfinden, damit die Kulturräume sich besser verstehen können.
    Die arabische Welt muß erstmal selbst definieren was sie eigentlich möchte und wie sie sich ihr Gesellschaftssystem vorstellt.Da hat der Westen auch nicht mitzureden.


    Also so Erfolgsmodelle wie Ho Chi minh.....die dann in die Heimat gehen und Revolte machen...




    Es hat sich ja auch gezeigt, dass wußten wir alle auch vorher, dass ein Sonderkomando mehr Erfolg hat Terroristen zu ergreifen als eine ganze Armee.Völkerrechtlich ist dies natürlich grenzwertig aber immer noch besser als tausende von zivilen Opfern.Die Geheimdienste der ganzen Welt operieren jetzt ja auch neben den militärischen Aktionen.


    Die Amis müssten mehr Geheimdienst weniger Army nutzen das stimmt schon.



    Wie man nun Diplomaten und private Personen vor solchen Ausschreitungen schützen kann ist mir auch noch nicht klar.Man könnte allerdings einen direkten Dialog mit den geistlichen Führern der arabischen Welt aufnehmen, damit diese mehr Einfluss auf diese Entgleisungen nehmen und sich klar dagegen positionieren.


    Weil die ja gar nicht wissen zu was sie da aufhetzen oder wie ?
    So dumm und naiv sind die nicht, die wissen genau was sie sagen und was die Folge davon ist.

  • Was solche (teils tödlichen) Ausschreitungen anbelangt: Die Gastländer der Botschaften (aber auch der Handelspartner und nicht zuletzt Touristen) mögen bitte dafür Sorge tragen, dass die Gäste geschützt sind. Anderenfalls muss man die Botschaft mit Rücksicht auf das Leben des Personals schliessen und allen Privatleuten von Handels- und Vergnügungsreisen dorthin dringend abraten.
    Das muss kommuniziert werden.


    im prinzip stimme ich dir da sogar zu ...


    habe aber zweifel ob das in ländern wie ägypten, pakistan oder lybien wirklich gelingen kann.
    dazu sind gar nicht die strukturen und die mittel vorhanden.


    und das wissen die islamisten auch und es ist ihr erklärtes ziel diese länder zu isolieren.
    was dann auf einen interessenskonflikt zwischen wirtschaftlichen zielen und religiösen zielen hinausläuft.
    die regierungen in den muslimischen ländern sind um diese aufgabe nicht zu beneiden.


    es wird auf bürgerkriegsähnliche zustände zwischen gemäßigten muslimen und den streng gläubigen hinauslaufen.
    nur der nackte hunger wird die islamisten in die knie zwingen ...


    wenig berauschende aussichten ...