Opel-Werk in Bochum schließt 2016

  • Eine Hiobsbotschaft für die Opelaner vor Weihnachten: Opel schließt das Werk in Bochum 2016. Genauer gesagt, dort werden keine Autos mehr gebaut, sondern nur noch Einzelteile gefertigt, was mit dem Wegfall von ca. 3.000 Arbeitsplätzen einhergeht. Eine Entscheidung, die angesichts der Ãœberkapazitäten von General Motors in Europa und den andauernden Umsatzverlusten von Opel lange erwartbar war. Der Betriebsrat will kämpfen, die Regierung lehnt Staatshilfen für Opel ab. Auch das wirtschaftlich logisch, denn das wäre eine unzulässige Bevorzugung vor der Konkurrenz. Der Stadtrat in Bochum will nun versuchen, andere Industrien und Firmen nach Bochum zu holen. Wie das geschehen soll, wird nicht genau gesagt. Aber auch hier bleibt das warnende Beispiel NOKIA, das wegen Förderungen ein Werk einrichtete und als die Förderungen ausliefen, weiterwanderte. Die Frage, die sich hier stellt, ist doch eher, womit macht man den Standort attraktiv, und wie wird es gelingen, Industrie dauerhaft anzusiedeln? Das Rezept mit Subventionen hat sich ja als untauglich erwiesen.

  • Opel in Bochum ist meines Erachtens tot! Meine Intention war, was nach Opel dort kommen könnte.


    Ok, hat einen eigenen Thread verdient, nach meiner Meinung. Hättest du aber im Titel festhalten sollen.


    Ich finde bei dem Thema, was die Städte (vorzugsweise Ruhrgebiet) machen sollen, ein Blick auf diese Städterankings und ihre Indikatoren ganz interessant, bzw. was sie nicht beachten. Dazu aber mal andermal.

  • Ok, hat einen eigenen Thread verdient, nach meiner Meinung. Hättest du aber im Titel festhalten sollen.


    Ich finde bei dem Thema, was die Städte (vorzugsweise Ruhrgebiet) machen sollen, ein Blick auf diese Städterankings und ihre Indikatoren ganz interessant, bzw. was sie nicht beachten. Dazu aber mal andermal.


    Eigentlich wollte ich das auch in den Titel reinschreiben: Was kommt nach Opel? War aber anscheinend zu lang.

  • Eigentlich wollte ich das auch in den Titel reinschreiben: Was kommt nach Opel? War aber anscheinend zu lang.


    Was kam nach vielen anderen Autofirmen, die verschwanden oder geschluckt worden sind? Die Glücklicheren im Wettbewerb füllten die Lücken mal besser, mal schlechter! Für die Beschäftigten, die die Jobs verlieren, ist es bitter! Doch eine Marke, die sich über Jahre ernsthafte qualitative Probleme infolge MIßmanagements gieriger Profitgeier leistet, ist es bei der heute herrschenden internationalen Konkurrenz kaum möglich, wieder im Markt zu bestehen, noch dazu, wenn der Mutterkonzern seine Interessen in den USA sieht und in Deutschland nur Kostennachteile erkennt! Zudem hat die Politik in den letzten 10 bis 15 Jahren den europäischen Automarkt ruiniert, in völliger Verkennung von dessen Bedeutung für die europäische Wirtschaft insgesamt! Man kann eine Kuh eben nicht auf Dauer bis aufs Blut melken, irgendwann fällt sie in sich zusammen!

  • Was kam nach vielen anderen Autofirmen, die verschwanden oder geschluckt worden sind? Die Glücklicheren im Wettbewerb füllten die Lücken mal besser, mal schlechter! Für die Beschäftigten, die die Jobs verlieren, ist es bitter! Doch eine Marke, die sich über Jahre ernsthafte qualitative Probleme infolge MIßmanagements gieriger Profitgeier leistet, ist es bei der heute herrschenden internationalen Konkurrenz kaum möglich, wieder im Markt zu bestehen, noch dazu, wenn der Mutterkonzern seine Interessen in den USA sieht und in Deutschland nur Kostennachteile erkennt! Zudem hat die Politik in den letzten 10 bis 15 Jahren den europäischen Automarkt ruiniert, in völliger Verkennung von dessen Bedeutung für die europäische Wirtschaft insgesamt! Man kann eine Kuh eben nicht auf Dauer bis aufs Blut melken, irgendwann fällt sie in sich zusammen!


    Zollagent geht es, so ich es verstanden habe, eher mehr um den Standort: Wie kann er den Weg den signifikanten Arbeitsplatzrückgang verkraften? Allgemein steht das Ruhrgebiet aufgrund des Strukturwandels seit Jahren vor dieser Herausforderung.

  • Ok, hat einen eigenen Thread verdient, nach meiner Meinung. Hättest du aber im Titel festhalten sollen.


    Ich finde bei dem Thema, was die Städte (vorzugsweise Ruhrgebiet) machen sollen, ein Blick auf diese Städterankings und ihre Indikatoren ganz interessant, bzw. was sie nicht beachten. Dazu aber mal andermal.


    Gestern kam in der Tagesschau ein interessanter Kommentar zu den Verlusten von Thyssen-Krupp und zum Ruhrgebiet, ergänzt durch einen Bericht von Report München! Es fehlt eine Strategie für den Strukturwandel, ein Verschieben von Geldern zur Füllung immer neuer Haushaltslöcher ist destruktiv, aber das gilt eigentlich für ganz Deutschland, die Ballung wirtschaftlicher Leuchttürme ist nicht zielführend, weil immer neue Probleme daraus entstehen, während in der Fläche die optimierbaren Lösungen ausbleiben.

  • Zollagent geht es, so ich es verstanden habe, eher mehr um den Standort: Wie kann er den Weg den signifikanten Arbeitsplatzrückgang verkraften? Allgemein steht das Ruhrgebiet aufgrund des Strukturwandels seit Jahren vor dieser Herausforderung.


    Das habe ich schon verstanden! Doch das Automobil ist so ungefähr das einzige technische Produkt, auf das der Bürger, will er die geforderte Mobilität gewährleisten, nicht verzichten kann, das stetig teurer geworden ist, auf dessen Nutzung die höchsten Belastungen konzentriert werden und das, analog zum Wohnen in den Ballungsräumen, sich der Normalverdiener kaum noch leisten kann, aber leisten muß, wenn er nicht in den Zentren der Städte wohnt!

  • Was kam nach vielen anderen Autofirmen, die verschwanden oder geschluckt worden sind? Die Glücklicheren im Wettbewerb füllten die Lücken mal besser, mal schlechter! Für die Beschäftigten, die die Jobs verlieren, ist es bitter! Doch eine Marke, die sich über Jahre ernsthafte qualitative Probleme infolge MIßmanagements gieriger Profitgeier leistet, ist es bei der heute herrschenden internationalen Konkurrenz kaum möglich, wieder im Markt zu bestehen, noch dazu, wenn der Mutterkonzern seine Interessen in den USA sieht und in Deutschland nur Kostennachteile erkennt! Zudem hat die Politik in den letzten 10 bis 15 Jahren den europäischen Automarkt ruiniert, in völliger Verkennung von dessen Bedeutung für die europäische Wirtschaft insgesamt! Man kann eine Kuh eben nicht auf Dauer bis aufs Blut melken, irgendwann fällt sie in sich zusammen!


    Wie sah denn dieser Ruin, von dem du sprichst, aus?

  • Gestern kam in der Tagesschau ein interessanter Kommentar zu den Verlusten von Thyssen-Krupp und zum Ruhrgebiet, ergänzt durch einen Bericht von Report München! Es fehlt eine Strategie für den Strukturwandel, ein Verschieben von Geldern zur Füllung immer neuer Haushaltslöcher ist destruktiv, aber das gilt eigentlich für ganz Deutschland, die Ballung wirtschaftlicher Leuchttürme ist nicht zielführend, weil immer neue Probleme daraus entstehen, während in der Fläche die optimierbaren Lösungen ausbleiben.


    Kannst du dazu mal Klartext schreiben, was du dir so vorstellst?

  • Das habe ich schon verstanden! Doch das Automobil ist so ungefähr das einzige technische Produkt, auf das der Bürger, will er die geforderte Mobilität gewährleisten, nicht verzichten kann, das stetig teurer geworden ist, auf dessen Nutzung die höchsten Belastungen konzentriert werden und das, analog zum Wohnen in den Ballungsräumen, sich der Normalverdiener kaum noch leisten kann, aber leisten muß, wenn er nicht in den Zentren der Städte wohnt!


    Wo sind Autos teurer geworden? Man muss es in das Verhältnis des Verdienstes und der Ausstattung sehen. Selbst ein Wagen der gehobenen Mittelklasse hatte nur das was man zum Fahren braucht. Kein Radio, keine heizbare Heckscheibe, kein...........
    Jeder billige Kleinwagen hat eine bessere serienmässige Ausstattung als ein Mercedes vor 30-40 Jahren.


    P.S.: in meiner Jugend bekam man für unter 1.50DM in der Kneipe noch ein Bier.

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  • Wo sind Autos teurer geworden? Man muss es in das Verhältnis des Verdienstes und der Ausstattung sehen. Selbst ein Wagen der gehobenen Mittelklasse hatte nur das was man zum Fahren braucht. Kein Radio, keine heizbare Heckscheibe, kein...........
    Jeder billige Kleinwagen hat eine bessere serienmässige Ausstattung als ein Mercedes vor 30-40 Jahren.


    P.S.: in meiner Jugend bekam man für unter 1.50DM in der Kneipe noch ein Bier.


    Ein Golf kostete (Listenpreis) 1992 irgendwas um 20.000 DM. Ein Golf kostet heute mindestens 17.000 Euro. Die Löhne sind im Schnitt um 2% jährlich gestiegen. 40% mehr... Würde bedeuten, der Golf müßte eigentlich grob bei 14.000 Euro liegen. Ich weiß, Milchmädchen. Und eine Heckscheibenheizung gabs auch schon 1992. Dazu kommen noch Steuern, Abgaben, Spritpreise.


    PS: In meiner Jugend kam ein Bier in der Kneipe 0,59 Mark....

  • Wie sah denn dieser Ruin, von dem du sprichst, aus?


    Er ist im Gange, ohne die günstigen Exportsteigerungen bei einigen Marken und die Auslandsproduktion hätten wir in allen Autofirmen sowohl in Deutschland als auch in Europa längst Kurzarbeit oder Unternehmensstillegungen! Der private Automarkt in Europa stagniert oder geht sogar erheblich zurück!

  • Ein Golf kostete (Listenpreis) 1992 irgendwas um 20.000 DM. Ein Golf kostet heute mindestens 17.000 Euro. Die Löhne sind im Schnitt um 2% jährlich gestiegen. 40% mehr... Würde bedeuten, der Golf müßte eigentlich grob bei 14.000 Euro liegen. Ich weiß, Milchmädchen. Und eine Heckscheibenheizung gabs auch schon 1992. Dazu kommen noch Steuern, Abgaben, Spritpreise.


    PS: In meiner Jugend kam ein Bier in der Kneipe 0,59 Mark....


    Den dt. Durchschnittseinkommensbezieher, der im Vergleich zu 1992 40% mehr Lohn/Gehalt in der Tasche brutto hat, mußt Du aber suchen, den gibt es nicht! Und netto schon gar nicht!

  • Also 0,13 DM. ;)


    Ein 0,33 l Pilsner kostete in unseren Kneipen zu meiner Jugendzeit 40 Pfennig Ost! Das konnte man sich als Student sogar spielend leisten! Ein Liter Milch kostete 39 Pfennig, ein 750g Mischbrot guter Qualität, reiner Sauerteig ohne Beimischungen kostete 78 Pfennig! Eine 100 qm Wohnung war bis zur Wende für rund 100 Mark der DDR zu mieten, zuzüglich Strom, Heizung und Wasser, wobei die kwh Strom 8 Pfennig kostete! Bis zur Wende lag unser Familieneinkommen bei rund 3000 Mark /DDR im Monat!

  • Er ist im Gange, ohne die günstigen Exportsteigerungen bei einigen Marken und die Auslandsproduktion hätten wir in allen Autofirmen sowohl in Deutschland als auch in Europa längst Kurzarbeit oder Unternehmensstillegungen! Der private Automarkt in Europa stagniert oder geht sogar erheblich zurück!


    Das dürfte daran liegen, daß der Automarkt in Europa weitgehend gesättigt ist. Du hast aber nicht klar gemacht, weshalb daran "die Politik" schuld sein soll. Das war doch deine Ursprungsaussage.

  • Das dürfte daran liegen, daß der Automarkt in Europa weitgehend gesättigt ist. Du hast aber nicht klar gemacht, weshalb daran "die Politik" schuld sein soll. Das war doch deine Ursprungsaussage.


    Die kaufkräftige Nachfrage ist gesättigt, zudem laufen die gebrauchten Fahrzeuge mittlerweile bis zwei Jahre länger, die Anzahl der schadhaften Autos im Straßenverkehr ist laut TÃœV auf 20% angestiegen, weil immer mehr Menschen sich die Wartung nicht mehr leisten können. Das alles sind Politikfolgen, ebenso, dass der überwiegende Teil der neu gekauften Fahrzeuge im Privatsektor fianziert wird, somit die Verschuldung insbesondere der ärmeren Menschen kritisch ansteigen läßt, die ein Auto brauchen, um überhaupt arbeiten zu können und sich auf Leasing oder Ballonfinanzierungen einlassen, deren Folgen sie nicht einschätzen können!

  • Den dt. Durchschnittseinkommensbezieher, der im Vergleich zu 1992 40% mehr Lohn/Gehalt in der Tasche brutto hat, mußt Du aber suchen, den gibt es nicht! Und netto schon gar nicht!


    Keine Ahnung hast du viel. Der Durchschnittsverdienst 1992 lag 1992 bei 46820 DM, was 23938,69 € entspricht. Der Durchschnittsverdienst 2012 liegt bei 32446 €, was ziemlich genau 35 % mehr Gehalt entspricht.