Deutschland: Ein Armenhaus ?

  • Ich denke, dass die Sozialgerichte eher in anderen Fällen entscheiden müssen-> Größe und Aussattung der Wohnung, Zumutbarkeit einer gemeinsamen Wohnung mit den Eltern usw. usf.


    Nun, das fängt an mit Fahrgeldersatz für den Schulausflug, geht über die fehlerhafte Anrechnung von Einkommen, nahezu alles was mit der Angemessenheit der Wohnung und den Nebenkosten zusammenhängt, sehr oft auch Streit um die Sonderbedarfsregelungen, die so eng gefasst sind, dass fast nichts darunter fällt.
    Man glaubt gar nicht, was die Jobcenter sich alles einfallen lassen, um ihre "Kunden" zu piesacken. Nur ihrer eigentlichen Aufgabe, der Vermittlung von Arbeitsplätzen kommen sie nicht nach.

  • Nichtsdesotrotz muss keiner ohne Wohnung leben.


    Und da kommen wir wieder zu meinem Satz:


    Zitat

    Zwischen vereinzelten Urteilen und der gesellschaftlichen und behördlichen Realität klaffen Lücken - enorme Lücken.

  • Nichtsdesotrotz muss keiner ohne Wohnung leben.


    Du solltest bedenken, dass Obdachlosigkeit die Folge existenzieller Notlagen ist. Diese menschen haben heftigste Schicksalsschläge hinter sich, da geht man nicht cool zum Amt um eine Wohnung einzufordern.


    Denk bitte auch an die ca. *2.500 Kinder/Jugendlichen die jährlich auf der Strasse landen. Die Gründe sind u.a. Mißhandlung, sexueller Mißbrauch, Vernachlässigung in den Elternhäusern.


    Glaubst du ernsthaft die gehen zum Amt um eine Wohnung zu beantragen?
    * die Zahl gibt die Off Road Stiftung an.

  • Du solltest bedenken, dass Obdachlosigkeit die Folge existenzieller Notlagen ist. Diese menschen haben heftigste Schicksalsschläge hinter sich, da geht man nicht cool zum Amt um eine Wohnung einzufordern.


    Denk bitte auch an die ca. *2.500 Kinder/Jugendlichen die jährlich auf der Strasse landen. Die Gründe sind u.a. Mißhandlung, sexueller Mißbrauch, Vernachlässigung in den Elternhäusern.


    Glaubst du ernsthaft die gehen zum Amt um eine Wohnung zu beantragen?
    * die Zahl gibt die Off Road Stiftung an.


    Aus diesem Grunde gibt es ja Obdachtlosenheime, die übergangsmäßig diesen Personen eine Herberge zur Verfügung stellen.
    Ich konkretisiere: Niemand muss -wie in den USA - dauerhaft auf der Straße leben.

  • Aus diesem Grunde gibt es ja Obdachtlosenheime, die übergangsmäßig diesen Personen eine Herberge zur Verfügung stellen.
    Ich konkretisiere: Niemand muss -wie in den USA - dauerhaft auf der Straße leben.

    Klar, und die Arbeitslosen sollen auch das Neidgelaber lassen und sich einen Job suchen...


    Wenn man Obdachlose und die Zahl der Betten in bestehenden Obdachlosenheimen vergleicht,
    was glaubst du wird man dann gewahr?
    Ob man da dann sagen darf, dass da einige auf der Straße bleiben müssen?

  • Nichtsdesotrotz muss keiner ohne Wohnung leben.


    Das hattest du doch schon besser geschrieben, als da noch "längere Zeit" dabei stand.


    Und dann ist nicht berücksichtigt, dass nicht jeder in Deutschland lebende Mensch ALG II berechtigt ist.

  • Du solltest bedenken, dass Obdachlosigkeit die Folge existenzieller Notlagen ist. Diese menschen haben heftigste Schicksalsschläge hinter sich, da geht man nicht cool zum Amt um eine Wohnung einzufordern.


    Das glaube ich auch , für die Nötigen Behördengänge braucht man einen langen Atem und ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein und Ãœberblick .


    Ich bin öfters über das Jahr bei einer Autoverleih Firma um ein Auto abzuholen .
    Gleich neben an ist ein Obdachlosen Haus , ein absolut trauriger Anblick , das Haus ist von außen komplett heruntergekommen , das Haus steht direkt neben einer stark befahrene Hauptstraße und da rauschen 24h die PKW-LKW vorbei , das Grundstück mit dem Garten ist ebenso verwahrlost . Einkaufsmöglichkeit weit und breit nicht in Sicht . Gleich dahinter gibt es jede menge Zuggleise mit entsprechende Frequentierung .


    Ich glaube wer da landet , weiß das ist eine Endstation . Wie ich mal las schaffen es nur ganz wenige aus dieser Spirale der Hoffnungslosigkeit heraus zu kommen . Und die meisten Leute sind ja auch schon älter und haben ein Lebens Desaster nach dem anderen erlebt .


    mfg BB

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  • Das hattest du doch schon besser geschrieben, als da noch "längere Zeit" dabei stand.
    Und dann ist nicht berücksichtigt, dass nicht jeder in Deutschland lebende Mensch ALG II berechtigt ist.


    Ein Recht auf Sozialhilfe besteht schon. Nur der Unterschied zur ehemaligen DDR besteht eben darin, dass nur im Ausnahmefall jemand die Betroffenen an der Hand nimmt und ihre Reintegration in die Gesellschaft fördert, sie über ihre Rechte und gesetzlichen Ansprüche informiert. Auch ist die Sicherheitslage in vielen Obdachloseneinrichtungen mitunter nicht so, dass sie ruhig schlafen können, ohne noch um ihre wenigen Habseligkeiten gebracht zu werden. Hinzu kommen die Probleme der Suchtkranken, die mitunter keine 5 - 6 Stunden ohne Alkohol durchhalten und daher lieber auf der Straße bleiben, selbst wenn die Gefahr besteht, zu erfrieren.

  • Und es trifft ja auch alle Gesellschaftsschichten .
    Hier kannte ich mal einen Dr.der Anästhesie , der war witzig war überall gern gesehen und bei seinen OP Kollegen beliebt .
    Nun traf ihn ein heftigen Schicksalsschlag nach dem anderen , das konnte er nicht weg stecken . Dann hatte er erst mal den Griff in seinem Giftschrank gemacht , das wurde in der Chirurgie entdeckt , ergo Arbeit weg , Freundin weg , Wohnung weg .... mittellos . Und wie ich hörte Stütze gab es auch nicht weil reiches Elternhaus .
    Und das Desaster nahm mit ihm seinen lauf .


    Ich sah ihn mal als Obdachlosen und hacke dicht , das letzte mal am Bahnhof und wartete auf meinen Zug das war morgens um 9:00 und er war zu der Zeit auch schon komplett breit und sehr verwahrlost und versuchte in dem Zustand zu betteln . Ich gab ihm einen Zehner .
    Das war das letzte mal wo ich ihn sah , er wurde später irgendwo im Park tot aufgefunden . Der Typ wurde gerade mal 38 . Das wars .


    mfg BB

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  • Mitunter genügt ein relativ geringer Anlaß, um einen Menschen aus der Bahn zu werfen, die Trennung von der Freundin/Scheidung von der noch geliebten Frau oder auch nur ein beruflicher Mißerfolg! Innerhalb von Wochen oder Monaten ist man am Ende, wenn man kein Kämpfertyp ist, der solche Tiefschläge psychisch zu verarbeiten weiss und und Stehaufmännchenqualitäten zeigt!

  • Mitunter genügt ein relativ geringer Anlaß, um einen Menschen aus der Bahn zu werfen, die Trennung von der Freundin/Scheidung von der noch geliebten Frau oder auch nur ein beruflicher Mißerfolg! Innerhalb von Wochen oder Monaten ist man am Ende, wenn man kein Kämpfertyp ist, der solche Tiefschläge psychisch zu verarbeiten weiss und und Stehaufmännchenqualitäten zeigt!


    Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass man heute schneller dutch's Raster fallen kann als man denken kann.


    Man muss schon sehr resilienzfähig sein um das zu schaffen:


    Hinfallen, aufstehen, weitergehen und


    Wieder aufzusteigen!


    Vielleicht poste ich in Kürze ein lebhaftes Beispiel dazu.
    Leider fehlt mir jetzt die Zeit.

  • Aus diesem Grunde gibt es ja Obdachtlosenheime, die übergangsmäßig diesen Personen eine Herberge zur Verfügung stellen.
    Ich konkretisiere: Niemand muss -wie in den USA - dauerhaft auf der Straße leben.


    Weisst du was so los ist in diesen Obdachlosenheimen?
    Für einen Menschen, der noch bei vollem Verstand ist und nicht Alkoholiker im Endstadium ist das eine reine Horrorshow zum grössten Teil.

  • Weisst du was so los ist in diesen Obdachlosenheimen?
    Für einen Menschen, der noch bei vollem Verstand ist und nicht Alkoholiker im Endstadium ist das eine reine Horrorshow zum grössten Teil.



    Woran liegt das?
    An den Einrichtungen selber oder an deren Gästen?

  • Woran liegt das?
    An den Einrichtungen selber oder an deren Gästen?


    Hauptsächlich an den Gästen. Viele haben schwere psychische Krankheiten, Sucht im Endstadium, sind aggressiv, körperlich völlig am Ende, Flöhe, offene Wunden, Entzündungen am ganzen Körper etc.
    Wenn du ein normaler Mensch bist, der von zuhause wegen körperlicher Gewalt zum Beispiel flieht willst du da nicht hin.
    Es kommt auch vor das alle Plätze belegt sind und du kein Bett mehr bekommst. Dann musst du sowieso draussen bleiben.

  • Hinfallen, aufstehen, weitergehen und


    Wieder aufzusteigen!


    Das so wie so , aber die Energie hat nicht jeder mal abgesehen davon spielt auch der Beruf eine Rolle , besonders wenn man in einem Segment arbeitet was sehr speziell ist .
    Ich mußte mal 7 Monate pausieren wegen einen schweren Unfall , und jeder Selbständige weiß wie schnell das geht nur Ausgaben zu haben ohne ein cent Einnahmen , die Reserven schmelzen wie ein Eis in der Sonne ab . Naja , ich habe es wieder geschafft und bin nicht volle Kanne abgeschmiert .
    Das hieß aber xx Monate langes Power Play , das war ein Drahtseil Akt auf allen Ebenen den ich nicht unbedingt noch mal haben muß .
    Ich hatte Glück das ich hier 4 sehr gute Freunde habe die mich dabei unterstützt hatten .


    Mein Fazit : aus der schweren Zeit war , wie schnell Institutionen wie Bank / Versicherungen usw einen fallen lassen wie eine heiße Kartoffel , wie ich ihnen mitteilte das meine gewohnten Umsätze erst mal ausbleiben werden und ich alles zurück fahren muß . Deren Reaktionen waren heftig und Eiskalt , hätte ich in der Form auch nicht gedacht . Ich wünsche es niemanden .


    Wie ich schon sagte nur mit viel Energie und Disziplin kommt man aus so einem Desaster so peu a peu wieder raus . Danach ist aber das Leben in seinem Ablauf ein anderes als wie vorher . Man lernt nie aus .


    mfg BB