Professoren fordern 30-Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich als Lösung für Krise

  • Mehr als hundert Forscher, Politiker und Gewerkschafter fordern eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich.


    Der Wirtschaftsrechtler Heinz-Josef Bontrup:

    • "Ein Ãœberangebot an den Arbeitsmärkten führt zu Lohnverfall"
    • "Man muss die Ware Arbeitskraft verknappen"
    • Das Konzept führe zu deutlichen Produktivitätssteigerungen.
    • Diese sollen dann komplett den Beschäftigten zufließen - um den vollen Lohnausgleich zu sichern.
    • Manche kapieren "Dinge aus dem ersten Semester Ökonomie nicht". Man müsse "die Ware Arbeitskraft verknappen", sonst würden die Löhne nicht steigen.
    • Politiker und Forscher fordern 30-Stunden-Woche - SPIEGEL ONLINE



    Was bewegt Forscher und Wirtschaftsprofessoren zu der Annahme, dass aktuelle Probleme wie


    • Niedrige Löhne, befristete Beschäftigungen und Fachkräftemangel


    mit einer 30 Stunden Woche zu lösen sind?


    Das kann doch gar nicht funktionieren oder doch nur dann wenn am Ende der Staat und der Unternehmer die Rechnung bezahlen. Und dieses Konzept soll sich "ausdrücklich auch auf Deutschland" beziehen! :out:

  • Diese Forderung ist rein populistisch und durch keinerlei wissenschaftliche Erkenntnisse untermauert. Es paßt halt gut zur Jahreszeit, die Jecken sind unterwegs! :joker:

  • Ganz im Gegenteil, Arbeitszeitverkürzung ist das einzig sinnvolle Instrument.


    EU-weit auf 30 Stunden runter, meinetwegen innerhalb von 10 Jahren, jährlich eine Stunde weniger. Und jedes Land ausserhalb der EU, welches in diese exportieren will muss sich mit entsprechenden Zollaufschlägen abfinden, so lange es seine Bevölkerung länger arbeiten lässt.

    Einmal editiert, zuletzt von Diogenes2100 ()

  • Das schon Dio. Es funktioniert aber nur wenn es keine billigere Konkurrenz gibt. -Und die gibt es leider

  • Ganz im Gegenteil, Arbeitszeitverkürzung ist das einzig sinnvolle Instrument.


    EU-weit auf 30 Stunden runter, meinetwegen innerhalb von 10 Jahren, jährlich eine Stunde weniger. Und jedes Land ausserhalb der EU, welches in diese exportieren will muss sich mit entsprechenden Zollaufschlägen abfinden, so lange es seine Bevölkerung länger arbeiten lässt.


    Ein Rezept, daß für eine Exportnation eine Anleitung zum Selbstmord ist. Gerade die Arbeiten unterhalb des High-Tech-Bereichs würden aus Deutschland verschwinden. Wer zahlt schon mehr, als er unbedingt muß?

  • Ein Rezept, daß für eine Exportnation eine Anleitung zum Selbstmord ist. Gerade die Arbeiten unterhalb des High-Tech-Bereichs würden aus Deutschland verschwinden. Wer zahlt schon mehr, als er unbedingt muß?


    Derjenige, der hier Waren und Dienstleistungen anbieten will, wird sich das überlegen. Im übrigen:


    Zitat

    Mit einer Produktivität von 71,5 Prozent im Zeitraum 2005/2006 gehören die Unternehmen in Deutschland weltweit zu den effizientesten. Jedoch verschwendet jeder deutsche Arbeitnehmer im Schnitt immer noch 26 Arbeitstage jährlich - durch Doppelarbeit und unnötige Wartezeiten. Der volkswirtschaftliche Schaden beträgt über 135 Milliarden Euro.


    Es gibt wissenschaftliche Studien über Effektivität und Produktivität, welche glasklar belegen, dass eine Senkung der täglichen Arbeitszeit auf 6 Stunden sogar Produktivität und Effizienz steigern würden, da die Fehleranfälligkeit signifikant sinkt. Menschen sind nicht in der Lage, voll konzentriert mehr als 6 Stunden am Tag zu arbeiten. Wer anderer Meinung ist täuscht sich.

  • Ich frage mich dann allerdings "Wer soll das bezahlen?"


    Das dürfte durch gesteigerte Effektivität und Produktivität und einen angemessenen Anteil aus den explodierten Firmengewinnen der letzten Jahre bezahlt werden können.

  • Und jedes Land ausserhalb der EU, welches in diese exportieren will muss sich mit entsprechenden Zollaufschlägen abfinden, so lange es seine Bevölkerung länger arbeiten lässt.

    Diese "Strafzölle" würden Drittländer ja dann auch auf Deutschland anwenden. Immerhin haben wir einen nicht unerheblichen Anteil beim Export in Drittländer und sind innerhalb der EU sicher auch führend.

  • Das dürfte durch gesteigerte Effektivität und Produktivität und einen angemessenen Anteil aus den explodierten Firmengewinnen der letzten Jahre bezahlt werden können.


    Und was ist mit Firmen, die keine "explodierten Gewinne" machen? Wir reden hier über einen Kostenblock auf einen Schlag, der 14 % ausmacht.

  • Das dürfte durch gesteigerte Effektivität und Produktivität und einen angemessenen Anteil aus den explodierten Firmengewinnen der letzten Jahre bezahlt werden können.

    Die Lohnstückkosten müssten bei dem Modell immens steigen.

  • Das dürfte durch gesteigerte Effektivität und Produktivität und einen angemessenen Anteil aus den explodierten Firmengewinnen der letzten Jahre bezahlt werden können.

    Auch das halte ich für ein Gerücht. Du arbeitest weniger, erhältst das gleiche Geld und der Unternehmer stellt für deine Arbeit zusätzlich ein. Wie kann hier die Produktivität steigen wenn sich lediglich der Input erhöht? Das geht eher, wenn 30 Stunden OHNE vollen Lohnausgleich. Außerdem ist das Problem Fachkräftemangel nicht behoben. Kann also nicht funktionieren.

  • Auch das halte ich für ein Gerücht. Du arbeitest weniger, erhältst das gleiche Geld und der Unternehmer stellt für deine Arbeit zusätzlich ein. Wie kann hier die Produktivität steigen wenn sich lediglich der Input erhöht? Das geht eher, wenn 30 Stunden OHNE vollen Lohnausgleich. Außerdem ist das Problem Fachkräftemangel nicht behoben. Kann also nicht funktionieren.


    Wie schon erwähnt, es gibt Studien hinsichtlich Arbeitsproduktivität und Effizienz, die kaum einen Zweifel daran lassen, dass eine Arbeitszeitverkürzung im angesprochenen Rahmen kaum negative Effekte hätte.
    Es gibt weniger Fehler, bei besserer Führungsqualität weniger Leerlauf, weniger Doppelarbeit, weniger Verluste durch Schlamperei. Wenn in 6 Stunden genau so viel hergestellt wird wie in 8 Stunden, wo liegt dann das Problem?
    Im Gegenteil kann die Produktion ja durch eine 4. Schicht bei 24/7 Unternehmen sogar um 25% steigen.

  • korkutdede, kannst du vielleicht die threadüberschrift ergänzen um: professoren fordern 30 Stunden woche für alle arbeitnehmer?
    So liest es sich, als forderten professoren für sich selbst die 30 stunden woche. Eine andere Möglichkeit wäre, Professoren durch Wissenschaftler zu ersetzen, dann wäre auch klar, daß nicht eine Berufsgruppe für sich selbst etwas durchsetzen will.

  • Das dürfte durch gesteigerte Effektivität und Produktivität und einen angemessenen Anteil aus den explodierten Firmengewinnen der letzten Jahre bezahlt werden können.



    Dieses System kann nur in einem in sich geschlossenen Regularium funktionieren. Sobald äußere Einflüsse dazu kommen, wie z. B. Billiglohnländer, geht das nicht mehr.
    Ich dachte früher auch, wenn man einfach weltweit einheitlche Umweltstandards zur Pflicht macht, gibts keine Umweltverschmutzung mehr.

  • korkutdede, kannst du vielleicht die threadüberschrift ergänzen um: professoren fordern 30 Stunden woche für alle arbeitnehmer?
    So liest es sich, als forderten professoren für sich selbst die 30 stunden woche. Eine andere Möglichkeit wäre, Professoren durch Wissenschaftler zu ersetzen, dann wäre auch klar, daß nicht eine Berufsgruppe für sich selbst etwas durchsetzen will.


    Kann ich versuchen. Aber ich schrieb "als Lösung für Krise" Und dass Professoren in einer Krise sind halte ich für ein Gerücht.:smilewinkgrin:

  • Dieses System kann nur in einem in sich geschlossenen Regularium funktionieren. Sobald äußere Einflüsse dazu kommen, wie z. B. Billiglohnländer, geht das nicht mehr....


    Das geht sehr wohl, wenn man sich eines Instrumentariums bedient, welches über Jahrhunderte verwendet wurde, um solche "Ungleichheiten" abzumildern. Das nennt sich Zoll.

  • Dieser offene Brief macht natürlich nachdenklich: http://www2.alternative-wirtsc…itik.de/uploads/m0413.pdf

    • Deutschland und die ganze Europäische Union befinden sich in einerschweren ökonomischen und sozialen Krise
    • Jugendarbeitslosigkeit in einzelnenLändern über 50 Prozent
    • In Deutschland ist zwar die Zahl der Jobs in den letzten Jahrengestiegen, aber es sind überwiegend Kurz-Jobs
    • In Deutschland sind gegenwärtig, wenn wir nur die nicht freiwilligen Teilzeitbeschäftigtenund geringfügig Beschäftigten mitrechnen, circa 6 Millionen Menschen arbeitslosoder unterbeschäftigt.
    • Allein fast eine Million Geringverdiener schuften mittlerweile wöchentlich 50 Stunden und mehr, um überhaupt ein Einkommen zu erzielen, von dem man aberimmer noch nicht leben kann.
    • Immer mehr ArbeitnehmerInnen beziehen – trotz Arbeit – Hartz IVals sogenannte „Aufstocker“
    • Die, die heute schon nichts haben, werden zusätzlich in dieAltersarmut geschickt.
    • Die durchschnittliche Arbeitszeit inDeutschland beträgt gegenwärtig ohnehin schon ca. 30-Stunden je Woche