Wenn der Wind sich dreht ...

  • Dann solltest Du nicht gelegentlich gedankenlos in die selbe Richtung plappern...politopia.de/index.php?attachment/3145/


    Das war ja nun ein Ratschlag mit Substanz. Der hat es richtig in sich. Ich sollte ihn mir ausdrucken und gerahmt an die Wand hängen.


    Oder - neeeee, lieber doch nicht. SPD und Grüne befinden sich zwar in Teilen links von den Usurpatoren der Mitte CDU/CSU und den angeblichen Liberalen, aber linke Parteien sind das nicht.
    :lol:


  • Nicht so hastig. Ich wollte gar keinen Konsens feststellen, ich wollte nur deine Aussage klittern.
    Ich denke nämlich nicht, daß ein gutes Wirtschftsprogramm zwangsläufig rechts sein muß.


  • Blöd, im eigenen Lager nicht nur einen klopserten Spitzenkandidaten, sondern auch noch ein Wirtschaftsprogramm mit ordentlichem Schadenspotential zu haben. Da ist es dann ein klopserter Kandidat fast schon ein Vorteil - zumindest für das Land. Danke, Helmut Schmidt.


    Soso, Schmid und Kretschmann fordern bzgl. der Vermögensteuer eine Ausnahme bei Betriebsvermögen, sind aber ansonsten einverstanden und Palmer wünscht sich (auch nicht überraschend) Schwarz-Grün. Sollen das Belege für ein "ordentliches Schadenspotential" sein oder wie? Irgendwie verstehe ich die Intention dieses Threads nicht.


    Allerdings hat das nichts mit drehendem Wind zu tun, die Linken haben ja immer ein schlechtes Wirtschaftsprogramm.


    Kannst Du historisch belegen, dass konservative Regierungen gesamtwirtschaftlich betrachtet tendentiell erfolgreichere Wirtschaftsprogramme hatten als sozialdemokratische? Und kannst Du belegen, dass in den letzten 30 Jahren die CDU tatsächlich arbeitgeberfreundlicher handelte als die SPD und die SPD arbeitnehmerfreundlicher als die CDU?


    Ich kann jedenfalls derartiges nicht erkennen. Die Zeiten aktiver Wirtschaftspolitik scheinen ohnehin vorbei zu sein. Es wird nicht mehr regiert, sondern nur noch reagiert. Jetzt im Wahlkampf werden natürlich Profile geschärft, aber letztlich wird es wirtschafts- und sozialpolitisch völlig wurst sein welche Koalition aus Schwarz, Rot und Grün gebildet wird. Wer tatsächlich eine dramatische Neuorientierung möchte, muss sich eine der anderen Parteien suchen.


  • Wir halten also im Konsens fest:
    Jedes linke Wirtschaftsprogramm ist schlecht.


    Wahrscheinlich wirtschaften die SPD-geführten Firmen zu gut,
    und die hessische, konservative CDU unter Koch so schlecht,
    dass von den Parteimitgliedern ein Hessen-Soli abverlangt werden musste. :lol:

  • Wir halten also im Konsens fest:
    Jedes linke Wirtschaftsprogramm ist schlecht.


    Konsens besteht darüber wohl nicht, allerdings hat das eine ganz andere Ursache.


    Demokratie und Kapitalismus sind inkompatibel.


    Der Sinn der Demokratie liegt in einer ständigen Konkurrenz um die politische Einflussnahme unter Beachtung diverser Regeln wie Gewaltenteilung, Wahlen und Abstimmungen, um zu verhindern dass sich politische Willkür breit macht.
    Wenn dieses demokratische System jedoch ein übergeordnetes, sowohl in der Praxis als auch der Ideologie einflussreicheres ideologisches Konstrukt wie den Kapitalismus akzeptiert und sich diesem unterordnet, löst sich das ganze Demokratieprinzip in Rauch auf.
    Demokratie ist ein Schutzsystem vor übermächtigen Partikularinteressen. Wenn sie diesen Schutz nicht mehr gewährleistet, befinden wir uns auf dem Weg in einen neuen Faschismus - die Herrschaft der Kapitalbesitzer.

  • Da für Dich vermutlich SPD und Grüne Rechts stehen, merkt man wie weit Links Du stehst.
    Stimmt schon, Rechts und Links sieht man immer vom eigenen Standort aus.


    Wenn dem so wäre, nur mal wohlwollend angenommen, was kommt denn rechts von der NPD? :D

  • Demokratie ist ein Schutzsystem vor übermächtigen Partikularinteressen. Wenn sie diesen Schutz nicht mehr gewährleistet, befinden wir uns auf dem Weg in einen neuen Faschismus - die Herrschaft der Kapitalbesitzer.


    Ich denke , genau auf diesem Weg befinden wir uns und wir sind weiter mit der Herrschaft des Kapitalismus als man zu denken wagt . Das betrifft nicht nur Deutschland sonder in der ganze Welt .
    Diese Entwicklung ist nicht neu sondern ein schleichender Prozess der seine Entfaltung spätestens seit 1990 erst so richtig in Gang gesetzt hat . Quasi wie eine Lawine die immer größer wird , die aber auch irgendwann stoppen muß weil ihr schlicht und ergreifend die Puste ausgegangen ist aus was für Gründen auch immer .
    Nur die Schäden in der Allgemeinheit werden immens sein .


    Ich wage diesbezüglich keine Prognose abzugeben dafür ist das ganze System schon zu übermächtig geworden , undurchschaubar , und zum allen übel wir alle stecken in irgend einer Form bis zum Hals mitten drin .


    Alternativen ? zZ kenne ich keine , außer die Bürger fangen an sich solidarisch zu bewegen , aber das kann dauern , wenn überhaupt noch möglich .

    3 Mal editiert, zuletzt von BON BOX ()

  • Konsens besteht darüber wohl nicht, allerdings hat das eine ganz andere Ursache.


    Demokratie und Kapitalismus sind inkompatibel.


    Der Sinn der Demokratie liegt in einer ständigen Konkurrenz um die politische Einflussnahme unter Beachtung diverser Regeln wie Gewaltenteilung, Wahlen und Abstimmungen, um zu verhindern dass sich politische Willkür breit macht.
    Wenn dieses demokratische System jedoch ein übergeordnetes, sowohl in der Praxis als auch der Ideologie einflussreicheres ideologisches Konstrukt wie den Kapitalismus akzeptiert und sich diesem unterordnet, löst sich das ganze Demokratieprinzip in Rauch auf.
    Demokratie ist ein Schutzsystem vor übermächtigen Partikularinteressen. Wenn sie diesen Schutz nicht mehr gewährleistet, befinden wir uns auf dem Weg in einen neuen Faschismus - die Herrschaft der Kapitalbesitzer.


    Ich habe nicht behauptet, dass Du Dir kein linkes Wirtschaftsprogramm geben oder durchziehen darfst, auf demokratischer Basis installiert, wenn man das will.
    Und wenn Dir materielle Gleichheit ausreichend wichtig ist, wirst Du Dich mit einem linken Wirtschaftsprogramm wahrscheinlich auch recht wohl fühlen. Ich behaupte aber, dass Dir ein anderer Staat mit einem moderat rechten Wirtschaftsprogramm den ganzen Spaß versauen wird, oder vielleicht nicht Dir, aber den meisten Mitbürgern.


    Gruß
    Verbalwalze

  • Soso, Schmid und Kretschmann fordern bzgl. der Vermögensteuer eine Ausnahme bei Betriebsvermögen, sind aber ansonsten einverstanden und Palmer wünscht sich (auch nicht überraschend) Schwarz-Grün. Sollen das Belege für ein "ordentliches Schadenspotential" sein oder wie? Irgendwie verstehe ich die Intention dieses Threads nicht.


    Kannst Du historisch belegen, dass konservative Regierungen gesamtwirtschaftlich betrachtet tendentiell erfolgreichere Wirtschaftsprogramme hatten als sozialdemokratische? Und kannst Du belegen, dass in den letzten 30 Jahren die CDU tatsächlich arbeitgeberfreundlicher handelte als die SPD und die SPD arbeitnehmerfreundlicher als die CDU?


    Ich kann jedenfalls derartiges nicht erkennen. Die Zeiten aktiver Wirtschaftspolitik scheinen ohnehin vorbei zu sein. Es wird nicht mehr regiert, sondern nur noch reagiert. Jetzt im Wahlkampf werden natürlich Profile geschärft, aber letztlich wird es wirtschafts- und sozialpolitisch völlig wurst sein welche Koalition aus Schwarz, Rot und Grün gebildet wird. Wer tatsächlich eine dramatische Neuorientierung möchte, muss sich eine der anderen Parteien suchen.


    Anhand der Entwicklung der Bundesländer kann man schon einiges ablesen. An der wirtschaftlichen Spitze stehen zwei Länder, die fast ausschließlich rechts regiert wurden. Eins ist unten gestartet und nach oben gekommen, während es sehr wenig Schulden aufgenommen hat.
    Ich hatte mir mal die Mühe gemacht und für die Jahre 1994-2009 eine Statistik über die Entwicklung der Bundesländer gemacht.
    In den Kategorien Schulden, Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit haben sich in dieser Zeit die Länder mit Rechtsregierungen überdurchschnittlich gut entwickelt. In dieser Zeit kam es zu fünf Regierungswechseln, aber nur Richtung rechts. Die Länder haben sich nach den Wechseln im Durchschnitt besser entwickelt.
    Die Daten haben unterschiedliche statistische Signifikanz, die aber bei den Wechseln nicht die 95% Marke erreicht, es gibt also noch Hoffnung, dass es egal ist, ob links oder rechts. Aber das links besser ist, ist eher unwahrscheinlich. Schau Dich einfach mal in Europa um.
    Schon mit moderat links wie in Frankreich kommt man in Schwierigkeiten, zwar auch mit Finanz-Rechts wie in GB, aber der goldene Mittelweg ist eigentlich ganz offensichtlich.


    Gruß
    Verbalwalze

  • Frankreich hat keine moderate Linksregierung, sondern eine schwache populistische Regierung der es an Durchsetzungsvermögen und Ideen fehlt.

  • Ah ja , Wudi auf den ganzen Scheißhäusern der Welt zu Hause , voll der Durchblicker und absolute Ahnung .


    An Lächerlichkeit kaum noch zu überbieten . Hinterpfälzer halt , sie haben auch die Welt erfunden und Wudi ganz bestimmt . :D

  • .....
    In den Kategorien Schulden, Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit haben sich in dieser Zeit die Länder mit Rechtsregierungen überdurchschnittlich gut entwickelt. In dieser Zeit kam es zu fünf Regierungswechseln, aber nur Richtung rechts. Die Länder haben sich nach den Wechseln im Durchschnitt besser entwickelt...........


    Ich frage mich bei der ganzen Angelegenheit viel eher, ob man zu Gunsten einer florierenden Wirtschaft demokratische und Bürgerrechte einschränken, einen Obrigkeits- und Ãœberwachungsstaat einrichten und nationalen Chauvinismus pflegen sollte. Für all das steht nämlich "rechts".


    Ich für meinen Teil lebe lieber freier, und habe dafür weniger Kohle in der Tasche.

  • Ich für meinen Teil lebe lieber freier, und habe dafür weniger Kohle in der Tasche.


    Mit einer Linksaussen-Regierung hast Du garantiert weniger Kohle in der Tasche. An dem freieren Leben habe ich so meine Zweifel.

  • Mit einer Linksaussen-Regierung hast Du garantiert weniger Kohle in der Tasche.


    Kann sein, kann auch nicht sein.


    An dem freieren Leben habe ich so meine Zweifel.


    Ich nicht. Diejenigen, die seit den siebzigern die Freiheiten der Bürger langsam aber sicher kastrieren sind durch die Bank im Geiste Rechte, autoritäre Charaktere, angefangen bei Helmut Schmidt bis zur heutigen Merkel.

  • Ich nicht. Diejenigen, die seit den siebzigern die Freiheiten der Bürger langsam aber sicher kastrieren sind durch die Bank im Geiste Rechte, Autoritäre Charaktere, angefangen bei Helmut Schmidt bis zur heutigen Merkel.


    Linke, nach Deiner Sicht, hatten ja in Westdeutschland noch nicht die Möglichkeit dem Volk zu richtig den Hals zuzudrehen.
    Von liberaler Gesinnung habe ich hier noch nicht viel gelesen.

  • Ich habe nicht behauptet, dass Du Dir kein linkes Wirtschaftsprogramm geben oder durchziehen darfst, auf demokratischer Basis installiert, wenn man das will.
    Und wenn Dir materielle Gleichheit ausreichend wichtig ist, wirst Du Dich mit einem linken Wirtschaftsprogramm wahrscheinlich auch recht wohl fühlen. Ich behaupte aber, dass Dir ein anderer Staat mit einem moderat rechten Wirtschaftsprogramm den ganzen Spaß versauen wird, oder vielleicht nicht Dir, aber den meisten Mitbürgern.


    ...


    Nationalökonomie ist naturgemäß rechts ausgelegt. Der Erfolg rechtskonservativ ausgelegter Wirtschaftspolitik liegt nicht zuletzt darin begründet, daß man die Segnung wie die Verheerung wirtschaftlichen Tuns auf Staatsgebiete bezogen wertet.
    Dabei wird Erfolg nur im engen Rahmen nationaler Grenzen verstanden genauso wie der Mißerfolg.
    Das ist neben der verfehlten Geldpolitik die Hauptursache für die gegenwärtigen Probleme der EU.