(Neo)sozialismus vs Kapitalismus

  • Man könnte es auch Enteignung nennen. Unter Stalin gab es auch Eigentum. Jeder Bauer bekam eine Kuh, die sogenannte Stalinkuh, und ein Stück Land für den Eigenbedarf. Die "Grundsicherung" war vorhanden. Wie die Landwirtschaft funktionierte ist ja bekannt.
    Der einen Kuh ging es gut und das eigene Land warf auch Erträge ab.


    Natürlich sind Steuern und Abgaben eine Form der Enteignung - was Stalin jetzt wieder hier zu suchen hat ist mir allerdings nicht ganz klar.
    Zieh dir einfach die Grafik oben noch mal rein, und lass die Zahlen auf dich wirken. Wenn du diese Verteilung des Volkseinkommens als fair empfindest ist das hier der falsche Thread für dich.

  • Natürlich sind Steuern und Abgaben eine Form der Enteignung - was Stalin jetzt wieder hier zu suchen hat ist mir allerdings nicht ganz klar.
    Zieh dir einfach die Grafik oben noch mal rein, und lass die Zahlen auf dich wirken. Wenn du diese Verteilung des Volkseinkommens als fair empfindest ist das hier der falsche Thread für dich.


    Darüber wurde schon oft genug diskutiert. Umsetzbare Lösungen wurden noch nicht vorgelegt. Das übliche populistische Bla-Bla.
    Man versteht nicht was Grosskonzerne sind, wie globale Wirtschaft funktioniert und was "Kapital" überhaupt ist. Bei dem Konzept zieht das Kapital halt ab oder hält sich von Deutschland fern. Das "Kapital" sucht sich halt die Standorte aus wo es am günstigsten ist.
    Ich weiss, man reist nach China und liest den Chinesen mal ordentlich die Leviten. Bestimmt die Wirtschafts, Sozial und Arbeitspolitik des Landes.
    Alleingänge sind heute bei der ganzen Verstrickung nicht mehr möglich. Wirtschaftssysteme können nur funktionieren wenn sie sich den internationalen Begebenheiten anpassen, und die sind halt nicht sozialistisch.
    Was hilft es GM oder Nestle Deutschland zu zerschlagen? Auch die Eigentümer der deutschen Industrie sind US-Amerikaner, Chinesen, Russen, Araber, ............


    Der grösste Posten von X-Milliarden des norwegischen Ölgeldes steckt übrigens im Nestle Konzern. Norwegisches Volkseigentum, sozusagen. Gegessen wird immer.

  • Es wird immer deutlicher, lieber Wudi, dass Du Marx, Engels, Sartre, Jaspers, Kant, Hegel, Luxemburg, schon gar nicht Lenin je gelesen hast, oder aber nicht verstanden hast, was geschrieben stand. Noch nicht mal das "Kommunistische Manifest" ist Dir geläufig, denn schon dort führt Marx aus, dass der Proletarier kein "Vaterland", "Heimatland" hat, und dass bei internationaler Konzentration des Finanzkapitals sich die Arbeiterklasse auch international organisieren muß, um nicht unter die Mühlsteine des Nationalismus zu geraten und gegeneinander zerrieben zu werden!


    Also weisst du kater du verwunderst mich immer wieder.....meist schreibst du zwar umstrittene aber doch gut ausargumentierte und interessante Beiträge...und dann kommt wieder sowas, das nur so tropft von der sowjetischen Lesart der Geschichte und völlig verleugnet das sozialistische und kommunistische staaten sich keinesfalls als weniger kriegerisch erwiesen.

  • Wenn dir heute 80% das Recht auf Leben aberkennen dann ist das also Ok ?
    Wir sprechen hier über Menschenrechte.....und das Recht auf Eigentum ist eines davon.


    Wenn es um die Einwanderung von Flüchtlingen nach Europa geht, dann willst du von Menschenrechten nichts wissen.
    Menschenrechte sind doch nicht in einem Katalog aufgelistet, wo man sich nur die passende Bestellnummer ordern muß....

  • Also weisst du kater du verwunderst mich immer wieder.....meist schreibst du zwar umstrittene aber doch gut ausargumentierte und interessante Beiträge...und dann kommt wieder sowas, das nur so tropft von der sowjetischen Lesart der Geschichte und völlig verleugnet das sozialistische und kommunistische staaten sich keinesfalls als weniger kriegerisch erwiesen.


    Ersten weiss ich nicht, was "sowjetische Lesart der Geschichte" sein soll, zweitens hat Lenin nach der Revolution von 1917/18 mit erheblichen Territorialverlusten den I. Weltkrieg für Russland beendet und sich danach bis zu seinem Tod 1924 einem erbarmungslosen Bürgerkrieg widmen müssen, den Stalin dann nutzen konnte, um die Macht zu ursupieren, gegen Lenin´s Wunsch. Die UdSSR war ein Agrarstaat mit einigen entwickelteren Zentren, kriegserschöpft und keineswegs auch nur annähernd auf dem Entwicklungsstand Westeuropas oder der USA. Sie hatte objektiv nicht die Voraussetzungen für einen Ãœbergang zum Sozialismus, weder materiell noch bewußtseinsseitig im Volk! Daraus folgt die despotische Machtausübung Stalins! Ab 1941 dann der II. Weltkrieg, der sämtliche Ressourcen gebunden hat und ab 1945 der Kalte Krieg, nachdem trotz schlechtester Bedingungen ein Status erreicht wurde, um zumindest ab 1949 militärisch mit der Weltmacht USA auf Augenhöhe zu sein. Die UdSSR und ihre Vasallenstaaten haben nie das Stadium des Sozialismus erreicht, sie waren zentralregierte staatskapitalistische Gesellschaften, die sich zwar auf Marx et al berufen haben, deren Theorien jedoch in der Praxis nur rudimentär verwerteten und letztendlich der Macht einer Funktionärselite unterordneten.


    Verwunderlich ist dabei nichts, nur Dialektik, lieber Aca, ist eben nicht so ganz Dein Ding! Frohe Pfingsten wünscht Dir ein grauer kater

  • Darüber wurde schon oft genug diskutiert. Umsetzbare Lösungen wurden noch nicht vorgelegt. Das übliche populistische Bla-Bla.
    Man versteht nicht was Grosskonzerne sind, wie globale Wirtschaft funktioniert und was "Kapital" überhaupt ist. Bei dem Konzept zieht das Kapital halt ab oder hält sich von Deutschland fern. Das "Kapital" sucht sich halt die Standorte aus wo es am günstigsten ist.


    Ich verstehe sehr gut, was Großkonzerne sind. Die wollen in Deutschland und Europa Geschäfte machen, ihre Produkte verkaufen. Das können sie gerne, aber zu den Bedingungen, die hier gelten. Deutschland allein ist ein Markt mit 80 Millionen Abnehmern - wer die Bedingungen nicht akzeptiert kann eben sehen, wo er seinen Scheiß verkauft. Genau das gleiche gilt für deinen nächsten Satz:


    Ich weiss, man reist nach China und liest den Chinesen mal ordentlich die Leviten. Bestimmt die Wirtschafts, Sozial und Arbeitspolitik des Landes.


    Nö, die sollen die Chinesen so gestalten, wie sie das möchten. Wenn sie allerdings ihren Ramsch hier verticken wollen, dann schaut man sich eben an, unter welchen sozialen und Umweltbedingungen der Scheiß hergestellt wurde.

  • Geradezu köstlich, wie einige Herrschaften hier, die vermutlich noch nie einen Betrieb selber geführt haben geschweige denn überhaupt nur einen Hauch von Ahnung von Weltwirtschaft haben versuchen uns auf den richtigen Weg zu bringen.... :peace2:

  • Geradezu köstlich, wie einige Herrschaften hier, die vermutlich noch nie einen Betrieb selber geführt haben geschweige denn überhaupt nur einen Hauch von Ahnung von Weltwirtschaft haben versuchen uns auf den richtigen Weg zu bringen.... :peace2:


    Dann erkläre mal. Hattest Du ein Betrieb in Spanien? Wenn ja, wie ist es gelaufen? Dann bist Du vermutlich in Deutschland um die Früchte zu geniessen.

  • Dann erkläre mal. Hattest Du ein Betrieb in Spanien? Wenn ja, wie ist es gelaufen? Dann bist Du vermutlich in Deutschland um die Früchte zu geniessen.


    Es ist gut gelaufen. Ich hätte nicht nach D zurückkehren dürfen, andererseits wer lässt seine Mutter im Stich, wenn die Hilfe braucht?
    Hier ernte ich keine Früchte, sondern kämpfe ums Ãœberleben.
    Ich bereite aber meine Rückkehr nach Spanien ernsthaft vor. Könnte schon sehr bald klappen.


  • Heute werde ich nur einen einzigen Text veröffentlichen
    Und los gehts:


    meine Antworten fallen straff aus:


    Zitat

    Mittlerweile dürfte jedem, der nicht unter extremem Realitätsverlust leidet, eigentlich klar sein, daß dieses System am sterben ist und keine Herumdokterei der Welt es mehr dauerhaft retten kann.


    sicher? Dann stirbt für dich die schöne H4-Hängematte :smile:
    Willst du das?





    Zitat

    Die wenigen Gewinner des Systems - die reiche Minderheit -


    Warum gehörtst du nicht dazu?


    Zitat

    Den wirklichen Kommunismus/Sozialismus hat es nie gegeben.


    allseits bekannt..... :p



    Zitat


    Richtiger Sozialismus/Kommunismus hat nichts mit Individualitätsverlust, Armut, Unterdrückung, Umweltzerstörung, Vetternwirtschaft, Ãœberwachungsstaat,


    stimmt auch, welch Ãœberraschung



    Zitat

    Die reiche Minderheit will natürlich krampfhaft ihren zusammengerafften Wohlstand sichern,


    die arme Minderheit auch...



    Zitat

    Ein einfaches Beispiel: (Neo)sozialismus heißt möglicherweise (hängt von der Zahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter, verfügbarer Arbeit und verfügbarem Gesamtkapital ab, woraus sich der Durchschnittswert bezüglich Zeit und Geld pro Arbeiter errechnen ließe) vier Stunden Arbeit pro Tag (nur Werktags selbstverständlich), bei 3000 - 4000 Euro Netto-Gehalt. Gute Konditionen, aber manch einer würde vielleicht lieber zwei Stunden, bei 10000 Euro Netto-Gehalt, arbeiten. Wenn er sich das erlaubt, so würde er den Sozialismus ins Wanken bringen und damit sabotieren. Es hieß ja mal in etwa: "Jeder nach seinen Bedürfnissen und Möglichkeiten".


    Im wahren Sozialismus ist Geld überflüssig! Nicht gewußt?
    Selbstverständlich darf jeder arbeiten,so oft und so lange er will,
    auch du, aber leider ohne Nettolohn.
    Das kapitalistisches Ãœberbleibsel gibt es nicht mehr...



    Zitat

    Zuviel darf sich natürlich keiner genehmigen, weswegen Arbeitszeit und Gehalt festgelegt werden müßten.


    nein, das wäre ein Rückfall in überwundene autoritäre, vorsozialistische Strukturen! Pfui! politopia.de/index.php?attachment/3574/

  • Nö, die sollen die Chinesen so gestalten, wie sie das möchten. Wenn sie allerdings ihren Ramsch hier verticken wollen, dann schaut man sich eben an, unter welchen sozialen und Umweltbedingungen der Scheiß hergestellt wurde.


    Reichlich große Worte aus einem Land, das auf den Scheiß zwingend angewiesen ist.

  • Es gibt nichts, wo China ein Alleinstellungsmerkmal hat.


    Aber wie man sieht kaufen die Deutschen den Kram. Ist eben billiger. Ich probiere es zu umgehen, wo es möglich ist. Leider lassen sich Produkte aus Fernost nicht mehr umgehen. Es ist halt nicht nur China. Ich zweifle, dass es die Arbeiter in Kambodscha oder Bangladesh besser haben. Die letzte Katastrophe erzählte ja einiges.

  • Aber wie man sieht kaufen die Deutschen den Kram. Ist eben billiger.

    Ein Fernsehteam hatte in der Krise einen Hersteller von Weihnachtsfiguren in China besucht mit der Frage an den Inhaber, warum denn seine Produkte von der Qualität her so "billig" seien. Auf die Frage zeigte er dem Fernsehteam die Produktionshalle, in der Chinesinnen fleißig Weihnachtsmänner herstellten und per Hand malten. "Nun" sprach er, "seit 20 Jahren stelle ich für den Westen diese Figuren her, die Qualität geben eure Importeure vor, soll ich nun bessere Qualität liefern, als gewünscht? Jüngst sind Europäer und Amis hier gewesen und meinten, die Ware müsse noch billiger werden, da eine schlimme Krise den Verkauf erschwere"

  • Ein Fernsehteam hatte in der Krise einen Hersteller von Weihnachtsfiguren in China besucht mit der Frage an den Inhaber, warum denn seine Produkte von der Qualität her so "billig" seien. Auf die Frage zeigte er dem Fernsehteam die Produktionshalle, in der Chinesinnen fleißig Weihnachtsmänner herstellten und per Hand malten. "Nun" sprach er, "seit 20 Jahren stelle ich für den Westen diese Figuren her, die Qualität geben eure Importeure vor, soll ich nun bessere Qualität liefern, als gewünscht? Jüngst sind Europäer und Amis hier gewesen und meinten, die Ware müsse noch billiger werden, da eine schlimme Krise den Verkauf erschwere"


    Wobei Chinaware in Deutschland hochwertiger sind wie in vielen anderen Ländern. Ich kenne es von Vietnam. Ganz beliebt, China-Reiskocher. Die in Vietnam halten nur ein, zwei Tage.
    Aber wie gesagt, Qualitätsanforderungen stellt der Importeur.

  • .....Ein einfaches Beispiel: (Neo)sozialismus heißt möglicherweise (hängt von der Zahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter, verfügbarer Arbeit und verfügbarem Gesamtkapital ab, woraus sich der Durchschnittswert bezüglich Zeit und Geld pro Arbeiter errechnen ließe) vier Stunden Arbeit pro Tag (nur Werktags selbstverständlich), bei 3000 - 4000 Euro Netto-Gehalt. Gute Konditionen, aber manch einer würde vielleicht lieber zwei Stunden, bei 10000 Euro Netto-Gehalt, arbeiten. Wenn er sich das erlaubt, so würde er den Sozialismus ins Wanken bringen und damit sabotieren. Es hieß ja mal in etwa: "Jeder nach seinen Bedürfnissen und Möglichkeiten". Zuviel darf sich natürlich keiner genehmigen, weswegen Arbeitszeit und Gehalt festgelegt werden müßten. Vergleicht der Arbeiter dann seine vier Stunden, bei 3000 - 4000 Euro Gehalt, mit dem Kapitalismus, in dem beispielsweise acht Stunden, bei 2000 Euro Gehalt, gelten, dann wird ihm schnell klar werden, daß er sehr zufrieden sein kann mit dem, was er hat. Er wird dieses Soll dann in der Regel freiwillig erfüllen und sich mit dem Gehalt zufriedengeben, denn im Kapitalismus würde ihm Schlimmeres drohen......


    Unter einer Glocke, die sich Sozialismus tauft aufgrund wager Annahmen, die aber mit den Grundlagen des Kapitalismus hantiert, will ich gar nicht leben. Und nun?

    Einmal editiert, zuletzt von Müllers Esel ()

  • Jede Diskussion über das System muß sich mit der Frage auseinandersetzen, in welcher hierarchischen Reihenfolge Kapital und Arbeit beurteilt werden. Dabei muß sowohl über die Reihenfolge wie auch über die Hierarchie nachgedacht werden.

  • Unter einer Glocke, die sich Sozialismus tauft aufgrund wager Annahmen, die aber mit den Grundlagen des Kapitalismus hantiert, will ich gar nicht leben. Und nun?


    du gehts also davon aus, dass dich jemand fragen würde?
    hast du den eindruck, dass individuelle neigungen in der gedankenspielen tatsächlich eine rolle spielen.....?
    'gerechtigkeit' nach lesart der architekten wird für gewöhnlich angeordnet ....:whip::erol:
    üblicherweise mit ausnahmen........;)