Die Maske fällt....

  • nicolas berggruen gibt sich gerne den anstrich eines altruisten.
    doch bekannt gewordene beispiele aus mehreren ländern lassen etwas gänzlich anderes erkennen. auch in deutschland hat er sich als retter von karstadt geriert, doch nun kommen immer mehr details ans licht und sogar insider seiner aktivitäten distanzieren sich.
    karstadt wird systematisch ausgeblutet und dafür bezahlen werden alle beteiligten.
    alle beteiligten? alle ausser berggruen, selbstredend.


    Karstadt-Krise:
    Alle zahlen, nur Berggruen nicht


    Mit dem Abgang von Karstadt-Chef Andrew Jennings scheint die Strategie endgültig gescheitert, den Warenhauskonzern ohne frisches Geld zu sanieren. Eigentümer Nicolas Berggruen kann es egal sein: Er hat nichts zu verlieren - denn gezahlt haben bislang vor allem Mitarbeiter, Staat und Vermieter.

    Hamburg - Als Andrew Jennings im August 2012 über seine Strategie für Karstadt sprach, griff der Vorstandschef des Warenhauskonzerns zu einem sportlichen Vergleich: "Um in einem Marathon erfolgreich zu sein, muss man die gesamte Distanz laufen." Seit diesem Wochenende steht fest: Der Brite steigt vorzeitig aus, noch bis Jahresende läuft sein Vertrag als Konzernchef.


    weiter lesen


    weitere informationen zu berggruen und seine verflochtenen unternehmungen:
    Der Menschenfreund und Karstadt-Retter Nicolas Berggruen - Image und Wirklichkeit eines Investors - YouTube

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  • Manche Geschichten wiederholen sich eben immer wieder! Die Gesellschaft zahlt und Einzelne werden steinreich! Man muss nur die kürzlich wiederholte Dokumentation auf Phönix zu Herrn Friedrich Flick ansehen, der mit staatlicher bayrischer Hilfe und Steuergeldern nach dem II.Weltkrieg ein Milliardenvermögen formalrechtlich korrekt erwerben konnte!

  • Manche Geschichten wiederholen sich eben immer wieder! Die Gesellschaft zahlt und Einzelne werden steinreich! Man muss nur die kürzlich wiederholte Dokumentation auf Phönix zu Herrn Friedrich Flick ansehen, der mit staatlicher bayrischer Hilfe und Steuergeldern nach dem II.Weltkrieg ein Milliardenvermögen formalrechtlich korrekt erwerben konnte!


    Aber kann man das so vergleichen, nur weil's zwei Knallpiepen sind ?


    Karstadt war, dank des Obersanierers und Hauptabsahner Middelhoff so sehr "on the rocks" das man doch ernsthaft überhaupt nicht mehr mit einer Rettung rechnen konnte. Die Aufgabe Berggruens als ausländische "Heuschrecke" war doch wohl alleinig das Leiden, mit Profit etwas zu verlängern.


    Keiner der (politischen) Entscheider noch die Gewerkschaften , heute wie damals haben/hatten doch die Eier zu sagen das Karstatt/Arcandor als Geschäftsidee keine Zukunft hat.


    Die gleichen Freunde reden doch dem Kunden tagtäglich ein das ein Vollsortimenter von gestern ist und jeder erstmal seine Schuhsohlen in den "Shoppingpassagen" und anderen "Erlebniswelten" ablaufen soll.


    Und dann gibt es noch die, die besoffen von der Idee 4.50E zu sparen den Weg durchs Netz alleinseeligmachend finden und sich dann wundern warum die Zahl der Aufstocker oder Sklavenjobs so dramatisch steigt und irgendwann genau das zum Kollaps führen wird.

    Einmal editiert, zuletzt von Bicyclerepairmen ()

  • nicolas berggruen gibt sich gerne den anstrich eines altruisten.
    doch bekannt gewordene beispiele aus mehreren ländern lassen etwas gänzlich anderes erkennen. auch in deutschland hat er sich als retter von karstadt geriert, doch nun kommen immer mehr details ans licht und sogar insider seiner aktivitäten distanzieren sich.
    karstadt wird systematisch ausgeblutet und dafür bezahlen werden alle beteiligten.
    alle beteiligten? alle ausser berggruen, selbstredend.


    Eine klassische Heuschrecke. Billig übernehmen, Rationalisieren, Teuer Verkaufen. Das hatte er mit Karstadt bis 2015 vermutlich auch vor, hat aber nicht geklappt. Eigentlich hätten bei den Insolvenzverwaltern schon die Alarmglocken schrillen müssen bei dem 65Mio-Kredit, bei dem Berggruen seiner eigenen Firma hohe Zinsen und eine rasche Abzahlung aufdrückten. Das hat seine Prioritätensetzung jedenfalls deutlich aufgezeigt.


    Wahrscheinlich hat sich damals kein besserer Käufer gefunden. Bergruen war sicher kein erste Wahl-Kandidat. Karstadt scheint ein Anachronismus geworden zu sein, den es so oder so in wenigen Jahren nicht mehr geben wird, kein Wunder dass sich da nur windige Geschäftsleute für interessieren.

  • Eine klassische Heuschrecke. Billig übernehmen, Rationalisieren, Teuer Verkaufen. Das hatte er mit Karstadt bis 2015 vermutlich auch vor, hat aber nicht geklappt. Eigentlich hätten bei den Insolvenzverwaltern schon die Alarmglocken schrillen müssen bei dem 65Mio-Kredit, bei dem Berggruen seiner eigenen Firma hohe Zinsen und eine rasche Abzahlung aufdrückten. Das hat seine Prioritätensetzung jedenfalls deutlich aufgezeigt.


    Wahrscheinlich hat sich damals kein besserer Käufer gefunden. Bergruen war sicher kein erste Wahl-Kandidat. Karstadt scheint ein Anachronismus geworden zu sein, den es so oder so in wenigen Jahren nicht mehr geben wird, kein Wunder dass sich da nur windige Geschäftsleute für interessieren.


    Aber diese Erkenntnis ( Berggruen= "windige Heuschrecke") ist doch nicht neu und mich dünkt bei dieser auch nur als Blitzableiter herhalten soll. Die eigentlichen, deutschen Heuschrecken oder skrupelosen Geschäftemacher wie Middelhoff oder Esch, also die, die den Karren schon vor Jahren (mit Kalkül und eigenem Gewinn) gegen die Wand gefahren haben aber im deutschen Gesellschafts und Wirtschaftswesen fein geerdet sind charmant aus der Schusslinie.

  • Das was uns fehlt sind Leute die langfristig investieren wollen, die Heuschreckenaktionen sind es aber die wir kriegen.


    Früher hatte man Wirtschaftler die einerseits aus Wunsch nach Gewinn getrieben waren aber andererseits auch dem Land und damit der Gemeinschaft dienen wollten, heute ist der pure Eigennutz das einzige Gesetz das man noch kennt.


    Früher wusste man das man einen funktionierenden und wohlgesonnen Staat brauchte um erfolgreich zu sein und blutete deswegen die Gans mit den goldenen Eiern nicht zu sehr aus heute hat man erkannt das man rücksichtslos schmarotzen kann weil das Volk den funktionierenden Staat sowieso erhält und erhalten muss, was fehlt ist einfach die Verantwortung für jemand anderen als die eigene Familie...

    Einmal editiert, zuletzt von Acaloth ()

  • Aber diese Erkenntnis ( Berggruen= "windige Heuschrecke") ist doch nicht neu und mich dünkt bei dieser auch nur als Blitzableiter herhalten soll.


    Blitzableiter für was?


    Als Interessenten für die Ãœbernahme der gesamten Karstadt-Kette haben sich 2009 nur Berggruen und die internationalen Investmentgiganten Triton und Whitehall angeboten. Die nehmen sich alle nicht viel.


    Einen Käufer mit langfristigem Interesse und der Bereitschaft zur Ãœbernahme finanzieller Risiken gab es nicht. Zum einen weil die Zukunftsaussichten der großen Kaufhäuser in der Innenstadt mit gehobenen Preisen, Artikeln aus allen Bereichen aber jeweils wenig Auswahl sehr bescheiden sind. Und zum anderen, weil es vermutlich nur sehr wenig Leute gibt, die in dieser Größenordnung mitspielen können und gleichzeitig eine altruistische Veranlagung haben.


    Der eigentliche Aufreger ist, dass die öffentliche Hand solchen Investoren(gruppen) so viel Geld hinterherschmeißt. In diesem Fall: Miet- und Gewerbesteuererlässe und eine 3-monatige Ãœbernahme der Gehaltsauszahlungen. Das geht an den Forderungen der Insolvenzverwalter vorbei. Die Auflagen beinhalteten einen Sofortkredit (65 Mio) und eine Mindestinvestitionssumme (240 Mio) über die ersten drei Jahre, u.a. um den Käufer an das Unternehmen zu binden nur damit die Politiker das ganze wieder durch Subventionen aufweichen.


    Es klingt vielleicht hart, aber wenn es keinen vernünftigen Käufer gibt wäre eine geordnete Insolvenz oder Zerschlagung m.E. zielführender.

  • Das was uns fehlt sind Leute die langfristig investieren wollen, die Heuschreckenaktionen sind es aber die wir kriegen.Früher hatte man Wirtschaftler die.....


    Die sogenannten Heuschrecken, denen ja unter Brioni Rot/Grün gründlich die Tür geöffnet wurde sind doch (nur) die Spitze des Eisberges.
    Schon ganz normales Geschäftsgebahren, Bsp. im Einzehandel sieht doch schon pure Ausbeutung vor mit dem Absaugen öffentlicher Gelder. Das ist und wird immer mehr Standard und wird durch den Staat gefördert. Das wird irgendwann zur wirtschaftlichen Katastrophe führen, aber gängige Praxis mittlerweile - nach mir die Sintflut.


    Früher war nicht alles besser und ein Wirtschafts/Industriekonzern agierte evtl. nicht moralische besser als heute, aber es gab zumindest irgendwie einen gesellschaftlichen Konsens.


    Wir können uns jetzt, je nach politischer Ansicht, darüber streiten wann oder warum dieses Modell aufgegeben wurde und ob der "Kapitalismus" jetzt sein wahres Gesicht zeigt etc. pp.
    Ich für meinen Teil hätte nach dem Wegfall des Ost-West Konflikts, nach Entspannung und der Einigung in Europa etc. nie vorstellen können das die Choose so schnell den Bach runter geht.


  • Wir können uns jetzt, je nach politischer Ansicht, darüber streiten wann oder warum dieses Modell aufgegeben wurde und ob der "Kapitalismus" jetzt sein wahres Gesicht zeigt etc. pp.
    Ich für meinen Teil hätte nach dem Wegfall des Ost-West Konflikts, nach Entspannung und der Einigung in Europa etc. nie vorstellen können das die Choose so schnell den Bach runter geht.


    Ich begründe es (wie so vieles) mit der Vernichtung des Patriotismus und des nationalen Gedankens (nicht mit Nationalismus zu verwechseln) denn damit hat man quasi das zurückhaltende Element zerstört, den Gedanken der das Gemeinwohl propagierte innerhalb des Staates.
    Wer dem Staat nicht verbunden ist wird sicher nicht den Vorteil der staatlichen Gemeinschaft vor den eigenen Stellen oder auch nur rudimentär gleichwertig zum eigenen wahrnehmen.
    Es gibt in meinen Augen zwei Dinge die das staatliche Wohl derartig bevorzugen könnten (bzw. die Bevorzugung begründen könnten) und das ist der patriotische Gedanken (so in bester preussisch-deutscher Idee, die reine Pflicht der Nation gegenüber) und als zweites der religiöse (als religiöse Pflicht), wir haben beide in zunehmendem Maße nicht mehr.
    Religiös ist man im Regelfall nur noch bedingt und Patriotismus bekämpft man wo man kann....und nur mit "wir sind alle Menschen" wird sich nichts entsprechendes begründen lassen, denn das abstellen auf die eigene Spezies ist der SCHWÄCHSTE aller Zusammenhalte den man noch irgendwie finden kann und damit nicht in der Lage die Gier einzelner zu bremsen und schon gar nicht in der Lage die Situation in einem Staat zu verbessern.

  • Ich begründe es (wie so vieles) mit der Vernichtung des Patriotismus und des nationalen Gedankens (nicht mit Nationalismus zu verwechseln) denn damit hat man quasi das zurückhaltende Element zerstört, den Gedanken der das Gemeinwohl propagierte innerhalb des Staates. Wer dem Staat nicht verbunden ist wird sicher nicht den Vorteil der staatlichen Gemeinschaft vor den eigenen Stellen oder auch nur rudimentär gleichwertig zum eigenen wahrnehmen.
    Es gibt in meinen Augen zwei Dinge die das staatliche Wohl derartig bevorzugen könnten (bzw. die Bevorzugung begründen könnten) und das ist der patriotische Gedanken (so in bester preussisch-deutscher Idee, die reine Pflicht der Nation gegenüber) und als zweites der religiöse (als religiöse Pflicht), wir haben beide in zunehmendem Maße nicht mehr.
    Religiös ist man im Regelfall nur noch bedingt und Patriotismus bekämpft man wo man kann....und nur mit "wir sind alle Menschen" wird sich nichts entsprechendes begründen lassen, denn das abstellen auf die eigene Spezies ist der SCHWÄCHSTE aller Zusammenhalte den man noch irgendwie finden kann und damit nicht in der Lage die Gier einzelner zu bremsen.



    Aber während des "kalten Krieges" war doch niemand explizit "mehr" patriotisch als heute. Wohl eher ganz das Gegenteil. Ausgerechnet in der heutigen Zeit, also nachdem wir dieses ganzen geschichtlichen Rucksäcke abwerfen konnten und es "uns" eigentlich politisch/gesellschaftlich besser gehen sollte ist doch die Zeit der gnadenlosen Entsolidarisierung eingeläutet worden.
    Und zwar von oben.


    Es ist doch gerade zu absurd das der Krieg, also die reale Bedrohung durch Atomwaffen die nicht mal 50 KM entfernt gestanden haben die Leute weniger in Ihrer realen Existenz bedroht hat als der heutige "Wirtschaftskrieg" der trotz nationaler/internationaler Einigung, Frieden etc. ausgerufen wurde.

  • ....
    Es ist doch gerade zu absurd das der Krieg, also die reale Bedrohung durch Atomwaffen die nicht mal 50 KM entfernt gestanden haben die Leute weniger in Ihrer realen Existenz bedroht hat als der heutige "Wirtschaftskrieg" der trotz nationaler/internationaler Einigung, Frieden etc. ausgerufen wurde.


    Es ist auch ein absurder Gedanke. In Zeiten, in denen selbst kleinere Mittelständler Niederlassungen und Büros in Billiglohnländern betreiben, wo die Wirtschaft immer mehr international vernetzt ist, kann man eine Zivilgesellschaft nicht auf Patriotismus einschwören. Das klappt nicht (mehr).
    Es muss weltweit eine grundsätzliche Diskussion über Werte in Gang kommen, und zwar jene Werte, die geeignet sind, dieses vollständig aus dem Ruder gelaufene Habgiersystem einzudämmen. Patriotismus gehört in meinen Augen nicht dazu.

  • Aber während des "kalten Krieges" war doch niemand explizit "mehr" patriotisch als heute.


    Es hat noch nachgewirkt in den Alten aber mit den 68ern wurde das Ende eingeläutet das heute durchschlägt.



    Wohl eher ganz das Gegenteil. Ausgerechnet in der heutigen Zeit, also nachdem wir dieses ganzen geschichtlichen Rucksäcke abwerfen konnten


    Die "geschichtlichen Rucksäcke" waren es aber auch nicht unerheblich die erst die soziale Marktwirtschaft und ihr Selbstverständnis gestützt haben, Absage an den Klassenkampf, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Verantwortung gegenüber der Gesellschaft etc. pp.




    und es "uns" eigentlich politisch/gesellschaftlich besser gehen sollte ist doch die Zeit der gnadenlosen Entsolidarisierung eingeläutet worden.
    Und zwar von oben.


    Nein, nicht nur von oben....das fängt schon im kleinen an, man macht es sich leicht wenn man behauptet das wäre die böse Verschwörung von oben, das geht auch von unten aus.
    Oben ists nur offensichtlicher weils um grössere Summen geht und damit leichter erkennbar ist.

  • Es ist auch ein absurder Gedanke. In Zeiten, in denen selbst kleinere Mittelständler Niederlassungen und Büros in Billiglohnländern betreiben, wo die Wirtschaft immer mehr international vernetzt ist, kann man eine Zivilgesellschaft nicht auf Patriotismus einschwören. Das klappt nicht (mehr).


    Das sehe ich deutlich anders.
    Die Wirtschaft war auch früher schon international vernetzt (so 19. Jhdt), die internationale Vernetzung hat damit nur teilweise was zu tun, denn das ganze ist ein Mindset, ich kann noch so international vernetzt sein aber dennoch ein deutsches Unternehmen bleiben, hier versteuern, hier Verantwortung übernehmen usw.
    Die internationale Vernetzung ist eine nette Ausrede ändert aber nichts daran das man deswegen noch lange nicht in den British Virgin Islands sitzen muss und sein Geld an jedem nennenswerten Fiskus vorbei schmuggeln muss und keine Verantwortung für seine deutschen Arbeiter übernehmen muss.


    Quasi der Unterschied zwischen der deutschen Bank mit Sitz in Frankfurt aber Zweigstellen in der ganzen Welt und der Bank mit Zweigstellen in der ganzen Welt und Eigentumskonstrukt irgendwo zwischen British Virgin Islands, Amsterdam und Bahamas.


    Dazu kommen dann noch Aspekte des Prinzips "Ehre" (das man ja auch recht erfolgreich abgeschossen hat) sei es nun die Kaufmannsehre oder eine andere, der Anspruch seinen Namen nicht mit solchem Mist wie ihn dieser bergruen abzieht in Verbindung zu bringen.

  • Es hat noch nachgewirkt in den Alten aber mit den 68ern wurde das Ende eingeläutet das heute durchschlägt.


    Ach komm, das sind doch Ausflüchte. Die von Dir verorteten 68er sind doch seit Jahren in (geistiger) Rente oder spätestens bei den ersten EM/WM Feiern hier und beim Anblick von den (netten) Mädels mit Schwarz/Rot/gold Schminke, Fähnchen und sonstig farbliche abgestimmten Körperschmuck dem Herzinfarkt erlegen.
    Die anderen haben sich, wie Otto Schily um 180 Grad gedreht um im pol. Establishment angekommen.



    Die "geschichtlichen Rucksäcke" waren es aber auch nicht unerheblich die erst die soziale Marktwirtschaft und ihr Selbstverständnis gestützt haben, Absage an den Klassenkampf, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Verantwortung gegenüber der Gesellschaft etc. pp.


    Mit "Rucksäcken" ablegen meinte ich eher die Wiedervereinigung, die Aussöhnung, das Ankommen in Europa. Es ist doch wohl kein Zufall das just in diesem Zeitraum der eigentlich eine Blüte darstellen sollte der wirtschafliche Neoliberalismus und die Kampfansage an das gesellschaftliche Gemeinwohl gestellt wurde.




    Nein, nicht nur von oben....das fängt schon im kleinen an, man macht es sich leicht wenn man behauptet das wäre die böse Verschwörung von oben, das geht auch von unten aus.
    Oben ists nur offensichtlicher weils um grössere Summen geht und damit leichter erkennbar ist.


    Was, du meinst weil man mit einer Medienkampagne eines Elektronikonzerns Teile unserer Gesellschaft gebrandmarkt hat ?

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    Früher wusste man, dass man einen funktionierenden und wohlgesonnen Staat brauchte, um erfolgreich zu sein und blutete deswegen die Gans mit den goldenen Eiern nicht zu sehr aus, heute hat man erkannt, dass man rücksichtslos schmarotzen kann, weil das Volk den funktionierenden Staat sowieso erhält und erhalten muss, was fehlt ist einfach die Verantwortung für jemand anderen als die eigene Familie...


    Der Staat funktioniert heute im Interesse eben dieses Systems, das global agierend sich die einzelnen Staaten untertan gemacht hat. Deren weitgehend käufliche Staatsdiener haben zu funktionieren und die Profitrate zu sichern, wenn nicht, sucht man sich andere Lakaien, die dazu bereit sind! Der Souverän, das Volk wird dazu diszipliniert, Hartz IV und diverse andere Methoden lassen grüssen.

  • Dazu kommen dann noch Aspekte des Prinzips "Ehre" (das man ja auch recht erfolgreich abgeschossen hat) sei es nun die Kaufmannsehre oder eine andere, der Anspruch seinen Namen nicht mit solchem Mist wie ihn dieser bergruen abzieht in Verbindung zu bringen.


    Das ehrwürdige Unternehmertum alten Schlages wurde leider ausgerottet. Dafür gibt es diverse Gründe. Gesetzesänderungen und eine Veränderung des Zeitgeists sind nur zwei davon.

  • Das ehrwürdige Unternehmertum alten Schlages wurde leider ausgerottet. Dafür gibt es diverse Gründe. Gesetzesänderungen und eine Veränderung des Zeitgeists sind nur zwei davon.


    Es gab niemals den "besseren" alten Schlag. Wie mein Grossvater zu sagen pflegte ( Hapag Kapitän und Elblotse ) der sogenannte "ehrbare" Hamburger Kaufmann hätte seine Grossmutter für 3 Courantmark verkauft - wenn er denn könnte.


    Der "alte" oder neue Schlag hat immer unter gewissen, gesellschaftlichen Rahmenbedingungen agieren können, die sich nunmal nach gewissen geschichtlichen Abläufen heute leider zu Ungunsten der Mehrheit der Bevölkerung geändert haben.

  • ...Es muss weltweit eine grundsätzliche Diskussion über Werte in Gang kommen, und zwar jene Werte, die geeignet sind, dieses vollständig aus dem Ruder gelaufene Habgiersystem einzudämmen. ...


    Wer oder welche Organisation hätte die Macht dazu ? Das könnte ich mir auf nationaler Ebene noch vorstellen, aber weltweit ? Andererseits kann das "System" auf nationaler Ebene auch mit Patriotismus und Ehre nicht mehr eingefangen werden und weltweit kann es sich nahezu unbehelligt austoben. Die wirklich Mächtigen sind nicht mehr auf die Staaten angewiesen von denen sie abstammen, die Entwicklung kommt ihnen quasi entgegen. Warum sollten sie auf eine Änderung hinwirken ? Die Chancen stehen wohl schlecht.

  • Der Staat funktioniert heute im Interesse eben dieses Systems, das global agierend sich die einzelnen Staaten untertan gemacht hat. Deren weitgehend käufliche Staatsdiener haben zu funktionieren und die Profitrate zu sichern, wenn nicht, sucht man sich andere Lakaien, die dazu bereit sind!


    Soweit würde ich jetzt nicht gehen, sehe aber zumindest das Problem, dass ernsthaftes langfristiges Engagement vom Staat nicht mehr belohnt wird als kurzfristiges Heuschreckentum, weil die meisten Politiker mittlerweile auch das langfristige Denken eingestellt haben.
    Diese "Too big to fail"-Strategie befeuert nur noch weiter die schleichende Monopolisierung, die wiederum weitere "Too big to fail"-Fälle produziert.

  • Aber kann man das so vergleichen, nur weil's zwei Knallpiepen sind ?
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    Die Personen sind nicht vergleichbar, das System ist allerdings das Gleiche! Flick hätte nachdem Krieg enteignet werden müssen, über Strohmänner hat er seinen verbliebenen Besitz gerettet, mit politischer Hilfe Steuergeld genutzt und Liquidität zu einer Zeit geschaffen, wo Kapital knapp war, um damit in den Boomindustrien sich einzukaufen und sein Vermögen erneut aufzubauen und sich dafür in Politik und Wirtschaft die entsprechenden Leute zu kaufen.


    Einen Konzern, der systematisch in den Ruin gewirtschaftet wurde und in der Perspektive kaum noch ein zeitgemäßes Konzept zu entwickeln in der Lage war, mit Steuergeld zu retten, war und ist eine Illusion, aber wenn man durch geeignete Tricks kein persönliches Risiko einzugehen hat, ist es für Insolvenzverwalter und Käufer dennoch äußerst lukrativ! Da macht es keinen Unterschied, ob es Stahlwerke sind, wie Mittal, oder ein Kaufhauskonzern bzw. "systemrelevante Banken", auch eine Steuerflucht durch Wohnsitzverlagerung ist angenehm für die Konten, wenn die genutzten Subventionsquellen nicht mehr ausreichend sprudeln.