Woher kommt das Geld ?

  • Zitat

    Wer kein Verlierer sein möchte, spart halt nicht!


    Also - inwiefern ist das ein Problem?


    Wer nicht spart, kann sich keine Altersvorsorge leisten und liegt der Mehrheit auf der Tasche. Tatsache ist auch, das viele Angehörige, Kinder damit belastet sind das Geld auf zu treiben für Pflegeheime. Jeder muss Arbeiten damit er die immer höher werdenden Kosten erbringen kann.
    Wie sieht es damit aus?
    Wenn die alten nichts mehr haben was sie sparen können, werden sie bei Krankheit im schwersten Fall die gelackmeierten sein und nicht nur das, die Angehörigen gehen dabei auch vor die Hunde. Also die Kinder.
    Es gibt ein gutes Modell, aber dazu schreibe ich erst einmal nichts.

    Einmal editiert, zuletzt von Sonne ()


  • Vielen Dank für Ihre Sichtweise. Sie wissen wovon Sie reden.

  • […] Die fehlende Sparquote führt aber nicht wie du vermutest zuallererst zu einem Kapitalabfluss, sondern zu einem gesteigerten Konsumverhalten. […]

    Ah ja, und deswegen schwindet der stationäre Einzelhandel (mit Ausnahme der Discounter und der gerade erfolgreichen Filialketten). Das "gesteigerte Konsumverhalten" zwingt Fachhändler ebenso wie die einstigen großen Kaufhäuser in die Knie; renommierte Markenhersteller quer durch alle Branchen müssen Insolvenz anmelden, Produktionsstandorte schließen, die Fertigungskapazitäten zurückfahren - aber Deiner Glaskugel nach konsumieren die Verbraucher exzessiv; da fragt sich dann, weswegen Zinssenkungen zum Zwecke der Ankurbelung des Konsums für unverzichtbar angesehen werden.

    […] Arbeitsplatzabbau? In Zeiten der faktischen Vollbeschäftigung an vielen Standorten ein interessanter Gedanke […]

    Die Zeiten der faktischen Vollbeschäftigung liegen ziemlich genau 50 Jahre zurück; wenn die faktische Neubewertung von Arbeitsmarktkennzahlen durch die BA und das zuständige Ministerium bloß vorsätzlich irreführend ist, nützt dies den faktisch Arbeit und Zukunftsperspektive suchenden Millionen überhaupt nichts.

    Einmal editiert, zuletzt von I'm a Substitute () aus folgendem Grund: Klammerschließung nachträglich eingefügt

  • Recht unterhaltsame Phantasien hast Du ja… Tatsache ist jedoch, dass Kredite in nennenswerter Größenordnung gar nicht mehr aufgenommen werden, obwohl sie doch so vergleichsweise preisgünstig zu bekommen wären; dass die Banken nun zum Leitzins in unbegrenzter Menge bei der EZB Geld leihen könnten, stimmt so auch nicht, ganz zu schweigen davon, dass die Banken übrigens verpflichtet sind, bei den Niederlassungen der Bundesbank (ja, die gibt's auch noch) Guthaben zu unterhalten, die sogenannte Mindesreserve, für die sie mittlerweile Strafzinsen zu zahlen verpflichtet sind. Insofern ist mit dem klassischen Bankgeschäft schwerlich ein Zinsüberschuss zu erwirtschaften, zumal, wenn man Sparern wenigstens einen geringen Guthabenzins zahlen will… und hättest Du in den letzten Jahren gelegentlich mal Zeitung gelesen (insbesondere den Wirtschaftsteil), dann wüsstest Du, dass das Vertrauen der Banken untereinander seit jener großen Krise, die mit der Lehman-Pleite begann, erschüttert ist, so dass die kurzfristige Geldleihe fast völlig zum Erliegen gekommen ist.


    Bitte?


    Lies dir doch mal meinen Beitrag durch! so viel Zeit solltest du schon investieren - und dann noch ein paar Sekunden mehr, um nicht sofort sinnlos eine Reaktion zu senden, die einfach sinnfrei ist.


    Dass du mit diesem Beitrag einerseits so tust, als würdest du was anderes denken, aber dann genau in meine Argumentation verfällst - merkst du das nicht? Wie naiv muss man sein, um das zu übersehen?


    Die Banken haben nicht das Problem, dass sie auf die Guthaben angewiesen wären, um Kredite auszahlen zu können!
    Bei Bedarf können sie stattdessen auch Gelder von der EZB bekommen - nur um überhaupt ihr Geschäft betreiben zu können, müssen die Banken Auflagen erfüllen - und dabei ist es egal, ob sie Kredite auf der Basis der Gelder der Sparguthaben, oder auf Basis der Gelder der EZB auszahlen wollen. Sie KÖNNEN einfach nicht so einfach - weil sie wegen großer Krisen wie der Lehman-Pleite heute Auflagen erfüllten müssen, damit sie Kredite bewilligen können.


    Banken haben heute keinen Vorteil davon, wenn sie einen Guthabenzins zahlen.....in der Breite ist es für ihr Geschäft schlicht und einfach nicht wesentlich. Das schreibst du, das schreibe ich. Und nun - wenn du mir vorwirfst, dass ich was falsches gesagt habe, dann wirfst du dir selber vor, dass du den Wirtschaftsteil der Zeitungen nicht liest.


    Denk also ab und an mal ein wenig darüber nach, dass es sinnvoll sein könnte, zwischen Reiz und Reaktion ein paar Sekunden Denkpause zu machen. Ich meine, dass du aus welchen irratonalen Gründen einfach pauschal jeden anderen hier angreifst, ist schon klar - aber dass du dann sinnfrei einfach nur "korrigierend" noch nachplapperst, was dieser angegriffene geschrieben hat - das ist schon ziemlich bescheuert!


    Mag sein, dass ich so manches Thema, welches du auch denkst, einfach nur von einer anderen Sichtweise her betrachte - sei mal etwas entspannter, wenn dem so ist! Ich werde nicht zu deinem Gegner, nur weil ich aus anderen Gründen zu denselben Sichtweisen komme.


    Laß also deine Phantasien mal weg, und laß dir ab und an mal 10 Sekunden mehr Zeit zwischen dem Lesen meiner Beiträge und einer irrationalen Reaktion.
    Nur weil ich meine Gedanken äußere, ist das kein persönlicher Angriff auf dich und deine Meinungen - schon gar nicht, weil in vielen Punkten du letzten Endes genau das schreibst und schlußfolgerst, was ich dir schon mundgerecht hingelegt habe. Nur, weil du gleiche Gedanken unabhängig entwickelt hast, bedeutet das für mich nicht, dass deine Gedanken mehr oder weniger wert sind als meine.


    Also - keep cool!

  • Ah ja, und deswegen schwindet der stationäre Einzelhandel (mit Ausnahme der Discounter und der gerade erfolgreichen Filialketten). Das "gesteigerte Konsumverhalten" zwingt Fachhändler ebenso wie die einstigen großen Kaufhäuser in die Knie; renommierte Markenhersteller quer durch alle Branchen müssen Insolvenz anmelden, Produktionsstandorte schließen, die Fertigungskapazitäten zurückfahren - aber Deiner Glaskugel nach konsumieren die Verbraucher exzessiv; da fragt sich dann, weswegen Zinssenkungen zum Zwecke der Ankurbelung des Konsums für unverzichtbar angesehen werden.


    Seufz.


    An welchem Kriterium messen sie bitteschön, dass der stationäre Einzelhandel schwindet.
    Was wäre aus ihrer Sicht dann gut, und was bitteschön schlecht?


    Die Faktenlage ist klar:
    Die Diversifikation im Einzelhandel verschwindet - heute gibt es viel weniger Einzelhändler als 1980.
    ABER:
    Heute gibt es deshalb nicht weniger Wettbewerb als 1980!
    Und:
    Heute gibt es sowohl mehr Artikel als 1980, als auch mehr Fläche, auf denen diese Artikel angeboten werden.



    Werden Fachhändler in die Knie gezwungen?
    Gerade der deutsche Handelsmarkt zeichnet sich durch eine Anomalie aus - es gibt den Fachhandel!
    Man findet diesen beispielsweise bei den Baumärkten, aber auch bei Drogerien, Parfümerien, Modegeschäften, Bücherfachläden etc. etc.......im internationalen Vergleich ist gerade der deutsche Einzelhandelsmarkt durch eine außergewöhnliche Diversifizierung gekennzeichnet. Hier fehlen ihnen also eventuell ausreichend Vergleiche!


    Große Kaufhäuser werden in die Knie gezwungen? Ja - aber auch und gerade deshalb, weil sich der Einzelhandel in Deutschland entsprechend in Richtung Fachmärkte weiter entwickelt hat. Karstadt und Kaufhof als primäre Vertreter der großen Kaufhäuser können nicht wirklich bei Preis und Diversifikation mit den größeren Ketten der Spezialisten mithalten. DAS bedroht gerade die Universalkaufhäuser.


    Die Gründe dafür, dass der "stationäre Einzelhandel schwindet" sind also wohl etwas komplexer!


    Markenhersteller müssen Insolvenz anmelden?
    Ja und? Neue Marken etablieren sich - beispielsweise Handelsmarken. Gerade hier ist Deutschland extrem stark! Es ist eine Besonderheit des deutschen Marktes, dass es immer mehr Spezialisten gelingt, ein hohes Konsumentenvertrauen zu erwirken - und das über die eigenen Marken auch noch in sich selbst zu verstärken. Dabei sind diese Handelsmarken keineswegs schlechter als die Industriemarken - allenfalls sind sie günstiger. Das zeigen regelmäßig unabhängige Tests erfolgreicher Handelsmarken immer und immer wieder. Und nach 40 Jahren Training ist das auch beim deutschen Konsumenten angekommen.


    Dass überteuerte Industriemarken dann leichter scheitern - das ist eine Folge des überaus harten Wettbewerbs in Deutschland - gerade im Einzelhandel.


    Jeder, der mal ins Ausland in den Urlaub fährt, stellt fest, dass nahezu überall sehr vieles teurer ist als in Deutschland. Insbesondere aber längst nicht nur bei den Gütern des täglichen Bedarfs, also all dem Zeugs, was man so übers Jahr hinweg einkaufen geht.


    In Deutschland haben wir einen der härtesten Märkte bezogen auf den Einzelhandel, den es weltweit gibt.


    Weil dem so ist, und weil deutsche Einzelhändler inzwischen durch den niedrigen Eurokurs auch noch regelrecht subventioniert werden, sind deutsche Einzelhändler - und zwar nicht nur die Allrounder, sondern auch die Discounter und die Fachmärkte, inzwischen international unglaublich erfolgreich - und in jeden Markt, in den sie in der Breite eintreten, werden die "Platzhirsche" regelrecht verdrängt.


    Ich denke, da fehlen dir einfach ein paar entscheidende Kenntnisse über den internationalen Handelsmarkt! Sonst wüsstest du diese einfache Hintergründe!



    Produktion und Handel sind im Ãœbrigen zwei paar Stiefel - das sollte dir als "Wirtschaftskenner" eigentlich klar sein. Ein deutscher Händler kann durchaus erfolgreich sein, wenn er nur Produkte vertickert, die im Ausland hergestellt werden - ein deutscher Produzent kann auch dann erfolgreich sein, wenn er seine Produkte nur im Ausland anbietet.



    Die Verbraucher in Deutschland konsumieren nicht exzessiv - wohl aber nachweisbar in einem höheren Anteil am Gehalt als in den Jahren, als die Sparquote bei 12% lag. Eigentlich ist das trivial.....


    Dass derzeit Zinssenkungen zur Ankurbelung des Konsums getroffen werden, ist halt nur ein Teil der Wahrheit - die Zinssenkungen stehen in einem größeren Zusammenhang. Die Ankurbelung der Wirtschaft wäre der bessere Ausdruck - es geht nicht nur um Konsum, sondern auch um Investitionen.
    Die EZB hat dieses Instrument - und nutzt es.
    Das Instrument ist aber nicht zielscharf! Den Konsum kurbelt es indirekt schon an - bei niedrigen Zinsen spraren die Deutschen heute weniger als zu Zeiten mit höheren Zinsen. Die Sparquote ist von 12% auf 9% gesunken - im internationalen Vergleich ist sie aber immer noch hoch. Trotzdem reicht sie aus, dass die zeitweilig kritisierte Wirtschaftspolitik Deutschlands nicht mehr ganz so stark unter Kritik steht - weil die Wirtschaft Deutschlands nicht mehr nur vom Export lebt, sondern inzwischen eben auch von einem starken Konsum.


    Auch das findet man im Wirtschaftsteil einer Zeitung!




    Zitat


    Die Zeiten der faktischen Vollbeschäftigung liegen ziemlich genau 50 Jahre zurück; wenn die faktische Neubewertung von Arbeitsmarktkennzahlen durch die BA und das zuständige Ministerium bloß vorsätzlich irreführend ist, nützt dies den faktisch Arbeit und Zukunftsperspektive suchenden Millionen überhaupt nichts.


    Aha. Und wo sind diese Millionen, wenn Arbeitsplätze konkret nicht besetzt werden können?


    Vollbeschäftigung kann man so definieren, dass jeder einen Arbeitsplatz haben muss.
    Vollbeschäftigung kann man auch so definieren, dass jeder, der einen Arbeitsplatz sucht, auch einen findet.


    Zwischen diesen beiden Definitionen liegen allein locker 3% Arbeitslosenquote.


    Aus Sicht von Unternehmen haben wir heute in vielen Teilen Deutschlands die Situation, dass Arbeitsplätze über lange Zeiträume nicht besetzt werden können, weil es keine passenden Bewerber gibt, die den Job machen wollen und können. Und dabei geht es längst nicht mehr nur um irgendwelche Spezialistenjobs, sondern dieses Phänomen ist längst in der Breite angekommen.
    Einfachste Jobs auf Basis des Mindestlohns bleiben über 18 Monate offen - und es findet sich niemand, der den Job machen will.


    Das ist ein ziemlich deutliches Zeichen dafür, dass wir vielleicht 2,7 Millionen "Arbeitslose" haben - aber gleichzeitig auch eine Menge an offenen Stellen mit einfachstem Qualifikationsniveau, die niemand machen will.


    Ist das Vollbeschäftigung?
    Oder haben wir erst Vollbeschäftigung, wenn jeder den Job seiner Wahl bei der überzogenen Bezahlung seiner Wahl bekommt?


    Suchende Arbeitslose - die gleichzeitig nicht bereit sind, ihre Komfortzone aufzugeben, und beispielsweise einfach mal 300km weg zu ziehen? Ist das ein Kriterium für fehlende Vollbeschäftigung?


    Nimmt man die Zahl der offenen Jobs in Deutschland, und reduziert die Zahl der Arbeitslosen um diese Zahl der offenen Jobs, dann liegen wir ziemlich nahe bei 0!


    Ich halte diese Definition von Vollbeschäftigung für ziemlich eingängig.


    Es ist nicht Aufgabe des Staates, jedem in Deutschland einen Komfortjob mit überhöhter Bezahlung vor Ort bei freier Arbeitszeitwahl anzubieten! Soviel Sozialismus halte ich nicht für notwendig! Ein wenig darf man den Menschen auch zumuten, dass sie sich um Arbeit bemühen.

  • […] Dass du mit diesem Beitrag einerseits so tust, als würdest du was anderes denken, aber dann genau in meine Argumentation verfällst - merkst du das nicht? […]

    Es scheint eher, als sei es Dir entgangen, dass mein Beitrag etwas völlig anderes aussagt, als der Deinige. Bei einem Ãœberschuss an Spareinlagen wäre es übrigens unsinnig, als Bank zudem Geld von der EZB aufzunehmen…

  • Seufz.


    (...)


    dachte ich auch zum wiederholten mal, nachdem ich deine texttapete quer gelesen habe.
    bist du vom fach? falls ja, welche abteilung? insm?

    Einmal editiert, zuletzt von A0468 () aus folgendem Grund: m

  • […] Aha. Und wo sind diese Millionen, wenn Arbeitsplätze konkret nicht besetzt werden können? […]

    Das würde zwar eher in den Sozialstaatsthread gehören, aber um gleich an Ort und Stelle zu antworten: Auf'm Amt, um sich schikanieren zu lassen, in "Vermittlungsprojekten", "Schulungsmaßnahmen", bei der Teilnahme an irgendwelchen zumeist nutzlosen Maßnahmen - oder gleich beim Flaschensammeln oder der örtlichen "Tafel"…

  • Es scheint eher, als sei es Dir entgangen, dass mein Beitrag etwas völlig anderes aussagt, als der Deinige. Bei einem Ãœberschuss an Spareinlagen wäre es übrigens unsinnig, als Bank zudem Geld von der EZB aufzunehmen…


    Das Geschäft von Banken ist etwas komplizierter, als du es hier stark vereinfacht darstellst. Auch wenn es prinzipiell möglich wäre, das Geld für Kredite aus Spareinlagen zu nehmen (wird ja auch in Teilen so gemacht) gibt es das Problem der kurzen Laufzeiten bei Spareinlagen versus der langen Laufzeiten von Krediten.


    Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Gründe, warum Banken Kredite von der EZB abrufen - auch abrufen müssen. Und es gibt auch viele Probleme mit der Niedrigzinspolitik der EZB, während gleichzeitig die Auflage besteht, die Eigenkapitalquote zu erhöhen. Damit das beispielsweise den Sparkassen möglich wäre, brauchen diese ausreichende Renditen. Doch gerade diese Renditen sind derzeit kaum zu erwirtschaften. Für die Sparkassen bedeutet dies, dass sie regelrecht auf eine Insolvenz zusteuern, weil sie trotz billigen Geldes nicht ausreichend Renditebringende Kredite vergeben können - weil sie das dafür notwendige Kapital nicht aufbringen.


    Lies gerne auch mal den einfach gehaltenen Beitrag: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/sparkassen-109.html



    Zur Idee, dass der Beitrag von dir was GAANZ anderes aussagt, als meiner - ok, deine Sicht der Dinge.

  • dachte ich auch zum wiederholten mal, nachdem ich deine texttapete quer gelesen habe.
    bist du vom fach? ....


    Ja. Und ausreichend lange, und intensiv genug, dass ich mich hinreichend sowohl in der Handelslandschaft in Deutschland, als noch einer Reihe weiterer Themenstellungen auskenne, um zu wissen, dass manches hier geschriebene von Menschen getextet wird, denen Fachkenntnisse fehlen.


    Die Themen aus meinem Beitrag an Sustitute kann man aber auch relativ schnell im Internet recherchieren - so etwas wie Ladenflächen, Artikelanzahl, Vergleich der Verkaufspreise über viele Länder hinweg, Vergleich der Margen im Einzelhandel über Länder hinweg - all dies sind Themen, zu denen man im Internet was findet.
    Die internationalen Erfolge beispielsweise von Aldi und Lidl und die Auswirkungen deren Expansion beispielsweise in Großbritannien, Australien und auch den USA (stellvertretend für viele weitere Expansionsgebiete des deutschen Einzelhandels) waren schon einige Male auch Thema in den Tagesthemen. Weitere Schlagworte: Expansion deutscher Baumärkte, Drogeriemärkte, Zoobedarfsmärkte etc.... Rückzug und Scheitern von Walmart in Deutschland... ... ...


    Zur Relevanz des Online-Handels und auch dazu, wie die Märkte damit neu gemischt werden, findet man auch einiges.
    Und - wer in Urlaub fährt, findet kaum ein Urlaubsland in dem typische Artikel preiswerter sind, als in Deutschland! Lediglich regionale Produkte im jeweiligen Land sind je nach Herstellung und Relevanz der Lohnkosten für diesen Artikel dann auch preiswerter.



    Im Ãœbrigen bin ich kein Freund von 140-Zeichen-Wahrheiten - unsere Welt ist hinreichend komplex. Und wer über komplexeste Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Handel, Arbeitsmärkten etc. munter auf Bildzeitungsniveau oder gar mit SMS-Inhaltsniveau sprechen möchte, wird kaum auch nur an der Oberfläche kratzen können.


    Unbestritten könnte ich auch manchen meiner Beiträge kürzen - aber wenn sich andere nicht die Arbeit machen, mal selbst einfachste Zusammenhänge sauber zu recherchieren, mache ich mir auch nicht die Arbeit, einen schnell mal geschriebenen 1000-Wörter Beitrag noch 10 mal zu verdichten, so dass er auf 600 Wörter passt.....

  • Das würde zwar eher in den Sozialstaatsthread gehören, aber um gleich an Ort und Stelle zu antworten: Auf'm Amt, um sich schikanieren zu lassen, in "Vermittlungsprojekten", "Schulungsmaßnahmen", bei der Teilnahme an irgendwelchen zumeist nutzlosen Maßnahmen - oder gleich beim Flaschensammeln oder der örtlichen "Tafel"…


    Wenn ich gehässig und ungerecht zu einem Teil der Bevölkerung wäre, könnte ich antworten, dass diese selbst dran Schuld seien, weil sie sich einfach an der Schule nicht ausreichend bemüht haben.


    So einfach aber ist die Welt nicht - und auch der deutsche Arbeitsmarkt nicht. Es ist mir schon klar, dass in Deutschland einige durchs Raster rutschen - klar ist aber auch, dass noch nie so viele Menschen in Deutschland einen Arbeitsvertrag hatten, wie das heute der Fall ist.


    Sicher - wiederum ist mir klar, dass längst nicht jeder Arbeitsvertrag Wohlstand bedeutet - genauso klar ist aber auch, dass es keinen Automatismus gibt, dass Hartz IV = Armut richtig ist.


    Maßnahmen wie Schulungen, Vermittlungsprojekte, Teilnahme an nutzlosen Maßnahmen - das ist nicht zu leugnen. Beweist und belegt nur nichts - denn dieses Phänomen ist ja nicht neu! Das gibt es auch schon mindestens seit 1980. Und dass es heute deutlich mehr wären als früher.....dazu hätte ich gerne aussagekräftige und belastbare Daten! Nach meinem Bild war das auch schon mal deutlich schlimmer als heute!


    Ich bestreite nicht, (sondern weise vielmehr in vielen meiner Beiträge darauf hin), dass wir in Deutschland ein Verteilungsproblem haben. Trotzdem ist es pure Ignoranz, wenn man einfach nicht sehen möchte, dass die Zahl der Beschäftigten im deutschen Arbeitsmarkt so hoch ist, wie noch nie. Und das durchaus bei einer Bevölkerungsentwicklung, die eher stagnierend ist.
    Richtig ist - es ändert sich unglaublich viel im Arbeitsmarkt - mehr Frauen und mehr Teilzeit sind normal. Doch an dem Fakt, dass wir in vielen Gegenden Deutschlands heute praktisch Vollbeschäftigung haben, ändert weder das etwas, noch der Punkt, dass es dennoch gleichzeitig prekäre Arbeitsverhältnisse und auch faktisch nicht vermittelbare Menschen gibt.


    Mir greift es nur deutlich zu kurz, wenn man die offenen und auch nicht zu besetzenden Arbeitsplätze einerseits objektiv messen kann, dann aber andererseits den Arbeitslosen meint Zucker in den allerwertesten blasen zu müssen, dass sie an der eigenen Situation in der Regel auf gar keinem Fall eine Mitschuld haben können. Wo leben wir denn!


    Ich bin gerne bereit, mich für eine soziale Absicherung und auch für soziale Verbesserungen generell einzusetzen - wer meine Beiträge liest, weiß das auch! - aber ich bin umgekehrt nicht bereit, für Menschen, die nicht wirklich arbeiten wollen und die sich immer nur als Opfer begreifen, beständig neue Forderungen entgegen zu nehmen.


    Es gibt ausreichend viele Menschen, die kommen mit der sozialen Mindestabsicherung in Deutschland hervorragend zurecht. Ein kleinerer Teil sieht sich aber beständig und ein ganzes Leben lang als Opfer der Umstände. Die lehnen auch gerne Vermittlungsangebote ab, kommen zu spät zu Vorstellungsgesprächen oder dem ersten Arbeitstag - und finden immer mindestens eine Ausrede, warum das genau so sein musste. Hunderte andere bewerben sich statt dessen um den offenen Job, und einer von denen, die mehr Engagement gezeigt haben, bekommt ihn auch! Und so mancher soziale Schmarotzer klagt dann noch über die Ungerechtigkeit der Welt.......das werden wir nie ändern können! Es gibt diese Menschen, die einfach meinen, in allem wären sie das Opfer.


    Nur - die Fakten sprechen heute eine andere Sprache! Es ist MESSBAR das es Gegenden gibt, in denen relevante Jobs nicht mehr ausreichend schnell besetzt werden können.

  • […] Damit das beispielsweise den Sparkassen möglich wäre, brauchen diese ausreichende Renditen. Doch gerade diese Renditen sind derzeit kaum zu erwirtschaften. Für die Sparkassen bedeutet dies, dass sie regelrecht auf eine Insolvenz zusteuern […]

    Na, wenn Du das meinst, dann werden wir wohl bald keine Sparkassen mehr haben - davon hatten den Großbanken ja mal geträumt… übrigens: Sparkassen sind Organisationen, die von ihrer Satzung her gar keinen Gewinn erwirtschaften dürfen, weswegen sie so relativ großzügig gemeinnützige Einrichtungen unterstützen, als Sponsoren auftreten, oder ihren Sparern oftmals ein wenig höhere Guthabenzinsen ausgezahlt haben, als die örtliche Konkurrenz.
    Dass der Sparkassensektor im Bereich der kreditvergabe Schwierigkeiten hat, hängt wohl eher damit zusammen, dass der jeweilige Gewährträger (meist die kommunale öffentliche Hand oder eine Stiftung) beim Eigenkapital nicht die nötigen Mittel zusätzlich nachliefern kann - und dass regional immer weniger Gewerbebetriebe nach den Basel-III-Richtlinien überhaupt noch "kreditwürdig" sind; im dem Falle muss eben die Bilanzsumme entsprechend verringert werden. Das Problem mit dem Eigenkapital ist übrigens schon seit Längerem bekannt.

  • Na, wenn Du das meinst, dann werden wir wohl bald keine Sparkassen mehr haben - davon hatten den Großbanken ja mal geträumt… übrigens: Sparkassen sind Organisationen, die von ihrer Satzung her gar keinen Gewinn erwirtschaften dürfen, weswegen sie so relativ großzügig gemeinnützige Einrichtungen unterstützen, als Sponsoren auftreten, oder ihren Sparern oftmals ein wenig höhere Guthabenzinsen ausgezahlt haben, als die örtliche Konkurrenz.
    Dass der Sparkassensektor im Bereich der kreditvergabe Schwierigkeiten hat, hängt wohl eher damit zusammen, dass der jeweilige Gewährträger (meist die kommunale öffentliche Hand oder eine Stiftung) beim Eigenkapital nicht die nötigen Mittel zusätzlich nachliefern kann - und dass regional immer weniger Gewerbebetriebe nach den Basel-III-Richtlinien überhaupt noch "kreditwürdig" sind; im dem Falle muss eben die Bilanzsumme entsprechend verringert werden. Das Problem mit dem Eigenkapital ist übrigens schon seit Längerem bekannt.


    Sobald du deine dir typische Schwarz-Weiß-Extrembetrachtungen mal ablegst, kann ich dich auch ernst nehmen!


    Es gibt einfach nicht DIE Sparkasse. Es gibt eine Reihe von denen, die derzeit gut dastehen - und andere, die Probleme haben. Um es in jedem Einzelfall richtig beurteilen zu können, muss man sich auch genau diesen Einzelfall ansehen.


    Man kann aber auch einen allgemeinen Blick auf alle Sparkassen werfen - und wird dann Tendenzen erkennen, die nicht die Sparkassen alleine betreffen, wohl aber auch einigen Sparkassen massiv Probleme machen.


    Es ist äußerst naiv, wenn man vorschlägt, dass die Eigentümer immer beliebig Eigenkapital nachschieben können.....gerade im Bereich der Sparkassen sprechen wir regelmäßig über lokale Betreiber - und das sind häufig auch öffentliche Finanziers. Manchmal können die Gelder nachschieben, und tun das auch, oft genug haben die zugehörigen Kommunen eher mehr Probleme als weniger, wenn die lokale Sparkasse ins Schlingern gerät......



    Was aber nun, wenn eine Sparkasse schlingert......manche Dinge brauchen auch ihre Zeit.


    Ich weiß heute nicht, ob es in den nächsten Jahren dazu kommt, dass immer mehr Sparkassen zu einer einzigen Superkasse fusionieren - oder ob statt dessen andere Punkte die Weiterentwicklung der Sparkassen maßgeblicher beeinflussen.


    Schauen wir einfach mal, was ganz real passieren wird.....