Doku Game Fort McMoney

  • Doku Game Fort McMoney


    Wie weit geht Ihr um an Öl zu kommen? Damit beschäftigt sich das Online-Doku-Spiel "Fort McMoney" von David Dufresne in Zusammenarbeit mit arte. Der Spieler agiert als Bürgermeister einer kanadischen Kleinstadt, dessen Bevölkerung vor allem von der Ölsandindustrie lebt. Die Herausforderung besteht darin eine ausgewogene Prioritätensetzung zwischen Kapitalismus, Umwelt und Lebensqualität zu finden.


    Artikel dazu:
    Wie weit gehen Sie, um an Öl zu kommen? - Wirtschaft - Süddeutsche.de
    Offizielle Website:
    Fort McMoney – TOXA und ONF bei ARTE


    Ich finde das klingt ganz interessant und einigermaßen realitätsnah und werde mich da mal anmelden. Hätte noch jemand Lust? Mitte November geht es los. :wink5:


  • Das Spiel ist jetzt online. Man kann es Testweise ein paar Minuten spielen, bevor man sich entscheiden muss, ob man sich anmeldet.


    Ich habe mich schon ein wenig umgesehen und finde es ganz nett. Es ist aber kein Spiel für klassische Gambler, sondern eher eine Art point and klick-Adventure. Man fährt zu unterschiedlichen Orten in der Stadt, sammelt Gegenstände und interviewt Leute, wodurch wiederum neue Orte und Gesprächspartner freigeschaltet werden. Die meiste Zeit sitzt man aber still vorm Bildschirm und hört zu was die Protagonisten in ihren 2-3-minütigen Dokuschnipseln zu sagen haben.


    Bei der Stadt handelt es sich um Fort McMurray, eine mittelgroße, abgelegene kanadische Stadt, in der eine Art Goldgräberstimmung wegen des Ölsandbooms herrscht. Diese Stadt existiert wirklich und auch die Gesprächspartner sind reale Bewohner. Ich weiß (noch) nicht ob sich das im Verlauf des Spiels noch ändern wird, aber zumindest zu Beginn wird sich vor allem auf die Schattenseiten dieser boomenden Stadt konzentriert und man trifft Obdachlose, Flaschensammler, Junkies und Trailerparkbewohner, deren Traum vom schnellen Geld geplatzt ist. Insgesamt gibt das ein sehr tristes Stadtbild ab: Extrem hohe Lebenshaltungskosten, viel Armut und Drogensucht und ein kulturelles Angebot, das sich auf Stripteasebars und Kasinos beschränkt. Außerdem verseuchtes Trinkwasser und vergiftete Luft, sowie die unangenehme Situation, dass der einzige Ausweg aus der Stadt die "Todesautobahn" ist. Ein realer Albtraum und ich bin wohl nicht der einzige, der sich fragt warum soll ich dieser Stadt noch helfen wenn es doch nur dazu führt den Albtraum zu verlängern?


    Der Clou an dem Spiel ist, dass die momentan ca. 50.000 Spieler über Entscheidungen des Stadtrates abstimmen und so die Entwicklung der Stadt beeinflussen. Natürlich gilt das nur für die fiktive Stadt, aber das simulierte Ergebnis wird mit der realen Stadt verglichen. Nebenbei kann man auch mit anderen Spielern debattieren. Eine durchaus interessante Idee, wie ich finde.


    Nur leider ist es technisch (noch?) nicht ganz optimal, manchmal starten die Videos nicht, das Inventar wird erst mit großer Verzögerung aktualisiert und die Untertitel sind manchmal unvollständig oder hinken Minuten hinterher. Aber vielleicht wird das noch behoben, ist ja erst einen Tag online.