Wie definieren wir "Terror" (...und natürlich wer?)

  • Ist das, was hier in Leipzg passiert wirklich "offener Straßenterror"? ...oder nur die Folge einer unterirdischen CDU Politik?


    Am Beispiel eines Stadtteils soll das mal verdeutlicht werden.


    Zitat

    [h=2]Grundstein in der Wendezeit gelegt[/h]Wer Connewitz verstehen will, muss sich in die Zeit vor und nach der Wende zurückversetzen. Verfallene, leer stehende Häuser. Punks, Studenten, Künstler, Freaks und Idealisten besetzten diese Häuser. Der im Zuge der Wiedervereinigung auflebenden Neonazi-Szene war das ein Dorn im Auge, erklärt der Leipziger Historiker und Autor Sascha Lange: "Die haben dann relativ schnell Connewitz und die Stockartstraße als ihr Hassobjekt rausgesucht und beinahe wöchentlich Ãœberfälle veranstaltet: Brandanschläge, Scheiben einschmeißen. Die sind mit Autos Patrouille gefahren und haben dort Leute auf der Straße verprügelt, weil ihnen deren Haare zu lang waren."

    http://www.mdr.de/nachrichten/…leipzig-connewitz100.html


    Nur zur Anmerkung, nicht nur in Leipzig ging es Anfang der 90er hoch her. Auch in meiner Heimat hatten wir eine Rechte Szene, die sehr gewalttätig auftrat. Als unsere Kleine Truppe 92 in einem Kaff bei Allstedt die erste Grufti-Disco" in der Gegend aus dem Boden stampften, dauerte es nicht lange bis die ersten Drohungen "zugestellt" wurden.
    Da kurz zuvor nicht all zu weit weg, bei einem Angriff auf eine Disco ein Jugendlicher gestorben war, nahmen wir das natürlich entsprechend ernst und natürlich hatten viel auch Angst.
    Wirklich passiert ist dann zum Glück nichts. Doch allein die Reaktionen der Polizei gaben uns damals schon zu denken. Denn wir hatten diese über die Drohung informiert aber weder wurde der Ort bestreift noch ließ sich jemand blicken.


    Bis Mitte der 90er wurde es nicht besser und nach unserem Umzug nach BigÖ standen wir vor ähnlichen Problemen.
    Trauriger Höhepunkt Ende 95, als ca ein Dutzend "Glatzen" versuchten den Laden zu stürmen. Zum Glück ohne Erfolg.


    Aber zurück zu Connewitz....und ins HEUTE.


    Denn auch heute müssen wir feststellen, dass es in der Behandlung der verschiedenen Gruppen zu komischen Ungleichgewichten kommt. Ich hatte ja schon einen Artikel verlinkt, der das ansprach. Und auch hier wird das nochmal erläutert.


    Zitat

    Bei den Leipziger LEGIDA-Demonstrationen kam es von Anfang an zu Ãœbergriffen von Nazis. Nur dank des breiten Protestes in der Stadt und kontinuierlichem antifaschistischen Engagements fanden die LEGIDA-Demonstrationen eingeschränkt hinter massiven Polizeiabsperrungen statt. Und auch hier: entgegen allen anderen demokratischen Parteien im Stadtrat scheut sich die CDU bis heute vor einer unmissverständlichen Stellungnahme gegen LEGIDA. Seit Jahren agieren auch die sächsischen Sicherheitsbehörden höchst problematisch.„Es ist skandalös, dass sich die sächsische Verfassungsschutzbehörde beharrlich weigert, PEGIDA und LEGIDA als das zu problematisieren was sie sind. Sie motivieren zu rassistischen Gewalttaten und vergiften das gesellschaftliche Klima“, so Marvin Alster. „Gleichzeitig werden das Bündnis Leipzig nimmt Platz, alternative Vereine, diverse Musikbands beobachtet und damit kriminalisiert – von einer Behörde, die es sofort abzuschaffen gilt.“ so Alster.
    Der sächsische Verfassungsschutz (VS) setzt mit seiner Extremismustheorie weiterhin rassistische Ãœbergriffe gleich mit linker Gesellschaftskritik, die sich z.B. gegen Gentrifizierung richtet. Alternative Vereine und Jugendclubs, meist der einzige nicht-rechte Rückzugsort im ländlichen Raum Sachsens, sind durch die Nennung im VS-Bericht mit dem Entzug der Gemeinnützigkeit und damit in ihrer Existenz bedroht.


    http://www.l-iz.de/melder/wort…nnewitz-11-01-2016-122765


    Natürlich könnte ich jetzt wieder augenzwinkernd sagen, warum sollte der VS solche Volkspfosten beobachten, die haben ihre Quellen doch direkt in diesen Organisationen, da muß man nicht zusätzlich Ressourcen aufwenden. :wink5:


    Was sich auch kaum jemand laut zu sagen traut.... aber erstaunlicherweise von vielen gedacht wird...jedenfalls die, mit denen ich ins Gespräch gekommen bin: Die Randalierer vom 12.12.2015 waren in Teilen wahrscheinlich die gleichen wie 11.01.2016....
    :shocked::yikes:...werden jetzt sicher einige denken.


    Aber vergessen wir nicht, auch am 12.12. wurde Connewitz in "Schutt und Asche gelegt" .....aus Wut über Nazis? Aus Protest gegen die OfD Demo zerlegen die Linksautonomen ihr eigenes Stadtviertel? :out: ...am 12.12. gab es am Abend selbst keine Festnahmen. Im Nachhinein wurde zwar "Täter festgestellt" nur hab ich weiter dazu nichts gefunden.


    mfg

  • Zwei mal ähnlich......aber doch anders?


    Zitat


    Zitat


    Warum sind die Konsequenzen aus diesen gleichen Vorfällen (die Tat an sich) unterschiedlich? Weil jene, die die Konsequenzen erleiden, darauf reagieren würden. Die einen sollen, die anderen dürfen nicht, denn die haben eine Stimme, die sie bei der entscheidenden Wahl abgeben können.


    ...wieder ein Beispiel, wo man auf die Definitionshoheit schauen sollte.


    mfg

  • Man will vielleicht potenzielle Mithelfer nicht verprellen, die im Falle eines Falles ...


    ... ziemlich bizarr, dieser Gedanke, aber angesichts der Asymmetrie bei der propagierten Definition von Terrorismus nicht ganz von der Hand zu weisen.

  • Ein ganz aktuelles, bitteres Beispiel:
    Der Bürgermeister der Kleinstadt Altena wurde heute bei einem Attentat niedergestochen.


    Zitat

    Auf Altenas Bürgermeister Andreas Hollstein ist ein Attentat verübt worden. Nach Informationen des SPIEGEL griff ein Mann den CDU-Politiker gegen 20 Uhr in einem Imbiss an. Der 56-Jährige rammte ihm ein etwa 30 Zentimeter langes Messer in den Hals. Der alkoholisierte Angreifer soll sich dabei lautstark und abfällig über Hollsteins liberale Flüchtlingspolitik geäußert haben.


    http://www.spiegel.de/politik/…-hollstein-a-1180601.html


    Die Rheinische Post formuliert es so: er sei "leicht verletzt", schwebe "nicht in Lebensgefahr", ein politischer Hintergrund sei aber "nicht auszuschließen". Und, ach ja, der Angreifer sei u.a. nach Angaben der "Westfalenpost" ein Deutscher.


    http://www.rp-online.de/nrw/pa…s-hollstein-aid-1.7231567
    https://www.wp.de/region/sauer…ollstein-id212670955.html


    Wenn es sich beim Attentäter um einen Ausländer gehandelt hätte, womöglich muslimischen Glaubens, wäre jetzt auf allen Kanälen Terroralarm.


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