Weltbild Verlag pleite!

  • Die Aufregung wird sich bestimmt wieder legen.


    Schließlich ist der Trend zum Zweitbuch ungebrochen. Eigentlich kann man sogar eine gewisse Steigerung verspüren, seit einige Möbelketten dazu übergegangen sind, die Schrankwände ohne die hübsche Bücherdekoration auszuliefern.




    Auch in geselliger Runde kann man durchaus mal ein Buch in die Hand nehmen.




    Bildung liegt doch im Trend der Zeit.


    Sehr zum Wohl!


    :smilewinkgrin:


  • Holtzbrink ist ein superteurer Fachverlag u. a. für Philosophie. Vor zwanzig Jahren wollten sie schon 10 000 für eine Publikation plus mehrerer Referenzen. Hat nicht auch von und zu Guttenberg dort publiziert? Aber das Geschäftprinzip geht irhgendwie nicht auf, wenn eine Dissertation nicht unter 90 Euro zu haben ist. Also bloß Bibliotheksware.

  • Ich wette, Weltbild wird aufgefangen in Zusammenarbeit mit Insolvenzverwalter, Seehofer und Kirche. Ansonsten gäbe es sicher weitere Insolvenzen durch konzernnahe Unternehmen und "verflechtete Unternehmen" Insolvenzverwalter können ganz böse werden.

  • Ich glaube Guttenberg war bei Fromann und Holzboog ... ist auch egal. Jedenfalls war die Holtzbrink Fusionierung ganz sicher ein Zusatzgeschäft, aber nicht in dem Umfang, daß so ein großer Verlag pleite geht. Wenn Suhrkamp 500 Mitarbeiter (einschließlich Putzfrauen und praktikanten) beschäftigt, wäre das sehr viel. Ich tippe eher auf 200 Angestellte. 6000 Mitarbeiter ist eine unglaublich hohe Zahl an Mitarbeitern für einen Verlag. Es müßte sich damit beim Weltbildverlag dann eigentlich um den größten Verlag Deutschlands handeln.

  • Holtzbrink ist ein superteurer Fachverlag u. a. für Philosophie.

    Ich hätte das "Handelsblatt" bislang nicht als philosophische Publikation betrachtet…

  • Die Kirche wollte aber nun mal einen Verlag und Handel ausschließlich mit ihr genehmen Büchern etc. haben. Bei Weltbild stand immer die Missionierung und Indoktrinierung im Vordergrund. Hier liegt wohl auch der mangende Erfolg, der nun dazu führt, dass die Kirchen nicht etwa aus der Portokasse die Insolvenz abwenden, sondern lieber ihre Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit entlassen.



    Also ich hatte bei meinem (sporadischen ) Blick auf die Auslage in den örtlichen Weltbildfilialen weniger den Eindruck einer verkappten Indoktrination, bzw. Missionierung. Da war von Harry Potter Klonen bis zur Esoteriksteinchen alles dabei.

  • Ich hätte das "Handelsblatt" bislang nicht als philosophische Publikation betrachtet…


    Ich blicke in der deutschen Verlagslandschaft nicht mehr durch ...
    Ich hatte allerdings auch nicht an Zeitungen und Zeitschriften gedacht. Das ist ja noch wieder ein ganz anderes Feld.
    Mit 6000 Angestellten dürfte sich der Weltbildverlag dann wohl so ungefähr auf dem Level von Bertelsmann und der WAZ Gruppe bewegen.

  • Den Eindruck hat man nicht unbedingt, wenn man sich das in den letzten Jahren gesteigerte Interesse an (bzw. den Hype um) BDSM und Homosexualität (gerade auch in der Werbung) anschaut. Es ist kein Zufall, dass seit einiger Zeit "Shades of Grey" (sogar mit Fortsetzungen. Plural! (hier noch der 3. Band)) in den Bestsellerlisten "Dauerbrenner" werden konnte, so dass es jetzt noch verfilmt werden muss…


    Ich fand Shades of Grey (nein, nicht das mit BDSM) ja sehr unterhaltsam: Gefunden nicht in einer Buchhandlung sondern in der gut sortierten Bibliothek (das ist mein Weg um die Buchhandlungen und -verlage (statt Bäume) zu zerstören).

  • Ich fand Shades of Grey (nein, nicht das mit BDSM) ja sehr unterhaltsam.

    Und was hat Jasper Fforde jetzt mit dem Weltbild-Verlag zu tun? ;-)
    In deutscher Ãœbersetzung müsste dies der Roman "Grau" sein, der mal bei Bastei erschienen ist, dort (jetzt bei Lübbe, weil Bastei sich auf Heftromane spezialisiert zu haben scheint) aber nur noch als eBook erhältlich ist.

  • Mein Kaufverhalten (ich leihe mir Bücher nur aus) hat etwas mit dem Weltbild-Verlag (und Buchhandlungssterben) zu tun.

    Das Kaufverhalten eines einzelnen Bürgers wird üblicherweise nicht einem einzelnen Buchhändler schaden und schon gar nicht einer ganzen in den Buchhandel involvierten Kette.
    Wenn Du Bücher ausschließlich über Nutzung der örtlichen Leihbücherei nutzt, dann hat immerhin die Bibliothek das Buch käuflich erworben. Ganz zu schweigen davon, dass manch ein Nutzer der Bibliothek sich nach Erstlektüre sein persönliches Exemplar des ausgeliehenen Werks im regulären Handel beschaffen könnte - oder über sein Lob des Buches (z.B. in Onlineforen) nun eine ganze Armada von Buchkäufern auf den Titel aufmerksam wird.