Praktikantin wehrte sich...

  • gegen Ausbeutung und erhielt Recht! Rewe muss nachträglich einer Praktikantin 17000 Euro zahlen, weil sie mehrere Monate ohne Bezahlung gearbeitet hatte. Ihre Klage war vor allem deshalb erfolgreich, weil sie akribisch Buch über ihr Arbeitspensum und die ausgeübten Tätigkeiten geführt hatte. Gratulation zum Erfolg!


    http://www.spiegel.de/karriere…nachgezahlt-a-960928.html

    Einmal editiert, zuletzt von jaki01 ()

  • Heute beim Görlsday sah ich kleine Mädels im Supermarkt Regale einsortieren... :sad:

  • Wer sowas macht ist selber schuld.


    mag sein


    Zitat

    Die Arbeitszeiten sind Dienstags von 12.30 Uhr bis 14.30 Uhr, Mittwochs von 11.30 Uhr bis 14.30 Uhr und Donnerstags von 12.30 Uhr bis 14.30 Uhr.


    10,50 Euro gibt es nur im Frankfurter Hochlohnraum, nicht in Chemnitz, Neubrandenburg oder Schmöln...

  • gegen Ausbeutung und erhielt Recht! Rewe muss nachträglich einer Praktikantin 17000 Euro zahlen, weil sie mehrere Monate ohne Bezahlung gearbeitet hatte. Ihre Klage war vor allem deshalb erfolgreich, weil sie akribisch Buch über ihr Arbeitspensum und die ausgeübten Tätigkeiten geführt hatte. Gratulation zum Erfolg!


    http://www.spiegel.de/karriere…nachgezahlt-a-960928.html


    Nachdem bekannt wurde, wie der Inhaber eines Rewe-Marktes eine unbezahlte Praktikantin ausnutzte, versucht sich der Lebensmittelhändler in Schadensbegrenzung. Doch wie nachhaltig kann ein Zusammenschluss selbständiger Händler Personalpolitik betreiben?


    Rewe distanziert sich von diesen Dumping-Praktiken. Florian Sörensen, Geschäftsbereichsleiter Einzelhandel bei Rewe betont gegenüber dem KarriereSPIEGEL, "dass die Vorgehensweise des Kaufmanns in keiner Weise mit den Richtlinien und Grundsätzen der Personalpolitik der Rewe Dortmund vereinbar ist. Die Rewe Dortmund wird aus dem Fall entsprechende Konsequenzen ziehen." Welche das sein werden, bleibt bislang offen. Auf weitere Nachfragen gab es keinen Kommentar.


    http://www.spiegel.de/karriere…zahlen-muss-a-961064.html


    Auf die realen Konsequenzen bin ich gespannt? oder nur heiße Luft?

  • Die Rewe Dortmund wird aus dem Fall entsprechende Konsequenzen ziehen. Welche das sein werden, bleibt bislang offen. Auf die realen Konsequenzen bin ich gespannt? oder nur heiße Luft?

    Die realen Konsequenzen werden wohl darin bestehen, die Leitung jener Bochumer Filiale des Rewe-Marktes neu auszuschreiben. Schließlich hat der bisherige Marktleiter mit dem verlorenen Prozess dem Ansehen des Unternehmens geschadet, zweitens hat er mehr 17.000,-- unvorhergesehene und nachträglich zu zahlende Personalkosten zu verantworten. Man wird künftig also darauf achten, dass, wer ein betriebliches Praktikum unentgeltlich geleistet hat (auch bei zufriedenstellenden Arbeitsleistungen) kein zweites Mal im selben Unternehmen tätig sein darf.

  • Die realen Konsequenzen werden wohl darin bestehen, die Leitung jener Bochumer Filiale des Rewe-Marktes neu auszuschreiben. Schließlich hat der bisherige Marktleiter mit dem verlorenen Prozess dem Ansehen des Unternehmens geschadet, zweitens hat er mehr 17.000,-- unvorhergesehene und nachträglich zu zahlende Personalkosten zu verantworten. Man wird künftig also darauf achten, dass, wer ein betriebliches Praktikum unentgeltlich geleistet hat (auch bei zufriedenstellenden Arbeitsleistungen) kein zweites Mal im selben Unternehmen tätig sein darf.



    das wäre wünschenswert....

  • das wäre wünschenswert...

    Für wen? Die ausgebeutete Praktikantin wird jetzt wohl kaum die in Aussicht gestellte Berufsausbildung beginnen können, der Marktleiter könnte, je nach Alter, entweder bei wahrscheinlich schlechterem Gehalt zur Konkurrenz wechseln oder im Millionenheer der Arbeitslosen landen. Für die Kunden des Rewe-Marktes ändert sich nichts - und da weiterhin "kostenbewusst" eingekauft wird, werden die Supermarktketten weiterhin vor allem auf relativ schlechtbezahlte Mitarbeiter setzen. Das ist ja einer der Gründe, weswegen diese Ketten sich so gern als Ausbildungsstätten anpreisen. Denn die reguläre Arbeit wie zu einem hohen Anteil von Auszubildenden/Praktikanten und im Falle der Wareneinräumung von externen Firmen, die ihre Mitarbeiter aus "Zuweisungen" durch die Bundesagentur für Arbeit oder die Jobcenter rekrutieren, welche dort befristet zu sittenwidrigen Minilöhnen schuften, erledigt. Im Prinzip ist der Marktleiter der Einzige, der in einem solchen Supermarkt ein halbwegs brauchbares Gehalt empfängt, aber dies auch nur für eine gewisse Zeit und wenn Umsatzzahlen und Kostenaufwand den Vorgaben der Zentrale entsprechen.

  • Für wen? Die ausgebeutete Praktikantin wird jetzt wohl kaum die in Aussicht gestellte Berufsausbildung beginnen können,(..)


    das ist noch nicht endgültig, ich hoffe für sie und alle Azubis/Praktikanten in der Branche...

  • das ist noch nicht endgültig, ich hoffe für sie und alle Azubis/Praktikanten in der Branche...

    Ich denke, es wäre nicht so optimal für's gegenseitige Vertrauensverhältnis, den Ausbildungsbetrieb vor Beginn der Lehrzeit erfolgreich verklagt zu haben - vielleicht sollte die junge Dame eher ihr Glück als Rechtsanwaltsgehilfen oder als künftige Betriebsrätin (gibt's da Ausbildungsplätze bei den Gewerkschaften?) suchen. Ich denk, mit dem Medienrummel, den ihre Aktion jetzt nach sich gezogen hat, wird sie branchenweit kaum einen Ausbildungsplatz finden. Und selbst wenn Rewe den Ausbildungsvertrag zuvor bereits unterschrieben haben sollte - da wäre Ausbildungsbeginn ja am 1.9.2013 gewesen. Zu dem Zeitpunkt lief aber bereits das Verfahren.

  • Die realen Konsequenzen werden wohl darin bestehen, die Leitung jener Bochumer Filiale des Rewe-Marktes neu auszuschreiben. Schließlich hat der bisherige Marktleiter mit dem verlorenen Prozess dem Ansehen des Unternehmens geschadet, zweitens hat er mehr 17.000,-- unvorhergesehene und nachträglich zu zahlende Personalkosten zu verantworten. Man wird künftig also darauf achten, dass, wer ein betriebliches Praktikum unentgeltlich geleistet hat (auch bei zufriedenstellenden Arbeitsleistungen) kein zweites Mal im selben Unternehmen tätig sein darf.


    Schieb es doch nicht auf die Letung der Bochumer Fiale, die knallharten Vorgaben kommen meist von oben. Bei Rewe, bei der deutschen Bahn, bei den Rundfunkanstalten, bei soundsovielen Unternehmen.
    Lohndrückerei ist zu einem Volkssport in Deutschland verkommen - einem sehr, sehr unfairen Volkssport!


    Hier hat wenigstens einmal die Praktikantenausbeute nicht mehr funktioniert, und neben dem Geldschaden dürfte der Imageschaden für Rewe um ein mehrfaches mehr weh tun.


    Und das soll es auch. So richtig weh tun muss das.


    Wer andere Menschen so schamlos ausbeutet und missbraucht, wie das hier in der Rewefiale in Bochum der Fall war, der kann ruhig mal 3 Wochen am Stück "Aua" schreien,
    Und das sollen die vielen andere auch, die so ähnlich ausbeuten,
    oder glaubt wer, diese miese Abzocke bei Rewe wäre ein Einzelfall?


    Ich erinnere mich an die versuchte Langzeitpraktikumsausbeute seitens des Klettverlages, der bei uns an der Uni im Sommer 2008 eine/n Jahrespraktikant für Schulbuchpräsentationen suchte. Natürlich ohne jegliche Infos zur Vergütung. Die auch auf Anfrage nicht bereit waren wieviel bzw. wiewenig sie zahllen wollten.


    Anstelle einer Ersteinstellung versuchen viele Betriebe die Löhne durch miese Praktikas zu drücken,
    die bei den Anforderungen an die Arbeitsleistung zwar einem nornmalen Einstiegsjob gleichkommen, aber dann unfairerweise lau bis sehr lau unterbezahlt werden.


    Diese miese Abzocke gehört an den Pranger,
    Abzocke muss weh tun, richtig weh.


    Mit Kuschelpädagogik ist der schwerwiegend verhaltensgestörten
    deutschen Wirtschaft nicht mehr beizukommen.
    Zur Rewe-Zocke bald mehr in diesem Kino.

    3 Mal editiert, zuletzt von Kleinlok ()

  • Ich denke, es wäre nicht so optimal für's gegenseitige Vertrauensverhältnis, den Ausbildungsbetrieb vor Beginn der Lehrzeit erfolgreich verklagt zu haben - vielleicht sollte die junge Dame eher ihr Glück als Rechtsanwaltsgehilfen oder als künftige Betriebsrätin (gibt's da Ausbildungsplätze bei den Gewerkschaften?) suchen. Ich denk, mit dem Medienrummel, den ihre Aktion jetzt nach sich gezogen hat, wird sie branchenweit kaum einen Ausbildungsplatz finden. Und selbst wenn Rewe den Ausbildungsvertrag zuvor bereits unterschrieben haben sollte - da wäre Ausbildungsbeginn ja am 1.9.2013 gewesen. Zu dem Zeitpunkt lief aber bereits das Verfahren.


    Ich kann diesen und ähnliche Fälle bei den Lebensmittelndiscountern nicht beurteilen. Leider stehen die jungen Leute sehr isoliert da und erhalten auch seitens der Gewerkschaften keinerlei Unterstützungen.


    In den eher technischen Branchen zeichnen sich vermehrt solche Praktikantenmissbräuche, einhergehend mit der Bachelorschwemme, ab. Besonders betroffen sind Absolventen der vielen FH, die alle in die Umwelttechnik drängen und um eine Dauerstelle kämpfen.


    Vor zwei Jahren war in Nordthüringen ein Praktikant der FH Jena (nicht Uni Jena) - neue Fachrichtung Werkstoffkunde - bei der Firma XY, die die Inhalte von 2 Mio Gelben Säcken in Thüringen aufarbeitet und Werkstoffe rückgewinnt, quasi immer wieder hinhaltend zum "Nulltarif" beschäftigt gewesen. Mit Mickergehältern wurde auch das Laborpersonal abgespeist. Die Laborleiterin, Diplomchemikerin, alleinerziehende Mutter, wurde als CTA bezahlt.


    Dieser Betrieb war Direkteinleiter in das Kanalnetz der nahen kommunalen Kläranlage, die ständig mit Grenzwertüberschreitungen zu kämpfen hatte. Es gab nur gegenseitiger Blockaden, die unüberbrückbar zu sein schienen. Der Verbandsvorsitzende schlug mich als Schlichter und Beratenden, externen Ingenieur vor. Die ersten Zusammenkünfte und Beratungen zum Beschnuppern und zur Bestandsaufnahme verliefen noch gesittet und in netter Atmosphäre. Als es um die Auflagen und Kosten ging, schaltete der GF der Firma auf stur, uneinsichtig, nicht kompromissbereit.


    Es gab dann ein heftiges, knallhartes 4-Augen-Gespräch mit dem Herren, mit folgendem Lösungsvorschlag:


    1. Der AZV bekommt von dem Direkteinleiter den Schwerverschmutzungszuschlag in Höhe von X Euro/a, gestaffelt nach Industrieabwassermenge und Schadstoffeinheiten.
    2. Installation neuer Online-Meß- und Regeltechnik mit verblombten Probennehmer im Kanalzulauf.
    3. Ãœberwachung der Messtelle durch den Zweckverband und einem zertifizierten Labor.
    4. Die Fa. stellt - mit Unterstützung des Beratenden Ingenieurs - einen Fördermittelantrag beim Thüringer Wirtschaftsministerium aus den Landesfond für strukturschwache Regionen.
    4. Der Praktikant erhält einen befristeten Vertrag als Umwelt- und Gewässerschutz-Beauftragter.
    5. Die Laborleiterin erhält ein angemessenes Gehalt, mindestens in Anlehnung an den ÖD
    6. Beide werden über die Laufzeit des Projektes zu 50% über die Förder = Drittmittel bezahlt.


    Sollte er den Vorschlag ablehnen, wird bei der zuständigen Gewässeraufsicht dafür gesorgt werden,
    dass statt der vorgeschlagenen Mindestanforderungen die Höchstanforderungen an die Einleitung durchgesetzt werden.


    Der Mann hatte verstanden, er kam nicht aus Thüringen.









    .

  • (...)


    4. Der Praktikant erhält einen befristeten Vertrag als Umwelt- und Gewässerschutz-Beauftragter.
    5. Die Laborleiterin erhält ein angemessenes Gehalt, mindestens in Anlehnung an den ÖD
    6. Beide werden über die Laufzeit des Projektes zu 50% über die Förder = Drittmittel bezahlt.


    nun wie sieht es heute aus?


    Der ehemalige Praktikant hat nach Auslauf der Fördermittel einen Dauervertrag erhalten.
    Die Laborleiterin hat gekündigt und in dem Prüflabor eine angemessene Dauerstelle erhalten.
    Dem GF wurde von der Konzernleitung gekündigt.


    Zugegebenermaßen sind solche Einzelfälle nicht zu verallgemeinern und können nur bei eigener,
    fachlicher Autorität und mit sozialer, persönlicher Kompetenz erfolreich abgeschlossenen werden.

  • Schieb es doch nicht auf die Letung der Bochumer Fiale, die knallharten Vorgaben kommen meist von oben.

    Jetzt lies noch mal nach: Was genau habe ich geschrieben? Jedenfalls wird sich die die Zentrale vom (medial aufgeflogenen) Filialleiter in Bochum sicher trennen; distanziert von dieser Praxis, Praktikanten als Gratis-Arbeitskräfte zu nutzen, hat man sich ja bereits - ohne deswegen "richtiges" Personal einzustellen; was wiederum von den Kunden auch nicht akzeptiert würde.

    glaubt wer, diese miese Abzocke bei Rewe wäre ein Einzelfall?

    Zumindest in den Medien wird's ja als Einzelfall dargestellt. Deswegen schrieb ich ja, dass die Firmenzentrale für die Zukunft vorgeben wird, Praktikanten jeweils nur einmalig unter Vertrag zu nehmen. D.h. allerdings dann auch, dass künftig Schüler, die ein Praktikum in einer Einzelhandelskette absolvieren, um einmal in ein Unternehmen "hineinzuschnuppern", die hierbei geknüpften Verbindungen eines potenziellen Karrierenetzwerkes für die spätere Berufsausbildung jedoch nicht werden nutzen können. Schließlich wird Rewe kein zweites Mal die Erfahrung machen wollen. Und da die Klägerin jetzt, nachdem sie ihre 15 Minuten Ruhm erworben hat, gewiss den Recruitern und Personalverantwortlichen für die nächsten Jahre aufgrund ihrer achtmonatigen Praktikantentätigkeit relativ schnell vom Lebenslauf her identifizierbar sein dürfte, wird sie's schwer haben, anderweitig einen Ausbildungsplatz zu ergattern.

  • "Das verstößt gegen unsere genossenschaftlichen Werte": Rewe schmeißt einen Bochumer Supermarktleiter raus. Er hatte eine Praktikantin acht Monate ohne Gehalt arbeiten lassen und wurde zu einer Nachzahlung von 17.000 Euro verurteilt.


    http://www.spiegel.de/karriere…hlen-musste-a-962004.html


    Kommentar:
    Wieder ein schlecht recherchierter Artikel. Rewe kann einem selbstständigen Kaufmann nicht kündigen!
    Wenn Rewe den Markt nun selber übernimmt, dann kann es nur so sein, daß Rewe den Markt übertragen bekommen hat und der Marktinhaber sich "freiwillig" zurückzieht.
    Ihm kann weder gekündigt werden, noch könnte ihm eine Pacht entzogen werden!


    schreibt user Escom2 Heute 17:26 Uhr als SPON Kommentar


    Es fallen doch immer wieder user auf den 1. April herein :lol::lol:

  • Es fallen doch immer wieder user auf den 1. April herein

    Bevor ich in diesem Falle an einen Aprilscherz denke, würde ich erst einmal schauen, was andere Medien über denselben Fall berichten. Da wäre beispielsweise ein Bochumer Rundfunksender. Und eine Lokalzeitung. Auch wenn die Leitung einzelner als REWE firmierender Märkte rechtlich selbstständigen Kaufleuten obliegt, ist doch die (ggf. auch fristlose) Vertragskündigung wohl möglich. Und mit dem Fall bzw. seinem medialen Wellenschlag hat der Marktleiter ja das Ansehen des Unternehmens in der Öffentlichkeit zweifellos geschädigt. Im schlimmsten Falle ebbt jetzt für einige Zeit die Bewerberzahl für eine Berufsausbildung dort ab - oder die Konkurrenz nutzt die Gelegenheit, der Rewe-Group örtlich Marktanteile abzuluchsen.
    Über die detaillierte Vertragsgestaltung eines Marktleiters findet man keine genaueren Hinweise oder Informationen, aber es scheint Filialen zu geben, die von angestellten Marktmanagern geleitet werden. Und da die Pressemitteilung von Rewe selbst kommt, denke ich nicht, dass da jemand nur scherzt…