Großbauprojekt Altona: Bahnt sich in Hamburg ein neues S21 an?


  • Was hat das noch in irgendeiner Form mit Gemeinwesen zu tun, wenn aus Langeweile oder reinem Egoismus jedes, aber auch jedes größere Projekt kleinlichst blockiert wird?

  • Was hat das noch in irgendeiner Form mit Gemeinwesen zu tun, wenn aus Langeweile oder reinem Egoismus jedes, aber auch jedes größere Projekt kleinlichst blockiert wird?


    Ich schrieb von gefühlten Wutbürgern und von gefühlten Prozesshanseln. Aber auch dieses Gefühl ist eine Meinungsäußerung, die ich durchaus respektiere.


    Got it?

  • Got it?

    Es hat den Anschein, als könnte man hier in der Politopia zu einem beliebigen Thema, das man im Startbeitrag in aller Klarheit festlegt, einen Thread eröffnen - und spätestens mit dem dritten Antwortbeitrag dreht sich das Gespräch um "irgendwas anderes". Ich möchte nicht wissen, wie viele potentielle Threads aus berechtigter Furcht vor dieser geradezu gesetzmäßigen Abdrift (Hervorgerufen durch die Strömungen des Zeitgeistes und die Windböen mancher Mitforisten) gar nicht erst begonnen wurden.


    Soweit ich mich erinnere ging's hier um die beabsichtigte neue Nutzung der mit Demontage des Altonaer Bahnhofs "freiwerdenden" Fläche zwischen dem einstigen Industriegebiet Ottensen/Bahrenfeld und dem ebenfalls seit Jahrzehnten in gemäßigtem Niedergang befindlichen Wohnviertel Altona/Altona-Nord. Man könnte dies Bogendreieck auch von den Großmärkten der Fegro (westlich), der Metro (nördlich) und der Holsten-Brauerei (östlich) eingekeilt sehen.

  • Hoffnung ja, aber meinst Du, das funktioniert? Sorry, aber von außen klingt es erstmal ganz kühl nach einem möglichen weiteren Biotop für explodierende Baukosten, Wohnungsspekulanten, Baulärm und Verkehrschaos.


    Also vor 1-2 Jahren fand ich klang das ganze toll: Bürgerbeteiligung,....
    Diese Woche klang das leider nicht mehr so toll: Großinvestoren...
    Ich habe auch keine großen Erwartungen mehr wenn Großinvestoren statt Baugenossenschaften das Gebiet unter sich aufteilen

  • Ich glaube nicht, dass es einen bedeutenden Widerstand gegen die neue Nutzung des Altonaer Bahnhofsareals geben wird, denn das Konzept ist grundsätzlich vernünftig. Allerdings könnte mangelnde Transparenz und Unprofessionalität (Elphilharmonie) des Projektmanagements dazu führen, dass das Projekt der Stadt und damit dem Steuerbürger auf die Füße fällt.


    Der Hamburgische Senat ist gut beraten, schnellstens aus den unsäglichen Fehlern der Elbphilharmonie zu lernen.


    Das Bahnhofsprojekt hat nicht die Merkmale eines "Leuchtturmprojektes", um Kostenvermehrfachungen zu rechtfertigen.


    Hätte übrigens einen gewissen Charme, wenn zur Eröffnung der neuen Mitte Altona ein Philharmonieorchester spielte lange bevor die Elbphilharmonie ihre Tore öffnet. Wäre ich der leitende Altonaer Projektmanager, bedeutete dies für mich einen großen Anreiz.

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  • Ich schrieb von gefühlten Wutbürgern und von gefühlten Prozesshanseln. Aber auch dieses Gefühl ist eine Meinungsäußerung, die ich durchaus respektiere.


    Got it?


    Das Gemeinwesen wird das gefühlt solange aushalten, bis die Industrie abgewandert und die Infrastruktur ruiniert ist.

  • Das Gemeinwesen wird das gefühlt solange aushalten, bis die Industrie abgewandert und die Infrastruktur ruiniert ist.


    Lobbyistensprech!


    Wie lange existiert unser Grundgesetz, das uns das Recht auf Einmischung garantiert?
    Und zu welcher Wirtschaftsmacht hat sich die Bundesrepublik in dieser Zeit entwickelt?


    Verzicht auf die Wahrnehmung von Grundrechten, nur um die Taschen der Wirtschaftsprofiteure noch mehr zu füllen, ohne dass substanziell etwas an die zurückfließt, mit deren Steuern die Infrastruktur geschaffen wurde, um dieses Wachstum überhaupt zu ermöglichen? Die Rede ist von jenen Steuerzahlern, deren Vermögen zu gering ist, um die großen Steuerschlupfscheunentore nutzen zu können.


    Da müsste der Bürger mit dem Potential zu qualifizierter Einmischung doch mit dem Klammerbeutel gepudert sein. Noch mehr Wirtschaftwachstum auf Kosten von Grundrechten? "Welcome to China" und anderen totalitäten oder autokratisch regierten Staaten.


    Man mag mir vorwerfen, dass ja Arbeitsplätze im Sektor der Luxusgüterindustrie geschaffen werden.


    Welchen Anteil haben die an den Arbeitsplätzen insgesamt? Petitessen!

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  • Chemieindustrie, Maschinenbau alles Luxusgüter schon klar. Bahn ist auch Luxus und wozu Stromnetze wenn der Strom aus der Steckdose kommt?
    Es geht nicht um die Wahrnehmung, sondern um den Missbrauch von Grundrechten.

  • Nun , es gibt für das Projekt noch kein Kostenvoranschlag und auch keine Prognose wann der neue Bahnhof fertig sein soll .


    Auch wenn die Bahn mit Zahlen und Zeitablauf rüberkommen sollte , würde das eh keiner mehr glauben .
    Bestes Beispiel Mehdorns neuer Bahnhof in Berlin , die Bahnsteige sind zu kurz , Toiletten haben sie vergessen und hin und wieder kracht ein Betonträger durch die Decke .


    Bei allen Großprojekten hier in D haben sich die Kosten min. vervierfacht , der Fertigungs- Termin wenn überhaupt das Teil fertig wird xxx mal verschoben und zum Schluss ist immer noch nichts fertig .


    Das beste Beispiel der BER in Berlin , die reinste Katastrophe und ein tiefes Milliardenloch und nichts ist fertig .


    S21 , total hinterm Zeitplan und es ist jetzt schon klar das wird min . 3 x so teuer wie kalkuliert .


    Es ist nur komisch , die Chinesen bauen einen riesen Airport , waren im Zeitplan und in ihrer Kosten Kalkulation , sie haben nur die Eröffnung des Airpots um 48 Stunden verschoben . Also so etwas geht doch bzw ist möglich .
    Nur in Deutschland nicht , warum nur ?


    BB


  • Es ist nur komisch , die Chinesen bauen einen riesen Airport , waren im Zeitplan und in ihrer Kosten Kalkulation , sie haben nur die Eröffnung des Airpots um 48 Stunden verschoben . Also so etwas geht doch bzw ist möglich .
    Nur in Deutschland nicht , warum nur ?
    BB


    Zum wiederholten Male, die Planung und Durchfuehrung war eben nicht chinesisch. Nebenbei, wenn du gerne in solch einem System leben willst, bitte. Dann vergiss aber irgendwelche grossangelegten Proteste.

  • Chemieindustrie, Maschinenbau alles Luxusgüter schon klar. Bahn ist auch Luxus und wozu Stromnetze wenn der Strom aus der Steckdose kommt?
    Es geht nicht um die Wahrnehmung, sondern um den Missbrauch von Grundrechten.


    Es geht um evtl. Verschwendung von Steuermitteln. Das Volk sollte sehr wohl mitentscheiden was mit seiner Kohle geschieht. Dann, man sollte die Leute fragen die unmittelbar betroffen sind.

  • Wenn GeorgeIII noch mag, kann er den Disput um Wahrnehmung von grundgesetzlich garantierten Rechten vs. Egoismus hier fortsetzen:


    http://www.politopia.de/thread…908&viewfull=1#post724908


    Der thread "Bahnhof Altona" hat einen ganz anderen Fokus, und der soll nicht durch themenferne Grundsatzdiskussion verloren gehen. Das wäre schade, denn die hier laufende Diskussion ist bisher sehr sachlich gelaufen, und das soll auch so bleiben.

    Einmal editiert, zuletzt von Wieben Klas ()

  • Der "Spiegel" ist den Details rings um die Bahnhofsverlegung anscheinend länger auf den Grund gegangen. Da bahne sich tatsächlich ein neues S21 an, schreiben sie jetzt: Bürger würden ignoriert, die Planungen seien geheim, und Fahrgäste hätten das Nachsehen.


    http://www.spiegel.de/wirtscha…-nachteile-a-1175156.html


    Also das Ãœbliche rings um ein Großprojekt, sollte man meinen - aber was ist denn da los? :thinking-020:
    Ich habe es seit längerem nicht mehr verfolgt.

  • Ich persönlich würde die Geschichte aufmerksam, aber auf kleiner Flamme weiterverfolgen.


    Selbst der "Spiegel" ist nicht vor der Versuchung gefeit, durch solche bisher auffallend wenig bekannte Hintergrundgeschichten an der Auflagenschraube zu drehen. Selbst DIE LINKE in der Bürgerschaft hat noch nicht gezuckt ...


    ... eigentlich Material, um ein größeres Fass aufzumachen.

  • Was soll das heissen?
    Nix dran? Zu wenig Potenzial?
    Wenn schon die Linke nix damit anzufangen weiss...?


    Mir stinkt das. Eine gewachsene und funktionierende - sicher auch inzwischen in die Jahre gekommene und daher nachbesserungeswürdige - innerstädtische Infrastruktur von lokaler Bedeutung, soll auf den Kopf gestellt werden, nur, um ein recht gewollt und seit inzwischen zwanzig Jahren nachgegeflickt und neugestöpseltes, altes und bereits aus der Anforderungsschablone gerutscht daher kommendes Planungskonstrukt umzusetzen, das sich bereits vor dem ersten Spatenstich überholt hat?


    Wer sich das Gelände ansieht, erkennt sofort, dass es sich um eine weitläufige ehemalige Rangier- und Parkanlage der Bahn handelt, die Raum genug gäbe, den Bahnhof ein paar hundert Meter nach Norden auf dem gleichen Gebiet in aller gewünschten und erforderlichen Größe umzusiedeln, ohne die bestehenden Verbindungen und Infrastrukturelemente einer völligen Veränderung zu unterziehen und von den etablierten Anbindungen und Zuführungen abzuschneiden.


    Doch will man ja die Grundstücke im Herzen Altonas, um sie versilbern können. Und das ist der entscheidende Punkt. Bei den aktuellen Preisen sind das vermutlich Milliarden Assets.
    Alleine deshalb sollen sich alle von der veralteten unzureichenden Planung betroffenen zukünftig unkommodig in ein stadtplanerisch schlecht eingebundenes, abseitiges, und daher schlecht erreichbares, und fern der Drehscheiben neu in zu kleinen Dimensionen zu erbauendes dauerhaftes Bahnhofsprovisorium wechseln, wenn sie im Westen der Stadt Zugang zu einer, auch noch bezüglich der Anbindungen eingeschränkten, Fernbahnverbindung erhalten wollen.

    2 Mal editiert, zuletzt von A3243 ()

  • Ich kannte den alten Bahnhof in Altona bereits, da sah es dort noch so aus:

    Einmal editiert, zuletzt von A3243 ()

  • Ich kannte den alten Bahnhof in Altona bereits, das sah es dort noch so aus:(...)


    Ganz altvertrauter Anblick, als Kind kam ich jedesmal dort an, wenn wir die Großeltern nicht mit dem Auto besucht haben. Und von dort gleich weiter mit der S-Bahn nach Westen, oder mit den Fernbahnen nach Südwesten oder die schleswig-holsteinische Westküste entlang gemütlich Richtung Norden.
    Mein Inbegriff von Bahnhof! :D