Wenn * NICHTWÄHLEN * chronisch wird , was wird dann aus der Demokratie ?


  • :joker::out:
    Ich fass es nicht.."das steht im GG" (und gilt für alle Demokroten, weil die Deutschen sind ja...) :smilielol5:

  • Ich halte deine Analyse für komplett falsch. Die Deutschen wollen mehrheitlich mehr Gerechtigkeit. Ob bei Bezahlung, Rente, Steuern/Abgaben, sie wollen mehr Umweltorientierung, keinen Krieg - alles linke/grüne Themen - und trotzdem wählen sie laufend die SPD mit einem marginalisierten linken Flügel, und die rechten Christen, nun auch noch AFD.


    Dann hast du meinen Ansatz nicht richtig verstanden. Ich sprach über die Möglichkeiten von Parteien (sprich Wählerversprechen und die Wege der Umsetzung) und nicht was der Bürger eigentlich am liebsten hätte - der sucht bei den Wahlen seinen größtmöglichen Ãœbereinstimmungspartner - der bekommt das Kreuz.


    Von daher passt der Spruch sehr gut: Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selbst - und in Deutschland scheinen mehr dumme, schizophrene Kälber herumzulaufen als für dieses Land gut ist.


    Vollmundigen Oppositionsgeplärre, sollte man am wenigsten Vertrauen. Aber da du ja die ultimative Partei kennst, würde es mit Sicherheit mehr Foristen als nur mich interessieren, welche Partei denn für die größte Gerechtigkeit sorgen wird?

  • Dann hast du meinen Ansatz nicht richtig verstanden. Ich sprach über die Möglichkeiten von Parteien (sprich Wählerversprechen und die Wege der Umsetzung) und nicht was der Bürger eigentlich am liebsten hätte - der sucht bei den Wahlen seinen größtmöglichen Ãœbereinstimmungspartner - der bekommt das Kreuz.


    Klar sucht er den. Und jedes Mal wieder glaubt er den Lügnern, die ihm vorher das Blaue vom Himmel versprechen und ihn hinterher in den Arsch treten. Es ist halt unfair, wenn man Parteien nach der Wahl an dem misst, was sie vor der Wahl gesagt haben.
    * O-Ton Müntefering
    Das ist schlicht Dummheit.



    Vollmundigen Oppositionsgeplärre, sollte man am wenigsten Vertrauen. Aber da du ja die ultimative Partei kennst, würde es mit Sicherheit mehr Foristen als nur mich interessieren, welche Partei denn für die größte Gerechtigkeit sorgen wird?


    Es gibt einige Parteien, die es mehr verdient haben als die seit langem dominierenden Lügner im Bundestag.


  • Es gibt einige Parteien, die es mehr verdient haben als die seit langem dominierenden Lügner im Bundestag.


    Dann sollte die Meßlatte aber genauso liegen wie es an bisherigen Parteien liegt.

  • Dann sollte die Meßlatte aber genauso liegen wie es an bisherigen Parteien liegt.


    Wer hat denn hier behauptet, dass dem nicht so sein soll?


    Die Oppositionsalternativen müssen solche Maßstäbe bestimmt nicht scheuen,
    nicht jeder reißt die Latte schon auf solch niedrigen Niveau,
    wie das die etablierten Scharlatane in ständiger Folge machen.

  • Die Oppositionsalternativen müssen solche Maßstäbe bestimmt nicht scheuen,
    nicht jeder reißt die Latte schon auf solch niedrigen Niveau,
    wie das die etablierten Scharlatane in ständiger Folge machen.


    Nun muss ich auch mal nachfragen: Von welcher Alternative sprecht ihr eigentlich? Wer soll das sein? Und warum konkret sollte ICH genau die wählen??


  • Nicht der Nichtwähler ist Schuld an den herrschenden Zuständen.


    Schuld vielleicht nicht, aber ändern tut er auch nichts. Je mehr Menschen nicht wählen, desto mehr Macht gestehen sie denjenigen zu, die es noch tun (bei einer kleiner werdenden Wählermenge, gewinnt jede einzelne Stimme an Gewicht). Stell dir vor, es ginge im Extremfall nur noch eine einzige Person zur Wahl, weil alle anderen aus Verdruss nicht mehr wählten - dann würde dieser eine Wähler seiner bevorzugten Partei zu 100 % der Stimmen verhelfen... :smile:
    Die Nichtwähler versäumen es meiner Meinung nach, ihre durchaus vorhandene Macht einzusetzen. Es gibt genug kleine Parteien, mit deren möglicher Wahl ein ansehnliches "Drohpotential" verbunden sein könnte. Es wäre zwar wünschenswert, eine Partei zu finden, mit der man sich identifizieren kann, aber selbst wenn das unmöglich ist, könnte man zumindest den etablierten Parteien klarmachen, dass sie "ruckzuck" und sehr gründlich, jederzeit weggewählt werden könnten, wenn sie sich beispielsweise mal wieder erdreisten, ihre Versprechen plötzlich zu "vergessen" oder ganz einfach über den Willen der Bevölkerungsmehrheit hinweg zu regieren. Sobald die Politiker der etablierten Parteien nicht mehr auf den treuen, unflexiblen Gewohnheitswähler setzen könnten (und eben auf die vielen nicht Wählenden), wären sie allein schon aus Angst vor schnellstmöglicher Abwahl dazu gezwungen, dem Bürger wieder zuzuhören und seriöse Arbeit abzuliefern.

  • wer nicht wählt, überlässt die wahl "den anderen" - hab ich schon als kind zuhause gelernt.
    und wer etwas ändern will, muss das aktiv tun. denn wer nichts tut, muss mit dem leben, was die anderen übrig lassen.

  • Von der Theorie her mag das stimmen. Auch die Aussage von Prom "Wer nicht wählt, überlässt die Wahl den anderen".


    Aber ist es wirklich eine reale Möglichkeit von Verbesserung, die Partei für Pferdezucht und Völkerverständigung zu wählen? Oder einen Strich diagonal durch Not und Elend zu machen?


    Schaut man sich die Realität in Form der Wahlergebnisse an, wird zumindest auf Bundes- und Landesebene gewählt, was Vater auch immer schon gewählt hat. Es ist fast völlig egal, welcher Bockmist da produziert wird, die üblichen Verdächtigen können sich relativ gleichbleibender Zustimmung erfreuen. Ausnahmen wie die FDP oder regional die Linke ändern nichts am generellen Trend. Da mag es sicher "Abstrafaktionen" geben, am Gesamtergebnis ändern sie jedoch gar nichts. Die Linke hat in Brandenburg 9% verloren, an der Regierung wird sie wohl dennoch beteiligt. In Sachsen wird eine 12%- sPD mitregieren. Ändern wird sich nichts.


    Nichtwähler sind keine homogene Gruppe, sondern ein Querschnitt durch die Bevölkerung. Der Glaube, 35% mehr Wahlbeteiligung beispielsweise in Sachsen würde die Machtverhältnisse grundlegend verschieben, ist wohl ein Irrglaube. Das Potenzial der Parteien ist nach oben hin ausgereizt, solange es keine größeren Katastrophen gibt, die heftig bis zum einzelnen Wähler, plötzlich, sehr deutlich fühlbar und sichtbar, durchschlagen. Danach sieht es derzeit nicht aus. Es sind weitgehend regionale Effekte, die sich beispielsweise in 10% AfD niederschlagen. Die erscheinen allerdings auch bei 18 bis 20% begrenzt. Wachsende Wahlbeteiligung bedeutet nicht zwangsläufig Verschiebung der Verhältnisse.


    Ich führe Nichtwählen auf Enttäuschung zurück. Deutlich sichtbar bei Brandenburgs Linker. Die haben ein tolles Hochglanzpapier über ihre Erfolge während der Regierungsbeteiligung veröffentlicht, das derjenige, der sie ehemals gewählt hat, völlig anders sieht. Seine Erwartungen wurden nicht erfüllt. Wählt der jetzt plötzlich sPD, gar die ÖDP oder die Partei für Pferdezucht und Völkerverständigung? Nö, der bleibt zu Hause. Selbst wenn man ihn zur Wahl zwingen würde, wo würde er sein Kreuz machen? Durch den ganzen Zettel oder würde er sich tatsächlich für irgendeine der zahllosen politisch "genehmen" Kleinstparteien entscheiden? Mit deren Programm er sich nicht identifizieren kann oder deren Personal er nicht über den Weg traut? Wohl kaum.


    Ich bleibe dabei: Die derzeitige Misere haben die etablierten Parteien selbst zu verantworten. Die Handlungen stimmen nicht mit dem überein, was gesagt wird, die konkreten Ergebnisse der Politik werden so lange ver- und gefälscht, bis sie passen. Alldieweil verspürt der Bürger eine stetige Verschlechterung seiner Situation. Sieht aber gleichzeitig keine politische Kraft, die bereit und in der Lage wäre, diese Entwicklung umzukehren. Aus der (nicht ganz unberechtigten) Angst, es könne alles noch viel schlimmer kommen, wird dann halt entweder nicht oder das gewählt, was jetzt regiert. Siehe Muttis Zustimmungsraten. Und so sitzt Harry Normalbürger weiter kopfschüttelnd vorm Bildschirm und verfolgt, dass die bunte Wehr nicht mal mehr in der Lage ist, 7 Mann und ein bißchen Material in ein Krisengebiet zu fliegen und zeitgleich fast alle Marinehubschrauber nicht mehr einsatzfähig sind. In jedem anderen Land hätte es fürchterlich gekracht und Rücktritte gehagelt. Hierzulande endet so was mit Schulterzucken und ein bißchen Spott auf SPON. Das ist die deutsche Realität. Organisierte Nichtverantwortlichkeit.

    Einmal editiert, zuletzt von Dieter59 ()

  • @ # 69: Du hast völlig recht, Dieter, nur wenn CDU/CSU/SPD insgesamt soweit abgestraft werden, dass sie eben eine Koalition und damit Regierung nicht zu bilden vermögen, wird sich eine Chance ergeben, etwas ändern! Und vier bis acht Jahre auf der Oppositionsbank würden diesen Parteinen sich gut tun. Allerdings sind auch Nichtwähler keine homogene Schicht!

  • (...)
    Ich bleibe dabei: Die derzeitige Misere haben die etablierten Parteien selbst zu verantworten. Die Handlungen stimmen nicht mit dem überein, was gesagt wird, die konkreten Ergebnisse der Politik werden so lange ver- und gefälscht, bis sie passen. (...)


    ich stimme dir in vielem zu. vor allem in diesen punkten.
    das kernproblem ist der fahrlässige umgang der politiker mit der wahrheit.
    wenn aussagen und zusagen zur beliebigen manövriermasse werden und jedem gerade das versprochen oder in aussicht gestellt wird, was derzeit en vogue ist und gehört werden will, dann haben diese politischen versager den verfall der demokratischen grundtugenden zu verantworten.
    aber sie stellen sich dieser verantwortung nicht, sondern halten politische sonntagsreden und murksen danach weiter wie gehabt.


    sowas führt zu sowas. und je länger die bürger das mit sich machen lassen, desto schlechter wird die lage.
    wählen wir doch alle mal die biertrinkerpartei. wenn die mit 30% stimmen in den bundestag einziehen und als regierungsbildende partei den kanzler stellen, kann es doch auch nicht wesentlich schlechter werden.
    und die anderen versager spüren endlich die macht des volkes...
    naja, ... mann wird ja mal tagträumen dürfen.... prost!

  • Vielleicht sollte man nicht fragen, was aus der Demokratie wird, sondern was aus ihr geworden ist, wenn eine zunehmende Anzahl von Menschen es als sinnlos erachtet demokratische Rechte auszuüben. Denn wer erfahren hat, daß Wahlen nichts ändern und für die immer einheitlicher gewordene Politik nur noch eine lästige Unterbrechung der Selbstvertretung und der Nabelschau geworden sind, der beteiligt sich halt nicht mehr.

  • Nach längerer Suche habe ich diesen älteren Strang gefunden wo dieser aktuelle Artikel gut untergebracht ist, ohne dass ein neuer Strang eröffnet werden muss. Es geht um eine aktuell veröffentlichte Studie des Instituts für Demokratieforschung, die die Problematik der wachsenden Nichtwählerschaft regional am Beispiel der Stadt Göttingen untersucht hat. Wir alle wissen mehr oder weniger um dieses wachsende Phänomen und sicherlich haben wir uns alle schon häufiger gefragt, welche Gründe das hat.

    Dennoch konnten mich einige Ergebnisse und Angaben aus dem Artikel überraschen. So z. B. die vergleichende Betrachtung mit Nachbarländern. Während die Wahlbeteiligung in Deutschland bei Bundestagswahlen, wo die Beteiligung traditionell am höchsten ist, seit 1983 um satte 18,3% gesunken ist, blieben sie z. B. in Schweden im gleichen Zeitraum mit einer Abnahme von nur 5,3% und in Dänemark mit nahezu gegen Null stabil.



    „Die Ergebnisse sind ein hartes Urteil für die deutsche Parteiendemokratie.“ Heißt es und es werden einige wesentliche und interessante Erkenntnisse deutlich. Lesen Sie hier weiter.

  • Nach längerer Suche habe ich diesen älteren Strang gefunden wo dieser aktuelle Artikel gut untergebracht ist, ohne dass ein neuer Strang eröffnet werden muss. Es geht um eine aktuell veröffentlichte Studie des Instituts für Demokratieforschung, die die Problematik der wachsenden Nichtwählerschaft regional am Beispiel der Stadt Göttingen untersucht hat. Wir alle wissen mehr oder weniger um dieses wachsende Phänomen und sicherlich haben wir uns alle schon häufiger gefragt, welche Gründe das hat.

    Dennoch konnten mich einige Ergebnisse und Angaben aus dem Artikel überraschen. So z. B. die vergleichende Betrachtung mit Nachbarländern. Während die Wahlbeteiligung in Deutschland bei Bundestagswahlen, wo die Beteiligung traditionell am höchsten ist, seit 1983 um satte 18,3% gesunken ist, blieben sie z. B. in Schweden im gleichen Zeitraum mit einer Abnahme von nur 5,3% und in Dänemark mit nahezu gegen Null stabil.



    „Die Ergebnisse sind ein hartes Urteil für die deutsche Parteiendemokratie.“ Heißt es und es werden einige wesentliche und interessante Erkenntnisse deutlich. Lesen Sie hier weiter.



    Dürfen wir dann in absehbarer Zeit vielleicht auch eine umfangreiche Expertise, natürlich ganzheitlich und nachhaltig, dazu erwarten?

  • Dürfen wir dann in absehbarer Zeit vielleicht auch eine umfangreiche Expertise, natürlich ganzheitlich und nachhaltig, dazu erwarten?


    Wenn sich sogenannte "Volksparteien" über Jahrzehnte über die Interessen des Volkes hinwegsetzen und sogar ihre Basiswähler verhöhnen, die demokratischen Strukturen des Rechtsstaates über personelle Verflechtungen in der Gewaltenteilung unterlaufen, somit die Demokratie deformieren, im Bundestag GroKo´s über mehrere Legislaturen konstruieren, die den Wählerwillen nicht mehr reflektieren und die eine wirksame Opposition aufheben, muss man sich nicht wundern, wenn entweder die Wahlbeteiligung und demokratische Einflussnahme der Bürger sinkt oder ein nicht unerheblicher Teil der Wähler Rattenfängern auf den Leim geht, nur damit sich überhaupt etwas ändert. DOSTOJEWSKI hat das in "Aufzeichnungen aus einem Todeshaus" klar beschrieben: Um aus dem Einerlei des Strafvollzugs im Lager auszubrechen, haben Häftlinge sogar Taten begangen, die sie in Isolationshaft gebracht haben, also schmerzhafter waren, als der Trott des Alltags!

    Einmal editiert, zuletzt von grauer kater ()

  • Wenn sich sogenannte "Volksparteien" über Jahrzehnte über die Interessen des Volkes hinwegsetzen und sogar ihre Basiswähler verhöhnen, die demokratischen Strukturen des Rechtsstaates über personelle Verflechtungen in der Gewaltenteilung unterlaufen, somit die Demokratie deformieren, im Bundestag GroKo´s über mehrere Legislaturen konstruieren, die den Wählerwillen nicht mehr reflektieren und die eine wirksame Opposition aufheben, muss man sich nicht wundern, wenn entweder die Wahlbeteiligung und demokratische Einflussnahme der Bürger sinkt oder ein nicht unerheblicher Teil der Wähler Rattenfängern auf den Leim geht, nur damit sich überhaupt etwas ändert. DOSTOJEWSKI hat das in "Aufzeichnungen aus einem Todeshaus" klar beschrieben: Um aus dem Einerlei des Strafvollzugs im Lager auszubrechen, haben Häftlinge sogar Taten begangen, die sie in Isolationshaft gebracht haben, also schmerzhafter waren, als der Trott des Alltags!



    Ich würde das aber gern noch einmal nachlesen wollen, wenn der Experte Y. seine Expertise zur Verfügung stellen würde. Schließlich sind wir an diese umfangreichen und nachhaltigen Ausarbeiten aus seiner Feder gewöhnt und können auf diese nicht mehr verzichten. :yesnod:


    Trotzdem vielen Dank für Deine Erklärung. :smile: Ich bitte um Verständnis, wenn ich dann doch auf die Schriften des Meisters warte. Ich bin regelrecht süchtig danach, bitte sieh' es mir nach. :smilewinkgrin:

  • Ich würde das aber gern noch einmal nachlesen wollen, wenn der Experte Y. seine Expertise zur Verfügung stellen würde.


    Ihr ad personam-Spam ist inzwischen extrem ermüdend. Das nervt selbst mich (und ich habe enorme Gedulds-Kapazitäten). Ich werde mich daran erinnern, wenn Sie demnächst einen interessanten Artikel incl. einer Kommentierung über eine aktuelle Studie posten und werde Sie auffordern, Ihre eigene fachmännische „Expertise“ darüber nachzuliefern, die Sie nicht einmal angekündigt haben.
    Das ist lächerlich, was Sie hier versuchen. Stellen Sie diesen Blödsinn ein.