Eine der letzten echten Gewerkschaften = GdL

  • Naja, ein Lokführer kann halt nur auf seine Art streiken. Der kann ja nicht einfach sagen, er räumt keinen Müll mehr weg.
    Beim Streik werden immer auch Nichtbeteiligte getroffen. Mal mehr oder weniger. Aber das läßt sich nicht verhindern.

  • Naja, ein Lokführer kann halt nur auf seine Art streiken. Der kann ja nicht einfach sagen, er räumt keinen Müll mehr weg.
    Beim Streik werden immer auch Nichtbeteiligte getroffen. Mal mehr oder weniger. Aber das läßt sich nicht verhindern.



    Man kann aber Art und Umfang des Streikes steuern.
    Ausgerechnet dieses Wochenende - sieben BL starten mit den Herbstferien, das größte BL beendet seine Herbstferien - ist ein Armutszeugnis sondergleichen der GDL mit seinem Führer.


    Bei den Piloten kann man sich i.d.R. darauf verlassen, dass Ferienbomber nicht bestreikt werden.

  • Naja, ein Lokführer kann halt nur auf seine Art streiken. Der kann ja nicht einfach sagen, er räumt keinen Müll mehr weg.
    Beim Streik werden immer auch Nichtbeteiligte getroffen. Mal mehr oder weniger. Aber das läßt sich nicht verhindern.


    Nun der LH kostet dieser heute Tag ca 15.000.000 € und morgen auch , das ist bestimmt nicht wenig . Und für den Konzern im Grunde Pille Palle .



    Es geht mir um die Passagiere die Stranden , und ein FRA PORT ist kein Betrieb ist mit seinen Airlinern kein Betrieb der Klobürsten herstellt wo man mal eben die Produktion lahmlegt .
    Da geht es um Internationale Passangers die am Drehreuz FRA weiter kommen wollen oder von dort starten umsteigen / müssen / wollen . Das ist ne andere Nummer .



    Offiziell , spricht man von 1600 gestrichenen Flügen , es sind aber weit aus mehr . Beim FRA PORT und anderen Air Ports wären das ca 200. 000 Leute die davon Betroffen wären , das nur für heute .
    Bei der Bahn wird es wohl so ähnlich aussehen besonders bei den Berufspendlern .


    Das sind Dimensionen .


    BB

    2 Mal editiert, zuletzt von BON BOX ()

  • Man kann aber Art und Umfang des Streikes steuern.
    Ausgerechnet dieses Wochenende - sieben BL starten mit den Herbstferien, das größte BL beendet seine Herbstferien - ist ein Armutszeugnis sondergleichen der GDL mit seinem Führer.


    Bei den Piloten kann man sich i.d.R. darauf verlassen, dass Ferienbomber nicht bestreikt werden.

    Warum widersprichst du dir selbst? Gerade heute haben die langstreckenflieger die flügel am Boden und wie du treffend bemerkt hast: schon wieder Ferien in 7 BL. meinst du nicht das einige davon 14 Tage Urlaub machen wollten und zwar nicht in D sondern Weltweit?

    Einmal editiert, zuletzt von fladdy36 ()

  • Warum widersprichst du dir selbst? Gerade heute haben die langstreckenflieger die flügel am Boden und wie du treffend bemerkt hast: schon wieder Ferien in 7 BL. meinst du nicht das einige davon 14 Tage Urlaub machen wollten und zwar nicht in D sondern Weltweit?



    Lufthansa ist ja nicht wirklich eine Airline, die Urlaubsdestinationen anfliegt...ganz im Gegenteil, z.B. Abu Dhabi wurde jetzt gerade gestrichen und Ethidad überlassen.


    p.s. 14 Tage Herbstferien gibt es, da kann keiner 14 Tage mit Kids ab Dienstag urlauben.

  • Bei Arbeitgebern sind niedere Motive nicht der Regelfall wohl aber bei der Gewerkschaft?
    Die Existenz vieler Einzelgewerkschaften und der Tarifpluralität geht nicht zuletzt auf die Methode des Outsourcing zurück.
    Das ist quasi die Antwort darauf, und damit liegt der Grund tatsächlich in den niederen Motiven des Bahnvorstands.


    Die Bahn tat und tut das, was ein profitorientierter Arbeitgeber eben tut. Schuld an den heutigen Zuständen ist nicht zuletzt die korrupte Pseudogewerkschaft Transnet, die alle Outsourcing- und Privatisierungspläne der Bahn unterstützten und dann nicht mal Verantwortung für die outgesourcten Arbeitnehmer übernahmen. Auch die später daraus zusammenfusionierte EVG hat eine ungesunde Nähe zum Bahnvorstand.


    So gesehen ist es zwar unkonventionell aber schon sinnvoll, dass Herr Weselsky mit seiner GDL für die Möglichkeit der Mitgliedschaft in einer echten Gewerkschaft für alle Bahnangestellten kämpft. Davon profitieren also auch die EVG-Mitglieder, die die GDL-Streiks mehr oder weniger mitmachen müssen. Wenn der Zug nicht rollt braucht man auch keine Zugbegleiter.


    Dass das nun von vielen Medien als Ego-Trip dargestellt wird, halte ich für lächerlich. Immerhin ist Weselsky nun der Buhmann der Nation und hat seinerseits die Tür zugeschlagen hinsichtlich einer späteren Karriere in Politik oder Wirtschaft. Keine Ahnung ob er den Poker am Ende gewinnt, aber die Reaktionen aus Politik, Bahnvorstand und den Interviews mit neoliberalen "Arbeitsmarktexperten" zeigen, dass ihnen der Popo auf Grundeis geht. Bessere Konditionen für hunderttausende Angestellte dürfte deutlich teurer werden als eine Woche Streik.

  • Warum widersprichst du dir selbst? Gerade heute haben die langstreckenflieger die flügel am Boden und wie du treffend bemerkt hast: schon wieder Ferien in 7 BL. meinst du nicht das einige davon 14 Tage Urlaub machen wollten und zwar nicht in D sondern Weltweit?


    Klarer kann man die asoziale Lächerlichkeit in diesem Land nicht zum Ausdruck bringen, wie du in deinem oben zitieren Beitrag:


    Wer sich 14 Tage Urlaub im Herbst(!) leisten kann,
    sollte mal an die vielen Millionen Menschen in diesem Land denken,
    die sich seit Jahren nicht einen einzigen Urlaubstag leisten können!


    Bei den Piloten geht es scheinbar um satten Luxus, aber bei den Lokführern ums eingemachte.


    Ich habe das Geflenne von dekadenten angepassten Wohlstandsbürgern satt,
    denen das Schicksal der vielen gesellschaftlichen Verlierer am Popo vorbeigeht
    und den Bahnsteig oder die Flughalle vollweinen wenn sie 24h später sich im 4 Sterne Hotel
    von den dortigen Billiglohnsklaven den Cocktail an den Pool bringen lassen!


  • Eine Bahnfahrt als Luxus zu deklarieren, das kann wohl nur von einem Vollversager kommen...
    Und was maßt du dir an, Lokführer als "gesellschaftlichen Verlierer" zu bezeichnen?


    Mal ganz davon abgesehen, dass die "Lohnsklaven" vermutlich keine einzige Münze nach Hause bringen würden, wenn sie
    Touris den Cocktail am Pool nicht bringen könnten...


    Willst du tatsächlich abermillionen Arbeitskräfte in der Tourismusbranche aus Lohn und Brot bringen???

  • Die heutige Situation der Gewerkschaften geht immer noch zurück auf die Lohnanpassung im Zuge des Beitritts Ostdeutschlands zur Bundesrepublik.
    Die Währungsunion im Verhältnis 1Mark Ost = 1Mark West hat den kleinen und mittleren Betrieben in der ehemaligen DDR eine nicht zu bewältigende Kostenexplosion beschert und letztlich zum Ausverkauf geführt.
    Dummerweise ist aber nicht der falsche ordnungspolitische Weg der Bundesregierung in die Kritik geraten, sondern die Gewerkschaften unter dem Dach des DGB.
    Es wurde fortan versucht, die aufgrund der Währungsunion gemessen an der Produktivität zu hohen Ostlöhne mittels Tarifverhandlungen an die Westlöhne anzupassen. Das konnte aber nicht funktionieren, weil die erwirtschaftete Verteilmasse (Produktivität) in keiner Weise zu den Löhnen passte und das von Anfang an nicht.
    Die Folge war heftige Kritik an dem Modell der Flächentarifverträge, die Forderung nach Arbeitsmarktflexibilisierung und der massive Einsatz von Öffnungsklauseln.
    Die GDL ist eine der Spartengewerkschaften, die aufgrund darauf zurückzuführender Streitigkeiten mit der Tarifgemeinschaft mit der Transnet und der GDBA brach.
    Die Schwächung der Gewerkschaften unter dem Dach des DGB geht also direkt zurück auf die falsche Beitrittspolitik.
    Daß dabei Einzelgewerkschaften gestärkt wurden, die gerade durch ihre Spezialisierung wesentlich punktierter agieren können, liegt für mich in der Natur der Sache, denn der Einfluß auf die Politik und der Erfolg von Tarifverhandlungen läßt sich in einem fokussierten Rahmen viel besser durchsetzen.
    Man sollte mal überprüfen, aufgrund welcher Öffnungsklauseln in den Flächentarifverträgen und aufgrund welcher Lohnzurückhaltungsvereinbarungen der Tarifgemeinschaften die Mitgliederzahl der Spartengewerkschaften gestiegen ist und damit auch ihr Organisationsgrad.

    Einmal editiert, zuletzt von Müllers Esel ()

  • GdL = eine der letzten echten Gewerkschaften???


    So eine "Gewerkschaft" muss natürlich einen Ego-Shooter mit CDU-Parteibuch zum Vorsitzenden haben, einen echten Klassenkämpfer in eigener Sache ...


    ... ich glaub', es hackt!

  • GdL = eine der letzten echten Gewerkschaften???


    So eine "Gewerkschaft" muss natürlich einen Ego-Shooter mit CDU-Parteibuch zum Vorsitzenden haben, einen echten Klassenkämpfer in eigener Sache ...


    ... ich glaub', es hackt!


    Den Weselsky hatte ich noch gar nicht so im Blick. Aber eigentlich passt das doch genau zum Gesamtbild.
    Zunächst schwächt Kohl mit seiner unfehlbaren Vereinigungspolitik die Gewerkschaften und die Wiederauferstehung in Form von Splittergrüppchen mit gesellschaftlicher Arbeitskampfrelevanz übernehmen nun seine Nachfolgekader.

  • Die Ursache für die Bildung von beruflichen Spartengewerkschaften liegen
    primär in der gezielten Vernachlässigung einzelner, zahlenmäßig
    eher geringen Berufsgruppen durch die Großgewerkschaften im Rahmen
    der Neuordnung der Tarifverträge der vergangenen Jahre.


    In den allermeisten Firmen und Sparten ist es so, dass die zahlenmäßig
    meisten Mitarbeiter (und damit auch die meisten Gewerkschaftsmitglieder)
    in den untersten Qualifikationsgruppen zu finden sind.
    Das liegt schlichtweg daran, dass es im allgemeinen einfach mehr Indianer als Häuptlinge gibt.


    Die deutlichsten Einschnitte in den Tarifverträgen der vergangenen
    2 Jahrzehnte mussten die am höchsten qualifizierten Beschäftigten
    erbringen, weil die Gewerkschaften verständlicherweise der Masse
    ihrer Mitglieder am wenigsten weh tun wollten und deshalb die
    kleinen, besser verdienenden Mitarbeitergruppen den Hauptanteil an
    Blutzoll erbringen mussten.


    Dies führte allerdings dazu, dass einzelne, höher qualifizierte Berufe
    sich gewerkschaftlich outsourcten, vor allem, wenn ihnen bewusst war,
    wie stark ihre Macht eigentlich ist.

  • Die heutige Situation der Gewerkschaften geht immer noch zurück auf die Lohnanpassung im Zuge des Beitritts Ostdeutschlands zur Bundesrepublik.
    (...)
    Die Schwächung der Gewerkschaften unter dem Dach des DGB geht also direkt zurück auf die falsche Beitrittspolitik.
    Daß dabei Einzelgewerkschaften gestärkt wurden, die gerade durch ihre Spezialisierung wesentlich punktierter agieren können, liegt für mich in der Natur der Sache, denn der Einfluß auf die Politik und der Erfolg von Tarifverhandlungen läßt sich in einem fokussierten Rahmen viel besser durchsetzen.
    Man sollte mal überprüfen, aufgrund welcher Öffnungsklauseln in den Flächentarifverträgen und aufgrund welcher Lohnzurückhaltungsvereinbarungen der Tarifgemeinschaften die Mitgliederzahl der Spartengewerkschaften gestiegen ist und damit auch ihr Organisationsgrad.


    richtig, die heutige situation der gewerkschaften geht auf die 1990er zurück. zur erklärung gehört auch, dass der gewünschte und geforderte organisationsausbau im osten bei kaum zunehmender mitgliederzahl die substanz der dgb-gewerkschaften stark beansprucht hatte. das - unter anderem - führt zur konsequenz der organisatorischen zusammenführung kleinerer gewerkschaften zu größeren organisatorischen einheiten, ver.di entstand 2001 aufgrund des kostendruck auf die einzelorganisationen



    und nicht wegen strategischer organisationsziele anderer art.
    große organisatorische einheiten, mit breiter und weitgehend heterogener basis und interessenlagen, müssen auf zu viele verschiedene einzelinteressen eingehen, ohne es zu können - und das schafft unweigerlich unzufriedenheit.
    ein teufelskreis, aus dem sich diejenigen wieder heraus lösen, die in der lage sind, sich aufgrund ihrer bedeutung machtvoll in szene zu setzen. der marburger bund löste sich 2005 aus ver.di und die pilotenvereinigung cockpit scherte bereits 2000 vor dem zusammenschluss zu ver.di aus der DAG aus, um die partikularinteressen ihrer mitglieder wieder als spezialisierte vertretung zu repräsentieren.


    ver.di trug bereits zur gründung den keim der spaltung in sich, weil die architekten, aufgrund des zwangs zum handeln, die fusion mit der DAG und den anderen nicht zur ötv passenden interessenvertretungen voran trieben und dabei die möglichen entwicklungen nicht antizipieren konnten oder wollten, sondern lieber die vorhandenen gräben überspielten, als eine andere lösung zu suchen. zu große verwaltungssysteme funktionieren nicht, eine erkenntnis, die immer wieder bestätigt wird.

    5 Mal editiert, zuletzt von A0468 ()

  • Lufthansa ist ja nicht wirklich eine Airline, die Urlaubsdestinationen anfliegt...ganz im Gegenteil, z.B. Abu Dhabi wurde jetzt gerade gestrichen und Ethidad überlassen.


    p.s. 14 Tage Herbstferien gibt es, da kann keiner 14 Tage mit Kids ab Dienstag urlauben.


    ok dann 8 tage mallorca :) oder sonstige weit entfernte ziele... selbst usa ist ein urlaubsland gerade jetzt

  • Die Gewerkschaften müssen ihre altertümliche Klassenkampfromantik endlich hinter sich lassen und sich als Dienstleister für ihre Mitglieder ausrichten.


    Es reicht heutzutage nicht mehr aus, Streikaktivisten in bedruckte Plastikbeutel "wir streiken" zu stecken und sie mit peinlichen Trillerpfeifen auszustatten. Mehr Unterschied in der Augenhöhe zu den Wirtschaftsbossen geht fast nicht mehr.


    Ãœber Internationalisierung und Globalisierung der Wirtschaft jammern die Gewerkschaften an statt sich gleichwertig zu organisieren.

  • Die Gewerkschaften müssen ihre altertümliche Klassenkampfromantik endlich hinter sich lassen und sich als Dienstleister für ihre Mitglieder ausrichten.


    Es reicht heutzutage nicht mehr aus, Streikaktivisten in bedruckte Plastikbeutel "wir streiken" zu stecken und sie mit peinlichen Trillerpfeifen auszustatten. Mehr Unterschied in der Augenhöhe zu den Wirtschaftsbossen geht fast nicht mehr.


    Ãœber Internationalisierung und Globalisierung der Wirtschaft jammern die Gewerkschaften an statt sich gleichwertig zu organisieren.


    So betrachtet haben GDL und Cockpit doch dazugerlernt. Da Lohnkämpfe ja immer noch national sind so wie die Legislative, ist es schwierig international zu streiken. Es sei denn, es würden sich europäische oder transatlantische Gewerkschaften bilden. So was schwebte Engels sicher vor: die Internationale gegen das Lokale und ihre Groß-oder Kleinfürsten. An Trillerpfeifen dachte Engels eher nicht, zu spießig. Seine Idee wäre gewesen, nicht nur Frankfurt, sondern zeitgleich Paris, London, New York, Katar usw. zu bestreiken, also die Weltrevolution.

  • Verdi betrachtet sich in erster Linie als politische Organisation,
    Cockpit und GdL in erster Linie als Vertretung der Arbeitnehmer,
    welche in der Gewerkschaft organisiert sind.
    Erfolgreicher sind die Gewerkschaften,
    erfolgloser die Möchtegernpartei Verdi.

  • und der unbedingte Zwang die DB an die Börse zu bringen .... Mehdorns plan ging nach hinten los


    Gefühlt (als Kunde) haben sich die Verspätungen der Bahn verzehnfacht.
    Früher kam ich drei bis viermal pro Jahr zu spät zur Arbeit (Deutsche Bundesbahn),
    heute drei bis viermal pro Woche.