Wozu Juristen?

  • Hallo Forum! Wie manche vielleicht schon merken konnten, fluppt mein Barett, das ich mir aus dem Kostümverleih besorge, um Eindruck zu machen auf ohnmächtige Bürger, gerne an die Decke, wenn Rechtsuchende ehrfürchtig im Gerichtssaal nicken, um anschlie§end laut schreiend aus dem Gericht zu rennen, weil sie was ganz anderes bekamen als Recht. - Soll ja vorkommen ...


    Nun schaute ich am 23. Oktober mal wieder bei Markus Lanz rein, weil mir jemand hinter vorgehaltener Hand zugezischt hatte, der Nobbi (Norbert Blüm) käme und würde über sein Buch „EINSPRUCH - Wider die Willkür an deutschen Gerichten" reden, das gerade von verschiedenen Medien empfohlen wird, oder auch nicht.


    Besonders gefallen hat mir im Talk dann die Passage, die mein Schreibtier nachgetippt hat, weil am Schluß eine wunderschöne Frage steht, die recht gut zum Thema pa§t …

    [INDENT]Lanz: Sie haben ein Buch über die Justiz in Deutschland geschrieben, Herr Blüm, und wenn man das so liest, und wenn man da mal eintaucht und weiß, das kommt aber nicht von irgend jemandem, sondern von einem, der 16 Jahre in höchstverantwortungsvoller Position für dieses Land auch an Ort und Stelle war, dann beschleicht einen ein so merkwürdiges Gefühl, wenn man sagt, das kann doch gar nicht sein, daß einer, der an so verantwortungsvoller Position war, erstens nicht gewußt haben soll, wie unsere Justiz funktioniert, dem das jetzt plötzlich auffällt. Das ist das eine, und das andere, wenn ihr Zustand tatsächlich so katastrophal ist, warum schreitet man da nicht mal früher ein und ändert was?

    Blüm: Also zun chst gestehe ich, daß das eine späte Erkenntnis von mir ist. Ich habe immer gedacht, die großen Kämpfe um Gerechtigkeit, die würden im Parlament geführt, in der Sozialpolitik, in der ich zuhause war - da ist der Kampf um Gerechtigkeit! Auf meine alten Tage stelle ich fest, es geht nicht darum, was im Gesetz steht, was auf dem Papier gedruckt ist, sondern auch wie es angewandt wird. Also es kommt auf Richter an … die Wahrheit - auf der Suche nach der Wahrheit, denen die Wahrheit nicht egal ist … Ein Richter, von dem ich gerade gelesen habe, der hat gesagt, die Wahrheit interessiert mich nicht! Das ist die …

    Lanz:
    Das kommt aus dem Mund eines deutschen Richters?

    Blüm:
    Ja, der ist gerügt worden, aber die Wahrheit interessiert nicht, sagt ein Richter. Das ist ungefähr so, als würde ein Pilot sagen, die Landebahn interessiert mich nicht.

    Lanz:
    Das ist richtig. Ja, und wie geht das denn weiter? Also wenn ihn die Wahrheit nicht interessiert, was interessiert ihn denn dann?


    [/INDENT]

    [INDENT](Nachhorchen und -gucken über die ZDF-Mediathek. Ab Minute 8:30)[/INDENT]


    Ja, was interessiert Richter eigentlich, wenn sie im Namen des Volkes Recht sprechen sollen und meinen, es gäbe keine Gerechtigkeit, aber mit etwas Glück sogar Recht ...? Immerhin schwören sie ja in ihrem Diensteid, der Wahrheit und der Gerechtigkeit zu dienen ... Freilich, interessiert sie die Kohle, die sie von ihrem Dienstherrn bekommen bei möglichst keinen Ãœberstunden. Aber das interessiert ja alle. Leisten wir uns die Rechtswirtschaft am Ende nur, damit uns nicht zu wohl wird ...?

    Juristen, die sich der Streitschrift des Ex-Bundesministers für Arbeit und Soziales annehmen, werfen ihm eigentlich nur vor, er klage an, präsentiere selbst aber keine Verbesserungsvorschläge. Das stimmt zwar, ist aber eigentlich Bestätigung der katastrophalen Entwicklung unseres Rechtssystems! Was also ist zu tun, damit Bürger, die nun wach werden und merken, wie naiv sie waren, weil sie glaubten, Juristen müßten gute Menschen sein, weil sie böse
    bestrafen), keine Angst mehr haben müssen vor Abgreifern und Beschei§ern und sich von Mächtigen nicht mehr alles gefallen lassen? Vielleicht fällt dem einen oder anderen User dieses Forums ja was ein, was Juristen besser machen könnten …


    Nachdem die Justiz das Verhalten aller mehr steuert als die Politik, könnten Foristen von Politopia vielleicht sogar mal mit unserer Bundeskanzlerin eine Ehrenrunde mit dem E-Bike drehen in Berlin, sofern ihnen mit mir zusammen was einfällt … Oder vom Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts eingeladen werden auf ein Glas Caipirinha unter Palmen, wenn die Rotroben auf Dienstreise sind, während Hiwis in Karlsruhe die Klagen von Bürgern ohne jegliche Begründung abweisen … § Wer weiß?

    [INDENT=3]§ Das dürfen sie seit 1997 (!) dank des wundervollen, bislang wenig beachteten § 93d BVerfGG, der eigentlich nur eine Rationalisierungshilfe sein soll, weil Karlsruhe mit Verfassungsbeschwerden überschwemmt wird. (Die meisten Klagen von Bürgern sind ja zunächst mal keine Verfassungsbeschwerden …) In Wahrheit ist es ein „Demokratieaushebelungsgesetz“, weil Bürger seither nicht mehr kontrollieren können, ob das, was die Richter vor der Bemühung der Rotroben angerichtet haben, auf dem Fundament der Vereinbarungen des Volkes steht ... Und damit können sie noch schwerer als bisher unrechtes Verhalten von Mächtigen justieren lassen![/INDENT]

    5 Mal editiert, zuletzt von FLUP ()

  • Fakt ist das es um drei Sachen geht:


    1. Was ist die Rechtssprechung, was sagen Gesetz und Auslegung.
    2. Was sind die Auswirkungen von dem was ich tue.
    3. Was lässt sich beweisen.


    Die Wahrheit sucht der Richter zwar prinzipiell schon, realistischerweise muss sie ihn nicht interessieren denn oft genug erfährt er sie eh nicht.


    Ein kleines Beispiel von einem Fall dessen Verhandlung ich selber beiwohnte, alle werden freigesprochen und die Richterin verkündet das Urteil mit der Begründung das sie persönlich keinen Zweifel an der Schuld habe, aber aus mangel an Beweisen frei spreche und nach allem in der Verhandlung war das eine Farce, die Angeklagten waren schuldig wie sonst was aber es fand sich KEIN EINZIGER Zeuge der belastbar genug gewesen wäre, zwar waren die Verteidigungen der Angeklagten so haarsträubend unsinnig das kein Mensch mit halbwegs Verständnis es glaubt aber es gab nichts handfestes es zu widerlegen.


    Der Richter schaut:


    1. Krieg ich die Beweise
    2. Erfüllt es den Tatbestand des Gesetzes


    -----


    Gut ist.
    Was Wahrheit ist ist nur so lange interessant solange es sich beweisen lässt, der Richter muss sich quasi seine Wahrheit aus dem zusammenbauen was er in der Verhandlung hört und was da bewiesen ist, seine persönliche Meinung wird da dann schnell sekundär.



    Das Rechtssystem ist eine tolle Sache aber es hat seine Schwächen und das sind Schwächen die sich nicht ausmerzen lassen (zumindest wüsste ich nicht wie).


    Wozu es Juristen braucht ist nun eigentlich ganz einfach, zur Anwendung des Gesetzes, zur Auslegung, Bearbeitung und Weiterentwicklung dessen was zwischen der Gesellschaft und dem Chaos steht.

  • Acaloth, und was würdest Du vorschlagen, was wir tun sollten, damit Bürger keine Angst mehr haben müssen vor Abgreifern und Beschei§ern und sich von Mächtigen nicht mehr alles gefallen lassen?


    Wenn man nicht weiß, was die Wahrheit ist, also das, was nicht auf Informationsverzerrungen beruht, und überdies keine Ahnung hat, was genau die Wahrheit so oft zu einem scheuen Reh werden läßt, können die Gerichtsbemühungen und Urteile nur entsprechend schwierig bis ungerecht ausfallen.


    Die so vehement wichtig gemachte Beweisfixierung unseres Rechtssystems ist schwer überdenkenswert, denn wir hinterlassen viel zu selten gerichtsverwertbare Beweise, wenn wir was tun oder geschehen lassen. Da Richter mit der Beweiswürdigung auch schlampen können, weil sie aufgrund des Verschwindenlassens von Beweisen nur schwer angreifbar sind für Versäumnisse und Fehler, ist nicht einzusehen, warum Juristen Beweise so hoch halten. Es gibt auch Fehlurteile, die aufgrund von gar nichts zustandekamen, nur um den Verurteilern Freude zu verschaffen.


    Was Du als originäre Aufgabe von Juristen siehst, hat mit dem, was Rechtsuchende erleben, nicht viel zu tun. Wo hat das Volk mal beschlossen, Juristen dürften Gesetze auslegen? Auslegung ist immer elastisch. Und Rechtsverletzer sind schon elastisch genug ...

  • Die so vehement wichtig gemachte Beweisfixierung unseres Rechtssystems ist schwer überdenkenswert, denn wir hinterlassen viel zu selten gerichtsverwertbare Beweise, wenn wir was tun oder geschehen lassen. Da Richter mit der Beweiswürdigung auch schlampen können, weil sie aufgrund des Verschwindenlassens von Beweisen nur schwer angreifbar sind für Versäumnisse und Fehler, ist nicht einzusehen, warum Juristen Beweise so hoch halten. Es gibt auch Fehlurteile, die aufgrund von gar nichts zustandekamen, nur um den Verurteilern Freude zu verschaffen.



    Und was soll an dessen Stelle?
    :out:
    Hörensagen?
    Mit dem Fingerzeigen?
    ....Selbstjustiz??


    Und wer Angst hat, will Angst haben. Da spielen Gesetze keine Rolle und deren Auslegung schon mal gar nicht. Was soll das hier werden? Angriff auf die Unschuldsvermutung?
    Is die jetzt nach SchnüffelNSA und LauschiBND zum Abschuß frei gegeben?


    Beweise abschafften?


    Komm ma uffn Punkt! :rolleyes:


  • Spä§lemacher?


    Das Wort "Unschuldsvermutung" hört sich gut an, wie viele andere Worte auch, mit denen der eine was anderes verbindet als der andere. Unsere Sprache ist das Medium, das uns wie kein anderes ermöglicht, uns gegenseitig über den Tisch zu ziehen. (Den meist der gewinnt, der unabhängiger scheint.)


    Auch Beweise sind Qualitätsschwankungen unterworfen. Und diese Schwankungen werden vor allem durch die "Endziellosigkeit" unseres Handelns "elastifiziert" und damit juristisch verwertbar, daß es in bestimmten Fällen demokratischer ist, auf die Justiz zu verzichten. Selbsthilfe nennt man das, nicht Selbstjustiz. So wichtig sind Juristen nun auch wieder nicht, auch wenn sie sehr stark geworden sind, weil sie sich von Gottes Misthaufen aufrappeln mußten ... :biggrin:

  • Spä§lemacher?


    Das Wort "Unschuldsvermutung" hört sich gut an, wie viele andere Worte auch, mit denen der eine was anderes verbindet als der andere. Unsere Sprache ist das Medium, das uns wie kein anderes ermöglicht, uns gegenseitig über den Tisch zu ziehen. (Den meist der gewinnt, der unabhängiger scheint.)


    Auch Beweise sind Qualitätsschwankungen unterworfen. Und diese Schwankungen werden vor allem durch die "Endziellosigkeit" unseres Handelns "elastifiziert" und damit juristisch verwertbar, daß es in bestimmten Fällen demokratischer ist, auf die Justiz zu verzichten. Selbsthilfe nennt man das, nicht Selbstjustiz. So wichtig sind Juristen nun auch wieder nicht, auch wenn sie sehr stark geworden sind, weil sie sich von Gottes Misthaufen aufrappeln mußten ... :biggrin:


    Na dann darfst du hier gern weiter schreiben, ich verplempere meine Zeit nicht für deine schmutzige Fantasie wieder "Volksgerichte" einführen zu wollen.


    :seeya:


    ...du willst ja nicht mal meine Frage beantworten.

  • "Die Justitia, die ausgestreckte Hand".
    Verlottert. Da kann einem Angst und Bange werden, wenn man Fälle wie Egglestone & Co. betrachtet.
    Wer die Big-Kohle hat, kommt unbeschadet davon, zuweilen.

    2 Mal editiert, zuletzt von daylight ()


  • Die so vehement wichtig gemachte Beweisfixierung unseres Rechtssystems ist schwer überdenkenswert, denn wir hinterlassen viel zu selten gerichtsverwertbare Beweise, wenn wir was tun oder geschehen lassen. Da Richter mit der Beweiswürdigung auch schlampen können, weil sie aufgrund des Verschwindenlassens von Beweisen nur schwer angreifbar sind für Versäumnisse und Fehler, ist nicht einzusehen, warum Juristen Beweise so hoch halten. Es gibt auch Fehlurteile, die aufgrund von gar nichts zustandekamen, nur um den Verurteilern Freude zu verschaffen.


    Fallen Dir konkrete Beispiele für solche Fehlurteile ein?


    Was Du als originäre Aufgabe von Juristen siehst, hat mit dem, was Rechtsuchende erleben, nicht viel zu tun. Wo hat das Volk mal beschlossen, Juristen dürften Gesetze auslegen? Auslegung ist immer elastisch. Und Rechtsverletzer sind schon elastisch genug ...


    Ja und? Das deutsche Rechtssystem ist soweit ich weiß vergleichsweise komplex und lässt relativ wenig Spielraum für Auslegungen. Falls das noch nicht ausreichen sollte, müsste man die Gesetzbücher eben noch feiner ausarbeiten, aber deswegen die Justiz quasi abzuschaffen erscheint mir doch ziemlich übertrieben.


    Selbsthilfe nennt man das, nicht Selbstjustiz.


    Wo hast Du das denn her und wer ist dieser "man"?

    Einmal editiert, zuletzt von Zippo ()

  • Acaloth, und was würdest Du vorschlagen, was wir tun sollten, damit Bürger keine Angst mehr haben müssen vor Abgreifern und Beschei§ern und sich von Mächtigen nicht mehr alles gefallen lassen?


    Weisst du warum auch 90% der Leute keine Angst haben ?
    Weil das Rechtssytem im grossen und ganzen funktioniert.
    Ganz abgesehen davon ist das Rechtssystem nicht dazu da die Fehde des kleinen Mannes zu ersetzen.



    Die so vehement wichtig gemachte Beweisfixierung unseres Rechtssystems ist schwer überdenkenswert, denn wir hinterlassen viel zu selten gerichtsverwertbare Beweise, wenn wir was tun oder geschehen lassen. Da Richter mit der Beweiswürdigung auch schlampen können, weil sie aufgrund des Verschwindenlassens von Beweisen nur schwer angreifbar sind für Versäumnisse und Fehler, ist nicht einzusehen, warum Juristen Beweise so hoch halten. Es gibt auch Fehlurteile, die aufgrund von gar nichts zustandekamen, nur um den Verurteilern Freude zu verschaffen.


    Und genau deswegen ist es gut wenn viele Politiker Juristen sind.....dann passierts nicht das Leute mit dieser Meinung zu viel zu sagen kriegen.......denn DAS was du hier schreibst ist der Weg zu den Volksgerichtshöfen vergangener Tage bis hin zur reinen Selbstjustiz des Mobs.




    Was Du als originäre Aufgabe von Juristen siehst, hat mit dem, was Rechtsuchende erleben, nicht viel zu tun. Wo hat das Volk mal beschlossen, Juristen dürften Gesetze auslegen? Auslegung ist immer elastisch. Und Rechtsverletzer sind schon elastisch genug ...


    Eine gewisse Auslegung ist immer nötig, z.B. wo man die Definition eines Arbeitnehmers festmacht und wo nicht, je mehr man sich mit dem Recht beschäftigt desto mehr werden Grauzonen klar die auslegungsbedürftig sind, weil der Gesetzgeber immer der Realität nachhinkt.

  • Na dann darfst du hier gern weiter schreiben, ich verplempere meine Zeit nicht für deine schmutzige Fantasie wieder "Volksgerichte" einführen zu wollen.


    :seeya:


    ...du willst ja nicht mal meine Frage beantworten.


    Nett, daß Du mir erlaubst, weiter zu schreiben. Was hätte ich auch getan, wenn Du es mir untersagt hättest ...?


    Dafür, daß Du recht viele dumme Fragen gestellt hast, nicht nur eine, die alle wenig Hintergrundwissen erkennen lassen und sehr spekulativ sind, ist deine Vermutung von "schmutziger Fantasie" recht frech. Vermutlich hast Du im wirklichen Leben nicht viel zu sagen ...


    Eine Kontrollinstanz, ein Rechtsmittelgericht, das mit mehr Volk besetzt ist als mit Juristen, und das jederzeit bei Rechtswegfehlern angerufen werden kann von Rechtsuchenden, und das eine Malusliste führt über auffällige Richter und Gerichte, wäre ein sehr großer Gewinn für unser Demokratiekonzept.

  • Eine Kontrollinstanz, ein Rechtsmittelgericht, das mit mehr Volk besetzt ist als mit Juristen, und das jederzeit bei Rechtswegfehlern angerufen werden kann von Rechtsuchenden, und das eine Malusliste führt über auffällige Richter und Gerichte, wäre ein sehr großer Gewinn für unser Demokratiekonzept.


    Inwiefern sind denn Juristen kein Teil des Volks? Was genau qualifiziert denn jemand als "Volk"? Für dich scheint der Begriff Jurist etwas anderes als das zu beinhalten, was er per definitionem ist: jemand, der (salopp) gesagt, im Bereich des Rechtswesens ausgebildet ist. Wäre dann Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Gericht der, nicht darin ausgebildet zu sein?

  • Fallen Dir konkrete Beispiele für solche Fehlurteile ein?


    Klar fallen mir Beispiele ein. Ich wurde über viele Jahre mit etlichen konfrontiert, könnte sogar zwei aktuellere nennen, die das heere Bild von der öffentlichen Meinung über Juristen erschüttert haben. Warum fragst Du? Hast Du Zweifel an meiner Feststellung? Berechtigte Zweifel?

    Zitat

    Ja und? Das deutsche Rechtssystem ist soweit ich weiß vergleichsweise komplex und lässt relativ wenig Spielraum für Auslegungen. Falls das noch nicht ausreichen sollte, müsste man die Gesetzbücher eben noch feiner ausarbeiten, aber deswegen die Justiz quasi abzuschaffen erscheint mir doch ziemlich übertrieben.


    Das ist eine Behauptung, zu der dir vermutlich sogar Anhaltspunkte fehlen. Ich kann jede Menge Beweise dafür liefern, daß Juristen viele Gesetze ipsativ auslegen. Das Recht dazu fehlt ihnen gänzlich.


    Woraus leitest Du deine Vermutung ab, ich wolle die Justiz abschaffen? Gefühle?


    Zitat

    Wo hast Du das denn her und wer ist dieser "man"?


    Warum interessiert dich das?

  • Weisst du warum auch 90% der Leute keine Angst haben ?
    Weil das Rechtssytem im grossen und ganzen funktioniert.
    Ganz abgesehen davon ist das Rechtssystem nicht dazu da die Fehde des kleinen Mannes zu ersetzen.


    Woher kommt die Zahl von 90%?


    Was verschafft dir die Sicherheit für deine öffentliche Behauptung, unser Rechtssystem würde im grossen und ganzen funktionieren? Ich nehme an, Du meintest, es würde korrekt funktionieren, denn funktionieren kann ja auch etwas mehr schlecht als recht.


    Zitat

    Und genau deswegen ist es gut wenn viele Politiker Juristen sind.....dann passierts nicht das Leute mit dieser Meinung zu viel zu sagen kriegen.......denn DAS was du hier schreibst ist der Weg zu den Volksgerichtshöfen vergangener Tage bis hin zur reinen Selbstjustiz des Mobs.


    Wie Du auf diese verwegene Vermutung kommst, wirst Du dir vermutlich selbst nicht mal erklären können. Möchtest Du versuchen, es uns zu erklären, sei bitte so nett, und bemühe ausschließlich allgemeingültige Denk-, Rechts- und Erfahrungssätze und verständig lebensnahe Betrachtungsweise, die einem qualifizierten Konsens standhalten kann.


    Zitat

    Eine gewisse Auslegung ist immer nötig, z.B. wo man die Definition eines Arbeitnehmers festmacht und wo nicht, je mehr man sich mit dem Recht beschäftigt desto mehr werden Grauzonen klar die auslegungsbedürftig sind, weil der Gesetzgeber immer der Realität nachhinkt.


    Dein Beispiel kann nicht bestätigen, daß Auslegungen notwendig seien. Was Du hier anführst ist die Klärung von Wirkungsbereichen eines Gesetzes.


    Sofern die Realität der Gesetzgebung davonrennt, müssen Richter sich aufgrund unseres Grundgesetzes und ihres Diensteides immernoch am Fundament unserer Rechtsordnung orientieren und können auch allfällige Gesetzeslücken gerecht schließen! Allerdings sollten sie dazu wissen, worum es bei der Gerechtigkeit geht. Wissen sie lediglich, daß ihre Urteile und ihre Bemühungen dazu "angemessen, fair" sein sollen, sind Ungerechtigkeiten vorprogrammiert, denn das kann alles oder nichts bedeuten. (Die Nazis fanden es gerecht, 6 Millionen Juden zu töten ...)

    Einmal editiert, zuletzt von FLUP ()

  • Und, worum geht es bei der Gerechtigkeit?


    Wenn fair alles oder nichts bedeuten kann, wieso dann nicht auch der Begriff Gerechtigkeit?

  • Inwiefern sind denn Juristen kein Teil des Volks? Was genau qualifiziert denn jemand als "Volk"? Für dich scheint der Begriff Jurist etwas anderes als das zu beinhalten, was er per definitionem ist: jemand, der (salopp) gesagt, im Bereich des Rechtswesens ausgebildet ist. Wäre dann Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Gericht der, nicht darin ausgebildet zu sein?


    Mein Text beinhaltet nichts, was jemanden vermuten lassen darf, Juristen zählten nicht zum Volke. Doch geht es hier um ein Ãœberdenken der Tatsache, daß Juristen eine juristische Ausbildung absolviert haben, damit sie den Willen des Volkes erfüllen. Tun sie das nicht, muß das Volk die Möglichkeit haben, was dagegen zu unternehmen, weil wir sonst in einer Rechtsdiktatur leben würden. (Das hört sich hart an, aber immerhin haben Juristen das Recht auf's letzte Wort, und an dem hängt das Gewaltmonopol unseres Staates!


    Ich könnte mir vorstellen, daß in einer solchen Kontrollinstanz des Volkes überwiegend Bürger arbeiten, die beratend unterstützt werden von Juristen aber Urteilsgewalt haben. (Alle Systeme der Welt funktionieren nur mit funktionierenden Kontrollsystemen!) Würde das der Menschen funktionieren, wären wir schon lange nicht mehr die einzigen Lebewesen, die ihre Artgenossen auch massenhaft töten!

  • gute frage. warum sollte zippo oder irgendjemanden das geschwurbel überhaupt interessieren?


    Schleich dich!


    Du mußt uns nicht zeigen, wieviel Interesse Du am Thema hast und an dem, was ich dazu schreibe.

  • Vermutlich hast Du im wirklichen Leben nicht viel zu sagen ...


    Diskussionsstil zum gern haben.



    Eine Kontrollinstanz, ein Rechtsmittelgericht, das mit mehr Volk besetzt ist als mit Juristen, und das jederzeit bei Rechtswegfehlern angerufen werden kann von Rechtsuchenden, und das eine Malusliste führt über auffällige Richter und Gerichte, wäre ein sehr großer Gewinn für unser Demokratiekonzept.


    1. Juristen sind Teil des Volkes.


    2. Wieso glaubst du das unausgebildetes "Volk" in der Lage wäre ein Rechtsmittelgericht zu besetzen ?
    Selbst bei Geschworenenverfahren muss man die Leute voerst vorbereiten damit sie wissen was Zeug wie "Vorsatz" und "Fahrlässigkeit" bedeuten und da gehts nur um die Frage schuldig oder nicht schuldig.....Rechtsmittelverfahren bräuchte dann noch mehr Einschulung was im Endeffekt wieder darauf rausläuft das sie JURISTEN (Leute die Rechtswissenschaften können) werden.


    3. "auffällige Richter" inwiefern auffällig ?
    Nein sorry, das ganze was du hier hast ist weder Konzept noch ein Plan noch sonst was und arbeitest an den Fundamenten des Rechtsstaates rum aus einem diffusen Gefühl des "die bösen da oben" raus und weil dir vermutlich mal ein Jurist was zu leide getan hat.


    Woher kommt die Zahl von 90%?


    Wenn so viele unzufrieden wären gäbs schon lange Aufstand.


    Es funktioniert im grossen und ganzen so gut wie es im Rahmen des Rechtsstaates kann....



    Wie Du auf diese verwegene Vermutung kommst, wirst Du dir vermutlich selbst nicht mal erklären können. Möchtest Du versuchen, es uns zu erklären, sei bitte so nett, und bemühe ausschließlich allgemeingültige Denk-, Rechts- und Erfahrungssätze und verständig lebensnahe Betrachtungsweise, die einem qualifizierten Konsens standhalten kann.


    Ganz einfach, entweder du hast juristisch zumindest halb gebildete Laien die agieren oder du hast einen Mob der nach dem "gesunden Volksempfinden" entscheidet.



    Dein Beispiel kann nicht bestätigen, daß Auslegungen notwendig seien. Was Du hier anführst ist die Klärung von Wirkungsbereichen eines Gesetzes.


    Und dieser Wirkungsbereich wird per Auslegung erschlossen, da Gerechtigkeit aber vor allem mal subjektiv ist kann er damit natürlich nicht immer den Geschmack einer Partei finden.


    Mein Text beinhaltet nichts, was jemanden vermuten lassen darf, Juristen zählten nicht zum Volke. Doch geht es hier um ein Ãœberdenken der Tatsache, daß Juristen eine juristische Ausbildung absolviert haben, damit sie den Willen des Volkes erfüllen. Tun sie das nicht, muß das Volk die Möglichkeit haben, was dagegen zu unternehmen, weil wir sonst in einer Rechtsdiktatur leben würden. (Das hört sich hart an, aber immerhin haben Juristen das Recht auf's letzte Wort, und an dem hängt das Gewaltmonopol unseres Staates!


    Juristen haben NICHT den Willen des Volkes zu erfüllen, sie haben das Recht durchzusetzen sie sind nicht Politiker.

  • Schleich dich!


    Du mußt uns nicht zeigen, wieviel Interesse Du am Thema hast und an dem, was ich dazu schreibe.


    :biggrin:... da ist er ja wieder. stellst du "uns" mal vor?
    ansonsten keine panik, du bist einer von der besonders bedeutenden sorte, "wir" verstehen.
    und ich fühle dir und deiner bedeutung von zeit zu zeit nur ein bisschen auf den zahn ...
    angemessen ehrerbietig, versteht sich ... :wink5: