G36, ein Lehrstück für vollendeten Lobbyismus?

  • Es scheint ein gut inszeniertes Verwirrspiel zu sein, die Lancierung von Berichten über die eingeschränkte Verwendbarkeit des G36.


    Entweder waren die Abnahmekriterien für dieses Gewehr schlampig oder vorsätzlich lasch formuliert, zu Gunsten von Heckler & Koch und zu Ungunsten der Soldaten, deren Leben im Ernstfall vom G36 abhängt. Es ist schier unvorstellbar, dass ein Test unter extremen Klimabedingungen, die durchaus nicht praxisfern sind, einfach "vergessen" wurde. Oder jetzt wird öffentlich ein Fass aufgemacht, um dieses Gewehr in einer verbesserten Version oder gleich als ein ganz neues Gewehr aufzulegen?


    Heckler & Koch ist mittlerweile in die Offensive gegangen, u.a. weil die Peshmerga dieses Gewehr als "super" loben, trotz der extremen Klimabedingungen, unter denen sie das G36 verwenden. Es wurden sogar Forderungen auf Schadensersatz wegen Rufschädigung gegen den Bund laut.


    Es ist ein offenes Geheimnis, dass die wirtschaftliche Lage von Heckler & Koch nicht gerade rosig ist. Moody's attestierte "eine unhaltbare finanzielle Lage", nachzulesen in "Finance Magazin 9.9.2014".


    Das Szenario kein allzu kühnes Konstrukt, dass unter dem Druck der Waffenlobby und der in Aussicht gestellten Forderung auf Schadensersatz eine verbesserte Version oder gleich eine Neuentwicklung aufgelegt wird, selbstverständlich mit Heckler & Koch als Hersteller, denn die haben ja das know how. Hätten die sonst den Auftrag für die Erstlieferung erhalten?


    Und die dann auszurangierenden G36 gehen an die Peshmerga und andere Truppen, die damit ja "super" zufrieden sind, wie aus vielen aktuellen Presseberichten hervorgeht. Es wäre interessant zu untersuchen, ob die Weitergabe des G36 durch die Bundeswehr an andere Truppen den selben strengen Ausfuhrbestimmungen und parlamentarischen Kontrollen unterliegen würde wie ein Direktverkauf durch Heckler & Koch.


    Nicht weniger interessant die Untersuchung, welche Personen, Funktionäre, Interessengruppen und Institute die Meldungen über die Untauglichkeit in die Öffentlichkeit treiben.


    Vielleicht wird durch diese Untersuchungen aus der Geschichte ein Paar Schuhe, oder wie ich vermute, ein ganzes Schuhgeschäft.

  • Die Doppelmoral: deutsche Rüstungsindustrie und die deutsche Politik "unter Wasser"


    Zitat

    Man nehme das Urteil zur Kenntnis, erklärte der schwäbische Waffenproduzent, der wohl Berufung einlegen wird. Weitere Informationen würden nicht gegeben, auch nicht zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Dort laufen zwei Verfahren: wegen möglicher Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, wobei es hier mehr als zwei Beschuldigte gibt. Und wegen des Verdachts der Bestechung von Amtsträgern im In- und Ausland. Ob Anklage erhoben werde sei noch nicht absehbar, hieß es von der Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Klar sei freilich: Die Erkenntnisse und das Urteil im Arbeitsrechtsstreit werde man sehr aufmerksam lesen. Und da kommt Heckler & Koch nicht gut weg.


    http://www.sueddeutsche.de/wir…und-doppelmoral-1.1863899

  • Jetzt, wo die Sache öffentlich ruchbar wird, beeilen die Kumpane sowohl bei H&K als auch bei den Bundesbehörden sich auf Kosten des jeweils anderen rein zu waschen.


    DER SPIEGEL berichtet aus dem gemeinsamen Tollhaus öffentlicher Autraggeber und -nehmer:


    Sturmgewehr-Affäre: Heckler & Koch durfte offenbar G36 selbst mit Amtssiegel versehen
    http://www.spiegel.de/politik/…ruefsiegel-a-1029243.html


    Muss man eine solche Mischpoke wählen, die die politischen Randbedingungen dafür schafft, oder darf es eher ein deutlich artikulierter bürgerlicher Ungehorsam sein?

  • Entweder waren die Abnahmekriterien für dieses Gewehr schlampig oder vorsätzlich lasch formuliert, zu Gunsten von Heckler & Koch und zu Ungunsten der Soldaten, deren Leben im Ernstfall vom G36 abhängt. Es ist schier unvorstellbar, dass ein Test unter extremen Klimabedingungen, die durchaus nicht praxisfern sind, einfach "vergessen" wurde. Oder jetzt wird öffentlich ein Fass aufgemacht, um dieses Gewehr in einer verbesserten Version oder gleich als ein ganz neues Gewehr aufzulegen?


    Ich habe keine Ahnung von Gewehren und war auch nicht bei der BW. Der Berichterstattung zum Thema nach trifft das genauso auf die meisten Journalisten zu. :wink5:


    Soweit ich weiß wurde das G36 bereits vor ca. 20 Jahren von der BW bestellt. Damals ahnte wohl noch niemand, dass es später mal für Dauerfeuer in der heißen Wüste gebraucht werden würde (oder zumindest darauf getestet wird). So gesehen ist es nicht unrealistisch, dass die damals gestellten Kriterien der BW von H&K erfüllt wurden. Und es hat sich ja auch jahrelang kaum jemand beschwert, obwohl etliche Jahrgänge an Wehrdienstlern das Gewehr benutzten.


    Trotzdem bleibt aber natürlich der Verdacht, dass der plötzliche öffentliche Unmut irgendein politisches Manöver darstellt.

  • Ich habe keine Ahnung von Gewehren und war auch nicht bei der BW. Der Berichterstattung zum Thema nach trifft das genauso auf die meisten Journalisten zu. :wink5:


    Soweit ich weiß wurde das G36 bereits vor ca. 20 Jahren von der BW bestellt. Damals ahnte wohl noch niemand, dass es später mal für Dauerfeuer in der heißen Wüste gebraucht werden würde (oder zumindest darauf getestet wird). So gesehen ist es nicht unrealistisch, dass die damals gestellten Kriterien der BW von H&K erfüllt wurden. Und es hat sich ja auch jahrelang kaum jemand beschwert, obwohl etliche Jahrgänge an Wehrdienstlern das Gewehr benutzten.


    Trotzdem bleibt aber natürlich der Verdacht, dass der plötzliche öffentliche Unmut irgendein politisches Manöver darstellt.


    Das ist auch schon richtig beobachtet, was Du hier darlegst. Und auch heute kritisieren nicht alle Nutzer dieses Gewehres dessen Qualitäten. Z. B. die Peschmerga im aktuellen Kampf gegen IS(IS) loben diese Waffe und betonen, mehr davon haben zu wollen.
    Aber meiner Ansicht nach muss man solche Fragen voneinander losgelöst betrachten: gibt es eventuell verschiedene Versionen des gleichen Typs in technischer Hinsicht? Welche Verkaufsstrategien stecken hinter einem vermeintlich gleichen Produkt? Oder ist dieser Verdacht völlig unbegründet?

    Einmal editiert, zuletzt von daylight ()

  • Soweit ich weiß wurde das G36 bereits vor ca. 20 Jahren von der BW bestellt. Damals ahnte wohl noch niemand, dass es später mal für Dauerfeuer in der heißen Wüste gebraucht werden würde (oder zumindest darauf getestet wird). So gesehen ist es nicht unrealistisch, dass die damals gestellten Kriterien der BW von H&K erfüllt wurden. Und es hat sich ja auch jahrelang kaum jemand beschwert, obwohl etliche Jahrgänge an Wehrdienstlern das Gewehr benutzten.


    Trotzdem bleibt aber natürlich der Verdacht, dass der plötzliche öffentliche Unmut irgendein politisches Manöver darstellt.


    Ich hab ja nun schon vieles erlebt. Hubschrauber, die nicht mit Kampfstiefeln betreten werden durften, Transportmittel, die das zu transportierende Gut gewichtsmäßig gar nicht laden durften, Billigpistolen, die nach 8000 Schuß schlapp machen, Ãœbungswaffen die drei mal so teuer sind wie die Originalwaffe und trotzdem nicht funktionieren... Und ja, in dieser Aufzählung ist auch H&K vertreten.


    ABER: Ich finde zumindest die derzeitige Diskussion G36 mehr als befremdlich. Wir reden hier immerhin über ein läppisches Gewehr aus Massenproduktion und nicht über eine Supi-Dupi- Waffe für Spezialeinheiten. 500 m Kampfentfernung in .223 Remington. Das ist kein Hexenwerk. Will man so was neu beschaffen, gibt es eine Ausschreibung auf der Basis eines Pflichtenheftes. Dort steht drin, was man erwartet, auch in Hinsicht auf Umgebungsbedingungen, Schußweiten und Treffpunkt bzw. erlaubte Abweichungen, Haltbarkeit etc.pp. Hat man sich nach umfangreichen Tests für ein Modell entschieden, ist ja noch nicht alles vorbei. Die Einhaltung der Anforderungen aus dem Pflichtenheft werden stichprobenartig und sehr genau an zufällig ausgewählten Waffen geprüft. Jede neu beschaffte Waffe geht durch eine Eingangskontrolle, wird dort angeschossen, geprüft und erhält eine Waffenbegleitkarte. Die erste und entscheidende Frage ist für mich also: Was steht denn in dem Pflichtenheft? Nicht aufgeführte Eigenschaften braucht die Waffe auch nicht zu haben.


    Ich verstehe auch die plötzlich auftauchende Diskussion zu den Temperaturbereichen nicht. Man sollte doch wohl annehemen, daß mit dem Ding in den langen Jahren nach der Einführung sowohl bei minus 20 als auch bei plus 35°C massenhaft übungsmäßig Präzision geschossen wurde. Signifikante Mängel wären da sofort zu Tage getreten und nicht zu verschweigen gewesen. Und komme mir keiner mit der Begründung, dergleichen Schießübungen würde es nicht geben. Es gibt auch keine, wo bei Kurzlaufwaffen mal eben drei Magazine durchgejagt werden oder mit einer Pistole auf 100 Meter geschossen wird. Wird trotzdem gemacht. Dergleichen Waffenversagen ist nicht zu vertuschen. Auch die Klimazonendiskussion erscheint mir sehr fragwürdig. Wie soll das funktionieren? Wenn ich da ein Magazin verschossen habe ist es völlig egal, was für Temperaturen draußen sind. Viel eher würde ich Probleme mit Regen, Dreck oder rein mechanischer Stabilität erwarten.


    Es scheint in der medialen Kampagne um alles mögliche zu gehen - um das G36 sicher nicht.

  • ABER: Ich finde zumindest die derzeitige Diskussion G36 mehr als befremdlich. Wir reden hier immerhin über ein läppisches Gewehr aus Massenproduktion und nicht über eine Supi-Dupi- Waffe für Spezialeinheiten. 500 m Kampfentfernung in .223 Remington. Das ist kein Hexenwerk. Will man so was neu beschaffen, gibt es eine Ausschreibung auf der Basis eines Pflichtenheftes. Dort steht drin, was man erwartet, auch in Hinsicht auf Umgebungsbedingungen, Schußweiten und Treffpunkt bzw. erlaubte Abweichungen, Haltbarkeit etc.pp. ........
    Ich verstehe auch die plötzlich auftauchende Diskussion zu den Temperaturbereichen nicht. Man sollte doch wohl annehemen, daß mit dem Ding in den langen Jahren nach der Einführung sowohl bei minus 20 als auch bei plus 35°C massenhaft übungsmäßig Präzision geschossen wurde. Signifikante Mängel wären da sofort zu Tage getreten und nicht zu verschweigen gewesen. Und komme mir keiner mit der Begründung, dergleichen Schießübungen würde es nicht geben. Es gibt auch keine, wo bei Kurzlaufwaffen mal eben drei Magazine durchgejagt werden oder mit einer Pistole auf 100 Meter geschossen wird. Wird trotzdem gemacht. Dergleichen Waffenversagen ist nicht zu vertuschen....




    Aber auch dene vorgebrachten Argumente sind genauso subjektiv wie kritisierte Berichte die jetzt durch die Öffentlichkeit wandern. Tests und Schieß und Truppenübungen kann man durchführen bis zum würgen aber in der Praxis, im Einsatz - und da es nun zigfach verschiedene Einsatzmöglichkeiten gibt - gibt es ebenso manigfaltige Ursachen das so ein Produkt ordentlich versagen kann. Mal ganz davon ab was ein theoretische Lastenheft vorschreibt.


    Nehme mal das Bsp. M16 - (und da wir überlange Jahre in der Famille Freundschaften zu einer US "Militärfamilie" hatten ( von den 20er Jahren, Panama über den WKII, Korea, Vietnam alle als Teilnehmer dabei haben wir exakt solche Diskussion dort geführt..)


    Und laut Aussagen war dieses Gewehr in der "Praxis" so dermassen XXXXche das sich zu Anfang in Vietnam wer konnte lieber alte, schwere Holzxchaftkloben wie deren Vorgänger oder wie das M1, sogar die Thompson ausgerüstet hat.


    Und an diesen diversen Problemen wurde über die Jahre rumlaboriert, ob es um das leichte verdrecken ging, Ladehemmungen, die Streuung oder allgemein um den hohen Muntionsverbrauch ( gefühlte "Stopping Power" analog zum grösser kalibrigen Vorgänger ). Diskussionen die sich vom Vietnamkrieg bis über die verbesserten Versionen nach Afghanistan zogen.


    Und natürlich liegt es bei solchen Waffen immer auch am Ausbildungsgrad bzw. Tiefe und an denjenigen die solche Waffensystem unterhalten und warten. Und welche Gefechtszenarien einen überhaupt erwarten.


    Und zum abgelutschen Thema Braut und Soldat, warum wohl die Peshmerga (noch) keine Probleme mit Ihren G36 haben....


    Auch die Klimazonendiskussion erscheint mir sehr fragwürdig. Wie soll das funktionieren? Wenn ich da ein Magazin verschossen habe ist es völlig egal, was für Temperaturen draußen sind. Viel eher würde ich Probleme mit Regen, Dreck oder rein mechanischer Stabilität erwarten....


    Aber genau da sind doch Klimazonendiskussionen notwendig. Und natürlich macht es für eine Präzisionswaffe einen Unterschied ob ich Staub von/bis in Talkumpudergrösse habe wie im Irak die natürlich eine klappernde AK mit Extremspiel in allen Komponenten viel besser übersteht. So eine alte Schote muss der "Insurgent" natürlich nicht jeden Tag minutiös zerlegen und "liebevoll" reinigen.....

    2 Mal editiert, zuletzt von Bicyclerepairmen ()

  • Vielleicht hätte man lieber die Kalschnikov importieren oder in Suhl fertigen sollen, davon gab es feine Präzisionsexemplare, die sicher dem G 36 hoch überlegen waren. Und die Suhler hätten sich sicher über die Aufträge mehr gefreut, als Heckler und Koch!

  • Vielleicht hätte man lieber die Kalschnikov importieren oder in Suhl fertigen sollen, davon gab es feine Präzisionsexemplare, die sicher dem G 36 hoch überlegen waren. Und die Suhler hätten sich sicher über die Aufträge mehr gefreut, als Heckler und Koch!


    Kater, die AK ist uralt und ist dank ihrer Zuverlässigkeit noch so beliebt. Aber sie hat dito viele Macken und ist dazu auf "longe Range" zu unpräzise.


    Nebenbei hat H&K bekanntlich ja noch ganz andere Systeme im "Portfolio".


    Ausserdem lasse erstmal "durchsickern" was da überhaupt so negativ sein soll. Und bedenke das Afghanistan der erste wirkliche Kriegseinsatz der BW seit Ihrer Gründung war und diese Erfahrung ganz generell erstmal ausgewertet werden müssten.
    Da aber die Offiziellen nichtmal dazu stehen ( Kampfeinsatz ) wird dito das wohl noch weniger professionell angegangen werden und sich nur auf Alibikritik an anderen und nicht an der Beschaffungsstruktur und deren Sinnhaftigkeit ausrichten.

  • Mir ist irgendwie schleierhaft, warum darüber so episch diskutiert werden muss. Es sollte doch nichts leichter sein, als die Vorwürfe zu wiederlegen oder zu beweisen oder von mir aus auch ob im Pflichtenheft gestanden hat dass das Gewehr nach z.B. fünf durchgeschossenen Magazinen (Feuerstöße, Dauerfeuer) eine Abweichung von 50% haben darf. Werden sie bestätigt, kann man über Beschaffungsverfahren schimpfen, werden sie wiederlegt über Rufmordkampagnen an Heckler und Koch. So wie es jetzt ist, kann man ohne mehr Information glauben was man will.
    ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass ein Sturmgewehr wirklich dafür gedacht beziehungsweise dafür gebaut wurde nach mehreren Hundert Schuss Feuerstoß oder Dauerfeuer (mein Beispiel von fünf Magazinen wären übrigens 150 Schuss) noch einwandfrei zu treffen. Wir sollten ja das alte G3 bei Schießübungen nach zwei Magazinen auf Handwärme abkühlen lassen - haha- und meine BW-Zeit ist schon ziemlich lange her.

  • Mir ist irgendwie schleierhaft, warum darüber so episch diskutiert werden muss. Es sollte doch nichts leichter sein, als die Vorwürfe zu wiederlegen oder zu beweisen oder von mir aus auch ob im Pflichtenheft gestanden hat dass das Gewehr nach z.B. fünf durchgeschossenen Magazinen (Feuerstöße, Dauerfeuer) eine Abweichung von 50% haben darf. Werden sie bestätigt, kann man über Beschaffungsverfahren schimpfen, werden sie wiederlegt über Rufmordkampagnen an Heckler und Koch. So wie es jetzt ist, kann man ohne mehr Information glauben was man will.


    Ich bezweifle das HK so einen Bock geschossen hat. Und wie gesagt, Afghanistan war der erste Kampfeinsatz der BW.


    Und im Gegensatz zu anderen "Kriegsführenden Nationen" werden diese wehrtechnischen Erfahrungen dort mehr oder minder offen diskutiert und angesprochen, egal wie man das nun findet...
    Das wird natürlich so in Deutschland niemals passieren, höchstens gibt es einen langen Erfahrungsbericht "Duales Abfallsystem in der Region Helmand" oder ähnliches. Finde ich persönlich charmanter aber mit so einer Einstellung soll niemand niemanden in einen Kriegskonflikt schicken.



    ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass ein Sturmgewehr wirklich dafür gedacht beziehungsweise dafür gebaut wurde nach mehreren Hundert Schuss Feuerstoß oder Dauerfeuer (mein Beispiel von fünf Magazinen wären übrigens 150 Schuss) noch einwandfrei zu treffen. Wir sollten ja das alte G3 bei Schießübungen nach zwei Magazinen auf Handwärme abkühlen lassen - haha- und meine BW-Zeit ist schon ziemlich lange her.


    Eben. Das G3 war auf längeres Dauerfeuer doch auch überhaupt nicht ausgerichtet. Ausserdem war das Ding zu schwer, zu lang und mit der Grösse der Nato Mun. hätte der Afghanistaneroberer noch ordentlich ein paar Kilo mehr rumschleppen müssen.

  • ...
    Eben. Das G3 war auf längeres Dauerfeuer doch auch überhaupt nicht ausgerichtet. Ausserdem war das Ding zu schwer, zu lang und mit der Grösse der Nato Mun. hätte der Afghanistaneroberer noch ordentlich ein paar Kilo mehr rumschleppen müssen.


    Und das waren schön brav gefeuerte Einzelschüsse aus den zwei Magazinen. Bei mehreren Hundert ! Im Dauerfeuer oder Feuerstoß ! dürfte der Lauf rotglühend sein.


    Ich grabe mal dazu ein Zitat zum MG 3, also einem Maschinengewehr aus Wikipedia:


    Die theoretische Feuergeschwindigkeit wurde geringfügig von 1500 auf 1200 Schuss/min unter anderem durch Verwendung eines schwereren Verschlusses und den Einbau einer anderen Schließfeder herabgesetzt. Durch notwendige Tätigkeiten, wie beispielsweise das Wechseln des heißgeschossenen Rohres mit dem im Rohrschützer befindlichen kalten Rohr, was nach 150 Schuss Dauerfeuer mit Gefechtsmunition oder 100 Schuss Manövermunition ohne zwischenzeitliche Abkühlung auf Handwärme durchzuführen ist, sinkt dieser Wert in der Praxis auf etwa 300 Schuss/min.

  • Kater, die AK ist uralt und ist dank ihrer Zuverlässigkeit noch so beliebt. Aber sie hat dito viele Macken und ist dazu auf "longe Range" zu unpräzise.......................


    Das mag für die Normalversion stimmen, doch wurden in der DDR und auch in Tschechien Spezialanfertigungen produziert, die eine deutliche Weiterentwicklung waren und auch ein Mehrfaches der Standardversion kosteten. Nach der Wende waren die sehr begehrt, fast wie Goldstaub der Waffenindustrie für Handfeuerwaffen.

  • Das mag für die Normalversion stimmen, doch wurden in der DDR und auch in Tschechien Spezialanfertigungen produziert, die eine deutliche Weiterentwicklung waren und auch ein Mehrfaches der Standardversion kosteten. Nach der Wende waren die sehr begehrt, fast wie Goldstaub der Waffenindustrie für Handfeuerwaffen.


    Vielleicht sollte die Bundeswehr lieber sowas anschaffen ?


  • Vielleicht sollte die Bundeswehr lieber sowas anschaffen ?


    video=youtube;



    Äh ja. Joe Sixpack träumt den Terminator. Und hinsichtlich der sehr handlichen Schrottpatronen trottet hinter jedem Schützen ein Packmuli hinterher. Hätte aber was.


    Und Buddy, die Tür, die Tür ist eine amerikanische. Die bekomme ich schon mit ner Schülerzwille so zugerichtet.

  • Äh ja. Joe Sixpack träumt den Terminator. Und hinsichtlich der sehr handlichen Schrottpatronen trottet hinter jedem Schützen ein Packmuli hinterher. Hätte aber was.


    Und Buddy, die Tür, die Tür ist eine amerikanische. Die bekomme ich schon mit ner Schülerzwille so zugerichtet.


    Du bist nicht zufrieden wie ich sehe...


  • Der Protoyp wurde von uns schon in den 80ern probe geschossen, und als unbrauchbar abgelehnt. Die nur 4 gr. leichten Geschosse mit dem Kaliber 223 sind bei der hohen V0 zu unstabil und es fehlt die Durchschlagskraft. An der Physik aendert auch HK nichts. Der Fehler liegt an der NATO-Fuehrung die damals die Entscheidung getroffen hat.
    Bei starkem Regen oder Wind trifft der beste Schuetze nichts. Das gleicht man auch nicht mit mehr Schuss im Magazin aus. Noch ein Nebeneffekt, instabile Geschosse verursachen schreckliche Wunden. Kann man sehen wie man will.


    Dann wohl doch besser zurueck zum alten K98, nur 5 Schuss, die sitzen aber.

    2 Mal editiert, zuletzt von wudi ()

  • Du bist nicht zufrieden wie ich sehe...



    Dem deutschen Soldat bleibt nur die Hoffnung eine Bumme von den Taliban zu erbeuten. Weil sie besser ist.
    Russische Maschinenpistolen waren bei der Wehrmacht schon begehrt.

  • Der Protoyp wurde von uns schon in den 80ern probe geschossen, und als unbrauchbar abgelehnt. Die nur 4 gr. leichten Geschosse mit dem Kaliber 223 sind bei der hohen V0 zu unstabil und es fehlt die Durchschlagskraft. An der Physik aendert auch HK nichts. Der Fehler liegt an der NATO-Fuehrung die damals die Entscheidung getroffen hat.


    Eien Entscheidung die die Amerikaner ja schon 20 jahre vorher getroffen haben und



    Bei starkem Regen oder Wind trifft der beste Schuetze nichts. Das gleicht man auch nicht mit mehr Schuss im Magazin aus. Noch ein Nebeneffekt, instabile Geschosse verursachen schreckliche Wunden. Kann man sehen wie man will.


    ...und genau diese Punkte für die Einführung z.B. des M16 mit der 5.56 sprachen. Erstens die Möglichkeit höhre Schussraten zu erzielen bei gleichzeitig mehr Mun. am Mann und zweitens, die Wunden die theoretisch mehr "Stopping Power" hätten als ein evtl. glatter Durchschuss mit der konventionellen 7.62 Munition.



    ann wohl doch besser zurueck zum alten K98, nur 5 Schuss, die sitzen aber.


    Gotteswillen. Was für Hardcore Nostalgiker....


  • ...und genau diese Punkte für die Einführung z.B. des M16 mit der 5.56 sprachen. Erstens die Möglichkeit höhre Schussraten zu erzielen bei gleichzeitig mehr Mun. am Mann und zweitens, die Wunden die theoretisch mehr "Stopping Power" hätten als ein evtl. glatter Durchschuss mit der konventionellen 7.62 .


    Damals machten Geruechte von sogenannter Schockmunition die Runde. Kleines Kaliber mit einer V0 von ueber 1000 m/s. Wirkung ungefaehr wie bei Schrot.


    Schon mit dem alten 98er Mauser geschossen? Bei uns eine beliebte Jagdwaffe.

    Einmal editiert, zuletzt von wudi ()